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am 21. März 2014
Meine Mei­nung

Ich bin eine lange Zeit um das Buch her­um­ge­schli­chen, bis ich end­lich den Mut gefun­den und mich an die Geschichte heran gewagt habe. Vor Klas­si­kern besteht bei mir immer eine gewis­sen Hemm­schwelle. Wieso das so ist, kann ich selbst nicht genau sagen. Schluss­end­lich sind es auch nur Geschich­ten. Bei die­sem Buch bin ich sehr froh, einen Blick ris­kiert zu haben, denn es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Har­per Lee hat durch ihren ganz beson­de­ren Schreib­stil das Südstaaten-Feeling in mein Wohn­zim­mer gebracht. Ich konnte die Hitze auf der Haut spü­ren, das Lachen der Kin­der hören und die Bewoh­ner von May­comb County aus nächs­ter Nähe betrach­ten. Die Auto­rin benö­tigt keine aus­ufern­den Beschrei­bun­gen und ver­liert sich auch nicht in Details. Einer­seits hat mir die­ser Erzähl­stil sehr gut gefal­len, auf der ande­ren Seite fehlte mir lei­der der emo­tio­nale Bezug. Die Gescheh­nisse wer­den nicht dra­ma­ti­siert und den­noch hätte ich mir an der einen oder ande­ren Stelle ein wenig mehr Lei­den­schaft für die Ereig­nisse gewünscht.

Die Geschichte besticht defi­ni­tiv durch ihre wun­der­vol­len Cha­rak­tere. Beson­ders Atti­cus ist mir mit sei­ner ruhi­gen und ver­ständ­nis­vol­len Art sehr ans Herz gewach­sen. Aber auch die Kin­der Jem und Scout haben der Geschichte das gewisse Herz gegeben.

Lei­der waren mir die Ereig­nisse ein wenig zu flach dar­ge­stellt und viele Dinge pas­sier­ten eher neben­her. Der Kon­flikt zwi­schen schwarz und weiß wird sehr gut the­ma­ti­siert und zieht sich durch die kom­plette Hand­lung hin­durch. Ich hätte mir gewünscht, dass ich von der Geschichte auch auf einer emo­tio­na­len Ebene ange­spro­chen werde. Lei­der war das nicht der Fall aber auch nach Been­den des Buches schwir­ren mir die Hand­lung und die Cha­rak­tere noch immer im Kopf herum.

Fazit

Manch­mal sind es die stil­len und ruhi­gen Bücher, die den größ­ten Nach­klang haben. Eine ernste Geschichte mit wun­der­vol­len Cha­rak­te­ren, die den Leser auch nach Been­den des Buches noch eine ganze Weile beglei­ten werden.
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am 6. August 2011
Mit Harper Lees Roman "Wer die Nachtigall stört" habe ich mein Buch des Jahres gelesen und ärgere mich im Nachhinein darüber, es nicht früher für mich entdeckt zu haben.
Der Klassiker ist das einzige Werk der 1926 geborenen Autorin Harper Lee, die heute zurückgezogen in New York lebt.

