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am 25. August 2015
Angetan vom Cover, Titel und vielversprechenden Klappentext kaufte ich mir das Buch, ohne groß zu zögern, bei der letzten Shoppingtour im Buchladen. Das Vorwort verspricht, es ist "ein Bericht für die Minderheit. Es soll jenen gehören, die Reisen (und Leben) als einen Zustand begreifen, der einmalig ist." Es soll kein Reiseführer sein, sondern ein Tagebuch, Notizheft des Autors. Gespannt auf den Rest, startete ich gutgelaunt und schon mit einer gewissen Erwartung in das Abenteuer.
Leider ging es dann nur noch bergab. Keine Frage, Herr Altmann versteht sein Handwerk. Gebildet, sprachlich gewandt und immer ein passendes Zitat auf Lager, schafft er es jede noch so langweilige, alltägliche Situation in die einmalige, lebensverändernde Erfahrung zu verwandeln, von denen das Buch nur so strotzt. Unreflektiert ist es vielleicht das Abenteuer des Lebens, mit ein wenig Abstand betrachtet ist es eine Aneinanderreihung von alltäglichen Nachrichten und Situationen, gepaart mit Standards, die sich in jedem Reisebericht wiederfinden. Natürlich schaut der Autor bei den Flying Doctors und der Telegrafenstation vorbei, wenn er in Alice Springs ist, wie jeder andere Autor oder Reisejournalist auch, der durch den Ort kommt. Man muss Herrn Altmann gutheißen, dass er viele unbekannte Orte aufsucht und erwähnt. Dies liegt vermutlich auch an seiner Reiseroute, die rein willkürlich erscheint. Leider passiert in den Orten auch einfach nichts. Ein Betrunkener der selber und ohne Hilfe vom Autor die Straße überquert ist ein Paradebeispiel, der unglaublichen und spektakulären Bekanntschaften die der Autor auf der Reise macht.
Aber bei dem Tempo, in dem der Autor durch das Land eilt, Ostküste, Landesinnere, Norden, Westküste und zurück in drei Monaten, lässt natürlich auch keine Zeit wirklich anzukommen und das Land und die Leute wirklich kennen zu lernen.
Mir kommt aber auch das Gefühl auf, dass Herr Altmann daran kein wirkliches Interesse hat. Er beteuert zwar immer wieder wie offen und weltgewandt er wäre, lässt sich aber immer wieder dazu hinreißen, Menschen die nicht in sein Weltbild passen als Trottel, Deppen oder Hirnlose abzustempeln. So sind Menschen, die ihr Glück im alltäglichen finden, in seinen Augen nichts als angepasste Trottel. Er wiederum ist ständig auf der Suche nach der neuen, wahnsinnigen Erkenntnis, dem Glück und wenn es mal wieder ein Drogenrausch ist, den der Autor über mehrere Seiten zelebriert.
So richtig warm werden kann ich daher nicht mit Herrn Altmann. Nicht nur der arrogante und auf alles und jeden herabschauender Schreibstil, auch der Umgang mit den Charakteren seiner Reisegeschichte ist nicht nachahmungswürdig. Die meisten seiner Bekanntschaften und Verabredungen kommen nicht wirklich gut in seinem Buch weg. Diese Menschen öffnen Ihre Häuser und Herzen, laden den Autor ein, teilen ihre Gedanken und verraten sogar intimste Geheimnisses und sobald die Tür ins Schloss fällt, zieht Herr Altmann so dermaßen vom Leder, dass einem die Menschen Leid tun, die ihm ihre Tür geöffnet haben. Also sollten Sie je auf den Autor treffen, beginnen Sie besser kein Gespräch, sollten Sie nicht als Depp, Trottel oder Träumer in einem seiner Bücher auftauchen wollen.
Noch eine Anmerkung zum respektvollen Umgang des Autors mit seinen Mitmenschen. Immer wieder weist er auf das harte Schicksal und schwere Leben den Aborigines hin, womit er natürlich Recht hat. Dann aber erwähnt er bei seinem Besuch am Ayers Rock, in einem Nebensatz kurz, dass der Berg Uluru heiße und den Aborigines heilig sei, um sich im Anschluss seitenweise seiner Heldentat zu widmen, wie er im Stile eines Norgay den Uluru besteigt, sprich die Traditionen und Kultur der Aborigines mit Füssen tritt. Eine tiefere Auseinandersetzung mit manchen Themen und nicht nur hingeworfene Phrasen und gespielte Empörung würden dem Buch ganz gut tun.
Ich möchte den Autor selbst zitieren (S.245): "Und schlagartig fällt mir auf, dass der Mann nichts zu sagen hat"!
Es kann sein, dass ich das Buch und den Autor nicht verstehe und der Schreibstil und die Ausdrucksweise zum kritischen Hinterfragen anregen sollen, dann möchte ich den Autor anregen, die nächste Auflage umzubenennen in: Mein persönlicher S***storm gegen alles und jeden, der nicht so denkt wie ich, während ich gerade durch Australien jage!
12 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 17. Februar 2015
Diesem ergreifenden Buch kann man gar nicht gerecht werden, ich versuche es trotzdem irgendwie.
Zu schön ist es geschrieben, zu bewegend all die Geschichten unserer Mitmenschen, einfühlsam erzählt.
So weine und lache ich mit dem Autor und lerne und lerne, wie immer bei allen AA - Büchern.
Natürlich ist es kein Reiseführer, wir dürfen in das " AA - Tagebuch" schauen!
Für dieses licht- und winddurchflutende Werk bin ich ganz besonderes dankbar, da ich eine so weite Reise auf diesen fernen Kontinent nicht mehr antreten kann.
Weites Land und leuchtende Weite im "Autoren- Kopf" , das tut gut! So zaubert mir der Meister wieder bunte Bilder ins Herz mit seinen
" Ins - Herz - rein- Raketen- Wörtern" und fesselt uns in seiner unnachahmlichen, menschlichen Art eindrucksvoll, erzählt von atemberaubender Landschaft und tiefen Begegnungen mit unglaublichen Mitmenschen, so dass ich meine, selbst mitten im Geschehen zu sein.
( Um nur einige Leute zu nennen : Mr.Lee, der sich nicht kaufen lässt, eine Nonne, die gegen die Todesstrafe kämpft und ganz besonders der Schriftsteller Jacob Rosenberg! )
Spannend nimmt uns AA mit auf die Reise mit allen Sinnen, mit all seiner Beharrlichkeit und seiner Unangepasstheit.
Die Tragödie der Aborigines ist erschütternd ! Endloses Leid! Ich höre auch von deren "Regenbogenschlange", der Urschöpferin des Kosmos.
Es gibt aber auch viele wunderschöne Erlebnisse, wie das bunte Weltwunder Great Barrier Reef und wahrscheinlich würde ich bei einem malerischen Sonnenuntergang am Uluru in Ohnmacht fallen.
Ja, "echtes Reisen" , das kann er der AA mit seinem großen, warmen Reiseherz!
Gut auch die "AA- Ironie", nur her damit!
Nur zu, es gibt schon genug Hohlness und geistiges Vakuum unter lernresistenten ,unhöflichen und unfreundlichen " Büffeln " !
Dass das Buch dann mit so einem Missgeschick endet, das ist wirklich Pech, Australien hat den Autor im wahrsten Sinn des Wortes "umgehauen", aber so was hält einen AA nicht auf und so können wir uns wieder auf neue "Leseleckerbissen" freuen.
Wörter "heilen" und lesen hat mit entdecken zu tun!
Für all diese "Lesewonnen " gibt es 5 Sterne, 3 feurige Glitzeropale und einen " Silbernen Koalabären"!
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 14. Juni 2017
Lust und Neugier auf dieses Land überfiel mich, als ich den Titel 'Im Land der Regenbogenschlange' las und das gute Cover sah.
Es ist nicht mein erstes Buch von Andreas Altmann. Es ist in Folge, und das ist mir noch nie mit einem Autor passiert, nun bereits das Zehnte
das ich verschlang.
Auch mit diesen Reise- und Menschenberichten erfreut er in äußerst lebendiger Weise.
Auf einigen der ersten von 328 Seiten gibt er einen kurzen fundierten Umriss über die Besiedelung der Weißen und die damit einhergehende
Entwürdigung der Aborigines. Später im Buch, als er seinen Besuch beim Memorial Stone beschreibt, spricht er eines der vielen unsäglichen
Massaker an, das von Weißen an Aborigine Frauen, Kindern und Männern verbrochen worden war. Und er erzählt von Jeffry, einem Aborigine der Neuzeit, der sein Land nicht verkaufen will, obwohl er Milliarden dafür bekommen könnte. Das Gebiet ist hoch uranhaltig. Jeffry ist das Land heilig. Seine Ahnen sind dort begraben und seine Großmutter trug ihn dort auf ihren Schultern herum und erzählte ihm die Geschichten dieses Erdenteils. Das will er bewahren. Das hat unermeßlichen Wert für ihn. Man kommt ins Nachdenken über soviel menschliche Größe und Bescheidenheit. Andreas Altmanns Bücher machen die Menschen aus, denen er begegnet und die unvergleichliche Art und Weise, in der er diese Begegnungen zu Papier bringt. So ist faszinierend zu lesen über: Inne, die 77jährige indische Stehauffrau, die so gerne zockt, über Fred und seine Preisboxer, über den Royal Flying Doctor Service, über Thao die 'großzügige' Vietnamesin und deren unglaubliches Leben, über Irin diese unverwüstliche, unverbrüchliche Frau oder auch über Nora die Französin, die Altmann zu Jeffry fährt und auf der Rückfahrt zur 'Göttin' wird.
Und über viele, viele mehr.
So viele Menschen, so viele Lebensmomente. Einer berührender, spannender und schöner als der andere!
Auch das Alkoholproblem in Australien ist ein Thema das er nicht auslässt. Er schaut hin, hört zu, fragt nach und schreibt es auf. Altmann lästert auch humorvoll über die vielen überflüssigen Regeln im Land, die den Menschen scheinbar jegliches eigene Denken abnehmen sollen.
Er führt den Leser per Bus, per Anhalter, per Eisenbahn und per Flugzeug nach Adelaide, Perth, Kalbarri, Melbourne, Canberra, Sydney, Wollongong, Brisbane, Cairns, Kuranda, Mount Isa, Darwin und natürlich zum Uluru, den er trotz knieschlotternder Höhenangst besteigt.
Und danach auch noch umrundet.
An so viele Orte mehr noch darf der Leser mitreisen. Andreas Altmann erzählt vom Reisealltag auf ganz eigene launig, lustige Weise. Er läßt sich mittels individuell angepasster Silkonohrstöpseln vom Lärm der Welt retten, wenn die Beschallung an allen Ecken und Enden mal wieder übermächtig wird. Altmann läßt sich aus über elende Schmuddelabsteigen wie dem 'Golddust Backpackers' und läßt teilhaben an dem puren Glück eines einfachen, sauberen und stillen Hotelzimmers, mit Badewanne. Welch außergewöhnlicher Luxus auf seinen Reisen!
Zwischen so manche Textpassagen streut er geniale Hinweise auf Autoren, Musiker oder Sänger, die ihn beeindrucken. Der Leser darf selbst nachsuchen und es findet sich auch da so manch Gutes und Schönes, kleine 'Geschenke' des Autors Altmann.
Wunderbar zu lesen in diesem Buch auch dies: 'Das ist das Grandiose an der Liebe. Seit Millionen Jahren kommt sie ganz ohne Gott aus. Auch ohne Glauben, ja ohne Weltanschauung. Sie ist rabiat eigensinnig. Sie ist.'
So einfach und so wahr.
Man möchte das Buch am liebsten in 'einem Rutsch' lesen! Doch das wäre schade und dem Autor nicht gerecht.
Jede Seite verdient ihre Aufmerksamkeit. Jede Seite bedeutet Lesegenuß vom Feinsten.
Ein spannendes und kurzweiliges Buch! Jeden Cent wert! Unbedingt lesen. ;)
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am 18. April 2012
Im Land der Regenbogenschlange

1992 hatte ich das große Glück für einige Wochen für einen Arbeitseinsatz nach Australien zu reisen.
Als begeisterter eBook Leser fand ich vor einigen Tagen eher zufällig das Buch von Andreas Altmann. Schon nach den ersten Probeseiten war ich begeistert. Jetzt, nach dem ich es von Anfang bis Ende mit Vergnügen gelesen habe, kommt es ganz oben in meine Lieblingsbücherliste und bekommt von mir fünf Sterne und alle Sterne des australischen Nachthimmels.
Andreas Altmann bereist Australien in alle Richtungen und seine Erfahrungen, die er sammelt sind eine Fundgrube für alle, die mutig auch den Australischen Outback bereisen wollen. Ich fand alles wieder, was ich dort selbst empfunden habe. Er schildert auch die Erfahrungen von Auswanderern, wenn er von den vielen Begegnungen mit ihnen berichtet. Wesentlich für ihn sind Gespräche mit ungewöhnlichen Menschen, an ungewöhnlichen Orten, auf den Stationen seiner Reise durch die großen Städte und durchs weite Land.

Mich erfreute seine frische Sprache. Unangepasst und mit einem tiefgründigen Humor berichtet er über diesen fernen und fremden Kontinent. Herr Altmann erzählt von seiner abenteuerliche Suche nach dem Wesen und Werten Australiens.
Der Autor berichtet von persönlichen Erfahrungen und seine Ironie blitzt immer wieder wie die Sonne hinter ziehenden Wolken. Für ihn ist das ganze Leben eine Reise. das war für mich auch eine wesentliche Botschaft. Selber denken, den Mut unangepasst zu bleiben, die Freiheit des Geistes hochhalten, mit unverstelltem Blick in diese ungewöhnlichen und fremden Landschaften schauen, denen er sich mit großer Liebe zu den Menschen, auch den Ureinwohnern erzählend nähert.
Was mir gefällt ist sein Malerblick. Genau beobachtet er die Weite und Wildheit dieses fernen Kontinents und lässt Bilder im Kopf des Lesers entstehen.
Ich fand es einfach großartig, wie Herr Altman es schafft mich für viele Stunden durch ein Lesevergnügen zu führen und dabei nie versucht mich mit seiner Weltsicht zuzukleistern.
Völliges Verständnis habe ich für das selbstbewusste Auftreten des Weltreisenden. Diese Eigenart wirkt vielleicht auf den ersten Blick wie ein überdimensionales Ego, aber wer ohne ein gut entwickeltes Ich auf Reisen geht, wird nicht weit kommen.
Im Land der Regenbogenschlange: Unterwegs in Australien
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am 30. Dezember 2012
In diesem Buch erfährt man viel über das Australien, das Touristen nur selten zu sehen bekommen. Sehr persönlich, spannend, und durchaus kritisch geschrieben.
Aus eigener Erfahrung kann ich die Realitäten über das Leben in Australien ausserhalb der Zentren nur bestätigen....
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am 26. Juli 2013
Das Buch ist absolut nicht zu empfehlen. Erwartet war ein tatsächlicher Bericht über eine Reise durch Australien und nicht durch das beschädigte Ego des Autors.

Überheblichkeit und Arroganz der schlimmsten Sorte springen einem schon auf den ersten 70 Seiten derart ins Gesicht, dass man das Buch gern wegwerfen würde.

Von der Reise durch Australien hat man im ersten Fünftel noch gar nichts mitbekommen. Außer, dass es Heroinsüchtige mit einer eigenen Pension gibt in der penetrante selbstbezogene Raucher, wie der Autor, eben nicht rauchen dürfen.

Wer wirklich nach Erfahrungen aus dem Land, das gleichzeitig Kontinent ist, sucht - der sollte sich von diesem schrecklichem Buch über die sozialen und psychischen Abgründe des Autors fernhalten.
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am 19. Februar 2012
Ich hatte mir dieses Buch - zum Glück billig und gebraucht - gekauft, weil ich mich im Urlaub auf einen schönen Reisebericht gefreut habe. Herrn Altmann habe ich erstmalig beim "Kölner Treff" mit Böttinger gesehen, als er über das Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend erzählt hat. Meine Vermutung war schon damals - obwohl ich das "Scheißleben" interessant fand, dass ganz viel Bitternis in diesem Mann steckt. Jedoch hätte ich nicht erwartet, dass ich diese im Reisebericht wiedergefunden hätte.
Ich dachte, ein Reisebericht soll Lust auf mehr machen, auf das Selbererleben fremder Länder, für die Entdeckungen des Schönen im Kleinen, ein Aufruf, genauer hinzuschauen auf die Pflänzchen am Wegesrand.
Stattdessen schnöselte mir dieser überzeugte Raucher etwas über sein Verständnis von Freiheit... soweit ok, wenn er nicht gleichzeitig die Lebenseinstellungen der Unwissenden, Angepassten, Dahergelaufenen, Nichtraucher, Standardmenschen so abwerten würde. Auch der Ton ist so gehalten, dass man sich irgendwie dumm vorkommt, weil man nichts über die Massaker an den Ureinwohnern wusste. Und diese "Größe" seinerselbst, weil er sich mit den Pennern von Sidney einlässt und ihnen Geld zusteckt. Oh ja, schaut her, so sozial und aufgeschlossen ist er.
Die Lebenslooser sind beim Autoren die Reihenhausbesitzer, die einen Pauschalurlaub mit Tagesausflügen buchen. Und er lässt seinen Leser spüren, dass er sie verachtet. Vielleicht erzeugt er bei dem ein oder anderen sogar ein schlechtes Gewissen. Aber woher nimmt Herr Altmann seine eigene Moral? M.E. sehr zweifelhaft.
Die Sprache ist wohl jene, die man heutzutage als modern bezeichnen muss. Teilweise Gedankenfetzen, oft unvollständige Sätze. Daran möchte ich gar nichts beanstanden; es würde besser funktionieren, wenn mir der Text (oder der Autor) sympatischer wären. Aber so...
Ich habe es nur bis zur Seite 78 geschafft, diese Überheblichkeit zu ertragen. Meine Hoffnung, inspirierende Bücher für weitere Reisen zu finden, für Entdeckungen, vor allem für Lebenslust, werde ich nicht über Altmann erfüllen können. Schade.
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am 24. September 2009
Furchtbar! Andreas Altmann hat keinen Reisebericht im eigentlichen Sinne verfasst. Man gewinnt bereits nach wenigen Seiten den Eindruck, er würde nur reisen, um in aller Welt die Bestätigung für seine Theorie zu suchen, dass alles sowieso nur schlecht und überhaupt alle Welt böse ist.
Ätzende Kommentare aus einer verätzten Seele über nahezu alles was ihm im Laufe seiner Reise durch Australien begegnet. Wenn einer der auftretenden Charaktere Herrn Altmann mal ein positives Fazit entlockt, dann allenfalls, wenn dieser seine Weltsicht teilt oder zu den vollends Abgestürzten zählt, die es irgendwie "aushalten" und unter der Last der Welt nicht zusammenbrechen. Dies scheint auch das Hauptproblem Andreas Altmanns zu sein, da alle paar Seiten seine Lieblingsphrase "die Dinge aushalten" auftaucht und im Zusammenhang dann einen kurzen Blick auf sein verbittertes Innenleben zulässt. So ist er auch die ganze Reise über mit dem "Aushalten" so beschäftigt, dass er vollends vergisst, dass er über Australien schreiben wollte. Aber über lächerlichen Alltagsquatsch, der jederzeit überall auf der Welt genauso passiert, kommt er dabei nicht hinaus. Dieses Buch hätte er auch schreiben können, wenn er sich ein paar Tage im Frankfurter Hauptbahnhof herumgetrieben hätte. Wahrscheinlich hätte er da mehr zu erzählen gehabt.

Alles in allem die ängstliche Selbstdarstellung eines "Mannes", der gerne als "Lonesome Wolf" gesehen werden möchte, aber als "angstbeissender Köter" im Gedächtnis bleibt. Journalistisch wertlos, da zu befangen, schriftstellerisch reizlos, da nicht in der Lage, Bilder im Geiste des Lesers zu entfalten.

Den mahnenden Fingerzeig, den meine Vorrezensenten zum Teil erkennen mochten, kann ich nicht sehen, da sich Altmanns Sicht der Dinge auf ein "ich habs ja immer gewusst" oder "sowieso alles Sch..." reduziert. Das bleibt dann auch als Fazit für dieses Werk.

De zweiten Stern gibt es, da ich Herrn Altmann nicht vorwerfen möchte, dass sein im Stile des ZDF-Kommentars verfasstes Buch sprachlich ungewandt wäre. Doch zu mehr reicht es leider nicht.
28 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 7. Februar 2012
Wer noch nie in Australien war und möglicherweise auch nicht hinkommen wird, kriegt ein umfassendes Bild des Landes und seiner Bewohner. Auf vielfältige Weise berichtet AA sowohl objektiv als auch seinen eigenen Blickwinkel. Und das in seiner eigenen literarischen Ausdrucksweise, die man einfach genießen kann, wie alten Cognac!
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am 23. Februar 2013
..weit über Australien hinaus. Die Art, wie Altmann schreibt, lässt keine Gefühlsregung offen. Schmunzeln, lauthals Lachen, Grübeln, Ärger über die Dummheit der Menschen, Traurigkeit über die Unabdingbarkeiten dieser Welt - man freut sich buchstäblich auf jeden Satz in diesem Buch, nimmt Anteil an all den kuriosen Begegnungen und nimmt sich am Ende vor, künftig auch ein bißchen unvoreingenommener durch diese Welt zu gehen - denn nur so - und wirklich nur so, haben wir die Chance, das Innere eines jeden Menschen kennenzulernen, das, was eben unsere Welt bunter macht, wo es menschelt - fernab jeglicher Klischees. Und dass es nicht immer nur was zu lachen geben muss oder wir nicht im Perfektionismus unsere Erfüllung finden - dieses Glück bescheibt Altmann so meisterlich und einzigartig, dass ich's nur mit Elke Heidenreich sagen kann: "LESEN!"
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