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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
30
4,3 von 5 Sternen
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am 8. Juni 2017
Ich liebe die Bücher von De Beauvoir und dieses ist ganz besonders schön. Man möchte nicht, dass die Geschichte von Fosca endet, man könnte ewig seinen Abenteuern lauschen. Allerdings herrrscht insgesamt eine depressive Stimmung. Man wünscht sich, er hätte mehr Freude an den Dingen.
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am 5. August 2017
Ein sehr bewegendes Buch. Wenn man es gelesen hat, dann atmet man tief durch und ist ausgesprochen froh über die Erkenntnis, dass man eines Tages sterben wird. Deshalb durchaus zu empfehlen für Menschen, die sich gerade in Trauer befinden.
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am 2. Juni 2010
Peu a peu wird man in die Idee der Existenzialisten eingeweiht das der Mensch zur Freiheit verdammt ist. Frei war auch Raimondo Fosca, als dieser die Mixtur trank die ihn unsterblich werden ließ. Anfangs noch euphorisiert von seiner neu erworbenen Fähigkeit verfolgt er das Ziel seine Heimatstadt Carmona zu einem einflussreichen Stadtstaat Italiens werden zu lassen. Als das nicht mehr genügt, will er Italien zum Platz an der Sonne führen, bis er der Allmachtsphantasie die Welt zu einen erliegt und erkennen muss dass dies einfach unmöglich ist, da die Menschen zu verschieden sind...
Zusammen mit Fosca erlebt der Leser nicht nur die europäische Geschichte vom 13 Jahrhundert bis in die Moderne, sondern auch seinen Entwicklungsprozess der im radikalen Fazit mündet, dass die Träume der Sterblichen zum Scheitern verurteilt sind. Aus deren Perspektive stellt es sich jedoch so dar, dass jeder seinem Leben selbst einen Sinn geben muss und gerade die Sterblichkeit der Motor ist der alle antreibt. Hingegen ist Fosca die bedauernswerte Figur, die nach über 600 Jahren nichts mehr vom Leben zu erwarten hat. Seine Träume aufgegeben, alle Lieben tod, pure Tristess bis in alle Ewigkeit...
Es ist eines der wichtigsten Bücher meines Lebens
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am 29. November 2012
Raymond Fosca hat sich im 13. Jahrhundert dazu entschlossen, durch einen geheimnisvollen Trank unsterblich zu sein. Durch die Jahrhunderte hinweg lebt er als Fremder unter Sterblichen. Er begegnet den Idealen, Hoffnungen und Sehnsüchten der Menschen, die unterm Rad der Zeit zerbröselt und zerschmettert werden. All die Enttäuschungen, die die Menschen jetzt erleben, hat er bereits durchgemacht und er weiß, für ihn wird Wahrnehmung kein Ende nehmen. Niemals. Alles vergeht und ist für immer fort. Er allein bleibt. Und bleibt allein. Wir erfahren als Lesende einen Ausschnitt von etwa 6 Jahrhunderten aus seinem Leben. Ein Leben, das ihm immer mehr zur Last und zur Qual wird, denn: was soll man machen auf dieser Welt, und 'wenn wir den Mond ersteigen könnten und tief in den Ozean tauchen, so würden wir doch Menschen bleiben inmitten einer Menschenwelt.' (S. 387). Sechs Jahrhunderte begleiten wir also sein seltsames Schicksal als Machthaber, Berater, Forscher, Lebemann, Revolutionär... dann entschwindet er wieder unserem Blick. Doch sind das zusammenfassende Sätze, die den literarischen Sog dieses Romans schlecht wiedergeben.

