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Kundenrezensionen

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am 20. Februar 2011
Palmas Werk lässt sich m.E. am besten wie folgt beschreiben: Durchaus ideenreiche, manchmal zum Nachdenken anregende, manchmal auch zum Schmunzeln anregende, Science-Fiction- Satire, die sich niemals selbst ernst nimmt, im zweiten Teil des auf 3 ineinander verwobene Abschnitte des Gesamtwerkes ihren Höhepunkt erreicht und zum Ende hin, nachdem der Autor in seinen eigens geschaffenen Wirrungen den Überblick verliert, deutlich nachlässt und die letztlich irgendwie nichtssagend ist.

Ob es sich bei diesem Buch um eine "großartige Hommage" an den Zweitvater der utopischen Literatur H.G. Wells (der Vater dieses Genres ist ohne Zweifel Jules Verne) handelt oder ob sich dieser "im Grabe umdrehen" würde, angesichts dieses vermeintlichen Unsinns - wie ein anderer Rezenzent meint - möge der Leser entscheiden.

Vielleicht wäre Wells aber auch nur wie ich der Meinung gewesen, dass das ganze Werk nicht Fisch noch Fleisch ist und auch nur dem Durchschnitt entspricht, den der Autor im Verlaufe seiner Geschichte zitiert...

Wie man bei der Rezension dieses Werkes zu dem Ergebnis kommen kann, dass Palma hier Großes geschaffen hat, gar ein Meisterwerk, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Sicherlich ist Palma sprachlich äußerst gewandt. Aber für ein Meisterwerk der Science-Fiction-Literatur bedürfte es sicher mehr als den Versuch, halblogische Handlungsstränge zu fabrizieren, keinerlei weiterführende Zukunftsideen zu entwickeln und den Rest bei "Zurück in die Zukunft" und "Terminator" zu klauen.

Ich habe jedenfalls mehr erwartet.
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am 18. September 2010
Nach der Lektüre des Klappentextes konnte ich es kaum erwarten, Félix J. Palmas Roman "Die Landkarte der Zeit", im spanischen Original unter dem Titel El mapa del tiempo" erschienen, auszupacken und mich gemütlich damit zum Lesen zurückzuziehen; erschien mir doch die Kombination einer Kriminalhandlung im viktorianischen London verknüpft mit dem phantastischen, abenteuerlichen Element der Zeitreisen nahezu unwiderstehlich. Um es vorweg zu nehmen: meine hohen Erwartungen wurden nicht nur reich belohnt sondern sogar weit übertroffen. Félix J. Palma versteht es seine Leser in einem wunderbar phantasiereichen Verwirrspiel immer wieder zu überraschen, staunen zu lassen, köstlich zu amüsieren und sie auf eine abenteuerliche, teilweise atemberaubende Reise mitzunehmen. Den Roman "Die Landkarte der Zeit" zu lesen, kommt dabei fast der Vielfalt der Eindrücke nostalgischer Jahrmarktbesuche gleich; der Roman wirkt, als führe uns der Autor durch Irrgärten, über die Achterbahn, in die dämonische Geisterbahn und liesse uns durch Kaleidoskope schauen.

Bereits die ersten Sätze des Romans "Die Landkarte der Zeit" haben mich für den Autor Félix J. Palma eingenommen, zeigen sie doch, dass er es versteht, die Möglichkeiten, die Sprache bietet, auszuschöpfen. Sein Erzählstil erinnert an eine Mischung aus Charles Dickens und Carlos Ruiz Zafón, mit denen er die wundervolle Schilderung auch düsterer Atmosphären gemeinsam hat. Sein allwissender Erzähler blendet sich mal mehr, mal weniger in die erzählte Handlung ein und würzt die Geschichte mit einer ordentlichen Portion eines herrlich ironischen Untertons. Insbesondere in handlungsarmen Passagen greift der allwissende Erzähler ein und verkürzt diese mit zunächst wenig relevant erscheinenden amüsanten Einschüben zur Vergangenheit handelnder Personen in Dickensscher Ausführlichkeit. Auch wenn der Leser auf den ersten hundert Seiten scheinbar nichts Neues erfährt, da sie ja lediglich die Geschichte von Jack the Ripper aus anderer Sicht neu erzählen, ist auch dieser Teil so gut erzählt, dass er nicht nur auf das Folgende vorbereitet sondern auch gut unterhält. Ein Schwachpunkt des Romans ist zweifellos, dass der Leser sehr lange im Dunkeln tappt, wozu er das, was er erzählt bekommt, überhaupt erfährt und wo ihn dies überhaupt hinführen könnte, weshalb sich auch einige Längen einstellen. Dieser Schwachpunkt wird aber mehr als wett gemacht, wenn man sich auf das Geheimnisvolle und Rätselhafte einlässt, bis im dritten Teil das furiose Finale erreicht wird. Vieles was in den ersten beiden Teilen als nebensächlich oder gar überflüssig erscheint, erschließt sich erst im dritten Teil und führt dort zu unglaublichem Lesevergnügen.

