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am 3. Oktober 2001
Dieses Buch schrieb Klaus Mann am Vorabend der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, es ist sein wohl ausdrucksstärkstes Buch und ein faszinierender Blick auf die Gesellschaft der Endzwanzigerjahre: junge Menschen wissen nicht wohin, sie beklagen die ungerechte Verteilung von Kapital; schonungslose Thematisierung von Sex und Drogen versucht, die Einsamkeit und das Empfinden von Sinnlosigkeit zu verdecken - allesamt hochaktuelle Themen, die auch die heutige Jugend bewegen. Alles wird als Extrem gelebt, Rausch und Ernüchterung, Liebe und Enttäuschung - und so findet auch der aufkommende Nationalsozialismus einen fruchtbaren Boden. Als Gesellschaftsporträt ein unverzichtbares Stück Literatur, das vom Autor hautnah erlebt wurde und in einigen Motiven auch autobiographische Züge enthält.
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am 24. Januar 2007
"Treffpunkt im Unendlichen" ist Klaus Manns erstes anspruchsvolleres Werk. Hier versucht er seine Vorstellungen vom Ideenroman (André Gide) zu verwirklichen. Mehrere Handlungsstränge verlaufen parallel zueinander und verflechten sich immer wieder neu. Am faszinierendsten ist das mathematische Bild zweier Geraden, die sich im Unendlichen schneiden in Bezug auf Sonja und Sebastian, die sich lange Zeit parallel entwickeln und erst spät im Roman begegnen. Doch hier schneiden sich die Geraden nicht, sie bewegen sich nur auf einander zu, um es bildlich auszudrücken, da Sonja stirbt. Die endgültige Vereinigung kann erst im Unendlichen, im Tod geschehen. Fast alle Figuren warten auf diesen nie erreichten Zeitpunkt. Darin liegt die Sehnsucht der verlorenen Generation. Diese überträgt sich sofort auf den Leser. Man weiß im Grunde, dass sie nie gestillt werden wird und liest doch weiter in der Hoffnung, dass dies geschieht. Am deutlichsten wird dies vielleicht in der Szene, als Sonja in Berlin überall das Wort "Hingabe" sieht. Mit diesem Lebensgefühl, dem Streben nach dem Unendlichen, Unerreichbaren, gehen die verschiedenen Charaktere unterschiedlich um. So verfallen Do und Fröschele den Drogen, Gregor Gregori hingegen der Karriere. In dieser Situation gibt es keine Gewinner, keine Erlösung. Gerade das macht dieses Gesellschaftsporträt so eindringlich. Klaus Mann fängt das Lebensgefühl dieser Lebensjahre sehr realistisch ein und weiß es künstlerisch umzusetzen. Sehr gelungen!!!
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am 10. April 2006
Der Roman spielt im Künstlermilieu während des Dritten Reichs und schildert eindringlich die Auswirkungen der Bedrohung durch den Staat insbesondere auf das Leben junger Menschen, die noch auf der Suche nach ihrem Weg sind. Beim ersten Lesen bin ich, vermutlich aufgrund Unaufmerksamkeit, nicht richtig in diese außergewöhnliche Geschichte hineingekommen, vielleicht auch verwirrt von der Vielzahl der Personen, mit denen man es schon auf den ersten Seiten zu tun hat. Der Roman ist wohl 1931 geschrieben, das heißt ihn zeichnet eine andere Spannungsstruktur aus und er ist mit einem anderen Leser-Verständnis geschrieben worden, als man heute erwarten kann. Es handelt sich um einen sog. Roman des Nebeneinander, d.h. es gibt ausgesprochen viele Personen und diverse Handlungsstränge, deren Bezüge zueinander sich bei nicht aufmerksamem Lesen kaum erschließen. Die zahlreichen Personen tauchen oft lange Zeit unter, sind aber plötzlich wieder da. So werden gleich zu Beginn acht, neun Personen, die später regelmäßig wiederkehren, anläßlich eines zunächst belanglos anmutenden Bahnhofaufenthaltes eingeführt.
Sind einem die Figuren aber erst einmal vertraut, will man immer mehr von ihnen erfahren und wird in eine eigene, ganz spezielle Teilnahme gezwungen.
Auch der Handlungsverlauf steigert sich immer mehr zu einer enormen Dramatik, und man legt dieses hochinteressante, außergewöhnliche Buch nicht mehr aus der Hand - nicht untypisch für Klaus Mann und manche Literatur aus dieser Zeit. Seine Romane zeichnen sich nicht durch eine heute unabdingbare, eng am roten Faden entlang laufende Struktur aus. Er will das Leben in allen seinen Facetten zeigen, hier, wie es sich in einer ganz besonders dramatischen Zeit in der Künstlerwelt abgespielt hat. Wie werden ausgeprägte Individualisten, die, intensiv nach ihrem Leben suchend, keineswegs in der Masse dahin gleiten, mit der permanenten Bedrohung durch den Nazimob fertig? Meines Erachtens ist es ihm brillant gelungen, sein Vorhaben umzusetzen (genauso verhält es sich in dem Roman "Der Vulkan", in dem es in erster Linie um die Darstellung des Lebens in der Emigration geht, die bald auch einen ganz enormen Sog entfaltet, so daß man unbedingt wissen will, wie alle davonkommen werden).
Es klingt etwas abgedroschen, wenn man schon so viele Klappentexte gelesen hat, aber man hat tatsächlich den sicheren Eindruck, Lebensgefühl und Alltag des Autors und seiner Generation, der sog. verlorenen Generation junger Menschen vor dem Ausbruch des Faschismus, kennen zu lernen, ja vielleicht sogar ihrem Leben ein bißchen beizuwohnen.
Auf ganz selbstverständliche Weise geht es beinahe ständig um Räusche, Träume und andere exzessive Erlebnisse. Die Partner wechseln ständig und bilden somit eines der stärksten Handlungselemente, mithin eine Metapher dafür, daß nur derjenige sich finden kann, der sich verliert, wie Klaus Mann überzeugt war. Aber die losen Bindungen erzeugen Ängste vor dem Verlust und somit natürlich davor, sich fallen zu lassen und hinzugeben, und was man verdrängt, drängt sich aus dem Unterbewußtsein zurück in die Träume. Das klingt so, als handele es sich um ein Buch von heute oder aus den sechziger Jahren und macht deutlich, wie weit die gesellschaftliche Entwicklung, gerade was Offenheit angeht, damals schon war, und wie sie anschließend wieder zurückgeworfen wurde. Homosexualität war nichts Besonderes, jedenfalls in diesen Kreisen, es herrschte enorme Freiheit in der Sexualität, die man in den 60ern doch als so wahnsinnig revolutionär gefeiert hat. Wie rückständig allein schon die Fünfziger Jahre vergleichsweise waren, wie verklemmt die Sechziger! Der Kahlschlag durch den Nationalsozialismus ist immer wieder unglaublich, aber noch niederschmetternder ist, und das wird einem bei der Lektüre dieses Buches vor Augen geführt, daß er bis zum heutigen Tage wirkt; denn diesen Menschen, die in so großer Zahl fern der Heimat depressiv werden, wird, wenn sie denn überleben sollten, alles andere einfallen, als nach Hause zurückzukehren, d.h. sie fehlen und mit ihnen ihre Nachkommen.
Zu Recht wird dieser Roman wegen seines Gesellschaftsporträts als ein unverzichtbares Werk der Literatur bezeichnet. Die intensive Schilderung des Lebens, der Betriebsamkeit, des Suchens nach neuen Wegen, Auswegen, nach gleichgeschlechtlicher oder heterosexueller Sexualität und Liebe, des neugierigen, hemmungslosen Ausprobierens von Drogen ist halt spannender als das, was man gemeinhin dafür hält, zumal überall hinter der Fassade eines intensiven exzessiven Lebens die Sehnsucht erkennbar wird, von der alle beseelt sind - und eben auch die Hoffnungslosigkeit, daher auch der metaphysische Titel, der die Aussichtslosigkeit und Verzweiflung ausspricht.
Hervorheben möchte ich noch einige aus der Literatur herausragende Abschnitte, so zum Beispiel die Schilderung des Traumes, in dem Sonja eines Morgens sämtliche Wände Berlins mit dem Wort HINGABE bemalt sieht, oder das Kapitel, in dem mit äußerster Intensität die Gefühlslage vor dem Selbstmord einer der sympathischeren Personen offen gelegt wird, nicht minder der Haschischrausch (der Autor wußte, wovon er sprach), Gesellschaftsabende privater Natur oder in den Pariser und Berliner Etablissements etc. und natürlich erst recht das Zusammenfinden zweier der Hauptfiguren. Auch die überzeugenden Schilderungen menschlicher Abgründe überraschen in diesem schon früh entstandenen Roman, der veröffentlicht wurde, als Klaus Mann noch nicht 25 Jahre alt war. Auch insoweit erscheint mir das Buch als unentbehrliche, da exzeptionelle Literatur. Daß er einen Tag nach der Machtübernahme fliehen mußte, versteht sich geradezu von selbst.
Ich habe das Buch mitten drin an einem verregneten Feiertag abgebrochen, nochmals von vorn begonnen und sodann in einem Rutsch bis zum Ende durchgelesen, gefesselt von der Ausdruckskraft, Kreativität und Sensibilität dieses Schriftstellers, von dem, hätte er nicht diese unüberwindbaren persönlichen Probleme gehabt, sicher noch einiges zu erwarten gewesen wäre. Er selbst hat später den Roman als zu hastig gearbeitet und nicht dicht genug beurteilt. Vielleicht macht das gerade einen besonderen Reiz aus, das nicht geglättete und tausendfach Überarbeitete, andererseits zeigt es um so mehr, welches Meisterwerk sich in ihm verbirgt. Ein absoluter Geheimtip, dieser Klaus Mann.
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am 7. November 2015
Europa Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Schatten des Faschismus' fällt schon auf es!

In dieser Zeit Spielt die Geschichte von einem jungen Autor, Sebastian, der von Berlin nach Paris geht und der Theaterschauspielerin Sonja, die es von München nach Berlin zieht. Den Rest möchte ich nicht verraten.

Die meisten Figuren diese Novelle wird man in Manns weiteren Werken unter anderem Namen wiederfinden, das "nette Büchlein" (Zitat von Hermann Hesse) trägt nämlich recht autobiographische Züge: Sebastian = Klaus Mann, Sonja = Erika Mann, Gregor Gregori = Gustaf Gründgens etc., auch Ereignisse wie die Fahrt durch französisch Nordafrika oder die Begegnung mit dem "Zauberkräutlein" Haschisch.

Für Klaus-Mann-Liebhaber eh ein absolutes Muss, für alle anderen eine kleine, wunderschöne romantische Novelle, die man auch heute noch als Reiseführer Paris benutzen kann ;-) : Sebastians Hotel im Quartier Montparnasse und das kleine russische Lokal in der Nähe des Pantheons gab es bei einem meiner Besuche Paris' noch - in memoriam Klaus Mann wohnte und ass ich dort nämlich ...
Steffen
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