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Kundenrezensionen

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am 11. April 2003
„Frau Thomas Mann" - in unserer Zeit eine unübliche Bezeichnung für eine Frau. Für Katia Mann war das anders, sie stellte zeitlebens ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit in den Dienst des Werkes ihres Mannes, unterzeichnete zuweilen mit diesem Titel, nicht mit ihrem wirklichen Namen.
Ihre Großmutter Hedwig Dohm war eine der Frauen, die schon früh für Frauenrechte eintraten (Thomas Mann verscherzte sich vor der Geburt des ersten Kindes viel Sympathie bei ihr, als er die Hoffnung äußerte, es möge ein Junge sein). Katias Mutter war kurzzeitig Theaterschauspielerin, bis sie Alfred Pringsheim heiratete und von da ab ausschließlich Hausfrau und Mutter wurde - in einer nicht immer glücklichen Ehe.
Katia und ihre Mutter hatten eine sehr enge Bindung zueinander, die auch nach der Heirat mit Thomas Mann bestehen blieb. So lange beide Familien in München lebten, sah man sich fast täglich.
6 Kinder bekam das Paar, deren Probleme und Alltag zu einem großen Teil vom „pater familias" ferngehalten wurden, damit er frei sein konnte, um zu schreiben.
Diesem Buch liegt in hohem Maße der Briefwechsel Katia Manns mit der Mutter, dem Zwillingsbruder Klaus, Freunden, den Kindern und der späteren Freundin Molly Shenstone zugrunde.
Sowohl Katias als auch ihrer Mutter Briefe sind sehr ansprechend zu lesen - amüsant, mit Selbstironie geschrieben, Probleme oft abwiegelnd, um nicht zu sentimental zu werden.
Der Lebenslauf der Familie Mann, vor allem Thomas Manns, ist hinlänglich bekannt.
Aus dieser Sicht von Inge und Walter Jens, aus Katias Sicht, scheint vieles bunter, schwieriger, lebensnaher.
Zu ihrer Tochter Erika sprach sie einmal davon, das „Zubehör" ihres Mannes zu sein. Ein Zubehör, das unerläßlich war für das Schaffen ihres Mannes.
Katia Mann empfand darin keine Abwertung - sie war die „große Frau des großen Mannes" und als solches war sie Hausherrin, Gastgeberin, Fürsorgerin für die Kinder und in späteren Jahren viele Freunde, war erste Leserin und Sekretärin ihres Mannes.
Und viel mehr: Sie war Ausgleich der Kinder untereinander und zum Vater, eine Frau, die humorvoll und bestimmt immer im Sinne ihrer Familie wirkte, an deren erster Stelle ihr Mann stand.
Das Buch hat seine Interessenten sicher in denen, die sich für die ganze Familie Mann interessieren. Darüber hinaus ist es ein Buch, das mit solcher Wärme für eine einzigartige Frau geschrieben ist, dass man es seinen besten Freunden schenken möchte.
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am 24. August 2009
Vorausgesetzt man interessiert sich für Thomas Mann, dann ist die Lektüre die Buches von Inge und Walter Jens ein "Muss". Nur selten schaffen es Sachbuchautoren, ähnlich spannend zu schreiben wie die Kollegen aus der Belletristik-Sparte - dem Ehepaar Jens ist dies allemal gelungen!

Zwar steht das Leben der Katharina Pringsheim im Fokus dieser Biographie, doch da sie ihr Leben ganz in den Dienst ihres Mannes gestellt hat, erfährt der Leser mindestens ebenso viel interessante Details über eben diesen (Thomas) Mann.

Ja, ich wage gar zu behaupten, dass dieses Buch viele Informationen enthält, die das umfassende Verständnis für das Werk Thomas Manns erst ermöglichen: Wie real seine Figuren - sei es im "Zauberberg" oder Dr. Faustus - waren, erstaunt einmal mehr; mancher prominente Zeitgenosse hat sich trotz literarischer Umkleidung doch darin entdeckt und war nicht immer dankbar für diese Verewigung.

