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Kundenrezensionen

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am 13. November 2016
Für Einsteiger sicherlich schwer verständlich, da selbst die Autoren noch vor grossen Rätseln stehen und sich in Spekulationen verlieren. Dennoch ein wertvolles Buch, das sich lohnt gelesen oder gehört zu haben.
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am 12. September 2010
Zunächst war ich über das Format des Buches überrascht; eher ein großer Schmuckband als ein kleines "Handbuch", hochwertiges Papier und schöne farbige Abbildungen.

Wer ein wissenschaftliches Buch mit vielen Formeln erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, hier handelt es sich um eine eindeutig populärwissenschaftliche "Zusammenfassung", die sich so gut wie gar nicht mit Formeln abgibt. Der Vorteil ist, dass das Buch schnell zu lesen und leicht verständlich ist, zumindest für nicht ganz Uninteressierte.

Einige hängen sich sehr an dem Thema auf, dass Hawking erstmalig klar dafür Stellung bezieht, dass das Universum ohne Schöpfer aus dem Nichts entstanden sei, und nebenbei auch noch die Philosophie für tot erklärt, da sie mit der Wissenschaft nicht mehr schrittgehalten habe.

Andererseits, wenn man wirklich sieht, welche unglaublichen Erkenntnisse die Kosmologie schon offenbart hat, sieht die Philosophie in meinen Augen wirklich ein wenig blass aus. Und was die Religion betrifft, so ist Hawking ja nicht der Erste, der im Gottesbegriff eine Erste Ursache sieht, die weit erklärungsbedürftiger wäre, als der Urknall je sein könnte. Stören können sich da vor allem diejenigen, die einen alttestamentarischen Schöpfergott annehmen, weniger diejenigen mit einem offenen, esoterischen oder z.B. buddhistischen Bild des Überweltlichen, das ja in diesem Kontext ebenfalls öfters als kreative Leere bezeichnet wird.

Kurz gesagt, der eigentliche Verdienst von Hawking u.a. ist, dass sie den Menschen immer dort aufscheuchen, wo er es sich im Mittelpunkt des Universums irgendwie zu auf eine zu egozentrische Weise gemütlich machen will. Hier geschieht das u.a. dadurch, dass die Multiversum-Theorie deutlich favorisiert wird. Wer damit klar kommt, kann sich auf die Erkenntnis freuen, dass wir nicht nur ein Staubkorn im Universum sind, sondern das Universum dazu noch ein Staubkorn im Multiversum ist.

Zudem erfährt man Einiges über die Veränderungen, die die Begriffe Kausalität und Realität durch die Quantentheorie erfahren haben, indem auch die Vergangenheit des Universums etwas mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat. Auch hier kann man tendenziell den fast esoterischen Gedanken der Durchdringung verschiedener Wirklichkeiten erkennen. Hawking bezieht aber keine für mich klare Stellung dazu, ob er die Wirklichkeiten verschiedener Quantenzustände nun als reale Universen versteht, wie z.B. David Deutsch oder ob er ihnen eine Art anderer Realität zuerkennt.

Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht, da sie meine Perspektive noch um einiges erweitert und auch ähnliche Sichtweisen bestätigt hat, mit denen ich mich bereits durch andere Bücher dieser Art angefreundet habe.
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am 5. Februar 2011
Stephen Hawking ist ein Mensch, der kontrovers diskutiert und Ansichten entwickelt wie fast kein anderer und zu Recht den Lehrstuhl für Astronomie in Cambridge innehat, genau den Lehrstuhl, der genau 300 Jahre zuvor Isaac Newton gehörte.

Leonard Mlodinow war bis dahin ein Unbekannter für mich und wird es wohl auch immer bleiben. Seine billige Masche, für ein fadenscheiniges Buch über eine Erklärung des Universums mit gerade mal 190 Seiten zu werben, muss er wohl S. Hawking kompromitiert haben. Wie sonst hätte Hawking auch nur annähernd wissen sollen, dass dieses Buch nichts anderes ist, als eine zu kurz gefasste Wiederholung aller Erkenntnisse namhafter Physiker, deren Theorien schon seit langem bekannt sind. Also nichts ist mit "Eine Neue Erklärung".

Sämtliche Kapitel in diesem Buch sind nur minimal erfassende Darstellungen von kosmischen Zusammenhängen die schon altbekannt sind. Das bedeutet, Anfänger finden keine Nahrung für Weiterführendes, Eingeweihte werden zum wiederholten Male mit Belanglosigkeiten gepeinigt und Experten werden dieses Buch mit einem kennenden Lächeln abtun.

Nie und niemals hat Stephen Hawking auch nur einen einzigen Satz in dieses Buch inverstiert. er darf nur als "Aufmacher" herhalten um die Verkaufszahlen zu steigern.

Eine Hoffnung hatte ich noch, nämlich zu erfahren, was denn nun die Neue Erklärung sei, aber ich wurde nicht fündig. Die bereits bekannte Erklärung, dass es wohl keinen verantwortlichen Gott gäbe ist auch nicht neu (siehe Stephen Hawking - Eine kurze Geschichte der Zeit von 1988) ist nirgends stichhaltig vorhanden und wird nur von Populärwissenschaftlern interpretiert.

Freunde des Kosmos und darüber hinaus sollten die Finger von diesem Buch lassen. Es gibt weit mehr zu entdecken, als ein Loch von fast 25 Euro im Geldbeutel.
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am 7. März 2012
Der Schwung von popularwissenschaftlichen Büchern ist ja im Moment in vollem Gange. Umso interessanter, dass dieses Mal ein Buch erscheint, was tatsächlich von einem renommierten Wissenschaftler kommt. Genügend Schund ist ja bereits auf dem Markt. Nun ist dieses Buch seit einigen Monaten schon in den Bestsellerlisten. Grund genug für mich, endlich mal reinzuschauen.
Ich habe beim ersten Aufschlagen vor einiger Zeit schonmal verwundert die Augen über sein Anfangsstatement "Die Philosophie ist tot" gerieben. Aha, einer der nicht lange um den heißen Brei redet und zur Sache kommt - sage ich, wenn ich es gut mit ihm meine. Ich habe jetzt die ersten drei Kapitel gelesen und schmunzle ein wenig: Was er betreibt ist selbst reinste Trivialphilosophie im Gebiet der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie (nicht weit von dem Entfernt, womit sich die Transzendentalphilosophie beschäftigt). Seine These, es bräuchte einen neuen Entwurf nach der Methode des "modellabhängigen Realismus" (S.44) scheint ja ziemlich innovativ zu sein: Ihm gelingt es zumindest für Unwissende als der intelligente Retter aus der misslichen Lage zwischen naiven Realisten und negierenden Antirealisten aufzutreten. Was er dabei nicht erwähnt: Eine solche situations- und motivbezogene Poly-Methodik arbeitete schon vor fast 200 Jahren... Hegel(!) aus. wer? oh, ja richtig: ein Philosoph des 19. Jahrhunderts. Ganze zwei Jahrhunderte bevor er (Hawking) als Lichtbringer des großen neuen Entwurfes auf die Bildfläche der Bestseller auftritt. Das ist kein Einzelfall in seiner Darstellung: Schon auf Seite 12, wo er die Krise der empirischen Urteilskraft aufstellt, nennt er die Zeitenwende "den Anbruch der modernen Physik". Tatsächlich war es Ende des 18. Jahrhunderts in dem durch Kant(!) die s.g. Kleist-Krise ausbrach: Sie behandelt das Problem des Subjektivismus - grob: wie wird aus einer subjektiven Aussage ein Urteil über eine Sache oder eine Beobachtung.

