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Kundenrezensionen

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am 30. Dezember 2015
Inhaltlich kann ich den anderen Positiv-Rezensenten zustimmen, es gibt dem nicht mehr viel hinzuzufügen, mir hat das Buch sehr gut gefallen

Den Anfang und die Mitte des Buches fand ich besser, am Ende wird es etwas dünn
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am 5. März 2014
Ich muss gestehen, dass mir diese Rezension schwerfällt. Nach einem ersten Lesen, bei dem ich praktisch durch das Buch getrieben wurde, bin ich bei einer zweiten Lektüre und breche alle drei Sätze ab, weil manchmal die Gedanken so dicht gewebt sind, dass es sich lohnt, dieses Buch auch Satz für Satz zu lesen.
Genau das macht für mich dieses Buch so faszinierend. Es ist spannend und eigentlich auch sehr schlicht von der Leseanforderung. Und auf der anderen Seite ist es so dicht geschrieben, dass es recht kompakt zahlreiche Teilgebiete dieses Themas vorstellt.

Wovon handelt dieses Buch?
Metzinger ist Philosoph, Bewusstseinsphilosoph, um genauer zu sein. Die Bewusstseinsphilosophie gehört auf der einen Seite zur Erkenntnistheorie und auf der anderen Seite zur Anthropologie. Der Autor arbeitet nun die neuesten Erkenntnisse der Neurophysiologie in sein Fachgebiet ein. Ab und zu liest man auch diesen Begriff Neurophilosophie. Und genau das bietet dieses Buch. Er befindet sich damit in einer guten Tradition. Seit Descartes wird der Geist, bzw. die Seele, direkt im Körper gesucht. Ab dem 19. Jahrhundert lokalisiert man auch die Vernunft in den Organen, allen voran natürlich dem Gehirn. Wichtige Autoren wie Schopenhauer und Nietzsche, die Neukantianer und die Phänomenologen gehören in diese Linie.

So wird zuerst die Frage nach dem Bewusstsein gestellt und nach den Leistungen des Bewusstseins. Von diesem aus untersucht der Autor Phänomene wie die außerkörperliche Erfahrung oder wo das Bewusstsein steckt, wenn ein Mensch eine Figur durch eine virtuelle Welt steuert, die Willensfreiheit und die Funktion von Träumen, die Empathie und wie der Mensch zu anderen Menschen in Kontakt tritt.
Es hatte in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder große Vorurteile zum Beispiel gegen Fernsehen und Computerspielen gegeben. Und hier argumentiert der Autor überraschend neutral. Ganz knapp gesagt bietet ein Computerspiel eine Art Phantom-Ich, an dessen Bild sich das Erleben grundsätzlich gleich, wenn auch mit anderer Gewichtung, ebenso polarisiert, wie an dem Ich, mit dem der Mensch durch die „realen Welt“ wandert. Eindeutig ist der Autor kein Kulturpessimist.
Und so gibt dieses Buch einige überraschende Antworten an die Hand. Die meisten mit der Vorsicht versehen, dass die Neurophysiologie trotz rasanter Fortschritte keine endgültigen Antworten liefern kann.
Trotzdem bietet es wie selbstverständlich Impulse für die Motivation, die Sensibilität, die Kreativität und das zwischenmenschliche Verstehen genauso, wie für die Orientierung in der Umwelt, die Reflexion und das Glücksgefühl. Nicht alles wird ausführlich behandelt. Aber immer wieder gibt es Hinweise, wie der Leser sein Vorwissen einbinden kann. Und das macht vielleicht den eigentlichen Reichtum dieses Buches aus: es knüpft sehr gut an das Vorwissen der Leser an und schafft es, (zumindest geht das mir so) weit auseinander liegende Wissensgebiete mühelos zu verbinden.

