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am 10. März 2016
Philip Marlowe ermittelt in Nazi- Berlin 1936. So könnte man den ersten Band "Feuer in Berlin" kurz beschreiben. Nur dass Marlowe hier Bernie Gunther heißt, ansonsten entsprechen der scharfe Verstand, das spöttische Mundwerk, die vorurteilslose Grundhaltung und die zynische Moral des Detektivs ziemlich treffend dem literarischen Vorbild. Der so überzeichnete Charakter des Protagonisten steht in bewusst unrealistischem Kontrast zur beklemmenden politischen Hintergrundsituation; darauf muss man sich als Leser einlassen können. In "Feuer in Berlin" muss Gunther während der Olympiade den Doppelmord an einem Ehepaar aufklären, im zwei Jahre später spielenden "Sog der dunklen Mächte" wird er unerwartet zur Polizei zurückbeordert, um einen Serienmörder zu fassen. Der dritte Fall schließlich führt Gunther nach dem Krieg ins alliiert besetzte Wien, wo er einen Exkollegen vom Mordverdacht entlasten soll.

Ich habe mir mit der Bewertung schwer getan. Zwar sind die Fälle gut konstruiert, die Figuren nachvollziehbar, die Wendungen überraschend und die Auflösungen stimmig, aber die historische Kulisse ist für mich als Leser doch sehr belastend. Zu vielen Unschuldigen werden beiläufig die Leben zerstört, während eine ganze Nation moralisch vor die Hunde geht, und niemand außer Gunther scheint Notiz zu nehmen. Am Ende habe ich jeden Band mit einer Mischung aus Bewunderung, Betroffenheit und Ekel abgeschlossen - was meiner Ansicht nach genau der Absicht des Autors entspricht. Ich habe mich schlussendlich dazu durchgerungen, das mit fünf Sternen zu honorieren. Ich weiß aber noch nicht, ob ich mir die weiteren Bände der Reihe zulegen werde.
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am 31. August 2014
Nur zufällig stieß ich erst einmal auf "Mission Walhalla". Da mir der trocken-humorvolle Schreibstil gut gefiel, bestellte ich auch die Berlin-Trilogie. Besonders interessant finde ich die Verknüpfung von spannenden Geschichten eines Kriminalkommissars bzw. abwechselnd Privatdetektiv mit historischem Hintergrund der dreißiger und vierziger Jahre des Naziregimes. Philipp Kerr besticht durch hervorragende Kenntnisse, obwohl Schotte, der damaligen Zeit in Deutschland und durch kurzweilig-unterhaltsame Schreibweise. Kann ich wärmstens empfehlen.
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am 1. Juni 2016
Die Bücher von Kerr sind spannend geschrieben. Und bieten auf intelligente und unterhaltsame weise Hintergrundwissen zur Handlungsepoche.
Ein wenig nervig sind die vielen Vergleiche im eher anglizistischen Stil, die man einem deutschen Protagonisten so kaum zutraut. Schmälert das Leseerlebnis aber kaum.
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am 11. August 2013
Ich habe gerade alle Bewertungen gelesen. Ich kann sehr gut verstehen sowohl die positiven als auch die negativen Bewertungen. Was aber für mich persönlich ausschlaggebend war, dass ich anfing nach der Lektüre zu recherchieren. Mag sein, dass Kerr sich ständig wiederholt und etwas zu sehr im britischem Stil schreibt, aber meine Meinung nach, ein gutes Buch oder ein gelungener Film sind diejenigen, die einem zum Nachdenken, Nachforschungen motivieren und genau das tat ich nach dem ich die Bücher v. Kerr gelesen hatte.
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am 12. August 2016
Philip Kerr liefert interessante Details über historische Ereignisse, etwa wenn die SA vor Beginn der olympischen Spiele 1936 die Schaukästen des "Stürmer" abbaut, weil sogar die nazionalsozialistischen Führungskreise diesen wie ein behindertes Familienmitglied lieber nicht den internationalen Gästen präsentieren wollten; der Schreibstil ist flüssig, als Urlaubslektüre gut geeignet.

Leider sind seine Protagonisten (ebenso wie die Antagonisten) sehr holzschnittartig gezeichnet - Bernhard Gunther ist der edle Anti-Nazi (im Kriegsverlauf, soviel sei hier schon verraten, landet er zwar bei der SS, aber selbstverständlich mit größtem inneren Widerwillen usw.), der kaum eine Gelegenheit ausläßt, sich abfällig über das Regime auszulassen, wohingegen seine Gegenspieler alle 150%-Nazis sind, die sich nur intrigant gegenseitig bzw. den Juden an den Kragen gehen.

Diese eindimensionale Darstellung der Personen verhindert sehr effizient, daß man sich als Leser auch nur mit einer seiner Figuren identifizieren kann, das auch gar nicht will, und das ist auch die größte Schwäche dieser Trilogie. Stark hingegen die Schilderung von historischen Details, für mich als Wiener auch teilweise - unfreiwillig - witzig, wenn Philip Kerr im dritten Teil bei einigen Details kräftig daneben liegt.

Fazit: Meine Motivation, weitere Abenteuer von Gunther zu lesen, ist nicht mehr vorhanden, aber für einmal im Urlaub - vielleicht günstig von der Ramschtheke - ist das Buch durchaus zu empfehlen.
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 11. April 2007
In Großbritannien ist die "Berlin Noir"-Trilogie seit langem ein Klassiker unter den Kriminalromanen. Seltsamerweise erreichte Philip Kerr mit dem Buch in Deutschland nicht die gleiche Popularität wie in seiner Heimat, obwohl die Geschichten in Deutschland spielen.

Allerdings im Deutschland der Nazi-Zeit und das könnte es sein, was einigen Lesern hier aufgestoßen sein mag. Denn Kerr beschreibt die Zeit des "Dritten Reiches" so düster, angsteinflößend und grausam, wie sie wahrscheinlich auch war, und das mit einem grimmigen Humor, der wieder eher britisch ist. Wenn z.B. sein "Held" Bernie Gunther zum wiederholten Male mitten in der Nacht von der Gestapo aus dem Bett gerissen wird, nachdem man ihm die Tür eingetreten hat und er lakonisch fragt, warum sie nicht zur Abwechslung mal einfach tagsüber vorbeikommen und klingeln.
Dies ist keine Coolness, sondern bitterer Sarkasmus eines Desillusionierten, der weiß, dass er noch etwas riskieren kann, solange "sie" ihn brauchen.
Denn immer wieder brauchen die "düsteren Mächte" (siehe Titel des zweiten Romans) die kriminalistischen Fähigkeiten Gunthers, dem es beim direkten Zusammentreffen mit Himmler oder Göring kalt über den Rücken läuft, denn er weiß, dass diese Leute ihn jederzeit töten (lassen) können.

Der erste Fall "Feuer in Berlin" um einen unerklärbaren Doppelmord ist etwas wirr, wird aber überraschenderweise doch zu einer letztlich tatsächlich stimmigen Auflösung geführt. In diesem ersten Teil überzeugt vor allem das verblüffend gut gezeichnete Berliner Lokalkolorit, dass die Vermutung nahe legt, dass Kerr einige Zeit in Berlin verbrachte und sehr gut Zeitzeugenberichte aus den 1930ern studiert haben muss.

Der zweite Fall "Im Sog der dunklen Mächte" um einen scheinbaren Serienmörder der nur blonde "arische" Mädchen umbringt, erschüttert durch die Perfidität der wirklichen Hintergründe.

Der letzte Teil "Alte Freunde - neue Feinde" spielt schließlich in der unmittelbaren Nachkriegszeit und behandelt das Thema der "Altlasten".

Historisch fundiert, mit Zynismus durchsetzt und sprachlich eher "hart" und kernig (keine "Frauenkrimis" wie Elizabeth George) sind Kerrs Klassiker ein Fund für jeden ernsthaften Krimi- und Thrillerfan.
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am 25. September 2004
Ähnlich wie Robert Harris in "Vaterland" nimmt auch Philip Kerr die Nazi-Zeit zum Hintergrund für seine Krimis, allerdings bleibt er im Gegensatz zu Harris in der Echtzeit. Sein Ermittler, der Ex-Polizist Gunther wird im Stil der Privatermittler beschrieben, trinkfester, einsamer Frauenfreund, eine ehrliche Haut bis an die Schmerzgrenze, der es mit dem Rest der Welt aufnimmt und natürlich eine Ermittlung weiterführt, selbst wenn er kein Geld mehr dafür bekommt. Bernhard Gunther ermittelt Verbrechen im Dickicht der Nazi-Behörden, reale Verbrechen, die immer einen historischen Hintergrund mit Personen aus der NS-Führungsriege haben und sich zum Teil auf nie aufgeklärte Ereignisse stützen. Die Triologie beginnt 1936 und endet 1947 in Wien, wo sie stark an "Der 3. Mann" von Graham Greene erinnert. Glaubwürdig, spannend und trotzdem zum Nachdenken anregend dieser Innenblick auf die Nazi-Zeit.
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am 16. September 2011
Die in einem Band zusammengefassten drei Kriminalromane um den Privatdetektiv Berhard Gunther führen zurück in die Vor- und Nachkriegszeit Deutschlands und geben historische und hautnahe Einblicke in das Leben verschiedener Gesellschaftsschichten dieser Zeit.

Im ersten Teil 'Feuer in Berlin' wird Gunter vom Industriemagnaten Hermann Six beauftragt, den Mord an Tochter und Schwiegersohn aufzuklären und die gestohlenen Juwelen im Wert von 750.000 Reichsmark wiederzubeschaffen. Im zweiten Teil wird der Privatdetektiv zunächst von einer Witwe angeheuert, die erpresst wird. Auf Anweisung von SS-Standartenführer Heydrich kehrt Gunther zurück in den aktiven Polizeidienst, um einen Serienmürder Dingfest zu machen, der mehrere junge Frauen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren vergewaltigt, umgebracht und verstümmelt hat. "Alte Freunde - neue Feinde" versetzt den Leser in die Nachkriegszeit, die von Hunger, Not, Zerstörung und einem blühenden Schwarzmarkt geprägt ist. Gunther erhält ein lukratives Angebot eines Sowjet-Oberst, das ihn nach Wien führt. Er soll den Fall um seinen ehemaligen Berliner Kollegen Emil Becker aufklären, der des Mordes an einen amerikanischen Major angeklagt ist.

Die drei Kriminalromane sind aus historischer Sicht in einer ereignisreichen und turbulenten Epoche angelegt. Allein diese Tatsache lässt einen spannenden und interessanten Plot erwarten. Auch Gunther bewegt sich als Protoganist jenseits vom Mitläufertum. Ein ehemaliger Kommissar im Berliner Polizeidienst, der nach der politischen Kursänderung 1933 den Polizeidienst quittierte, da er nicht die politischen und systemischen Anschauungen der neuen Epoche unterstützt. Die Triologie ist nicht hervorragend, aber unterhaltsam und lesenswert und alle drei Bände malen ein intensives Bild der Lebensumstände und 'bedingungen der einzelnen Gesellschaftsschichten in dieser Zeit.

Fragwürdig ist allerdings der immer wieder auflebende Kontakt mit Nazigrößen wie Göring, Heydrich, Nebe oder Müller, der sich durch die gesamte Triologie zieht. Es ist zweifelhaft, ob Machtgrößen mit den entsprechenden Einflussbereichen auf einen kleinen Detektiv wie Bernhard Gunther zurückgreifen, während Gestapo und der Rest des Apparates im Dunkeln tappen.
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am 4. März 2015
Bernie Gunther ermittelt als Privatdetektiv im "Nazideutschland"; drei Bücher in einem Band sind günstiges Lesevergnügen.
Von einem britischen Autor so durch deutsche Zeitgeschichte geführt zu werden, ist beeindruckend. Schwer zu sagen, was Phantasie und was Wahrheit ist, glaubwürdig scheint es, und es ist sehr spannend geschrieben. Man mag Bernie, weil er bemüht ist, unter den damaligen Verhältnissen Ehre, Moral und Anstand zu bewahren. Mit ihm lernt man eine sonst so nicht bekannte oder beschriebene Seite deutschen Alltagsleben in der damaligen Zeit kennen. Die weiteren Bände werden Pflichtlektüre.
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am 17. Mai 2016
Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch mittlerweile gelesen habe. Es ist einfach unglaublich spannend und packend. Wer Raymond Chandler liebt, wird Kerr als seinen würdigen Erben der Gegenwart verehren. Eine wortgewaltige, bildreiche Sprache, die mich manchmal laut auflachen und häufig schmunzeln lässt, ein spannender Plot, der realistisch und fesselnd daherkommt, die allgegenwärtige und unterschwellige Bedrohung in Nazideutschland, fiese Schurken, zum Teil der Zeitgeschichte entnommen, schöne Frauen und überraschende Wendungen. Leserherz, was willst Du mehr von einem Thriller?
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