Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen Unlimited Fußball longSSs17

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
8
3,8 von 5 Sternen
Anmerkungen zu Stalin
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:12,95 €+ 2,49 € Versandkosten


VINE-PRODUKTTESTERam 21. Juni 2012
Über den Roman "Aurora" von Robert Harris bin ich überhaupt zum vorliegenden Buch gekommen.
Zunächstmal muss ich gestehen, dass Stalin nicht zu den Figuren der Geschichte gehört, mit denen ich mich bisher näher beschäftigt habe. Warum auch immer...?!
Dementsprechend dünn sind/waren auch meine Kenntnisse über Stalin.

Zum Einstieg in die Materie ist "Anmerkungen..." durchaus brauchbar.
Der Autor hat selbst viele Jahre unter Stalins Regime leben müssen und hat dieses Essay verfasst, weil er im "aktuellen" Russland unter Putin ein Aufleben des Stalinismus und eine ja fast romantische Verklärung dieses Diktators befrüchtet.
Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt (Der Mythos, Der Aufstieg, Der Diktator, Die Ideologie, Der Terror, Der Krieg, Das Ende).

Leonhard schreibt gut und flüssig.
Es ist allerdings ratsam, dass man Begriffe wie Bolschewisten, Trotzkisten, Leninisten, Marxisumus (...) schon mal gehört hat und deren Bedeutung zumindest grob kennt.
Insgesamt ist mir das Buch aber zu oberflächlich und taugt wirklich nur für einen ersten Überblick über die Materie.

Man erfährt grob wie Stalin an die Macht kam, wie er sie ausbaute und benutzte, um sein Volk zu unterdrücken.
Dies alles wird zum Teil mit Erinnerungen des Autors belegt bzw. belebt.
Bei einem Umfang von 180 groß-geschriebenen Seiten kann man auch nicht mehr erwarten als einen groben Überblick.

Die Intention des Autors, nämlich vor einem Aufkommen eines neuen Stalinismus zu warnen, verpufft allerdings mehr oder weniger wirkungslos, weil die Skrupellosigkeit, das Leiden der Bevölkerung, der Terror auf so wenigen Seiten kaum packend (und damit warnend!) beschrieben wird.
Jedenfalls trifft der Titel voll zu - es sind wirklich nur Anmerkungen...
Wie geschrieben, zum Einstieg okay, mehr aber auch nicht.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. März 2009
Wolfgang Leonhard ist langjähriger Sowjetexperte. Seit 1935 in Russland im Exil lebend, kannte er Josef Stalin persönlich. Von 1943 an war er Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland und kehrte im Mai 1945 mit der "Gruppe Ulbricht" nach Deutschland zurück. Er arbeitete u.a. als Dozent an der SED-Parteihochschule bis er 1949 mit dem Stalinismus brach, über welchen er in seinem Klassiker: "Die Revolution entlässt ihre Kinder" eindrucksvoll berichtet hat.

Alarmiert über restalinistische Tendenzen im Rußland unter Putin und Medwedjew und der Anordnung Putins aus dem Jahre 2007, die Stalin-Zeit wieder "objektiver " darzustellen, bemüht sich Leonhard, ein realistisches Bild von Josef Stalin zu zeichnen. Ähnlich den "Anmerkungen zu Hitler" von Sebastian Haffner konzentriert er sich auf das Wesentliche zu Person und Politik Stalins. Er fragt nach den Ursachen von Stalins Aufstieg, analysiert seine Politik und Ideologie im Vergleich zu den ideologischen Maximen von Marx, Engels und Lenin. In Anlehnung an die - im Literaturverzeichnis erwähnte - Stalin-Biographie von Maximilian Rubel sieht Leonhard in Stalin nicht nur den reinen Machtpolitiker, sondern er untersucht auch die Ideologie des Stalinismus. Insbesondere habe Stalin ein Gespür für die Stimmungen der "Masse" gehabt. Sein Sieg über Trotzki verdanke er im Wesentlichen der Tatsache, dass er dem Ruhebedürfnis des Volkes durch "realistische Ziele" - etwa die "Revolution in einem Lande" gegenüber der "Permanenten Revolution" Trotzkis - scheinbar entgegenkam: "Stalins These vom "Sozialismus in einem Lande" hatte den entscheidenden Vorzug, dass sie im Gegensatz zu Trotzkis diffuser Theorie von der "permanenten Revolution" nicht nur eine verständliche Zielsetzung formulierte, sondern vor allem auch eine, die sich in naher Zukunft verwirklichen ließ" (S. 52).
Dass seine Herrschaft keine Ruhe brachte, sondern totalen Terror, zeigte sich nach 1924. Wie raffiniert Stalin bei seiner Machtübernahme vorging, zeigt Leonhard beispielsweise anhand der Analyse der Rede Stalins anlässlich der Beisetzung Lenins. "Genau in dem Moment, als die Parteispitze ein Bild der Auflösung bot, stiftete er inneren Zusammenhalt und gab den verunsicherten Genossen neuen Mut."

