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am 12. September 2012
Die Handlung des Romans ist denkbar simple: Ein junger Japaner sucht in der Millionenstadt Tokio nach seinem Vater. Aber wie es erzählt wird, ist einzigartig. Die Suche führt durch ebenso viele Milieus der Stadt wie durch Genre der Literatur und dies macht das Buch ist auf erfrischende Art chaotisch. Es gibt Zeitsprünge, Rückblenden und jede Menge postmoderner Spielereien, bei denen Mitchell seine ganze Virtuosität entfalten kann. Als eines von vielen möglichen Beispielen sei hier nur der Kinobesuch erwähnt, bei dem Eiji ein Treffen der Anwältin mit seinem Vater belauscht, während er gleichzeitig die brüllend komische Filmhandlung beschreibt.
Man muss nicht die zahlreichen literarischen Anspielungen (vor allen auf Murakami) verstehen, um an dem Buch seine Freude zu haben. Die Handlung ist so verschachtelt, dass man jedes Kapitel mit großem Vergnügen mehrmals liest. Jede neue Spur führt Eiji in eine Sackgasse und auch wenn Mitchell diesen Kniff ein- oder zweimal zu oft bemüht, tut er dies doch jedes Mal auf ungeheuer originelle Art.
Der Roman ist übervoll mit Geschichten, vielstimmig und abwechslungsreich, mit köstlichen Dialogen und wahnwitzigen Ideen. Die Lektüre ist anstrengend, aber auf lohnende Art. "Number 9 dream" gehört zweifellos zu den interessantesten Veröffentlichungen dieses Jahres.
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am 20. Februar 2016
David Mitchells Number 9 Dream ist ein Buch wie ein Drogenrausch: Verrückt und unberechenbar.

Permanent pendelt es an der Grenze zwischen Realität und Wahn. Dabei bleibt eines unangetastet: Der Brite Mitchell ist der wohl raffinierteste Erzähler unserer Zeit.

Number 9 Dream erzählt die Geschichte des 20-jährigen Eiji Miyake, der von einer abgeschiedenen japanischen Insel ins Tokio der Jahrtausendwende kommt, um seinen Vater zu suchen. Dieser ließ Eijis Mutter fallen, als Eiji und seine Zwillingsschwester kaum auf der Welt waren. Es schickt sich nicht für eine Konkubine, Kinder zu bekommen. Allein gelassen flüchtete die Mutter sich in den Alkohol und schob ihre Kinder zu deren Großmutter ab.

Tokio erweist sich als gefräßiger Hai und droht Eiji mit Haut und Haaren zu verschlingen - wären da nicht Buntaro, der Eiji eine Wohn-Kapsel vermietet und ihm mehr und mehr zum Freund wird, und die Kellnerin mit "dem schönsten Hals der Welt", die aus Eijis Fantasien in sein reales Leben tritt.

Es sind andere, die sich Eijis Suche in den Weg stellen: die verschlagene Anwältin Akiko Kato, die neue Familie von Eijis Vater und nicht zuletzt ein Bandenkrieg zweier Tokioter Yakuza-Gangs.

Dies ist die vordergründige Geschichte von Number 9 Dream. Wie immer bietet auch dieser Roman Mitchells jedoch viel mehr. Um Dir nur einen kleinen Eindruck zu vermitteln:

Da gibt es die Vorstellungen in Eijis Kopf, die die Realität ständig zu unterminieren drohen; es gibt Fabeln um eine Figur namens Goatwriter, die an Alice im Wunderland erinnern; John Lennon, auf dessen gleichnamiges Lied der Romantitel anspielt, taucht auf; ein japanischer Donnergott verliert seinen Kopf; eine Gruppe heroischer Kämpfer zu Ende des 2. Weltkrieges sucht den Untergang des japanischen Kaiserreichs zu verhindern und vieles mehr.

Schließlich ist Number 9 Dream natürlich auch eine Geschichte von Träumen.

