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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
64
3,6 von 5 Sternen
Unsichtbar
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 12. April 2017
Der 1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geborene Autor studierte Anglistik und Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. Er lebte eine Zeitlang in Paris und arbeitete auch als Übersetzer französischer Autoren. Heute lebt er in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Dies ist mein erster Roman von ihm, „4321“ wird bald folgen.

Zum Inhalt (Klappentext): NY, 1967: Adam Walker will Dichter werden. Als ihm ein reicher Franzose namens Rudolf Born auf einer Party Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift anbietet, hält er das zunächst für einen Scherz. Einige Tage später kommt ein Scheck. Doch wie sich bald herausstellen wird, ist Born ein Mann von zweifelhaftem Charakter, bereit, über Leichen zu gehen.

Meine Meinung: An diesem Roman beeindruckt mich einfach alles: die Story, die Charaktere, die Erzählstruktur, die tw. unbeantworteten Fragen, die den Leser zum Nachdenken anregen und ihm Raum für eigene Interpretationen lassen. Kurz: Ich habe mit diesem Buch einen neuen Lieblingsautor entdeckt und freue mich nun umso mehr auf das bereits von mir geplante Mammutwerk und neueste Buch des Autors „4321“, das im Januar dieses Jahres erschien.

Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll, aber auf eine unanstrengende Weise, handwerklich gibt es von mir absolut nichts zu meckern. Vor allem die Erzählstruktur – die Aufteilung in drei verschiedene Erzählperspektiven – und die Buch-im-Buch-Elemente fand ich äußerst gelungen. Der Schluss lässt den Leser darüber nachdenken, ob er auch wirklich die einzelnen Figuren richtig eingeschätzt hat, was mir besonders gut gefiel und natürlich auch die These des Romans aufgreift, denn wie oft stellt sich heraus, dass der äußere Eindruck eines Menschen täuschen kann. Denn das wahre Wesen, der Kern eines Menschen bleibt immer „unsichtbar“.

„... ist es nicht faszinierend, dass Gedanken ohne Sprache existieren können, und da Sprache eine Funktion des Gehirns ist, müssen wir doch wohl sagen, dass Sprache - die Fähigkeit, die Welt durch Symbole zu erfahren - in gewisser Hinsicht eine physische Eigenschaft des Menschen ist, womit bewiesen wäre, dass die alte Geist-Körper-Dualität der reine Unsinn ist, oder? Adieu, Descartes. Geist und Körper sind eins.“

Fazit: Ein absolut beeindruckender Roman in jeder Hinsicht, dem ich sehr gerne die vollen 5 Sterne vergebe. Äußerst lesenswert und ein Jahres-Highlight!
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am 5. Januar 2012
'Indem ich von mir selbst in der ersten Person schrieb, hatte ich mich lahmgelegt, mich unsichtbar gemacht" (Zitat: Paul Auster)
Ein Erfolgsschriftsteller erhält von einem ehemaligen Jugendfreund überraschend den literarischen Nachlass, im dem dieser, scheinbar schonungslos, seine Erlebnisse als Student in New York und Paris offenbart.
Auf einer Party im Frühjahr 1967 lernt der Student Adam Walker, der sich als Lyriker profilieren möchte, den Gastprofessor Born aus Frankreich kennen. Es folgt eine Einladung zum Essen, die ihm auch Gelegenheit zum Wiedersehen mit der Freundin des Professors, Margot, bietet. Born macht das großzügige Angebot, auf seine Kosten eine Literaturzeitschrift zu gründen. Adam gerät in den Bann Borns und beginnt eine Affäre mit Margot. Bei einem nächtlichen Spaziergang werden Born und Adam von einem Jugendlichen mit einer Pistole bedroht. Unvermittelt und eiskalt sticht Born diesen nieder.
Hier endet der erste Teil des Romans. In den nächsten Teilen ändert sich mehrmals die Erzählperspektive und die Geschichte wird immer rätselhafter.
Aufzeichnungen und Erzählungen der einzelnen Betroffenen wiedersprechen sich. Ganz zum Schluss kommt es noch zu einer überraschenden Enthüllung, die aber die alten Rätsel nicht löst, sondern zur weiteren Verunsicherung beiträgt. Auster verwendet neben dem literarischen Manuskript, Briefe, Tagebuchaufzeichnung, Indizien und Aussagen von zweifelhaften Zeugen, um einen eine Geschichtel zu rekonstruieren. 'Jeder würde in ihrer Situation lügen, alle würden lügen. Lügen wären die einzige Möglichkeit.' (Zitat:Paul Auster) Es geht also um Lüge und Wahrheit.
Jeder Leser aber weiß: Die Erfindung (Sprich Lüge) ist der Stoff für den Autor.
Wer als Leser nichts als die Wahrheit vorgegaukelt bekommen möchte, wird durch den Roman 'Unsichtbar' verstört, verunsichert, ja verärgert. Die Freude an der Lektüre liegt in der besonderen Art des Erzählens selbst, in der Teilhabe an der Spurensuche ohne wirkliches Ziel, denn Wahrheit kann auch immer Lüge sein. Es ist jedoch nicht jedermanns Sache, dass die Wahrheit des Erzählten im Nacheinher immer wieder in Frage gestellt wird.
Die Macht des Autors liegt darin, unsichtbar zu sein. Durch Austers souveräne Erzählkunst geraten wir in den Sog einer Geschichte, die so ziemlich alles bietet, was das Leserherz begehrt: einen literarisch ambitioniertem Helden; einen Hauch von Spionage in Zeiten des Kalten Krieges; einen Entwicklungsroman, in dem der Held die Verderbtheit der modernen Gesellschaft erlebt, sexuelle Abenteuer, vor allem aber die Geschichte einer unerhörten, verbotenen Geschwisterliebe. Austers Roman zerstört Illusionen: Der Vorgang des Erzählens rückt in den Mittelpunkt.
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am 18. Februar 2015
...steht definitiv, wie bei den meisten Auster-Büchern auch, im Mittelpunkt. Unsichtbar war mein erstes Buch von dem amerikanischen Bestseller, der in Deutschland relativ wenig Beachtung geschenkt bekommt. Und ich habe mich mit diesem Buch wirklich ein Stück in Paul Auster verliebt ;)

Eins vorweg: Das Buch ist wahrscheinlich nicht für jüngere Leser geeignet. Zum einen ist es doch recht sexuell (und inzestuös), zum anderen ist es einfach von der ganzen Art her sehr kompliziert.

Zusammenfassung:
Auf einer Party im Jahre 1967 lernt der junge Student Adam Walker den aus Frankreich stammenden Gastprofessor Born kennen. Adam möchte zukünftig als Lyriker arbeiten und ist Born überaus dankbar, als er ihm das Angebot macht, mit ihm eine Literaturzeitschrift zu gründen.
Born wird jedoch wie kein anderer das Leben des jungen Schriftstellers bestimmen. Bei einem nächtlichen Spaziergang begeht Born einen kaltblütigen Mord vor Adams Augen, droht Adam ihn nicht zu verraten und setzt sich nach Paris ab. Doch es soll nicht das letzte Mal sein, dass sie sich treffen...

Meine Meinung:

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die sich wiederum in Binnen- und Rahmenhandlung einteilen lässt. Perspektivwechsel (Ich-, Du-, Er-Perspektive, Vergangenheit und Zukunft), sich widersprechende Teile der Geschichte, viele Dinge machen das Buch zu einem großen Rätsel, bei dem man von Auster alleine gelassen wird.
Es gibt keine klassische Auflösung des Rätsels. Es gibt nur subjektive Eindrücke, die der Leser selbst für sich zusammenbauen muss. Und genau das macht das Buch für meine Empfinden so spannend! Immer, wenn man gerade glaubt, dass man es verstanden hat, bricht der Roman diese Illusion, sodass das Erzählen selbst in den Vordergrund rückt. Es konfrontiert uns mit der Frage, ob all dem überhaupt zu trauen sei.
Auch erzähltechnisch bietet Auster uns eine bunte Palette: Briefe, Erzählungen, Manuskripte, Tagebücher und noch mehr.
Als wäre das nicht schon bunt genug, mischt Auster auch verschiedene Genre. Man kann von einem Entwicklungsroman mit Thrillerelementen und Liebesgeschichten reden.
Und all das soll uns zeigen:
"Indem ich von mir selbst in der ersten Person schrieb, hatte ich mich lahmgelegt, mich unsichtbar gemacht, mir die Möglichkeit genommen, das zu finden, wonach ich suchte."
Denis Scheck verspricht uns unter dem Klappentext einen "genial konstruieren Roman über Geld und Kunst, Liebe, Verbrechen und Moral." Vor allem ersten und letzten Punkt kann ich da zustimmen. Es ist ein Buch, das nicht nur erzählt, sondern den Leser irgendwie in sich mit einbezieht. Man wird unweigerlich mit der eigenen Moral, den Moralvorstellungen der Gesellschaft und der Moral im Buch konfrontiert.
"Jeder würde in ihrer Situation lügen, alle würden lügen. Lügen wären die einzige Möglichkeit."
Ich denke, dass das Buch eben doch schon ziemlich anstrengend sein kann. Eben genau deswegen. Nicht jeder Leser möchte zwangsläufig mit diesen Dingen konfrontiert werden. Ich habe auch überraschend lange für dieses Buch gebraucht. Es ist nicht ganz ohne.

Die Charaktere, übrigens, sind durch diese Vielschichtigkeit sehr detailliert und authentisch, wenn sie auch von sich aus ein wenig absurd sind. Allerdings kann man wirklich gut die Gedanken und Taten nachvollziehen. Es wirkt bodenständig, nachvollziehbar und wirklich liebevoll ausgearbeitet. Paul Auster sagte einmal in einem Interview, er würde ungefähr 5 Jahre mit seinen Charakteren zusammenleben, bevor er überhaupt anfängt zu schreiben. Und genau das merkt man bei diesem Buch sehr. Auf eine ganz komische Art und Weise wirken die Figuren sehr menschlich und unheimlich gut beschrieben.

Fazit:

Paul Austers Buch ist für mich ein herausragendes postmodernes Buch, das durch seine Facetten wirklich erfrischend wirkt. Man merkt, es ist kein 0815-Buch. Paul Auster zeigt wirklich sein Talent im Erzählen.
Wer Lust auf ein ruhiges und anspruchsvolles Buch hat, das mehr als nur eine einfache Geschichte erzählt, kann wirklich zu diesem Buch greifen.
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am 1. September 2012
Ja, Auster profiliert sich nicht mit einer überdurchschnittlichen hohen Quntität an Fäkal-Wortschatz oder dumpfem Krakeele, Auster kann einfach schreiben.
Surreal, authentisch und umwickelt mit einem mystischen Schleier...
Die Geschichte ist absolut clever komponiert (So sind wir es von ihm ja gewohnt), spielt mit den Erzählperspektiven und hat die ein oder andere sprachliche Raffinesse parat.
Sonst hasse ich alle oberschlauen Feuilletonisten, aber bei diesem Roman gibt es eine Menge an Übereinstimmung.
Einfach intelligente Unterhaltung - facettenreich und auf mehreren Ebenen.
Irgendwie fängt Auster das Vakuum auf - und seziert es zugleich, in dessen Agonie sich viele Intellektuelle in dieser Nachzeit befinden.
Der beste Auster? Macht Euch ein eigenes Bild.
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am 25. August 2014
Das Buch hat einen sehr interessanten Aufbau. Es wird von mehreren Personen geschrieben und bezieht sich immer auf Adam Walker. Dabei ist die Zeitspanne der Erzählung sehr lang und beschreibt Adam als 20-jährigen, als auch als 60-jährigen.
Die Düsternis und die perfekt kombinierte Geschichte finde ich wirklich prächtig. Das Buch zieht einen von der ersten Seite an in den Bann. Ich konnte es wirklich nicht mehr weglegen. Weil ich unbedingt wissen wollte, wie es denn zu Ende geht.
Hierbei muss ich sagen, entsteht auch der Sterneabzug, denn das Ende hat mich ziemlich enttäuscht. Wobei ich glaube, dass es reine Subjektivität ist und manch anderer empfindet das Ende als PERFEKT. Ich jedoch habe mir doch MEHR erwartet vom Ende. Schade ein Schwarzer Fleck auf dem ansonsten mit weißer Weste getragenen Roman.
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am 17. November 2010
Artikel seit 4 Wochen in Gebrauch.

Einleitung:
Zum Einschlafen habe ein längeres, qualtitativ hochwertiges Hörbuch gesucht. Gekauft habe ich das Produkt, da ich zum Beispiel Paul Austers "Mond über Manhatten" sehr mag und die Kritiken des Buches "Unsichtbar" sehr positiv waren.

Vorteile:
Die Geschichte ist von Paul Auster herausragend erzählt. Zweifellos gehört er zu den größten Erzählern der heutigen Zeit. Die Geschichte entwickelt sich recht langsam, ohne große "Effekthascherrei", läuft aber unaufhaltam von einer Katastrophe auf die Nächste zu. Der Grundton der Erzählung ist typisch für Paul Auster, düster, etwas deprimierend, und an vielen Tabus kratzend. Dennoch: Genial! Die Umsetzung als Hörbuch ist sehr gut gelungen. Die Stimme von Burghart Klaußner ist angenehm, passend zum Inhalt und die unterschiedlichen Charaktere sehr gut darstellend. Insgesamt inhaltlich und technisch ein sehr gutes Hörbuch.

Nachteile:
- Relativ hoher Preis.
- Schade finde ich, dass der Text gekürzt wurde. Zwar fällt dies nicht so ohne weiteres auf, aber es ist meiner Meinung nach unschön und unnötig. Bei dem hohen Kaufpreis wären 8 anstatt 6 CDs auch okay gewesen.
- CD2 und CD5 sind mit einem Kopierschutz versehen. Dadurch war es mir mit Standardprogrammen NICHT möglich sie auf meinen MP3-Player zu kopieren. Das war super ärgerlich, da ich gar keinen CD-Player besitze und beim Kauf der CD nicht darauf hingewiesen wurde. Ich bin mir sicher es wird einem Großteil der Käufer ähnlich gehen und verstehe die rückwärtsgerichtete Politik von DAV nicht. Davon abgesehen, dass es absurderweise illegal wäre den Kopierschutz einer für viel Geld gekauften CD zum privaten Gebrauch zu umgehen, ist es natürlich trotzdem,z.B. mit dem "VLC Player", möglich.

Alternativen:
n.a.

Fazit:
Ein sehr gutes Buch von Paul Auster, hier in der Hörbuchversion sehr gut umgesetzt. Leider deutliche Punktabzüge für die unnötige Kürzung und nervigen Kopierschutz.
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am 7. Januar 2011
Dies ist das erste Buch von Paul Auster, das ich gelesen habe, und ich kenne nur die deutsche Übersetzung von Werner Schmitz, die gut zu sein scheint.
Das Buch ist einerseits ein "Literatur-Buch" mit vielen Verweisen und Anspielungen auf die Literaturgeschichte (sicher viel mehr, als ich erkennen konnte), dessen Protagonisten literarisch gebildete Intellektuelle sind. Der Gefahr, papieren und "postmodern" zu werden, begegnet das Buch jedoch durch eine durchaus spannende Handlung und vor allem durch psychologisch glaubwürdig gezeichnete Charaktere. Wer jedoch am Schluß eine fulminante "Auflösung" wie in einem Krimi erwartet, wird enttäuscht. Es bleiben so ziemlich alle interessanten Fragen offen: War Born wirklich ein Doppelagent? Hat er den Schwarzen im Park wirklich ermordet? SPOILER: Hat er den Autounfall von Céciles Vater wirklich verursacht? Hatte Adam Walker wirklich ein Verhältnis mit seiner Schwester? Ist er wirklich nur nach Paris gegangen, um sein Französisch zu verbessern, oder hat er insgeheim gehofft, Born dort zu treffen? Und wieviel von Auster steckt in Walker? In Born?
Nach der Lektüre habe ich Lust, das Buch im Original sowie weitere Werke von Paul Auster zu lesen.
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am 7. August 2011
Der junge Student Adam Walker gerät auf einer Party in die Fänge des undurchsichtigen Franzosen Rudolf Born und dessen Freundin Margot. Aus dieser Konstellation ergeben sich dramatische Verwicklungen zwischen den Figuren inklusive sexueller Verstrickungen und grausamem Mord, den Adam nicht verhindern kann. Als Adam dann ein Studienjahr in Paris verbringt, setzt er es sich zum Ziel, Rache an Rudolf Born zu üben...

Die Handlung ist in eine komplexe Erzählweise eingebunden; eine Rahmenhandlung packt vier ganz unterschiedlich aufgebaute Geschichten zusammen, die sich über Dekaden erstrecken. Dennoch bzw. gerade deshalb fand ich den Roman fesselnd - die Art und Weise, wie das Buch aufgebaut ist, ist faszinierend. Auch vom Inhalt war ich gebannt; unerwartete Wendungen hielten mich gefesselt, und die Suche nach der letztendlichen Wahrheit ist spannend und erweist sich schließlich auch durch die verschachtelte Erzählstruktur als nicht komplett greifbar - und damit über weite Strecken herrlich ambivalent.

Mich hat der Roman nicht mehr losgelassen. Ein brillanter Wurf! 5 Sterne.

P.S. Paul Auster selbst liest das Hörbuch in englischer Sprache - super!
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am 1. April 2017
In der Theorie, wenn man die Fakten nimmt, eine sehr klug ausgedachte Binnengeschichte rundum ein Geheimnis und einer Verschwörung. In der Praxis leider nicht besonders gut umgesetzt. Der Protagonist, der eine Zeitschrift über Lyrik herausgeben will, trifft einen Mann, der ihn bei seinem Vorhaben finanziell unterstützen will. Kurzum: Daraus wird nichts, sie werden erbitterte Feinde. Im Verlaufe des Buches werden immer mehr Facetten der Charaktere offengelegt und gen Ende hin versuch der Autor noch mal zu schocken, was bei mir nicht gelingen wollte, da mir die Ereignisse zu künstlich gewollt wirkten. Zudem ist es wieder ein Buch, das literarisch einfach nicht zu glänzen weiß - obwohl der Erzähler selbst ein Dichter sein will. Der Stil ist einfach und geradeaus; dabei lässt die Thematik und vor allem der durchaus erfolgreiche Autor anderes erwarten.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. Oktober 2016
Ich habe dieses Buch mit zunehmender Spannung gelesen. Ein älterer Mann, Adam Walker, versucht seine Autobiografie zu schreiben, indem er sich auf die Ereignisse in dem Jahr 1967 konzentriert, in dem für ihn entscheidende Dinge passierten. Er war damals 20, ein Student der Literaturwissenschaft in New York, als er mit dem französischen Professor Born in Kontakt gerät. Der Professor scheint ein abgründiger Typ von unberechenbarem Naturell zu sein, undurchschaubar. Als Adam Borns schöne Freundin kennen lernt, funkt es gleich zwischen den beiden. Aber dann passieren Dinge, die den Leser zunehmend vor Rätsel stellen.

Eines Abends sind sie in einer verlassenen New Yorker Straße unterwegs und werden von einem jungen Schwarzen mit einer Pistole bedroht. Born zieht ein Messer, ersticht ihn und sie fliehen. Born, wie man später erfährt, nach Paris. Walker schafft es erst am nächsten Tag, zur Polizei zu gehen. Dort erfährt er, dass dem jungen Schwarzen noch mehrere Messerstiche beigebracht wurden, obwohl er schon tot war. War das Born? Ein Sadist?

Die Fragen nehmen zu. Born ist offenbar nach Paris geflohen. Adam lebt jetzt allein mit seiner Schwester Gwyn zusammen. Entwickelte sich zwischen den beiden dann wirklich ein inzestuöses Verhältnis, wie Adam es beschreibt? Oder war das nur eingebildet, wie Gwyn es entschieden behauptet, als sie nach 40 Jahren darüber befragt wird? Adam zieht es nach Paris, angeblich der Sprache wegen, vielleicht aber nur, um Born wegen des Mordes zur Rechenschaft zu ziehen und zu strafen? Er nimmt Kontakt mit der Frau auf, die Born jetzt heiraten will, und mit ihrer Tochter Céline, um sie über Borns schändliches Verhalten in Kenntnis zu setzen, damit die Ehe nicht zustande kommt. Born erweist sich in diesem Spiel als der Stärkere…

Es ist beeindruckend, wie Auster die literarische Technik geradezu zu einem spannenden Krimi gestaltet. Walker hat eine Schreibblockade. Nach dem ersten Kapitel, in der Ich-Form geschrieben, kommt er nicht weiter. Er wendet sich an einen Jugendfreund, der inzwischen ein erfolgreicher Autor geworden ist, und bittet ihn um Rat. Der Rat ist, nicht weiter in der Ich-Form zu schreiben, dabei könne man gewissermaßen ersticken bzw. "unsichtbar" werden. Der Rat ermöglicht es Walker offenbar, weiterschreiben zu können, in der 2.Person Singular, schließlich in der 3.Person Singular. Über diesen Arbeiten stirbt er, und der Freund recherchiert nun auf eigene Faust weiter. Am Schluss wird er fündig bei Céline, der Tochter der Frau, die Born heiraten wollte, und lässt sie mit ihren Tagebucheintragungen zu Wort kommen, die allerdings weitere Rätsel aufwerfen.

Das Thema ist die Unsichtbarkeit. Der Schriftsteller empfindet diese Gefahr bei seiner Arbeit und wendet alle möglichen literarischen Tricks an, um ihr zu entgehen: Er ändert die Perspektive bzw. verlagert die Recherche auf andere Personen. Und doch scheint ein Leben schließlich im Nichts zu verschwinden bzw. immer weitere Rätsel aufzuwerfen. So steht statt einer Lösung ein eindrucksvolles Bild am Ende: Céline beschreibt, wie sie den gealterten Born auf einer entlegenen Insel in der Karibik aufsucht und verstört wieder verlässt. Auf ihrer Flucht kommt sie an einem Feld vorbei, wo Arbeiter dabei sind, Felsbrocken und große Steine in immer kleinere Stücke zu zerschlagen, bis sie schließlich zu Kies werden…
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