Die Kapitel über den Aufstieg Stalins und die "Ideologie" des Stalinismus - wobei Unterschiede zum Marxismus und zu Lenins politischen Vorstellungen deutlich analysiert werden, sind die interessantesten im vorliegenden Essay. Interessant auch, warum Stalin nicht auf Widerstand bei der leidgeprüften Bevölkerung stieß, als sein Terrorregime immer offensichtlicher wurde. So rechtfertigte er den Terror mit dem angeblich verschärften Klassenkampf in der Periode des sozialistischen Aufbaus und gaukelte der Bevölkerung 1945 vor, nach dem Krieg werde sich das Regime liberalisieren - das Gegenteil war der Fall. Nur Stalins Tod verhinderte eine neue Säuberungswelle, die im Januar 1953 offiziell eingeleitet wurde.

Ich selber habe mich in einem Aufsatz unter [...] mit dieser historischen Figur ausführlich beschäftigt. Was mich an der vorliegenden Studie fasziniert hat, war die Tatsache, dass hier persönliche Erinnerungen erklärbar machen, warum Stalin an die Macht kommen und sich dort halten konnte. Was mir fehlt, sind strukturelle Faktoren des Aufstiegs Stalins. Ohne seine Ernennung zum Generalsekretär der Partei (ursprünglich ein reines administratives Amt, welches Stalin gezielt zur mächtigsten Machtstelle des Landes ausbaute) wäre nicht verständlich geworden, warum Stalin seine Anhänger in führende Positionen bringen konnte und somit im Zentralkomitee der Partei nach Lenins Tod auf eine Mehrheit setzen konnte. Durch raffinierte Machtpolitik (zunächst verbündete er sich mit Sinowjew und Kamenew gegen Trotzki, dann mit Bucharin und Tomski gegen Kamenew und Sinowjew, sodann botete er auch die "Parteirechte" aus und wurde 1929 Alleinherrscher der Sowjetunion) gelang dem lange unterschätzen Stalin der langersehnte Aufstieg, obwohl ihn die Angst, die Macht wieder abgeben zu müssen, nie verließ und eine wichtige Erklärung für die Terrorakte nach 1934 wurden. Seinen Rivalen, den Leningrader Parteichef Kirow, ließ er 1934 ermorden, nachdem Kirow auf dem "Parteitag des Sieges" im Januar 1934 mehr Stimmen erhalten hatte als er selber. Erst als das gesamte Zentralkomitee - und damit alle potentiellen Stalin-Gegner - 1939 "ausgerottet" waren, stellte er die "Säuberungen" ein; möglicherweise auch unter dem Eindruck des nahenden Weltkrieges.

Den Weltkrieg gewann Stalin, nachdem er an Hitlers bevorstehenden Angriff nicht glauben wollte, weil er nach ersten Niederlagen seinen Generälen die sachlichen Entscheidungen überließ, die er formal absegnete.

Zu kursorisch fallen Leonhards Anmerkungen über den Spätstalinismus zwischen 1945 und 1953 aus, die er selber nur noch von Ferne - zunächst in der DDR, dann in Jugoslawien, dann in Deutschland, erlebte.