Die Sehnsucht, Spuren zu hinterlassen auf dieser Erde und andere von der Wichtigkeit der eigenen Existenz in Kenntnis zu setzen, ist für Fosca bloß der Größenwahn einer Ameise von Millionen Ameisen. Sein Gemüt wird zermürbt durch die Kriege, durch das Vergießen von Blut und Tränen, die erfüllten ebenso wie die zerstörten Hoffnungen. Mitunter wirkt sich das auch auf das Gemüt der lesenden Person aus. Sein Überblick über die Sinnlosigkeit der Bemühungen im Laufe der Zivilisationsgeschichte lässt seine Seele verkümmern und das Feuer in seinem Herzen ausgehen, das Glitzern in seinen Augen erlöschen, das er dadurch nur um so deutlicher bei anderen wahrnimmt. Fosca hungert nach Augenblicken, die ihn seine zur Ewigkeit verdammte Existenz vergessen lassen und die unvorstellbare Einsamkeit und Angst lindern können, sodass er zumindest für den Moment an den Wert des Lebens wieder zu glauben vermag, und sei es auch bloße Illusion: 'Was es auch ist! Ich will daran glauben!' (S. 68) Dabei begleitet ihn stets die Angst, als jener Un-Mensch entlarvt zu werden, für den er sich selbst hält. Denn was den Menschen letztlich mit anderen verbindet ist die Tatsache des zukünftigen Todes. 'Die einen flüchteten, die anderen beteten, die dritten tanzten lieber; und alle mussten sie sterben.' (S. 142)

Das Buch erinnerte mich Goethes Faust ('Dafür ist mir auch alle Freud entrissen/Bilde mir nicht ein, was Recht's zu wissen/Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren/Die Menschen zu bessern und zu bekehren...), Oscar Wilde, außerdem an Nietzsches 'Wiederkehr des ewig Gleichen', an französische Existenzialisten/Humanisten wie Camus und Sartre (z.B. das Erblicktwerden durch andere, das zu Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung führt) und außerdem an den bemerkenswerten Film 'The Man From Earth'.

Simone de Beauvoir ist mit diesem Buch etwas Außergewöhnliches gelungen. Sie zeigt uns einen Menschen, der bekommen hat, was er sich einst wünschte: Unsterblichkeit. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, worin der Stachel selbstbewusster Gegenwartslosigkeit besteht. Sie lässt erahnen, was Ewigkeit für Fosca bedeutet: Leere. Überdruss. Verzweiflung. Erstarrte Einsamkeit und tiefer Schmerz. Sie ist fähig, sich sowohl in die Bemühungen Sterblicher wie auch in die Hoffnungslosigkeit Unsterblicher einzufühlen. 'Jetzt hatte ich vollends verstanden: Carmona war zu klein, Italien war zu klein, ein Universum gab es nicht.' (S. 284) Der ganze 'feile Tand', den wir im Laufe des Lebens ansammeln, um uns zu vergewissern, dass wir waren; all die Dramen, Tragödien und Komödien, die wir spielen, um uns als Existenz zu spüren; all die Pläne, die wir schmieden, um das Paradies in die Zukunft zu projizieren und das Glück im Erreichen des jeweils nächstgelegenen Zieles erhoffend. Und jeder glaubt, anders zu sein, etwas ganz Besonderes zu sein ' und gerade in dieser Geisteshaltung sind alle Menschen gleich.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast, diese Rezension zu lesen. Sie ist doch etwas lang geraten.
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am 19. August 2003
Meiner Meinung nach das beste Werk von Simone de Beauvoir und gleichzeitig DIE existenzialistische "Bibel" schlechthin. Die Lektüre belehrt alle jene eines besseren, die dem Traum des ewigen Lebens anhängen. Der aufgrund eines Fluchs zum ewigen Leben verdammte Fosca verliert im Laufe der Jahrhunderte jeglichen Lebenswillen, da ihm alles sinnlos erscheint. Den Tatendrang und Idealismus seiner Mitmenschen kann Fosca nur mit einem gequälten Lächeln quittieren, denn die Geschichte hat ihn gelehrt, dass die Sehnsüchte der Menschen ewig unerfüllbar und ihre Hoffnungen immer vergeblich sind. Wieso im Krieg sein Leben für ein Land riskieren, das wenige Jahrzehnte später ganz von der Landkarte verschwunden sein wird? Was bedeutet schon Liebe, wenn man für sie aufgrund der Unsterblichkeit kein Risiko eingehen muss?
