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Ein liebender Mann
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 10. Dezember 2017
Überrascht hatte mich, ohne nun den geschichtlichen Hintergrund zu kennen, dass hier eine Liebschaft/Freundschaft beschrieben wird, die nicht im geheimen stattfindet, sondern in aller Öffentlichkeit. Goethe gibt mit seiner jungen Freundin im gesellschaftlichen Leben der böhmischen Kurorte Marienbad und Karlsbad an. Es ist ihm nicht peinlich, dass er mehr als fünfzig Jahre älter ist.
Durchaus typisch für den älteren Walser, der ein Faible für Liebesbeziehungen hat, bei der der männliche Teil wesentlich älter ist. Vielleicht ein durchaus angenehmer Gedanke für den älteren Herrn, aber weit weg von jeder Geschlechtergerechtigkeit.

Die Sprache hätte dann 5 Sterne verdient, obwohl ich hier nicht bewerte, ob Walser die Sprache Goethes getroffen hat. Hat er das überhaupt versucht? Exemplarisch steht dann dieser Roman für ein Phänomen, dass ich immer einmal benennen wollte. Das hohe Niveau der Sprache suggeriert ein hohes Niveau eines Charakters (hier der von Goethe), das nicht gegeben ist; geradezu wirkt die feine Sprache als Tarnkappe für einen eitlen, alten, sehr selbstverliebten Herrn, der in seinen Empfindungen jegliche Reife missen lässt und letztlich ein debiles Gefühlsleben hat.
Das ist alles in allem aber dann doch unterhaltsam, verdient seine drei Sterne, mit der Walser-Sprache macht es dann vier. Hatte hier Walser mehr beabsichtigt als unterhaltsam zu sein?
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am 28. November 2014
Mit Skepsis habe ich begonnen, dieses Buch zu lesen. Einmal deshalb, weil ich gefürchtet habe, die Gestalt des Dichterfürsten könnte in verzerrter Form charakterisiert werden, zum anderen, weil die Thematik leicht zu einer Darstellung führen könnte, die der Ernsthaftigkeit des Themas nicht angemessen ist. Beide Vorbehalte haben sich als unnötig erwiesen. Ich war von dem Buch so angetan, dass ich es gleich noch einmal an einen anderen Goethefreund verschenkt habe, zu dessen großer Freude.
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am 13. Januar 2014
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es auch die Thematik, Liebe im Alter zu einem jüngeren Menschen beschreibt. Wer sich mit dem Thema "Alter in der Litertaur" befaßt, hat an diesem Buch seine Freude.
Margaretha Hüttemann
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am 13. Januar 2013
die Bewertung war viel besser als das Buch, das immerhin Goethe anders darstellt, als man das von der schule her gewohnt war
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am 17. Februar 2010
"Bis er sie sah, hatte sie ihn schon gesehen."
Er ist kein Geringerer als Goethe, berühmt, bewundert und verehrt. 74 Jahre alt, aber immer noch sehr aufrecht. Sie Ulrike von Levetzow, 19 Jahre alt, Tochter aus gutem Hause, jugendlich, klug, lebendig. Goethe ist sofort fasziniert. Verliebt. Verfallen.
"Als sein Blick sie erreichte, war ihr Blick schon auf ihn gerichtet. Das fand statt am Kreuzbrunnen, nachmittags um fünf, am 11. Juli 1823 in Marienbad."
Sie wird Goethes letzte große Liebe. Sein Tun, sein Denken, sein Handeln, alles geschieht nur noch aus einem Grund: Ulrike. "Wenn er, 74, sie, 19, heiraten würde, wäre sie, 19, die Stiefmutter seines Sohnes August, 34, und seiner Schwiegertochter Ottilie, 27. Mit solchen Rechnungen fand er sich beschäftigt, als er vor dem Frühstückstisch saß." Und wagt es doch. Gesteht ihr seine Liebe. Bittet um ihre Hand. Und wird abgewiesen. Das junge Fräulein hätte noch gar keine Lust zu heiraten, hieß es höflich. (ein wenig Wirklichkeitsverschönerung des Herrn W.) Für Goethe, sonst verwöhnt in Liebesdingen, eine bittere Niederlage. Und gleichzeitige ein Höhepunkt seiner Schaffenskraft, denn nur schreibend kann er sich wirklich zum Ausdruck bringen. Die Marienbader Elegie entsteht. (Hier hat Herr Walser die Wirklichkeit zu seinen Gunsten ein wenig gedehnt, denn tatsächlich erhielt Ulrike die Elegie erst nach seinem Tod) Diese leidvolle Erfahrung, zugleich Goethes letztes Erleben der Liebe und sein Abschied von ihr, hat Martin Walser in einen wunderbaren Roman gefasst: Ein liebender Mann.
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am 11. Mai 2015
Johann Wolfgang von Goethe, 73 Jahre alt und von jungen und älteren Frauen umschwärmt, verliebte sich in die Lebendigkeit und Frische der erst 19jährigen Ulrike von Levetzow. Ein Thema, das für Martin Walser wie geschaffen scheint. Jedenfalls fällt es ihm nicht schwer, sich in den alternden Dichterfürsten einzufühlen. So können wir Leser seinen Sehnsüchten folgen, bemerken, wie sich die jugendliche Heldin geschmeichelt fühlt, wenn bei den Spaziergängen in Marienbad die Leute hinter dem ungleichen, immer diskutierenden Paar hinterher gucken.