Was mir in den drei Kapitel entgegenkommt ist nicht einer der größten Köpfe des 20. und 21. Jahrhundert (welcher er wohl unbestritten ist; ich kann da nur seinem Ruf vertrauen, da ich selbst keine Ahnung von Physik habe). In diesen 50 Seiten kommt mir ein Autor entgegen, welcher entweder von den wichtigsten Philosophen der Neuzeit nicht die leiseste Ahnung hat (was mich sehr erschüttern würde), oder einer, der bewusst eine solche Antinomie von Physik und Philosophie aufstellen will, welche nicht der Wahrheit als solcher dienlich sein kann, sondern nur der Profilierung auf polemischer Ebene. Alles in allem strotzen diese ersten Seiten von einer Arroganz, wie man sie sonst vielleicht von authoritärsten Instanzen aus Rom kennt, welche von ihm selbst mehr als einmal diesen Vorwurf zu hören bekommen. Die wenigsten wirklich intelligenten Autoren haben mit lautem Getöse für Aufsehen gesorgt, sondern durch inhaltliche Präzision und scharfsinnige wie auch genaue Beobachtung gepunktet.
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am 30. September 2010
Eigentlich hatte ich mir wesentlich mehr erwartet, als ich hörte, dass Stephen Hawking ein neues Buch veröffentlicht. Mich interessierte vor allem die Behauptung, dass Gott nicht als Schöpfer in Frage kommen muss. Das Buch selbst offebart nicht sehr viel Neues. Von der Quantenmechanik bis hin zur M-Theorie hat man alles schon mal vorher gehört. Stephen Hawking ist der Meinung, dass sich unser Universum aus dem Nichts erschaffen hat, weil es ein fundamentale Naturkraft wie die der Gravitaton gibt. Er schließt daraus, dass Gott nicht den Anstoss gegeben haben muss. Trotzdem bleibt er die Antwort schuldig, wie denn die Naturkräfte enstanden sind. Für Einsteiger in die Kosmologie kann ich dieses Buch nicht empfehlen, da es doch Vorwissen voraussetzt. Denen empfehle ich "Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit" oder auch "Das Universum in der Nussschale". Für alle anderen ist es eine nette Lektüre.
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TOP 500 REZENSENTam 3. Februar 2011
Mit Begeisterung hatte ich damals "Das Universum in der Nußschale" verschlungen und durch die Audio-CDs wirklich
viel verinnerlichen und abrufbereit merken können...Das mit dem Verstehen ist ja bei dem Themengebiet so eine Sache, man kann die meisten Effekte ja nur versuchen zu verstehen, da kommt es halt drauf an wie anschaulich das gemacht wird...
Bei dem neuen Buch hier finde ich leider nicht viele neu erörterte Fragen die in irgendeinem anderen Werk oder
auch guten Fernseh-Dokus nicht schonmal beackert worden wären.
Auch die Idee der Branen und Strings am Ende wird bereits in der "Nußschale" beleuchtet.
Insofern ein gutes Buch für alle die sich neu mit der Materie vertraut machen wollen.
Aber schlussendlich würde ich immer wieder zur "Nußschale" raten...wenn möglich mit den CDs.
Man merkt, dass es wohl stimmen mag, dass all diese Ideen und Theorien im Moment stagnieren und die Weltformel,
sollte sie existieren, doch noch weit im Dunkeln liegt.
Es bleibt spannend.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Juni 2013
Richard Feynman betont in QED: Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie, dass es der Physik vor allem um das WIE und weniger um das WARUM gehe (S. 20):

"Ein weiterer Grund, warum Sie das, was ich Ihnen vortrage, nicht zu verstehen glauben könnten, mag sein, daß Sie nicht begreifen, warum die Natur so verfährt, während ich Ihnen doch beschreibe, wie sie verfährt. Das Warum versteht nämlich niemand. Ich kann nicht erklären, warum sich die Natur so und nicht anders verhält."

Demgegenüber macht sich Hawking in seinem Buch an die großen Warum-Fragen heran und betont (15):

"Um das Universum zu verstehen, müssen wir nicht nur wissen, wie sich das Universum verhält, sondern auch warum.
- Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?
- Warum existieren wir?
- Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes?"

