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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
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am 11. März 2013
Ich muss zugeben, dass ich diesem Buch skeptisch gegenüber stand. Warum? Ich dachte, da macht es sich wieder einmal jemand leicht, indem er BILD basht. BILD-Bashing zieht ja immer. Wer keine Freunde hat oder auf einer Party Anschluss sucht, muss nur über BILD herziehen – sofort hat er Kontakt.

Aber bei Onken geht es nicht um BILD. Die Redaktion ist nur Kulisse. Das, was er erlebt hat, hätte überall stattfinden können. Onken erzählt die Geschichte eines Menschen, den die Leidenschaft für seinen Job in die Chefetagen befördert, wo er zum Apparatschik wird. Die Anforderungen sind so hoch, dass ihm Zweifel kommen – an sich, an seinen Fähigkeiten, seiner Person. Was auf der Strecke bleibt, ist der Spaß am Job. Und sein Charakter. Soviel zum Inhalt.

Es ist ein ungeschminkter Bericht über eigene Schwächen, hausgemachte Ängste und über Notlösungen wie Alkohol, Bordellbesuchen, Drogen. Die Ehrlichkeit, mit der Onken seine Gefühlslage offen legt, ist beeindruckend. Es mag Stimmen geben, die ihm das als Jammern auslegen. Das wäre es auch gewesen, wenn er so weiter gemacht hätte. Aber die Entscheidung auszusteigen zeigt, dass es ihm nicht darum geht, über den Kopf gestreichelt zu bekommen, sondern darum, einen Ausweg zu finden – und nun auch aufzuzeigen. Sein Ausstieg ist mutig und hat Vorbildcharakter. Gerade in Zeiten, in denen viele um ihren Job bangen. Aber man muss nicht jeden Job machen, wenn der Preis dafür zu hoch ist. Diese Botschaft gefällt mir. Sie kann zu mehr Zufriedenheit führen.

Das einzige Manko, wenn es denn eins zu benennen gibt, ist, dass Onken allen Druck, den er spürt, auf seine eigene Konstitution zurückführt. Er macht sich und nicht das System verantwortlich. Wo er die Chance hat, nutzt er sie zu Selbstkritik. Das ist gut so. Was fehlt, ist die Kritik an den z.T. menschenverachtenden und familienfeindlichen Arbeitsstrukturen, die selbst wohlmeinende Menschen zu Arschlöchern machen. Nicht nur bei BILD, sondern überall.
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am 21. Juli 2013
Matthias Onken war mal der Zeitungsmacher in Hamburg: Er zog die Mopo auf gute Zahlen hoch, frischte den Hamburgteil der Bild-Zeitung auf und war Gast im TV. Privat verläuft sein journalistischer Aufstieg als stringenter Abstieg ab. Er heiratet, wird Vater und setzt die Ehe in den Sand. Danach ist er ein extremer Teilzeitpapi, gezeichnet von Stress, Zerrissenheit und Müdigkeit. Seine Reaktion auf die private Tragödie: "Ich gab und gebe Gas. Volle Pulle." (S.51) Später gibt er im Buch zu, dass er zur Therapie gehen musste. Aber die Scheidung und der Zerfall der Familie stoppten ihn beruflich nicht. Und so haut er weitere Beziehung, Beziehungsversuche in den Sand und macht der derweil sehr gut Zeitung. Zwar ist er vom Typ eher der Reporter, als der Chef, aber das unterdrückt er und wird selbst nach seinem Ausstieg weiter befördert. Bei der Bild-Zeitung frisst sich die Droge Arbeit durch sein komplettes Leben. Selbst wenn er früh nach Hause gehen könnte, bleibt er länger, unter 13 oder 14 Stunde kommt er nicht nach Hause. Körperliche -, seelische - und Drogenmissbrauchsphänomene schlägt er immer noch in den Wind. Bis es eben nicht mehr ging: "Als ich vor vierzehn Jahren meinen ersten Artikel veröffentlich wurden, hatte ich keinen Zweifel, dass ich alles dafür geben würde, im Journalismus Fuß zu fassen. Ein Traumberuf. Inzwischen macht er mich krank."(S.147)

Das Buch ist einfach geschrieben, aber keine angenehme Lektüre, weil der Autor mit sich sehr hart ins Gericht geht, er beschreibt sich primär als Mensch ohne wirkliche persönliche Substanz, als jemanden der nur aus puren Ehrgeiz besteht und dann noch vollständig durch die Umgebung formbar ist. Gerade die Passagen, in denen er seine erbärmliche Vater-Rolle analysiert, gehen unter die Haut. Immerhin am Ende wacht er auf und wirft seinen Müll über Bord.

Ansonsten muss der Leser wissen, dass Matthias Onken als ehemalige Führungskraft von Mopo und Bild in diesem Buch natürlich nicht die Realität in diesen Verlagen und Redaktionen schreiben darf. Das Buch ist in diesem Sinne extrem auf sein eigenes Fehlverhalten zugespitzt, weil es anders auch gar nicht hätte erscheinen dürfen. Deswegen gibt's auch Lob für die jeweiligen Chefs - das sollte man nicht unbedingt so glauben, wie es hier steht, ansonsten bemüht sich Onken darum, fair über Kollegen und das Metier zu schreiben. Es kommt dennoch dabei rum, dass es nicht gerade glückliche und ausgeglichene Menschen sind, die als Journalisten bei Zeitungen in Hamburg arbeiten.
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am 17. April 2015
Kaum zu glauben, dass dieses in kurzen, einfachen Sätzen und ohne jegliche Liebe zur Sprache verfasste Buch das Werk eines professionellen Top-Journalisten ist. Klar, es soll ein Protokoll sein, in dem kreative Wortschöpfungen nichts zu suchen haben. Aber die durchgehende Aufzählung seiner Stressbeschwerden (für jedes "Stress" einen Euro und ich wäre reich) und seiner Befindlichkeiten als Protokoll eines Ausstiegs zu bezeichnen, trifft es nicht wirklich. Dass er noch ein bisschen Sex und Crime reinpackt, kennt er ja von der BILD und ist nicht verwerflich. Dass er aber erst auf der viertletzten Seite (!) wirlich aussteigt und dann nur banal auf seine Selbständigkeit hinweist und dass es gut funktioniert, ist geradezu lächerlich. Was arbeitet er denn jetzt? Wie steht er finanziell da? Nichts von alledem, was einen wirklich interessiert. Sämtliche Leiden des jungen O. sind quasi hinfällig, denn wenn es am Schluss sooo einfach war - warum hat er sich das denn so lange angetan. Hier jammert jemand auf hohem Niveau, der sich kein "BILD" macht von Arbeitnehmern, die keine Großverdiener sind und sich einen burnout schlichtweg nicht leisten können. Die aber trotzdem ihre knapp bemessene Zeit mit ihrem Kind nicht damit ausfüllen, ins Solarium zu gehen (!). Ich habe mich durch diese Jammerorgie bis zum Schluss gequält. Immer in dem Glauben, dass gleich vom angekündigten Ausstieg berichtet wird, der dann, wie gesagt, ganz am Schluss kommt und immer noch nicht zu einem erfüllten Leben führte. (Vielleicht liegt es ja auch am Alkohol und Koks, Herr Onken?) Danach das Ding gleich ins Altpapier - 3 Stunden Lebenszeit weniger... vielleicht sollte ich ein Buch darüber schreiben...
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am 12. März 2013
Wer das erreicht hat, was Matthias Onken in jungen Jahren geschafft hat, lässt es für gewöhnlich nicht so schnell wieder los, denn da, wo er war, wollen viele hin. Umso inspirierender ist der Mut, mit dem der Journalist nun seinen Lesern Einblick in das Privatleben eines Mannes aus der Chefetage der Medien- und Meinungsmacherwelt gewährt. Denn da finden sich nicht Glück und Glamour, sondern Leere und Kraftlosigkeit. Körper und Seele machen keine Karriere, sie gehören sogar weggesperrt, um beruflich voll durchstarten zu können.
Viele Berufstätige werden sich in Onkens Buch wiederfinden. Er wagt auszusprechen, was gestresste Arbeitnehmer vielleicht verdrängen können, bis sie abends ins Bett gehen, was aber wie ein Bumerang immer wieder zurückkehrt, wenn das Licht ausgeht. Es ist gut, dass hier jemand die Courage zur Selbstkritik hat - denn es kann Türen öffnen für Gespräche, zur Selbstreflektion und für neue Wege.
Der Autor möchte kein Therapeut sein. Er ist einer, der auf die Schulter klopft und sagt, dass es eben doch immer auch einen anderen Weg geben kann. Man muss nur wollen.
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am 23. Januar 2013
Beim Lesen überträgt sich fast der Stress, unter dem der Autor in seinen beruflich "erfolgreichsten" Zeiten gestanden hat und immer wieder stellt sich die Frage: Was läuft in deinem Leben ähnlich oder zumindest tendenziell ähnlich?! Auch die Facette der persönlichen Eitelkeiten wird angesprochen, sind doch Lob und Erfolg der Speck, mit dem die Maus Workoholic in die Falle gelockt wird.

