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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 20. September 2010
Über Camus zweiten Romanversuch wird in seiner Monographie gesagt, er habe ihn "wohlweislich nicht publiziert".

Gewiss ist die eigentliche Überlegung in diesem Buch von Camus bereits überholt worden - sie enthält also keine von Camus bewusst getragene Philosophie mehr. Doch es bleibt eine wunderbare und von Symbolen und Schönheit schon fast überladene Geschichte.
Dem Anspruch der darin unterzubringenden Philosophie war Camus in diesem Buch für sein eigenes Verständnis noch nicht nahe genug gekommen - doch sein lebendiger Stil und sein Hang zur Natur- und Daseinsfreude ist auch auf diesen Seiten schon sehr ausgebildet.

Der Inhalt ist eine Art Odyssee menschlicher Glückssuche, wie sie wohl speziell in Camus damaligen Alter (zumindest innerlich) vorkommt. Sie macht den Anschein eines nicht von vorn bis hinten geplanten Projekts, sondern eines, wie eine Reise niedergeschriebenes, inneres Bild von Camus selbst. Das Revoltieren und Lieben, die negativen Gedanken und die Probleme der Moral, die Schönheit von Algeriens Landschaft, der Stumpfsinn des Vorkriegseuropas und die erste von mehreren schweren Tuberkoloseerkrankungen und mit ihr die Angst vorm Tod, dem zu schnellen Leben und der Zukunft - das alles ist zu einer Geschichte zusammengebaut mit eingeflossen, an den Rändern dünn, in der Mitte dicht gehalten.

Später nutzte er dieses erste Projekt als Steinbruch für seinen Roman "Der Fremde" (Er übernahm einige kleinere Ideen und ein-zwei Orte und Abschnitte des Textes - trotzdem ist "Der glückliche Tod" vollkommen eigenständig in der Handlung und nicht als der "Rohbau" von "Der Fremde" zu verstehen)