Als "Nebeneffekt" erlebt der Leser eine interessante Reise durch sechs Jahrhunderte europäischer Geschichte. Unbedingt lesen.
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am 29. Juni 1999
Unsterblichkeit: das Schicksal des Helden Fosca in diesem Roman von Simone de Beauvoir. Klingt gut. Ist es aber nicht. Für Fosca ist es ein Fluch. Er trifft in der Mitte des 20. Jahrhunderts auf eine aufstrebende junge Schauspielerin, die berühmt werden will und nach Unsterblichkeit giert. Er, geboren im 13. Jahrhundert erzählt ihr seine Geschichte. Es ist immer die gleiche Geschichte, egal in welchem Jahrhundert er sie erlebt, egal mit welchen Männern und Frauen, egal ob namenlos oder heute noch historisch bekannt. Seine Erkenntnis geht noch weiter. Die Aussicht auf den Tod macht den Mut erst mutig, die Liebe erst einzigartig und so das Leben erst lebenswert. - Unbedingt lesen! Philosophisch. Spannend. Brilliant erzählt!
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am 30. August 2002
Wie Simone de Beauvoir ihren Protagonisten die vergangenen acht Jahrhunderte durchleben lässt, ist auf der einen Seite in höchstem Maße entmutigend, deprimierend. Was bedeuten schon die 60, 70 Jahre eines Menschenlebens angesichts der Ewigkeit, die Fosca noch vor sich weiß?! "Sie leben 30 oder 70 Jahre, und letztendlich sterben sie doch alle..."
Auf der anderen Seite stimmt diese Ausgangsfrage des Romans nachdenklich. Schließlich möchte man doch lieber 30 oder 70 Jahre LEBEN und dann sterben als ewig wie ein Toter unter Lebenden zu verweilen. Das ist Foscas Schicksal, dessen Erscheinung er als Segen empfindet und viel zu spät merkt, dass es eigentlich ein Fluch ist!
Nicht, dass de Beauvoir explizit Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens findet... Aber dieses Meisterwerk des Existentialismus beeinflusst des Lesers Sicht von Geschichte, Sterblichkeit, im Endeffekt die Sicht der Welt!
Denn: was bedeutet schon Liebe, wenn man nicht sein Leben für sie wagen kann...?!
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am 14. Mai 2010
Simone de Beauvoir (1908-1986) war eine der wichtigsten Vordenkerinnen der europäischen Frauenbewegung. Sie pflegte eine lebenslange Freundschaft zum Philosophen und Schriftsteller Jean Paul Sartre und in ihren Romanen spiegelt sich ihre existentialistisch- materialistische Weltanschauung wider. "Das andere Geschlecht" ist ihr berühmtestes Buch.

In diesem Roman geht es um einen unsterblichen Mann der im 13. Jahrhundert geboren ist und bis in die moderne Zeit (1949 ist dieses Buch erschienen) lebt. Er ist unglücklich weil sich alles wiederholt und nichts einen Sinn zu haben scheint, weil er neidisch auf die sterblichen Menschen ist, weil sie ihr Leben spüren, genau dann wenn sie sich ihres Todes bewusst sind. Die Menschen auf die er trifft, die Frauen die ihn lieben oder die er liebt beneiden ihn ihrerseits wegen seines ewigen Lebens. Ein paar sind doch zufrieden mit ihrem Leben und machen etwas daraus, sie kümmert der Tod nicht sondern das Leben ist ihnen wichtiger. Die meisten kämpfen um ihr Leben und um einen Sinn, alle nehmen ihr eigenes Leben extrem wichtig, nur der Unsterbliche kann sein Leben nicht mehr wichtig nehmen außer wenn er liebt oder hasst. Im Prolog geht es um die moderne Zeit und um die philosophische Betrachtung des Ganzen. Im Hauptteil des Romans erzählt der Unsterbliche über sein Leben ab 1279, ab seiner Geburt. Er lebt in Europa, in Italien und zieht dann nach Frankreich und Deutschland. Jedenfalls wird die Geschichte dieser Länder erzählt, aber nicht unbedingt sachlich und wahrheitsgetreu, denn erfundene Namen vermischen sich mit geschichtlichen Namen. Paris und der erfundene Ort Carmona, Karl V. und der erfundene Politiker Varenzi usw. Man erfährt einiges über die Habsburger, über die Eroberungen in der Neuen Welt, also über Cortes und über die spanische Kaiserfamilie in den 16 Jh. Zum Schluss geht es um die Französische Revolution.
Hauptsächlich geht es in diesem Roman aber darum, wie dieser unsterbliche Mensch seine Umwelt, sein Leben im Gegensatz zum Leben der Sterblichen erfährt und die Gedanken die sich darum drehen. Ziemlich negativ wird alles empfunden. Für den Unsterblichen hat das Leben der Menschen keinen Sinn, für ihn sind Menschen Eintagsfliegen, ihr kurzes Leben ist wertlos und sein Leben ist auch wertlos, weil er erstens nicht zu den anderen Menschen dazugehört und zweitens weil egal was er tut, er wird es überleben. Er fühlt sich verdammt, auf dieser Welt zu bleiben und zu erfahren, wie sich alle Fehler der Menschen wiederholen, wie alle Hoffnungen der Menschen im Wind zerschlagen werden, weil sie eben nichts Neues, nichts Bestehendes auf dieser Welt schaffen können. Krieg und Frieden wechseln sich einander ab und wenn der Mensch endlich Frieden hat, ist er damit nicht zufrieden, weil er sich dann nicht mehr lebendig fühlt. Er braucht den Kampf, er will den Kampf, er will immer um sein Leben kämpfen müssen, sonst findet er keinen Sinn in seinem Leben.
Nur die Liebe aber leider auch der Hass zwischen den Menschen hat die Kraft sie fühlen zu lassen, dass sie lebendig sind. Das ist das Fazit dieses Romans.
Folgende Fragen haben mich beschäftigt bzw. sind in diesem Roman indirekt und direkt enthalten:
Ist nicht alles im Menschen möglich und enthalten? Sowohl die Endlichkeit als auch die Unendlichkeit? Ich kann mir zumindest einbilden unsterblich zu sein. Nichts anderes predigen alle Religionen auf dieser Welt. Egal ob alles wiederkehrt wie im Buddhismus oder ob man aufersteht wie in der christlichen Religion. Mit welcher Einstellung lässt sich besser leben?
Der einzelne Mensch bleibt in seiner eigenen Existenz eingeschlossen, er ist nun mal der, der er ist, mit seinen eigenen Geschmacksnerven, seinen eigenen Gedanken und Gewohnheiten. Natürlich kann man sich ändern wollen und dann schließlich auch ändern, nur kann man gewisse Grenzen nicht überschreiten. Es kommt drauf an, sich von sich selbst, von der Negativität oder von der Gewohnheit nicht unterkriegen zu lassen. Es gibt immer etwas Neues zu erfahren, wenn man offen dafür ist. Selbst der gleiche Gegenstand kann von verschiedenen Seiten betrachtet werden. Offen kann man aber nur sein, wenn der Gedanke an die Zukunft angenehm ist, und damit dies wiederum der Fall ist, braucht der Mensch Hoffnung und noch wichtiger Vertrauen. Sich Ziele zu setzen ist nicht so wichtig als vielmehr sich das Leben so einzurichten, dass damit sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft in einem positiven gefühlsmäßigen Verhältnis stehen. Die Gegenwart bedeutet immer Anspannung und wirklich zufrieden mit sich selbst ist man nur, wenn man etwas im Hinblick auf die Zukunft tut.
Änderungen geschehen langsam, so langsam, dass es schwierig ist, sich dessen bewusst zu werden.
Der Mensch fühlt sich öfters leer, jeder neue Tag, jedes Aufwachen bedeutet einerseits Leere, andererseits Fülle durch das eigene Sein. Ein gewisser Überdruss macht sich deshalb bemerkbar, weil man nur mit sich selbst in der Früh aufwacht, und zwar so, dass die Probleme, Gewohnheiten und Gedanken des Vortages mit einem mit aufwachen. Es kostet viel Anstrengung, den neuen Tag in der Leere zu beginnen und daraus etwas zu machen. Denn der Mensch hat die Möglichkeit jeden neuen Tag neu anzufangen, jeden Augenblick sich für etwas Neues zu entscheiden. Sich zumindest für etwas anzustrengen in der Hoffnung, es bringe Früchte. Natürlich hat der Mensch manchmal auch das Gefühl, er befände sich in einer ausweglosen Situation, wie der Spieler in diesem Roman, der alles verliert und sich dann umbringt. Aber er könnte sich auch anders entscheiden. Der Mensch ist grundsätzlich frei und unfrei zugleich. Dies zu erkennen bedeutet, dass man in unfreien Momenten ruhig bleiben muss, nichts übereilen darf und ein gewisses Maß an Leiden aushalten muss, damit man dann wieder frei ist, damit man wachsen kann, damit man ein neues Leben spüren kann.
Mich hat dieses Buch zu der Einsicht verholfen, dass ich alles in mir trage, sowohl die Unendlichkeit als auch die Endlichkeit, ich kann mein Leben aus unterschiedlichen Perspektiven anschauen und bekomme dann entsprechende Gefühle für mich und meine Umwelt. Jedenfalls ist zwar bewiesen, dass jeder Mensch sterben muss, aber es ist nicht bewiesen, warum wir auf der Welt sind und ob das einen Sinn hat. Selbst wenn ich irgendwann sterbe, bin ich jetzt hier auf dieser Welt und lebe, das ist eine Tatsache. D.h. mir geht es darum, meine Augen nicht vor dieser Tatsache zu verschließen, denn wenn ich nur im Hinblick auf meinem Tod lebe, wäre mir das viel zu einseitig, sowie wenn ich nur im Hinblick auf meine Wiederkehr oder im Hinblick auf meine Ewigkeit oder Auferstehung leben würde. Das ist die große Schwierigkeit im Leben jeden Einzelnen, einen Standpunkt einzunehmen, der nicht nur in eine Richtung geht, der mehrere Möglichkeiten zulässt. Das ist unsere Zeit. Zwei sich angeblich widersprechende Gedanken können miteinander leben, wir müssen nicht immer zu einer Synthese oder zu einer einseitigen Sicht der Dinge gelangen. Ich bin unendlich und endlich zugleich. Ich lebe und sterbe. Jetzt lebe ich, dann werde ich sterben. Ich finde zwar, dass man das Ganze berücksichtigen kann (mein Leben fängt auf dieser Welt an und endet mit meinem Tod oder auch nicht), aber nicht vergessen darf, dass das Leben aus Augenblicken besteht und solange ich nicht Tod bin ich alle Möglichkeiten der Welt auf dieser Erde habe. Ich kann alles werden was ich will, wenn ich es fest genug will und das Leben zeigt einem schon die eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Wenn ich zu viel will, werde ich von den anderen oder von der Realität zu Recht gewiesen, wenn ich zu wenig will, hab ich das Gefühl es ginge nichts weiter und mein Leben sei sinnlos. So kann man sich orientieren und die eigenen Möglichkeiten ausschöpfen.
Ich kann meinen Körper nicht verlassen, und doch tue ich das ständig, im Schlafen, im Denken, im mich ablenken. Also ist beides da, sowohl das Eingesperrt sein, als auch die Möglichkeit seine Grenzen zu durch sprengen, über sich hinaus zu gehen. Die Natur hat es im Leben zumindest auch genau so eingerichtet. Ein Mensch, der nicht mehr schläft und träumt stirbt. Beim Schlafen und träumen spüre ich aber meinen Körper nicht, bin ein Körperloses Wesen. Und so ist es wenn ich mich ganz meinen Gedanken hingebe.
Das Einzige, was ich bei diesem Roman auszusetzen habe, ist die schlechte Übersetzung. Ich brauchte ziemlich lang, bis ich mich auf die Sprache einstellen konnte, denn viele Sätze sind nicht gut übersetzt und im Ganzen merkt man einfach viel zu stark, dass die Originalsprache Französisch ist. Das finde ich sehr schade, denn dadurch liest sich das Buch nicht flüssig genug.
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am 5. August 1999
Simone de Beauvoir erzählt die Geschichte eines Mannes, der seit über 500 Jahren lebt, der das Leben satt hat, weil es seinen Glanz verloren hat, weil es wertlos geworden ist. In jeder Zeile atmet dem Leser die Leere und Traurigkeit eines Menschen entgegen, der immerzu dasselbe erlebt: Menschen begegnen, sie lieben, sie verlieren, immerzu derselbe Reigen, verlieren, gewinnen, doch letztendlich immer verlieren. Während ich das Buch gelesen habe, ist in mir das Gefühl gewachsen: Mein Gott, bin ich froh, dass ich sterben kann! Das Paradox der Menschlichkeit führt sie uns meisterlich vor Augen: Je schwächer und kleiner und endlicher der Mensch ist, desto stärker sind seine Gefühle, sein Mut, seine Liebesfähigkeit - und seine Hoffnung!
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am 27. Dezember 2003
Fosca kommt im Mai 1279 zur Welt. In der kleinen Stadt Carmona verbringt er seine Jugend und wird als 22-Jähriger durch einen Putsch zum Fürsten der Stadt. Fürst zu sein, das bedeutet zu jener Zeit, sich gegen Angreifer zu wehren und um wirtschaftliche Macht zu kämpfen. In einem solchen ständigen Krieg liegt Carmona mit Genua.
Eines Tages stehen die Genueser vor den Toren der Stadt und belagern sie. Die Lage ist dramatisch. Ein Bettler bittet in dieser Situation um eine Audienz. Für Fosca hat er etwas Besonderes mitgebracht: eine alte staubige Flasche, darin eine grünliche Flüssigkeit. Dies sei, erklärt der Bettler, der Trank, der unsterblich mache.
Fosca trinkt. Und wird unsterblich.
Das ewige Leben beginnt er mit Schaffenskraft. Er verwandelt das Städtchen Carmona zum Handelszentrum, attackiert, paktiert und intrigiert 200 Jahre lang. Fosca wird anschließend zum persönlichen Berater des Kaisers Maximilian und zum Mann hinter Karl V. Schließlich gelangt er in die Neue Welt und avanciert zum Entdeckungsreisenden. Zurückgekehrt nach Frankreich findet sein Alltag in den Salons des Ancien Régime statt. Das beschauliche Leben ist vorbei, als er später in die Rolle des Revolutionärs schlüpft. Doch auch dies ist nur eine von vielen Phasen ...
Fast sieben Jahrhunderte lässt Simone de Beauvoir ihren Protagonisten in „Alle Menschen sind sterblich" durchschreiten. Über 20 Menschengenerationen - für Fosca, den immerdar Lebenden, ein Wimpernschlag der Zeit. Den Trank aus einer Laune heraus zu sich zu nehmen, hat erkenntnisreiche Folgen: Das Glück, ewig zu leben, schlägt um in eine Tour de Force, einen Fluch. Denn obwohl Fosca immer der attraktive Mittdreißiger bleibt und wechselhafte Schicksale erlebt, ist er gleichfalls gezwungen zu sehen, wie die Menschen, die er liebt oder zu lieben vorgibt - seine Frauen, Geliebten, Söhne und Töchter -, altern und schließlich sterben. Und immer wieder muss Fosca erleben, dass das Streben der Menschen ohne Hoffnung zu sein scheint.
Es stellt sich beim Lesen die Frage, wer denn mehr zu bedauern sei: der Unsterbliche oder die Sterblichen, die versuchen, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Dieses Problem hat Fosca nicht mehr. Egal, was er tut oder unterlässt, ob er sich Jahrzehnte schlafen legt oder in der Prärie versucht, sich zu erschießen: Er wird weiterleben. Bis ans Ende der Tage. Alles ist egal.
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