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Kundenrezensionen

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am 23. Juni 1999
Ferdinand erlebt um die Jahrhundertwende "fast eine Kindheit" in einer stickigen Pariser Passage, wo die kranke Mutter ein kleines Mode-Geschäft führt, das mehr schlecht als recht läuft. Der Vater ist ein kleiner, cholerischer Versicherungsangestellter, der die Schikanen seines Vorgesetzten ertragen muß, um die Familie zu ernähren, dabei ist er ein Schöngeist, der viel lieber Maler geworden oder zur See gefahren wäre. Er ist ein Aufschneider, seinen Sohn hält er für einen Versager.
Ferdinands Einstieg in das Berufsleben ist dann auch tatsächlich voller Mißerfolge, seine Mutter läßt ihn ihre Enttäuschung spüren, der Vater hat nichts anderes erwartet. Lediglich in seinem Onkel hat Ferdinand einen Fürsprecher: Er gibt Geld, um ihn nach England zu schicken. Dort soll er wenigstens eine Fremdsprache lernen und sich bessern. Doch durch die bedrückenden Verhältnisse zuhause, die ewige Schreierei und Szenen der Eltern, bei denen es meistens um ihn, Ferdinand, geht, ist er schon völlig "verkorkst", das heißt verunsichert und in sich gekehrt. Er kehrt heim, ohne ein Wort Englisch gelernt zu haben. Als Ferdinand nach einem schlimmen Streit mit seinem Vater diesen beinahe umbringt, ist er völlig untendurch.
Sein Onkel verschafft ihm eine Stelle als Faktotum bei dem exzentrischen Erfinder Courtial de Pereires, es ist Ferdinands letzte Chance...
Was Ferdinand mit Courtial und dessen Frau erlebt, nimmt die zweite Hälfte des Buches ein und gehört zum Besten, was ich überhaupt jemals gelesen habe. Es ist besser als die komplette "Reise ans Ende der Nacht".
Parallelen sind vorhanden zu Salingers "Fänger im Roggen" oder Bukowskis Autobiographie "Fast eine Kindheit..." aber ich halte es für 10mal stärker. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 4. Dezember 2014
Ich bin auf eine überschwängliche Rezension hereingefallen. Der Inhalt hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was im Backcover-Text geschrieben wird: Es geht nicht um einen Armenarzt in einer Pariser Klinik. Warum der Autor weltberühmt ist, kann ich nicht verstehen, bestimmt nicht wegen dieses Buches. Es geht um einen verrückten Erfinder und seine geplagte, exzentrische Frau, dem Verleger einer Zeitschrift und seinen simplen, jungen Helfer, dessen Eltern nicht mit ihm fertig wurden. In einer kruden, viel zu ausführlichen und primitiven Sprache, wird der unaufhaltsame Niedergang des Protagonisten beschrieben.
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am 26. Januar 2004
Der grandiose französische Schriftsteller und Faschist Louis-Ferdinand Céline bekannt hierzulande durch seine Berichte über das letzte Kriegsjahr 1944/45 wie immer auch in diesem Roman vom Tod besessen, nichts zählt bei ihm mehr als dass wir eines Tages alle sterben müssen. Daher Ekel, Verzweiflung und Haß? In einer faszinierenden Sprache - bald trockene, bissige, harte, Sprachprosa, bald nahe am Gedicht hinströmend als dunkle Moll-Melodie - wird in diesem Roman über einen Armenarzt in der Klinik einer Pariser Vorstadt viel ins Bewußtsein gehoben, artikuliert, beleuchtet, erhellt was wir gerne vergessen. Aus meiner Sicht ein wichtiges Buch. Leider zu wenig bekannt.
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