Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,4 von 5 Sternen
7
3,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 18. Dezember 2012
Tim Harford ist ein Wirtschaftsjournalist, der vor Jahren einen Sachbuchbestseller veröffentlichte: In The Undercover Economist" versammelte er seine Zeitungs-Kolumnen, in denen er kurz und amüsant wirtschaftliche Zusammenhänge erklärte und ökonomisches Denken auch auf politische, ökologische und gesellschaftliche Fragen anwandte. Nun gibt es ein neues Buch, doch hier ist der Eindruck etwas ambivalent: Interessantes Thema, einige packende Stellen, aber doch nicht stimmig.

Es fängt schon mit dem deutschen Titel an Trial and Error - Warum nur Niederlagen zum Erfolg führen". Der englische Titel ist da schon etwas sinnvoller: Adapt: Why Success Always Starts with Failure". Aber Anpassung" als korrektere Übersetzung scheint für den deutschen Buchmarkt nicht geeignet zu sein. Das Buch beginnt sehr stark mit der Geschichte von Peter Palchinsky, einem russischen Ingenieur und Manager, der wegen seiner schonungslosen Kritik an Stalins gigantischen Prestige-Bauprojekten in Ungnade gefallen ist.

Palchinsky entwickelte drei Prinzipien für die Planung von Projekten:
1) Entwickle immerzu Ideen und verfolge neue Ansätze."
2) Wenn Du etwas Neues probierst, dann tu es in einer Größenordnung, in der ein Scheitern zu verschmerzen ist."
3) Fordere Rückmeldungen ein und lerne aus Deinen Fehlern."

Im Grunde kann man diese Prinzipien als Quintessenz von Harfords Buch nehmen. Sie spiegeln sich auch in der Evolution wieder: Nur eine bestimmte Variation im genetischen Material (vergleichbar mit Neuen Ideen") führt zu neuen Formen, von denen einige wenige besser an die veränderten Umweltbedingungen angepasst sind. Die Möglichkeit zu scheitern, ohne dass gleich ein ganzes System dabei kaputt geht, ist ein wichtiger Mechanismus, der gerade Unternehmen ermöglicht, über lange Zeit im Geschäft zu bleiben.

Harford sammelt nun eine Vielzahl von Beispielen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen: Natur, Volkswirtschaft, wissenschaftliche Forschung, Politik, Broadway-Shows, Militärstrategie, Klimaschutz, technische Großprojekte. Vor allem beschäftigt er sich mit Phänomenen, bei die Prinzipien nicht berücksichtigt wurden. Einige Kapitel konzentrieren sich auf Katastrophen - meist handelt es sich um komplexe Systeme mit enger Koppelung, d.h. der Ausfall eines Teils löst eine Kettenreaktion aus - etwa bei Reaktorunfällen, Explosionen auf Borhinseln oder Finanzcrashs.

Besonders angetan hat es Harford das Militärische - über lange Abschnitte referiert er über die Golfkriege und die falsche Politik des Verteidigungsministeriums, während er einzelne Generäle, die im Irak vor Ort neue Ideen jenseits der offiziellen Doktrin ausprobiert haben, als Helden feiert. Seine Beispiele sind alle sehr spannend und beleuchten sein Thema von verschiedenen Seiten, doch ist das ganze Buch viel zu weitschweifig, um wirklich zu fesseln. Mit über 400 Seiten zerdehnt er seine Berichte, verliert sich in Details und auch der rote Faden geht öfters verloren. Die konzentrierte Form seines ersten Buches (das auf Zeitungskolumnen basierte) ist leider bei Trial und Error" nicht zu finden.

Aber vielleicht ist das Buch auch nur die erste Version - wenn Harford seine eigene Lektion beherzigt, sollte die zweite Auflage gründlich gekürzt und pointiert werden. Bis dahin erfordert die Lektüre dem Leser einige Geduld ab. Das Grundprinzip von Anpassung und Lernen aus Fehlern ist aber so relevant, dass viele Entscheider sich die Mühe des Lesens machen sollten.
11 Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 100 REZENSENTam 8. August 2012
Finanzkrise, Klimawandel, Armut - die Welt von heute ist voller komplexer Probleme und sie verändert sich rasend schnell. Kann es da noch Patentlösungen geben? Der Autor meint, wir müssen anders vorgehen als bisher.

Viele Unternehmenslenker, aber auch Politiker neigen auch heute noch dazu, starre Ziele vorzugeben, auf Jahre voraus zu planen, und von einer einmal getroffenen Entscheidung nicht mehr abzurücken. Das ist aber gegen die Evolution, sagt der Autor. Wozu es führen kann, beschreibt er zum Beispiel anhand der ehemaligen Sowjetunion. An der pathologischen Unfähigkeit Experimente zuzulassen, ist der Staat letztlich gescheitert. Stattdessen empfieht Harford, Kritik zuzulassen, Fehler zu analysieren, dann einen neuen Versuch zu starten. Was sich nicht bewährt, wird fallen gelassen, so dass sich letzlich das Beste durchsetzt.

Entwicklung und Anpassung sind der Schlüssel zum Erfolg, so der Autor. Um dies wisschenschaftlich zu belegen, verknüpft er auf faszinierende Weise Psychologie, Evolutionsbiologie, Ethnologie, Politik- und Wirtschaftwissenschaft. Anhand von spannend erzählten Beispielen, etwa dem Irak-Krieg oder der Google-Story erzählt Harford, dass Niederlagen die Chance bieten, sich weiter zu entwickeln und wie aus Scheitern dennoch Erfolg wachsen kann.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. September 2012
Ich mache es kurz: ich war auf der Suche nach neuen Ansätzen und der Möglichkeit der Horizonterweiterung und meine, beides in diesem Buch gefunden zu haben. Die heutige Zeit erfordert von uns vorallem 3 Punkte: Flexibilität, Flexibilität und Flexibilität. Viel Vergnügen beim Lesen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. März 2016
Themaverfehlung in voller Länge! Anstatt dem Leser lebensnahe Beispiele zu liefern, wie aus Niederlagen Erfolge gemacht wurden, verliert sich der Autor auf den ersten hundert Seiten in einer Sezierung millitärischer Fehlleistungen der Amerikaner im Vietnam- und Irakkrieg. Blättert man weiter, auf der Suche nach lebensnahen Beispielen für sein Thema, passiert das gleiche in Form der Finanzkriese und mündet in eine weitere, ermüdende Sezierung der Fehler im Finanzsektor. Fazit: Wenn Sie ein gescheiterter Millitär oder Finanzler sind, VIELLEICHT interessant. Für alle anderen Durschschnittsleser absolut langweilig, uninteressant weil völlig am Thema vorbei.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. September 2012
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die gerne Sachbücher lesen über Wirtschaft, Politik oder Soziologie. Harford ist ein großartiger Erzähler; das Buch erläutert viele wissenschaftliche Neuheiten; und letzten Endes lernt man viel Aufregendes, von dem man gar nicht ahnte, dass es einen interessiert.

Sollte man sich aus irgendeinem Grund dafür entscheiden, pro Jahr nur ein Sachbuch zu lesen, dann sollte man dieses wählen. (Ich lese gerne Sachbücher, auch wenn ich sie selten auf Amazon rezensiere, und dieses Buch kann ich zu 100 % empfehlen.)
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2012
Ich gehe davon aus, dass das Buch "Trial and Error. Warum nur Niederlagen zum Erfolg führen" von Tim Harford die deutsche Übersetzung des vom gleichen Autor 2011 in England erschienen Titels "Adapt. Why Success Always Starts with Failure" ist; es wurde jedenfalls so angekündigt und Anne Uhlmann wird als Übersetzerin genannt.

