Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Learn More sommer2016 Herbstputz mit Vileda Hier klicken Fire Shop Kindle Soolo festival 16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
193
3,8 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 15. Oktober 2004
"The Catcher in the Rye" aus dem Jahr 1951 ist ein absolutes Kultbuch. Das hat nicht nur mit dem Buch selbst zu tun, sondern auch mit J. D. Salinger, der um seine Person ein grosses Geheimnis macht und folglich ein grosser Unbekannter ist. Auch ist sein Werk äusserst schmal. Der Fänger im Roggen war lange in der Übersetzung von Muelon/Böll (1954/62) bekannt, die auf einer entschärften englischen Fassung beruhte. Die Neuübersetzung von Eike Schönfeld beruht nun auf der rekonstruierten Originalfassung, die 1995 erschienen ist. Die beiden deutschen Übersetzungen unterscheiden sich wie Tag und Nacht. Die erste Übersetzung entschärfte das Original völlig und kommt in einem gepflegten Deutsch daher. Die Neuübersetzung ist viel authentischer, da der Text wortwörtlicher übersetzt ist und nicht der Versuch unternommen wird, die Umgangssprache in eine gehobene Schriftsprache zu übertragen. Zudem ist der Wortschatz viel moderner und deftige Worte werden nicht abgeschwächt, sondern behalten ihre Direktheit und Prägnanz. Durch die Neuübersetzung ist mir erst bewusst geworden, dass Holden Caulfield eigentlich ein nerviger Schwätzer ist. In der englischen Fassung kommt ständig die Füllfloskel "and all" vor, die Schönfeld mit "und so" übersetzt, während dessen Muelon/Böll diesen Begriff durchgehend gestrichen haben.
Der Ich-Erzähler Holden Caulfield, 17, ist gerade wieder mal von einer edlen Privatschule geflogen, da er dort absolut nichts gemacht hat, ausser aus jugendlichem Trotz zu rebellieren. Er verlässt das Internat schon ein paar Tage früher und hängt dann in New York herum, da seine Eltern nicht frühzeitig von seinem Abflug erfahren sollen. Er irrt ziellos herum und Einsamkeit breitet sich aus. Dabei trifft auf er verschiedenste uninteressante Menschen, die ihn nur nerven. Eigentlich will er nur seine Ruhe, um nachdenken zu können, auf der Suche nach dem ganz eigenen Ich. Dabei ist es unendlich schwierig, seine Rolle in dieser komplizierten Erwachsenenwelt zu definieren. Die Frage nach dem Sinn des Lebens drückt sich auch in der schönen Metapher aus, als Holden einen Taxifahrer fragt, wo die Enten im Central Park eigentlich überwintern, wenn der See zugefroren ist. Der Taxifahrer weiss auf diese "blöde" Frage keine Antwort. Schliesslich muss jeder selbst die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten. Aber da hat Holden ein Problem, so dass er schliesslich auf die Hilfe seiner kleinen und von ihm vergötterten Schwester Phoebe angewiesen ist, die ihn engelhaft auf den richtigen Pfad zurück bringt.
Salingers Buch hatte im Übrigen auch einen grossen Einfluss auf spätere Autoren. Christian Krachts "Faserland" ist eigentlich eine Variante des Fängers im Roggen. Auch Silvio Huonders "Übungsheft der Liebe" geht in eine ähnliche Richtung.
55 Kommentare| 178 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Mai 2016
Eigentlich wollte ich ja ein E Book.
Salinger beschreibt die amerikanische Gesellschaft, der Protagonist lebt sein Leben so wie er es möchte und schert sich nicht darum was andere über ihn denken,
Ich finde das Buch sollte in Schulen zur Pflichtlektüre werden
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Dezember 2015
Das Buch habe ich vor fast 40 Jahren zum ersten Mal gelesen. Vor kurzem las ich „Lieber Mr. Salinger“ von Joanna Rakoff und da dachte ich mir, ich könnte Salingers Meisterwerk noch mal lesen. Beim ersten Mal hatte ich mich wiedererkannt in Holden Caulfield, der die Verlogenheit der Leistungsgesellschaft und ihrer vor sich hin wuselnden Jünger so ungeschminkt demaskiert hat.

Dieses Mal sind mir doch einige Dinge aufgefallen, die mir ziemlich auf den Wecker gegangen sind. Warum wirkt der Erzähler fast immer destruktiv? Das nervt. Auch wenn die Sprache des Jungen authentisch ist, so gingen mir die vielen Füllwörter auf die Nerven: In jedem zweiten Satz liest man: „Herrgott, oder so, und so, verflucht …“

Klar, im Alter fehlt das Gefühl für den jugendlichen Aufruhr und man liebt die Ruhe und die Ordnung. Dennoch habe ich immer noch ein Gespür für die Revolte der Jugend. Und das ist gut so!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es ist ein Buch für Heranwachsende, daran führt kein Weg vorbei. Man sollte es lesen, solange man sich in der Pubertät befindet, sonst ist es nur noch halb so schön. Zweifellos gehört es zur Weltliteratur und ist zeitlos. Den wirklichen Reiz, das Geniale des Romans versteht der Leser wahrscheinlich am besten, wenn er das Buch als junger Mensch liest, ähnlich wie bei Goethes Werther. Als Erwachsenem ist einem manches peinlich und unangenehm, was man als Jugendlicher dachte und fühlte. Holden Caulfield ist DER Jugendliche schlechthin. Nie zuvor und bislang kein zweites Mal hat es ein Buch geschafft, mich vollständig in den Kopf einer fiktiven Figur hineinzuversetzen. Es ist gerade so, als ob man selbst die Hauptfigur wäre. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, daß jeder Jugendliche ähnliches erlebt, gefühlt und gedacht hat, wie Holden Caulfield. Das erinnert den Leser zum einen daran, daß alle Menschen einerseits sehr ähnlich sind, was wohl eher ernüchternd ist, weil es uns bewußt macht, das wir austauschbar sind und nicht das Zentrum der Welt. Viel stärker wirkt aber das Gefühl der Liebe! Die Liebe für Holden Caulfield und die Menschen, die er auf seiner, eigentlich belanglosen Reise durch New York City trifft und letztlich die Liebe zu uns selbst und den Menschen um uns herum. Das mag nach Geschwafel klingen, verstehen kann man es wohl nur, wenn man das Buch selbst gelesen hat.
Am besten liest man es als Jugendlicher, ohne zu viel Hintergrundwissen und auf Englisch!

Für alle Leser, deren Leben sich durch den Fänger im Roggen positiv verändert hat und die nun hungrig auf mehr von J.D. Salinger sind, empfehle ich keine weitere Werke des Autors anzurühren. Zum einen sind es nicht viele und deren Qualität ist leider bei weitem nicht so phänomenal wie dieser Klassiker. Das mag bedauerlich sein, aber dieser eine Roman ist mehr wert, als die Tausenden Seiten, die manch anderer Schriftsteller in seinem Leben produziert hat!
1010 Kommentare| 79 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
"Sie hatte eine angenehme Stimme. Vor allem für Telefongespräche geeignet. Sie hätte immer ein gottverdammtes Telefon mit sich herumtragen sollen."

Seit ich auf Amazon.de Rezensionen schreibe, habe ich mich immer bemüht alle Kritikpunkte und Ansätze zu einem Buch in meine Besprechungen mit einfließen zu lassen. Nicht um mich lieb Kind zu machen, sondern weil die Summe aller Meinungen der Spiegel eines jeden Buches ist, ob sie nun zutreffen oder nicht.

Bei jedem Buch, das der amerikanische Schriftsteller J.D. Salinger geschrieben hat (es sind genau 4), fällt mir diese Taktik jedoch sehr schwer. Ich liebe seine Bücher und doch möchte ich nicht ausschließen, dass sie für manche eine eher unbeeindruckende Erfahrung darstellen können, auch wenn ich jedem ans Herz legen möchte, sie zu lesen. Mich haben diese Bücher verändert. Ich kann sie immer wieder lesen, ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert und gepackt, gehe immer wieder durch diese Prosa, die ganz ohne Manierismen und fast ohne Sorgfalt auskommt, mit einem Gefühl, als wäre alles, was dort geschrieben steht, ein Geschehen irgendwo zwischen Leben und Kunst, eine nahe und doch zugleich sehr literarische Erfahrung. Auf der Höhe der Literatur und doch in vielen Untiefen.

Der Fänger im Roggen ist nun ein ganz besonderes Werk und ich weiß nicht, ob ich es hinkriege, darüber etwas Gescheites zu schreiben. Ich bin mal wieder, nach der 4ten Lektüre, überrascht, wie schnell dieser Roman doch vorbeigeht und wie viel (in den Zwischenräumen) und zugleich wenig (an der Oberfläche) darin passiert. Doch am meisten hat mich wieder einmal die unglaubliche Nähe, die Aufrichtigkeit und Authentizität, die Empathie und der plötzliche Witz dieses Buches begeistert. Ich frage mich wie immer: Wer traut sich wirklich, so ein Buch zu schreiben, wie "Catcher in the rye" eines ist? So wahr und doch (oder deswegen) so gegen den Strom.
Eine Bekannte, der ich das Buch zu Lesen gab, meinte Holden wäre ein Außenseiter, ein Verrückter gar, ein Nihilist, ein Abgedrehter. Ich bin nicht der Ansicht. Ich glaube Holden geht einfach an der Welt kaputt (und ist nebenbei sehr viel gesünder als die meisten von uns). Aber er geht eben nicht spektakulär kaputt. Überhaupt ist nichts in diesem Buch spektakulär, äußerlich. Es ist alles ganz einfach - und doch so kompliziert. Und Salinger schafft es, dies auf den Punkt zu bringen - er hat ein wundervolles Buch darüber geschrieben, mit einer der besten, in seinen Empfindungen wirklich nachzuempfindenden Figur, die je auf den Leser losgelassen wurde. Wer glaubt, dass Kunst nicht das Leben abbilden könne, weil sie idealisiert, trickst, glättet, der sollte den Fänger im Roggen lesen.

"Aber wenn man am Leben bleiben will, muss man eben dieses Zeug mitmachen."

Ein Buch das sagt: Take it or leave it und das doch im Geheimen weiß: So einfach ist es nicht. Viele Leute sehen in Holden gerne einen klassischen Antihelden (aber Held und Antiheld sind Konstruktionen der Kunst und damit wird man Holden nicht gerecht) oder einen sehr sprunghaften, sonderbaren Kerl. Aber werden wir nicht alle von denselben Dingen wie er umgetrieben? Spontane Abneigung, Verlorenheit, Daseinsjammer und oft dieses Gefühl der Oberflächlichkeit, als hätte man sich in einer Welt der Schemata und Konventionen verlaufen, aus denen stets nur das immer gleiche, beschränkte erwächst – wo man selbst doch nur ein bisschen etwas Wahres haben will? Salinger hat sich getraut diese Emotionen und Ideen am Beispiel eines Heranwachsenden wunderbar zu durchleuchten, das ganze Problem, mit der Welt klarzukommen, mit den Menschen, die alle so verschieden sind und die doch alle in einer Gleichung zusammenkommen sollen, die man Zusammenleben nennt.

Und doch ist Der Fänger im Roggen kein Manifest, keine psychologische Studie und Holden ist kein Ankläger, keine Thomas Bernhard Figur, keiner, der es sich in seiner Opposition leicht macht. Nein, auch er sucht nur seinen Platz in dem Ganzen und hält sich selbst für reichlich schwierig. Dabei zeigt sich gerade an seinem Beispiel, wie schwierig es ist, man selbst zu sein, wenn dieses selbst sich fast nirgendwo mit der Umwelt deckt und sich nicht in eine maßgeschneiderte Existenz begeben will.
Dies alles und noch mehr, verteilt und oft unscheinbar, steckt in diesem Buch.

Mancher mag meinen, es sei ein bloßer Kniff aus Stilmitteln und Vulgärsprache, wie Salinger Holden reden lässt und das sei das ganze Revolutionäre an diesem Buch. Weit gefehlt - weiter geht kaum mehr. Wer den Fänger im Roggen auf diese Dinge festmacht, wird ein großartiges Buch versäumen. Denn all diese sprachlichen Kleinigkeiten - wenn man genau hinhört, nachfühlt, sind es Signale der Seele, wie auch wir selbst sie für einen Moment oft spüren. Dinge, die einen umhauen. Die einen wütend machen. Die einen abrutschen lassen in eine plötzlich Melancholie oder Abgewandtheit. Die einen euphorisch machen oder einen irgendwie seltsam beruhigen oder gar glücklich machen. Dinge, die uns eben umtreiben, weil wir in einer Welt leben, die ständig mit uns kommuniziert und unser Selbst auch ausmacht. All das hat Salinger seiner Figur eingegeben und wenn man dies beim Lesen bedenkt, ist es wahrlich umwerfend, das er dieses Buch überhaupt geschrieben hat. Vor allem, dass er es geschrieben hat, ohne es zu kommentieren, ohne in irgendeiner Weise in Rhetorik oder Abhandlung oder Essayistik zu verfallen.

Bei allem was ich sage, möchte ich dennoch nicht verhehlen, dass dieses Buch kein Wegweiser ist oder eine wirkliche Philosophie vertritt. Holden ist nicht Salinger und selbst wenn, dann ist Holden kein Prophet. Er ist ein Mensch, ein Teenager, wie tausend andere und er spricht mit der Stimme eines solchen und nur damit. Und das, diese einfache Tatsache, macht dieses Buch letztlich (und allein schon) so lesenswert. Nichts türmt sich darüber auf, keine unterschwellige philosophische Strömung hat dieses Werk aufgeschüttet. Es ist ein Werk, das einfach erzählen will, wie das so ist, das Problem mit dem Leben, mit der Schule, mit den Mädchen, mit der Freude, mit der Liebe, mit der Angst, mit dem Glück. Man kann Salinger nur dankbar sein, dass er es geschrieben hat. Für mich und vielleicht nur für mich, ist der Fänger im Roggen eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke, die je zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlicht wurden. So konzentrierte Erzählkunst und doch ist es ist kein großer, erlesener Roman - es ist viel mehr als das, viel näher am Leben. Es ist Literatur, im besten Sinne.

Zuletzt zur Übersetzung: Übersetzungen sind immer so eine Sache. Ich glaube nicht, dass man Den Fänger im Roggen im Original lesen muss, auch wenn das wiederum eine ganz besondere Erfahrung ist. Die neue Übersetzung von Schönfeld finde ich auch okay, wobei mir die von Böll besser gefällt, wenn sie auch anfangs etwas verstellt wirkt. Aber in dieser Übersetzung habe ich mehr das Gefühl, dass das Werk wirklich in die deutsche Sprache übersetzt wurde und ihren Ansprüchen, ihrer Art gerecht wurde, während Schönfelds Übersetzung mehr ein Versuch ist, die Legerheit und Eigenheit der englischen Version auch im Deutschen erreichbar zu machen (aber es ist nun mal das Problem, dass diese Art im Englischen total gut kommt, mit ihrer Knappheit etc., aber im Deutschen etwas zu BAM-mäßig klingt). Sind eben zwei Konzepte, die man beide nicht aburteilen sollte.
55 Kommentare| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
1951 veröffentlichte der US-amerikanische Autor J. D. Salinger (1919–2010) sein bekanntestes Werk "Der Fänger im Roggen", das ihm zum Weltruhm verhalf.

Die Geschichte des Teenagers Holden Caulfield, der nach seinem Rauswurf aus dem Internat durch New York City wandert und auf verschiedene Menschen stößt, lässt sich herausragend lesen (die alte Übersetzung habe ich nie gelesen).
Die Thematiken Erwartungen der Erwachsenenwelt und das Gefühl von Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden finde ich äußerst eindrucksvoll beschrieben.
Das in den 1950er Jahren geschriebene Buch ist gerade durch diese Thematiken zu einem zeitlosen Klassiker geworden.

Die Figur Holden Caulfield mag zwar ein Schwätzer sein, aber ich glaube in jedem jungen Menschen steckt etwas von Holden Caulfield. Wir alle wollen uns hinter Fassaden verstecken, damit man unsere Schwächen nicht erkennen kann.

Dieses Werk soll weiterhin gelesen werden, sowohl von Jugendlichen als auch von Erwachsenen. Ein Roman, den jeder einmal gelesen haben sollte.

Das Buch ist bis heute nie verfilmt worden. Ich persönlich könnte es mir sehr gut vorstellen, dass dieses Kultbuch der US-amerikanischen Literatur eines Tages (angemessen) verfilmt werden könnte.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 3. Juni 2012
Der Fänger im Roggen ist ein Kult-Klassiker, den ich immer wieder in Filmen erwähnt fand, sodass ich ihn auch lesen wollte. Leider wusste ich dank fehlendem Klappentext nicht worum es ging. So machte ich mich zum ersten Mal seit Jahren wieder blind ans Lesen. Es ist ungewohnt nicht zu wissen, was einen erwartet, obwohl ich oft genug beschwert habe, dass andere Klappentexte zu viel verraten.

Der Leser wird in die Welt des 16-jährige Holden Caulfie entführt. Es ist kurz vor Weihnachten als er aus dem vierten Internat fliegt, weil er seine Leistungen unterdurchschnittlich sind. Statt den Beginn der Ferien abzuwarten, haut er mitten in der Nacht ab und macht sich auf den Weg nach New York. Da seine Eltern von der neuerlichen Pleite nichts wissen, quartiert er sich in einem Hotel ein. Dort gerät er jedoch in eine Schlägerei mit einem Zuhälter, der mehr Geld für seine Prostituierte einfordert. Aus Angst zeiht Holden am nächsten Tag aus, und stellt seine Sachen im Bahnhof unter. Doch auch die nächsten Tage sind alles andere als erfreulich. Er trifft eine alte Freundin mit der er sich jedoch zerstreitet, mit seiner kleinen Schwester, die er aufsucht ist es auch nicht so einfach, und ein ehemaliger Lehrer, der ihm Unterschlupf gewährt, weckt die Angst vor sexuellem Missbrauch, sodass Holden den kalten Bahnhof vorzieht. Er beschließt endgültig abzuhauen. Doch seine Schwester will ihn begleiten, und das muss er abwenden.

Es ist ein Thema, dass ich auf den ersten Blick sehr interessant fand. Tiefgründige Bücher mit jugendlichen Protagonisten finde ich immer gut. Doch dieses Buch ist in meinen Augen einfach nur eintönig, obwohl es so vielseitig ist. Erzählt wird das Buch aus Sicht des coolen, abgeklärten und harten Holden. Inzwischen befindet er sich in einer Therapie und berichtet über seine vorweihnachtlichen Erlebnisse und Gefühle.

Oberflächlich gesehen lernt der Leser einen Jungen kennen, der auf Schule keinen Bock hat, sehr cool und hart wirkt. Doch wie es auch im echten Leben ist, ist der innere Kern sehr weich und verletzlich. Dies erfährt der Leser an Hand von zahlreichen Gesprächen, die er mit verschiedenen Personen führt. Zum Beispiel einem Taxifahrer, einer Prostituierten, einer Mutter oder einer Freundin. Es sind Fremde oder Bekannte und trotzdem versteckt er sich bei jeder Person hinter einem Lügennetz, um selbst nicht verletzt zu werden. Dies ist sicherlich interessant, aber man muss stark zwischen den Zeilen lesen und wirklich darüber nachdenken, was damit gemeint ist. Denn oberflächlich gesehen, sind es oft harmlose Gespräche, wie zum Beispiel wohin die Fische gehen, wenn der Teich zufriert. Das er damit auch sich selbst meint, ist für oberflächliche Leser nicht ersichtlich.

Obwohl ich den Sinn des Buches, die Verzweiflung, Ängste und Gefühle nachvollziehen konnte, konnte mich das Buch nicht vom Hocker hauen. Anfänglich lag es definitiv am Protagonisten und der Tatsache, dass ich den Inhalt nicht mal an Hand einer Richtung kannte. Holden war mir anfangs so unsympathisch, bis ich den Sinn dieser übertrieben Person erkannte.

Nichtsdestotrotz fand ich das Buch trotz genauem Lesen besonders im Mittelteil einfach zähflüssig. Es werden immer neue Protagonisten eingeführt, mit denen er sich unterhält, obwohl mir persönlich schon klar war, worauf es hinausläuft. Im Grunde wird im jugendlichen Stil mit jugendlichen Ansichten der 50er Jahre vermittelt, wie das Erwachsenenwerden sich anfühlt, wie das Thema Sexualität betrachtet wird und vieles mehr. Auf Grund des Stils habe ich es zu Ende gelesen und da ich einfach wissen wollte, ob noch etwas bahnbrechendes passiert, aber im Grunde konnte mich das Buch einfach nicht überzeugen. Eigentlich dachte ich, dass die negativen Kritiker es einfach nicht verstanden haben. Ich habe es begriffen, und finde es sicherlich nicht schlecht, aber es gibt bessere Bücher. Was vielleicht auch an der Übersetzung liegen mag, denn das Original kenne ich nicht.
33 Kommentare| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Februar 2012
Ich habe das Buch in den 1980er Jahren mit Interesse als Klassenlektüre gelesen. Nun, fast 30 Jahre später, habe ich es wieder aus dem Regal gezogen. Zur neuen Übersetzung kann ich daher nichts sagen. Ich kenne nur die frühere Bearbeitung von Heinrich Böll. Und ich muss sagen, sie gefällt mir und der Roman fesselt mich noch immer.

Der 17jährige Holden Caulfield ist kurz vor Weihnachten wieder einmal aus einer Vorzeigeschule geflogen, weil er sich überhaupt keine Mühe gegeben hat. Im Internat möchte er nicht länger bleiben. Nach Hause traut er sich aber auch noch nicht. So irrt er ein paar Tage ziellos durch New York, übernachtet in einem Hotel, besucht Bars, fährt Taxi, raucht, flucht, betrinkt sich und begegnet Menschen, die er durchwegs uninteressant und nervig findet. Er ist deprimiert, kommt nicht mit sich klar, sucht den Kontakt zu früheren Freunden und einem ehemaligen Lehrer. Doch die Begegnungen bestätigen ihm nur, dass die Gesellschaft aus Langweilern, Spießern und Perversen besteht. Er sehnt sich nach einem einsamen Leben in einer Blockhütte und träumt davon, an einem Abgrund zu stehen und spielende Kinder vor dem Absturz zu bewahren. Schließlich ist es seine kleine Schwester Phoebe, die ihm endlich wirklich zuhört, seine ausweglose Lage erspürt und ihn auf den richtigen Weg bringt.

Holden ist auf der Suche nach sich selbst. Rebellion und Auflehnung bringen ihn nicht weiter. Doch mit der Erwachsenenwelt, den vorherrschenden Gepflogenheiten und Erwartungen kann er sich nicht identifizieren. So strauchelt er durchs Leben. Er sehnt sich nach Freiheit in der Natur oder zurück in die Kindheit. Er ist in gewisser Weise ein Romantiker, findet aber von sich aus nicht die Ruhe, nachzudenken und seine Verhaltensweisen zu hinterfragen. Er spürt, dass es Zeit ist, Verantwortung zu übernehmen, und dass hierin möglicherweise auch der Sinn des Lebens zu finden wäre. Da er selbständig keine Anknüpfungspunkte an das gesellschaftliche Leben finden kann, landet er schließlich in der Psychatrie. Dort arbeitet er seine Geschichte auf.

Die gewählte Jugendsprache ist eingängig und erleichtert den Zugang zu Holdens Denk- und Handlungsweise. Auch als Erwachsene konnte ich mich gut mit ihm identifizieren und fühlte mich zurückversetzt in frühere Zeiten. Obwohl der Roman aus den 1950er Jahren stammt, hat er für mich immer noch Relevanz. Sallinger kann mit seiner Idee sicher auch heutige Jugendliche gut erreichen.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Januar 2014
Was soll ich sagen, dies ist einfach ein tolles Buch über einen jungen Menschen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Holden Caulfield hat immer eine Meinung parat und ein schnelles Urteil gefällt. Das macht ihn auf den ersten Eindruck nicht gerade sympatisch, aber dennoch schliesst man ihn ins Herz weil er einfach gnadenlos ehrlich und direkt ist. Kein Held, sondern jemand wie du und ich, der der Welt nicht ausgereift und abgeklärt begegnet (auch wenn er das selber glaubt),sondern mit jugendlichem Trotz, einer gewissen Naivität und einer Antipathie gegenüber Erwachsenen, die er grundsätzlich der Oberflächlichkeit verdächtigt. Das Schöne ist daran, dass er dennoch oft reflektiert, mit coolen Vergleichen und Anekdoten daherkommt und sich selbst auch kritisch sieht und nicht selten seine sensible Seite aufblitzen lässt. Geschrieben in einer wunderbaren Sprache,die mich viele Male zum Schmunzeln gebracht hat und auch einige Male fast zum Weinen. Die Schlusszenen mit Phoebe sind einfach nur schön. Sicherlich kein Buch für Leute, die nur geradeaus denken können, eine Heldengeschichte suchen, oder sich mit der Hauptfigur identifizieren müssen damit das Buch gefällt, sondern für Leute, die einen Sinn dafür haben, dass manche unter uns nicht immer den geraden, "korrekten" Weg im Leben gehen können oder wollen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2006
"Der Fänger im Roggen" - im Original "The Catcher in the Rye" - von Jerome D. Salinger ist ein sehr bemerkenswertes Buch.

Zunächst zu meiner persönlichen Lesegeschichte: Ich habe das Buch in den letzten 30 Jahren dreimal gelesen, jeweils im Abstand von 10 Jahren. Die ersten beiden Male in der Übersetzung von Heinrich Böll (immerhin Literaturnobelpreisträger) und zuletzt in der neuen Übersetzung von Eike Schönfeld. Übrigens: die letzte ist die beste.

Dieses "alte" Buch aus dem Jahre 1951 ist vor allem wieder in dieser neuen Übersetzung aktuell und springt einem - wie es nur sehr gute Literatur leisten kann - in den Kopf und will dort nicht mehr raus.

Dies ist um so erstaunlicher, als Salinger seinen 16-jährigen Protagonisten eine sehr krude, saloppe, manchmal belanglose Sprache verwenden lässt - aber dahinter verbirgt sich die berührende Geschichte eines Heranwachsenden, der von der Schule fliegt und einige Tage ziellos durch New York streunt.

Doch hinter dieser einfachen Handlung lauert ein vielschichtig komplexer Prozess verschiedener Themen, die einen Heranwachsenden beschäftigen, der nicht mehr Kind und noch nicht Erwachsener ist.

Seit seinem Erscheinen hat das Buch mehrere Generationen beschäftigt und gefesselt und es scheint mir auch heute noch sehr aktuell und lesenswert.

Die neue Übersetzung ist meiner Meinung nach die bessere - wer es nicht glaubt, kann ja beide lesen und sollte dann das amerikanische Original nachschieben - viel Vergnügen!
0Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken