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am 23. Dezember 2011
Um was geht es?:
Würzburg zu Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Scheiterhaufen lodern, der Hexenwahn schreitet immer weiter heran.
Jeder beschuldigt jeden nur um noch jemanden mit in den Tod zu reißen.
Als schließlich auch die alte Hebamme Babette dem Feuer zum Opfer fiel, schwört Kathi denen Rache, die sie dorthin gebracht haben. Sie gibt vor, an einem Hexensabbat teilgenommen zu haben und bestimmte Bürger dort gesehen zu haben. Ein unaufhaltsames Lauffeuer bricht aus, bis dies letztendlich auch auf die Kinder übergreift.

Meine Meinung:
Das Buch hat ein für einen historischen Roman übliches Cover. Schlicht und mit der Flamme im Hintergrund auch passend!
Das Buch begleitet immer wieder verschiedene Charaktere und am Anfang folgt es auch mehreren Handlungssträngen aber alles trifft sich immer irgendwie bei unserer Protagonistin Kathi.

Die Geschichte besticht aber nicht nur durch eine starke Protagonistin, die für die Gerechtigkeit kämpft, für ihre eigenen Fehler gerade steht und ihre Freunde beschützt, auch wenn sie sich dadurch selbst in Gefahr begibt, sondern auch durch die vielen verschieden Charaktere, die alle sehr lebendig beschrieben sind. Außerdem zieht Roman Rausch einen mit seiner Art zu schreiben in den Bann, so dass ich das Gefühl hatte mitten in Würzburg zu sein, und mit Kathi durch die Straßen gehe und noch den Geruch vom letzten Hexenfeuer in der Nase habe.

Das Buch streift aber nicht nur die Hexenverbrennung an sondern geht auch auf die früheren Foltermethoden ein, so dass mir das ein oder andere Mal die 'Haare zu berge standen'. Für zart besaitete werden die beschrieben Foltermethoden kein Zuckerschlecken sein, aber ich bin froh das Roman Rausch nichts 'weich gewaschen' hat, sondern die ganze Grausamkeit, die dahinter steckte, beschrieben hat.
Die Hexenjagd und Verbrennungen sind auch der Haupthandlungsstrang der Geschichte und ich bin froh darüber, dass mal keine Liebesgeschichte vom Wesentlichen ablenkt.

Fazit:
Ein historischer Roman über die Hexenjagd und ein Mädchen, dass versucht sich an denen zu rächen, die für die Grausamkeiten verantwortlich sind.
Eine packende und 'unter die Haut gehende' Geschichte, die einen gleich mit ins Geschehen nimmt und einen erst wieder los lässt, wenn man die letzte Seite zumacht.
Für jeden zu empfehlen, der gerne mehr über die Hexenjagd erfahren möchte und/oder gerne historische Romane ließt.
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am 5. September 2012
Worum geht es:

Im eigentlich beschaulichen Würzburg geht der Teufel um. Schon Generationen von Hexenjägern versuchten in der Stadt den Untaten der Hexen und Zauberer zu Leibe zu rücken, und so brennen bei den häufigen Brandtagen die Scheiterhaufen und die Folterknechte haben alle Hände voll zu tun. Doch wegen eines Zufalls und den anschließenden Beschuldigungen durch die Stadtbewohner landet auch die alte Amme Babette in den Fängen der Folterer und wird getötet. Kathi, eines der vielen Kinder von Babette, erlebt den Tod der alten Frau hautnah mit, und schwört sich Rache an den vermeintlichen Zeugen zu nehmen. Also erfindet sie eine Geschichte, nach welcher sie die Amme und der Teufel im Beisein vieler Stadtbewohner, entführt haben soll. Immer mehr Kinder wollen dabei gewesen sein, und so gibt es keinen Grund für die Hexenjäger an der Geschichte zu zweifeln, und lassen immer mehr Bewohner in die Kerker werfen.

Meine Meinung:

Die Hexenverfolgung und die ganze Thematik rund um Folter und das Mittelalter interessiert mich sehr und daher lese ich immer wieder gerne Romane aus dieser Zeit. Allerdings ist es mir, immerhin studiere ich auch Geschichte, schon sehr wichtig, dass die Handlung zumindest zu großen Teilen realitätsnah ist. Und so wie die Geschichte hier geschildert wird, ist es sehr unwahrscheinlich dass es so hätte passieren können.

Allein dafür habe ich schon einen Stern abgezogen.

Ansonsten ist die Geschichte aber wirklich spannend und absolut lesenswert. Man ist sehr schnell in der Handlung drinnen, was zum einen an der liebevoll und detailierten Beschreibung der Umstände liegt, zum anderen aber an Kathi, die ich als sehr zugänglichen Charakter empfinde. Auch wenn sie meiner Meinung nach für eine 10jährige ziemlich untypisch handelt und reagiert.

Viel möchte ich hier jetzt gar nicht schreiben, denn vieles von meiner Meinung über das Buch würde zu viel vom Inhalt vorweg nehmen. Man sollte jedoch, wenn man das Buch liest, vielleicht nicht allzu sehr zart beseitet sein, und sich darüber im Klaren sein, dass es um Folter geht und diese dann natürlich auch beschrieben wird. Alles andere wäre auch nicht denkbar.

Was die anderen Personen, außer Kathi, angeht, bleibt der Autor aber sehr wage, und lässt die Figuren doch sehr einseitig. Es gibt dann also die Guten, die Bösen und die Durchtriebenen, eben ein reines Schwarz und Weiß. Ganz besonders deutlich wird das am Ende des Buches. Das Ende ist generell ziemlich unnötig- zu viel Inhalt auf die letzten paar Seiten zu packen, kann eben auch nach hinten losgehen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. Dezember 2011
Zum Inhalt:

Wir befinden uns im 17. Jahrhundert in Würzburg, den Jahren der Hexenverbrennungen. Hier nun wird die Geschichte der zehnjährigen Kathi und ihrer Freunde erzählt. Sie sind eigentlich noch Kinder, müssen aber neben der Schule, schon arbeiten. Leider haben sie es hier nicht leicht. Kathi, die beim Apotheker Grein in die Lehre geht, muss viel Prügel und Häme ertragen. Immer, wenn irgendetwas passiert ist, was dem Apotheker oder seinen Zwillingstöchtern gegen den Strich geht, wird sie geschlagen. Dabei muss sie dann immer das Vater unser in Latein herunter beten und bei jedem Absatz kommt ein neuer Hieb mit der Rute dazu. Am Ende kriegt sie dann nicht mal das ihr zustehende Mal, denn Grein schickt sie zur Beichte ins Neumünster. Hier ist der Vikar Ludwig zuständig und auch er meint es nicht gut mit den ihn anvertrauten Kindern. Auch hier beziehen sie häufig Schläge. Kathi versucht, es allen Recht zu machen. So sagt sie ihrer Mutter nicht, dass sie nie richtig Essen bekommt bei ihrem Lehrherrn, obwohl diese dafür bezahlt hat. Auch die Prügel des Apothekers und des Vikars verschweigt sie ihr. Eigentlich hat sie auch nicht wirklich viel Kontakt zu ihrer Mutter. Ihr Herz schlägt für ihre Amme Babette, die sie und andere Kinder liebevoll betreute. Dort gab es immer reichlich zu essen und auch das Spielen stand im Vordergrund.

Als nun aber die Amme Babette der Hexerei beschuldigt wird, ändert sich Kathis Verhalten drastisch. Sie schwört Allen Rache, die an der Verurteilung ihrer geliebten Amme Schuld tragen. So erzählt sie nun, sie wäre auf einem Hexensabbat gewesen und hätte zahlreiche ihr bekannte Bürger dort gesehen. Die Hexenjagd beginnt. Als ihr nun Glauben geschenkt wird, kommen immer mehr Kinder und behaupten, mit der Hexe Babette auf den Hexensabbat gewesen zu sein und die Beschuldigungen nehmen keine Ende.
Kathi wächst die Situation nun so langsam über den Kopf und ihre Mutter sagt ihr immer wieder, sie soll ihre Lügen zurücknehmen. Nun fängt Kathi zu Zweifeln an'.