Ich habe im Bekanntenkreis so den einen oder anderen Gefährdeten, die mit diesem Buch beschenkt wurden, sich begierig drauf stürzten, sozusagen auf Erlösung hoffend. Den Ausstieg haben fast alle als Vision, aber es fehlt an Entschlossenheit und allzu oft auch an materieller Ressource. Diesen letzten Aspekt hätte ich mir etwas kritischer beleuchtet gewünscht. Ausstieg ist purer Luxus!
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Beeindruckend ist dieses Druckerzeugnis, das mit leichter Hand und doch nicht leichtfertig vom Top-Journalisten Matthias Onken verfasst wurde.

Auf gut 170 Seiten wird eindrücklich, eingängig und beklemmend aufgezeigt, wie es zu einem Ausstieg aus dem Hamsterrad kommen kann und kommen muss. Wenn man mit Ende 30 schon einen solchen Zusammenbruch erlebt hat, wird deutlich, wie groß der Druck sein muss, den man sich selbst gemacht hat und der einen von außen belastet. Einfache Rezepte und hilfreiche Hinweise, die alles auf die leichte Schulter "Burn-out" nimmt, wird man auf den schnell zu lesenden Seiten nicht finden. Vielmehr wird weder beschönigt noch bloss Schuld zugewiesen.

Stattdessen wird Mut gemacht, sich selbst und seine Umgebung kritisch wahr zu nehmen und voll Achtsamkeit den vielen Symptomen Beachtung zu schenken und sich damit selbst etwas zu schenken!

Vielleicht wird hier auch deutlich, welchen Stellenwert Werte in unserer Gesellschaft wieder haben sollten und wie die fehlende Strukturierung vieles Problematische begünstigt.

Matthias Onken betreibt keine Nabelschau, sondern beschreibt, wie er sein Leben durch einen Nebel weiter treibt und unfähig zum Leben im Alltag macht. Macht und Ohnmacht spielen überhaupt eine große Rolle in diesem kurzweiligen (kurzatmigen?) Buch.

Eine lohnende Lektüre - nicht nur, wenn es schon zu spät ist, aber auch dann.

Überaus empfehlenswert!
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am 3. Januar 2013
Wer Matthias Onkens Buch gelesen hat, wird auch seine Tageszeitung mit anderen Augen lesen. Denn der ehemalige Chefredakteur der Hamburger Morgenpost und von BILD Hamburg berichtet offen und kompetent aus der Machtzentrale der Zeitungswerkstätten. Im Mittelpunkt des offenen, schonungslosen und uneitlen Lebensberichtes steht sein Burnout - der zwanghafte Weg aus der Begeisterung für den Journalismus ins das Hamsterrad der permanenten Überforderung. Das alles schildert Matthias Onken, der versierte Boulevard-Schreiber, so mitreissend und eindringlich, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Diese Karusselfahrt zwischen zwei Buchdeckeln ist das packendste „Sachbuch“, dass ich seit Jahren gelesen habe!Bis nichts mehr ging: Protokoll eines Ausstiegs
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am 5. März 2013
Es mag ja sicher sehr authentisch so empfunden sein, was der Herr Onken hier beschrieben hat - aber das in Buchform zu verpacken und dann Lesern zu zu muten ist kein Ruhmesblatt. Ich habe es gelesen, bis es nicht mehr ging - immer in der Hoffnung, dass es doch noch etwas Literatur wird. Leider vergeblich...

Fazit: am Besten schnell wieder vergessen
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am 5. Februar 2013
Sollte man lesen, wenn man in der Verlagsbranche arbeitet! Vor allen Dingen im "Tageszeitungsbereich". Ich kann nur aus Erfahrung sagen: Sehr gute Lektüre!
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am 28. Dezember 2012
Hamburg (RP). Der Top-Journalist Matthias Onken arbeitete bis zum Burnout. Jetzt hat der 40-Jährige ein Buch über seinen Zusammenbruch geschrieben. Der Autor beschönigt nichts.

Er wollte immer schon Journalist werden. Also wurde er Journalist, ein sehr erfolgreicher zumal. Heute ist Matthias Onken nicht mehr Journalist. Ausgebrannt zog er mit Ende 30 die Reißleine und arbeitet nach einer Therapie als Kommunikationsberater in Hamburg. Nun legt der mittlerweile 40 Jahre alte frühere Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost" und Redaktionsleiter der wichtigen Hamburger "Bild"-Ausgabe das Protokoll seines Ausstiegs vor. Der Titel ist Programm: "Bis nichts mehr ging".

Am Anfang geht viel für Onken. In gutbürgerlichen Verhältnissen in Hamburg aufgewachsen, lässt er sein Studium sausen und wird Polizeireporter des liberalen Boulevardblatts "Morgenpost", von den Hamburgern nur liebevoll "Mopo" genannt, dann Ressortleiter, schließlich Chefredakteur. Als ein britischer Finanzinvestor das Blatt übernimmt und einen harten Sparkurs fährt, wechselt Onken entnervt als Redaktionschef zur "Bild".

Das sind die äußeren Fakten. Zeitungsliebhaber dürfen in "Bis nichts mehr ging" einen Blick hinter die Kulissen des Boulevardjournalismus werfen. Onkens Verdienst ist, dass er nicht schönfärbt, sondern ein realistisches Bild des täglichen Kampfs um die beste Schlagzeile zeichnet.

Bedeutender ist jedoch das beklemmende Protokoll einer Überforderung. Für Onken vermischen sich äußerer Druck seines Verlags, des Marktes und aus der Redaktion mit dem selbst gemachten Druck, immer der Beste sein zu wollen. Es sind die stärksten Szenen des kurzweilig, bisweilen kurzatmig geschriebenen Buchs, in denen Onken beschreibt, wie er den Kontrollverlust über sein Leben wie durch einen Nebel erlebt. Dann tritt er als Erzähler neben sich als Hauptfigur seines Buches und beobachtet staunend, wie es ihm über Jahre gelang, alle über seinen tatsächlichen Zustand zu täuschen: seine Chefs, seine Redaktion, vor allem aber sich selbst. Dabei ist er längst körperlich und seelisch am Ende: aufgeputscht mit Alkohol, außer Form, schlaflos, beziehungsunfähig.

Hier beschreibt Onken mehr als nur sich, er beleuchtet das unter dem Modebegriff "Burnout" zusammengefasste Krankheitsbild des erschöpften modernen Menschen. Der Karrieremensch und seine Suche nach dem Ausstieg aus der Überforderungsfalle, das ist Onkens tieferliegendes Thema und das Verdienst seines Buchs.

Wer auch die quälenden, nichts beschönigenden Passagen von "Bis nichts mehr ging" liest, lernt, mehr auf sich zu achten.

Quelle: gö-
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