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Kundenrezensionen

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am 27. Mai 2006
Ich bekenne: die Liste meiner Lieblingsbücher hat sich um eines erweitert. "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" ging mir unter die Haut und hat mir zugleich wunderbare Lesestunden beschert!!

Für mich ist es ein Buch, dass ich nicht vergessen werde. Wo soll ich anfangen? Die Geschichte ist grob umrissen folgende: ein alter Mann, als einzige seiner Familie haben er und seine noch kleine Enkeltochter die gewalttätigen Auseinandersetzungen überlebt, wandert per Schiff nach Europa aus. Im Gepäck hat er ein wenig heimatliche Erde und ein verblasstes Foto. Nach Wochen der Überfahrt kommen die Emigranten schließlich im kalten, nebligen Europa an und werden dort zunächst in einem Heim für Emigranten untergebracht. Alles ist fremd für den Neuankömmling: die Gerüche, die Landschaft, die Mentalität der Menschen, einfach alles...oftmals denkt er wehmütig zurück an sein Leben daheim, er ist nur glücklich, dass er seine kleine Enkeltochter bei sich hat. Sie gibt ihm die Kraft weiterzuleben da er für sie sorgen muss.

Im Laufe der Zeit traut er sich auch allmählich auf Entdeckungstour. Er geht also spazieren mit seiner Enkelin. Eines Tages macht er die Bekanntschaft eines Mannes bei einem seiner Spaziergänge im Park. Beide verbindet Einsamkeit und der Verlust liebgewonnener Menschen. Und obwohl der eine nicht die Sprache des anderen spricht entsteht ein stummes Einvernehmen und Vertrauen zueinander. Sie erfreuen sich an der Gesellschaft des anderen und Monsieur Linh lauscht den Erzählungen seines neuen Freundes. Obwohl er die Worte nicht versteht, so begreift er doch anhand der Intonation, dass dieser auch Kummer erlebt hat. Und so entsteht eine kostbare und wunderbare Freundschaft zwischen den beiden, die nicht befriedigender sein könnte selbst wenn sie verstehen könnten was der andere sagt. Doch das Glück einen Freund gefunden zu haben wird getrübt als Monsieur Linh erfährt, dass er aus dem Heim für Emigranten in ein Altenheim übersiedeln soll. Es zwingt ihm eine erneute Umstellung auf. Als er dort wohnt wird ihm klargemacht, dass er das Heim nicht mehr einfach verlassen darf. Er macht sich Sorgen wie er es anstellen soll jemals seinen Freund wieder zu treffen...

Das Ende ist ebenso überraschend wie erschütternd, obwohl mir schon manchmal etwas dämmerte.... Eine Geschichte geschrieben mit so viel Gefühl und Liebe für die Hauptfiguren!! Wer eher die leisen Töne liebt und auf Action verzichten kann wird dieses Buch sicher ebenso lieben! Wirklich wunderschön!!
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am 27. August 2006
Ein grosses Buch mit kleinem Umfang.
Sie werden diesen Roman, der nur 127 Seiten umfasst, nicht mehr weglegen können. Das Schicksal des Monsieur Linh ist unglaublich tiefgründig und ergreifend, so dass manch ein Leserauge nach erfolgter Lektüre feucht sein dürfte. Obwohl der Hintergrund des Buches aus historischer Sicht einige Jahrzehnte zurückliegt, sind durch Kriege verursachte Tragödien einzelner Menschen Schicksale absolut aktuell. Die Subtilität der Darstellung von Herrn Linhs unsinniger Entwurzelung von seiner geliebten Heimat infolge Kriegsgelüsten fremder Mächgte, ist meisterlich. Der Autor verdient höchste Anerkennung.
Wenn Sie dieses Buch zur Hand nehmen, riskieren Sie ein Abendessen oder einen anstehenden Termin zu verpassen, denn Sie werden sich nicht leicht von der einmal begonnenen Lektüre trennen können.

Marcel Burgauer, Zumikon, Schweiz
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am 9. August 2007
Philippe Claudel ist, nachdem ihm im vergangenen Jahr mit dem Roman "Die grauen Seelen" der literarische Durchbruch gelungen ist, mit seinem neuen Roman "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" nicht weniger geglückt als ein kleines Kunstwerk. In der Art und im Umfang erinnert es zeitweise an die Romane von Eric-Emmanuel Schmitt, jedenfalls transportiert es ähnlich viel Lebenskraft und Hoffnungsstärke.

Das Buch beginnt mit der Schilderung einer Szene auf einem Schiff. Es ist eines der zahllosen Flüchtlingsschiffe aus Vietnam und Indochina, die in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Jahrzehnten fürchterlicher Kriege und unbeschreiblicher Verwüstungen und Zerstörungen Tausende und Abertausende von sogenannten boat-people" in den asiatischen Meeren aufgriffen und ihnen in den Ländern Westeuropas und in den USA eine neuen Heimat zu geben suchten.