Denn Träume, so versichert eine steinalte Dame Eiji im Zug, Träume sind Küsten, an denen der Ozean des Geistes auf das Land der Materie trifft. Strände, wo die Noch-nicht-Gewesenen, die Einst-Gewesenen und die Niemals-Sein-Werdenden inmitten der Noch-Seienden spazieren gehen können.

Mitchell entführt uns in Number 9 Dream auf einen solchen Spaziergang, der die Grenzen verwischt. Seine Literatur ist der Versuch, auch heute noch ohne festen Rahmen auszukommen, an dem der Stringenz-süchtige Leser sich festhalten könnte. In ihrer Rohheit erinnern Mitchells Romane an ungeschliffene Diamanten. Es ist der Leser selbst, der in die Bergwerke seiner Fantasie hinabsteigen muss, um diese Geschichten für sich zu entschlüsseln.

Insofern sind Mitchells Bücher nichts für zwischendurch. Sie fordern den Leser. Das könnte anstrengend sein. Ist es bisweilen auch, weil Mitchells Romane nie einfach zu lesen sind. Andererseits zeichnet eben das David Mitchells Meisterschaft aus: Selbst Geschichten, die oberflächlich betrachtet rein gar nichts mit der Handlung zu tun haben, verflicht er so gekonnt mit der Haupthandlung, dass letzten Endes ein Gewebe daraus entsteht, dessen einzelne Fäden sich gegenseitig stärken. So abseitig die Handlung im Moment, in dem der Autor sie ins Geschehen wirft, auch sein mag, genügen Mitchell doch wenige Seiten, um den Leser auf neuen in den Bann seiner Geschichten zu ziehen.

Was entsteht, ist ein Kompendium verschiedenster Erzählungen, die im Falle von Number 9 Dream letztlich mehr, so viel mehr sind, als die Geschichte eines japanischen Jungen, der seinen Vater sucht und diesen Roman damit weit über die Durchschnittsliteratur hinausheben.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Juni 2015
Seitdem ich von David Mitchell erstmals hörte, als "Cloud Atlas" verfilmt wurde, arbeite ich langsam und mit wachsender Begeisterung im Zickzack durch sein Werk. Jetzt also Number 9 Dream, die Geschichte des zwanzigjährigen Eiji Miyake, der aus der tiefsten Provinz Japans nach Tokyo kommt, um seinen Vater zu finden. Der hatte seine Mätresse kurz nach der Geburt von Zwillingen sitzen gelassen.

Mitchell macht es seinen Lesern wie meistens nicht leicht. Eijis Suche scheint manchmal in der Realität stattzufinden, manchmal in seiner stark von SciFi- und Videogame-Elementen geprägten Fantasie, sodass ich anfangs glaubte, das Ganze spielt irgendwann im 23. Jahrhundert. Als wäre die Mission allein nicht schon aussichtslos genug, gerät Eiji durch Zufall (falls es den bei Mitchell überhaupt gibt) auch noch mitten in einen Yakuza-Machtkampf, dessen Grausamkeiten genüsslich zelebriert werden. Gleichzeitig muss er schauen, wie er sich durch diverse Jobs finanziell über Wasser hält, und schließlich verliebt sich die Landpomeranze auch noch in eine höchst kultivierte Tokyoterin.

Während allein schon diese verwickelte Handlung, zusammen mit Rückblenden in Eijis traumatische Kindheit, in einer reichlich gewagten Genre-Mischung resultiert, traut Mitchell sich auch noch, den Roman mit portionsweise eingefügten Beigaben aufzufüttern, die mit Eijis Mission kaum etwas tun haben: Eine Fabel um einen "Goatwriter"*), auf deren Manuskript Eiji in einem seiner Unterschlupfe stößt, und das Tagebuch eines Soldaten auf einer Selbstmordmission zu Ende des zweiten Weltkriegs. Und das ausgerechnet immer dann, wenn Eijis Suche richtig dramatisch wird; meine Begeisterung über diese Prokrastination hielt sich in Grenzen. Besonders bei der Goatwriter-Allegorie hatte ich das Gefühl, dass Mitchell hier von früher was übrig hatte, das er endlich mal unterbringen wollte; vielleicht muss man aber auch "Ghostwritten" ("Chaos") gelesen haben, um den Zusammenhang besser zu verstehen.

Der Roman endet dann so abrupt und chaotisch, dass man eigentlich gehofft hätte, Mitchell würde die reichlich vorhandenen losen Enden in einem späteren Roman noch zusammenbinden. Doch obwohl er sich ja häufig einen Spaß daraus macht, Personen aus früheren Roman wiederzubeleben, wissen wir auch vierzehn Jahre später noch nicht, wie es mit Eiji weitergeht. Trotzdem habe ich diesen hochspannenden, kenntnisreichen Roman über das moderne Japan mit großer Begeisterung und mehr oder weniger am Stück verschlungen und kann ihn nur wärmstens weiterempfehlen. Ein bisschen Blut sollte man allerdings lesen können.
___________________

*) Ich habe das Buch im Original gelesen und wüsste gar zu gerne, wie dieses Wortspiel ins Deutsche übertragen wurde.
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am 8. August 2011
Das Buch Number 9 Dream ist chaotisch, witzig, spannend - und immer wieder überraschend. Es ist intelligent geschrieben und deshalb absolut empfehlenswert! Eines meiner derzeitigen Lieblingsbücher!
Das Ende wird nicht jedermann gefallen, aber es zeigt, wie das Leben des Eiji weitergehen wird: im gleichen Tempo wie sein Leben seit dem Zeitpunkt verläuft als er das erste Mal nach Tokio kam, um seinen Vater zu suchen. Gefunden hat er ... (doch das sei hier nicht verraten!) Lesen!!
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am 28. April 2014
...bis man sich eingefunden hat.

Ich kann meine Vorrezensenten nur bestätigen: Am Anfang tut man sich schwer, ins Lesen hineinzukommen bzw. sich dazu aufzuraffen, am nächsten Tag weiterzulesen. Das Buch ist eine farbenfrohe, manchmal nahezu unverschämt fantastische Collage aus Genren, Bildern, Wegen, Personen, daß es in der Tat keinen roten Faden zu geben scheint. Voll an Übertreibung und Ausschweifungen, bis hin zu vollkommen irre erscheinenden Zwischenepisoden, bedarf es der Anstrengung, dabeizubleiben und nicht an der Frage "Was soll das eigentlich?" zu scheitern. Was mich fortwährend bei der Stange gehalten hat, waren wunderschöne tiefsinnige Sätze, die vermuten ließen, daß hier nicht einfach ein Spinner, sondern jemand mit Plan am Werk ist.

Und so war es auch: Wenn man es denn durchhält, ergibt irgendwann alles einen Sinn.
Je weiter man im Buch gelangt, um so klarer wird, was geschehen ist und die Fantasiebilder nehmen ab...hier gelingt dem Autor ein ganz sanfter, aber eindrucksvoller Wechsel. Am Ende ist es die Lebensgeschichte eines Jungen, dem die Welt zu groß ist und in der er doch nur danach sucht, woher er kommt und wohin er gehört.

FAZIT:
Ein Buch, das den Leser fordert. Mit tollen Sätzen zum Nachdenken. Und irren Bildern, in die man sich fallen lassen muss.
Nicht jedermanns Geschmack, ganz sicher, aber eine Reise wert.
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am 29. September 2012
In Number 9 Dream sucht der junge Eiji Miyake seinen Vater in Tokio. Dabei passieren ihm ziemlich viele, mehr oder minder unglaibliche Dinge.
Das klingt simpel, aber das Buch ist das sicherlich nicht. Das fängt schon damit an, dass neben der eigentlichen Handlung in jedem Kapitel noch extra Erzählstränge eingebut wurden: Im ersten Kapitel Phantasien des Hauptdarstellers, im zweiten Rückblenden usw. Damit ist die Erzählstruktur irgendwo zwischen "Der 13. Monat" (Durchgehende Geschichte eines Jungen) und "Wolkenatlas" (Verzahnte Geschichten, die aber zum Hauptstrang passen). Jedes Kapitel ist damit originell und spannend und bis zum Ende passieren Dinge, die sich zwar logisch eingliedern, den Leser aber völlig überraschen. Da der Stil sich aber gut lesen lässt und auch der Humor nicht zu kurz kommt, kann man das Buch tatsächlich in einem Rutsch lesen.
Auch auf die Gefahr hin, als Fanboy abgestempelt zu werden: Number 9 Dream setzt das imposante Otput von Mitchell eindrucksvoll fort. Wolkenatlas und 13. Monat gehören zu meinen absoluten Lieblingsbüchern (Chaos/Ghostwritten ist imho etweas schwächer) und Number 9 Dream ist auf demselben Niveau!
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am 7. Dezember 2014
Wie alle Werke David Michell's zeigt auch dies seine Sprachgewandtheit. Jeder seiner Sätze ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Ein Genuss für anspruchsvolle Leser. Number9 Dream ist sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Für Fans von David Mitchell ist es ein Muss. Allen anderen würde ich empfehlen, erst einmal mit dem Wolkenatlas zu beginnen, ich finde da kommt man als Leser einfacher rein.
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am 23. Januar 2016
I really like how Mitchell writes and #9dream is the same. Same as Ghostwritten it's not a book you should have too long of breaks in between as there are a lot of characters and a constant switch between the real and the dream world of Eiji Miyake. It's a great book to read with a lot of action and fateful turns in the storyline but I can't believe how he chose to end (or not to end) his story.
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am 28. Juni 2013
Inhaltlich dreht sich der Roman, wie auch Die tausend Herbste des Jacob de Zoet um einen jungen Mann, der in einer fremden Umgebung und Kultur zurechtkommen muss, denn der Protagonist Eiji Miyake kommt aus dem ländlichen Japan, genauer gesagt aus Yakushima, einer kleinen Ortschaft auf einer kleinen Insel südlich der Insel Kyushu. Und so wirkt seine Ankunft in der lebendigen Großstadt Tokio wie ein Kulturschock. So nennt er die vielen Menschen, denen er im Laufe des Romans begegnet, einfach nur Ameisen und Tokio ist der Ameisenstock. Besonders im ersten Drittel ist es genau genommen nicht Eiji, der die Entscheidungen in seiner Suche nach seinem Vater trifft, sondern er wird fast schon willenlos von einer Situation in die andere gespült und gerät so in ernste und lebensbedrohliche Schwierigkeiten. Dabei wird auch das denkbar triviale Motiv "Vatersuche" durch seine Gegner nicht nur einmal gnadenlos ausgenutzt und als Leser konnte ich die Wut und Enttäuschung Miyakes nur zu gut nachvollziehen.

Wie der Titel dieses Buches ja schon andeutet, spielen hier auch Träume und die Zahl 9 eine gewisse Rolle. So nutzt der Autor David Mitchell die literarische Funktion des Traumes (sowohl Nacht-, als auch Tagtraum) geschickt aus, um zum einen dem Leser die innere Gefühlswelt des Protagonisten näherzubringen (so stellt er sich am Anfang des Romans in seinen Träumen die eine oder andere Variante einer Begegnung mit seinem Vater vor), zum anderen tragen die an für sich nicht als solche zu erkennenden Träume immer mal wieder zur (vom Autor mit Sicherheit genauso geplanten) leichten Verwirrung bei, die einen hie und da nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden lassen - aber keine Angst, es hört sich schlimmer an, als es ist.
So ist es nicht Eiji Miyake, der, wie vielleicht irreführend aus dem Klappentext vermutet werden könnte, nicht mehr zwischen Realität und Fantasie differenzieren kann, dies konzentriert sich doch lediglich auf den Leser.

Neben den Träumen spielt Mitchell auch mit vielen verschiedenen anderen Mitteln. Das Beispiel soll hier die Erzählung einer Fabel sein, welche Miyake im Buch selbst liest, dem Leser aber als eine parallel zur Haupthandlung geschehene Kurzgeschichte erscheint.

David Mitchell ist hier ein Roman gelungen, der viele Thriller-Aspekte aufweist, jedoch viel mehr ist, als eine Vatersuche mit Umständen. Denn der Roman ist deshalb kein Thriller, oder nicht nur, weil er aus verschiedenen kleinen Einzelstücken besteht. So findet man beispielsweise auch Abschnitte, die an einen Fantasy-Roman erinnern.

Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, wenn man dies aber tut, dann kommt man davon nicht mehr los.

*Ach ja, da ist ja noch das Geheimnis um die Zahl 9…, na ja, man sollte nicht alles verraten ;)
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am 3. November 2013
... war das anstrengend! Und sollte Lesen nicht genau das Gegenteil davon sein? Es fällt, wie immer, nicht leicht, eine Rezension gegen den Trend zu schreiben. Da fragt man sich schon: Habe ich irgendetwas verkehrt gemacht? Wieso erschließt sich mir der Zauber dieses Buches nicht, den andere so vortrefflich beschreiben? Ich weiß es nicht. Ich kann nur soviel sagen: Ich habe David Mitchells -Cloud Atlas- verschlungen und empfand die Geschichte des Autors als perfekte Unterhaltung. -Number 9 Dream- vermittelte mir diese Befriedigung nicht. Ich habe nichts dagegen, wenn man 100 Seiten braucht, ehe man in der Geschichte ist, aber hier stellte sich mir nach 200 Seiten noch die Frage: Worum geht es hier eigentlich und wo, verdammt nochmal, ist der Rote Faden? Eiji Miykakes Suche nach dem Vater, die der Autor verschlungen zwischen Realität und Computerspielinhalten darstellt, war für mich nicht immer nachvolllziehbar. Die Idee, den Jungen vom Land in die Große Stadt zu werfen, um dort den geheimnisvollen Vater zu finden, ist nicht neu. Aber das macht eigentlich nichts. Die Art und Weise, wie Mitchell seine Geschichte aufbaut, hat mich sehr an Huraki Murakamis Romane erinnert, wobei Murakamis Storyline für mich immer klar und deutlich erkennbar war und niemals Langeweile aufkam. Das fehlte mir bei Mitchells -Number 9 Dream-. Ich empfand vieles als Stückwerk und wartete vergblich darauf, dass endlich etwas Entscheidendes passiert.

Wie gesagt, das hier ist eine Einzelmeinung. Lassen sie sich also nicht abschrecken. Mitchell ist ein hervorragender Autor, das hat er mehr als einmal bewiesen. Mit diesem Roman konnte er mein Herz allerdings nicht gewinnen. Lesen sollte für mich immer eine der größten Freuden des Lebens sein. Eine Freude, die nicht schwer fällt und durch die man sich nicht mühsam hindurcharbeiten muss. -Number 9 Dream- war für mich alles andere als leichte, gut und spannend konsumierbare Kost im Bereich Literatur. Ich musste mich ans Ende arbeiten und war ein Stück weit enttäuscht. Selbst wenn die literarische Handwerklichkeit perfekt ist, nutzt es mir als Leser nichts, wenn mich die Geschichte nicht einfängt und gebannt am Stoff kleben lässt. Also: Versuchen sie ihr Glück. Es gibt genug Leser, die -Number 9 Dream- für ganz große literarische Kunst halten. Ich gehöre definitiv nicht dazu...
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