Hochinteressant auch die Familiengeschichte, die charakterlich so unterschiedlichen Kinder - und das emotional sehr unterscheidende Verhältnis von Mutter und Vater zu diesen.

Und dann die vielen durch die Verfolgung notwendigen Stationen in der Schweiz und in den USA.

Wenn man auf diese Weise erfährt, wie sehr Katharina Pringsheim ihr ganzes Leben in den Dienst ihres Mannes gestellt (ihm "gewidmet", wie es bei Jensens heißt) hat und doch gleichzeitig eine hochintelligente, autonome und (besonders für diese Epoche) wahrlich emanzipierte (wer daran Zweifel hat, möge nur dieses Buch lesen) Frau war, dann wird deutlich, dass das Werk Thomas Manns ohne sie nicht denkbar bzw. machbar gewesen wäre.

Am Ende entsteht - gewiss nicht nur durch die vielen schwarz-weiß Fotographien dieses Buches - ein möglicherweise ganz neues, anderes Bild dieses deutsche Großschriftstellers, so dass mir im Nachhinein der von mir zwar sehr geschätzte Armin Müller-Stahl im Film "Die Manns" so gar nicht mehr dem Thomas Mann gleichen will, den ich hier kennenlernte. Und so verändert sich mein Respekt vor dem Schriftsteller Thomas Mann zugunsten der Lebensleistung von Katia UND Thomas Mann.

Und so gesehen erhellt sich auch der Buchtitel: War zwar einst diese Anrede (sicher sehr zum Ärger mancher Souffragetten) üblich, so erhält er doch seine neue Bedeutung in eben diesem gemeinsam erschaffenen Werk.

Fazit: Unbedingt und ohne jede Einschränkung lesenswert!
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am 30. Juni 2005
Die souverän, dicht an den Quellen abgefasste Biografie veranschaulicht ähnlich wie der TV-Dreiteiler von Heinrich Breloer wunderbar das Leben der legendären Manns. Anders als Rezensent(in) "ukst" in dieser Rubrik kann ich in dem hervorragend recherchierten Buch von Inge und Walter Jens (die wohl eine ähnlich effektive Ehe führen, ist man geneigt zu vermuten, wie Katja und Thomas und denen sich daher vieles so gut erschloss) kaum Schwächen erkennen, insbesondere nicht die der Oberflächlichkeit oder mangelnden Tiefe. Es ist vielmehr ein Vorzug und Beweis für wissenschaftliche Seriosität und Sorgfalt, dass die Autoren sich mit Vermutungen und Interpretationen zurückhalten und sich nur dann zu Urteilen hinreißen lassen, wenn die Quellenlage das zulässt. Die wissenschaftliche Akribie ist zweifelsohne die Stärke dieses Buches. Hier spricht, wie es der Titel nahelegt "Frau Thomas Mann" selbst, und zwar so, wie sie uns Informationen über sich, ihre Familie und ihr Leben hinterlassen hat. Die Stärke des Buches ist aber auch seine (freilich verzeihbare, weil kleine) Schwäche: Die Nähe zu den Quellen, erhaltenen Briefen zumeist, führt mitunter zu einem Mangel an Distanz, der sich vor allem daran messen lässt, in welchem Umfang der Mann-Jargon von dem Werk Besitz ergreift. Bei so vielen Familienmitgliedern wäre es nämlich schon schwer genug gewesen den Überblick zu behalten, wenn stets die Taufnamen der Medis, Aissis, Bibis und sonstwie Gekosten des Clans beibehalten worden wären. Da dem aber nicht so ist, hilft manchmal wirklich nur noch der Blick ins Register und dessen Vorhandensein sichert endgültig den fünften Stern!
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"Der eine, der mich wirklich brauchte, ist nicht mehr da. Und ich kann nicht viel Sinn in meinem weiteren Leben erkennen" schrieb "Frau Thomas Mann" nach dem Tode ihres Mannes 1955.
Stimmen diese beiden Sätze? Der erste sicherlich; den zweiten darf man bezweifeln. Immerhin überlebte Katharina Pringsheim ihren Gatten um 25 Jahre. In dieser Zeit galt ihre gesamte Aufmerksamkeit nicht mehr ihrem Mann, dem "Zauberer", sondern seinem Werk, das sie mit großem Einsatz betreute.
Inge und Walter Jens ist es - nach jahrelangem Forschen in diversen Archiven - gelungen, aus vielen Briefen dem Leser die Gestalt der Katharina Pringsheim mehr als nur nahe zu bringen.
Erstaunt erfährt der Leser, dass Katia Mann ihre Hauptaufgabe darin sah, "optimale Arbeitsbedingungen für einen sensiblen Poeten und empfindlichen Zeitgenossen zu schaffen, von dessen Produktivität die Sicherung und das Wohlergehen der Familie abhing."
War sie damit "emanzipiert" - oder doch nicht? Im heutigen Sinne sicher nicht - und doch verdichtet sich beim Leser im Laufe der Lektüre der Verdacht, dass sie es letztlich war, die die ganze Familie (inklusive schreibendem Gatten) zusammenhielt und führte. S i e war eigentlich die starke Perönlichkeit in der Familie, nicht der Nobelpreisträger.
Inge und Walter Jens ist mit diesem spannenden, sprachlich hochstehenden Buch über Katharina Pringsheim ein großer Wurf gelungen!
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am 9. Juli 2003
Nett zu lesen ist diese Biographie schon - leider aber legt man das Buch am Schluß mit dem unbefriedigten Gefühl weg, nicht wirklich sehr viel mehr über Katia Mann zu wissen, als ohnehin aus den einschlägigen Manniana bekannt. Ein netter Abriß des Lebens der "Tommy"-schen Familie, gewiß, aber wer war denn diese Frau Mann wirklich? Wie war sie? Was hat sie gedacht? Wie hat sie gefühlt? Man weiß es nach wie vor nicht, oder doch nur sehr umrißhaft. Man kann nicht umhin, die Autoren der Oberflächlichkeit zu bezichtigen. Kein Wort wird z.B. dem großen Zwist zwischen Thomas und Heinrich gewidmet. Welche Rolle hat Katia dabei gespielt? Warum hat sie Thomas Mann geheiratet? Wie hat sich ihre Beziehung zu ihm im Laufe der Jahre entwickelt? Welche Beziehung hatte sie zu ihren Kindern? Auch das kommt nur sehr vage zum Ausdruck. Wie sah, empfand und verarbeitete sie die geistig kompensierten sexuellen Neigungen ihres Mannes? Diesem Thema, das für Katias Leben von nicht nur untergeordneter Bedeutung gewesen sein dürfte, widmen die Autoren eine halbe Seite, wenige beschwichtigende Sätze. Warum wird die - als tiefgehend und sogar "leidenschaftlich" bezeichnete - Beziehung zur Princetoner Freundin Molly nicht näher beleuchtet? Warum war diese Beziehung angeblich "leidenschaftlich"? Wir erfahren es nicht, sondern werden mit Andeutungen abgespeist, wie an vielen, an den meisten Stellen des Buches.
Es wird viel erzählt und wenig hinterfragt: ein Niveau, das dem Anspruch der Autoren eigentlich nicht hätte genügen dürfen. Sehr schade ist das.
Das Buch ist nicht uninteressant zu lesen, und dennoch ist man am Ende enttäuscht, sieht sich mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen und muß hoffen, daß ein anderer diese Fragen irgendwann beantworten wird...
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am 29. Februar 2016
In der von dem Ehepaar Inge und Walter Jens verfassten biographischen Beschreibung ist der Tenor der Charakterisierung Katja Manns respektvoll distanziert und durchgehend wohlwollend. Das ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass diese begabte und außergewöhnliche Frau beim Entstehen der Werke ihres Mannes auf ihre Art und Weise mitgewirkt hat. Denn in manchen Situationen fragen beide Autoren, Geisteswissenschaftler, die sonst so analytisch vorgehen, zu wenig kritisch nach und beleuchten und reflektieren manches Ungewöhnliche nur in dem schon bekannten Rahmen. Das betrifft auch die homosexuelle Neigung von Thomas Mann, die zwar angesprochen und von beiden Autoren leicht unterschiedlich bewertet wird, aber es bleibt letztlich unbeantwortet, wie intensiv diese sich auf den familiären Alltag auswirkte. Auch welche Position Frau Katja gegenüber ihren intellektuellen, hoch begabten Kindern einnahm, wird nicht deutlich. Ausgespart bleibt darüber hinaus Katjas dirigistisches Auftreten bei den Hauslesungen ihres Mannes, wo sie penibel darauf achtete, dass keinerlei Störungen auftraten, und wenn es sich nur um ein leichtes Lächeln oder Schmunzeln an nicht angebrachten Stellen handelte, was von den Gästen als unangenehm empfunden wurde.