"Der glückliche Tod" ist ein Frühwerk, eine geschrieben Meditation über die eigenen in sich vorherrschenden Themen und die Möglichkeit, sie auf dem Papier zu verflechten und sogar auszuleben.
Es sind die Buchstaben und Sätze, die noch auf der Waage zwischen "Mittel zum Zweck" und "reinem Ausdrucks" stehen.
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am 10. Januar 2005
„Tod auf Kredit", Celinés zweiter Roman, bildet die unmittelbare Vorgeschichte zu „Reise ans Ende der Nacht", beschrieben wird Kindheit und Jugend von Celinés alter ego Ferdinand Bardamu, bis zu seiner freiwilligen Meldung zur Armee am Vorabend des Ersten Weltkriegs; man konnte sich ja schon nach Lektüre des Erstwerkes denken, dass der Autor als Kind einiges mitgemacht haben muss, und der erwartungsvolle Leser wird nicht enttäuscht.
Der junge Ferdinand wächst als Sohn des cholerischen Beamten Auguste, der immer noch seinen gescheiterten Träumen von der Marine nachtrauert, und der nachsichtigen und schwachen Clemencé auf; die Eltern betreiben zusammen eine Zierschneiderei in einem Pariser Armenviertel. Sowohl Mutter, als auch Sohn haben die gewalttätigen Wutausbrüche des Vaters zu ertragen, die Spannung in der kleinen Wohnung nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Ferdinand erlebt Armut und häusliche Gewalt, scheitert sowohl in der Schule als auch bei der Berufssuche und wird von den verzweifelten Eltern schliesslich auf ein Internat in England geschickt. Doch auch Großbritannien erweist sich nicht als die rettende Insel für Ferdinand, wird er durch die strenge Behandlung von Lehrern und Mitschülern lediglich in seiner einzelgängerischen, misstrauischen Einstellung bestätigt, und kehrt schlussendlich ohne einen vollständigen Satz Englisch nach Paris zurück.
Nachdem Ferdinand seinen Vater in einer heftigen Auseinandersetzung über diese Enttäuschung beinahe umbringt, ergreifen die Eltern eine letzte Maßnahme, und schicken Ferdinand schliesslich zu einem wohlwollenden Onkel, der garantiert, ihm einen sicheren Job vermitteln zu können. Und so landet Ferdinand schliesslich bei dem verschrobenen Erfinder und Visionär De Courtial, dessen Sekretär und Lehrling er wird.
Was Ferdinand mit diesem (zu recht) verkannten Genie erlebt, die verschiedenen Projekte zur Weltverbesserung, die alle getestet werden müssen, sowie die ewige Suche nach einem Wohltäter, der dem Erfinder zum Durchbruch verhelfen kann, machen den zweiten Teil des Romans aus.
Die unzusammenhängende Erzählweise, die schon in „Reise ans Ende der Nacht" auffiel, wird in diesem Roman noch um ein vielfaches gesteigert, der Autor setzt sich über jede Regel von Satzbau oder Interpunktion hinweg, verbindet seine Satzfragmente nur durch Bindestriche, aber erschafft gerade dadurch eine unglaubliche Intensität.
Die Armut und das menschliche Elend, das Celiné in seiner Kindheit erlebt hat, muss in seinem Geist wirkliche Furchen gezogen haben, anders ist eine derartige Sprachgewalt nicht zu erklären. Seine Beschreibungen des muffigen Ladens der Eltern, eines verdreckten britischen Vororts, des schlechten Essens des Internats, sind derart zum Greifen echt, dass man beim Lesen schlichtweg alles um sich herum vergisst.
Man kann buchstäblich bei jedem beliebigen Absatz anfangen zu lesen, und wird doch jedesmal von dem unwiderstehlichen Sog der Sprache gepackt. Das ganze Buch gleicht einer Lawine aus Wut, Verzweiflung, Angst, Gewalt, Immoralität und Pornographie, die den unvorbereiteten Leser erbarmungslos mit sich fortreisst.
Der entscheidende Unterschied zu „Reise ans Ende der Nacht" besteht jedoch darin, dass Ferdinand trotz all dem Elend, das er erlebt, niemals seinen Humor verliert. Die rückblickende Erzählweise bleibt von Anfang bis zum Ende zynisch und sarkastisch und die beschriebenen Erlebnisse komisch-grotesk, der junge Ferdinand ist scheinbar noch weit von den Gedanken und Reflexionen entfernt, die „Reise ans Ende der Nacht" immer eine Spur von Melancholie und Tragik gaben, und die man hier ein klein wenig vermisst.
Welches von den beiden Büchern das bessere ist, ich möchte mir kein Urteil anmaßen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dass „Tod auf Kredit" ein erstklassiger Roman ist, steht jedenfalls nicht zur Debatte..
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am 22. Mai 2017
In seinen Tagebüchern hielt Camus häufiger fest, wie lange und intensiv er über das Leben, den Sinn, die Armut, den Reichtum und das Glück in seiner Jugend nachgedacht hat. Er, der aus armen Verhältnissen stammte, kam zu der Erkenntnis, dass nur durch den Besitz von Geld auch Freiheit möglich ist. Diese Auffassung vertrat er zumindest in jungen Jahren, als er noch weit davon entfernt war, durch Schreiben gut zu verdienen. Diese Auffassung vertritt auch sein Protagonist Mersault in "Der glückliche Tod", eine Art Skizze für den späteren Meursault aus "Der Fremde".

Die Meinung mögen manche teilen, an sich ist sie absurd (und natürlich muss dieses letzte Wort in Verbindung mit Camus doch mindestens einmal in einer solchen Rezension auftauchen). Glück und Freiheit hängen nicht von äußerlichen Bedingungen ab, sondern sind eine innere Einstellung zum Leben und natürlich auch an eine Definition gebunden. So sehr im Roman auch betont wird, dass nur durch Reichtum Zeit genug bleibt, das Glück und Leben richtig zu erfassen, so sehr wird auch vermittelt, dass es tatsächlich nur wenig zufriedene reiche Menschen gibt. Armut und Reichtum sind beide gleich fordernd mit unterschiedlichen Lebensbedingungen. Freiheit aber ist dann doch etwas ganz anderes.

Der Stil in diesem Frühwerk ist noch etwas blumiger als der, den man von den späteren Werken Camus‘ gewöhnt ist, wo er gelernt hat, die Sätze zu verkürzen und das Wesentliche zu zeigen, sei es z. B. in Meisterwerken wie „Der Fall“ oder „Die Pest“. Angekreidet wurde ihm auch häufig der unorganisierte Aufbau und viele unzusammenhängende Szenen, die mich allerdings weniger gestört haben.
In „Der glückliche Tod“ zelebriert Camus die Landschaft, die Wärme, das Licht. Er schafft durch Bilder die heimatliche Atmosphäre, die auch den Leser erreicht, selbst wenn die Sätze noch nicht ausgefeilt sind. So erahnt man das funkelnde Meer, die Gerüche, den Staub, das Salz auf der Haut und den Geschmack der Früchte. Man erahnt die durch alles durchschimmernden Möglichkeiten des Lebens.

Der Roman beginnt mit einem Schuss in den Kopf eines Krüppels, der einen Abschiedsbrief hinterlässt, den er vorsorglich schon viel früher geschrieben hat. Geschossen hat aber nicht er selbst, sondern Patrice Mersault. Der Leser muss für sich klären, inwieweit dieser Tod erwünscht war oder ob Mersault aus Habgier die Entscheidung vorschnell für beide getroffen hat, um an das Kapital des Krüppels zu gelangen. Gelernt hat er von diesem, dass der Mensch ein Recht auf Glück hat und dass er verstehen muss, dass das Streben nach Glück den einzigen wirklichen Wert ausmacht, wofür aber auch ein gesunder Körper notwendig ist.
Gerade der vom Leben geprüfte Krüppel Zagreus erkennt zu spät, dass es mehr im Leben gibt als Erfolg und Geld. Er sieht darum umso deutlicher, dass der gesunde und junge Mensch die Einfachheit des Lebens nicht anerkennen will, so auch Mersault mit seinen ewigen Selbstzweifeln und Maskeraden, von denen jede Maske für ihn die echtere und bessere ist, sobald sie seiner Stimmung entspricht. Dennoch sind sie Masken, die fallen müssen.

Weit entfernt davon, einen Menschen zu lieben, macht sich Mersault nach dem Schuss auf die Suche nach dem Glück, da er nun über genügend Geld verfügt. Er durchquert große Städte wie Prag und Wien, um sich selbst zu erkennen, verfolgt von seinem Schuldgefühl und einem Fieber, das ihn häufiger überfällt, bis er schließlich in Algier landet und zu neuen Erkenntnissen gelangt.

Der Roman enthält viele autobiografische Züge und wurde von Camus zu Lebzeiten nicht veröffentlicht. Stattdessen hat er dann den "Fremden" geschrieben, der die Idee vertieft. Dennoch lohnt auch dieses Frühwerk, da Camus grundsätzlich zum Nachdenken anregt und durch sein Schreiben auch häufig erreicht, das Leben positiver zu betrachten.
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am 15. Mai 2006
Nachdem mich Celine mit "Die Reise ans Ende der Nacht" mehr als nur begeisterte, habe ich mich überschwänglich an sein 2. großes Werk gemacht.

Erzählt wird in ihm die stark autobiographisch geprägte Adoleszentgeschichte des jungen Ferdinad bis zu seinem freiwilligen Millitäreintritt. Im Rückblick lässt Ferdinand die Schrecken seiner von bitterer Armut geprägten, verkorksten Kindheit, den Kampf gegen seine halbverrückte Verwandschaft und andere Übelnisse seines Erwachsenwerdens revauepassieren.

In der Geschichte jagt der junge Ferdinand von den Skurilitäten seiner Kindheit, über die Wirren seine Schulzeit, bis zu seinem andauernden Scheitern an verschiedenen Lehrstellen ins Erwachsenenleben.

Nachdem er nach einer wilden Prügelei mit seinem tyrannischen Vater ganz auf der Straße landet, verschlägt es ihn zu einem betrügerischen Tausendsasser, der ihn nach vielen verqueerten Eskapaden allein auf der Welt zurücklässt.

Verglichen mit der "Reise" wirkt die Sprache hier noch härter, der Spott noch beißender und die Realität der Handlung noch unwirklicher. Celine tobt noch wilder durch die Schrecken seiner Vergangenheit und versprüht Bosheit nach Karrikaturen seiner früheren Peiniger!

Der Witz und der Sarkasmus seiner Sprachmittel sind malwieder überwältigend, ohne jedoch jemals platt zu werden. Lediglich am Ende lässt der Autor an seinem Helden eine naive Traurigkeit, aufgrund der Brutalität seiner Lebenswirklichkeit erkennen.

Unbeschreibliches Lesevergnügen!!!
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am 15. März 2001
...ist es, glücklich zu sein. Das Werk " Der glückliche Tod" von Albert Camus ist für mich das bewegenste Buch dieses wunderbaren Vertreters des Existentialismus. Die Erzählung des zu Beginn recht gleichgültig wirkenden Arbeiters Mersault(er erinnert ein wenig an den Fremden), der durch herzhaftes Handeln an viel Geld gelangt und sein vorheriges Leben konsequent aufgibt, um zu reisen und sich dabei selbst ganz neu zu erfahren, ist eine Lektüre, die den Leser/die Leserin nachhaltig zu verändern vermag. Denn man geht mit Mersaut, läßt sein gewohntes Leben hinter sich, kommt bei den guten Freundinnen auf der anderen Seite des Mittelmeeres an, und genießt das Leben, ohne irgendwelche schweren Gedanken. Und als Mersault die unheilbare Krankheit feststellt, da lebt er auch diese mit absoluter Intensität, will keinen Augenblick seines Lebens verpassen.Er versprüht schwimmend im Meer beim Mondlicht Wassertropfen, "gleichsam die Saat für die Ernte des Glücks". Der Eindruck ist der:froh, fasziniert - ja begeistert zu sein, daß man ist, auf dieser Erde, auf diesem Planeten wandelt, einfach lebt, existiert - ganz unabhängig von der Frage, ob es einen Gott gibt(was ich glaube) oder nicht. Dem Leben , wie es ist, ins Auge schaut, unverfälscht, ehrlich - dann kann man glücklich leben...und sterben. Sehr empfehlenswert!
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am 4. Dezember 2002
Der glückliche Tod ist eine faszinierende Geschichte in der einmal mehr der brilliante Existenzialist Camus durch seine Sprache und seine Gedanken zu begeistern vermag.
Macht Geld glücklich? Nein aber es ist Bedingung für das Glück.
Macht ein gesunder Körper glücklich? Nein aber er ist Bedingung für das Glück.
Macht Reisen Glücklich? Macht Müßiggang glücklich? Machen Frauen glücklich?
Nur wenige Menschen sind in der lage glücklich zu sein, denn nur wenige Menschen besitzen alle Voraussetzungen für Glück. Die Hauptfigur dieses Romanes probiert mit vielen Methoden glücklich zu werden und letztlich, so erschien es mir, fand er das Glück nur im Tod.
Lassen sie sich von diesem pessimistischen Absatz nicht abschrecken. Es geht in diesem genialen Buch nicht nur um das sterben, viel mehr, geht es um das Leben, das man führt, um sich die Möglichkeit eines glücklichen Todes zu eröffnen.
Camus Stil ist fesselnd und erstklassig wie bei allen Werken die ich bisher gelesen habe und wie all die anderen, kann ich auch bei diesem Buch nur zum Schluß kommen, daß es eigentlich jeder gelesen haben sollte, der sich seine Zeit nicht mit Schundromanen stehlen will, denn schließlich ist unsere Zeit begrenzt und wir sollten darauf achten, daß wir sie gut Nutzen. Dieses Buch trägt mit Sicherheit dazu bei, glücklich zu leben und vielleicht sogar glücklich zu sterben. Viel Vergnügen beim lesen, Gustav
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am 13. Mai 2005
.... fragt man sich beim Betrachten des Titels. Und was mag Camus uns antworten?