Dabei macht er sogleich klar, dass dies naturwissenschaftliche Fragen sind und die Philosophie längst obsolet geworden ist (11):

"Traditionell sind das Fragen für die Philosophie, doch die Philosophie ist tot. Sie hat mit den neueren Entwicklungen in der Naturwissenschaft, vor allem in der Physik, nicht Schritt gehalten. Jetzt sind es die Naturwissenschaftler, die mit ihren Entdeckungen die Suche nach Erkenntnis voranbringen."

Ich glaube, ganz so weit ist es noch nicht, wie auch die Debatte um Thomas Nagels Buch Mind and Cosmos: Why the Materialist Neo-Darwinian Conception of Nature Is Almost Certainly False zeigt, denn offenbar gibt es Grundsatzfragen, die über die Physik hinausgehen, und die Hawking in seinem Buch ganz explizit ausspart, z. B. die Frage nach der Entstehung von semantischer Information bzw. von Geist, wie sie von Valentin Braitenberg synonym im Sinne Nagels bezeichnet wird.

Hawking zeigt überzeugend, dass es Naturwissenschaftlern stets nicht nur um das Wie, sondern vor allem auch um das Warum ging. Man wollte die Welt verstehen. Auch wenn viele Abschnitte ähnlichen Ausführungen in seinen Kurze-Geschichte-der-Zeit-Büchern gleichen, ich fand die Darlegungen äußerst lesenswert. Man bekommt einen hervorragenden Eindruck, welche Fragen die jeweiligen Wissenschaftler zu ihren Zeiten antrieben und warum sie andere Fragen noch gar nicht stellen konnten. Dazu vermittelt Hawking ein äußerst interessantes Bild von der Realität und dem, was gute Wissenschaft ausmacht (42ff.):

"Es gibt keinen abbild- oder theorienunabhängigen Realitätsbegriff. Stattdessen werden wir uns eine Auffassung zu eigen machen, die wir modellabhängigen Realismus nennen wollen: die Vorstellung, dass eine physikalische Theorie oder ein Weltbild ein (meist mathematisches) Modell ist und einen Satz Regeln besitzt, die die Elemente des Modells mit den Beobachtungen verbinden. Das liefert uns ein Gerüst zur Interpretation der modernen Wissenschaft.

(...) Die klassische Naturwissenschaft beruht auf der Überzeugung, dass es eine reale Außenwelt gibt, deren Eigenschaften eindeutig und von dem wahrnehmenden Beobachter unabhängig sind. (...) Nach dieser Auffassung sind unsere Theorien Versuche, diese Objekte und ihre Eigenschaften zu beschreiben und unsere Messungen und Wahrnehmungen lassen sich direkt diesen Objekten und ihren Eigenschaften zuordnen. (...) In der Philosophie wird diese Überzeugung als Realismus bezeichnet.

Zwar mag der Realismus ein verlockender Standpunkt sein, doch ist er, wie wir später sehen werden, nach allem, was wir über die moderne Physik wissen, schwer zu verteidigen. (...)

Strenge Realisten vertreten häufig die Auffassung, der Beweis dafür, dass wissenschaftliche Theorien die Wirklichkeit darstellten, liege in ihrem Erfolg. Doch verschiedene Theorien können dasselbe Phänomen mittels grundverschiedener begrifflicher Bezugssysteme beschreiben. Tatsächlich wurden viele wissenschaftliche Theorien, die sich als erfolgreich erwiesen hatten, später durch ebenso erfolgreiche, auf ganz anderen Konzepten und Grundbegriffen beruhende Theorien ersetzt."