"Die Landkarte der Zeit" ist eine phantastische, humorvolle Hommage an H. G. Wells und den Beginn des literarischen Genres der Zukunftsromane, später irgendwann Science Fiction genannt, und an die Kraft der Liebe. Félix J. Palma überzeugt in seinem Roman mit intelligenter Konzeption, sprachlicher Versiertheit und phantasievoller Verwendung von Elementen aus Abenteuerroman und Steamfantasy, und lässt dabei Raum für tiefgründige Gedanken. Schon lange hat mir kein Roman ein derartiges Lesevergnügen beschert, schon lange wurde ich nicht mehr so sehr vom Zauber einer Geschichte und deren Welt eingehüllt, dass ich mich in ihrem Labyrinth hätte verlieren können. Um den spitzohrigen Helden einer Science Fiction - Reihe des 20. Jahrhunderts zu zitieren: "Faszinierend".
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am 21. Juli 2011
"Ja, Literatur war mehr; viel mehr. Wahre Literatur musste den Leser rühren, schmerzen, seine Wahrnehmung der Dinge verändern, ihn mit hartem Wurf in den Abgrund der Hellsichtigkeit stürzen." (S. 698) Dieses Zitat spricht bestimmt jedem Leser aus dem Herzen!
Leider kann Palma die Messlatte, die er mit diesem Zitat in seinem Buch selbst angelegt hat, nicht erreichen.
Zunächst fängt die Geschichte ja wirklich interessant an, man liest gespannt und gleichzeitig erfreut, ob der wunderbaren Sprache, die sich vor einem entfaltet, aber dann...
Plötzlich kommt eine Wendung in der Geschichte, ich fühle mich an der Nase herumgeführt und will schon widerwillig das Buch zur Seite legen, dann wieder eine Wendung - okay, also dranbleiben, denke ich und so zieht sich dieses Hin- und Her durch den ganzen Roman.
Ich war wirklich zwischendurch empört über die (sicherlich kunstvoll) erdachte Geschichte, aber was nützt einem die Kunst, wenn sie das Herz nicht berührt?
Man könnte einwenden, eine Zeitreisegeschichte müsse eben auch in den Zeiten springen, aber das ist gar nicht das Problem, sondern die teilweise haarsträubenden Ideen, die darin Raum finden und nicht im mindesten Identifikationsmöglichkeiten bieten, dabei sind durchaus gut angelegte Personenkonstellationen vorhanden, die sich dafür angeboten hätten, aber diese werden leider allzu schnell wieder unterbrochen oder verlaufen völlig unbefriedigend.
Was mich besonders traurig macht, ist, dass der Autor sprachlich sooooooooo schön schreibt, ich mich als Leser fast in einer anderen Welt fühle und ich den Roman so gerne nur loben würde, ich es aber zu meinem großen Bedauern aufgrund der oben aufgeführten Gründen nicht rundheraus kann, das finde ich schade.
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Felix J.Palma schuf mit Die Landkarte der Zeit, einen Episodenroman der in drei Teilen erzählt wird, wobei alle Geschichten miteinander verknüpft werden und für den weiteren Verlauf des Romans, jede für sich, sehr wichtig ist, um das ganze Ausmaß dieser fantastischen Erzählung als Leser zumindest im Kern begreifen zu können.

Eine Romanfigur steht besonders im Mittelpunkt des Geschehens. Es handelt sich hierbei um eine historische Persönlichkeit- um den Autor H.G.Wells, bekannt und berühmt seit seinem Bestseller Die Zeitmaschine.
Und Wells wird auch gleich in der ersten Story um einen jungen adligen Mann, der sich unsterblich in eine Prostituierte verliebt; die wenig später durch die Hand Jack the Rippers, getötet wird, um Hilfe gebeten, denn Andrew ist acht Jahre nach dem Tod von Marie Kelly immer noch schwermütig und will seinem Leben ein Ende setzen.

Doch sein gewitzter Cousin Charles hat einen Plan- er selbst war bereits ein staunender Besucher von Murrays Zeitreisen, eine Firma, die es ermöglicht, in die Zukunft reisen zu können. Er überredet Andrew dazu, diese Institution aufzusuchen.
Murray kann zwar nicht helfen, er bietet nur Reisen in die Zukunft an, doch er gibt Andrew und Charles den Tipp, Wells aufzusuchen, der, so sagen es Gerüchte, selbst im Besitz einer Zeitmaschine sein soll.
Wird es Andrew möglich sein, dank der Zeitmaschine, seine Marie rechtzeitig retten zu können, bevor Jack the Ripper in Erscheinung tritt?

Leider kann ich mich an dieser Stelle nicht mehr über den Inhalt der anderen beiden Geschichten auslassen, da sonst zuviel im Vorfeld verraten werden könnte.
Nur soviel, dem Autor ist es gelungen, einen inhaltlich sehr komplexen Roman zu schaffen, der dem Leser einiges abverlangt. Man muss wirklich äußerst aufmerksam den Verlauf der Geschichten verfolgen, um am Ende das Gesamtwerk komplett durchschauen zu können.
Man spürt, wie ernsthaft sich der Autor mit dem Thema Zeitreisen und Parallelwelten im Vorfeld auseinandergesetzt haben muss, denn die Handlung ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut und regt auch noch lange nach dem Lesen dieses Romans zum Nachdenken an.

Der Schreibstil von Palma ist flüssig, streckenweise fast poetisch, literarisch auf hohem Niveau und rundet diesen spannenden und abenteuerlichen Roman perfekt ab.
Leider hat dieses Werk, das auch ein wenig an Jules Vernes Werke erinnert, einen kleinen Schönheitsfehler. Die Romanfiguren werden zwar sehr detailliert beschrieben, dennoch bleiben sie, bis auf Wells selbst, durchweg ein wenig blass. So liest man zwar von Andrews verzehrender Liebe zu Marie, doch meiner Meinung nach gelingt es dem Autor nicht, die Gefühle seiner Romanfigur so darzustellen, dass man mit Andrew mitleiden kann. Er, wie auch andere Akteure in diesem Werk bleiben einfach zu plastisch dargestellt. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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am 28. April 2011
Ich habe mir das Buch zu Weihnachten gewünscht und voller Vorfreude angefangen zu lesen. Doch ziemlich schnell wurde ich sehr enttäuscht, da ich der Meinung bin, dass der Autor kein Geschick darin beweist sprachlich Spannung zu erzeugen, geschweigedenn eine sinnvolle Geschichte hervorzubringen. Ich habe mich gezwungen das Buch fertig zu lesen, immer in der Hoffnung es könnte noch besser werden.
Alles in allem fand ich den Roman wirklich langweilig, da er kaum Höhen und Tiefen aufweist und gerade die Geschichte zwischen Claire und Tom vollkommen abstrus und absurd scheint.
Ich habe hier jetzt öfter gelesen, dass Palma in einem Zug mit Zafon genannt werden kann und in der gleichen Art schreibt, was mich fast wütend gemacht hat. Zafon schreibt so bezaubernd und magisch,dass man ein Buch auf einmal lesen mag. Palma kommt an dessen Charme und Erzählkunst nicht annähernd heran, daher sehe ich diese Behauptung fast als Beleidigung an. Ein wahrer Zafon Fan wird an diesem Buch keinerlei Gefallen finden bzw. überhaupt keine Gemeinsamkeiten Im Schreibstil erkennen können.
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am 19. September 2010
Als ich dieses Buch in den Händen hielt wußte ich das ich es umbedingt lesen müßte und wurde nicht enttäuscht.

"Die Landkarte der Zeit" ist ein Roman der uns in das London des Jahres 1896 entführt und beginnt mit einem jungen Mann, der sich aus Kummer über eine verlorene Liebe das Leben nehmen möchte. In letzter Sekunde wird er von seinem Cousin zurückgehalten, der ihm die Möglichkeit verspricht, die Zeit zu verändern und alles was damals vor 8 Jahren geschah rückgängig zu machen. So beginnt diese Geschichte und der Autor nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch die Zeit, in der wir Bekanntschaft machen mit dem geschätzten H.G. Wells und anderen zeitgenössischen Personen.

Dieses Buch ist ein einziger Lesegenuß da der Autor mit einer wunderbaren, eleganten Sprache besticht und auch vereinzelte Lesestränge die auf den ersten Blick nicht umbedingt mit der Haupthandlung etwas zu tun haben, gekonnt und kurzweilig einzufügen versteht. Auch streut der Autor immer wieder seine eigenen Kommentare in die Handlung ein und tut er das einmal einige Seiten nicht, so vermißt man seine klugen Anmerkungen sogleich.

Es ist ein ungewöhnlicher und herausragender Roman der uns hier geschenkt wurde, was oftmals selten ist am Bücherhimmel und für diesen Leseherbst eine der wunderbarsten Neuerscheinungen!
Auch wenn der Roman viele Seiten umfaßt, so ist keine einzige zuviel und man taucht ein in eine eigenwillige Geschichte, die die Zeit wie im Flug vergehen läßt und man nach der letzten Seite bedauert das sie schon zuende ist.
Ich wünsche allen Lesern die gleiche Freude und Bereicherung beim Lesen, wie ich sie hatte.
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am 16. Januar 2012
Die Landkarte der Zeit ist der schlechteste Roman, den ich seit geraumer Zeit gelesen habe. Sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Aus Prinzip - um mir eine angemessene Einschätzung erlauben zu können - habe ich ihn dennoch durchgelesen.

Die Geschichte ist von Beginn an vorhersehbar, langweilig und belanglos. Allenfalls auf den ersten 80 der letzten 100 Seiten gibt es kleine Lichtblicke. Überraschungen oder Spannung sucht man insgesamt vergebens. Das Buch ist also nichts für Freunde spannender Unterhaltung. Leser, die komplexe Fragestellungen, intellektuelle Herausforderung oder große Romantik suchen, sind ebenfalls fehl am Platz. Und auch der Aspekt der Zeitreise ist mehr als enttäuschend. Obwohl Zeitreisen auf den ersten Blick ein zentrales Thema des Romans sind, finden darin lediglich oberflächliche Gedankenspiele statt, die weder neu noch konsequent durchdacht oder logisch schlüssig sind. All dies haben zahllose andere Romane und Filme schon wesentlich besser behandelt. Das Thema Zeitreise dient einzig und allein dem Zweck, der schwachen Handlung einen Rahmen zu bieten. Der Autor möchte uns eine packende Abenteuergeschichte, eine mitreißende Liebesgeschichte und eine komplexe Zeitreisegeschichte liefern - und scheitert grandios an allen Fronten.

Das Schlimmste an diesem Buch ist allerdings seine Gestaltung. Während der Inhalt schlicht langweilig und belanglos ist, ist der Stil grauenhaft. Neben der aufgebauschten Sprache mit einer endlosen Zahl überladener, klischeebesetzter Adjektive, die dem Leser jede protagonistische Emotion plump ins Gesicht pressen, liegt dies vor allem an der peinlichen Art und Weise, wie Palma hier einen seiner Selbst bewussten Roman schaffen möchte. Immer wieder spricht er den Leser direkt an und betont seine Rolle als allwissender Erzähler, mit dessen großartigem Werk wir uns in diesem Moment auseinandersetzen. Textabschnitte wie "Du hast allein durch die Kraft deiner Phantasie das Leben eines Mannes gerettet. Ein Satz, der ihn vor Jane in neuem Glanz erstrahlen ließ und den Sie, wie ich hoffe, auch nicht vergessen haben werden, dient er doch als Brücke zwischen dieser Szene und Wells' erstem Auftritt in unserer Geschichte, der auch nicht der letzte sein soll." sorgten bei mir regelmäßig für starke Gefühle des Fremdschämens. Überdies veranschaulicht dieses Beispiel einen weiteren Schwachpunkt: Denn obwohl sich die Handlung nicht durch Komplexizität und Anspruch auszeichnet, ist die Erzählweise absolut idiotensicher. Laufend werden Erklärungen der simpelsten Zusammenhänge und Erinnerungen an zurückliegende Geschehnisse untergebracht. Und als wäre dies nicht genug, erhalten wir am Ende auch noch einen Bonus: Der Autor traut seinen Lesern scheinbar keinerlei geistige Fähigkeiten zu und ist gleichzeitig so darauf bedacht, uns die Genialität seines Werkes zu vermitteln, dass er abschließend eine komplette Zusammenfassung, Erklärung und Einordnung des Buches mitliefert.

Insgesamt habe ich mich also gelangweilt, war peinlich berührt, kam mir intellektuell regelrecht beleidigt vor und fühlte mich betrogen - um das angekündigte Lesevergnügen und um meine Zeit. Von der Lektüre dieses Romans muss ich daher dringend abraten.
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am 12. Februar 2011
... die nicht immer eine ist.

Aus unterschiedlichen Gründen unternehmen Bürger des 19.Jahrhunderts eine Zeitreise, die ihrem Leben eine neue Richtung weisen wird.
Das Buch überzeugt in erster Linie durch gute Vergleiche, schöne Metaphern und eine Art zu schreiben, die wirklich spitze ist. Das London des 19.Jahrhunderts ist sehr gut dargestellt, weil seine weniger erfreuliche Seite gezeigt wird. Überraschungsmomente halten bei Laune. F. J. P. zeigt, dass nicht alles ist, wie es scheint. Die Helden kommen sympathisch rüber und machen neugierig auf ihre Geschichte; auf die des wohlhabenden Andrew, der seine Geliebte Marie retten will, auf die der jungen Claire, die sich in ihrer Zeit unwohl fühlt, auf die des Inspektor Garrett, der den Mörder aus der Zukunft fassen will. Sehr gut hat mir auch die Auseinandersetzung mit dem Gedanken der Zeitreise, mit deren Folgen und die Theorie bezüglich des Paralleluniverums gefallen.
Doch mich störte, dass F. J. P. sich manchmal zu viel Zeit lässt, um seine Helden vorzustellen, oder zwischen Handlungen Ereignisse schiebt, die zwar ihren Reiz haben, die aber dem Roman zu viel Spannung rauben. Indem er mehr beschreibt und erzählt, denn Handlungen der Helden für sich sprechen lässt, kam bei mir immer wieder Langeweile auf. Deswegen hatte ich eher selten das Gefühl, "dabei" zu sein. Befremdlich ist für mich die Idee, Personen, die einst existiert haben, in einen fiktiven Rahmen zu setzen. H.G. Wells als potentiellen Zeitreisenden darzustellen, finde ich seltsam. Von Félix J. Palmas Art zu schreiben berauscht, fing ich mit großer Erwartung an, "Die Landkarte der Zeit" zu lesen, und wurde etwas enttäuscht. Der Roman wusste ab und zu zu überraschen, doch im Großen und Ganzen zählt er zum guten Durchschnitt.
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am 8. März 2011
In jedem Buchladen stand es und hat mich angelächelt: Die Landkarte der Zeit. Irgendwann konnte ich nicht mehr widerstehen und habe es gekauft. Von überall war nur Lob zu hören und der Klappentext versprach eine aufregende und fesselnde Handlung. Worum geht es eigentlich? Es beginnt alles mit Andrew Harrington, der vor 8 Jahren seine Geliebte durch Jack the Ripper verloren hat und nun Selbstmord begehen möchte. Sein Cousin kann ihn durch geschickte Lenkung davor bewahren und durch diese Personen lernt der Leser neue Protagonisten kennen. So stoßen wir auf H. G. Wells, dem Autor des damals modernsten Romans: 'Die Zeitmaschine'. Wells taucht nun immer wieder in der Geschichte auf und wird zur eigentlichen Hauptperson der Zeitreisen, die keine sind oder doch?

Ich halte es wie Palma und beende diesen Einblick in die Handlung mit einer Frage, denn das ist genau das, was er immer wieder tut. Seitenweise theoretische Fragen aufwerfen und den Leser damit allein lassen. Nach 100 Seiten war mir der allwissende Erzähler, der sein Wissen doch für sich behält, ein Dorn im Auge. Aber ich sagte mir, die Handlung wird schon noch an Fahrt aufnehmen. Kapitel voller Beschreibungen, geschrieben in ellenlangen Sätzen ohne Inhalt. Die hochtrabende Sprache sollte wohl den Eindruck von Bildung hinterlassen, aber offensichtlich kennt Palma nur die Stilfigur der Metapher. So kam es mir vor als wäre ich in dieser bebilderten Sprache gefangen und suchte nach einer Handlung.

Insbesondere nach Zeitreisen suchte man in den ersten zwei Teilen mehr als vergeblich, denn immer wieder machte der Autor irgendwann deutlich, dass es keine Zeitreisen geben könne. Bis er dann im dritten Teil selbst mich überrascht hat (was das einzig positive an diesem Roman war) und eine ganz andere Richtung einschlägt. Anstatt sich aber Zeit (!!!) zu nehmen und diese Richtung in Ruhe zu verfolgen, ging es nun Schlag auf Schlag und da fühlte man sich dann doch in einem Zeitstrudel. Als dann wieder die theoretischen Kapitel voller rhetorischer Fragen kamen, war das Buch endlich zu Ende ohne dass ich mich als ein glücklicher Leser sehen konnte. Insgesamt für mich ein Buch ohne Inhalt, das es nicht wert ist, noch einmal gelesen zu werden.
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am 11. Mai 2015
„Ja, Literatur war etwas mehr, viel mehr. Wahre Literatur musste den Leser rühren, schmerzen, seine Wahrnehmung der Dinge verändern, ihn mit hartem Wurf in den Abgrund der Hellsichtigkeit stürzen.“1
Als ich dieses Zitat zum Ende des Buches hin las, wusste ich, dass der Autor genau das bei mir geschafft hatte. Ich war gerührt von der Geschichte über eine Liebe, die scheinbar durch alle Zeiten hindurch überdauern kann. Gleichzeitig war mir beim Lesen klar, dass die Protagonisten im viktorianischen London des Jahres 1896 kein einfaches Leben führten und trotzdem versuchten sie, ihre Träume mithilfe einer vielleicht gefährlichen Reise durch die Zeit zu ermöglichen. Einer Reise in die Vergangenheit, um eine Geliebte vor einem barbarischen Mörder zu retten oder in die Zukunft, um endlich in der Zeit leben zu können, zu der man wirklich hätte geboren werden sollen.
Genau in den Momenten, wo man sich als Leser ein einigermaßen festes Bild von den Charakteren gemacht hat, schafft es Félix J. Palma, einem dieses Bild durch unabsehbare Begebenheiten zu nehmen und die Charaktere in einem neuen Licht darzustellen. Diese Art von Geschichtsgestaltung macht das Buch an genau den richtigen Stellen immer wieder spannend.
Am Ende der Geschichte wurde mir dann bewusst, dass die Realität noch jeden Träumer einholen kann und der Roman nimmt ein Ende, welches ich nicht erwartet hätte.
Dieses Buch zählt definitiv zu einem meiner Lieblinge, da es mich auch nach dem zweiten Lesen immer noch fesselt.

1 Zitat aus “Die Landkarte der Zeit” von Félix J. Palma, S. 698.
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