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am 13. Dezember 2002
Offen gestanden, 'schallend gelacht' habe ich bei diesem göttlichen Buch selten. Eher würde ich die viele Situationen als so etwas wie skuril, grotesk oder bizarr bezeichnen. Und über allen schwebt diese tiefe Sehnsucht. Die Sehnsucht, die im Alter von sechs Jahren in den jungen Owen eingebrannt ist und die er (nahezu) ein ganzes Leben mit sich herumträgt.
Wie der Autor in dem Buch selbst sagt, ist das Werk eine Familiensage, ein Gesellschaftsroman, eine Liebesgeschichte und ein Krimi (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
An den Familienmitglieder der Familie Windshaw wird die Entwicklung wesentlicher Gesellschaftsbereiche (Gesundheitswesen, Agrarsektor, Medien- und Filmindustrie, Rüstungs(export)industrie u.a.m.) Großbritanniens aufgezeigt. Naturgemäß eher deren negativen Aspekte.
Und kapitelmäßig alternierend wird die Existenz eines ganz normalen männlichen Großstädters in der Gesellschaft gezeigt, in der wir leben.
Auf inhaltliche Details soll hier verzichtet werden. Kein Zitat könnte einen adäquaten Eindruck vermitteln. Zu interdependent und facettenreich sind die Unmassen an Details.
So sehr, daß es gerade zu notwendig ist, das Buch (mindestens) zweimal zu lesen, um erst dann ihre Bedeutung für die gesamte Story zu erkennen.
Doch schon der zweiteilige Aufbau des Inhalt ist einen - oder mehrere - Gedanken wert! Und den Film gibt es wirklich (Ein Leiche auf Urlaub).
Ein letzer Hinweis an dieser Stelle: Als ich den zweiten Teil des Buches begann, glaubte ich kaum, die Schilderung der weiteren Entwicklung richtig zu deuten. Sollte sich das vielfach wiederholte Szenario tatsächlich abspielen? Für diejenigen Leser, die rein erkenntnistheoretisch orientiert sind, von dieser Stelle wohl eine Eenttäuschung, für alle anderen ein Genuß wie ein guter Wein, dessen Geschmack man zwar schon kennt, der dennoch köstlich ist.
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am 19. September 2014
England während der Regierungszeit Margaret Thatchers: Die Familie der Winshaws, ein Mitglied unsympathischer als das andere, eines raffgieriger und skrupelloser als das andere – da ist Mark, der zynische Waffenhändler, seine Cousins Thomas und Henry, die in der Bank und in der Politik für die richtigen Entscheidungen sorgen, der dreiste Kunsthändler Roderick, die Kolumnistin und Fernsehmacherin Hilary, die gegen Gewerkschaften hetzt, und schließlich Dorothy, Regentin über riesige Tierbestände in Intensivhaltung, deren Lieblingswort „Effizienzfaktor“ ist.

Michael Owen, ein junger Schriftsteller, wird von der „verrückten Tante“ Tabitha Winshaw engagiert, eine Familienchronik über ihre Verwandten zu schreiben. Nach und nach dringt er tief in den Sumpf aus Korruption, Vorteilnahme, Selbstsucht und Zerstörung ein, in dem sie sich eingerichtet haben und entdeckt zu seinem eigenen Entsetzen immer mehr Verbindungen zu seinem eigenen Leben.

Die jüngeren Mitglieder dieses Familienclans werden in einzelnen Kapiteln portraitiert. Dorothy Winshaw, die durch die Heirat mit dem Landwirt George Brunwin zur unangefochtenen Herrscherin über eine Farm wird, die sie durch Rationalisierung und Effektivität zu einem modernen Tierproduktionskonzern macht. Die englische Originalausgabe erschien 1994. Was Coe beschreibt, ist heute, zwanzig Jahre später, noch genau so Realität in den Turbomastanlagen und Megaställen: künstliche Besamung von Puten, routinemäßige Antibiotikagabe, Kannibalismus, Schnabelamputation, Ersticken von männlichen Küken. Dorothy nennt es stolz „eine von Umwelteinflüssen befreite Tieraufzucht“ – mit dem Ziel der größtmöglichen Profitsteigerung.

Auch die übrigen Winshaws gehen für Geld über Leichen, direkt oder indirekt, in jedem Fall aber: wissentlich. Coe gelingt es, mithilfe seiner Figuren den Niedergang des Sozialstaats Großbritannien unter Thatcher zu erklären und die Auswirkungen dieses immensen Abbaus auf den Einzelnen und die sozialen Strukturen zu verdeutlichen. Sprachlich ausgereift und eingebettet in eine spannende Geschichte von Verrat und Gewissenlosigkeit, in der bis zum Schluss ungewiss bleibt, wem man trauen kann, ist Coes Allein mit Shirley ein großer literarischer Wurf in sehr britischer Erzähltradition.
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am 20. Januar 2002
Was habe ich gelacht! Es ist nicht zu empfehlen dieses Buch in einer z.B. langweiligen Vorlesung zu lesen- ich habe es getan...
Ich mußte dieses Buch für einen Englischkurs lesen und kannte den Autor vorher nicht. Wie dankbar bin ich, ihn entdeckt zu haben. Was bisher nur Salinger und H. Schneider geglückt ist, hat Coe noch präziser geschafft, nämlich, mich zum Brüllen bzw. zum verschämten "Au nein, er wird doch nicht..." oder "Oh, wie peinlich...!"-Selbstgequatsche zu bringen.
Dieses Werk ist (überwiegend) so grotesk, irr- bis wahnwitzig überdreht, daß man es gar nicht aus der Hand legen möchte. Da ich es auf Englisch gelesen habe und einige Passagen etwas schwer und langatmig sind, gibt es von mir nur 4 Sterne. An einigen Stellen würde ich aber gerne 10 geben.
Zum Inhalt: Der Autor Michael Owen hat es sich zur Aufgabe gemacht die Biographie der widerlichen, stinkreichen, skrupelosen, in allen Bereichen der Wirtschaft (Politik, Kunst, Medien, Bank, Waffenschieberei, Lebensmittel) mitmischenden Familie Winshaw zu schreiben. Überall reden sie mit und regieren suptil Groß Britanien während der Thatcher- Ära. Sie sind die absoluten Gewinner und gehen dabei über Leichen.
Owens Leben wird parallel zu einer jeweiligen Kurzbeschreibung der jüngsten Winshawmitglieder aufgezeigt. Dabei wird ihm und dem Leser stückchenweise klar, daß er unmittelbar mit diesem Clan verstrickt ist. Seine anfängliche Abneigung gegen diese Sippe steigert sich im Laufe des Romans zu Hass und so ist es am Ende- einem absolut perfekt inszeniertem Showdown- nicht verwunderlich, daß er für den Mörder gewisser Mitglieder gehalten wird.
Es ist super witzig, wie Coe die einzelnen Winshaws beschreibt. Immer wenn man denkt, daß das nicht zu toppen ist, kommt es noch dicker! Wie gefühlskalt und verrückt kann man eigentlich sein?! Apropos verrückt: Seit Jahrhunderten hat die "arme" Familie- dieses Wort paßt nun wirklich überhaupt nicht zu diesen Blutsaugern- das Problem, daß der Wahnsinn gnadenlos in jeder Generation seine Opfer findet...
So wird z.B. Tante Tabitha aufgrund ihrer angeblichen (tja, wenn man das nun wüßte,...) Verwirrtheit in einer entfernten Klapse unter Verschluß gehalten. Dieses Gefängnis darf sie nur zum 50. Geburtstags ihres 2. liebsten Bruders verlassen, um diesen im Kreise der "Liebsten" zu verbringen. Unglücklicherweise geschieht in dieser einen Nacht ein sehr mysteriöser Mord.
Sehr kunstvoll und ironisch beschreibt Coe jede besondere Eigenschft der Protagonisten.
Eine meiner Liebliegsstellen ist die, in der Owen in der U-Bahn- bei Stromausfall- eine gewisse Erregung in einem gewissen Körperteil verspürt oder die Stelle, in der Coe äußerst detailliert erklärt, wie Dorothy W. es schafft, ihre Hühner- Produktion zu optimieren.
Man könnte hier so viele nette Geschichtchen als Leckerbissen anführen, aber das Beste ist, wenn man das Buch einfach selber liest! Also, ran an den Speck: es lohnt sich!!!
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am 3. Juli 2003
Dieses Buch war insgesamt bis auf wenige Abstriche, ein Leseerlebnis erster Güte. In einem raffinierten Jonglierakt werden etliche Themen überwiegend satirisch aufgearbeitet z.b. der Literaturbetrieb, Mediengeschäfte, das "Fastfood Imperium" u.u.u. Darum rankt die Geschichte des introvertieren und ein wenig verschrobenen Schriftstellers Michael, der eine Biographie der Familie Winshaw ala Denver Clan oder Dallas erstellt und recherchiert. Bei einigen Sequenzen z.b. wenn um die Waffengeschäfte mit Saddam Hussein ging, gefror einem wahrhaftig das Blut in den Adern. Eine Aktualität und politische Brisanz, die in der Belletristik seinesgleichen sucht. (allerdings musste ich beim Lesen des Buches oft an die KORREKTUREN von FRANZEN denken) Am Schluss wars mir dann doch zu sehr Agatha Christie mässig "Zehn kleine Negerlein" "erst 10, dann 9 usw.usw:-) Insgesamt wars aber ein Leseerlebnis besonderer Art, dass den Leser sowohl fordert wie herausfordert.
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am 7. Januar 2002
Ein Schriftsteller, der die Biografie einer abgrundtief korrupten und dekadenten upper-class Familie in England schreiben soll: Nur Jonathan Coe konnte daraus ein Feuerwerk an Pointen und unerwarteten Wendungen machen! Obwohl in der deutschen Übersetzung einige der 'echten' britischen Witze verlorengehen (die ohnehin nur von England-Experten verstanden werden können), ist dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite ein wahres Lesevergnügen. Wenn Coe schildert, auf welche Art und Weise die Winshaws ihr Geld verdient haben und zu Ruhm und Ehren gekommen sind, bleibt einem zudem bei allem Amusement hin und wieder das Lachen im Halse stecken. Wie fein gewebt die Handlung ist, merkt man erst, wenn sich zum Ende hin alles auf spielerisch leichte Weise zu einem grossen Ganzen zusammenfügt. Dann allerdings bleibt einem der Mund offenstehen angesichts solcher Meisterschaft im Geschichtenerzählen...
Fazit: Unbedingt zu empfehlen, doch Vorsicht: ein 'stilles' Lesevergnügen wird es nur für den, der sich bei absolut unschlagbarem Wortwitz beherrschen kann und nicht in lautes Lachen ausbricht (durchschnittlich mindestens einmal pro Seite!).
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am 30. Dezember 2002
Sein "Fegefeuer der Eitelkeiten" ist eine äußerst kurzweilige, spannende Zerstreuung für regnerische, kühle Tage.
Protagonist Michael Owen, ein leicht debiler, zunächst äußerst schrulliger Charakter wird als ehemals aufstrebender Schriftsteller für die Aufzeichnung der Familiengeschichte der Winshaws gewonnen. Im Laufe von mehr als 8 Jahren lernt er die Familie zu hassen und findet mit Hilfe des ältlichen, homosexuellen Detektives Findlay Onyx den Schlüssel zu seiner eigenen Verbindung mit den Winshaws. Der Showdown der letzten Kapital versetzt den Leser unwillkürlich in einen düsteren, schwarz-weißen Agatha Christie Thriller... man fiebert dem Ende der Geschichte nur so entgegen und weidet sich voller Entzücken an der ironisch, sarkastischen, äußerst blutigen Erfüllung der einzelnen Schicksale.
Gut geschrieben, gut recherchiert mit spartanisch engl. Humor gewürzt.
J. Coe ist mir schon zuvor mit "Haus des Schlafs" als akribischer Satiriker ins Auge gefallen. Beide Exemplare habe ich äußerst günstig als Remitenten erstanden und bin zu der Überzeugung gelangt, dass dieser Autor wohl unterschätzt wird. Schade.
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am 27. Januar 2012
Um es kurz zu machen: Die hohe Schule des Schreibens. Fesselnd, lustig, traurig. Ein Buch, dass einen nicht los lässt. Es fällt schwer, es aus der Hand zu legen. Das Beste, was ich bis jetzt von Jonathan Coe gelesen habe.
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am 21. Februar 2016
Toll geschrieben, sehr packend, ich konnte das Buch nicht zur Seite legen. Sprachlich sehr gut. Ich mag die frühen Bücher von Coe.
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am 25. Februar 2002
Ich habe mich auf das Buch gefreut. Zugegeben - ein paar Einfälle sind interessant, insgesamt langweilt das Buch jedoch durch die ständige Wiederholung der Kenneth-Shirley-Szene, deren Auflösung nur allzu vorhersehbar ist. Das Buch ist stellenweise wirr und der Handlungsfaden verliert sich immer wieder in Beschreibungen, die nur sehr entfernt zur eigentlichen Handlung passen. Schade! Ich werde wohl auf eine weitere Lektüre des Autors verzichten. Das Geld kann besser angelegt werden.
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