Für wen ist dieses Buch gedacht?
Der interessierte Laie wird ein leicht verständliches und gehaltvolles Einsteiger-Buch finden. Auch Fachleute aus Nachbargebieten (wie ich) können von diesem Buch sehr profitieren.
Ungewöhnlich ist auch, dass der Autor diese Verbindung von Gehirn und Bewusstsein längst nicht so klaustrophobisch beschreibt, wie das zum Beispiel Gerhard Roth tut und damit ein angenehmes Gegengewicht zu diesem harten biologischen Determinismus liefert. Und das würde manchen Neurophysiologen wieder ganz gut tun. In diesem Sinne sei es auch dem langjährigen Fachmann zur kritischen Überprüfung ans Herz gelegt.

Fünf Sterne für Lesevergnügen und Verständlichkeit; fünf Sterne gibt es ebenfalls für Sachlichkeit und Informationsdichte.
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am 15. Februar 2015
Ein in jeder Hinsicht höchst lesenswertes und inhaltsreiches sowie für das Verständnis des eigenen ICH wichtiges Buch! Nach den Erfahrungen aus zahlreichen Diskussionen mit anderen Lesern erscheint es dem Rezensenten hilfreich zu sein, wichtige Begriffsbestimmungen und Kernsätze des Autors (hauptsächlich aus Teil I des Buches) in Stichwörtern zu erläutern:

BEWUSSTSEIN ist das Erscheinen der Welt als evolutionäres biologisches Phänomen. Es ist Teil der Welt und enthält die Welt. Es gibt keine Entität, die wir selbst sind, Erleben ist ein subjektives Phänomen.

PHÄNOMENOLOGIE: Beschreibung des Erlebens als solches (auch in veränderten Bewusstseinszuständen).

MEINIGKEIT: Eigenes Handlungsbewusstsein, Gefühl von Willensfreiheit. Globale Meinigkeit lässt uns den Körper als Ganzheit erleben (durch OBEs = out of body experience auch außerhalb des Körpers). Meinigkeit = Essenz des Selbstgefühls = ein transparentes Körperbild lokalisiert in Raum und Zeit. Agentivität (bewusstes Erleben einer Handlung), Emotion, Willensakte sind dazu nicht notwendig, Meditation genügt.

OBE’s: Können mit Elektrodenstimulation des Gyrus angularis bei jedem Menschen künstlich erzeugt werden, Schizophrenie führt häufig zu OBEs, diese führten geschichtlich zum Körper-Seele-Dualismus (Seele ist in allen Religionen ein Astralkörper, nach Ansicht des Autors ist sie der Fluss von Informationen im Gehirn).

REPRÄSENTATION: Widerspiegelung, Darstellung der Außenwelt als Wahrnehmung und innere Vorstellung. Der Mensch kann, im Gegensatz zu Tieren, sich selbst im Akt des Wissens und Denkens beobachten und damit seine Repräsentation noch einmal repräsentieren.
Wir präsentieren uns als repräsentative Systeme in phänomenaler Echtzeit, dadurch entsteht kulturelle Evolution. Aus Selbstpräsentation entsteht ein Phänomenales Selbstmodell = PSM

PHÄNOMENALES SELBSTMODELL (PSM): Sein Inhalt ist das EGO
PSM lässt uns selbst als Ganzheit begreifen. Es steht in Wechselwirkung zur Umwelt, es ermöglicht gegenseitiges Verstehen (durch Empathie, soziale Kognition, Spiegelneuronen), es ermöglicht uns durch Externalisierung Kooperation, Kultur, Bildung komplexer Gesellschaften.
PSM vermittelt das Gefühl von Meinigkeit, bildet das Selbstgefühl, ermöglicht bewusstes Erleben.

Das PSM ist TRANSPARENT: Das Medium, durch das uns Informationen erreichen, ist uns nicht bewusst (es ist durchsichtig wie ein Fenster, durch das wir einen draußen vorbeifliegenden Vogel betrachten).
PSM – SELBST- und/oder WELTMODELL: Wegen der Transparenz des PSM besitzt unser Gehirn keine Möglichkeit, herauszufinden, dass es Modelle sind. Das Erleben des SELBST wird dadurch verursacht, dass das PSM im Gehirn transparent ist.

PSM = EGO = ICH = SELBST: Ist Inhalt eines transparenten Selbstmodells, Inhalt eines inneren Bildes, im Gehirn eines Organismus!
Wir empfinden uns als Ego, weil wir nicht erkennen, dass es eine Simulation unseres Gehirns ist! Das PSM als eigener Standpunkt in ein Weltmodell eingebettet, ergibt eine stabile Erste-Person-Perspektive. Das PSM ist außerdem ein virtuelles Werkzeug auch für soziale Kognition (Artgenossen erkennen, ev. täuschen) sowie auch für Selbsttäuschungen durch Erschaffung metaphysischer Welten (Wahn- und Glaubensvorstellungen).

Der EGO-TUNNEL: Ist Metapher für bewusstes Erleben. Das Bewusstsein ist wie ein Tunnel, nur ein sehr kleiner Ausschnitt der realen Außenwelt (Filter) wird in unserem Wirklichkeitsmodell abgebildet. Unser bewusstes Erleben ist wie ein Tunnel DURCH die Wirklichkeit; das Gehirn erzeugt eine perfekte Simulation der Welt, deren Bild als Ganzheit (für unseren Körper, unsere mentalen Zustände, unsere Beziehung zu Vergangenheit und Zukunft, zu anderen Lebewesen) erscheint.
Das ICH (Innenperspektive, bewusstes Leben im Ego-Tunnel jetzt und hier) ist verbunden mit Körpergefühl: Es entsteht durch Gegenwärtigkeit (ist ein vom Gehirn erzeugtes inneres Phänomen), Meinigkeit, Agentivität und ein Ort im Raum–Gefühl. Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, bzw. zu leiden, beginnt im Ego-Tunnel.

Das Ego ist ein vom Gehirn erzeugtes virtuelles Werkzeug; jeder von uns lebt in seinem eigenen Ego-Tunnel ohne direkten Kontakt zur Wirklichkeit, aber mit PSM plus Erster-Person-Perspektive ausgestattet. Dabei verleiht der Ego-Tunnel ein Gefühl von Kontakt zur Außenwelt mit gleichzeitiger außerhirnlicher Erfahrung und Gefühl des eigenen Selbst.

Das Ego und sein Tunnel sind repräsentative Phänomene, sie erzeugen ein inneres Bild von Wirklichkeit. Hirnphysiologisch gesehen ist das Ego ein sehr komplexes Ereignis der Erzeugung eines Aktivierungsmusters in unserem Zentralnervensystem.

HANDLUNGSZIELE: Das Gehirn ist ein komplexes System, das ständig danach strebt, Ordnung aus Chaos zu erzeugen. Überleben, Fitness, Wohlbefinden, Sicherheitsbedürfnis sind innere Darstellungen (Halluzinationen) von Zielen. Die Evolution hat uns nicht für Glück optimiert, sondern auf eine hedonistische Tretmühle gesetzt: Glück suchen, Unglück vermeiden ist der Motor unserer psychologischen Evolutionsausstattung (in der biologischen Evolution war/ist Glücklichsein kein zweckbestimmendes Kriterium).

EMPATHISCHES EGO: Das PSM erfordert soziale Korrelate, der eigene Ego-Tunnel steht in Erster-Person-Perspektive in sozialer Resonanz zu anderen Ego-Tunnels.
Soziale Resonanz durch geteilte Mannigfaltigkeit, auf 3 Ebenen: Phänomenologisch durch Empathie, funktional durch Handlungen, subpersonal durch den „Wir-Raum“ („wir“ Empfindung).