Hawking macht deutlich, dass sich die moderne Physik zu einer Abkehr vom ursprünglichen Realismus gezwungen sah: Das, was Physiker in Experimenten über die Realität erfahren, deckt sich mit keinem klassischen Realitätsbegriff mehr. Tatsächlich nehmen wir die Realität mit Hilfe von Modellen und Theorien wahr. Dies erklärt einerseits, warum man Anhänger eines bestimmten Weltbildes nur schwer von einem anderen überzeugen kann, andererseits aber auch, warum unsere Vorfahren die Welt noch ganz anders sahen als wir das heute tun.

Nicht ganz einfach sind die Kapitel 5: "Die Theorie von Allem" und 6: "Unser Universum wählen", basieren sie doch konzeptionell ganz wesentlich auf den sogenannten Feynman-Diagrammen. Zum besseren Verständnis empfehle ich die Lektüre von QED: Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie von Richard Feynman selbst.

Immerhin weiß ich seit Hawkings Buch nun auch die verschiedenen Quantentheorien zu den Naturkräften zu unterscheiden, als da wären die QED (Quantenelektrodynamik) für den Elektronmagnetismus und neuerdings auch die schwache Kernkraft, und die QCD (Quantenchromodynamik) für die starke Kernkraft. Hawking erläutert darüber hinaus die Bestrebungen hin zu einer Quantengravitationstheorie (inkl. der sogenannten Supergravitation) und warum man sie für erforderlich ansieht.

Das war allerdings ein Punkt, der mir zu wenig im Buch erläutert wurde. Beispielsweise heißt es auf Seite 101f.: "Nach Newtons Bewegungsgesetzen folgen Objekte wie Kanonenkugeln, Croissants und Planeten geraden Bahnen, wenn nicht eine Kraft wie die Gravitation auf sie einwirkt. Doch die Gravitation ist nach Einsteins Theorie nicht eine Kraft wie andere auch, sondern resultiert daraus, dass die Masse die Raumzeit verzerrt und Krümmungen hervorruft. Gemäß Einsteins Theorie bewegen sich Objekte auf sogenannten Geodäten - das sind die geradestmöglichen Bahnen in einem gekrümmten Raum."

Mit anderen Worten: Die Gravitation ist gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie keine Naturkraft, sondern ein geometrisches Phänomen. Entsprechend würde man erwarten, dass bei der Ausübung der Gravitation keine Teilchen ausgetauscht werden.

Bereits auf S. 104 heißt es dann aber: "Die bekannten Naturkräfte lassen sich in vier Klassen unterteilen: 1. Gravitation ..." Das war mir dann leider doch ein wenig zu hoch.

Bei den Ausführungen über die M-Theorie und den Multiversen geht es wesentlich um die Frage, warum die Naturgesetze so sind und nicht anders, warum z. B. bestimmte Elementarteilchen eine ganz bestimmte Masse besitzen und keine andere, und ob man sich auch andere Universen vorstellen kann, in denen die Verhältnisse anders sind.

Dazu wird erläutert, dass geringfähige Änderungen gegenüber den uns bekannten Naturgesetzen und Verhältnissen zu Universen führen, in denen kein Leben entstehen kann. Gemäß der Multiversen-Theorie leben wir in einer besonders günstigen Variante aller denkbaren Universen, die sich ebenfalls allesamt realisieren, aber größtenteils nichts Vergleichbares zu unserem Universum hervorbringen. In diesem Zusammenhang erläutert Hawking einmal mehr die verschiedenen anthropischen Prinzipien und deren Bedeutung.

Mehrfach musste ich bei den Ausführungen schmunzeln, eröffnen sie doch viele Möglichkeiten für neue esoterische Literatur. Statt beim Universum zu bestellen, könnte man sich dann in Zukunft gleich sein eigenes Universum wünschen. Auf der anderen Seite wirkt die Multiversen-Theorie - auch so, wie sie von Hawking dargestellt wird - mehr als spekulativ. Ich könnte mir vorstellen, dass sie gegenüber der Gott-Hypothese bei Ockhams Rasiermesser irgendwann einmal den Kürzeren ziehen wird.

Dennoch halte ich "Der große Entwurf" für ein äußerst lesenswertes und interessantes Buch, das mir viele Einblicke in die Denk- und Arbeitsweise der modernen Physik beschert hat.
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am 26. September 2010
Wer das "Universum in der Nussschale", ein wirklich gelungenes Buch, gelesen hat, braucht sich dieses Werk nicht zu kaufen. Es ist quasi nur ein Stück Zusammenfassung der "Nussschale", ergänzt um ein paar sich ständige wiederholende und größten Teils unverständliche Sätze über Feynmans M-Theorie. Waren auch die Grafiken in der "Nussschale" hervorragend und die Übersetzung gut, kann man hier nur den enttäuschten Kopf schütteln. Absolut negativer Höhepunkt ist das letzte Kapitel. Man kann nicht glauben, dass Hawking dieses Buch aus freien Stücken und klarem Verstand selbst verfasst respektive autorisiert hat, denn dann müsste wirklich an letzterem gezweifelt werden.
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am 2. Dezember 2010
"Grand Design" oder auch "Der große Entwurf" (deutscher Titel) ist flott geschrieben, lässt sich in einem Rutsch runter lesen und vermittelt dem unbedarften Leser einige wissenschaftliche Theorien, in sehr leicht verdaulicher Form. Allerdings richtet sich das Buch auch wirklich nur an den, dem das Thema bislang völlig fremd war. Wer Hawkings frühere Werke gelesen oder sich in Bücher von Kaku, Greene und Co. eingelesen hat, dem wird "Der große Entwurf" leider recht klein vorkommen. Die weniger als 200 Seiten sind sicherlich sehr interessant, aber wirklich nur dann, wenn man sich mit der Materie bislang nicht auseinander gesetzt hat. Dazu kommt das in der englischen Ausgabe auch noch einige eher befremdliche, vermutlich witzig gemeinte, Vergleiche und Beispiele herangezogen werden, die man sonst höchstens aus den "XYZ für Dummies" Büchern kennt und schon dort nicht wirklich lustig sind.

Das Buch beginnt mit dem üblichen kurzen geschichtlichen Hintergrund von den Alten Griechen bis zur Neuzeit und erklärt dem Leser die allgemeine Entwicklugn der Physik, der Entdeckung der physikalischen Gesetze Newtons usw. Die Idee des großen Entwurfs wird dabei bis zum Ende nur jeweils sehr kurz angeschnitten und dann auch noch in ein paar Seiten abgetan. Das ist wirklich schade und ich hatte mit letztendlich einiges mehr versprochen. Leider wird auch sonst vieles nur ganz kurz besprochen, bei rund 180 Seiten auch nicht anders möglich. Dem interessierten Leser, der mehr erfahren möchte, empfehle ich da eher Brian Greene zum Beispiel.
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am 22. September 2010
Waren frühere Bücher und Artikel von Hawking noch halbwegs bodenständig, so ist nun überhaupts nichts mehr nachvollziebar geschweige denn beweisbar. Er selbst gibt zu, nun in Gebiete der Philosophie vorzustoßen, da die Philosophie "nicht mit der Wissenschaft schritthält". Das hätte er besser anderen überlassen, es wirkt absolut hilflos, wenn man als Leser über einigermaßen gute Physikkenntnisse und Interesse daran verfügt.
Man hat das Gefühl, er lässt aus Zeitmangel 20 Jahre an Forschung aus, ersetzt alles mit zusammenhanglosen Theorien (die oftmal nicht von ihm sind) um schon jetzt das gewünschte(!) Ergebnis zu erhalten.
Ich bezweifle ganz stark, dass dieses Ergebnis in 20 Jahren ehrlicher Arbeit tatsächlich herausgekommen wäre.
Inzwischen basieren zu viele Theorien auf anderen Theorien und Annahmen, so dass das Ganze wie ein Kartenhaus zusammenfallen kann.
Schade, aber dies ist kein seriöser Ausklang einer beachtlichen Karriere.
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