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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 16. November 2005
Was passiert? Ein junger Informatiker, kontaktscheu, gibt im Auftrag seiner Computerfirma Einführungskurse für Käufer der Programme, kommt wegen einer Herzbeutelentzündung ins Krankenhaus, muss wegen schwerer Depressionen in psychiatrische Behandlung.
Also: Nichts Großes, nichts Aufregendes, das hier passiert. Auch kein Protagonist, der Sympathie hervorruft oder dessen Schicksal besonders bewegt. Sondern einer, der an seiner Welt und seinen Mitmenschen das diagnostiziert, woran er auch selbst krankt: Fühllosigkeit und daraus resultierend eine Unfähigkeit zur Kommunikation, sofern diese nicht via Technik funktioniert. Es ist müßig, darüber zu jammern und zu klagen, und folgerichtig seziert der Protagonist die Situation lediglich. Dabei betreibt er weder Ursachenforschung noch sucht er Lösungswege.
Es scheint auch derzeit keine Lösung möglich, sonst wären die Erkenntnisse des Ich-Erzählers nicht noch bis heute aktuell.
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am 17. September 2004
Um es vorwegzunehmen: "Die Ausweitung der Kampfzone" ist ein wichtiges, gutes Buch. Aber ich würde es nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Warum? Nun, zum einen ist die Erzählweise so eindringlich, dass man bereits nach ein paar Seiten die Menschenverachtung und das Gefühl der Einsamkeit des Protagonisten (ein ziemlicher Unsympath übrigens) zu teilen beginnt - nicht unbedingt das, was man ein entspannendes Lesevergnügen nennt. Zum anderen könnten sich gerade zartbesaitete von dem vieldiskutierten Kapitel, das sich der Anstiftung zum Lustmord widmet, abgestoßen fühlen.
Ein wichtiges Buch aber deshalb, weil es sehr schön vor Augen führt, welche Werte in unserer westlichen Gesellschaft (da unterscheiden sich Frankreich und Deutschland nicht wirklich)als erstrebenswert angesehen werden: Geld, Macht, viel Sex als Indikator persönlichen Glückes - nur die entsprechende Zufriedenheit mag sich merkwürdigerweise nicht einstellen.
Ein desillusionierendes Buch, aber wer z.B. Chuck Palahniuk gerne liest, der wird Houellebecq zu schätzen wissen (oder auch umgekehrt...)
Bedrückend: nach der Lektüre durch die Stadt zu gehen und nur Verachtung für die Menschen um einen herum zu empfinden - hielt einen ganzen Nachmittag an und zeugt von dem enormen Eindruck, den das Buch beim Leser hinterlassen kann.
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am 3. April 2009
"Kampfzone" enthält alle Elemente eines typischen Houellebecqs: Detaillierte Schilderungen der sexuellen Phantasien des Autors, Abgründe unserer Gesellschaft und die erfolglose Suche nach Liebe und Glück, geschrieben im typischen beiläufig-ironischen Stil. Nebenbei rechnet H. mit schwerfälliger Behördenbürokratie und egoistischen Karrieristen ab. Wie üblich teilweise erschreckend und mitunter humorvoll, jedoch noch nicht so ausgereift wie Plattform, trotzdem ein Muß für alle Fans - und für aufstrebende Angestellte der Softwarebranche.
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"Einige Minuten lang konnte ich alles auf streng objektive Weise beobachten. Doch dann packte mich ein Gefühl des Unbehagens. Ich stand auf und ging schnell weg." Dieses Buch ist dann am unterhaltsamsten, seine Einsichten in die moderne Gesellschaft am klarsten, wenn der Protagonist seine Umwelt beschreibt, insbesondere die absurde Existenz von Menschen, die ihm eigentlich gleichen. Es ist vor allem die Welt der Büros in Paris und der französischen Provinz, die hier nicht gut weg kommt. Menschen handeln von den eigenen Wünschen und Träumen entfremdet. Und oft genug sind sie dabei außerordentlich traurig anzuschauen oder auch komisch. Insgesamt ist es ein Panoptikum leidender Seelen, die Houellebecq in seinem ersten, erfolgreichen Roman hier darstellt.

Der Kern des Übels wird dabei in folgendem Satz zusammengefasst: "Die Sexualität ist ein System sozialer Hierarchie." Diese Aussage findet sich auch in späteren Büchern des Autors wieder. Man muss schon zugeben, dass der Autor seine These in "Ausweitung der Kampfzone" wie auch in anderen Büchern überzeugend illustriert und begründet. Mir erscheinen diese Passagen allerdings deutlich weniger überzeugend als die lakonischen Beschreibungen von Personen und Ereignissen. Nein, die Welt besteht nicht nur aus Sex und Geld. Und so kommt mir die oft zitierte Hauptthese des Autors etwas dünn vor. Und zumindest in "Plattform" bekommen wir hier Klügeres zu lesen.

"Ich verfiel langsam auf den Gedanken, dass all diese Leute, Männer wie Frauen, überhaupt nicht gestört waren; sie litten nur unter einem Mangel an Liebe. Ihre Gesten, ihr Verhalten, ihre Mimik zeugten von einem herzzerreißenden Durst nach körperlicher Berührung und Zärtlichkeit; aber das war natürlich unmöglich." Hier, im besten Satz des Buches, kurz vor dem Schluss, wird klar, worum es eigentlich im Leben geht. Und so lässt das Buch es durchaus offen, ob die vielen Passagen über Sexualität, Markt und Kapitalismus wirklich platte Gesellschaftskritik sind oder nicht vielmehr subjektive Äußerungen eines in seinem sozialem Handeln doch sehr begrenzten Protagonisten, dessen Leben zum Ende des Romans zunehmend verfällt. Denn nicht immer muss in Romanen der Protagonist die Meinung des Autors wiedergeben.

Aber wie man die Botschaft des Romans auch immer verstehen oder bewerten will, das ganze zu lesen ist schon ein Erlebnis.
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am 11. Januar 2016
Seit Jahren nehme ich mir immer wieder dieses Buch zur Hand und schmökere darin herum. Egal, welche Seite ich auch aufschlage, ich muss immer wieder gerade heraus lachen, so genial ist es geschrieben. Die letzten beiden Seiten habe ich mir mit Signalstift orange markiert, weil sie für mich das beste Ende eines Romans darstellen, das es nur geben kann. Das Lebensziel ist verfehlt. Es ist zwei Uhr nachmittags. Besser geht's nicht..
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am 21. August 2016
Houellebecq's erstes Buch ist das beste,was ich seit langem gelesen habe, präzise wie ein Chirurg zerlegt er alle unsere Eitelkeiten, trotzdem bleibt immer noch ein Ausweg, denn er sieht die Dinge so wie sie sind, da kann man nun mal nicht mit Wattebäuschen um sich schmeissen.
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am 25. Juni 2000
Ein Squashball von Buch: Klein, hart, schnell und bösartig. Und absolut real, bereit zu treffen. Die „Kampfzone" des Titels ist das Leben des erfolgreichen Zivilisationsmännchens, auszustechen gilt es die Geschlechtsgenossen in zwei Feldern: Beim Geldverdienen und beim Weibchenkriegen. Houellebecq seziert gnadenlos das leere Leben - und Hoffnung macht er kaum. Der Held ist erfolgreicher Softwareexperte Ende Zwanzig, er verdient mehr als die meisten seiner Altersgenossen, er kann es sich leisten, sein Auto nach einer heftigen Party einfach irgendwo am Straßenrand zu vergessen und nicht mehr danach zu suchen. Der Ort ist Paris, und der Held lebt allein. Mit einem Kollegen muß er eine Reise in die Provinz antreten, die umfassende Einführung eines neuen Softwarepakets für Behörden begleiten. Der Kollege ist arg klein und häßlich, und in der Kampfzone bedeutet das: Keine Weibchen. Gemeinsam machen die beiden in den Landdiskos Mädels an, doch die gehen schließlich mit Anderen weg. Das geht natürlich nicht, und so drückt der Held seinem todunglücklich betrunkenen und notgeilen Kollegen schließlich ein Messer in die Hand, den Kampf ganz neu zu gestalten. Mehr will ich vom Plot gar nicht erzählen, denn eigentlich sind es die Reflektionen des Helden, die „Ausweitung der Kampfzone" zu einem solch aufwühlenden Buch machen (und auch einem der größten literarischen Erfolge der letzten Jahre). Das Bändchen konnte ich in zwei Stunden gründlich lesen (gerade mal 150 weit beschriebene Seiten) und als die vorbei waren, wollte ich es nicht mehr vergessen. Da hat ein etwas verwahrlost wirkender französischer Intellektueller eine mächtig verstörende Offenbarung geschrieben, und die wird nachwirken. Deshalb der Appell an alle Computerarbeiter/innen und Einsamen im Lande: Nehmt Euch zwei Stunden, lest es und werdet etwas sehender.
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am 14. September 2015
Ich werde hier nicht nochmals den Inhalt runterbeten. Den kann man schon genug nachlesen.

Zu dem Hörspiel

Die Sprecher sind gut. Der Inhalt ist gut. Auch der Schnitt ist gut. Einzig und alleine der manchmal unpassende Sound ist wirklich schrecklich.
In einer Disco ist Musik passend aber an wichtigen Stellen ein Stimmengewirr oder andere lauten Geräusche einzublenden und dadurch die Aufmerksmakeit abzulenken ist einfach dilettantisch.
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am 21. Juli 2000
Warum es für einen Single schier unmöglich ist, sich ein Einzelbett zu kaufen (ohne dabei sein Gesicht zu verlieren).
Houellebecq filetiert die konsum- und karriereorientierte Gesellschaft der rund 30er mit all ihrer Oberflächlichkeit und ihren fehlenden Visionen. Er seziert sie schonungslos, vielleicht manchmal unappetitlich, aber immer wohlgezielt und voll bitterem Witz. Wir begleiten Houellebecqs Helden einen kurzen zusammenhängenden Zeitraum durch sein beruflich nur scheinbar erfolgreiches Leben, das genauso leer ist wie sein privates Leben, was sich aber fraglos nicht sonderlich unterscheidet von tausend Leben in Frankreich, Deutschland etc., von eben Menschen dieser Altersgruppe. Wir begleiten ihn das kurze Stück mit seinen lakonisch berichteten Alltagserlebnissen, geführt durch seine inneren Monologe, die bei näherer Betrachtung dann nicht mehr alltäglich sind, sondern ihn zwangsläufig in den totalen psychischen Zusammenbruch führen. Dem Autoren gelingt es mit seiner kompromisslosen Erzählung, den schönen Schein unserer (Wohlfühl-)Gesellschaft zu zerreißen. Ein reizvoller und provokanter Schreibstil machen dieses Werk zu mehr als nur zu einer kurzweiligen Literatur, es ist ein Lichtblick in dem gleichmütigen Allerlei.
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"Der Roman, von gleicher Gestalt wie der Mensch, sollte normalerweise alles von ihm enthalten können." [1] Man versteht Houellebecqs Antriebe vielleicht besser, wenn man seine Biografie kennt - denn seine Romane wirken möglicherweise genau deswegen so ungekünstelt, weil sie im besten Sinne authentisch sind.

Michel Houellebecq wurde schon als sechsjähriges Kind von den Eltern zur Großmutter weggeben. Die Schulzeit verbrachte er im Internat. Es folgte ein Studium der Landwirtschaft.

Es gab erste Schreibversuche. Ein selbstgedrehter Film. Ein abgebrochenes Studium an einer Film-Akademie. Denn mit 22 heiratete er. Bald kam ein Sohn. Er empfand sein Leben als gescheitert und begab sich in psychiatrische Behandlung.

