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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
104
3,5 von 5 Sternen
Der große Entwurf: Eine neue Erklärung des Universums
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 19. September 2014
Für mich war dieses Buch gut verständlich geschrieben. Es faßt den aktuellen Stand der Wissenschaft sehr anschaulich zusammen. Besonders gefallen hat mir dieses Buch deshalb, weil es darstellt, wieso eine Gotteshypothese zur Erklärung des Entstehens des Universums überflüssig ist.
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am 29. August 2014
Stephan Hawking beschreibt in einem großen Bogen die Entstehung des Universums. Er beschäftigt sich mit philosophischen Fragen. Dabei kann ich nicht in allem zustimmen.
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am 19. April 2017
Stephen W. Hawking war bis zu seiner Emeritierung 2009 Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls im Cambridge, den schon Newton inne hatte. Er bewiese gemeinsam mit Roger Penrose die Existenz von Singularitäten in der Allgemeinen Relativitätstheorie unter sehr allgemeinen Voraussetzungen; er wandte die Quantenmechanik auf die Theorie der Schwarzen Löcher an, und konnte zeigen, dass diese eine thermische Strahlung aussenden, die später so genannte Hawking Strahlung.

Als Hawking 1988 sein erstes populär wissenschaftliche Buch “Eine kurze Geschichte der Zeit“ (engl. 'A Brief History of Time') veröffentlichte, das sein kosmologisches no boundary Modell vorstellte, wurde dieses, zu Hawkings eigener Überraschung, ein Bestseller. Seitdem folgten diverse Variationen dieses Werkes, mit Illustrationen oder in Kurzfassung, wobei ihm gelegentlich der Science Writer Leonard Mlodinow als Koautor unterstützte; hinzu kamen Essays über autobiographische und wissenschaftliche Themen.

Mit dem vorliegenden Buch, umreist Hawking das Gesamtbild der modernen Kosmologie, er will sich aber nicht mit einem Überblick, über die Erkenntnisse auf diesem Gebiet, bescheiden, sondern präsentiert, wie der Untertitel andeutet, eine neue Erklärung des Universums – genauer versucht es nichts weniger, als wissenschaftlich fundierte Antworten auf die großen Fragen zu geben: warum gibt es etwas, warum existieren wir, oder warum wird das Universum gerade von diesen Gesetzen regiert.

Bereits in der Antike, erkannte man, dass den Bewegungen astronomischer Objekte, bestimmte Regelmäßigkeiten zugrunde liegen. Aber es blieb Newton vorbehalten, zu zeigen, dass die Bewegung von Körpern, gleich ob am Himmel oder auf der Erde, den gleichen Gesetzen gehorchen, die in einfacher Form mathematisch formulierbar sind. Im 19. Jahrhundert konnten Faraday und Maxwell auch die elektromagnetische Kraft erklären. Es bedurfte aber noch zweier Revolutionen in der Vorstellungswelt der Physik, die mit der Entdeckung der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik einher gingen, bis Mitte des 20. Jahrhunderts auch die Gesetze der schwachen und der starken Kraft verstanden werden konnten, zwei der fundamentalen Naturkräfte, die ihre Wirkung nur im Bereich von Atomkernen entfalten. Damit entstand der große Traum der theoretischen Physiker von einer einheitlichen Theorie aller Naturkräfte.

Die Quantenmechanik lieferte aber nicht nur zutreffende und konsistente Beschreibungen für die Phänomene im atomaren Bereich, sie Zwang die Physiker auch über den Charakter ihrer Gesetze, neu nachzudenken. Der Autor verdeutlicht die 'Merkwürdigkeiten' dieser Theorie an Hand des Doppelspalt Experiments mit Hilfe von Feynmans Methode der Summe über alle Wege (Pfadintegrale), die man auch als Methode der Summe über alle Geschichten interpretieren kann, wie insbesondere Varianten des Doppelspalt Experiments mit verzögerter Auswahl (J. Wheeler) nahe legen. Die quantisierten Versionen der Naturkräfte werden durch Quantenfeldtheorien beschrieben, die Summation über alle möglichen Weg, führt dabei aber zunächst zu unendlichen Werte, die im Falle der Elektrodynamik (QED), aber mittels des Verfahrens der Renormierung 'eleminiert' werden konnten; diese Verfahren lies sich schließlich auch auf die schwache und starke Wechselwirkung überragen.

Die moderne Kosmologie geht auf Albert Einstein zurück, der 1916 seine Allgemeine Relativitätstheorie erstmals auf das gesamte Universums angewandt hatte. E. Hubble, mit der seinen berühmten Messungen der Fluchtgeschwindigkeiten von Galaxien zeigten, dass das Universum tatsächlich expandiert, wie es Friedmann und Lemaitre in ihren Modellen beschrieben. Wenn aber das Universum expandiert, musste es in der Vergangenheit einen Anfang gehabt haben. Die Entdeckung der Kosmischen Hintergrundstrahlung (CMB) und die exakte Vermessung ihrer minimalen Schwankungen durch die Satelliten COBE und WMAP, erbrachten eine der stärksten Bestätigungen der Urknalltheorie. Doch der Beginn selbst entzieht sich der Beschreibung durch die ART, wegen der hier auftretenden Singularitäten; allerdings ist die Relativitätstheorie auch eine klassische Theorie – der Versuch ihrer Quantisierung, führte bisher zu nicht renormierbaren Ergebnissen.

Als sich zeigte, dass die String Theorie in der Lage sein könnte, eine super symmetrische Quanten Gravitation zu umfassen, bestand zunächst die Hoffnung, dass die Theorie die lang ersehnte Vereinigung aller vier Kräfte wäre, ohne alle willkürlich anpassbaren Parameter. Die Theorie ist aber nur in 10 Dimensionen konsistent, folglich müssten sechs dieser Dimensionen kompaktifiziert sein – und es zeigte sich, dass es dafür etwa 10^500 Lösungen gibt – ein schier unglaublich großer Lösungsraum (Landscape) – jede Lösung davon, kann einem möglichen Universum mit je eigenen Gesetzen entsprechen. An dieser Stelle erfuhr die Interpretation der M- Theorie einen weiteren Wandel, die verschieden Lösungen werden als eigenständige Universen in einem übergeordneten Multiversum angesehen. Hier verwendet der Autor das anthropische Prinzip, um zu begründen, wieso wir uns in einem Universum wiederfinden, dass, auf scheinbar wundersame Weise, unseren Bedürfnissen angepasst ist – tatsächlich zeigt sich, das viele Parameter des Standardmodells nur einen engen Spielraum haben, außerhalb dessen (intelligente) Wesen, die über Kosmologie nachdenken, wohl nicht entstanden wären.

Soweit entfaltet das Buch einen Abriss der modernen Kosmologie, nach einem recht ausführlichen Exkurs zu Conways Game of Life, als Beispiel, dass auch sehr einfache Gesetze interessante Strukturen hervorbringen können, deren Phänomenologie besser durch 'effektive Theorien' beschrieben werden, kommt Stephen Hawking zu seiner großen Synthese:

Aus der Beobachtung von Regelmäßigkeiten, ist der Mensch schließlich zum wissenschaftliche Determinismus gelangt, und zu der Überzeugung, dass es einen vollständigen Satz von Gesetzen geben muss, der das Universum und seine Entwicklung bestimmt – diese Naturgesetze bestimmen das Wie des Geschehens. Für die eingangs erwähnten Warum- Fragen sehen Viele Bedarf, auf eine 'Erste Ursache' – aka Gott – zurückzugreifen, der Autor behauptet hingegen, dass diese Fragen, ohne einen solchen Rekurs, direkt im Rahmen der Naturwissenschaften beantwortbar sind.

Im realen Universum, dass vom Energieerhaltungssatz regiert wird, muss die Energie eines, im leeren Raum isolierten Körpers, positiv sein, damit das Universum lokal stabil ist, sonst könnten ständig Körper aus dem Nichts auftauchen. Nimmt man die anziehende Gravitationskraft hinzu, deren Feldenergie somit negativ ist, kann die Gesamtenergie eines Universums Null sein, d.h. es kann global instabil sein, also spontan entstehen. Genau diese spontane Erzeugung ist der Grund, warum etwas ist und nicht nichts, warum es ein Universum gibt und darin uns. Warum sind letztlich die fundamentalen Gesetze so, wie beschrieben? – eine letztgültige Theorie von Universum muss konsistent sein, sie muss – wie gerade geschildert – die Gravitation enthalten, und insbesondere endliche Werte für Größen liefern, die beobachtbar bzw. messbar sind, d.h. sie sollte super symmetrisch sein – dafür gibt es, nach Hawking, vorläufig nur einen Kandidaten: die M- Theorie (womit er die Anhänger der Quantum Loop Gravity Theory verärgern dürfte), die zu einem Modell des Universums fähig ist, dass sich selbst erschafft. Leider besteht die M- Theorie noch aus vielen Leerstellen, sollte sie sich aber einstmals bestätigen lassen, so hätten wir nach einer 3000jährigen Suchen – damit schließt Hawking – den 'Großen Entwurf' tatsächlich gefunden...

Hawkings Überblick über die Entwicklung der Kosmologie, obwohl auf Grund des gesteckten Rahmen, bewusst knapp gehalten, ist allgemein verständlich gehalten, oft greift der Autor auf passende Veranschaulichungen zurück; die vorliegende Ausgabe ist aufwendig illustriert, die Abbildungen wurden sorgfältig ausgewählt und verdeutlichen im Text besprochene Zusammenhänge.

Die Ausführung kulminiert in dem Schlusskapitel, in dem Hawking sein wissenschaftliches Weltbild präsentiert, leider ist die Darstellung an dieser Stelle sehr dicht gehalten – die finalen Argumente füllen in dieser Ausgabe gerade die letzten beiden Druckseiten – zudem werden diese Argumente nicht sämtlich durch die voran gegangene Diskussionen gestützt, bzw. beruhen auf umstrittene Thesen, wie dem anthropischen Prinztp. Die Schlussfolgerungen, die Hawking zieht, überzeugen also möglicherweise nicht alle Leser, falls sie noch nicht mit anderen Schriften des Autor vertraut waren; sein Bild aber, dass er von unseren Universum zeichnet bleibt faszinierend.
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TOP 500 REZENSENTam 3. Februar 2011
Mit Begeisterung hatte ich damals "Das Universum in der Nußschale" verschlungen und durch die Audio-CDs wirklich
viel verinnerlichen und abrufbereit merken können...Das mit dem Verstehen ist ja bei dem Themengebiet so eine Sache, man kann die meisten Effekte ja nur versuchen zu verstehen, da kommt es halt drauf an wie anschaulich das gemacht wird...
Bei dem neuen Buch hier finde ich leider nicht viele neu erörterte Fragen die in irgendeinem anderen Werk oder
auch guten Fernseh-Dokus nicht schonmal beackert worden wären.
Auch die Idee der Branen und Strings am Ende wird bereits in der "Nußschale" beleuchtet.
Insofern ein gutes Buch für alle die sich neu mit der Materie vertraut machen wollen.
Aber schlussendlich würde ich immer wieder zur "Nußschale" raten...wenn möglich mit den CDs.
Man merkt, dass es wohl stimmen mag, dass all diese Ideen und Theorien im Moment stagnieren und die Weltformel,
sollte sie existieren, doch noch weit im Dunkeln liegt.
Es bleibt spannend.
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am 2. Dezember 2010
"Grand Design" oder auch "Der große Entwurf" (deutscher Titel) ist flott geschrieben, lässt sich in einem Rutsch runter lesen und vermittelt dem unbedarften Leser einige wissenschaftliche Theorien, in sehr leicht verdaulicher Form. Allerdings richtet sich das Buch auch wirklich nur an den, dem das Thema bislang völlig fremd war. Wer Hawkings frühere Werke gelesen oder sich in Bücher von Kaku, Greene und Co. eingelesen hat, dem wird "Der große Entwurf" leider recht klein vorkommen. Die weniger als 200 Seiten sind sicherlich sehr interessant, aber wirklich nur dann, wenn man sich mit der Materie bislang nicht auseinander gesetzt hat. Dazu kommt das in der englischen Ausgabe auch noch einige eher befremdliche, vermutlich witzig gemeinte, Vergleiche und Beispiele herangezogen werden, die man sonst höchstens aus den "XYZ für Dummies" Büchern kennt und schon dort nicht wirklich lustig sind.

Das Buch beginnt mit dem üblichen kurzen geschichtlichen Hintergrund von den Alten Griechen bis zur Neuzeit und erklärt dem Leser die allgemeine Entwicklugn der Physik, der Entdeckung der physikalischen Gesetze Newtons usw. Die Idee des großen Entwurfs wird dabei bis zum Ende nur jeweils sehr kurz angeschnitten und dann auch noch in ein paar Seiten abgetan. Das ist wirklich schade und ich hatte mit letztendlich einiges mehr versprochen. Leider wird auch sonst vieles nur ganz kurz besprochen, bei rund 180 Seiten auch nicht anders möglich. Dem interessierten Leser, der mehr erfahren möchte, empfehle ich da eher Brian Greene zum Beispiel.
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am 31. Januar 2017
Dieses Buch habe ich meinem Sohn geschenkt, der sich sehr für Naturwissenschaften interessiert. Er findet es super und hat es mit großem Interesse gelesen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. September 2010
Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts? Warum existieren wir? Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes?" Stephen Hawking, der berühmteste Wissenschaftler der Gegenwart, hat die ganz großen Fragen noch nie gescheut. Aber er gehört zu den wenigen, die auch dazu beigetragen, den Antworten etwas näher zu kommen.

In seinem neuen Buch geht es vor allem um die Naturgesetze, um Materie, Energie, Raum, Zeit und die Entstehung sowie Entwicklung des Universums. Doch philosophische Fragen kommen ebenfalls nicht zu kurz. Ein großer Wurf also hinsichtlich des Themas und des exzellenten Verkaufsstarts. Als Entwurf ist das Buch aber kleiner. Denn es hat nur 190 Seiten einschließlich Glossar, Register und den großformatigen, aber mitunter viel zu knapp erklärten Illustrationen. Außerdem enthält es pfiffige und durchaus passende, wenn auch nicht eigens für das Buch angefertigte Karikaturen des berühmten amerikanischen Karikaturisten Sidney Harris. Auch lockern immer wieder humorvolle Nebenbemerkungen in Hawkings typischem Stil die schwergewichtigen, aber leicht eingängig dargestellten Themen auf.

Das Buch fasst in acht kurzen Kapiteln die Entwicklung der modernen Physik und Kosmologie zusammen, wobei die wichtigen Entdeckungen, Hypothesen und Probleme der letzten zehn Jahre erstaunlich kurz oder gar nicht dargestellt sind. Exkurse in den reichen Schatz der überlieferten Mythen sowie in philosophie- und wissenschaftsgeschichtliche Themen rücken die Physik und Kosmologie in größere kultur- und geistesgeschichtliche Zusammenhänge. Schwerpunkt sind jedoch die grundlegenden bekannten Naturgesetze und die noch gesuchten Erweiterungen.

Hawking und Mlodinow argumentieren dafür, dass das Universum mitsamt seinen Eigenschaften und dem Urknall rein wissenschaftlich erklärt werden kann. Sie weisen Gott als Schöpfer und Erhalter der Welt zurück. Sie räumen aber auch ein, dass eine umfassende physikalische Theorie (Weltformel") noch nicht gefunden ist, auch wenn sie eine Lanze für die M-Theorie brechen. Sie verkünden sogar den Tod der Philosophie - und wiederbeleben sie doch zugleich, indem sie mit dem modellabhängigen Realismus" einen wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Vorschlag machen.

Das Buch ist wesentlich leichter verständlich als Eine kurze Geschichte der Zeit und stellt eine gewisse Fortsetzung von Die kürzeste Geschichte der Zeit dar. Allerdings sind die neuesten Forschungen von Hawking nur kurz oder gar nicht erklärt. Nicht erwähnt ist beispielsweise - im Gegensatz zu Hawkings neues Universum: Wie es zum Urknall kam - , dass der Urknall auch ein Übergang gewesen sein könnte, der aus einem früheren Universum heraus entstand, das eine umgekehrte Zeitrichtung besitzt. Auch Hawkings revidierte Vorstellung von Schwarzen Löchern, die Tunnel durch Raum und Zeit: Von Einstein zu Hawking: Schwarze Löcher, Zeitreisen und Überlichtgeschwindigkeit ausführlich beschreibt, ist kaum mehr als in einem Halbsatz erwähnt.

Auch bleibt die Erklärung, wie unser Universum entstand, wie es also zum Urknall kam, im Buch relativ vage. Diese Wortkargheit ist eigentlich verwunderlich, denn Hawking hat darüber viel zu sagen. Tatsächlich ist dies gegenwärtig wieder der Schwerpunkt. seiner Forschung. Doch vermutlich wollten Hawking und Mlodinow ihren Lesern die diffizilen und schwierigen Überlegungen einfach nicht zumuten. Problematisch ist, dass die Erklärung des Urknalls noch keineswegs so weit gediehen ist, wie es die Lektüre suggerieren mag. Und konkurrierende Modelle werden ganz ausgeblendet.

Die Diskussion des Anthropischen Prinzips ist aufgrund einer veränderten Begriffsverwendung missverständlich und der Zusammenhang von Theologie und Kosmologie. Geschichte und Erwartungen für das gegenwärtige Gespräch kommt sicherlich zu kurz. Theologen und Philosophen werden daher nicht so begeistert sein. Doch ist das Buch ja auch keine fachliche Abhandlung, sondern eine populärwissenschaftliche Darstellung der großartigen Forschungsleistungen der letzten Jahrhunderte. Und dabei ist der Mensch schon weit gekommen. Das Buch macht die Faszination deutlich, die daraus entspringt, mithilfe der Naturwissenschaft die Welt zu verstehen. Wer es liest, hat mehr von der Welt.

NACHBEMERKUNG:
Eine allgemeinverständliche Darstellung zum wissenschaftlichen und philosophischen Gesamtwerk von Stephen Hawking einschließlich seiner neuesten Forschungen (die er in "Der Große Entwurf" gar nicht beschreibt!) gibt Hawkings Kosmos einfach erklärt: Vom Urknall zu den Schwarzen Löchern.
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am 27. Januar 2011
Warum existieren wir?
Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?
Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes?
Die meisten Wissenschaftler wollen sich um derartige Fragen eher herumdrücken und sie in den Bereich von Philosophie oder Religion verweisen. Stephen Hawking und Leonard Mlodinow wagen sich in diesem Buch an ihre Beantwortung.

Zunächst stellen sie fest, dass sie vom Konzept des modellabhängigen Realismus ausgehen. Demnach sei die Frage, ob ein Modell real sei, sinnlos - entscheidend sei nur, ob es mit den Beobachtungen übereinstimmt. Dies ist auf jeden Fall ein interessanter Gedanke.
Wie man es bei populärwissenschaftlicher Literatur gewöhnt ist, findet sich danach ein kurzer Abriss über die Geschichte der Naturwissenschaft. Anschließend wird eine Einführung in die Quantentheorie gegeben, wobei vor allem darauf hingewiesen wird, dass diese den Vorstellungen der klassischen Physik widerspricht, wonach das Universum eine einzige wohldefinierte Geschichte habe und man aus dem Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt dessen zukünftige Entwicklung ableiten könne.
Viele dieser Inhalte sind schon aus Hawkings früheren Werken bekannt, hier erfährt der Leser also nichts wirklich neues.
Nun wenden sich die Autoren der Suche nach der "Theorie von Allem" zu. Dabei wird die sogenannte M-Theorie als derzeit einziger Kandidat propagiert. Es handelt sich hierbei letztlich um eine Variante der String-Theorien, welche von elf Raumzeitdimensionen ausgeht, von denen die meisten aber so aufgewickelt sind, dass wir sie nicht bemerken. Das Interessante daran ist, dass es sich hierbei eigentlich um ein Netzwerk mehrerer Theorien handelt, deren jede nur für einen Teilbereich physikalischer Situationen eine gute Beschreibung bietet. Dort, wo sich die Anwendungsgebiete zweier Theorien überschneiden, liefern sie aber übereinstimmende Ergebnisse.
Gegen Ende des Buches kommen die Autoren auf die eingangs erwähnten Fragen zu sprechen. Zunächst wird gezeigt, wie viele Parameter passende Werte haben müssen, um unsere Existenz zu ermöglichen. Diese scheinbar perfekte Abstimmung wird aber ausdrücklich nicht mit einem Eingriff Gottes erklärt, sondern mit der Multiversen-Theorie. Demnach können eine Vielzahl von Universen spontan entstanden sein, die jeweils mit unterschiedlichen Naturgesetzen ausgestattet sind, und wir leben eben in einem (vielleicht dem einzigen), das die Entstehung von intelligentem Leben ermöglicht.

Insgesamt ist das Buch über weite Strecken flüssig zu lesen und allgemein verständlich. Vor allem im letzten Kapitel bleiben die Ausführungen aber relativ vage, sodass einige Argumentationen nicht wirklich überzeugend sind.
Außerdem entsteht durch die ganze Gestaltung der Eindruck, dass diese Werk ein bisschen zu sehr darauf ausgerichtet ist, einer möglichst breiten Masse zu gefallen. Großformatige Seiten mit einer Vielzahl an hübschen bunten Bilden wirken auf den ersten Blick eindrucksvoll. Da das ganze Werk nur knapp 200 Seiten hat, beschleicht einen aber der Verdacht, dass hier eine schöne Aufmachung über den mangelnden inhaltlichen Tiefgang hinwegtäuschen soll.
Fazit: Wer sich einen ersten Einblick in die Materie verschaffen (oder mit dem Besitz dieses Buches angeben) möchte, liegt hier sicher richtig. Es sind für mich aber doch einige Fragen offen geblieben bzw hätte ich mir zu einigen Punkten nähere Ausführungen gewünscht.
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am 22. Mai 2014
Ich hatte mir sehr viel mehr erwartet von diesem Buch (habe selbst Mathematik/Physik studiert), bin in weiten Teilen aber doch etwas enttäuscht.

+ schöne Grafiken
+ netter kurzer Abriss über die Entwicklung der Physik bis zur Neuzeit
+ gute Beschreibung der Auswirkungen, wenn physikalische Konstanten leicht veränderte Werte hätten

- Anwendung von Feynmans "Summe der Geschichten" auf das Universum als Ganzes ist sehr kurz und oberflächlich, und kann logisch nicht überzeugen
- die Frage, warum überhaupt etwas existiert, wird am Ende kurz in 2 Seiten erläutert, und hat mit Physik nun wirklich nichts zu tun. Dabei ist das Buch doch mit dem Versprechen losgezogen, insbesondere diese Frage aller Fragen zu erklären.

Der Versuch zu zeigen, dass man keinen Gott braucht, ist in meinen Augen albern. Man wird niemals zeigen können, ob er existiert oder nicht, daher sind alle Versuch in dieser Hinsicht nutzlos. Sinnvoll ist es aber natürlich, die Physik so weit wie möglich zu treiben und sich hier keine Scheuklappen aufzulegen.
Letzlich gipfelt bei Hawking in diesem Buch alles auf das starke anthropische Prinzip, da ja durchaus etwas für sich hat. Mir sind aber seine Begründungen im Zusammenhang mit Feynman sehr oberflächlich und viel zu kurz. Überzeugend ist was anderes. Und Feynmans Prinzip einfach als richtig zu erklären und es aufs Universum anzuwenden, weil es in der Quantenmechanik funktioniert, ist auch schwierig und nicht gut erläutert.

Alles in allem: kein großer Entwurf, und nur mäßig überzeugend. Aber immerhin ein paar schöne Bildchen.
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am 1. Oktober 2010
Fuer mich war das Buch eher enttaeuschend, da es mir nicht viel Neues vermittelt hat. (Das Universum in der Nussschale und Eine kurze Geschichte der Zeit sind da um laengen besser).
Allerdings ist es eine gute, leicht verstaendliche Zusammenfassung des Standes der derzeitigen Forschung, wenn auch sehr oberflaechlich. Die M-Theorie wird zwar immer wieder erwaehnt, aber Hawking bleibt dem Leser letztendlich doch schuldig, was es denn damit auf sich hat.

Wer mehr ueber die String Theorie, M-Theorie und versteckte Dimensionen erfahren will, dem sei das Buch Das elegante Universum: Superstrings, verborgene Dimensionen und die Suche nach der Weltformel
von Brian Greene empfohlen. Es geht wesentlich mehr in die Tiefe und in den Anfangskapiteln wird sowohl die Relativitaetstheorie als auch die Quantenmechanik gut Verstaendlich, aber doch recht gruendlich und mit guten Beispielen zusammengefasst.

Hawking bezieht sich auf Feynman und das starke anthropischen Prinzip um unsere Existenz zu erklaeren. Dadurch das jedes moegliche Universum existiert, existiert daher auch das unsere. Da wir dieses nun beobachten stellen wir zwangslaeufig fest das es genau die Eigenschaften hat, die es ermoeglichen, das Lebewesen (bewusste Beobachter) wie wir entstehen. Dabei ist es dann egal wie wahrscheinlich es ist das ein bestimmtes von 10 hoch 500 Universen entsteht, da ja alle moeglichen Universen existieren. Ist in etwa so wie die Lottozahlen. Nachdem Sie gezogen wurden, ist es egal wie wahrscheinlich es war das genau diese Kombination gezogen wurde, da wir ja bereits festgestellt haben, das es diese ist.

Die 10 hoch 500 stammt aus der M-Theorie. Das Universum hat demnach 10 raeumliche Dimensionen + Zeit hat und die meisten dieser Dimensionen sind zusammengeknaeult in Calabi-Yau-Mannigfaltigkeiten (im Text nicht erwaehnt). Die genaue Art und weise bestimmt die Groesse der Naturkraefte im Universum und es gibt 10 hoch 500 Kominationen dieser Calabi-Yau-Mannigfaltigkeiten.
Allerdings bleibt Hawking die Antwort schuldig auf die Frage, warum das denn so ist. Warum sind es 10 Dimensionen und nicht 200 und warum bestimmen diese Kombinationen die Eigenschaften des Universums? Er gibt eine moegliche Erklaerung fuer das unsere Universum, nicht aber warum es denn ueberhaupt ein Multiversum gibt.
Er verschiebt die Frage nur eins weiter nach hinten und gibt keine Antwort.
Auch die Theorie das das Universum ein Quantenereignis war (Quantenfluktuation, die sich zum heutigen Universum aufgeblaeht hat) ist zwar plausibel, aber nicht neu.

Zum Schluss schreibt er noch ueber Conway's game of life um mit diesem Beispiel zu erklaeren, wie ein System, welches auf ganz einfachen Grundprinzipien beruht so Komplex werden kann, das es anschliessen von einem Lebenden System nicht mehr zu Unterscheiden ist. Analog dazu: Wie das Zusammenspiel der Naturgesetze Materie so Komplex werden laesst, das wir, die Beobachter entstehen, die unter der Illusion stehen einen freien Willen zu besitzen.
Wie koennten wir zum Beispiel feststellen, das ein Alien oder ein Roboter, sich seiner selbst bewusst ist oder nicht, wenn er sich so verhaelt als waehre er es?
Wenn solche Themen angeschnitten werden, wirft das viele Fragen auf.
Wenn das Universum nun quasi eine sehr komplizierte Kettenreaktion ist die am Ende ein Hirn hervorbringt welches sich darueber gedanken macht (was dann ja Teil dieser Kettenreaktion ist). Heisst das nicht das das Universum sich seiner selbst bewusst ist? Eine Kettenreaktion die sich (als Teil seiner selbst) ueber sich selbst den Kopf zerbricht?
Ist Bewusstsein nur ein sekundaeres Phaenomen der Materie? Der freie Wille ein Illusion die auf Komplexitaet beruht? Hawking scheint das fuer am wahrscheinlichsten zu halten.
Allerdings sind das alles hochphilosophische Fragen und das doch nachdem er die Philosophie ganz am Anfang fuer tot erklaert hat!
Ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema sei an dieser Stelle empfohlen: Das bewusste Universum: Wie Bewusstsein die materielle Welt erschafft von Quantenphysiker Amit Goswami.
Dort geht er eingehend auf diese Fragen ein und stellt ein Theorie basierend auf der Quantenmechanik auf, die eine andere (durchaus erwaegenswerte) Antwort auf diese Fragen gibt.

Das vorliegende Buch ist daher meiner Meinung allenfalls fuer Leute interessant, die sich bisher noch kaum mit der Materie befasst haben und die einen kurzen Umriss erhalten moechten ueber die derzeit aktuellen Theorien aber dabei von zu viel Tiefgang nur abgeschreckt werden. Meine Hauptkritik ist also nicht der Inhalt, sondern das was fehlt. "Soll das schon alles gewesen sein" ist das Grundgefuehl, was bei mir am Ende des lesens zurueckgeblieben ist.
Es ist insgesamt nicht schlecht, gibt einige interessante Gedankenanstosse, bleibt aber an vielen Stellen spekulativ und haelt nicht, was es vom Titel her verspricht.
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