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am 21. Dezember 2005
Das letzte Jahrzehnt im Leben Albert Camus’ ist geprägt von emotionaler Niedergeschlagenheit bis hin zu depressiven Stimmungen sowie der intensiven Arbeit am zweiten Zyklus der Revolte und dem fragmentarischen Dritten mit dem Oberthema des Maßes. Symptomatisch ist der Tagebucheintrag vom 17.Oktober 1957, der Verleihung des Literatur-Nobelpreises: „Nobelpreis. Eigenartiges Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Wehmut...“. Dieser Ton ist für den überwiegenden Teil der sehr persönlichen Aufzeichnungen bestimmend. Wiederholt reflektiert der Literat und Philosoph über den Tod und das eigene Lebensende. Im Vergleich mit den früheren Tagebüchern ist dieses düsterer und von existenzieller Verzweiflung geprägt, wenn auch nicht gänzlich defätistisch.
Dazu ist Camus viel zu sehr Schaffer und auch in seinem Tagebuch klingen zahlreiche Projekte wie „Der Mensch in der Revolte“ und „Der erste Mensch“ an. Daneben beschäftigen ihn als Lektüre vor allem Friedrich Nietzsche, Leo Tolstoi und Goethe, dessen Faust er im Bezug auf den Don-Juan-Typus dramatisch verarbeiten wollte. Der Ausführung dieses Plans stand am Ende der absurde Tod entgegen. Auch wenn sich vieles in diesem Tagebuch kryptisch und unverständlich liest (leider fehlt ein Kommentarteil), so ist es doch ein intimer Einblick in die seelischen und kreativen Prozesse, welche sich in dieser Schaffensperiode bei Camus abspielten. Weniger Distanz ist nicht möglich.
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am 30. Dezember 2009
Hohes Lob kam vom Gegner. "Er stellt in unserem Jahrhundert, und zwar gegen die Geschichte, den wahren Erben einer langen Ahnenreihe von Moralisten dar, deren Werke vielleicht das Echteste und Ursprünglichste an der ganzen französischen Literatur sind." So Jean-Paul Sartre über Albert Camus. Jetzt - 50 Jahre nach seinem Tode - hat dieses Urteil immer noch seine Berechtigung.

Bestätigt hat dies der Schriftsteller und Philosoph Camus selbst im dritten und abschließenden Band seiner Tagebücher. Er umfasst die letzten Lebensjahre - und führt auf sehr deprimierende Weise zum Schlusspunkt, dem absurden Tod durch einen Autounfall am 4. Januar 1960. Und es klingt wie ein Vermächtnis, wenn der letzte Satz des Tagebuchs lautet: "...aber ich war fähig, ein paar Menschen zu erwählen und ihnen, unabhängig von ihrem Tun, getreulich das beste meiner selbst zu bewwahren."

So ist der dritte Band der Tagebücher von Albert Camus sowohl ein "journal intime" als auch ein Dokument des Jahrhunderts, in dem sich die geistige Auseinandersetzung der Zeit spiegelt. Sie findet vor allem zwischen Camus und Sartre statt, zeigt öffentliche Wirksamkeit und private Zuspitzung - und endet mit einem Bruch. Besonders das "Siebte Heft" ist der Beleg für die schmerzliche Trennung, gefolgt von Todesgedanken und politisch-publizistischer Isolierung.

Die existenzialistische Nachbarschaft zu Sartre, wenn es eine solche überhaupt gab, erfuhr ihr Ende. Denn eigentlich gehörte Camus nie zum Gefolge des Sartreschen Aufbruch ins Nichts. Die Folge war der Versuch Camus, die Überwindung des Nihilismus geistig zu leisten. Denn auch in einer Welt ohne Illusionen und ohne Glauben gibt es Hoffnung - und das Unausweichliche des Todes wird überhöht von der Würde des Menschen. Dieser Versuch der Überwindung des Nihilismus findet in den Büchern Camus' statt, die in den letzten neun Jahren seines Lebens entstehen: "Der Mensch in der Revolte" (1951), "Der Fall" (1956), "Das Exil und das Reich" (1957), "Die Besessenen" (1959) und - unvollendet - Le premier homme". Immer wieder weist das Tagebuch auf diese Werke hin, speist sich aus ihnen; es lässt aber auch die Selbstzweifel des Autors deutlich werden.

Aus dieser Depression kann ihn selnbts die Verleihung des Literatur-Nobelpreises nich reißen. Am 17. Oktober 1957 notiert er lakonisch: "Nobelpreis. Eigenartiges Gefühl der Niedergeschlagenheit und der Wehmut. Als ich 20 war, arm und nackt, habe ich den wahren Ruhm gekannt." Wie ein roter Faden ziehen sich durch das Tagebuch Zitate und KLesefrüchte von Autoren, die sein Werk beeinflusst haben. Dostojewski und Tolstoi gehören ebenso dazu wie Musil und Nietzsche.

Mit seinen französischen Kollegen Mauriac und Gide setzte er sich auseinander wie mit Meister Eckhart und Ignatius von Loyola. Der politische Strei um Algerien forderte ihn heraus - und isolierte ihn sowohl bei den Franzosen als auch bei den Algeriern, beide eigentlich "Landsleute" von Camus.

Für ihn galt "das Tagebuch als Werkzeug der Askese". In diesem Sinne zwang er sich zum Schreiben. Denn er empfand sein Leben immer als geheim. für die anderen und für sich selbst. "Heimlich und ohne Formulierung, so ist es für mich am reichsten." Camus brauchte "ein wenig Alleinsein, den Anteil an Ewigkeit". Diesen "Anteil an Ewigkeit", an literarischer "Ewigkeit" hat sich Albert Camus mit seinem Denken und Schreiben errungen. Das Tagebuch gehört dazu als wesentlicher Teil dieses Lebens.
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am 24. Juli 2016
In diesen Jahren denkt Albert Camus viel über den Tod nach. Er hat keine Angst vor dem Sterben,
aber vor dem Tod. Bei den meisten Menschen ist es umgekehrt.
Besonders bei den Reisebeschreibungen kommt sein virtuoser Sprachstil schön zur Geltung.
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