Fazit:

Roman Rausch schreibt in seinem historischen Roman über Hexenverbrennungen. Hier nun geht es um die Kinderhexen. Er beschreibt die Kinder sehr genau, so dass man sie direkt vor Augen hat. Sie hungern, werden geschlagen und irgendwann fangen sie an, Rache zu verspüren. All dies wird sehr genau erzählt und bildlich beschrieben. Der Schreibstil ist gut und leicht zu lesen. Auch die historischen Begebenheiten sind gut recherchiert. Man ist von Anfang an in dem Buch gefangen. Allerdings ist es wirklich nichts für Zartbesaitete, denn es wird schon so manches Mal ins Detail gegangen. Kathi, die Hauptprotagonistin hat schon ein wirklich schweres Leben und man kann gut nachvollziehen was in ihr vorgeht. Auch über die anderen Kinder erfahren wir viel.

Alles in Allem ein gutes Buch, allerdings war das Ende dann doch sehr abrupt, da hätte ich mir mehr Aufklärung gewünscht. Vielleicht ist dann das doch offene Ende ein Hinweis auf eine Fortsetzung. Ich weiß es nicht. Daher ziehe ich auch einen Stern ab, weil mir das ein wenig zu schnell ging, auf einmal ist alles nur noch schön, das passte nicht wirklich zu der Vorgeschichte.

Von mir kommen hier 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Ich bedanke mich hier noch einmal bei Lovelybooks für das Gewinnspiel, beim Verlag und natürlich bei Roman Rausch, der die Leserunde toll begleitet hat. Es hat mir viel Spaß gemacht.
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am 20. Juni 2014
Rausch schafft es, seinen Leser von Anfang an zu fesseln. Das Buch hat einen permanenten Spannungsboden und man kann es kaum aus der Hand legen, da es sehr fesselnd und ohne große Umschweife geschrieben ist. Für Kindheitspädagogen auch ein interessanter historischer Abriss, der die Erziehung der Kinder zu dieser Zeit gut darstellt!
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VINE-PRODUKTTESTERam 24. Dezember 2012
Der Roman um ein kleines 10 jähriges Mädchen, die ihre zu Unrecht als Hexe getötete, geliebe Amme rächen will und damit eine Hexenfolgung auslöst ist sehr gut geschrieben.
Der Schreibstil ist gut lesbar und die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Auch ist die Titelheldin keine solche, sondern ein Kind mit allen seinen Ansichten und auch Fehlern.
Die Szenen in der Folterkammer sind zwar beschrieben, aber doch nicht so brutal, dass zartere Gemüter sich gestört fühlen könnten.
Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut und hat, durch ihren lokalen Bezug, auch dadurch ihren Reiz für mich.
Es wird nicht das letzte Buch dieses Autors sein, dass ich lese.
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am 30. März 2012
Inhalt: Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In Würzburg, wie auch allen anderen Städten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, lodern die Scheiterhaufen höher als je zuvor, denn der Hexenwahn wütet grausamer denn je.
Die junge Kathi lebt in Würzburg und muss, wie alle anderen Kinder, dem Wahn der dort tobt zusehen. Als dann jedoch ihre geliebte Amme Babette diesem Wahn zum Opfer fällt, schwört Kathi den Verantwortlichen Rache: Sie gibt an Bürger der Stadt auf einem Hexensabbat gesehen zu haben. Diese Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer und wird regelrecht zum Selbstläufer, bis auch Kathi in große Gefahr gerät.

