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Kundenrezensionen

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am 12. August 2005
Ach, wie schön das mal wäre: Ein Polizist oder Detektiv, wahlweise natürlich auch eine PolizistIn oder DetektivIn, als Hauptfigur, gerne schrullig-skurril, dabei jedoch auf irgendeine Art liebenswert und endlich mal für die serielle Fertigung tauglich. Bislang hat uns der Steinfest nie das alles, aber immerhin noch das eine oder andere davon gegönnt (mit Ausnahme eines Serienhelden: Der „sture Hund" ist ja doch keine „klassische" Fortsetzung). Aber diesmal? Gar nix davon. Allein dieser Reisiger: Weder Polizist noch Detektiv, dafür nur noch schrullig, kein Deut sympathisch und, da so kaum als Identifikationsfigur zu gebrauchen, schon deshalb komplett serienuntauglich (vom Ende mal ganz abgesehen). Und noch eins draufgesetzt: Eigentlich kann man in diesem Buch gar niemanden uneingeschränkt leiden - ausgenommen vielleicht den Hund, aber Viecher kommen bei Steinfest ja immer gut weg.
Und dann noch die Sprache. Das flutscht zwar, aber leider nicht wie Öl, denn jedes Wort gehört gelesen. Nicht umsonst ist darüber diskutiert worden, ob sich die Bücher als S-Bahn-Lesestoff eignen.
Kurz: Das sind alles nicht die Zutaten, mit denen man Krimi-Konsumenten, die vor allem an gängige Kost gewöhnt sind, zu Freunden und damit zu Käufern macht. Und auch die bekennenden Fans der Abschweifung und des Abstrusen, des „ToRtengräbers" und des „Chengs" dürften allmählich Probleme kriegen, wird Steinfest doch von Buch zu Buch immer weniger ungebärdig, oder andersrum: immer nachdenklicher, plotmäßig immer stringenter, immer weniger ausufernd, sprachlich immer ausgefeilter, immer literarischer.
Stellt sich die Frage, wem dieses Buch überhaupt liegen könnte. Vielleicht versuch ich's mal so:
- Für mich war die ganze Geschichte ausreichend krimi-mäßig, auch ohne Kommissare oder Detektive an prominenter Stelle. Auch das Gerade-noch-Plausible stört mich wenig, vor allem, wenn es spannend ist, und das war es zweifellos. Manche Stellen finde ich geradezu brillant geraten (etwa der Schluss im Eis).
- Zugegeben: Die Steinfest-Sprache muß man mögen, sie ist gewöhnungsbedürftig. Er formuliert oft auf den ersten Blick sperrig, wiederholt, übertreibt und bombardiert einen mit einer Unmenge von Vergleichen. Doch letztlich passt alles ganz wunderbar zusammen und ist vor allem mitunter ganz unglaublich originell und witzig. Da fällt auch nicht weiter ins Gewicht, dass ihm diesmal eine Handvoll Vergleiche weniger geglückt sind.
- Für mich Steinfests größte Stärke: sein Umgang mit Klischees - grandios! Welche er aufnimmt, wie er sie bricht, ob bei seinen Handlungssträngen oder seinen Figurenzeichnungen, da kommt keine Langeweile auf im Gegensatz zu vieler seiner KollegInnen, bei denen man häufig schon ahnt, was als nächstes kommt.
Fazit: Leicht macht es Steinfest keinem, sich selbst nicht - mit dem Fanmachen -, seinem Verlag nicht - der ihn ja plazieren muß und dabei sichtbar Probleme hat - und auch seinen Lesern nicht, um deren Erwartungen er sich einen Teufel zu scheren scheint. Aber genau für die Zielgruppe scheint er mir der richtige zu sein: die es bei ihrer Lektüre schätzen, wenn ihre Erwartungen NICHT bedient werden - für Freunde der Zumutung.
Eine Bemerkung noch zum Schluss: Auch ich fand die Menge von Tipp- und Schreibfehlern abenteuerlich. Allerdings finde ich es KEINE gute Praxis, solche Verlags- oder Lektoratsschlampereien mit Punktabzug zu bestrafen, das trifft nur den Autor und sein Buch. Denn häufig wird auf den Punktedurchschnitt geschaut, Begründungen für Abzüge gehen unter. Deshalb besser gleich eine Beschwerde an Piper, dort gehört sie nämlich hin.
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am 7. August 2005
Ein Kriminalroman, der Detektive, Polizei und jegliches Fahndungspersonal lediglich als Ausnahme- und Randerscheinung kennt, und deren Protagonisten man ohne kriminalistisches Intervenieren verfolgt. Anders als in den vorigen Romanen von Steinfest wird in diesem neuen Krimi noch viel mehr beschrieben und den Eigenartigkeiten und Schrullen der Personen auf den Grund gegangen. Wobei weniger zu passieren scheint und auch die Spannung vor allem durch das Erwartungen, nicht aber durch Handlungen gesteigert wird. Ein ungewöhnlicher Krimi, spannend und gewitzt bis zur letzten Seite. Leider störend viele Rechtschreibfehler, die gelegentlich den Lesefluß wirklich stören. Sogar Namensverwechslungen mit Darstellen aus vorigen Krimis Steinfests, daher nur 4 Sterne, dennoch uneingeschränkt lesenswert!
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am 28. Oktober 2008
Das Buch beginnt nett. Schöne Sprache, ungewöhnliche Vergleiche, krimiuntypische Handlung. Die Vergleiche, Metaphern und unerwarteten Adjektive beginnen im weiteren Verlauf zum Selbstzweck reduziert zu werden. Die oberflächlichen Exkurse in Philosophie, theoretische Physik und Theologie bleiben bemüht. Das alleine macht keine gute Literatur aus, beginnt zunehmend auf die Nerven zu gehen. Zumal viele der anfangs interessanten Figuren (Kim) einfach verschwinden, ebenso wie diverse Handlungen (Reisigers Sex) einfach völlig überflüssig bleiben.
Etwa 100 Seiten vor Schluss beginnt das Buch dann vollends abzustürzen: Hier wäre noch ein unerwartetes und reizvolles Ende möglich gewesen. Jedoch beginnen sich jetzt die unwahrscheinlichsten Zufälle zu häufen um schließlich ein bißchen Fräulein Smilla Stimmung kombiniert James Bond Anklängen zu einem unsäglich krampfhaften Schluss zu führen.
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am 11. Dezember 2011
Heinrich Steinfest bezeichnet sein Buch "Der Umfang der Hölle" als Kriminalroman. Damit führt er seine Leser aber total in die Irre, denn das Buch ist alles andere, aber sicher kein Krimi. Darum sind auch die sehr schlechten Bewertungen nachvollziehbar. Ich würde "Der Umfang der Hölle" als eine Art absurder Roadtrip mit Endpunkt Hölle bezeichnen. Eine Art Horrorrtrip à la "Apocalypse Now", der in den Wahnsinn führt. So betrachtet, ist das Buch nicht ganz so schlecht, weshalb 3 Sterne durchaus angezeigt sind.
Sprachlich und stilistisch ist Steinfests Buch zwar sehr gut gemacht, allerdings ist der Plot zu wenig konsequent und zielgerichtet durchgezogen, und im Ergebnis auch etwa 100 Seiten zu lang. Schliesslich verliert sich Steinfest zu stark in Nebengleisen, weshalb nicht erkennbar ist, worauf er eigentlich hinaus will. Am Schluss wird der Leser eher etwas ratlos entlassen.
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am 6. Oktober 2008
Steinfest ist großartig, keine Frage. Selten habe ich so spannende, witzig kurzweilige Romane gelesen.

Aber zweifelsohne ist dies das schwächste Buch von Heinrich Steinfest. Eine immens langweile dahin plätschernde Geschichte, wenig Humor, dafür das permanente Angeben mit Allgemeinwissensfragmenten.

Fazit: Steinfest unbedingt lesen - aber ein anderes Buch vom ihn.
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Dies war mein erstes Buch von Heinrich Steinfest und aus purer Neugier sicher auch nicht das letzte, trotz nicht allzu guter Bewertung.

Zunächst, ca. 100 Seiten, war ich vom Sprachstil begeistert: die Satzkonstruktionen und vor allem die ungewöhnlichen Ideen hinter den Sätzen, die unkonventionellen Aussagen.
Die Hauptfigur ist anfangs auch noch ganz symphatisch, wenn auch etwas exzentrisch, aber das mag ich schon. Auch die Handlung ist zwar nicht spannend, aber nachvollziehbar.

Aber dann beginnt das, was leider allzu häufig als Kunst oder anspruchsvoll verkauft wird: die Handlung wird immer abstruser, die Hauptfiguren haben mit lebenden Menschen nichts mehr gemein, sondern bestehen nur noch aus 2-3 überzogenen Charakterzügen und die sind auch noch durchweg negativ.

Es fällt mir schwer, Büchern zu folgen, in denen nicht ein einziger Charakter symphatisch ist, deren Handlungen und Gedanken mit denen von Menschen nichts mehr gemein haben und nicht einmal der Handlungsverlauf noch spannend ist.

Ja, Herr Steinfest, ich weiß schon, das sie ein Buch über das Böse und seine Bedeutung(slosigkeit)schreiben wollten, aber da bieten sich andere Bücher eher an, wie z.B. die von ihnen ins Feld geführte Bibel.

Das einzige, was mich am Lesen gehalten hat, ist die wirklich virtuose Sprache, die aber leider zum Selbstzweck verkommt.

Vielleicht irre ich mich und das ist wirklich Kunst und große Literatur, aber mir kommt es wie Faulheit des Autors vor, der sich auf erworbenem Ruhm ausruht und sich daher weder die Mühe gibt, seinen Figuren Leben und Tiefe einzuhauchen, noch eine nachvollziehbare Handlung aufbaut.

Um das zu überprüfen und weil ich die Sprache mag, werde ich wohl noch einen Steinfest lesen:-).
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am 29. März 2007
Obwohl ich bis dato ein leidenschaftlicher Steinfest-Fan war, komme ich leider nicht umhin, diese Lektüre als unglaublich anstrengend zu bezeichnen. Als Kriminalroman geht die Story nur mit viel Fantasie und Wohlwollen durch, da ein nennenswerter Spannungsaufbau oder ein echter Fall eigentlich kaum vorhanden ist. Die Geschichte und ihre Protagonisten sind derart verquast, die Gespräche und Philosophiererei so in die Länge gezogen und teilweise einfach nur langweilig, daß man das Buch immer wieder aus der Hand legt. Steinfest ist ein zwar ein brillianter Schreiber, dessen intelligent-sarkastische Sicht auf die Weltund skurrile Figuren mir immer einen Heidenspaß gemacht haben, aber bei diesem Buch muß ich wirklich kapitulieren. Schade!
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am 19. August 2009
Das war nicht mein erster Steinfest - und auch garantiert nicht mein letzter. Die sprachliche Eleganz dieses Krimi-Autors ist ohne Vergleich - da goutiere ich selbst solche Passagen, die der eigentlichen Handlung nur wenige (aber nie unwesentliche!) Facetten hinzufügen. Wer Krimis nur wegen des spannenden Plots liest und hinterher sauber geordneten Beweise und Motive im letzten Kapitel vor Augen geführt haben will, für den ist dieser Roman, der ganz ohne Detektiv und daher auch ohne richtigen Willen zur letztgültigen Aufklärung auskommt, freilich eine besondere Zumutung und Enttäuschung. Dann aber gleich von einer "Aneinanderreihung von unsinnigen Passagen" zu schreiben, heißt freilich die Steinfestsche Dramaturgie des sorgsam konstruierten Zufalls, des Beschreibens von Unwahrscheinlichkeiten, die gleichviel das Salz in der Suppe des Lebens ausmachen, völlig zu verkennen. Ich breche hiermit eine Lanze (gemessen an dem guten halben Dutzend, das ich bisher gelesen habe) für Steinfests vermutlich verstiegendsten und dennoch amüsantesten Roman und bekenne: ich habe mich nach kurzem Einlesen ins erste Kapitel bis zur letzen Seite des Epilogs bestens amüsiert (teile allerdings die Kritik einiger Mitrezensenten am schlampigen Piper-Lektorat! Dafür gibt's aber nur eine Rüge, keinen Punktabzug!).
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am 15. Oktober 2005
Der Umfang der Hölle war eine Qual. Die Geschichte war so dermaßen konstruiert, so unkomisch, unsympathisch, und diese merkwürdige Sexszene im Zug fand ich auch furchteinflößend. Als hätte der Autor alle seine verworfenen schlechten Ideen zu einer schlechten Geschichte zusammengestrickt. Nach "Nervöse Fische" und "Ein sturer Hund" war das eine echte Enttäuschung. Ich schlage eine längere Kreativpause vor!
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am 26. April 2007
"Der Umfang der Hölle" fand für mich vor allem als Leser statt. Ich lese wirklich gerne und viel. Ganz selten lege ich ein Buch endgültig weg. Auch dieser Krimi erhielt drei Chancen, bis ich auf S. 220 von 360 endgültig aufgegeben habe. Weshalb? Die handelnden Personen sind allesamt so unsympathisch, dass es mich einfach nicht mehr interessiert hat, wie das Ganze weitergeht. Ich hatte bis zum Abbruch gehofft, die Ironie, eine Paradoxie, etwas Überraschendes usw. zu finden. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.Die Handlung ist weder überraschend, noch originell, von spannend ganz abgesehen: sie ist nur langweilig. Das ist eindeutig nicht meine Definition von wunderbar und schräg - wie es der Klappentext verspricht.

Es gibt gute Krimis von Heinrich Steinfest, dieser gehört nicht dazu.
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