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Die Pest
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 22. Mai 2016
Camus' Roman über einen Pestausbruch in der Stadt Oran an der algerischen Küste beschäftigt sich weniger mit den medizinischen und verwaltungstechnischen Folgen der Epidemie, obwohl auch diese angesprochen werden, als mehr mit den menschlichen Reaktionen auf diese unmittelbare Bedrohung. Er zeigt, was die Pest mit den Menschen macht und wie sie sich und ihr Verhalten verändern angesichts der Seuche. Wichtige Fragen nach der Beziehung zwischen den Isolierten und ihren Partnern, Verwandten, Freunden außerhalb der Mauern Orans und nach der Bedeutung von Liebe und Solidarität stehen aber eher im Mittelpunkt.
Auch wenn ein anderer Rezensent die Übersetzung heftig kritisiert hat, muss ich sagen, dass mich gerade die Klarheit und Knappheit der Sprache beeindruckt haben. Die Bewertung der Übersetzung sollte immer berücksichtigen, dass wir über einen Text reden, der vor fast 70 Jahren erschienen ist und sich sprachlich sicherlich von der heutigen Ausdrucksweise unterscheidet [An mein Leseerlebnis im Französischunterricht kann ich mich leider nicht mehr erinnern, denn auch das liegt schon über 40 Jahre zurück.].

"Nichts auf der Welt ist es wert, sich von dem abzuwenden, was man liebt." (Camus, Die Pest)

PS. Eine andere Darstellung eines Pestausbruchs, die um eine politische Note erweitert ist, bietet Camus in seinem Drama "Belagerungszustand".
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am 6. März 2010
Albert Camus (1913-1960) erhielt 1957 den Literaturnobelpreis. Er wuchs in einem armen Milieu in Algerien auf, der Vater starb kurz nach Ausbruch des ersten Weltkrieges als Albert erst ein Jahr alt war; die Mutter verdiente sich ihr Geld zunächst als Fabrikarbeiterin und dann als Putzfrau. Camus schaffte es trotzdem, das Studium der Philosophie in Algerien abzuschließen wobei er an Tuberkulose erkrankte und zunächst sein Studium nicht beenden konnte. Er war zwei Mal verheiratet. Die erste Ehe endete unglücklich, als Camus herausfand, dass sich seine Frau prostituierte weil sie für ihre Morphiumsucht Geld benötigte. Morphium war in den 30er Jahren die beliebteste Droge, zu vergleichen mit dem heutigen Kokain. Die zweite Frau lebte in Oran und war Mathematiklehrerin. Camus lebte abwechselnd in Algier und Frankreich. Um 1944 war er kurz mit Jean Paul Sartre befreundet, brach aber mit ihm nach einer intellektuellen Auseinandersetzung.

Weitere wichtige Romane und Essays von Albert Camus sind: "Der Fremde", "Der Mensch in der Revolte", "Der Mythos des Sisyphos". Camus ist bis heute als Philosoph unter den Kritikern umstritten und wenig anerkannt. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass Sartre doch gesellschaftlich und politisch etablierter war. Nichtsdestotrotz kann Camus zur philosophischen Strömung des Existentialismus dazugerechnet werden. In all seinen Werken beschäftigt er sich mit der Sinnlosigkeit und Absurdität des Lebens. Den Sinn des Lebens macht er von der Frage nach dem Selbstmord abhängig, das heißt, der Sinn wird durch die Beantwortung der Frage ersichtlich, dass der Mensch doch am Leben bleibt, statt sich umzubringen. Alles, was man tut und denkt, ist für Camus sinnlos, wie im Buch Kohelet in der Bibel geschrieben steht, dass alles bloß Windhauch ist. Diese Sinnlosigkeit (wie im Mythos des Sisyphos ersichtlich), wird jedoch zu etwas positivem umgedeutet. Wenn das Leben sowieso sinnlos ist, dann besteht die große Chance des Menschen darin, seinem eigenen Leben einen eigenen Sinn zu geben. Außerdem hat die Sinnlosigkeit viele positive Aspekte. Statt wegen bestimmter Situationen zu verzweifeln, kann man den Gedanken der Sinnlosigkeit aufgreifen und gerade dadurch schwierige Situationen meistern.

In "die Pest" wird die Geschichte der Stadt Oran in Algerien erzählt, als diese um 1940 von der Pest befallen wird. Die Stadt wird zugesperrt, keiner darf die Stadt verlassen oder von außen betreten. Das Buch enthält autobiographische Hinweise, denn Camus lebte mit seiner Frau auch in Oran und da die Stadt von den Deutschen gerade besetzt war, konnte er von einer Reise tatsächlich nicht zurückkehren. Die autobiographischen Züge sind im gesamten Roman zu spüren. Es geht Camus in erster Linie darum aufzuzeigen, wie sich Menschen ändern, wenn eine Katastrophe sie einholt. Nicht nur die Menschen, sondern auch die Beziehungen zwischen den Menschen ändern sich. Wichtig ist ihm die Darstellung der Liebesbeziehungen, der Beziehungen von Menschen die aus Fremdverschulden (die Pest) getrennt leben müssen. Ein weiteres großes Thema in diesem Buch ist das des Ausgestoßen werden (Quarantäne), die Menschen dürfen und wollen auch keinen körperlichen Kontakt mehr zu ihren Mitmenschen haben. Seitenweise beschreibt Camus wie sich die Krankheit auf den Körper auswirkt, wie die Leute bei den leisesten Anzeichen fast verrückt werden, aus Sorge, sie könnten von der Pest angesteckt worden sein. Der Roman wird aus der Sicht des Doktors Rieux geschrieben, er will ganz objektiv diese Episode festhalten. Interessant ist die Figur Cottard, einem Mann dessen Selbstmord scheitert und als die Pest ausbricht der glücklichste Mensch auf Erden wird, nicht weil er sterben möchte, sondern weil er die anderen leiden und sterben sieht und endlich das Gefühl hat in seinem Leid verstanden zu werden. Als die Pest aufhört, wird er dann auch verrückt. Ein großes Thema ist auch das Thema der Freundschaft, das meiner Meinung nach, Camus wichtiger wird als die Liebe. Denn Liebe gibt es nicht wirklich im Leben. Bezüglich der gegenseitigen Liebe kommt Camus zu folgenden Schlüssen:

Der einzelne Mensch kann nicht seinem Nächsten Menschen gerecht werden, er kann nicht an seinem Gegenüber denken, nur wenige kommen in dem Privileg von einem Menschen wahrgenommen zu werden. Meistens ist der Mensch so mit sich selbst beschäftigt, er nimmt sich selbst so ernst und wichtig, dass er den anderen gar nicht sieht, sich nicht an ihn erinnern kann, nichts mit ihm "anfängt".
Camus zeigt in seinem Roman aber auch schön auf, wie der Mensch eigentlich gebraucht werden will, den Sinn seines Lebens oft auf das Gebrauchtwerden reduziert, so dass es nie an freiwilligen Sanitäter und Helfer mangeln wird. Auch in Oran während der Pest gibt es viele freiwilliger Helfer, sogar der Journalist Rimbaud, der am Anfang alles daran setzt die Stadt zu verlassen und zu seiner Geliebten zu fahren, bleibt schließlich in Oran und hilft dem Arzt bei der Behandlung der Pestkranken. Hier werden Gewissenskonflikte sichtbar: ist ein Mensch (die Geliebte) wichtiger als viele Menschen in Not? Bin ich wichtiger als die anderen? Ist mein Seelenheil, sind meine egoistischen Ziele wichtiger als alles andere? Mir kommt aber vor, dass Rieux, den ich in diesem Fall mit dem Autor Camus gleichsetze, keine Antwort diesbezüglich findet, er lässt auch Rimbaud selbst entscheiden.
Die Pest wirft alle Werte, an die bisher die Leute festgehalten haben, durcheinander, sie greift aber auch in die menschliche Natur tief greifend ein. Als zum Beispiel der Tag kommt, an dem der Toten gedacht wird, der 1. November, merkt Rieux, dass keiner zum Friedhof geht. Die Menschen können und wollen Tote nicht mehr sehen, denn sie werden täglich mit dem Tod konfrontiert, somit wird er überflüssig. Es folgt eine ironische, fast sarkastische Passage über die Menschen die am 1. November "brav" zum Grabe marschieren, mit Blumen und Kerzen in den Händen um ihren Toten zu gedenken.
Die Menschen sind müde geworden inmitten dieser großen Seuche, die alle auffrisst. Niemand weiß wer der Nächste sein wird. Camus schafft es die Pest als ein Phänomen erscheinen zu lassen, das uns alle betrifft. Er gibt der Pest einen übergeordneten Sinn. Es geht ihm nicht wirklich um diese spezielle Krankheit, sondern eher um das was uns Menschen im innerlichen auffrisst, müde, traurig, grantig macht. Viele Literaturkritiker sehen in diesem Werk Anspielungen auf den Krieg. Ich sehe eher den Versuch vonseiten Camus, den Menschen in seinen Nöten zu beschreiben, in alltäglichen Situationen darzustellen um ihnen zu zeigen wie beliebig ihre Handlungen, Nöte und Sorgen sind.
Sehr gefallen hat mir auch die Figur des "Möchtegern" Schriftstellers, der einen Roman schreiben will aber ständig am ersten Satz scheitert und über diesen ersten Satz nicht hinauskommt.
Das Buch ist spannend, leicht zu lesen, es gibt immer wieder Sätze die zeitlos wirken, fast wie Aphorismen mit Allgemeingültigkeit. Wie Naturgesetze präsentiert Camus einige menschliche Beweggründe und psychologische Regungen wie folgende Sätze aus dem Buch:

"Es kommt vor, dass man lange leidet, ohne es zu merken".

"Natürlich hatte er Mitleid. Aber das half niemandem weiter."

