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  • Murphy
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
10
4,4 von 5 Sternen
Murphy
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 11. Oktober 2006
kurz zum Inhalt: Murphy hat seine Geliebte in Irland verlassen und lebt nun in London mit Celia zusammen. Celia ist eine wunderschöne Prostituierte, die mit Murphy einen neuen Lebensabschnitt beginnen will. Celia sieht sich außerstande Ihren Beruf weiter zu führen. Deshalb bedrängt Sie Ihn sich einen Job zu suchen. Doch Murphy ist in sich gespalten. Er trennt Physis und Psyche und versucht dieses in einer isolierten und Ihm gefälligen Art auszuleben. Damit sind seine Interessen ganz andere … so findet er zu sich indem er gefesselt in seinem Schaukelstuhl verharrt. Als sich seine Geliebte samt Verehrern auf die Suche nach Murphy begibt, nimmt das amüsante Spiel seinen Lauf.

Becketts Art zu schreiben "fesselte" mich an dieses Buch. Der feine Humor darin kitzelte meine Leselust. Es ist diese realistische, minimalistische und zugleich detailverliebte Schreibart die mir gefällt. Leider kann ich es nicht besser Ausdrücken. Zu Beckett fehlen mir die richtigen Worte, alles erscheint einen zu wortreich bzw. wortarm. Man fühlt sich sprachlos und kann dennoch nicht aufhören immer weiter zu lesen. Er beschreibt Myrphy auf eine sehr komische Weise und löst dennoch nichts auf. Alles bleibt offen und muss auch nicht erklärt werden.

Myrphy ist eines der ersten Werke Becketts und aus meiner Sicht das zugänglichste. Es ist sehr stark durch persönliche Erfahrungen und Erinnerungen von Beckett geprägt und besticht durch eine intensive Ironisierung.

Deshalb kann ich nur eines sagen: Empfehlenswert zu lesen und sehr gut als Einstieg zu Beckett geeignet.
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am 23. Juni 2013
Ein unbequemes Buch, schwer zu lesen. Gibt es das was zu interpretieren, ich weiß es nicht. Aufgrund der Komplexität der Sprache und der extrem ungewöhnlichen Erzählweise, wird der eigentlich simple Plot zu einem Mammutprojekt, wenn man sich das Buch erarbeiten will

[...]
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am 21. April 2003
... aber im gleichen, detailverliebten, die Absurdität des menschlichen Strebens und Denkens beschreibenden, den Alltag portraitierenden, Stil gehalten. Was nicht heissen soll, dass Murphy, einer der humorvollsten Romane den ich je gelesen habe, einfach zu lesen sei. Manche Absätze wollen mehrmals gelesen werden und viele haben es sogar verdient!
So kam ich nicht herum die Stelle an der Murphy sein Mittagessen zu sich nimmt 3 mal hintereinander zu lesen und mich jedesmal von neuem in diesen (tragi-)komischen Charakter Murphys und die Schönheit des Beckett'schen Satzbaus zu verlieben. " ... so würde plötzlich das ganze Assortiment lebendig werden und ihm den schillernden Tanz seiner totalen Vertauschbarkeit vortanzen, da es auf hundertzwanzig Weisen zu essen wäre!"(S.80)
Humorvoll, (selten habe ich über einem Buch gesessen und so oft wirklich laut gelacht), kurzweilig und gleichzeitig anspruchsvoll.
Beckett hat hier ein geniales Stück Unterhaltung geschaffen, das für all die zu empfehlen ist, denen es nichts ausmacht, dass mal der Zusammenhang verloren geht und die volle Schönheit belangenloser Poesie zu schätzen wissen!
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am 29. Juli 1999
So klingt Beckett also, wenn er morgens eine Glückspille zuviel geschluckt hat. Eines der melancholischsten und witzigsten Bücher, die ich je gelesen haben. Sehr kompliziert, verschachtelt und voller seltsamer Fremdwörter. Und dann immer wieder wunderschöne Sätze und Szenen, vor denen man am liebsten niederknien würde. Murphys Flucht vor den Frauen und sein "Selbstmord" ufern in eine Handlung aus, die weit weniger monothematisch als der übrige Beckett-Kanon scheint. O-Ton James Joyce: "Ich glaube, er hat Talent!"
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am 9. August 2011
"Das eben finde ich so wundervoll. Die Art, in der der
Mensch sich anpasst. Den wechselnden Verhältnissen."
(Samuel Beckett lässt dieses Winnie sagen in: Glückliche Tage

Dass es nichts Neues unter der Sonne gibt, ist seit dem Buch der Prediger bekannt. Dass Beckett seinen Roman damit beginnt, die Sonne alternativlos nichts anderes als nur "nichts Neues" beleuchten zu lassen, ist dennoch interessant. Denn Murphy sitzt "als ob es ihm frei stünde", im Schatten. Die Sonne bescheint das Nicht-Neue, aber nicht Murphy. Was will Beckett also mit Murphy sagen? Lesen wir weiter und nun wird es klar. Murphy sitzt seit sechs Monaten nackt in seinem Schaukelstuhl, von der Sonne abgeschirmt, sein Atem ist nicht wahrnehmbar. Geräusche aus einer Welt, zu der er nicht gehören will, stören. Seinen Körper will er beruhigen, damit sein Geist sein Lebensraum werde. Die Welt der Möglichkeiten trennt ihn von der Wirklichkeit, in der er seinen Platz verlieren will. Sein Geist als "eine große hohle Kugel", die "nichts ausschloß, was sie nicht selbst enthielt". Und so blieb nichts anderes, als zwischen dem Virtuellen und dem Wirklichen zu unterscheiden. Das Wirkliche als physische Erfahrung, dass Virtuelle ergänzt um die geistige Erfahrung. Seine Erfahrungen sammelte er "in re" und "in intellctu", er wurde sein "Monsieur Teste"). In der Ruhe des Körpers würde er frei sein, so sein Hoffen im Geiste.

Aber auch lebt er mit Celia. Sie wird ihn zur Arbeit schicken. Er findet eine und ist verschwunden. Eine Suche beginnt und Murphy wird entdeckt als Helfer in einem Irrenhaus. Nichts macht ihn glücklicher, als hier zu sein. Murphy wird zum Symbol der Selbstversunkenheit, der seinen inneren Frieden findet und dabei das Streben im Leben verliert. Warum nur, geht Beckett immer diesen Weg des Leidens, um am Ende zu zeigen, dass der Mensch unvollkommen geboren wurde und sein Leben nicht reicht, vollkommen zu werden. Damit lohnt kein Streben, Beckett löst sich von den äußeren Dingen und kehrt sich in sein Innerstes.

Murphys Abstieg ist in einer wunderbaren Sprache, mit einer Komik und Ironie verfasst, die seinesgleichen sucht. Sich selbst bringt er in dieser Komik zu Fall, in den Tod und als wenn er nie existiert hätte, wird er in Form seiner Asche zusammen gefegt mit all dem Sand, dem Bier, die Kippen usw. Ein Nichts, aus Staub geboren, zu Staub geworden. Das Ich, dass ihm verwehrt war zu lieben, machte nun gänzlich schlapp.

Beckett wurde als irischer Protestant am 13. April an einem Karfreitag geboren. Für Protestanten ein hoher Feiertag und der Tag des höchsten Leid, dem man nur durch Tod entfliehen kann. Die Streben nach völliger Ruhe im Irdischen endet ironisch lächerlich im unglücklichen Tod. Nichts gelingt richtig, unvollkommen und klein stirbt der Mensch. Beckett als großer Zweifler am Menschen hat Recht - zumindest immer in seinen Werken. Das Leben ist eben anderswo.
~~
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am 15. Mai 2011
Schon der erste Satz ist zum Umwerfen komisch und lädt zu mehrfachem Lesen ein. Die englische Fassung ist natürlich besser:
"The sun shone, having no alternative, on the nothing new."
Das klingt wie eine Persiflage auf konventionelle Wendungen wie "Die Sonne brannte erbarmungslos auf ... herab."
Überhaupt ist dieses Buch in erster Linie ein literarisches Statement, ein Anti-Roman, eine schwarze Satire auf all die Autoren, die meinen, zu genialen Neuerungen fähig zu sein, aber dennoch in ausgetretenen Trampelpfaden herumirren.
Deswegen auch der Verzicht auf das Hervorheben der Handlung und auf deren Stringenz.
Am besten liest man es, wenn man die Sprache verkostet und sich zu philosophischen Assoziationen der feinsten Verästelungen anregen lässt.

Die Sonne sollte eine Alternative haben? Wer kommt denn auf sowas? Das muss doch ein Verrückter sein!
Ach, wie schön wäre es, wenn man eine Alternative hätte... Man ist jetzt direkt enttäuscht...
Sogar die Naturgesetze könnten anders sein!
Nichts Neues unter der Sonne, usw.
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am 26. November 2008
Murphy ist wohl das zugänglichste und kurzweiligste Buch Becketts, das ich bisher gelesen habe. Melancholisch und witzig zugleich, manchmal anspruchsvoll, kompliziert und voller sonderbarer Wortschöpfungen, doch immer ungeheuer unterhaltsam. Der Ton ist sehr ironisch, manchmal musste ich beim Lesen laut lachen. Absolut empfehlenswert!
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am 11. Dezember 2005
Schock schwere Not, da brat’ mir doch einer ’nen Storch; da wird man alt wie ne Kuh und weiß immer noch nichts von der Bücherwelt. Da hält man sich für einen Lesegourmet erster Güte und man kennt die Prosa eines Samuel Beckett nicht.
Man ist halt vorsichtig. Wenn da einer mit „Warten auf Godot“ zur zentralen Gestalt des Theaterjahrhunderts wird und das Stück doch eher durchschnittlich ist, dann geht man als kluger Leser eben behutsamer vor.
Dennoch hätte ich’s wissen müssen. Na klar, die Iren. Zu meinen literarischen Hausgöttern gehören mit Jonathan Swift, Lawrence Sterne und James Joyce gleich drei von der grünen Insel. Und nun auch Beckett. Samuel Beckett.
Mit „Murphy“ ist ihm ein Buch gelungen, das sich ganz sicher den Werken eines Joyce an die Seite stellen lässt. Klug, skurril und zum Brüllen komisch beschreibt es den letzten Lebensabschnitt seines „Helden“ in einer vertrackten und gelehrt-naiven Kunst- und Causeursprache, die sich gern eleganter und ganz und gar wenig gebräuchlicher Fremdwörter bedient. Das Kaleidoskop menschlicher Schwächen, das in den Nebenpersonen satirisch und ohne jeden wirklichen moralischen Erzählerkommentar gegeben wird, kontrastiert um so deutlicher das Streben Murphys aus der Banalität des Lebens, hin ins Nichts, in die Glückseligkeit des Nicht-Mehr-Sein-Müssens. Murphy, gemessen an den Forderungen der bürgerlichen Gesellschaft ein arbeitsscheues, abergläubisches, schwaches und moralisch zumindest verdächtiges Individuum, beschreitet den Weg eines Idealisten und Lebensverneiners mit ehrlicher Konsequenz. Für den wahren Menschen mit Herz und Verstand kann der Weg nur Irrenhaus und Tod bedeuten.
Mal sehen, ob die anderen Romane Becketts mir ähnlich munden …
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am 5. Dezember 2010
Nachdem ich William Faulkner (Schall und Wahn), einen Vertreter des new modernism gelesen und für gut befunden habe, dachte ich mir, o.k. ein Beckett.
Aber Vorsicht: Beckett kommt wie eine angeberische, halbstarke Intelligenzbestie daher, die ihren Künsten folglich in durchaus beeindruckender Ironie Ausdruck zu verleihen vermag.
Zwar bekommt man den Handlungsstrang des Romans und die Gedanken des Schriftstellers mit, muss jedoch so einige Passagen unverstanden überlesen, so dass ich das Buch nach etwa 65 Seiten weggelegt habe, weil ich mich nicht zuviel ärgern wollte. Es stehen wichtigtuerische Sätze unter Beigabe teilweise nie gehörter Begriffe in diesem frühen Roman bzw. in dieser Übersetzung von Beckett, mit denen garantiert nur ein geringer Bruchteil der Leserschaft etwas anzufangen weiß, die aber ebenso garantiert auch verständlicher und genauso kunstvoll zu vermitteln wären. Kostprobe:
"Murphy auf Jobpfaden war eine auffallende Erscheinung. Unter den Mitgliedern des Blake-Bundes ging das Gerücht um, dass des Meisters Idee von Bildad von Suah zu leben begonnen habe und in einem grünen Anzug in London auf der Suche nach jemandem sei, den er ermutigen könnte. Denn was ist Bildad anderes als ein Fragment von Job, wie Zophar und die anderen Fragmente von Job sind." Ich verstehe hier nur, dass Murphy in komischer Art einen grünen Anzug trug! Ist ja auch irgendwie lustig, aber wird man so der Romanform gerecht? Ist es ein gutes Buch, weil Beckett den Leser mit seinem immensen Wissen bzw. seiner schwierigen Fantasie dermaßen und derart beeindruckt?
Oder vermutlich unschöne Übersetzungsfehler: "Er erklärte es auf ihre Frage hin als eine Frucht der Liebe, die ihm verböte, einen Augenblick länger fern von ihr zu bleiben, als die Pflicht erlaubte..." Hier müsste es am Ende "gebot" statt "erlaubte" heißen. Derartige Fehler enervieren beim Lesen. Immerhin schreibt der Herausgeber explizit zu Beginn, in Anlehnung an ein Zitat Becketts, dass das Buch sorgfältig darauf zugeschnitten sei, den gebildeten Leser zu verderben.
Nicht nur wegen der (ironisch gemeinten) beabsichtigten Verderbnis der Leserschaft: Leider nur 2 Sterne.

nachträgliche Ergänzung: Beckett litt beim Verfassen des Romans unter Depressionen - in dieser Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg hielt er sich in Deutschland auf (honi soi qui mal y pense) - diese durchscheinende Grundstimmung erschwert das Lesen.
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am 24. August 2004
Murphy ist wie jeder andere Antiheld in Becketts Romanen ein körperlich schwacher, hinfälliger Mensch, der sich durch die pure Isolation vor der Welt zu verstecken versucht. Er schafft es nicht, da die ihn umgebenden Personen ihn dazu zwinen ein bürgerliches Leben zu führen. Murphy arbeitet in einer Psychiatrie und findet dort gleichgesinnte. neinneinnein, zuviel Inhalt. Gibt nicht mehr als das worauf die sonne schien, war nichts neues, nichts, ich verliere mich, überall frauen, kann nicht sterben, verdammte Geilheit, muss ich doch wohl tun um jetz..,Ist ja auch egal, ich glaube nur was Suk sagt, WER IST SUK?
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