Meinung: Etwas ganz besonderes an diesem Roman ist, dass die Protagonistin ein Kind ist, denn das ist weder für historische Romane noch für andere Erzählungen, die an Erwachsene gerichtet sind üblich.
Jedoch finde ich, dass der Roman so ausgezeichnet funktioniert, denn von der ersten Seite an, beginnt man mit Kathi mitzufiebern und man ist ebenso erstaunt und entsetzt über die Grausamkeiten, die zu dieser Zeit Normalität waren, wie es auch Kathi ist. Zudem ist sehr eindrücklich dargestellt, wie wahnwitzig der Glaube damals war und wie leicht unerwünschte Personen dem Tod zuzuführen, mit nur wenigen wohl gewählten Worten.
Des Weiteren fand ich den Effekt, den Kathi unbewusst mit ihrer Tat in Gang gesetzt hat sehr spannend, denn daran konnte man sehr bildhaft erkennen, wie schnell manches einem entgleitet und wie groß die Folgen werden können.
Auch die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, da man kein klares Muster von gut und böse hat, sondern vielmehr einfach Menschen, die vor allen Dingen auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Genau dieses Verhalten finde ich in Bezug auf die historischen Tatsachen ganz besonders gelungen, da es damals vermutlich einfach wirklich so passiert ist.
Das einzige, was ein wenig an dem Roman stört, ist das Ende, welches so wie es im Buch ist, nicht ganz zum Rest der Geschichte passen will, da es einfach sehr schnell geht und weniger detailliert ist als der Rest des Buches, welcher viel liebevoller ausgearbeitet wirkt.
Insgesamt schadet das dem Buch jedoch kaum, denn ansonsten ist die Geschichte einfach großartig und zeigt einem, wie selbst ein kleines Mädchen einen begeistern und etwas bewegen kann und wie grausam die Zeiten damals waren.
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am 5. Dezember 2011
Die Kinderhexe von Roman Rausch erzählt vom Leben und Tod, der Macht der Religion und dem Übel der Hexenverbrennungen im frühen 17. Jahrhundert, welches dann später auch Kinder betraf.

Die Geschichte von Kathi spielt im fränkischen Würzburg. Schon als 10-Jährige muss sie wie alle anderen Kinder, unter schlimmsten Voraussetzungen und Lehrherren, einen Beruf erlernen, nur um das tägliche Brot zu sichern. Als dann ihre Hebamme und treueste Gefährtin Babette als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, unternimmt Kathi etwas Waghalsiges.

Ihrem Rachezug schliessen sich noch mehrere Kinder an und zum Schluss ist keiner mehr sicher vor Lügen, Verrat, Verleumdung, Folterkammer und Hexenverbrennung.

Die bischöflichen Anweisungen zur Hexenkommission gehen vom hiesigen Oberhaupt der Kirche aus. Auf Teufel komm raus soll jedem, der in Verdacht zum Teufel steht, der Garaus gemacht werden.

Die damalige Kirche regiert durch Habgier. Manche Foltermethoden werden erläutert. Die Thematik ist manchmal etwas schauerlich, aber Roman Rausch weiß, wie man das zu erzählen hat.

Da die Kinderhexe ein historischer Roman ist kann es für den Leser etwas schwierig Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Die Geschichte um Kathi ist ausgedacht, während der geographische Hintergrund und das Leben und Leiden der Bürger von damals realitätsnah dargestellt ist. Stellenweise ist der Roman ein sehr empfehlenswertes Begleitmaterial auch zum Geschichtsunterricht der Sekundär Stufe wenn es z.B. um die Augsburger Kinderhexenverbrennungen geht.

Die Handlung ist gezeitenlos. Das heißt, es gibt kein Gefühl für die Jahreszeiten oder wie schnell oder lang sich die Geschichte hinzieht. Der Schauplatz im fränkischen Main Tal ist durchgehend von einem grauen Faden (in Anbetracht auf die Unwetter) geprägt. Auf den letzten paar Seiten erfährt der Leser zum ersten Mal von Sonnenschein.

Man sieht anhand der Geschehnisse wie menschlich, als auch wie unmenschlich das Leben schon damals war. Der Leser hofft im Namen der Kinder bis zum Schluss auf eine bessere Zukunft.

Das Thema allein hat meine Interesse geweckt und der Schreibstil von Roman Rauschs ist so überzeugend, dass der Leser sich somit, angesichts der Widerlichkeiten, auf diese Stellen vorbereiten sollte.

Die Kinderhexe ist sehr zu empfehlen ' und nicht nur den Freunden aus Franken. Würzburger kennen den Sanderanger, den Schauplatz der Hexenverbrennungen, heute als Sportplatz Sanderrasen .
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TOP 500 REZENSENTam 16. Dezember 2015
Wer denkt jemals über Kinder im Mittelalter nach? Ritter, Gaukler, Huren, Pilger, Päpste, Baumeister, es gibt kaum eine Bevölkerungsschicht, über die man nicht schon mal ein Buch gelesen hat, aber Kinder? Was passiert mit ihnen, wenn die Pest Eltern und Familie dahingerafft hat, wenn der Hexenwahn um sich greift und Mutter, Vater, Großeltern und vorsichtshalber gleich auch noch die Nachbarn verbrannt werden?