Monsieur Linh ist einer von ihnen. Er ist ein alter Mann, der bei einem fürchterlichen Napalm-Angriff nicht nur sein Dorf und seine Heimat, sondern seine ganze Familie verloren hat. Nur seine kleine Enkeltochter Sang-diu ist ihm geblieben. Sie hat er gerettet und hält sie nun an der Reling des Schiffes stehend im Arm, das sie nach Frankreich bringen wird.

Dort lebt er zusammen mit anderen Flüchtlingsfamilien zunächst in einem kleinen Heim, wird mehr schlecht als recht versorgt, und wagt sich nach einiger Zeit nach draußen, wo er auf einer Parkbank einen Franzosen kennen lernt.

Monsieur Bark, ein ebenfalls schon in die Jahre gekommener, traurig aussehender Mann setzt sich neben ihn, beginnt ein Gespräch über das Wetter und stellt sich mit seinem Namen vor. Linh, der fremden Sprache nicht mächtig, antwortet den Traditionen seines Landes entsprechend, indem er dem anderen einen guten Tag wünscht. "Tao-lai." Monsieur Bark hält das für dessen Namen und redet ihn fortan damit an, was Linh zu dem Gedanken veranlaßt, daß das aber ein höfliches Land sei, in dem man sich andauernd einen guten Tag wünscht.

Sie kommen sich näher. Monsieur Bark fragt auch nach seiner Enkeltochter: "Ein hübsches kleines Püppchen haben Sie da. Wie heißt sie denn ?"
Monsieur Linh fühlt sich zum ersten Mal in dem neuen Land wahrgenommen und taut sichtlich auf. Er zeigt dem anderen ein verwaschenes Bild mit seiner Frau, aufgenommen lange bevor der Krieg seine Familie auslöschte. Und Monsieur Bark, beginnt einfühlsam zu verstehen. Er erzählt Linh von seiner verstorbenen Frau, die ein Karussell betrieb und ziehet ebenfalls ein altes Bild aus seiner Tasche. Aus seinem Tonfall und seiner Mimik kann Linh irgendwann den richtigen Schluß ziehen, daß Monsieur Bark ebenso seine Frau verloren hat wie er.

Die Schilderung dieser Gespräche ist Claudel auf das einfühlsamste gelungen. Es scheint etwas auf, ein kleiner Hoffnungsschimmer, wie es gehen könnte mit den Menschen und ihrem Fremdsein, wie es anfangen könnte, das gegenseitige Verständnis und die Anerkennung, dessen was anders ist.

Monsieur Bark spürt das, und etwas, was lange in ihm vergraben war, bricht auf, eine alte Schuld muß ausgesprochen werden. Als er an einem schönen Tag Monsieur Linh ans Meer führt und dieser sich an seine Heimat erinnert, spürt das auch Bark und beginnt zu reden. Und Erschütterndes kommt heraus.

Monsieur Linh weiß nicht, wovon der andere redet, aber er spürt, daß es ihm unendlich wichtig ist. Vielleicht trauert er genauso um seine Frau wie ich, denkt er. Sie besuchen auf Barks Einladung ein Restaurant. Sie sind einfach glücklich zusammen, und nehmen sich so wie sie sind.

Doch das Unglück lauert schon. Monsieur Linh wird von der provisorischen Unterkunft in eine andere gebracht, ein Schloß mit hohen Mauern, in dem viele alte Menschen leben, die nur so vor sich hinstarren. Linh versucht sich auch hier zu arrangieren, doch er vermisst seinen Freund. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, das Schloß zu verlassen, gelingt es ihm beim zweiten Mal. Und ein auch dem Leser lange verborgenes Geheimnis wird gelüftet ...

Philippe Claudels neues Buch ist eine bewegende Lektüre, die nachdenklich macht und noch lange im Inneren arbeitet. Es ist schon große Kunst, in einer solchen Kürze und Dichte schreiben zu können.

Ich jedenfalls warte schon jetzt mit Spannung auf Claudels nächstes Buch.
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am 3. Juni 2014
Habe dieses Büchlein in einem Rutsch gelesen, ist auch nicht schwer, da es recht dünn ist. ABER!! nach dem letzten Satz war ich so gerührt, was mir bei Büchern sehr selten passiert..., dass ich es am nächsten Tag nochmals gelesen habe, nun unter dem Eindruck des Wissens um die Geschichte. Und es war ein vollkommen neues Buch, da ich auf Dinge achtete, die mir beim ersten Mal verborgen blieben. Also unbedingt lesen.
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am 17. Juli 2016
Leider kann ich meine Begeisterung für den Schreibstil und die Geschichte als solche nicht wirklich in Worte fassen.
"Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" ist ein "kleines, feines, stilles" Buch, wie ich es in dieser Form noch nicht gelesen habe. Es lädt ein zum Schmunzeln, Weinen und sich Gedanken machen... Gerade in der heutigen Zeit mit der sogenannten "Flüchtlingsproblematik" eine Lektüre, die sich auf jeden Fall lohnt. Ich hoffe weiter auf so tolle Bücher von Philippe Claudel!!!
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am 9. Februar 2009
Eines der schönsten, bewegenden und märchenhaftesten Bücher über die Thematik 'Exil'.
Gelesen habe ich es in weniger als vier Stunden, einerseits weil es in Großdruck veröffentlicht wurde aber andererseits auch und vor allem weil es unvergleichlich toll war.

Es geht um Monsieur Linh der von seinen Landsleuten im Flüchtlingslager scherzhaft nur 'Der Onkel' genannt wird und um seine schöne, kleine Enkeltochter Sang diu. Sie verlieren nach einem Bombenangriff all ihr Hab und Gut, ihre Familie & Freunde, die Erinnerung an eine ferne, glückliche und friedliche Zeit.

Nach einer Schiffsreise kommen sie nun endlich ins Exil an, fremdartige Menschen die einem nie in die Augen schauen und sich äußerst zielstrebig auf den Straßen bewegen, eine fremde Sprache und vor allem riecht es nach Nichts in dieser Stadt bis Monsieur Linh eines Tages bei einem Spaziergang den dicklichen, liebenswürdigen und warmherzigen Monsieur Bark begegnet.

Obwohl die zwei sich in der gesprochenen Sprache nicht verständigen können, passiert das unvorstellbare sie verständigen sich über die gefühlte Sprache, die weder Worte noch Sätze bedarf. Sie bedarf lediglich eines weit geöffneten Herzens für unsere Mitmenschen vor allem für diese die erstmals Fremde sind.

Da ich ebenfalls die Erfahrung einer Emigrantin gemacht habe empfand ich dieses kleine, unscheinbare Büchlein als sehr, sehr bewegend. Die Begegnung der beiden ist nicht nur für sie selbst Hoffnung spendend und tröstlich sondern auch und vor allem für andere Emigranten.

Die Sprache in welcher Phillipe Claudel sich hier Gehör verschafft ist unkompliziert und gleichzeitig wunderschön, somit unbedingt auch etwas für Leserinnen und Leser die erst seit kurzem deutsch sprechen und lesen können.

Lassen sie sich in die Welt der 'Fremden', der 'Anderen' entführen und sie werden beim nächsten Mal garantiert ein 'Grüß Gott'oder ein 'Guten Tag' für sie übrig haben und wer weiß vielleicht könnte das der Beginn einer wunderbaren Bekanntschaft oder gar Freundschaft werden.

Lassen sie sich nicht von der Fremdartigkeit einer Sprache oder eines Liedes abschrecken sondern seien sie neugierig und aufgeschlossen, schließlich ist die Welt ein großer, bunt gewebter Teppich, welcher um einiges trister aussehen würde, wären da ein paar Nuancen nicht existent.
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am 18. August 2006
Eine ganz stille und subtile Erzählung zweier alter einsamer Männer, die sich anfreunden, obwohl sie die Sprache des anderen nicht verstehen. Täglich wartet einer auf den anderen auf derselben Bank. Kaum dass sie sich gefunden haben, werden sie jedoch voneinander getrennt. Für immer?

Mit seinem ganz klaren einfachen und bestechend eindringlichen Stil erzeugt Philippe Claudel eine fesselnde melancholische Stimmung. Es bleibt einem kaum eine andere Wahl als das Buch in einem Atemzug durch zu lesen. Und am Ende ist man glücklich und traurig zugleich.
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am 6. Juli 2012
Das ist ein Buch das ich weiter schenken werde. Es ist so "leise und sanft" geschrieben. So schön.Ein Lob an Philippe Claudel, er schreibt wunderbar.
Ich muss immer an Herrn Linh denken, wie er sich um der kleinen Enkelin kümmert, wie er sie ernährt hat und dabei ihr Lieder aus der Heimat ins Ohr gesungen hat. Die Liebe und Besorgnis des alten Mannes, kann man buchstäblich spüren. Ein sehr schönes Buch.
Monsieur Linh flieht nach einem Bombenangriff aus seiner Heimat und kommt mit anderen Flüchtlingen in ein Heim in einem fremden Land (der Leser erfährt nicht welches Land es ist)und lernt auf einem Spaziergang Monsieur Bark kennenlernen. Sie treffen sich täglich vor dem Parkeingang. Monsieur Bark redet ununterbrochen und erzählt Monsieur Linh aus seinem Leben. Da Monsieur Linh nicht die Sprache des Landes kennt, sitz einfach auf der Bank neben Herrn Bark und hört geduldig dem neuen Bekannten zu. Mit Monsieur Bark hat das neue Land ein Gesicht bekommen. Auf die Begegnung kann sich Monsieur Linh schon beim aufwachen freuen.
Zwischen Monsieur Bark und Monsieur Linh entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.Für beide Männer ist diese Begegnung der Lichtblick in deren einsamen, traurigen und aussichtslosen Tagen.Der eine vermisst die Heimat und die Familie die er dort verlor, der andere die Ehefrau die er auch vor kurzem verloren hat.
Lesen!
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am 17. Juli 2013
Monsieur Linh singt leise, damit er seine Enkeltochter nicht aufweckt. Ganz fest presst er das kleine Bündel an sich, sie ist das Einzige, was ihm aus seiner alten Heimat geblieben ist, alles andere hat er verloren, in einem Krieg, den er nicht versteht.
Dieser Krieg hat ihn zu einem Flüchtling gemacht. Nur seine Enkeltochter Sang-diu hat die schreckliche Zeit überlebt, alle anderen aus seiner Familie sind gestorben, zerfetzt von Bomben und Kugeln, und so ist Monsieur Linh aus seinem geliebten Dorf geflohen. Ein Schiff hat ihn in ein neues Land gebracht, in ein Land ohne Geruch, ein Land, in dem es schrecklich kalt ist und in dem er die Sprache nicht versteht.

Die Tage im Flüchtlingslager sind lang und leer, nur die kleine Sang-diu gibt ihm Kraft und Hoffnung, für sie muss er stark sein. Als er sich eines Tages endlich traut, das Gemeinschaftszimmer im Heim zu verlassen und spazieren geht, trifft er den dicken Monsieur Bark auf einer Parkbank und obwohl sich die beiden nicht verstehen können, beginnt hier eine wunderbare Freundschaft.

Philippe Claudel hat ein ergreifendes kleines, großes Werk geschaffen.
Ein intensives Buch, dass mit leisen Tönen berührt. Es geht um Verlust, Sehnsucht und die Einsamkeit. Aber auch um die Verbindung zwischen Menschen, um Familie, Freundschaft und Liebe. Mit einfachen Sätzen und ohne Schnörkel schafft Claudel eine beeindruckende Atomsphäre, in der man Monsieur Linh auf seinen Wegen durch sein neues Leben folgt, immer hoffend, dass es gut ausgehen wird für ihn und immer mit dem flauen Gefühl im Magen – was, wenn nicht? Man weiß nicht, aus welchem Land Linh kommt oder in welches Land er geflohen ist, man kann es nur vermuten. Vietnam liegt nahe, vielleicht auch Kambodscha, Frankreich… dadurch, dass nichts wirklich bestimmt ist, wohnt dieser Geschichte eine Art Mysterium inne, sie erinnert an ein Märchen, eine Erzählung. Es war einmal…

Die Freundschaft zwischen Linh und Bark, die aus so verschiedenen Welten kommen und sich gegenseitig nicht verstehen, berührt. Es ist, als ob sich zwei verlassene Seelen erkannt hätten und keine Worte brauchen, um zu wissen, was der andere sagt. Zwei verlorene Menschen in einer großen Stadt, die zusammen weniger einsam sind. Umso schlimmer ist es, als Monsieur Linh eines Tages weggebracht wird, da das Auffanglager geschlossen wird. Er kommt in ein anderes Heim, das nun sein zu Hause sein soll, weit weg von der Parkbank, an der er sich immer mit seinem Freund getroffen hat. Er hat nicht einmal Zeit, sich zu verabschieden. Was wird nun aus der Freundschaft? Und aus ihm selbst?

Claudel versteht es, zu erzählen, Emotionen zu wecken und zu bewegen, ohne, dass er jemals in Kitschige abdriftet. In diesem Buch ist nichts zu viel, alles passt.
Das Ende hat mich mit voller Wucht getroffen, ein Schlag in den Magen, erschütternd, unerwartet, aber passend.

Dieses eine menschliche Schicksal hat mich tief bewegt und ins Herz getroffen. Mit Monsieur Linh bekommen all die Flüchtlinge dieser Welt eine Stimme, eine leise, aber eine unüberhörbare.

Fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung, ein wundervolles Buch.
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am 1. April 2014
Dieser Roman ist sofort auf meine Bestsellerliste gekommen, ich habe ihn auch weiterempfohlen an Freunde, und auch die waren tief bewegt von dieser leisen und zarten Geschichte. Eine Geschicht mit sehr viel Tiefgang, die einen traurig und betroffen macht, und das Flüchtlingsthema beinhaltet, ohne plakativ zu beschreiben, Einsamkeit in der Fremde und natürlich Freundschaft.
Ein wunderbares Buch, das ich auch gerne wieder lesen werde.
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