Mit 25 erhielt er eine Stelle als Programmierer und wechselte binnen kurzem ins Landwirtschaftsministerium. Drei Jahre öder, bürgerlicher Existenz in Einsamkeit, schwer erträglich für einen sensiblen und intelligenten Menschen. Die Titel seiner Gedichtbände sind Programm: "Rester vivant" ("Lebendig bleiben", 1991/33) und "La Poursuite du bonheur" ("Die Fortführung der Suche nach dem Glück", 1992/34) - offensichtlich mit Marie, seiner zweiten Ehefrau, die er im gleichen Jahr kennen lernte.

Erst zwei Jahre später, 1994 - im Alter von 36 Jahren - erschien sein hier vorliegender erster Roman, in welchem die jüngeren der erlebten Desillusionierungen verarbeitet wurden: die Zeit als Programmierer [2], der Verlust der Jugend, der Aufenthalt in der Psychiatrie.

Man mag das Ende des depressiven Leidenswegs des Romanhelden als Zurückzug, als Abkapselung interpretieren - sozusagen in Konsequenz seiner akribisch aufgelisteten Erkenntnisse: Sowohl die wirtschaftliche Funktion der Gesellschaft als auch der Markt der erotischen Eitelkeiten sind eher von Glücklichen und Gestörten zu beherrschen als von Beobachtern und Denkern. Die eigene Unfähigkeit, seine Ansprüche an einer realistischen Selbsteinschätzung zu kalibrieren, führt zum Stillstand. Und das saftige Leben der Jugend endet bereits mit dem Beginn des biologischen Alterns - also nach Houllebecq wohl irgendwann zwischen 14 und 16...

Ich neige in Anbetracht der Biografie dazu, das Ende nicht als Rückzug in die Einkapselung zu sehen, sondern als - um in einem kosmischen Bild zu sprechen, das, mit einem Augenzwinkern gesagt, dem Ego des Autors in seiner Dimension gerade eben gerecht wird - den Moment, in welchem die Massenverdichtung eines schwarzen Lochs zur Mutter aller Explosionen führt, zur Geburt eines neuen Universums.

Mit seinem ersten Roman hat sich Michel Houellebecq keineswegs den depressiven Tendenzen seines Helden ergeben, sondern seine Kampfzone ganz offensichtlich beträchtlich ausgeweitet.

Begeisterten Alltags-Stramplern und unermüdlichen Kämpfern für die "Proliferation" ihres bescheidenen "Genepools" mag das alles ja gehörig gegen den Strich gehen, schließlich stellt Houellebecq beharrlich und mit beachtlichen intellektuellen und stilistischen Mitteln ihren geliebten Lebenszweck in übelster Weise in Frage.

Aber im Ernst: Wie kann ein intelligenter Mensch die Welt aufmerksam beobachten und sorgfältig analysieren, ohne dies zu tun? [3]

Im Spiegeln des Spiegels entsteht die Unendlichkeit der Kunst.

print-jury 5* A0472 27.1.2011

[1] Michel Houellebecq, "Die Welt als Supermarkt" (2001)

[2] Die in den Büchern erkennbare Tätigkeit entspricht einem einfachen Programmierer, obwohl sich Houellebecq gerne "Informatiker" nennt - ein Studium entsprechender Fächer hat aber offensichtlich nicht stattgefunden. Auch die Texte des ansonsten außerordentlich belesenen und intelligenten Autors deuten nicht auf eine bestimmte logische Durchdringung hin, wie man sie durch das Verständnis wirklicher Mathematik erwerben kann.

[3] "Wir werden nicht um eine Neudefinition der Wissensgrundlagen, um eine Neudefinition des eigentlichen Begriffs der Realität herumkommen; für das Gefühlsleben sollte man sich das bereits jetzt vor Augen führen. Wie dem auch sei, wir werden sterben, so lange wir eine mechanistische und individualistische Weltanschauung beibehalten. Es erscheint mir daher unvernünftig, noch länger im Leiden und Bösen zu verharren. Die Idee des Ich besetzt seit fünfhundert Jahren den Raum. Es ist Zeit, eine andere Richtung einzuschlagen." (Michael Houellebecq, Art Press, n° 199, Februar 1995)
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