Roman Rausch hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine fesselnde und bestürzende Geschichte daraus ersonnen.
Die Zustände in Würzburg sind 1629 grauenhaft. Hinter jedem Busch wittert man Hexen, gerne wird auch mal ein unliebsamer Konkurrent denunziert. Kaum ertönt das Wort „Hexe“ schlagen die Büttel zu. Die Verurteilung erfolgt dann zügig und unausweichlich, kann man doch das Vermögen des Verurteilten beschlagnahmen, sehr praktisch.
Inzwischen leben scharenweise elternlose Kinder im Untergrund, die sich zu Banden zusammenschließen und dankbar auf den Zug aufspringen, als die ersten Kinder erfolgreich ihre erwachsenen Widersacher denunzieren. Eigentlich zählt eine Kindermeinung nicht, aber wenn sich mehrere zu Wort melden…

So weit hat mir das Buch sehr gefallen. Die Situation der Kinder, die Wechselwirkung zwischen Habgier und Hexenwahn werden spannend und nachvollziehbar dargestellt. Nur Kathi, die 10jährige Hauptprotagonistin, wird im Verlauf des Buches immer unglaubwürdiger, geradezu überheroisch, und das hat mir ein wenig den Spaß daran verdorben. Wenn dann noch der Rabe Kolk eigene Kapitel bekommt, weil Raben so schön gruselig den Teufel beherbergen, dann rutscht die Atmosphäre ins Schauermärchenhafte und man fragt sich: Was lese ich hier eigentlich? Ronja Räubertochter?

Ich habe länger überlegt, wie ich das bewerte. Das Buch liest sich leicht, ist schön geschrieben und auch spannend, das Thema ist großartig. Als Jugendbuch hätte es fünf Sterne verdient.
Aber so war es mir dann doch etwas zu märchenhaft.
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TOP 500 REZENSENTam 14. April 2012
Würzburg im Jahre 1629 ' im Lande tobt der Krieg. Für Unwetter, Missernten und Not suchen die Menschen Schuldige. Die Hexenjäger in Würzburg haben ein leichtes Spiel. Für die Kinder ist die Zeit hart. In der Schule setzt es für jedes kleine Vergehen Prügel. Auch in der Lehre ist es nicht besser. Kathi, deren Mutter den Apotheker Gleim für die Ausbildung ihrer Tochter bezahlt, bekommt dort kaum etwas zu essen, dafür Prügel. Für die hat sie sich noch zu bedanken, weil sie ja ihrer Erziehung dienen. Als man ihre Amme Babette, die Hebamme, die sich der Kinder annimmt und ihnen ab und zu etwas zu essen gibt, als Hexe anklagt und tötet, fasst Kathi einen raffinierten Plan. Sie behauptet, Babettes Ankläger und weitere Personen beim Hexensabbat gesehen zu haben. Da Grit, ein junges Mädchen, das gleiche behauptet, glaubt man ihnen.
Der Autor hat eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte in den Mittelpunkt des Romans gestellt. Es ist ihm sehr gut gelungen, Angst und Aberglaube deutlich zu machen. Allerdings hätte ich mir einige Stellen weniger grausam gewünscht. Nicht jede Folter muss detailliert beschrieben werden, um ihre Wirkung zu demonstrieren.
Im Mittelpunkt steht Kathi. Der Stein, den sie ins Rollen gebracht hat, lässt sich nicht mehr aufhalten. Die Kinder begreifen, dass sie mit ihren Aussagen eine Macht gegen die Erwachsenenwelt darstellen. Doch dann ist für Kathi die Grenze erreicht. Sie will nicht weiter schuldig werden. Aber als sie die Wahrheit sagt, steht sie plötzlich selbst vor Gericht.
Die Handlung ist spannend und logisch nachvollziehbar. Die Scheinheiligkeit der Erwachsenen ist sehr gut herausgearbeitet. Es geht nicht um den Glauben, sondern um Geld und Macht. Auch Rache spielt eine Rolle.
Die Not der Kinder in der damaligen Zeit ist erschreckend. Wer keine Eltern mehr hatte, war gezwungen, einen harten Überlebenskampf im Untergrund zu führen. Der Tod hatte seinen Schrecken verloren. Was danach kam, konnte nur besser sein.
Die Geschichte wird spannend erzählt. Ich habe als Leser mit Kathi gefiebert und gebangt. Man weiß, dass das, was sie tut, nicht gut gehen kann und doch hofft man für sie.
Das Ende fand ich gelungen. Noch einmal konnten die Kinder zeigen, wozu sie gemeinsam fähig sind. Sie haben die Erwachsenen zum Nachdenken gebracht.
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TOP 500 REZENSENTam 9. Dezember 2011
Im Jahr 1629 findet unter Julius Echter, dem Neffen von Philipp Ehrenberg, in Würzburg eine fanatische Jagd auf Hexen statt. Es gibt regelmäßige Brandtage, an denen die Verurteilten auf dem Scheiterhaufen sterben. Auch die alte Hebamme Babette wird verhaftet und angeklagt. Als sie stirbt, schwört ihr liebstes Pflegekind Kathi, Rache an den Verantwortlichen zu nehmen. Sie schmiedet einen finsteren Plan. Indem sie behauptet, auf dem Schalksberg beim Hexensabbat mehrere Würzburger Bürger gesehen zu haben, bringt sie diejenigen vor das Hexengericht, welche Babette verleumdet hatten. Plötzlich tauchen weitere Kinder auf, die angeblich am Hexensabbat teilgenommen haben, und ehe Kathi es verhindern kann, gerät die Situation außer Kontrolle. Die Zahl der Anklagen wegen Hexerei nimmt kein Ende, und viele unbescholtene Bürger müssen in diesen Zeiten im Feuer ihr Leben lassen, auch viele Kinder sind darunter.