Ich werde "Trial and Error" nicht lesen, weil ich "Adapt" gelesen habe.

Dass die Welt voller komplexer Probleme steckt, ist die erste Binsenweisheit von "Adapt". Tim Harford hat zwar durchaus Recht, dass die etablierten und internalisierten Paradigmen der Problemlösung bzw. erfolgreichen Unternehmenssteuerung (wie z. B. "Management by Objectives", Controlling) in einem hochdynamischen, vernetzten Umfeld nicht mehr funktionieren und dass man anders an die Dinge herangehen muss. Dass man aus Fehlern/Fehlschlägen lernt (nächste Binsenweisheit), wussten allerdings schon unsere Großeltern und deren Großeltern etc.. Komplexität mit Versuch und Irrtum" zu begegnen, ist außerdem nicht besonders intelligent und effektiv. Andere Autoren sind da längst weiter (z. B. Fredmund Malik). Ich selbst propagiere ein "Management by Options". Man muss Komplexität mit Komplexität, insbesondere mit Flexibilität managen. Statische, komplexitätsreduzierende Vorgehensweisen helfen nicht zuverlässig weiter. Man muss rechtzeitig (im Sinne einer Vorleistung) leistungsfähige Optionen aufbauen, damit man gewappnet ist, wenn es kompliziert und hektisch wird. Und in aller Regel ist es kompliziert und hektisch...

"Adapt" ist ein furchtbares Buch, weil hier schlichte Weisheiten in alle möglichen Katastrophen und Gräueltaten verpackt werden. Irak und Afghanistan spielen eine große Rolle - in einem Managementbuch?? Massaker werden ausführlich beschrieben, Hermann Göring und dessen Chef, Adolf Hitler, sowie das KZ Dachau kommen vor. Was soll das? Um verantwortungsbewussten Lesern ein (in dem Fall: vermeintlich) neues Denken zu vermitteln, braucht man derartige Szenarien nicht. Vielleicht soll damit billig Quote gemacht werden... Leider ist in den neueren Mana-gement-Sachbüchern eine Tendenz zu drastischen und spektakulären Beispielen zu merken. Das soll wohl eine gewisse Sensationslust und einen gewissen Gaffer-ismus befriedigen.

Wie gesagt: Ich werde "Trial and Error" nicht lesen, weil ich fürchte, dass es nicht deutlich gehaltvoller und sachlicher ist als "Adapt". Schade in diesem Fall für den sonst immer wieder gerne gelesenen Rowohlt-Verlag.
22 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Januar 2013
Ich kopiere unten mal eine Rezension von Stefan Maas, einem Redakteur der Analysesendung "Hintergrund" im Deutschlandfunk. Mir selbst hat das Buch hervorragend gefallen, es war sachlich gut aufbereitet und strukturiert, dabei trotz des komplexen Inhalts flüssig zu lesen und teilweise spannend wie ein Roman.

Im fogenden die sehr gute Rezension von Stefan Maas:

Niederlagen sind eine Chance sich weiterzuentwickeln, so die These des englischen Ökonoms Tim Harford. Allerdings muss er einräumen, dass die Methode "Versuch und Irrtum" bei hochkomplexen Systemen wie der Bankenkrise keine Option ist.

Tim Harfords Buch hat alles, was einen guten Roman ausmachen würde. Helden, die sich gegen das System stemmen und damit Erfolg haben - oder den Tod finden, verbohrte Chefs, die darauf bestehen, dass alles so gemacht wird, wie es immer schon gemacht wurde - und scheitern. Große Katastrophen sind auch im Spiel, eine Menge Zufall, Glück - und zwei Versprechen.