„Ein solcher Badeort ist ein Kessel, in dem das Gerücht gekocht und dann in alle Welt versendet wird“. So sorgte das Paar für viel Gesprächsstoff zwischen Zürich und Hamburg, weil: „Bettina von Arnim wird dafür sorgen, dass in Berlin keine nennenswerte Adresse unversorgt bleibt“. Das ist in meinen Augen eine große Stärke dieses Romans: alle Berühmtheiten der Zeit zu Beginn des 19.Jahrhunderts werden namentlich erwähnt – was sicherlich eine große Recherchearbeit des Autors voraussetzte.

Die Gefühle, die er hier beschreibt, kommen wie selbst erlebt herüber – egal, ob es um die Angst, nicht zurückgeliebt zu werden geht, oder um das Erkennen: „Bis jetzt waren es immer die anderen, die gelitten haben“.

Gefallen hat mir in diesem Roman der Maskenball, in dem sich Goethe und Ulrike unabhängig voneinander in Lotte und Werther verkleideten und damit einen Preis errangen. Doch da zeigt sich auch die Ungleichheit: bei einem Spaziergang stürzt Goethe und wäre ohne die Hilfe von Ulrike nicht mehr auf die Beine gekommen.

Nicht gefallen hat mir die Besessenheit Goethes, die ich zwar einem 18jährigen, unerfahrenen Jüngling zugestanden hätte, die mir aber für einen gebildeten, lebenserfahrenen Mann doch sehr übertrieben erscheint. Im dritten Teil des Romans können wir ganz ausführlich den zermürbenden, krankmachenden Gedanken folgen, die den Greis vom Leben abschneiden.

Zum Schluss bleibe ich zwiegespalten zurück: Das Buch ist so gut geschrieben, dass es nicht schwer war, ihm bis zum Schluss treu zu bleiben. Die Thematik aber konnte mich nicht überzeugen. Liegt es daran, dass ich kein Mann bin oder kein Dichter? Liebe hat in meinen Augen nichts mit Besessenheit zu tun. Ein Liebender sollte niemanden mit solcher Inbrunst verlangen, wie es hier beschrieben wird. Liebe hat in meinen Augen viel mit Freiheit zu tun. Aber diese Freiheit konnte ich in diesem Buch nicht finden.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 14. Januar 2013
eigentlich ist schon in der Überschrift alles gesagt, so dass sich weitere Erläuterungen im Prinzip erübrigen - aber wenn die Bewertung es so will ...
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am 11. Dezember 2012
Der Roman hat mir nicht gefallen. Er ist langatmig und langweilig geschrieben. Wahrscheinlich muss man ein Fan von Martin Walser sein, um seine Art zu schreiben zu mögen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 29. Juli 2010
Man weiss nie genau, wer da gerade auf der Bühne des Geschehens steht: ist es Johann Wolfgang von Goethe oder ist es Martin Walser, der seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse auf den Hr. Geheimrat überträgt. Gleich gültig, ein einzigartiges Werk.
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am 27. Juni 2015
Juli 1823. Der knapp 74jährige Johann Wolfgang von Goethe weilt, wie auch in den vergangenen Jahren, zur Sommerfrische in Marienbad. Auch Frau von Levetzow mit ihren drei Töchtern ist wieder angereist. Die Älteste, Ulrike, ist nunmehr 19 Jahre alt und zu einer jungen Frau heran gereift. Das entgeht auch Goethe nicht, der alternde Greis entflammt in Liebe zur 55 Jahre jüngeren Ulrike. Auch Ulrike scheint zunächst nicht abgeneigt, man sieht die beiden täglich zusammen auf der Kurpromenade, in lebhafte Gespräche und Diskussionen vertieft. Sie ist von Goethes Persönlichkeit und Berühmtheit hingerissen und sonnt sich in seiner Bewunderung. Doch als Goethe über seinen Freund, den Großherzog Carl August, um Ulrikes Hand anhalten lässt, reist die Familie am nächsten Tag ab …
In seinem teils biografischen Roman „Ein liebender Mann“ gelingt es Martin Walser großartig, sich in die Gefühle des alternden Goethe hinein zu versetzen und diese zu Papier zu bringen. Man spürt als Leser Goethes Besessenheit, seine widersprüchlichen Gedanken, sein Bestreben das Mädchen sein Eigen zu nennen, seine Angst abgewiesen zu werden und auch die Verzweiflung über sein Alter, als er nach einem Sturz nicht mehr ohne Ulrikes Hilfe hoch kommt, oder wenn er vor ihr auf die Knie sinken will aber weiß, dass das Aufstehen misslingen könnte. „Meine Liebe weiß nicht, dass ich über 70 bin“, lässt Walser Goethe sagen, doch er selbst weiß es wohl. Aber es gelingt ihm erfolgreich, die mahnenden Gedanken zu verdrängen. Er betrachtet sich im Spiegel und glaubt, darin einen immer noch gut erhaltenen, attraktiven Mann zu sehen.
Walser gliedert den Roman in drei Teile. Im ersten Teil sind die Tage in Marienbad heiter und beschwingt, mit langen Spaziergängen und vergnüglichen Gesprächen zwischen Goethe und Ulrike, Landpartien und diversen Zerstreuungen, Dinner-Einladungen, prunkvollen Bällen und einem ersten flüchtigen Kuss. Nach dem missglückten Antrag und Abreise der Levetzows wird im zweiten Teil die Stimmung wesentlich düsterer. Liebeskummer macht sich in Goethe breit und eine brennende Eifersucht auf den jungen Schmuckhändler de Ror, der ebenfalls um Ulrikes Gunst buhlt. In der Kutsche zurück nach Weimar entsteht auch die „Marienbader Elegie“, eines der schönsten und intimsten Gedichte Goethes, welches im Buch in ganzer Länge zu lesen ist. Der dritte Teil besteht überwiegend aus einem (fiktiven) Briefwechsel. Heimlich, ohne Wissen seiner Familie, schreibt Goethe an Ulrike. Das verzweifelte Warten auf Antwort zermürbt ihn so sehr, dass er sich schließlich aufs Krankenlager begeben muss. Nur langsam und ganz allmählich kommt er zu der Erkenntnis, dass er sich von dem Gedanken einer Verbindung mit Ulrike lösen muss. Dass ihm dies wohl nicht gelungen ist, erfährt der Leser am Schluss des Romans.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nie ein Fan von Goethe war oder daran, dass ich eine Frau bin, dem Thema des Buches konnte ich nichts abgewinnen. Es ist ohne Zweifel gut geschrieben mit geistreichen Gedanken und amüsanten Dialogen, auch wenn sich zwischendurch einige Längen breit machen. Ich ertappte mich dabei, dass ich gelegentlich so etwas wie Häme oder Schadenfreude empfand, wenn Goethe wieder einmal in Selbstmitleid zerfließt. Goethe-Liebhaber werden sicher ihr Idol anders wahrnehmen.
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