Die Geschichte um Jean Luise, genannt Scout Fink, ihren Bruder Jem und den Vater Atticus spielt in den 1930er Jahren in Alabama. Die Mutter starb, als Scout zwei Jahre alt war, und so wird der Vater durch die strenge aber warmherzige Calpurnia, eine Farbige, bei der Erziehung der Kinder unterstützt, die den Geschwistern ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt, ihnen aber auch mit harter Hand gutes Benehmen und Respekt beibringt.
Neben der Familie Fink lernt der Leser die Nachbarschaft kennen, die eine große Rolle spielt und immer gegenwärtig ist. Sei es die scheinbar geisteskranke Mrs. Dubose, die den Kindern durch unflätige Bemerkungen Angst einjagt, sobald sie in die Nähe ihres Hauses kommen. Oder Boo Radley, den die Kinder noch nie zu Gesicht bekommen haben, über den man sich schreckliche Geschichten erzählt, und den die Kinder mit allen Tricks aus dem Haus locken wollen.
Dill ist ein Junge, der die Tante in der Nachbarschaft der Finks jeden Sommer besucht und für Jem und Scout bald ein dicker Freund ist.
Bis Scout sechs Jahre alt ist, wachsen die Kinder wohlbehütet und idyllisch auf. Sie sind sorglos, verspielt, wissbegierig.
Als Scout in die Schule kommt, ändert sich ihr Leben ein Stück weit. Nicht nur die Vorfreude auf den Unterricht und darauf, endlich ein Schulkind zu sein, hat sich in Luft aufgelöst. Sie wird nun auch mit dem Leben konfrontiert, wie es außerhalb ihrer geschützten Zone läuft.
Atticus, der Vater, ist Anwalt und hat die Pflichtverteidigung eines Farbigen übernommen, der der Vergewaltigung angeklagt ist.
Zwar hat Atticus versucht, die Kinder darauf vorzubereiten, dass man ihnen anders gegenübertreten könnte, als sie es gewöhnt sind, dennoch kommt vor allem Scout mit dem Rassismus und den Beleidigungen, die die Kinder nun über sich ergehen lassen müssen, nicht zurecht.
Atticus lehrt Jem und Scout Toleranz und erzieht die beiden zu verantwortungsbewussten Menschen, und dennoch schämt sich Scout oft ihres Vaters.
Erst mit der Zeit sieht Scout was für ein großartiger Mensch ihr Vater ist, der in Zeiten des Rassismus mit Weisheit, Toleranz und Aufrichtigkeit seinen Weg geht und das Richtige tut. Und der für seine Kinder in jeder Situation einsteht.
Für Jem ist der Vater ein Vorbild, aber auch Scout erfährt durch Atticus Taten und seine Aussagen, was im Leben zählt und wichtig ist.

"Wer die Nachtigall stört" ist ein Buch über das Erwachsen werden, über Rassismus, über Weisheit und Toleranz.
Der feinsinnige Humor macht das gesellschaftskritische Buch mit allen Protagonisten erstaunlich menschlich, die einen Herz erwärmend, klug, tolerant und weise, andere dumm und abgrundtief böse.

Ich weiß nicht wie ich dieses Buch bezeichnen soll, um ihm überhaupt annähernd gerecht zu werden. Es ist jedenfalls zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Ich habe jede einzelne Seite, jeden Satz, jedes Wort zu lesen genossen und empfehle allen nur eins: lest es! Unbedingt!
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TOP 500 REZENSENTam 18. Januar 2011
Inhalt:
Die Geschwister Jem und Scout wachsen in Maycomb/Alabama bei ihrem verwitweten Vater Atticus auf und erleben dort eine behütete und idyllische Kindheit. Eines Tages gerät die heile Welt aus den Fugen, denn Atticus wird zum Pflichtverteidiger eines Schwarzen berufen, welcher der Vergewaltigung einer weißen Frau angeklagt wird. Atticus, der der Meinung ist, dass Schwarze und Weiße gleiche Rechte genießen sollten, wird von seinen Mitbürgern immer mehr angefeindet und abgelehnt, was schließlich auch Jem und Scout zu spüren bekommen.

Mein Eindruck:
Aus Scouts Sicht erzählt Harper Lee von der Kindheit, vom Aufwachsen und vom allgegenwärtigen Rassismus in den Südstaaten der USA in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dabei besticht 'Wer die Nachtigall stört' durch die einfache Sprache, die ein schnelles Lesen ermöglicht, und die Vermittlung ethischer Grundsätze, ohne dass man als Leser das Gefühl bekommt, von der Autorin belehrt zu werden. So vereinigt das Buch nicht nur eine spannende Lektüre und eine authentische Beschreibung einer Kindheit in den Südstaaten der USA, sondern thematisiert zudem Rassismus, Intoleranz, Fremdenangst und die Möglichkeit eines Ausbruchs aus festgefahrenen Denkstrukturen.

Mein Resümee:
Eine wichtige und spannende Lektüre!
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am 26. Juli 2016
Ich hatte mir von dem Buch wesentlich mehr versprochen und fand es im Großen und Ganzen befriedigend. Ich gebe zu, dass ich nur die Hälfte gelesen und dann den Rest mehr oder weniger überflogen habe. Ich kann leider nicht nachvollziehen, worin das Lesenswerte bestehen sollte. Es gibt weitaus interessantere Literatur zu diesem Thema das ich gelesen habe und empfehlen kann
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HALL OF FAMEam 10. September 2006
Dieses kleine Buch war für mich eine wunderbare Lese-Erfahrung. Natürlich hatte ich sowohl von der Verfilmung, als auch von dem Buch, das auch in Schule oft als Lektüre verwendet wird, gehört, aber erst als ich vor kurzem beschloss regelmäßiger zu einem Klassiker zu greifen, kam mir das Buch wieder in Gedächtnis. Gott sei Dank, kann ich da nur sagen.

Die Autorin Harper Lee fasziniert den Leser hier auf mehreren Ebenen. Erst einmal ist dieses Buch eine wunderschöne Geschichte, über die Kindheit von Scout und Jem Finch, die bei ihrem Vater, einem Anwalt und einer Haushälterin in den 30ern Jahren in den Südstaaten der USA aufwachsen. Erzählt wird der ganze Roman aus der Sicht von Scout, einer eigensinnigen, altklugen und liebenswerten jungen Dame, die man bereits nach wenigen Seiten in sein Herz schließt. Es ist faszinierend, wie sie und Jem die Welt sehen, wie sie ihre Umgebung entdecken, mit anderen Menschen umgehen und dabei ganz unbewußt von ihrem Vater Atticus zu selbständigen und ehrlichen Menschen erzogen werden. Und während die beiden Geschwister mit ihren altklugen Gedanken und Gesprächen dem Leser des öfteren ein Lächeln auf die Lippen zaubern, kommt der zweite wichtige Aspekt des Romans immer wieder zum Vorschein.

Ab etwas der Hälfte des Romans beschäftigt sich Atticus mit der Verteidigung des schwarzen Farmarbeiters Tom Robinson, der beschuldigt wird, eine junge weiße Frau vergewaltigt zu haben. Im Gegensatz zu den meisten Leuten in der kleinen Stadt in Alabama, bewerten Scout und Jem ihn nicht nach seiner Hautfarbe und halten ihn deswegen auch nicht von vornherein als schuldig. Im Gegenteil - es liegt in Jems und Scouts Natur gerecht zu sein, weil sie niemals etwas anderes als Gerechtigkeit von ihrem Vater gelehrt bekommen haben. In ihrer kindlichen, aber überzeugenden ethischen Überlegenheit rettet Scout, die die Situation eigentlich gar nicht richtig versteht, sogar ihren Vater und Tom vor einem Lynchmob - übrigens eine der bewegendsten Szenen des ganzen Buches.

Hinzu kommt Harper Lees unnachahmliche Gabe Atmosphäre zu schaffen. Ich sah Scout und Jem förmlich vor mir, wie sie in ihrem Hof spielen oder wie Atticus beim abendlichen Lesen alles um sich herum vergisst. Auch ist es sicherlich realistisch nicht sämtliche Menschen des Ortes als überzeugte Rassisten darzustellen. Der Rassimus gärt eher unter der Oberfläche und selbst liebenswerte Nebenfiguren wie Miss Maudie sind nicht frei von diesen Gedanken. Das macht den Roman und die Figuren glaubwürdig, ohne aber sämtliche Weißen als hasserfüllte Rassisten darzustellen.

Nun freue ich mich noch auf die Verfilmung mit Gregory Peck und bin gespannt, ob die Schauspieler meiner Vorstellung gerecht werden.
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am 19. Januar 2004
Meiner Meinung nach gehört dieses Buch zur literarischen Allgemeinbildung! Harper Lee liefert eine Bestandsaufnahme der Südstaaten-Gesellschaft der 1930er Jahre, erzählt aus der Sicht der sechsjährigen Jean Louise ( genannt Scout). Gerade dieser manchmal naive Blick auf die damaligen Zustände verdeutlicht Doppelmoral, Rassenhass und Vorurteile besser, als es jeder Erwachsene beschreiben könnte. Nebenbei handelt es sich aber auch um eine wunderschöne Geschichte über das Erwachsen werden, über Liebe und Vertrauen...und Atticus Fink ist einer der herausragendsten Charaktere, der mir je in einem Buch untergekommen ist. Lesen, lesen, lesen!
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am 17. Juni 2012
Der Verlag schreibt auf der Rückseite, Harper Lee "beschwöre den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten." Das klingt so idyllisch, wie man es sich für ein Kinderbuch vorstellt. Aber es ist nur die halbe Wahrheit: Dieses Buch handelt von Rassentrennung - und ist als solches ein großartiges Dokument der Zeitgeschichte. Denn man kann als aufgeklärter Europäer von heute nur schwer ermessen, was es wirklich hieß, in den 30er Jahren (hier spielt das Buch) die falsche, nämlich die schwarze Hautfarbe zu haben. Der Kern der Geschichte, der Prozess gegen einen Schwarzen in einem Vergewaltigungsprozess, wird hautnah, dicht und spannend erzählt; dass dies durch die Augen einer Neunjährigen geschieht, verflacht die Geschichte nicht, sondern macht sie umso klarer; und die gemächliche Hinführung zum eigentlichen Konflikt ist eine Technik, die ich in aktuellen Büchern gelegentlich sogar vermisse. Bleibt zum Schluss die Frage, warum aus dem Originaltitel "To kill a Mockingbird" das vergleichsweise harmlose "Wer die Nachtigall stört" wurde?
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Was ist ein gutes Buch? Eine Antwort ist sicherlich das Maß, in dem der Leser sich mit Handlung und Charakteren identifizieren und die dargestellten Emotionen mitfühlen kann. Bei "Wer die Nachtigall stört" ist diese vor allem die Wut über erlittenes Unrecht sowie die maßlose Ignoranz und Dummheit mancher Menschen, die den Leser packen und ihn auch lange nach Ende des Romans nicht loslassen.
Alabama 1935: Aus der Sicht der achtjährigen Scout erleben wir auf den ersten Seiten einen idyllischen Sommer im Süden der USA. Scout genießt mit ihrem vier Jahren älteren Bruder Jem und ihrem Freund Dill die Ferien. Mit ihrem Vater Atticus, ein erfolgreicher Anwalt, sowie der Haushälterin Cal, verleben sie eine sorglose Kindheit.
Das ändert sich schlagartig, als Atticus die Verteidigung des schwarzen Tom Robinson übernimmt, dem vorgeworfen wird, eine neunzehnjährige Weiße vergewaltigt zu haben. Nahezu jeder in der Bevölkerung des Dorfes reagiert mit Unverständnis und Hass, wie ein Weißer einen "Nigger" verteidigen kann. Im Verlauf des Prozesses beweist Atticus klipp und klar, dass Tom Robinson unschuldig ist. Doch welche Chance hat ein Schwarzer, der vor eine weiße Jury gestellt wird?
"Wer die Nachtigall stört" ist ein mitreißender Roman über Menschlichkeit und Gerechtigkeit in einem Sumpf aus Dummheit und Ignoranz. Aus dem Blickwinkel seiner Tochter erleben wir, wie Atticus einen aussichtslosen Kampf um das Leben des Angeklagten führt und dabei seinen Kindern eine Lehrstunde in Sachen Toleranz erteilt.
Eine unvergängliche Gestalt in der Literaturgeschichte ist der geheimnisvolle Arthur "Boo" Radley, der seit 25 Jahren sein Haus nicht verlassen hat. Doch wehe dem, der die Nachtigall stört...
Fazit: 30 Millionen Mal verkauft, Pulitzer Price gewonnen, mehrfach verfilmt. Ein absoluter Klassiker der Weltliteratur. "Wer die Nachtigall stört" gehört zu der handvoll von Romanen, die jeder gelesen haben sollte!
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am 22. April 2005
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir die Welt der sechsjährigen Jean Louise "Scout" Finch, die zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus Finch in der Kleinstadt Monroeville heranwächst: Sie findet Freunde wie den zugereisten Dill Harris, fürchtet sich vor der bösartigen, zänkischen Nachbarin Mrs.Dubose, und muß doch gerade von ihr eine Lektion über wahre innere Stärke lernen, hat Streitereien mit ihrem pubertiierenden Bruder, entdeckt die zarte Seite hinter der strengen Haushälterin Calpurnia, und findet schließlich heraus daß sie und Jem einen unbekannten Freund haben, der ihnen heimlich Geschenke macht. Und über allem schwebt das Schreckgespenst ihrer Kindheit - Boo Radley, ein Nachbar den Scout nie gesehen hat - für sie der sprichwörtliche schwarze Mann. Als Scout in die Schule kommt und ihr Vater die Verteidigung eines der Vergewaltigung angeklagten Farbigen übernimmt, zerbricht die heile Welt der Kinder: Hass, Vorurteile und Agression brechen sich in der Kleinstadt Bahn, aber Atticus versucht verzweifelt seine Kinder durch die schwere Zeit zu bringen, sie zu verantwortungsvollen, tolerant denkenden Menschen zu erziehen. Erst spät versteht Scout die tiefe Vaterliebe dieses scheuen Mannes, der allein gegen eine ganze Stadt, ja ein Gesellschaftssystem aufsteht....und am Ende des Romans begegnet Scout zum ersten Mal in ihrem Leben der wahren "Nachtigall" dieses Buches - Boo Radley...Harper Lee haucht dem stark autibiographisch gefärbten Roman mit begnadeter Erzählkunst Leben ein. Ein stiller, menschlicher Humor durchzieht diie feinsinnig gesponnen Fäden der Handlung ebenso wie ein Höchstmaß an Authenzität und echte Weisheit. Nicht eine einzige klischeehafte Figur bevölkert das dramatis personae, alle Charaktere sind dreidimensional, lebendig, vielschichtig und so voller Saft und Kraft als habe man sie gerade erst getroffen. Unaufdringlich schleicht sich dabei die Gesellschaftskritik der Autorin in das Denken des Lesers, sie entblößt die Unmenschlichkeit und Dummheit einer Gesellschaft die auf Rassismus, Sexismus und Klassendenken fixiert ist, durch den unbarmerzigen Blick aus den Augen eines unschuldigen Kindes. Aber ihr Roman ist mehr als das: Es ist eine berührende und oft atembaurebende Studie des schmerzhaften, bittersüßen Prozesses des Erwachsen - Werdens, ein Gemälde von der Hand einer Meisterin. Die Schlußpassage von "wer die Nachtigall stört" schließlich erhebt sich über bloße sprachliche Gestaltungskraft - sie ist Musik, pure Musik von hoher poetischer Kraft, Prosa wie sie in der US - Literatur nahezu ohne Beispiel ist. Ich kann mich nur der Meinung von Romancier Truman Capote anschließen, der schließlich - ein Jugendfreund Harper Lees - in der Figur des Dill verewigt ist: "Someone rare has written this very fine novel - a writer with the livliest sense of Life and the warmest most authentic humour. A touching book and so fuunny, so likeable" Oder wie es Harry Rohwolt einst formulierte: Dieses Buch hat es verdient unsterblich zu werden.
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am 11. Januar 2000
Wer die Nachtigall stört ist eine Geschichte über Vorurteile und Rassenhaß und provinzielles Amerika und darüber, daß die Guten es schwer haben in dieser Welt. Eine Moralpredigt sozusagen, aber das ist eben nur eine Ebene der Geschichte. Auf einer zweiten Ebene wird von Scout und Jem erzählt, die ihre Kindheit in dieser Kleinstadt verbringen mit all den Abenteuern und Gefahren und Freuden und Leiden, die so eine Kindheit so mit sich bringt. Auf der Jagd nach dem mysteriösen, sagenumwobenen Boo Radley werden die beiden langsam ein Stück erwachsen, während der Leser langsam ein Stück Kind wird. Sicher, die Geschichte ist sentimental und moralisierend und präsentiert uns eine romantische Kindheitsidylle. Aber am Ende bleibt ein leicht melancholische Stimmung und mit einem Lächeln denkt man an die eigene Kindheit. Also ein rundherum schönes buch für's Herz, übrigens auch hervorragend mit gregory Peck verfilmt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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