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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
76
4,3 von 5 Sternen
Tausend kleine Schritte: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:11,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 20. Februar 2012
Steh zu dir und deiner Besonderheit, nenn sie Macke, oder Zwangsneurose, oder Splin, oder wie auch immer. Und mag dich gerade deshalb! Und lass dich lieben, gerade deshalb!
Sei alles, nur nicht durchschnittlich. Du musst dich nicht anpassen, nicht um jeden Preis! Zeig Dich so, wie Du bist und unterdrücke Dein eigenes Wesen nicht durch Bewusstseins verengende oder verändernde Medikamente, Equilizer oder Tranquilizer, vielleicht bist du dann für deine Umwelt erträglicher", aber wo bleibst du dann?
Wer bestimmt, was normal, unnormal oder abnormal ist?
Sei ver-rückt! Wie viele Erfinder, Künstler, Musiker etc.
Mittelmäßig zu sein, ist ein Grund, auch den tollsten Typen in die Wüste zu schicken! Wer will so jemanden haben, im Bett, im Alltag, im Leben?
Ich mag die Botschaft, die in diesem Buch steckt, sehr.
Gerade in der heutigen Zeit, wo jeder zweite eine Psychotherapie macht oder hinter sich hat, und die Therapierten glauben, missionarisch an Nichttherapierten tätig werden zu müssen, ein mutiges Statement, vor allem zu sich selbst.
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am 10. November 2009
Grace Lisa Vandenburg's Leben wird von Zahlen bestimmt. Seit ihrem 8. Lebensjahr zählt sie im wahrsten Sinne des Wortes ALLES. Die Treppenstufen, die Schritte zur Schule, die Bücher im Regal, selbst die Borsten auf der Zahnbürste! Ihre spezielle Vorliebe gilt der 10, der 100, der 1000. Eines Tages im Supermarkt stellt sie an der Kasse mit Schrecken fest, dass sie nur 9 (!) Bananen ausgewählt hat. Schnell stibitzt sie dem hinter ihr stehenden Mann die eine Banane, welche er offensichtlich kaufen wollte. Undenkbar, nur 9 Bananen zu erwerben ... auf dem Parkplatz jedoch stellt er sie zur Rede. Als Grace ihn wenig später im Café wiedersieht und gezwungenermaßen an seinem Tisch Platz nehmen muss, beginnt eine Beziehung, die ihr Leben verändern wird. Denn Seamus Joseph O'Reilly zeigt echtes Interesse und ist bereit sich auf ihre Obsession einzulassen. Ihm zuliebe beginnt Grace eine erneute Therapie, Medikamente und Gruppensitzungen sollen ihr ein Leben ohne Zahlen ermöglichen. Leider läuft aber nicht alles wie geplant ...

Grace hat auf ihrem Nachttisch eine Abbildung von Nicola Tesla stehen, ihrem Helden, der - so wie sie selber - ebenfalls Zwangsneurosen hatte. Es war Tesla, ein Erfinder und Elektro-Ingenieur, der den Wechselstrom nutzbar gemacht hat. Seine besonderen Fähigkeiten haben anscheinend diese Pionierleistung erleichtert. Zwangsneurosen also als positives Merkmal von Individualität? Was wäre gewesen, wenn Tesla heute gelebt hätte? Wäre auch er von den Ärzten therapiert worden? Was hätte dies für seine Arbeit bedeutet? Die Fragen, die sich Grace stellt sind Fragen zu dem was eigentlich normal ist, als normal von der Gesellschaft akzeptiert wird und ob man sich dem Konformitätsdruck beugen muss oder nicht doch seine Obsession ausleben kann.

Obwohl das Thema ernst und sicher das Leben eines Menschen mit Zwangsneurose nicht einfach ist, gelingt es Toni Jordan dennoch die Materie unterhaltsam zu erzählen. Quasi mit einem zwinkernden Auge erzählt sie vom täglichen Leben und den Schwierigkeiten, die durch die Besonderheiten von Grace entstehen. Dies betrifft nicht nur das Einkaufsverhalten sondern auch die Art und Weise wie sie ihren Tag durchplant. Das Leben von Grace ist so locker und leicht beschrieben, dass ich öfters Schmunzeln musste. Zum Beispiel während der Therapiephase von Grace: in den Dialogen spricht nicht die Protagonistin, sondern Gehirn eins und Gehirn zwei an ihrer Stelle. Aufgrund der Medikamente findet eine Art Persönlichkeitsspaltung statt, das Alte ist noch nicht gegangen, zusätzlich kommt ein neues Bewusstsein. Parallel nimmt Grace an Gewicht zu. Ob diese Nebenwirkungen der Realität entsprechen vermag ich natürlich nicht zu sagen, sie sind auf jeden Fall anschaulich beschrieben.