Insgesamt fehlen in dieser Analyse strukturelle Gründe für den Aufstieg und das Wirken Stalins. Obwohl der Stalinismus als eigene Ideologie dargestellt und wahrgenommen und Unterschiede zu Marxismus und Leninismus dargestellt werden, erscheint letztlich doch persönlicher Machtwillen ausschlaggebend für den Aufstieg Stalins und seine Terrorherrschaft. Strukturelle Gründe über den Stalinismus kommen zu kurz. Auch vermisse ich neuere Veröffentlichungen zum Thema Stalin und Stalinismus. Als einzige relevante Stalin-Biographie wird die von Isaac Deutscher angeführt. Wo aber bleiben die Veröffentlichungen Wolkogonogws über Lenin und Stalin oder ein Verweis auf dessen Werk: "Die sieben Führer", die eindeutig aufzeigen, dass Lenin ebenfalls verbrecherische Entscheidungen traf? Leonhard bewundert Lenin, hält bestimmte Ansätze des Leninismus sogar für demokratisch. So habe Lenin ernsthaft Mitbestimmung der Abgeordneten des Obersten Sowjets angeregt. Doch es war Lenin, der das "Fraktionsverbot" auf dem Parteitag 1921 durchsetzte und den Kronstädter Matrosenaufstand niederwalzen ließ. Doch Lenin gehört - auch heute noch - wie Marx und Engels zu den "Helden der Revolution". Hier nimmt Leonhard neuere Forschungsergebnisse nach Öffnung der russischen Archive - über Lenin - offensichtlich nicht zur Kenntnis und entsprechende Werke fehlen in seinem Literaturverzeichnis.

Wer über den neueren Forschungstand zu Stalin - und Lenin - nach Öffnung der russischen Archive genauer informiert werden möchte, der sollte Klaus Kellmanns 2005 erschienener Stalin-Biographie, zu Wolkogonows Werk: "Die sieben Führer" greifen oder zur Analyse des Stalinismus, die Stefan Plaggenborg 1998 herausgegeben hat (oder zu dessen Werk: "Experiment Moderne: Der sowjetische Weg" aus dem Jahre 2006). Michail Voslenskys Stalin-Portrait aus seinem Werk: "Die Väter der Nomenklatura" aus dem Jahre 1989 sowie Trotzkis Stalin-Biographie aus dem Jahre 1940 gehören zum Besten, was über Stalins Persönlichkeit geschrieben worden ist. Wer Stalins Psyche verstehen will, der greife zu Trotzkis Stalin-Biographie aus dem Jahre 1940. Wo kommt es in der Weltgeschichte vor, dass jemand eine Biographie über seinen zukünftigen Mörder schreibt und buchstäblich über dieser Biographie getötet wird? Die Trotzki-Biographie ist für mich bis heute das Beste, was über Stalin geschrieben worden ist.