Die 6 wichtigsten Grundprobleme für eine Theorie des Bewusstseins:
1. Das Eine-Welt-Problem (Frage nach der Einheit des Bewusstsein); 2. Das Jetzt-Problem (wie ist das Erscheinen eines gelebten Moments möglich); 3. Das Wirklichkeits-Problem (warum werden wir als naive Realisten geboren); 4. Das Problem der Unaussprechlichkeit (worüber wird man nie sprechen können); 5. Das Evolutionsproblem (wozu war/ist Bewusstsein wichtig); 6. Das Wer-Problem (Frage nach der Entität, die bewusstes Erlebnis in der Wirklichkeit besitzt)

BEWUSSTSEINSREVOLUTION versus GLAUBE: (Das Ego ist auch ein auch virtuelles Werkzeug zur Selbsttäuschung):
Glaube ist ein unspiritueller Versuch, den Ego-Tunnel umzugestalten, die hedonistische Tretmühle zu überlisten. Er ist aber auch ein erfolgreicher Weg, stabile innere Zustände zu erreichen (wie eine Droge), das PSM als Wurzel allen Leidens ruhig zu stellen.
Wissenschaft zerstört mehr und mehr diese Funktion des Glaubens, wachsender religiöser Fundamentalismus ist die Folge. Die Schere zwischen Wissenden und Unwissenden wird immer größer (Bewusstseinsrevolution), es entsteht anthropologische und normative Leere.
Veränderte Bewusstseinszustände (durch z.B. Meditation, Schamanismus, Drogen, Medikamente) werden in ihren neuronalen Grundlagen immer klarer erkannt; Neurowissenschaft und Neurotechnologie werden sich früher oder später zu Bewusstseinstechnologien entwickeln; diese erfordern eine neue Bewusstseinsethik, die für Handlungen neuronaler Veränderungen 3 Postulate enthalten müssen: 1. Leid minimieren, 2. Erweiterung von Einsicht und Wissen, 3. Verhaltenskonsequenzen.

(Die Konsequenzen aus sich abzeichnenden neurotechnologischen Veränderungen – mit Ausblick auf mögliche Entwicklungen und deren Folgen - sowie Vorschläge für eine darauf adaptierte Ethik werden im Teil III des Buches ausführlich behandelt.)
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Thomas Metzinger, weltweit anerkannter Philosoph des Geistes, vertritt die These, dass das erlebte Ich von unserem Gehirn erzeugt wird, und dass das, was wir wahrnehmen, nur ein virtuelles Selbst in einer virtuellen Realität ist.

Führen die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung nach den Lehren von Kopernikus (Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums), Darwin (Der Mensch entstammt dem Tierreich) und Freud (Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus) zu einer weiteren Kränkung der Menschheit?

Nach Metzinger besitzt der Mensch ein bewusstes Modell seines Organismus als Ganzem, ein so genanntes phänomenales Selbstmodell. Dieses wird vom Gehirn aktiviert und erlaubt einem biologischen Organismus, sich selbst bewusst als Ganzheit zu begreifen. Der Inhalt des phänomenalen Selbstmodells ist das Ego.

Für das bewusste Erleben verwendet Metzinger den Begriff Ego-Tunnel. Unser bewusstes Leben bewegt sich im Ego-Tunnel. Das Konzept des Ego-Tunnels basiert auf dem älteren Begriff des Realitätstunnels von Robert Anton Wilson, ist mit diesem aber nicht identisch.

Für Metzinger ist der kontinuierlich ablaufende Vorgang des bewussten Erlebens ein Tunnel durch die Wirklichkeit.

Unser Gehirn erzeugt eine Simulation der Welt, die so perfekt ist, dass wir sie nicht als Bild in unserem Gehirn erkennen können. Anschließend generiert es ein inneres Bild von uns selbst als einer Ganzheit, das phänomenale Selbstmodell. Dieses Bild umfasst nicht nur unseren Körper und unsere mentalen Zustände, sondern auch unsere Beziehung zu Vergangenheit und Zukunft sowie zu anderen Menschen. Durch die Einbettung des Selbstmodells in das Weltmodell wird ein Zentrum geschaffen, das Selbst oder Ego.

Letztlich ist subjektives Erleben, eine spezifische Weise der Präsentation von Informationen über die Welt. Das deutliche und stabile Erleben, nicht in einem Tunnel zu sein, sondern tatsächlich und unmittelbar in Verbindung mit der äußeren Wirklichkeit zu stehen, ist eines der bemerkenswertesten Charakteristika des menschlichen Bewusstseins.

Metzinger arbeitet intensiv mit empirisch arbeitenden Wissenschaftlern zusammen. Seine dargestellten Experimente sind sehr anschaulich und überzeugen. Er entmystifiziert außerkörperliche Erfahrungen, beschäftigt sich mit luziden Träumen und erläutert die Bedeutung der Spiegelneuronen für die kulturelle Entwicklung der Menschheit.

Ob künstliche Ego-Maschinen jemals realisiert werden, mag dahin gestellt bleiben. Metzinger behandelt dieses Thema im Hinblick auf die damit verbundenen ethischen Fragen. Auflockernd wirkt in diesem Zusammenhang die fiktive Unterhaltung mit dem ersten postbiotischen Philosophen.

In sein Buch lässt Metzinger Interviews mit Wolf Singer (Prof. für Neurophysiologie), Allan Hobson (Prof. für Psychiatrie) und Vittorio Gallese (Prof. für Humanphysiologie) einfließen. Neben fachspezifischen Fragen ist es ihm ein Anliegen, sie zu ihren Erwartungen an die Geisteswissenschaften zu befragen.

Das Subjektive wird immer mehr Gegenstand empirischer Wissenschaften. Thomas Metzinger hat zu diesem Thema ein anschauliches und lesenswertes Buch geschrieben. Man darf gespannt sein auf die weitere Entwicklung.
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am 12. November 2016
Auch wenn das Buch mit einer mehr oder minder angedachten Entschuldigung beginnt, dass es für die breite Öffentlichkeit gedacht ist und nicht für Wissenschaftler, gilt es doch bestimmte Postulate, Thesen, auf die das Buch aufbaut näher zu definieren.
So zum Beispiel das PSM (Phänomenale Selbstmodell), dessen Inhalt das Ego sein soll. Zu Beginn favorisiert der Autor die analytischen Philosophen als jene, die am meisten Beitrag für die Bewusstseinswissenschaft liefern, auf den ersten Seiten sind keine analytischen Gedankengänge/ -entwicklungen zu erkennen.
Die Definition vom „Ego“ fehlt vollends.
Im weiteren Text weiß der Autor auch, wo sich das Ego befindet, im zweiten Körpermodell (Double).
Wieder eine These ohne Begründung.
Auch die nächste fehlerhafte Zugrundelegung lässt nicht lange auf sich warten.
Die Sinnesorgane nehmen nicht die Fülle der tatsächlichen Wirklichkeit auf, wie diese uns in deren Fülle umgibt. Auch dies ohne Begründung.
Vielmehr ist zugrunde zu legen, dass durch eine Art Filter (dem dialektischen Bewusstseinsbildungsprozess), welcher erst nach der sinnlichen Datenaufnahme einsetzt, die tatsächliche Wirklichkeit nicht in deren vollen Ausmaß erscheinen lässt. Nicht die Sinne sind hierfür die Ursache, sondern der Bewusstseinsbildungsprozess an sich.
Und das scheint alles so weiter zu gehen, nun wird ein phänomenales Ego definiert, das „Ich“.
Mit diesen unbegründeten Thesen geht es im weiteren Text so fort.
Das scheint dabei herauszukommen, wenn Analytiker sich mit der Phänomenologie des Geistes beschäftigen. Bin auf Seite 20 von ca. 338 Seiten und ich werde wohl nicht arg viel weiter lesen.
Hegel hat in der „Phänomenologie des Geistes (Hegel) diesen Prozess sehr gut beschrieben, in einer sprachlichen Logik die keine Lücken für Zweifel lässt., aber halt nicht leicht verständlich.
Manche Wissenschaftler wollen die Wissenschaft neu erfinden, sei es, um dieses in einer möglichst großen Stückzahl an ein breites Publikum zu bringen, Frage, mit welcher Intention!
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am 22. Januar 2015
Das Buch begeisterte mich durch seine ernsthafte Auseinandersetzung mit allen Aspekten des Bewusstseins im Licht unserer bisherigen neurologischen und psychologischen Erkenntnissen, ohne die Bereiche des religiösen Wahns auszuschließen und durch die Fragen, wie das Streben nach Erkenntnis das metaphysische Bedürfnis im Diesseits im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess gestillt werden kann, ohne einem Dogmatismus zu verfallen. Trost der Philosophie im multidimensionalen Ausmaß :-) Sehr lesenswert, auch mehrfach.