Allzu lange hat diese Welt sich mit dem Bösen abgefunden, allzu lange hat sie sich auf die göttliche Gnade verlassen. Es genügte zu bereuen, und alles war erlaubt. Und was die Reue anging, so fühlte sich jeder stark. Wenn es so weit war, würde man sie schon empfinden. Bis dahin war es am einfachsten, sich gehen zu lassen, die göttliche Gnade würde das Übrige tun. Nun, das konnte nicht so weitergehen. Gott, der sein erbarmendes Antlitz so lange über die Menschen dieser Stadt neigte, hat, des Wartens müde, in seiner ewigen Hoffnung enttäuscht, seinen Blick abgewandt. Des göttlichen Lichtes beraubt, sind wir nun für lange Zeit in die Finsternis der Pest gehüllt.

"Aber Ihre Siege werden immer vorläufig sein, das ist alles."

Der Mensch ist keine Idee. Er ist eine Idee, und zwar eine beschränkte Idee, sobald er sich von der Liebe abwendet. Und gerade zur Liebe sind wir nicht mehr fähig. Damit müssen wir uns abfinden, Herr Doktor.

Natürlich konnte man sich immer anstrengen, sie (die Pest) nicht zu sehen, die Augen zu verschließen und sie zu verleugnen, aber die Evidenz hat eine furchtbare Kraft, die sich am Ende immer gegen alles durchsetzt. Wie könnte man zum Beispiel die Beerdigungen an dem Tag verleugnen, an dem die, die man liebt, beerdigt werden müssen?

Aber wenn man nur vier Stunden geschlafen hat, ist man nicht sentimental. Man sieht die Dinge, wie sie sind, das heißt, man sieht sie gemäß der Gerechtigkeit, der hässlichen, lachhaften Gerechtigkeit.

Liebe Brüder, jeder muss der sein, der bleibt!

Und am Ende merkt man schließlich, dass niemand fähig ist, wirklich an jemanden zu denken, nicht einmal im schlimmsten Unglück. Denn wirklich an jemanden denken heißt, Minute für Minute an ihn denken, ohne sich durch etwas ablenken zu lassen, weder von der Haushaltsarbeit noch von der vorbeischwirrenden Fliege, noch vom Essen, noch von einem Juckreiz. Aber es gibt immer Fliegen und Juckreize. Deshalb ist das Leben schwer zu leben.

Um ein Heiliger zu werden muss man leben. Kämpfen Sie.

... und um einfach zu sagen, was man in Plagen lernt, nämlich dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt.
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am 30. August 2016
Im Rahmen eines Schulprojektes sollten wir uns "Die Pest" von Albert Camus kaufen und ich muss sagen, dass dieses Buch sich immer noch auf unsere heutige Zeit übertragen lässt und es daher ein Klassiker für mich bleibt, der definitiv sehr gut zu lesen ist. Daher gibt es fünf von fünf Sternen!
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am 7. Juni 2016
War schon in meiner Schulzeit von dem Buch tief beeindruckt. Habe es jetzt nach über 40 Jahren noch mal gelesen und war wieder genauso tief beeindruckt. Sehr realistische und psychologisch einfühlsame Darstellung über den Pestausbruch in moderner Welt.
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am 20. September 2010
In ein gutes Buch muss man eintauchen können, was ich mit dem lustvollen Gedanken verbinde, mich bei einer heißen Tasse Tee in den Schaukelstuhl an den Kamin zu setzen und darin zu lesen, während draußen der Schnee fällt. Wenn ich an dieses Buch denke, dann bin ich in der Lage, diese Assoziation herzustellen. Und damit ist auch alles über dieses Meisterwerk der Erzählkunst gesagt. Absolut lesenswert, ein Hochgenuss!
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am 14. Februar 2014
sehr spannend und fesselnd geschrieben. toll, wie man sich die morbide athmospäre anhand der beschreibung richtig bildlich vorstellen kann. habe es schon mehrfach gelesen, ein echter klassiker.
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am 29. November 2013
gehört zu den wichtigsten Büchern von Camus - voller Menschlichkeit - schön, dass ich es noch gebraucht bekommen konnte (nachdem mein eigenes Exemplar irgendwann verloren gegangen war)
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am 26. März 2014
Ich mag den Schreibstil von Camus sehr. In diesem Werk geht es zwar um die Pest in der Stadt Oran, aber vor allem werden dort die Menschen und ihr Wesen beschrieben, sowie die Entwicklung der Menschen in einer Krisenzeit.
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am 2. Januar 2014
Eines der besten Bücher von Camus. Wirkt überhaupt nicht verstaubt obwohl es in den 40 ern des 20. Jahrhunderts spielt. Eine unnachahmliche Mischung aus philosophischer Betrachtung und lebendiger Schilderung eines Ausnahmezustandes. Ein muss für Fans der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts
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am 10. Februar 2014
....und diesen ganz besonders....
Sehr empfehlenswert.
Eintauchen und nicht mehr auftauchen wollen!
Ich kann nur empfehlen, diesen Camus zu lesen und damit in eine andere Welt zu verschwinden, wenn einem danach ist :-)
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