Leonhards Buch ist insgesamt daher als Einführung in die Materie - etwa für Schüler - durchaus geeignet, für ein Verständnis des Stalinismus und der Person Stalins jedoch aus meiner Sicht zu oberflächlich, weil strukturelle Analysen des Stalinismus zu kurz kommen. Die "Anmerkungen" bestechen jedoch durch die Authentizität des persönlichen Erlebnisses und die plastische Darstellungsweise des Autors. Insgesamt daher 3 von 5 zu vergebenen Punkten.
22 Kommentare| 32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juni 2009
Ein unheimlich gutes Buch; gute Lektüre, die sich zwar auch auf dem relativen kurzen Abschnitts des älteren Leonards, der den Rest seines Lebens nur noch über diese "paar" Jahre berichtet, sicherlich auf praktische Lebenserfahrungen der Auswirkung des Stalinismus bezieht, ABER wer glaubt, er würde bei diesem Buch etwas neues über Stalin erfahren, über dessen Biographie, der ist nicht gut beraten. Leonard hat Stalin nicht persönlich gekannt. Er hat lediglich dessen Direktiven gekannt und einige Aufsätze, die der Öffentlichkeit nicht bekannt sind, gelesen. Ansonsten beruht sich sein Text auf die üblichen theoretischen Schriften, die fast überwiegend von Kommunisten oder maximal von Trotzkisten geschrieben worden sind.
Empfehlenswerter ist das Buch "Die Revolution entlässt ihre Kinder", in der Leonard über seine "echte Praxis" schreibt, die den Stalinismus sehr objektiv darstellt.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Februar 2014
Wolfgang Leonhard schreibt über Stalin. Unaufgeregt, mit vielen Fakten und Namen untermauert er seine Ausführungen. Hier wird nicht verrissen, nicht beschönigt, hier werden Tatsachen aneinandergereit und dann gewertet. Wolfgang Leonhard war selbst Teil des Systems Stalin. Er erfuhr Förderung als Jugendlicher, die Verbannung der Mutter, die eigene Deportation nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion und wurde Jungfunktionär in der DDR. Nach seiner Flucht hat er weiterhin genau beobachtet, wie sich die Sowjetunion und die DDR entwickeln. Er stellt Stalin auch gegen die Lehre von Lenin, Marx, Engels, ... und kann aufzeigen, dass Stalin ein Machtmensch war, kein guter Kommunist. Das Buch ist genau genommen ein Auszug aus "Die Revolution entlässt ihre Kinder". Es war Herrn Leonhard jedoch wichtig seine Gedanken noch einmal in einem kurzen Band zu bündeln, nachdem in Russland eine neue Stalinverehrung einsetzte. Sehr lesenswertes und wichtiges Buch.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Oktober 2015
Es zeichnet die Zeit des Kalten Krieges aus einer Insiderposition nach. Beim Lesen wurde ich dabei aber auch an meine Kindheit in einem geteilten Europa erinnert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2012
Prof Dr. Wolfgang Leonhard analysiert den Diktatur nach mehreren Kategorien. Diese Untersuchungen
sind eminent wichtig für die weitere Entwicklung Rußlands. Nach Meinung es Autors wird diese Frage
gefährlich unterschätzt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Februar 2014
Dieses flüssig geschriebene und allgemein bekannte und unbekannte Fragmente interessant einhüllende Buch ist heute als Einführung zum Thema unbrauchbar, da es eine nach heutigem Wissensstand defizitäre Auswahl wesentlichster Zusammenhänge enthält:
1. Schon in den 1980er Jahren war davon zu hören, dass die rasanten Anfangserfolge der 1941 angreifenden deutschen Wehrmacht durch die falsche – auf Angriff, nicht auf Verteidigung - Aufstellung der Sowjetarmee verursacht waren. 1989 erschien von Viktor Suworow darüber ein Buch („Der Eisbrecher“) mit akribischer Darstellung des größten Aufmarsches der Weltgeschichte zum jahrelang vorbereiteten Angriff - am 6.Juli. Darin ist auch die Motivation dieses Angriffes zur Weitertragung der Revolution nach Europa dargelegt. Im Buch „Der Tag M“ folgten ausführliche Details dazu. Zahlreiche Fachleute haben in der Folge das Thema erläutert, von dem Wolfgang Leonhard in den 20 Jahren bis zum Erscheinen seines Buches nichts mitbekommen zu haben scheint?? Wem nützt die Interpretation, Marx habe das so nicht geplant?
2. Kaum angedeutet finden sich die Schrecken des inszenierten Hungertodes von bis zu 7 Millionen Ukrainern 1932/33.
3. Zur Ermordung von Kirow, 1934, schreibt er nur die dürftige Bemerkung wie im deutschen wikipedia, die Sache sei nicht restlos aufgeklärt. Ein Blick ins englische wiki zeigt das Geschehen deutlich und lässt kaum Zweifel offen.
4. Die große Säuberung um 1937 quantifiziert der Autor mit „unzähligen“ und „hunderttausenden“ Toten. Der üblichen Nennung des ein- bis zweistelligen (bis zu 20) Millionenbetrages geht er aus dem Wege.
Auch als „persönliche Abrechnung“ ist dieses Buch eine hinkende Sache.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2011
Das Buch gibt in kurzer Form Einblick in die Rolle und Entwicklung Stalins durch einen Zeitzeugen.
Es stellt klar, dass Stalins Wirken und seine Verbrachen nichts mit den Ideen des Kommunismus von Marx und Engels zu tun hat.
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken