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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
15
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am 29. Juli 1999
Der bekannte und geschätzte Psychologe Watzlawick versammelt in diesem Buch Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen, von Psychiatrie oder Neurophysiologie bis Mathematik. Dabei muß man keineswegs zurückschrecken, im Glauben, man könne dieses Buch nur nach einem Studium von mehreren Jahrzehnten in den unterschiedlichen Fachrichtungen verstehen. Wer einmal etwas von Watzlawick gelesen hat, weiß, daß er dem Leser immer sehr kunstvoll und amüsant auch kompliziertere Sachverhalte nahe bringen kann. Auch die anderen Autoren haben das zum Ziel. Sicher wird der eine oder ander Leser auch erstaunt feststellen,daß er Gedankengänge des Faches xy sehr interessant findet, sich aber bisher nie nah an dieses Wissensgebiet "herangetraut" hat. Mit diesem Buch verliert man leicht die Scheu vor den "GROSSEN Wissenschaften" und kann sich einfach nur an den faszinierenden Gedankengängen (mit)erfreuen, die übrigens auch durchaus alltagstauglich sind! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Ich kann die kritischen Stimmen zum Buch sehr gut verstehen. Phasenweise wird tatsächlich relativ viel theoretischer Lärm um verhältnismäßig wenige und schlichte Gedankengänge gemacht. Jedoch macht das oftmals insofern Sinn, als ein Leser umgekehrt wenig mitnehmen würde, wenn zu viel Weisheit auf zu wenig Raum komprimiert würde. Mir wurde dies vor allem bewusst, als ich vor einigen Monaten "Schlüsselwerke zum Konstruktivismus" von Bernhard Pörksen las. Welches zentrale Werke zur Thematik zusammenzufassen versucht (vgl. bei Interesse meine dortige Rezension). Aber gerade durch die knappe und kurze Besprechung eines Gedankens bleibt dieser weniger haften, als wenn man den gleichen Gedanken mit vielen Worten umschreibt und zahlreichen Beispielen belegt.

Es sind jedoch sehr verschiedene Autoren zugange gewesen. Und so gibt es auch zwangsläufig schwierigere, fachbegrifflastigere Strecken und das genaue Gegenteil davon. Um ein persönliches Highlight für mich zu nennen, enthält das Buch etwa "Gesund in kranker Umgebung" von David L. Rosenhan. Der darin beschriebene (und als Rosenhan-Experiment bekannte) Versuch dreht sich um die Wahrnehmung von Fachleuten in der Psychiatrie. Es geht hier praktisch zu und wird auch mit völlig verständlichen Worten etwas beschrieben, was auch heute noch absolut von Relevanz ist. Denn so gerne man das auch (vor allem in der Fachwelt) wollte, sind auch Fachleute nicht vor Wahrnehmungsfehlern gewahrt. Da es sich eben auch nur um Menschen handelt.

Gerade in Bezug auf Psychiatrie glauben viele Menschen, es müsse sich um eine sehr exakte Wissenschaft handeln. Schließlich sei Psychiatrie ein Teilzweig der Medizin. Immerhin werden in der Psychiatrie EKG- und EEG-Messungen gemacht, Blut abgenommen und so weiter und so fort. Wodurch man (irrtümlich) glauben könnte, psychiatrische Diagnosen müssten auf einer besonders stabilen (da objektiven) Basis stehen. Das trifft jedoch nicht zu. Da weder Manien noch Depressionen oder Psychosen irgendwie mit Messgeräten oder anderen objektiven Methoden nachweisbar sind. Sondern allein im Auge des Betrachters liegen.

Genauso wie der (genannte) Beitrag Rosenhans haben auch alle anderen Ansätze bis heute insofern noch Bedeutung, als zeitlose Denkanstösse und Themen besprochen werden. Von vielen Fachleuten würde ich mir wünschen, dass sie sich auf die systemischen und konstruktivistischen Gedanken von Herrn Watzlawick zurückbesinnen würden. Wobei dies ein anderes Thema ist. Weil sich "Die erfundene Wirklichkeit" an eine breitere Leserschaft (als nur Fachkräfte) richtet und es zudem ein Sammelband aus verschiedenen Autoren ist. Und keine Watzlawickmonographie.

Was ich an älteren Büchern immer als extrem angenehm empfinde ist, dass man beim Lesen oftmals bemerkt, dass den Autoren vollkommen klar ist, dass sie ihrer Zeit und den meisten Zeitgenossen deutlich voraus sind. Dadurch wird eine Atmosphäre des Feuers und Euphorie für ein Thema spürbar. Was den Leser (wie eine begeisternde Rednerin) in den Bann zieht und die Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Manche Autoren (wie Francisco Varela) nutzen in ihren Beiträgen zudem Bilder, was die Vermittlung der Gedanken erleichtert und den Text etwas auflockert.

Unterm Strich bleibt ein angenehmes Grundlagenwerk zum Konstruktivismus, dass hinlänglich Lesbarkeit und Aufbereitung manch aktuellere Publikation zum Thema Konstruktivismus mit Sicherheit toppt.
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HALL OF FAMEam 2. März 2006
°
´Die erfundene Wirklichkeit´ ist eine Aufsatzsammlung mit Beiträgen verschiedener Autoren zum Konstruktivismus. Watzlawick hat zwar auch zwei Geschichten geschrieben, doch fungiert er in erster Linie als Herausgeber und somit kann man dieses Buch nur schlecht mit ´seinen´ Büchern vergleichen und ihm auch nur bedingt den zwangsläufig fehlenden ´roten Faden´ ankreiden. Thema ist weder das was wir wissen, noch das wie wir wissen, sondern vielmehr die Überzeugungen bezüglich dessen, dass es sich beim Erkannten um einen Teil der Wirklichkeit handelt und sich diejenigen Entdecker oder Forscher insofern irren, als sie ´glauben´ es wäre die Wirklichkeit. Kurz, der blinde Fleck unbewusster Vorannahmen in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft wird ein wenig erhellt. Ein wenig deshalb, weil sicher nicht alle der Aufsätze gleich tief und umfassend sind. Stellenweise scheint manches schon wie selbstbeweihräucherndes Geplänkel und das ein oder andere Spielchen mit Logik und Paradoxien gaukelt gelegentlich mehr vor als es ist. Insofern kann ich manche bisherige Kritik nachvollziehen, da sind wohl die einzelnen Autoren stringenter in ihren eigenen Büchern. Dennoch 4 Sterne für einen facettenreichen Einblick in konstruktivistische Perspektiven, wenn auch manches aus anderen Büchern (von Watzlawick & Co.) schon bekannt ist.
Die Autoren im Überblick:
Ernst von Glaserfeld, Heinz von Foerster, Rupert Riedl, Paul Watzlawick, David L. Rosenhan, Rolf Breuer, Jon Elster, Gabriel Stolzenberg, Francisco Varela,
~
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am 26. November 2010
'Die erfundene Wirklichkeit' fasst Beiträge aus den Bereichen Biologie, Physik, Mathematik, Literatur, Psychologie und anderen Disziplinen zum nicht allzu klar definierten Gedankengebäude des Konstruktivismus zusammen.
Ausnahmslos alle enthalten überaus interessante Ideen und Ansätze. Auch wenn sich dem (nicht in dieser Richtung vorgebildeten) Leser kein völlig klares Bild der Idee erschließt, ahnt man doch die weitreichenden Implikationen auf Natur- und Geistestwissenschaften.
Umso bedauerlicher dass die Form um einiges hinter dem Inhalt zurückbleibt.
Dies beginnt mit der etwas arg unstrukturierten Zusammenstellung. Alle Aspekte sind sicher interessant, aber völlig ohne Stringenz und roten Faden nebeneinander gestellt (der verbindende Kommentar von Watzlawick versöhnt etwas) ergibt sich kein klares Bild.
Auch die Qualität der einzelnen Beiträge schwankt stark. Allen gemeinsam ist allerdings ein Hang zu unnötig komplexer Darstellung auch teils trivialer Sachverhalte. Zuweilen scheint sich der jeweilige Autor so sehr in seiner eigenen Eloquenz verheddert zu haben, dass das Wesentliche geradezu verschleiert wird. Als Beispiel sei der Beitrag von Gabriel Stolzenberg genannt, dem sich nur mit viel Mühe entnehmen lässt, worauf der Autor hinauswollte. Auch nach mehrmaligem genauem Lesen bin ich mir nicht sicher, ob sein eigentlich nicht allzu kompliziertes Beispiel aus der Mathematik, an dem er seine Gedankengänge entwickelt, diese auch wirklich stützt. Ich will es nicht in Abrede stellen, aber einer etwas eingehenderen Erläuterung seines Beispiels einige Seiten zu widmen statt es in einer kurzen Anmerkung abzuhandeln hätte der Verständlichkeit keinen Abbruch getan.
Auch scheint vieles nicht hinreichend abstrahiert und zu Ende gedacht.
So erwähnt Watzlawick in seinem Vorwort einen Versuch, in dessen Verlauf Studenten vermeintliche Gesetzmäßigkeiten in zufälligen Zahlenreihen entdeckten und führt dies als Beispiel einer Konstruktion an. Innerhalb des gegebenen Rahmens ist das Ergebnis wenig verblüffend, steckte die Konstruktion in diesem Fall doch bereits in der Aufgabenstellung. Bei längerer Fortsetzung des Versuchs hätten sich mit Sicherheit Zweifel an der Korrektheit der 'erkannten' Gesetzmäßigkeit eingestellt. Was hier zu überwinden war, war in erster Linie nicht ein genetisch aufgeprägter Hang zum Konstruieren, sondern das Vertrauen in die Person des Versuchsleiters und in das Wesen des Versuchs selbst.
Demselben Phänomen ist meiner Meinung nach auch die geschilderte Unfähigkeit von Ärzten geschuldet, mit vorgeblichen Symptomen in eine Nervenklinik eingelieferte gesunde Patienten zu entlarven. Wer fegt schon Symptome wie das Vernehmen von nicht existenten Stimmen einfach weg, wenn der vermeintliche Patient ein paar Tage beschwerdefrei zu sein scheint (damit sei nichts über die evtl. mangelhafte Qualität der Pflege ausgesagt, aber das ist in diesem Kontext nicht der springende Punkt).
Auch die nicht ganz unwesentliche Abgrenzung von radikalem Konstruktivismus und (dem doch sehr nahe liegenden) Solipsismus ist meiner Meinung nach nicht wirklich gelungen. Heinz von Foerster führt in seinem Beitrag die angenommene Existenz von autonomen Lebewesen als abgrenzende Eigenschaft an. Zum solipsistischen Standpunkt scheint sich für mich aber kein Widerspruch zu ergeben.
Postuliere ich die Existenz eines Gegenübers, mit dem auch eine Kommunikation möglich ist, bricht der radikale Ansatz eigentlich sofort zusammen. Können ein Gegenüber und ich unabhängig voneinander Aspekte der 'Wirklichkeit' auf die gleiche Weise erkennen, wie z.B. die Rundheit und Gelbheit eines Apfels, so liefert dies ein eindeutiges Indiz auf das Vorhandensein einer vom Beobachter unabhängigen Wirklichkeit. Unbestritten sei, dass die wahrgenommenen Aspekte dieser Wirklichkeit zweifellos unvollständig und interpretiert, und bis zu einem gewissen Grad auch konstruiert sind. Aber DASS eine Wirklichkeit existiert, die wenn auch unvollständig und verfälscht von beiden Beobachtern erfasst wird, scheint mir evident.
Nichtsdestotrotz eine faszinierende Lektüre, und hervorragend der Beitrag von Watzlawick selbst. Massives Manko allerdings die Form, daher nur 3 Sterne.
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am 20. Juni 2013
Nach seinem Renner "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" (1976) legte Paul Watzlawick fünf Jahre später nach und gab diesen Sammelband mit Aufsätzen verschiedener Autoren heraus, denen er zwei eigene und einen kommentierenden Epilog hinzufügte. Nach der ersten Frage, die am Inhalte des Buches gemessen besser "Wie wirklich oder trefflich ist je meine Wirklichkeitsauffassung?" betitelt worden wäre, steht auch hier die Frage im Vordergrunde, wie die Wirklichkeitsdeutung oder -auffassung das Produkt eigener Prophezeiung, eigener Zurechtlegung, übernommener Ideologie und einseitiger oder voreingenommener Untersuchung wird. Der beste oder trefflichste Satz hierzu stammt von Jean Piaget: "L'intelligence (...) organise le monde en organisant elle-même" = "Die Intelligenz organisiert die Welt, indem sie sich organisiert". Dies lässt offen, woran die Intelligenz (was ist das genau?) sich derweil des Sich-Organisierens hält oder orientiert? Und inwieweit hier der Name 'Welt' (alias 'monde') das Selbe nenne wie das 'Sein' oder die 'Wirklichkeit', wird leider nicht diskutiert. Auch die Begrenztheit des Spektrums der Sinne und des Prüf- und Urteilsvermögens des Menschen (wie etwa in Thomas Metzingers "Der Ego-Tunnel", Berlin 2009, oder Manfred Spitzers "Lernen", Heidelberg 2006) werden hierbei nicht hinreichend thematisiert.
Das zeigt die Schwäche dieses dennoch durchaus spannenden und lesenswerten Buches: Obwohl das Erfinden der (erlebten) Wirklichkeit zweifellos ist und überzeugend dargestellt wird, bleibt die wissenschaftstheoretische Grundfrage unerörtert. Muss jede Wirklichkeitsdeutung die Annahme einer Wirklichkeit außerhalb aller Deutung in Gänze ausschließen? Ist der Gedanke einer Wirklichkeit an sich wirklich (!) nur die Folge unseres fehlerhaften Kausaldenkens? Und wie kommt es, dass der Mensch seine erlebte Wirklichheitsumgebung so lieb gewinnen kann wie ihm Heimat gewährende Waarheit, dass er weint, wenn er sie durch Naturkatastrophe, Flucht oder Vertreibung verliert? Wie ist eine Annäherung an das Seiende-an-sich möglich, wenn sie denn möglich ist?
Die spannenden Fragen bleiben; die Literatur hat noch ein weites unbegangenes Land vor sich.
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am 24. November 2000
Dadurch das Watzlawick viele Gleich- und Ähnlichdenkende zu Wort kommen lässt, kommt nicht das Gefühl auf, einen subjektiven Erfahrungsbericht zu lesen. Dieses Buch hat bei mir und philosophierenden Kollegen eine Welle von Ereignissen ausgelöst. Da der Konstruktivismus, die einzige Philosophie ist, die radikal alles und somit auch sich selbst in Frage stellt, macht sie den größten Teil meines Weltbilds aus. Watzlawik hat es geschafft, Exzerpte zusammenzutragen, die auch dem vorerst Nicht-Konstruktivisten die beschriebene Denkweise näherbringen können. An Beispielen wird sogar dem ungebildetsten Nichtphilosophen klar, was vermittelt werden will.
FAZIT: Das beste was ich je gelesen habe. Ich habe es schon mehrmals verschenkt und empfehle es JEDEM weiter!
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Ich kann die kritischen Stimmen zum Buch sehr gut verstehen. Phasenweise wird tatsächlich relativ viel theoretischer Lärm um verhältnismäßig wenige und schlichte Gedankengänge gemacht. Jedoch macht das oftmals insofern Sinn, als ein Leser umgekehrt wenig mitnehmen würde, wenn zu viel Weisheit auf zu wenig Raum komprimiert würde. Mir wurde dies vor allem bewusst, als ich vor einigen Monaten "Schlüsselwerke zum Konstruktivismus" von Bernhard Pörksen las. Welches zentrale Werke zur Thematik zusammenzufassen versucht (vgl. bei Interesse meine dortige Rezension). Aber gerade durch die knappe und kurze Besprechung eines Gedankens bleibt dieser weniger haften, als wenn man den gleichen Gedanken mit vielen Worten umschreibt und zahlreichen Beispielen belegt.

Es sind jedoch sehr verschiedene Autoren zugange gewesen. Und so gibt es auch zwangsläufig schwierigere, fachbegrifflastigere Strecken und das genaue Gegenteil davon. Um ein persönliches Highlight für mich zu nennen, enthält das Buch etwa "Gesund in kranker Umgebung" von David L. Rosenhan. Der darin beschriebene (und als Rosenhan-Experiment bekannte) Versuch dreht sich um die Wahrnehmung von Fachleuten in der Psychiatrie. Es geht hier praktisch zu und wird auch mit völlig verständlichen Worten etwas beschrieben, was auch heute noch absolut von Relevanz ist. Denn so gerne man das auch (vor allem in der Fachwelt) wollte, sind auch Fachleute nicht vor Wahrnehmungsfehlern gewahrt. Da es sich eben auch nur um Menschen handelt.

Gerade in Bezug auf Psychiatrie glauben viele Menschen, es müsse sich um eine sehr exakte Wissenschaft handeln. Schließlich sei Psychiatrie ein Teilzweig der Medizin. Immerhin werden in der Psychiatrie EKG- und EEG-Messungen gemacht, Blut abgenommen und so weiter und so fort. Wodurch man (irrtümlich) glauben könnte, psychiatrische Diagnosen müssten auf einer besonders stabilen (da objektiven) Basis stehen. Das trifft jedoch nicht zu. Da weder Manien noch Depressionen oder Psychosen irgendwie mit Messgeräten oder anderen objektiven Methoden nachweisbar sind. Sondern allein im Auge des Betrachters liegen.

Genauso wie der (genannte) Beitrag Rosenhans haben auch alle anderen Ansätze bis heute insofern noch Bedeutung, als zeitlose Denkanstösse und Themen besprochen werden. Von vielen Fachleuten würde ich mir wünschen, dass sie sich auf die systemischen und konstruktivistischen Gedanken von Herrn Watzlawick zurückbesinnen würden. Wobei dies ein anderes Thema ist. Weil sich "Die erfundene Wirklichkeit" an eine breitere Leserschaft (als nur Fachkräfte) richtet und es zudem ein Sammelband aus verschiedenen Autoren ist. Und keine Watzlawickmonographie.

Was ich an älteren Büchern immer als extrem angenehm empfinde ist, dass man beim Lesen oftmals bemerkt, dass den Autoren vollkommen klar ist, dass sie ihrer Zeit und den meisten Zeitgenossen deutlich voraus sind. Dadurch wird eine Atmosphäre des Feuers und Euphorie für ein Thema spürbar. Was den Leser (wie eine begeisternde Rednerin) in den Bann zieht und die Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Manche Autoren (wie Francisco Varela) nutzen in ihren Beiträgen zudem Bilder, was die Vermittlung der Gedanken erleichtert und den Text etwas auflockert.

Unterm Strich bleibt ein angenehmes Grundlagenwerk zum Konstruktivismus, dass hinlänglich Lesbarkeit und Aufbereitung manch aktuellere Publikation zum Thema Konstruktivismus mit Sicherheit toppt.
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am 8. November 2003
Das Buch ist nur eine Aneinanderreihung verschiedener Texte anderer Autoren. Die Texte sind von mittlerer bis schwacher Qualität. Man merkt, dass die sowohl Natur- als auch Geisteswissenschaftler das Thema kaum richtig erfassen und daher in ihren Darstellungen krampfhaft mit Worten darum kämpfen, in den Kern des Themas einzudringen. Dies gelingt den wenigsten. Meist sind es platte triviale Spielereien mit Logik oder ein an Selbstverliebtheit nicht zu übertreffender Schwall. Dem Herausgeber gelingt es nicht, die verschiedenen halbfertigen Denkansätze der zahlreichen Autoren durch die wenigen eigenen Beiträte zu retten oder zu ein Ganzes zusammen zufügen. Das Thema ist offensichtlich noch nicht zu Ende gedacht. Kein typischer "Watzlawick". Leider nur Standard-Fachliteratur ohne besonderer Erkenntniskraft.
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am 26. August 2002
In diesem Buch wird eine gute Einführung in den Konstruktivismus geboten. Man mag mit den Ideen des Konstruktivismus konform gehen oder nicht, aber an diesem sehr interdisziplinär angelegten Denkansatz kommt man derzeit nicht vorbei, wenn man an Philosophie oder den modernen Wissenschaften interessiert ist.
In mehreren Essays von div. Autoren aus den unterschiedlichsten Fachbereichen (von Physik, Psychologie, Mathematik etc.), wird der Denkansatz des Konstruktivismus auf eine einfache und für jeden verständliche Art und Weise dargelegt.
Ein Buch mit dem man sich auseinandersetzen sollte.
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am 2. August 2003
wer einen "typischen watzlawick" erwartet (gut lesbar und klare beispiele) wird wohl eher entäuscht sein. Mir sind die Haare zu Berge gestanden, wie die einzelnen Autoren zum Teil mit uralten Kamellen auftauchen, die lang ad-acta gelegt sind ("lügende Kreter"). auch das überschaubare technische verständnis (Rückbezüglichkeit und Regelkreise) war eher demotivierend. Insgesamt für eine interessante Idee leider nur eine lasche Argumentation.
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