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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
22
4,5 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 6. Februar 2016
Der Name fällt bereits im ersten Semester und ist im gesamten Soziologiestudium nicht mehr wegzudenken: Erving Goffman.
Man kommt absolut nicht daran vorbei, etwas von ihm gelesen zu haben.
Nachdem ich bereits einige Texte von Goffman in Seminaren laß, entschied ich mich eines seiner bekanntesten Werken zu kaufen.
Neben vielen anderen soziologischen, oftmals sehr komplexen, abstrakten und theoretischen Texten, ist dieses Buch von Goffman definitiv einfacher zu lesen, als die gängigen Soziologen - Texte.
Das mag wahrscheinlich auch an den situationsbedingten Beispielen liegen, die Goffman in dem Buch erwähnt, in denen man sich sehr schnell wiederfindet und die das Buch zu einem kleinen Wink mit dem Zaunpfahl werden lassen...
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am 27. April 2017
Goffman neigt dazu sehr viele und sehr ausführliche Beispiele zu geben. Das wird ihm oft als Kritik ausgelegt... aber auf diese Weise versteht jeder, auch nicht Soziologen, was er meint.
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am 7. März 2009
"Wir alle spielen Theater" ist und bleibt m.E. einer der wichtigsten und zugleich auch schönsten Klassiker der Soziologie und Sozialpsychologie. Der Leser wird auf sehr eingängige und unterhaltsame Weise (daher auch als Geschenk gut geeignet) in die soziologische Rollentheorie eingeführt. Über das Konzept der sozialen Rolle lassen sich die Grundlagen sozialwissenschaftlichen Denkens sehr gut erschließen. Schließlich sind die Rollen, die wir in unserem Leben einnehmen, eines wenn nicht das wichtigste Scharnier zwischen sozialen Systemen und den darin handelnden Akteuren. Das Buch ist dabei nicht allein von "theoretischem", sondern auch von höchst praktischem Nutzen, hilft es doch zuweilen das eigene oder das manchmal seltsam anmutende Verhalten unserer Mitmenschen besser zu verstehen und manch ärgerliche Situation künftig nur noch mit einem verstehenden Schmunzeln zu betrachten.

Zu empfehlen sei an dieser Stelle auch das Buch von Berger/Luckmann: "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit"
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Wir spielen zwar nicht alle Theater, aber wir führen oft ein Schauspiel auf, und sei es auch nur, dass wir einen Text aufsagen, den wir uns zurechtgelegt haben, oder schlicht eine Maske aufsetzen.
So wie man in der Physiologie etliche Strukturen, z.B. des Nervensystems, erst sichtbar machen kann, wenn man eine bestimmte Färbe-Methode wählt (während durch eine andere wiederum Anderes sichtbar wird), so setzt man mit Goffmans Werk eine gefärbte Brille auf, mit der etliches plötzlich sehr sichtbar wird.
Es gibt offenbar große Analogien zwischen Bühnenkunst und menschlichem Miteinander. Es gibt Masken, Rollen, Bühnen, Ensembles, Schauspieler und Zuschauer, getaktete Einsätze und unerwünschtes Aus-der-Rolle-Fallen. Vieles wird klarer, wenn man das menschliche Miteinander einmal unter diesem Aspekt deutet und damit zumindest teilweise versteht.
Aber wodurch kommt diese starke Analogie zustande? Eine Erklärung wäre, dass jede menschliche Äußerung, alles was gesprochen wird, alles was probe-gesprochen wird (also unsere Gedanken) mitsamt unserer Gefühle (die nichts als kurzgefasstes und zusammengefasstes Denken sind), eine "politische" Dimension hat. Wir reden, denken, fühlen nicht nur "wegen" sondern vor allem "um-zu". Und dies geschieht nicht nur, oder fast nie, auf dem "geraden" Wege, sondern immer fort durch die Kunst der Verstellung, des Charmes, der Diplomatie - und des Schauspiels.
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am 30. September 2012
Dieses Buch ist unter Soziologen ein "Must-Have". Niemand kommt als Soziologie-Student um Erving Goffman herum. Vor allem die Medienwissenschaften entdecken ihn zur Zeit neu, denn in Zeiten von Facebook, Xing, LinkedIn, MySpca, Google+ und und und spielt die Selbstdarstellung und damit verbunden die Eindruckskontrolle (Goffman nennt dies "Impression Management") im Alltag eine herausragende Bedeutung. Die heutige Gesellschaft wird Risikogesellschaft, Spassgesellschaft oder auch Konsumgesellschaft genannt. Für mich und für Goffman ist sie eine "Inszenierungsgesellschaft". Jeder und jede erzählt alles auf Facebook. Natürlich rückt man sich und seine Fotos die man uploadet "ins rechte Licht". Wie auch immer: Web 2.0 und das Internet sind Inszenierungs- und Selbstdarstellungsagenturen par excellence... Erving Goffman - Ein Klassiker kann so ganz neu gelesen werden. Seine Theorieansätze sind für die Medienwissenschaft und die "Neuen Medien" durchaus fruchtbar.

Aber auch sonst ist Erving GOffman ein Klassiker schlechthin (obwohl ihm das lange aberkannt wurde - Es wurde ihm vorgeowrfen ein Schriftsteller, ja ein Geschichtenerz7ähler zu sein. Bis zu einem gewissen Grad ist er das auch. Seine Berichte und Aufsätze sind sehr spannend zum lesen, ja sogar richtiggehend amüsant). Kurz: Es handelt sich beim Autor des Buches um einen soziologischen Klassiker der zweiten Generation. Er gehört zum Lehrkanon aller Universitäten und wie ich bereits gesagt habe, er gehört zum Pflichtprogramm für jeden Soziologen.

Im Kern geht es Goffman um die sozialen Interaktionsordnungen, also wie sich Menschen in der Gegenwart anderer Menschen verhalten und sich gegenseitig beeinflussen. Menschen konstruieren jedesmal wenn sie aufeinandertreffen eine Situation, in dem sie sich darstellen. In dem sich die Menschen darstellen, erkennen sie ihre sozialen Rollen und die Situation. Ich stelle mich hier als Rezensionsschreiber an. Weil ich hier einen Kommentar poste, "lesen" sie die Situation auch als Rezension. Ich spiele meine soziale Rolle und Sie erkennen mich. Goffman geht nun davon aus, dass sich die sozialen Akteure inszenieren und selbst darstellen. Das tue ich hier auch. Ich versuche mich von der besten Seite zu zeigen, achte auf die Grammatik und schreibe keine beleidigenden Dinge. Somit sind wir auch beim Kernargument des Werkes: Die Menschen stellen sich im Alltag in Szene: Sie spielen Theater. Als Schüler, Lehrer, Mutter, Verkäufer, Ehemann: Immer spielt man auf verschiedenen Bühnen. Der Akteur stellt sich im Alltag selbst dar und er versucht sich dabei ins rechte Licht zu rücken. Er setzt sich eine Maske auf: So wie er sein möchte zeigt der Mensch sich, nicht so wie er tatsächlich ist. Der Eindruck den andere Menschen von einem Akteur haben wird kontrolliert. Dies nennt Erving Goffman "Impression Management". Dies ist dann auch das Wichtigste Kernargument des Werkes: Die Selbstdarstellung der Menschen zwecks Eindruckkontrolle.

Aber das Buch bietet viel mehr! Es zeigt neben den verschiedenen Techniken der Darstellungen auch Teamarbeit auf oder wie sich Spezialrollen entwickeln. Das Buch ist ein Standardwerk, nicht nur für Soziologen zu empfehlen! Das Buch ist auch für Laien leicht verständlich und gut/einfach zu lesen. Da sich alle Menschen selbst inszenieren (ja auch Sie, ja genau Sie! Auch Sie putzen Morgens die Zähne, kaufen Kleidung die Ihnen gefällt, etc.! Auch Sie inszenieren sich!)ist das Buch auch für alle Menschen zu empfehlen ;-)

Nein, im ernst: Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Auch als Nichtsoziologen! Auch die anderen Werke von Erving Goffman sind meiner Meinung nach grandios, insbesondere: Asyle: Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen (1961), Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. (1963, Interaktion und Geschlecht (1994) sowie Das Individuum im öffentlichen Austausch: Mikrostudien zur öffentlichen Ordnung (1971).

Das Buch ist also uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die sich mit dem alltäglichen Leben befassen müssen/wollen/dürfen. Auch für Nichtsoziologen!
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am 20. Februar 2000
Diese Arbeit dürfte der beste Einstieg in die Goffman'sche Denkweise sein. Goffman zeigt auf wie das Individuum versucht sich in der Interaktion darzustellen und sich vor den alltäglichen Bedrohungen seines Selbst durch die Gesellschaft und die vielen anderen zu schützen. Für jeden der am Symbolischen Interaktionismus interessiert ist, stellen die Arbeiten Goffman's wichtige Beiträge dar, auch wenn er und seine Schule nur lose mit dem symbolischen Interaktionismus verbunden waren. Beim Lesen des Buches zeigt sich auch, dass Goffman zwar sehr anschaulich schreibt, alles mit sehr vielen Beispielen zu belegen versucht, dadurch aber der theoretische Gehalt an einigen Stellen schwer fassbar ist.
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am 15. Januar 2000
Goffman zeichnet vor allem zweierlei aus: Erstens sein Feingefühl für menschliche Regungen und soziologische Sachverhalte. Und zweitens seine Art diese zu beschreiben. Ersteres läßt sich einfach veranschaulichen. In diesem Buch beleuchtet Goffman großartig exakt die Prozesse, nach denen soziales, also an anderen orientiertes Handeln sich abspielt. Er entwickelt einen Blick auf die Selbstdarstellung der Menschen, ihre Interaktion und die damit verbundenen Probleme. Das faszinierende sind vor allem die Aha-Erlebnisse, die man bei der Lektüre des Buches so häufig hat. Das tut er auf eine Art, die sehr leserfreundlich und teilweise auch köstlich ironisch ist. Anschauliche Beispiele ermöglichen es Goffman, den starken und an sich anspruchsvollen theoretischen Hintergrund dem Leser verständlich zu machen. Im Vorwort vertritt Lord Ralf Dahrendorf die Ansicht, man könnte dieses Buch als Einführungswerk in die Soziologie bezeichnen, wenn es nicht selbst so theoretisch beladen wäre. Ich denke gerade das fordert den Leser auf, sich nicht nur auf Goffmans Antworten auszuruhen, sondern eigene Fragen zu stellen und den Weg des Buches weiterzugehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 28. Januar 2012
Dieses Buch ist gut leserlich und ein erster Einstieg ins Thema, aber wirklich nur der Einstieg. Es wird darin anhand teilweise sehr amüsanter Beispiele das Bewusstsein dafür geschärft, dass gesellschaftliche Interaktion immer auch Schauspiel und Theater ist, nicht etwa unverfälschter Gedankenaustausch zwischen authentisch handelnden Gleichgestellten. Es werden einige Konzepte wie beispielsweise die Hinterbühne eingeführt und tatsächlich kann man durch das geschärfte Bewusstsein für ungeschriebene Regeln zukünftig unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen.

Das Buch reicht aber keineswegs um auch nur die Oberfläche mehr als nur anzukratzen, für die halbwegs ausführliche Beschreibung und das Verständnis von Imagebildung und öffentlichem Verhalten sind vom selben Autor "Stigma" und "Interaktionsrituale" sicherlich Pflichtlektüre. Die beiden genannten Bücher allerdings sind erheblich komplexer und sehr viel schwieriger zu lesen. Ale erste Anregung sich mit dem Thema zu beschäftigen hat aber "Wir alle spielen Theater" eine wichtige Funktion und sollte im Regal eines soziologisch Interessierten nicht fehlen.
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am 15. Juli 1999
Goffmans Buch sticht durch seine einfache und leicht verständliche Art hervor, die das Lesen enerom erleichtert. Er schafft es, Fachbegriffe auf leicht verdauliche Weise zu vermitteln, vor allem durch Alltagsbeispiele, die beim Leser Erinnerungen hervorrufen und dadurch teilweise ernüchternd wirken. Obwohl hier eine literaturwissenschaftliche Analsyse vorliegt, die sehr stark ans Theater und dessen Fachbegriffe angelehnt ist, fällt es auch Leuten, die weniger mit der Materie vertraut sind, leicht, ihn zu verstehen. Das Buch liefert amüsante Passagen über das Leben auf den Shetland Inseln, die ihm eine unterhaltende Note verleihen. Sehr empfehlenswert für alle, die mehr über die zwischenmenschlichen Spielereiern erfahren wollen, aber auch für diejenigen, die sich ernsthafter mit dem Theater auseinandersetzten wollen, denn Goffman schafft es, beides gekonnt zu verbinden. Mit Sicherheit ein gelungenes Werk.
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am 27. Dezember 2014
Der Soziologe Erving Goffman studiert hier gesellschaftliches Verhalten, indem der Theater-Metaphern auf alltägliche, formelle oder informelle Ereignisse anwendet. Z.B. beschreibt er Einzelne oder Gruppen als Ensemble oder Publikum und analysiert, was in diesem Rahmen Regie, Bühne und Darstellung bedeuten können. Die angesprochenen Fragen betreffen u.a. gelingende und misslingende Darstellungen, Aufrichtigkeit und Täuschung, Zusammenhalt im Ensemble, Interaktion zwischen zwei Ensembles und Störungen der Darstellung durch Sonderrollen.
Das Buch kündigt sich - wenn man das Cover betrachtet - als leicht-informierende Lektüre an, ist aber eine echte Studie. Es liegt viel Blei auf den Seiten. Ich musste mich streckenweise sehr anstrengen.
Insgesamt lohnt es sich aber. Es gibt jede Menge Beispiele und viele Werkzeuge, die man anwenden kann, um über sich selbst nachzudenken oder über andere oder über Bücher und Filme.
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