Einen wahrhaft finsteren Abschnitt der Würzburger Geschichte hat sich Roman Rausch für seinen historischen Roman als Schauplatz ausgesucht. Nicht nur das Wetter ist fast durchgehend düster, auch in den Köpfen der Menschen gibt es zur Zeit des 30-jährigen Krieges viel Dunkelheit. Der Zeitgeist ist von Aberglauben geprägt, aber auch Habgier ist ein starkes Motiv für die zahlreichen Hexenprozesse, und es ist eben immer einfacher, ein persönliches Problem zu lösen, indem man es einem arglosen Mitmenschen in die Schuhe schiebt und diesen damit als Hexe oder vom Teufel besessen hinstellt. Da ich, zur Begleitung historischer Romane, immer gerne in anderen Quellen stöbere, weil mich interessiert, wie es damals wirklich war, habe ich hier zu meinem Entsetzen festgestellt, dass die Handlung mit den betroffenen Kindern erschreckend realitätsnah beschrieben ist. Bei den Brandtagen zur damaligen Zeit sind wirklich auch sehr viele Kinder dem Feuer zum Opfer gefallen.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr packend und äußerst detailliert. So sind auch die Szenen über Verhöre und Bestrafungen sehr drastisch dargestellt und nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.
Originell fand ich die Kapitel, die aus der Sicht des Raben Kolk geschildert sind. Das verändert den Blickwinkel auf die Geschichte und schafft ein wenig Abstand zu den dramatischen Ereignissen in der Stadt. Auch die wahren Beweggründe, die sich oft hinter einem Hexenurteil verbargen, werden anschaulich beschrieben, denn die Angeklagten hinterließen häufig ein stattliches Vermögen und durften quasi ihre eigene Hinrichtung bezahlen. Was noch übrig war, verschwand sicher nicht selten in irgendwelchen dunklen Kanälen. Zudem durfte natürlich auch die Glaubwürdigkeit der Hexenkommissare nicht in Frage gestellt werden, und so wurde auch schon mal eine Aussage manipuliert, bis alles für die Öffentlichkeit seine Richtigkeit hatte.
Auch das Cover finde ich sehr gelungen und aussagekräftig, und besonders gut gefällt mir der alte Stich von Würzburg, ganz vorne im Buch. Ich kann 'Die Kinderhexe' allen Liebhabern historischer Romane nur wärmstens empfehlen.
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