Ferner kommt bei Katja der mütterliche Aspekt, vor allem was die Erziehung betrifft, ein wenig zu kurz. Erfreulich sind dagegen die doch zahlreichen Zitate aus den Briefen, die Katja während vieler Jahre an ihre beste amerikanische Freundin schrieb. Hierin tritt Katja Mann uns in ihrem Wesen ein Stück näher, da sie manchmal Einblicke in ihre innere Gemütslage zulässt.

Insgesamt werden die charakterlichen Umrisse dieser außergewöhnlichen Frau, die sich ganz in den Dienst ihres Mannes stellte, deutlich erkennbar; ein differenziertes Abwägen der unterschiedlichen Facetten ihrer Persönlichkeit erfolgt bei dieser Lebensbeschreibung jedoch nur in Ansätzen. So bleibt ein Zugang ins Innere ihres Wesens letztlich verschlossen.
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am 20. März 2013
Tolles Buch und in einer wahrhaft feinen Sprache\Ausdruck geschrieben, bin begeistert, habe schon lange keine Biographie so gern gelesen, wer sich für T. Mann interessiert muss dieses Buch als Hintergrundinformation ebenfalls lesen.
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am 18. Juli 2003
Seit langer Zeit endlich wieder ein Buch, das man nicht wieder aus der Hand legt. Inge und Walter Jens gehen mit diesem Werk einen besonderen Weg, uns die hoch spannende Familie Mann näher zu bringen. Wähnt man sich zunächst auf einem Nebenschauplatz, so gelingt es dem Autorenpaar in ihrem hervorragend formulierten Buch schon auf den ersten Seiten, uns den Hauptakteur der Familie Mann bewusst zu machen: Katharina Pringsheim.
Mehrfach wird deutlich, wie bestimmend für den Verlauf der Geschichte der Manns diese entschiedene und doch immer wieder mit sich hadernde Frau ist. Mit jeder Seite nimmt die Faszination der Feststellung zu, dass es ohne Katia Mann einen Thomas Mann als überragenden Schriftsteller und Nobelpreisträger nicht gegeben hätte.
Das behutsame Autorenpaar hat sich mit großem Respekt aber eben auch mit dem notwendigen Augenzwinkern Katharina Pringsheim genähert. Vier Jahre haben die Eheleute an dem Projekt gearbeitet und dabei die Zeit und die Umstände deutlich beschrieben, in der diese überaus intelligente Frau lebte und ihre Familie - immer auch über mehrere Generationen hinweg - führen musste.
Dieses Buch macht hungrig und hat daher nur einen Fehler - wie gern hätte ich noch 200 Seiten mehr über Katia Mann gelesen. Aber es zeigt den idealen Weg, die Manns zu verstehen. Nur über die Familie des Schriftstellers ist Thomas Mann zu begreifen.
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am 29. Januar 2007
Eigentlich interessiere ich mich gar nicht für die Manns und habe aus der Feder des Nobelpreisträgers bisher nur die Buddenbrooks gelesen, die allerdings mit großer Begeisterung. Zu dieser Biographie griff ich, weil das Autorenpaar einen hervorragenden Ruf genießt und ich mir eine bildende und gleichzeitig unterhaltsame Lektüre erhoffte. Ich wurde nicht enttäuscht. Penibel recherchiert, bietet die Biographie besonders dem "Mann-Neuling" interessante Einblicke in die Lebenswelt der "amazing familiy" - im Mittelpunkt Familienmanagerin Katia, die bereits als Kind in der Familienkonstellation eine besondere Stellung einnahm und dadurch vielleicht für einen außergewöhnlichen Lebenslauf prädestiniert war. Als Frau und Ratgeberin an der Seite eines prominenten und dabei schwierigen Mannes und Mutter von sechs teils sehr eigenwilligen Kindern hat Katia Mann, die selbst Physik und Mathematik studiert hat, Großes geleistet. An Lebenstüchtigkeit und politischer Weitsicht war sie ihrem Mann zweifellos überlegen. Doch obwohl die Manns als begabteste und originellste Familie Deutschlands gelten, bleiben sie mir rein menschlich fremd. Ihr Standesdünkel ist bisweilen regelrecht abstoßend. Ihrer Genialität tut das freilich keinen Abbruch.

In einem Punkt blieb das Lebensbild jedoch hinter meinen Erwartungen zurück: Die Gretchenfrage wird gänzlich ausgeklammert. Wieso gehen Inge und Walter Jens nirgends auf Katia Manns jüdisches Erbe und ihre Haltung dazu ein? Stammte Frau Mann doch aus großbürgerlich-jüdischem Elternhaus. Katia Manns zitierte Äußerungen über Juden sind jedoch befremdlich und erwecken den Eindruck, als habe sie die antisemitischen Vorurteile ihrer Zeit ohne Bedenken verinnerlicht! Sie bleiben unkommentiert. Warum?
Zugegeben: Vielleicht hätte eine Analyse von Katia Manns religiösem Hintergrund den Rahmen der Biographie gesprengt. Also werde ich wohl bei Viola Roggenkamp weiterforschen, die für ihre Erika-Mann-Biographie auf Spurensuche gegangen ist und das offenbar verdrängte jüdische Erbe ausführlich beleuchtet - und hoffentlich eine kritische Stimme in die Mann-Forschung einbringt.
4 Sterne für die sehr gut recherchierte und stilsicher geschriebene Biographie, die Lust auf eine intensivere Beschäftigung mit der Familie Mann macht.
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am 4. März 2003
"frau thomas mann" ist eine von zwei zeitgleich erschienenen biographien über katharina pringsheim, die frau von thomas mann - die bessere biographie von beiden. das buch ist hervorrangend recherchiert, interessant und gut lesbar geschrieben, so daß eine lektüre sich in jedem fall lohnt. kein wunder bei der schriftstellerischen erfahrung von inge und walter jens, die überdies mit thomas mann sehr vertraut sind, weil sie seine tagebücher herausgegeben haben.
einizger kritikpunkt ist, daß es der darstellung in meinen augen ein wenig an kritischer distanz zu thoams mann und seinem umfeld fehlt. die autoren lassen sich ein wenig zu sehr gefangennehmen vom mythos um den "zauberer" thomas mann und finden den weg zu katharina pringsheim oft nur indirekt über thomas mann.
4,5 sterne
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