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am 6. November 2014
wie mich nicht immer ganz einfach zu lesen, aber doch sehr spannend und interessant wie das Gehirn uns Persönlichkeit und Entscheidungsfreiheit suggeriert und unsere Wahrnehmung vom Dasein verarbeitet und wahrnehmbar macht. Es ist wohl das uns bekannte Organ mit der größten Komplexität.
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am 6. Dezember 2015
Ganz sicher ein Buch, dessen Kauf sich insgesamt lohnt. Der erste Teil enthält eine Vielzahl gut nachvollziehbar vermittelters Infos rund um den Menschen, sein "Selbst" und dessen phänomenologische Wahrnehmung. Der erster Teil (bis knapp über die Hälfte der Gesamtseiten) bekommt fünf Sterne. Umso erstaunlicher ist dann der zweite Teil, dessen Inhalte am besten in einem eigenen Buch veröffentlicht worden wären. Die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen ist in Anbetracht der Aussagen zum phänomenalen Selbstmodelll (PSM) des ersten Teils sicherlich sinnvoll, vielleicht sogar notwendig. Nur greift Metzinger nach meiner Meinung hier ein ums andere Mal zum Teil ordentlich daneben. Auch der "ich"-Stil wirkt im zweiten Teil mitunter oft befremdlich. So fragt er ganz am Ende: "Was bleibt dann, wenn alles so ist, wie ich es skizziert habe?" Die Antwort darauf muss sich jeder selber geben - auch darauf, ob überhaupt alles so ist, wie er es skizziert hat ... könnte ja sein, dass Metzinger selbst da und dort trotz seines Willens zur intellektuellen Redlichkeit den Selbsttäuschungen und Illusionen unterliegt, auf die er in anderem Zusammenhang hinweist.
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am 15. September 2013
Ich war sehr überrascht als ich las, dass Metzinger eine Out Of Body Erfahrung durchgemacht hatte. Doch war dies wohl "notwendig" um der ach so beliebten Thematik des NTEs auf rationaler Ebene begegnen zu können. Verklärende Bücher zum Thema gibt es zu viele und von YT "Dokus" ganz zu schweigen. Fast jede esoterisch-spirituelle Zeitschrift beschäftigt sich damit und schickt ihre Leserschaft in die Verwirrung. "Wieso hat jene das und ich nicht". Ein Kardiologe entdeckt angeblich "Grenzenloses Bewußtsein" und Quantenphysik muß auch für scheinbar nicht erklärbares herhalten.
Leider ist das Buch von Metzinger sehr anstrengend zu lesen und im Vergleich zu den Sellern des Esomarktes dahingehend schwerste Kost. Dennoch lohnt es sich reinzulesen um festzustellen was wirklich los ist, wenn Menschen meinen dass sie ihre Hülle verlassen. Sei es im Schlaf oder bei einer Operation oder letztendlich am Ende. Käme keiner zurück gäbe es keine Berichte. Doch was steckt hinter den Berichten und wenn was daran sein soll, läßt sich dies neurowissenschaftlich ergründen?

Ich muß gestehen, dass ich auf halber Strecke ausgestiegen bin, da ich mich in der Thematik überfordert sah. Dennoch ist der Autor auf dem richtigen Weg. Wer sein Heil in der NTE Literatur sucht sollte dies woanders muten, oder um sich vor Humbug zu schützen doch mal reinlesen. Vieleicht tritt ja wie bei mir Ernüchterung ein. Denn vorstellen kann ich mir viel. Was nicht heißt, jenen der meint all diese "unmöglichen" zu Erleben damit zu belächeln. Denn noch hatte ich ein solches Erleben nicht. Dafür aber andere, wie auch immer diese geartet sind. Das wichtigste daran ist, nicht in eine mißbräuchliche esoterische Anschlußtherapie zu geraten. Und dafür ist dieses Buch allemal mehr als wertvoll. Denn jedes Jahr kommen jene Autoren in meine Stadt und behaupten, dass sie schon drüben waren.....
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am 10. Dezember 2013
Ich wüsste nicht, ob ich ein umfangreicheres Buch schreiben würde, wenn man die Mängel aufzeigen müsste.

Zwar ist es interessant als Laie ein bisschen über den Stand der Wissenschaft aufgeklärt zu werden, und welche Annahmen man daraus ableiten kann. Aber das Buch ist wirklich zuviel des Schlechten.

1) Wenn man seinen Gedankengängen folgt, kommt man schnell zum Schluss, dass es nach ihm keinen freien Willen geben kann. Aber er schreibt ausdrücklich, dass er es in diesem Buch nicht kommentieren möchte. Dies bleibt er aber defintiv schuldig. Für mich verneint er die Frage an verschiedenen Stellen, wenn auch indirekt. Das ist für mich einfach nicht richtig durchdacht. Ich bin kein Psychologe, deswegen ist für mich wirklich interessant viele seiner Aspekte aufzunehmen. Aber sein Buch macht einfach keinen Sinn, sondern scheint für mich einfach nur so geschrieben zu sein, damit er sich selbst bewundern kann. Was er ausdrücklich in mehreren Stellen seines Buches tut. Er erzählt von einem Traum, in dem er sich an einem Tisch gegenüber seinen Traumkollegen rechtfertigt und als Dank haben wir sein Buch in der Hand. Da wünsch ich mir fast, er würde immer noch träumen, dann hätte ich sein Buch nicht gelesen.

2) Ich bin zwar auch für die Legalisierung von Drogen, aber wenns nach ihm geht, sollten wir alle anfangen Ritalin zu nehmen, nur damit wir bessere Noten bzw. bessere Leistungen in dieser Prüfungsgesellschaft erzielen. Es mag zwar im ersten Moment richtig sein, dass man bessere Noten bekommt, wenn man leistungssteigernde Substanzen zu sich nicht. Ich möchte aber bezweifeln,dass wir mit dem jetzigen Stand der Forschung oder überhaupt irgendwann wirklich soweit sind, um zu sagen, dass diese Substanzen auch die Inspiration fördern. Ich bin Chemiker und wenn wir uns bei einer Sache sicher sind, dann ist es, das wir wirklich noch keine Ahnung haben. Natürlich kann man besser auswendig lernen und und und. Aber zu wirklich großen Leistungen wird man inspiriert. Und man kann wohl vermuten, dass bestimmte Substanzen diese auch zerstören können.

3) Der dritte Teil "Die Bewusstseinsrevolution" ist so revolutionär wie ein Brotkorb. Kein Gedankengang den er gemacht hat war revolutionär. Auch hier wieder als Beispiel, die Vorschläge Drogen zu legalisieren. Also im Ernst, das ist nicht neu. Der Rest auch nicht.

Und an all den Müll kann ich mich noch erinnern, obwohl ich es vor 5 Monaten gelesen habe. Was für eine Verschwendung.

PS: An alle die dieses Buch lesen, weil sie darin bestätigt werden wollen, dass es keinen Sinn, keinen Gott, kein Selbst und keine freien Willen gibt, können gerne auch einfach die Grundlagen der Chemie und Physik lernen und ich glaube dann wird einem schnell klar werden, dass so eine Frage nicht durch so ein schwaches Buch beantwortet werden kann. Ich glaube nicht einmal, das man es überhaupt beantworten kann, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Und egal wie er sich entschieden hat, er sollte am Ende zum Schluss kommen, dass er keinen Ausweg aus diesem Schlamassel hat und das Beste, Schönste und Glücklichste daraus machen sollte. Sobald wir sterben, kennen wir die Antwort auf diese Fragen.
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