Mein Fazit: eine liebevolle Darstellung vom Leben eines Menschen mit gewissen Eigenheiten. Ein Buch, das zur Toleranz aufruft. Darüber hinaus ein Buch, das einen neuen Blickwinkel auf die Frage wirft, ob wirklich alles therapiert werden muss oder ob manch eine Obsession das Leben nicht vielleicht sogar bereichert. Außerdem ein Buch, das Hoffnung vermittelt. Zuletzt ein Buch über die Liebe, eine Liebe, die nicht aufgibt, sich nicht abschrecken lässt.

Empfehlenswert!

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Ein Textbeispiel von Seite 269, das ursprünglich am 10. November 2009 01:57:05 GMT+01:00 als Kommentar veröffentlicht wurde:

Die meisten Menschen verpassen ihr ganzes Leben, weißt du. Leben heißt nicht, auf einem Berggipfel zu stehen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Leben heißt nicht, am Altar zu warten, oder auf den Augenblick, wenn dein Kind zur Welt kommt, oder das eine Mal, als du im tiefen Wasser geschwommen bist und ein Delphin neben dir herschwamm. Das sind Bruchstücke. Zehn oder zwölf Sandkörner, eingestreut in dein gesamtes Dasein. Aber sie sind nicht dein Leben. Leben heißt Zähne putzen, ein Sandwich belegen, Nachrichten sehen, auf den Bus warten. Einen Spaziergang machen. Jeden Tag passieren tausend winzige Ereignisse, und wenn du nicht aufpasst, wenn du nicht vorsichtig bist, wenn du sie nicht einfängst und dafür sorgst, dass sie zählen, könntest du es verpassen.

Könntest du dein ganzes Leben verpassen.
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am 2. September 2013
Das Buch "Tausend kleine Schritte" von Toni Jordan erzählt die Geschichte von Grace, einer 35 jährigen Frau, die Lehrerin ist, aber aufgrund ihrer Neurosen und Ticks, die sie sich schon im Kindesalter angeeignet hat, ihrem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Ihre Welt sind die Zahlen, sie muss einfach alles zählen. und irgendwann nimmt die Zählerei und ihre Besessenheit nimmt zu. Vor allem die Zahl Nummer 10 hat es ihr angetan. Wenn sie einkaufen geht, kauft sie von allen Sachen genau 10 Teile usw. Zu Beginn dachte ich immer meine Güte, die Frau hat echt Probleme und sie ging mir auch ein bisschen auf die Nerven wenn ich ehrlich sein soll, dann habe ich jedoch nach und nach immer mehr mit ihr sympathisiert und festgestellt, wie schwer ist von den Ticks loszukommen oder ob man sie nicht doch behalten soll ? Denn das ist die große Herausforderung der sich Grace im Laufe des Romans stellen muss. Das Buch ist super geschrieben, hatte es an einem Tag durchgelesen und auch die Nebenfiguren, wie ihre Mutter, Schwester, ihre kleine Nichte und ein geheimnisvoller Mann, namens Seamus geben einem während des Lesens eine Menge Gründe über sein eigenes Leben mal ordentlich nachzudenken. 4 Sterne, deshalb weil das Buch an sich echt gut ist, aber es nicht unbedingt zu meinen Favoriten des Jahres 2013 zählen wird ;)
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am 28. Januar 2016
„Tausend kleine Schritte" vermittelt dem Leser einen Eindruck vom Leben einer Zwangsneurotikerin. Als Außenstehender ist es schwer nachvollziehbar, warum sich ein Mensch scheinbar freiwillig selbst geißelt und in ein derartiges Korsett aus Regeln steckt.
Grace ist eine erwachsene, intelligente Frau, die gefangen in ihren Zwängen das eigentliche Leben vergisst. Es wird deutlich, dass sie aus ihrem eigens geschaffenen Gefängnis ohne fremde Hilfe nicht heraus kommen kann. Seamus schafft es, sie zu einer Therapie zu bewegen, was in diesem Roman aber sehr einfach erscheint. Was oft ein langwieriger Prozess ist, wird im Roman leider etwas“ übers Knie gebrochen“

Das ernste Thema einer psychischen Erkrankung wird durch die vielen witzigen Situationen, in die Grace durch ihre Zwänge gerät, in dem Roman unterhaltsam umgesetzt, ohne die Krankheit ins Lächerliche zu ziehen oder zu verharmlosen. Tausend kleine Schritte ist eine Tragikomödie mit einer zarten Liebesgeschichte um eine sympathische Protagonistin, der man wünscht, den Teufelskreis aus Zwängen und Zählen zu bekämpfen, um endlich frei leben zu können.
Auch wenn ich mir ein anderes Ende für Grace gewünscht hätte, ist "Tausend kleine Schritte" ein Roman der absolut lebenswert ist. Nicht zuletzt weil ich mir beim Lesen immer häufiger die Frage gestellt habe„ Ist normal nicht gleich Norm, gleich Gesellschaftszwang?“
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Dezember 2011
Meine Meinung:

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"Durchschnittlich heißt nicht normal. Durchschnittlich heißt, dass du die Gesamtheit von etwas durch die Anzahl der darin enthaltenen Dingen teilst. Der Durchschnitt kann also durchaus einzigartig sein. "

(S. 254 / Piper Verlag GmbH / München 2009)

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Grace ist alles andere als durchschnittlich. Sie liebt es zu zählen. Sie zählt Buchstaben von Namen (ihrer hat 19), die Borsten von Zahnbürsten, misst ihre Glieder und die Wände ihrer Wohnung. Dadurch (Meinung der Anderen, nicht Graces) kann sie ihre Arbeit als Grundschullehrerin nicht mehr ausüben. Von Autofahren ganz zu schweigen. Aber so kann sie sich wenigstens den ganzen Tag auf ihre Zahlen und ihrem von Zahlen bestimmten Tagesablauf konzentrieren. Bis sie auf Seamus trifft, der ihre Zahlenwelt durcheinanderbringt.

Ich muss zugeben, obwohl ich anfangs meine Bedenken hatte einen Frauenroman zu lesen, der nicht mehr als klischeehafte Figuren und eine überzuckerte Liebesgeschichte zu bieten hat, wurde ich doch schnell eines Besseren belehrt, was vor allem an der sympathischen Protagonistin Grace lag. Sie war keine romantische, naive Superfrau, sondern eine, die nicht auf den Mund gefallen ist, nicht kindgerechte Ausdrücke verwendet und sich sexuell austobte. Das alles machte sie sehr glaubwürdig.

Und dann wären da noch ihre Ticks. Als Leser bekommt man einen guten Einblick in die Psyche einer Zwangsneurotikerin (die sich allerdings eher als individuell sieht, als einer dieser verrückten Händewäscher). Obwohl Graces Alltag mit ihren Ticks und Neurosen oft zu urkomischen Situationen führten, schwang dennoch immer ein etwas tragischer Unterton mit. Denn das Buch bot einiges zum Nachdenken. So warf Jordan die Frage auf, ob es vertretbar ist, sich mithilfe von Pharmazeutika so zu verändern, um sich unserer Norm anzupassen. Damit betritt sie ebenfalls das Gebiet der Toleranz und Akzeptanz. Werden Zwangsneurotiker gleich weniger toleriert, nur weil sie anders sind als es der Norm entsprechend? Und muss man ihnen automatisch mit medizinischen Mitteln helfen? Toni Jordan ist es hier eine gute Balance zwischen Komik und dem ernsten Thema der Zwangsneurose gelungen.

Im Buch stößt man des weiteren auch auf leicht skurrile Menschen und Situationen. Was habe ich gelacht, als sich Graces zwei Gehirne (eine vernünftige Gehirnhälfte und eine neurotische Gehirnhälfte) immer wieder munter unterhalten haben wie ein altes Ehepaar. Ich fand es war eine sehr gelungene und abstrakte Darstellung wie das Hirn funktioniert, wenn Zwangsneurosen unterdrückt werden. Auch Graces Therapiegruppe gab mir immer wieder Gründe zum Schmunzeln, obwohl jeder einzelne eigentlich eine ernstzunehmende Krankheit hatte. Diese kleinen Macken machten Grace und die anderen allerdings sehr sympathisch, auch wenn man sich nur schwer vorstellen kann, wie eingeschränkt das Leben dadurch ist.

Mein Urteil:

Ein sehr schönes Debüt von Toni Jordan, die mit einer guten Balance zwischen Komik und ernsten Themen zu handhaben weiß. Ein Frauenroman, der Tiefe hat und ohne Klischees auskommt.
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am 7. September 2011
"Tausend kleine Schritte" von Toni Jordan ist ein schöne, intelligente Liebesgeschichte und soeben zu einem meiner Lieblingsbücher geworden - obwohl auf der Coverrückseite "Liebeskomödie" steht, was mich normalerweise abschrecken würde...

Aber zuerst kurz zum Inhalt: Grace, 35 Jahre alt, zählt seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit einfach alles. Schritte, Buchstaben, Mohn auf dem Kuchenstück oder Borsten der Zahnbürste. Durch ihre Zwangsstörung kann sie nicht mehr arbeiten und folgt einem strikten Tagesablauf, in dem jede Veränderung ihr Probleme bereitet. Doch dann begegnet sie Seamus, der sich in sie verliebt und ihr Leben so völlig auf den Kopf stellt...

Die Bezeichnung "Liebeskomödie" ist eigentlich schon ganz richtig. Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte, mit allem was dazu gehört: Romantik, Bauchkribbeln, Gänsehaut - ein bisschen Sex. Das Buch ist außerdem auch wirklich witzig. Denn abgesehen von ihrer Zwangsstörung und neben einigen ernsthaften und traurigen Situationen hat die Autorin der Ich-Erzählerin Grace mit ihrer sehr nüchternen Art, die Dinge zu betrachten, oder mit ihrer Besessenheit von dem Wissenschaftler Nikola Tesla einen schönen trockenen Humor mit ein wenig Sarkasmus mitgegeben, sodass man beim Lesen des Öfteren lachen kann.

Trotzdem mag ich die Bezeichnung "Liebeskomödie" nicht, weil dadurch vielleicht der ein oder andere versucht ist, das Buch in einen Topf zu schmeißen mit all den oberflächlichen, dümmlichen Frauenromanen mit Protagonistinnen, die außer ihrem Gewicht, ihren Klamotten und ihrem Bankkonto keine Probleme zu haben scheinen und alles anzicken, was nicht schnell genug wegläuft, und Autorinnen, die immer wieder Bemerkungen einfließen lassen wie "typisch Frau", um dem Leser weiszumachen, er hätte hier keine zickige, oberflächliche Hohlbirne vor Augen, sondern eine ganz normale Frau. Bei solchen Romane, über die man vielleicht lachen soll, die mich aber immer nur wütend machen, denke ich nur zu oft "Herr, lass Hirn regnen!" - und siehe da, ich wurde erhört. "Tausend kleine Schritte" ist nämlich endlich mal ein intelligentes Buch aus der Rubrik "Frauenroman" mit einer intelligenten Protagonistin, die eine echte Zwangsneurose hat und damit immer noch entspannter und liebeswürdiger ist, als der ganze pseudo-neurotisch austickende Einheitsbrei, der einem in Liebesromanen sonst so begegnet und den ich einfach nicht sympathisch finden kann.

Ich bin daher wirklich dankbar für dieses Buch, denn es hat mir gezeigt, dass es im Bücherregal für mich doch noch ein bisschen Bauchkribbeln geben kann. Liebesgeschichten hatte ich nämlich schon beinahe abgeschrieben, weil ich zu selten eine Protagonistin finde, in die ich mich einfühlen kann und die mir am Herzen liegt. Aber diese "Liebeskomödie" hier ist so unglaublich schön und dabei noch klug, kurzweilig, gut geschrieben und unterhaltsam, dass ich sie jedem nur wärmstens empfehlen kann.
Ein ganz tolles Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte.
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am 7. Oktober 2012
Was für ein wunderbares Buch!
Ich wusste und hoffte schon beim Titel und beim Anblick dieses wunderschönen Covers, dass sich hinter diesem recht dünnen Buch eine wunderbare Geschichte verbirgt!
Und tatsächlich: Eine Mischung aus bezaubernder Hommage an Nikola Tesla, eine Auseinandersetzung mit dem Sinn und Unsinn der Psychiatrie und heutigen Methoden der Hilfe, der Zwänge und der Liebe.
Grace Lisa Vandenburg zählt. Alles. Jeden Schritt, jeden Biss, jeden Buchstaben, jede Borste der Zahnbürste, alles wird in Zehnerschritten erledigt: Hausputz, Einkauf, Wäsche. Alles ist unter fester Kontrolle, einzig die Träume um den Erfinder, Magier und Prophet Nicola Tesla, verstorben am 7. Januar 1943, lässt ihr Freiraum. Gibt ihr Kraft, ihre Andersartigkeit im Leben zu vertreten. Aus dem Schuldienst ausgeschlossen wurde der zu Lebzeiten attraktive, serbischen Physiker, diesem Genie der Elektrizität, zum Dreh- und Angelpunkt für Grace. Auch er zählte und wurde missverstanden und von der Bevölkerung als "anormal" behandelt. Aber er hatte Freunde, Kameraden, Forscherkollegen.
So lebt Grace, 35 jährig allein mit ihren Zahlen in einem festgefügten Konstrukt. Bis beim Einkaufen eine Banane fehlt! Sie kann nicht 9 Bananen kaufen, es müssen 10 Bananen sein! Aus Panik entwendet sie dem Einkäufer hinter ihr eine Banane aus dessen Einkaufskorb, und ihre Welt ist wieder in Ordnung! Oder doch nicht?
Seamus O'Reilly (19 Buchstaben!) lässt sich nach einem Bananenklau nicht so leicht abschütteln und verliebt sich. In eine wunderschöne, redegewandte, äusserst witzige und doch so seltsame Grace, die durch ihn das Zählen vergisst und die Kontrolle verliert.
Ein so wunderbares Buch mit einer so intelligenten, witzigen und herzerwärmenden Geschichte findet man nur ganz selten im Leben!
Ich habe jeden Satz geliebt, mitgefiebert, mitgezählt. Ist es wirklich so wichtig in dieser Gesellschaft, in der wir leben, nicht anders zu sein?
Muss wirklich jeder Mensch mit seltsamen Zwängen behandelt werden bis zur Bewusstlosigkeit?
Muss jeder Mensch dem Durchschnitt entsprechen? Ist der Durchschnitt "normal"? Oder ist das Leben nicht doch eher ein Blumenstrauss? Mit dornigen Anteilen und Blüten, die sich zu unterschiedlichen Zeiten öffnen und verblühen?
Ich wünsche der australischen Autorin Toni Jordan viele weitere Leser für dieses wunderbare Buch, auf dass Nicola Tesla, dessen Erfindungen fester Bestandteil unseres "normalen" Lebens sind, niemals sterben wird!
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am 16. Dezember 2012
Grace mag Zahlen seit ihrem achten Lebensjahr und zählt alles, ihre Schritte, ihre Kaubewegungen, Treppen und Menschen. Erst nach und nach merkt der Leser, dass Grace nicht zählt, wei, es Spass macht, sondern dass es zwanghaft ist, dass sie keine neun Bananen kaufen kann sondern dass es immer zehn sein müssen, dass sie nicht normal essen kann sondern sie ihr Essen genau abzählt und auch sie auch jeden Bissen genau abgezählt kauen muss. Dann lernt sie Seamus kennen, er verliebt sich in sie und will ihr helfen.
Das Buch schafft es das Thema in einem lockeren, lustig und optimistischen Ton anzugehen und verdeutlicht trotzdem den Ernst und die Probleme die so ein Zwang mit sich bringt.
Tausend kleine Schritte ist ein Buch das sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.
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am 2. Januar 2012
"...Unser Leben wäre bedeutungslos. Ohne das Zählen wäre unser Leben nicht messbar. Nicht geachtet. Nicht wertvoll."

Das ist das Credo von Grace Lisa Vandenburg. Sie ist 36 und zählt, seit dem sie 8 Jahre alt, ist einfach alles: Schritte, Silben, Bissen und alles Andere um sie herum. Sie ist intelligent und warmherzig. Nachdem aber ihre heile Welt früh durch einen Schicksalsschlag aus den Fugen geraten ist, ist sie überfordert und orientierungslos, wenn sie ihr Umfeld nicht kalkulieren kann. Durch diese Zwangsneurose kann sie nicht mehr als Lehrerin arbeiten. In ihrem Leben zählt alles und wird dadurch berechenbar. Zählen bringt Struktur und Ordnung und gibt Grace Halt. Alles ist durch eine mathematische Formel verbunden; so addiert, misst und nimmt sie Zeit bei Allem in ihrer Umgebung und führt darüber kuriose Listen. Nur mit der Liebe zu dem "Bananenmann", zu Seamus Joseph O`Reilly, hat sie nicht gerechnet. Seamus bringt einfach alles durcheinander. Behutsam voll echtem Interesse und schließlich unnachgiebiger Liebe nähert er sich Grace, bis diese ihr neues Ich - die mutige Seite, die ungestüm beim Sex und voller faszinierender Erotik ist - an sich entdeckt. Herzensgut stellt er sich den Panikattacken von Grace. Er bringt ihr Verständnis entgegen und hilft ihr, das gewohnte Programm mit Zählritualen zu unterstützen, steht ihr zur Seite, als sie versucht, dieses zu durchbrechen, und ist für Sie da, als sie gänzlich die Kontrolle verliert.

Mich hat diese ideenreiche und zu Herzen gehende Liebesgeschichte sehr berührt. In einer Gesellschaft, in der Menschen mit Neurosen schnell als merkwürdig oder gar verrückt abgetan werden, ist dieser einzigartige Roman eine Fürsprache für menschliche Macken und mehr Toleranz. Darüber hinaus hat Toni Jordan wortwitzig und voller frechem Humor "die Geschichte einer Irren und eines Iren" mit gefühlvollen Botschaften versehen, die beim Lesen eine Gänsehaut erzeugen.

Das Buch zählt 272 Seiten - beseelte Seiten eines bezaubernden Buches, das beim Lesen bereits glücklich macht. Denn vergiss nicht: "Jeden Tag passieren tausend wichtige Ereignisse, und wenn du nicht aufpasst, wenn du nicht vorsichtig bist, wenn du sie nicht einfängst und dafür sorgst, dass sie zählen, könntest du dein Leben verpassen."
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am 16. März 2012
Ganz ehrlich? Nachdem ich die ersten drei Seiten gelesen hatte, war ich versucht, das Buch einfach beiseite zu legen und nicht weiter zu lesen. Ich dachte, "was soll diese ewige Zählerei, und die genaue Beschreibung dessen, was alles gezählt werden kann". Ich wollte nicht ein ganzes Buch darüber lesen. Wie gut, dass ich doch weiter gelesen hatte. Der Leser wird auf ergreifende Weise in die ganz eigene Sichtweise der Protagonistin auf das Leben und die Welt hineingezogen und erlebt mit, wie diese "Macke" des ewigen, alles zählen und in ein Dezimalsystem einfügen zu wollen (um das Leben unter Kontrolle zu halten) zunächst bekämpft wird mit Medikamenten und Verhaltenstherapie, dann jedoch ein viel besserer und möglicher Weg gefunden wird, damit zu leben. Dieser Weg ist deshalb besser, weil die "kranke" Protagonistin dabei nicht zu viel von Ihrer Persönlichkeit verliert und Ihre Eigenheiten, die sie selbst und auch Andere gerne haben, behalten kann. In diesem individuellen Fall ist die Krankheit immer noch besser als die Heilung durch Medikamente. Hier wurde ein individueller Weg gefunden, das Leben trotz mancher Einschränkung durch die Zählerei zu lieben, zu genießen und mit Humor zu gestalten. Der Weg dorthin wird ergreifend beschrieben. Der Leser erfährt alles über den psychischen Zustand und die sich daraus ergebenden Umstände und Ereignisse im Leben der Protagonistin. Sehr interessant und spanndend.
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