Der Tod ist eben nicht glücklich, wenn man das Leben zuvor nicht als glücklich erlebt. Camus beschreibt in wunderbarer und getragener Sprache über die Dinge des Lebens, deren Wichtigkeit und über die individuelle Freiheit und Unabhängigkeit, die von Hoffnung genährt wird. Er setzt auf dieses Leben, weil es da ist und ein Leben nach den Tod nicht notwendig existiert. Die Langsamkeit, die Detailierung der Erzählung zwingt ebenso zur Ruhe. Warum so langsam? "Zum Leben braucht man Zeit." Zum Glück im Leben sind zwei Dinge nötig, vorab eine Wahl getroffen zu haben und in dieser Wahl einen klarblickenden Willen. "... der Wille zum Glück ...." (S.77)
Wenn also das Leben in der Eigengestaltung so glücklich macht, muss dieses Glück bei richtger Anwendung bis in den Tod reichen. Dann ist selbst er [der Tod] glücklich.
Diese Geschichte wird erzählt über Patrice Mersault.
Dieser tötet im ersten Teil (Der natürliche Tod) Zagreus und nimmt sich sein Geld. Hier steht der Materialismus des Glücks im Vordergrund, zur Sicherung der Existenz.
Teil 2 "Der bewußte Tod" schildert die schönen, eher nicht materiellen Dinge zum Glück. Zeit, Freiheit, Unabhängigkeit sind gewünscht. Am besten läßt sich Glück in guter materieller Vorausetzung mit immaterieller Veredlung erleben.
Diese Buch erlangte posthum Ruhm.
Es lohnt sich zu lesen.
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am 7. Januar 2005
Wichtig bei der Lektüre dieses Werkes ist, sich der Ästhetik der Sprache bewusst zu werden. Ich lasse den existentialistischen Aspekt bei "Der glückliche Tod" mal außen vor. Die geschwungene Ruhe, die der Erzähler hier eloquent anwendet, fand sich schon in Camus "Der Fremde" und ist signifikant für den Werdegang von Mersault. Die Wärme und die melancholische Ruhe tragen hier zu einem Lesegenuss bei, der einem Schlaf ähnlich ist. Treibend, ohne viele Worte eine phlegmatische Introspektive anwendend beschreitet Mersault hier einen Weg, den nur, und jetzt kommt der existentialistische Aspekt, ein Genießer beschreiten kann, wenn er sich seines Lebens als "Treibender Stein" bewusst wird. Dieses Büchlein ist ein Genuss, eine Wohltat, wenn man es aus linguistischer Sicht betrachtet. Auf jeden Fall den Kauf wert und
100% effektiver als ein räucherstäbchengetunkter New-Age-Wellness Cocktail.
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am 14. März 2016
Das Buch eines der grossen Klassiker der Weltliteratur ist in einem Stil geschrieben, den ich sonst nur von Döblin, Berlin Alexanderplatz, kenne. Céline schreibt rapide und abgehackt wie ein Maschienengewehr. Er schildert den Untergang einer Klasse von kleinen Händlern in den Passagen von Paris, die duch die grossen und modernen Kaufhäuser in Paris wegkonkurriert werden. Das Schicksal seiner Eltern; es hat auch zur Entwicklung seines Antisemitismus beigetragen. Die Klasseliteratur, die man mit diesem Buch erwirbt, wird durch diesen Unsinn nicht zunichte gemacht. man muss das eben aushalten.
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am 17. Februar 2017
Das Buch fand ich durch Zufall; ich wußte nicht, daß Camus diesen Erstling schrieb.
Gut fand ich die poetische Beschreibung der Natur und die Tatsache, daß der Autor leichtverständlich die Jagd nach dem Glück im Rahmen der "absurden Welt" darstellte. Allerdings mußte ich mir schon Mühe geben, das Werk komplett zu lesen, denn nach dem spannenden Anfang (dem Mord an Zagreus) folgt eine unendliche Fülle banaler Alltagssituationen. Zwar ist schon klar, daß diese Banalität just zur absurden Welt gehört, in der das Glück so schwer zu finden ist, aber sie wirkt auch etwas phantasielos. Hingegen hat mich der Schluß wieder fasziniert, weil- dies ist das einzige, was ich über ihn verrate- er eine Brücke schlägt zum Mord und ein überzeugendes Fazit zieht. Dieses Buch muß man nicht kennen, doch ist es mit Sicherheit anspruchsvolle Literatur.
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