Allerdings ist Harford kein Romanschriftsteller sondern Ökonom, preisgekrönter Wirtschaftsjournalist und der Autor des Sachbuchbestsellers "Ökonomics". Und so sind die Versprechen, die er am Ende des ersten Kapitels gibt, ebenso praxisnah wie ambitioniert:

Nicht zuletzt werden Sie Lösungen für eine Bandbreite an Problemen an die Hand bekommen, die von der Bankenkrise bis zum Klimawandel reichen. Bei der Lektüre dieses Buches werden Sie, so hoffe ich zumindest, einiges darüber lernen, wie Sie im Geschäfts- und ebenso im Privatleben herumexperimentieren und Ideen weiter entwickeln können.

... denn Entwicklung und Anpassung, so führt der 39-Jährige in seinem Buch aus, sind die Schlüssel zum Erfolg und letztlich auch zum Überleben. Das gilt in der biologischen Evolution ebenso wie in der Geschäftswelt.

Einst klingende Namen wie Pullman oder Singer stehen für eine längst vergangene Epoche. Doch auch wenn die einstigen Marktführer Pullmann und Singer in rückläufigen Branchen agierten, so war ihr Schicksal nicht unabwendbar. Singer stellte Nähmaschinen her, aber die Wurzeln von Toyota als Hersteller von Webstühlen waren seinerzeit kaum verheißungsvoller.

Um es kurz zusammenzufassen: Erfolge werden wahrscheinlich dort am ehesten erzielt, wo Mitarbeiter, sei es im Team oder alleine, die Möglichkeit haben, Neues auszuprobieren - und dabei auch scheitern können ohne sich oder das gesamte Unternehmen zu gefährden.

Umgekehrt gilt: Besonders gut scheitert es sich da, wo Hierarchien und Systeme nicht offen sind für Kritik, vor allem aber für Veränderungen und starr an ihren zentralistischen Vorgaben festhalten. Offensichtliches Beispiel: die Sowjetunion.

Das Scheitern des sowjetischen Modells offenbarte sich erst schleichend. Es bestand in der pathologischen Unfähigkeit, Experimente zuzulassen. Je weiter sich die sowjetische Wirtschaft entwickelte, desto weniger Bezugspunkte hatten die Planer.

So weit, so bekannt, doch Harford ist ein unterhaltsamer Erzähler, der seine Leser dadurch gewinnt, dass er sich immer wieder interessante Protagonisten wählt, an deren Beispiel er seine Thesen belegt. Mutige Menschen und tragische Helden. Wie der russische Ingenieur Peter Palchinsky. Der wies die Behörden - zunächst die des Zaren und später die sowjetischen - immer wieder auf Probleme hin, wenn zentralistische Vorgaben mit der Realität vor Ort kollidierten. Etwa beim Bau der Walzwerke von Magnitogorsk, der Stadt am magnetischen Berg. Stalin wollte dort eine Stahlindustrie errichten, die die Großbritanniens in den Schatten stellen sollte.

Der Bau war ohne detaillierte Untersuchungen zur Geologie der Region begonnen worden, ebenso ohne darüber nachzudenken, ob die zur Befeuerung der Walzwerke benötigte Kohle in ausreichendem Maße vorhanden war.

Das Ende vom Lied: Die Kohle und Jahre später auch das Erz mussten quer durchs Land transportiert werden. Dass er Recht behalten würde, erlebte Palchinsky aber nicht mehr. Er wurde 1928 verhaftet und hingerichtet.

Im Dossier, das Palchinskys vermeintliche Untaten dokumentierte, beschuldigte man ihn "detaillierte Statistiken veröffentlicht" und die sowjetische Industrie sabotiert zu haben, indem er ihr lediglich "Minimalziele" gesetzt hatte.

Überraschender ist Harfords zweites Beispiel für ein starres System, in dem es den Verantwortlichen vor Ort erst unter Umgehung der Vorschriften möglich war, Erfolge zu erzielen. Gemeint ist die US-Armee bei ihrem Einsatz im Irak. Sehr ausführlich zeigt der Autor an diesem Exempel, dass zentralisiertes Wissen überschätzt wird, spezifisches Wissen vor Ort aber nicht hoch genug gewürdigt. Es sei denn - und hier kommen nicht nur weitere Helden ins Spiel sondern gleich zwei der Faktoren, die der Autor als entscheidend für Entwicklung und Anpassung identifiziert - es sei denn, es findet sich zufällig ein Vorgesetzter, der bereit ist, aus den gemachten Fehlern zu lernen, von den Vorgaben abzuweichen und alternative Lösungen zu versuchen. Diese Herangehensweise empfiehlt Harford seinen Lesern übrigens auch für den Privatgebrauch. Kritik zulassen, Fehler analysieren und neuen Versuch starten.

Besonders interessant wird "Trial and Error" aber in den Kapiteln, in denen Harford der Frage nachgeht:

Was, wenn wir uns nicht den Luxus leisten können, Fehler zu machen, weil diese katastrophale Folgen haben?

Denn Trial and Error ist bei hochkomplexen Systemen keine Option. Das gilt für Ölbohrinseln, Atomkraftwerke und ganz besonders für das Bankensystem, wie die Welt seit der Lehmanpleite im Jahr 2008 gelernt hat. Denn ...

... nur wenige menschliche Erfindungen sind komplexer und enger gekoppelt als das Bankensystem.

Harford hat mit Bankern und vor allem mit den eilig einbestellten Krisenmanagern gesprochen und zeichnet die Katastrophe detailreich nach, die sich vor den Augen der Prüfer entfaltete, während sie noch damit beschäftigt waren, das Geschäftsmodell der Bank und die Verflechtungen zum Rest des Finanzsystems zu verstehen.

Ähnlich umfassend seziert er die Katastrophen im Atomkraftwerk Three-Mile-Island und auf der explodierten Ölplattform Deepwater Horizon, wo ebenfalls sämtliche installierten Sicherungssysteme versagten.

Letztlich entstanden in all den geschilderten Fällen durch die Sicherheitsvorkehrungen neue "potentielle Fehlerquellen", und dadurch neue Möglichkeiten, dass etwas schiefgehen konnte. Genau darin lag auch die Krux bei der Finanzkrise von 2008. Nicht das Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen löste das Chaos aus, sondern die bestehenden Vorkehrungen trugen zur Verschlimmerung der Probleme bei.

Das Rezept für die Vermeidung ähnlicher Katastrophen in der Zukunft:

Sicherheitsexperten in der Industrie erachten die Entkopplung verschiedener Prozesse sowie eine verringerte Komplexität inzwischen als wichtigstes erstrebenswertes Ziel. Die Finanzregulatoren sollten das ebenfalls tun.

Für die Banken schlägt der Wirtschaftsjournalist deshalb verpflichtend eine größere finanzielle Rücklage vor - und eine Aufspaltung in einen spekulativen Bereich und eine Versorgungsbank, die sich mit dem deutschen Sparkassenmodell vergleichen lässt.

Die Idee, nie wieder eine Bank zu groß zum Scheitern werden zu lassen, ist nicht neu. Sie mag, wenn sie denn umgesetzt wird, helfen, zukünftige Bankenkrisen zu verhindern.

Sein Versprechen, eine Lösung für die Bankenkrise zu präsentieren, hat Harford damit allerdings nicht eingelöst. Überhaupt neigt er manchmal dazu vom eigentlichen Weg abzukommen. Bei einigen Kapiteln und Beispielen fragt sich der Leser, wo will er hin? Und bei manchen Sätzen, was er eigentlich damit aussagen möchte. Dies ist in einigen Fällen aber auch der Übersetzung geschuldet, wenn aus dem Kontext klar wird, dass eine Formulierung den Sinn eher entstellt als erhellt.

Aber auch daran scheitert der Lesegenuss nicht nachhaltig, denn "Trial and Error" ist ein unterhaltsames Buch. Informativ. Überraschend - wie ein guter Roman eben.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden