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am 20. Juli 2004
Über einige von Fests Theorien bezüglich der Motive und Charaktere der in diesem Buch porträtierten Hauptfiguren des dritten Reiches kann man sicherlich geteilter Ansicht sein. Nichtsdesto trotz ist die Darstellung der einzelnen Porträts meiner Ansicht nach sehr gelungen, da Fest auf eine plumpe Dämonisierung verzichtet und gerade die Durchschittlichkeit der meisten Nazi-Persönlichkeiten betont. Das bewirkt nicht etwa eine Verharmlosung des dritten Reiches sondern genau das Gegenteil - denn wenn es nicht durch und durch böse und somit außergewöhnliche Menschen waren, die die Verbrechen des dritten Reiches verübt haben, sondern eben gewöhnliche, die jedoch ihre übelsten Charakterzüge aufgrund der Umstände voll ausleben konnten, so ruht die Gefahr der Wiederholung der Geschichte in vielen Personen und ist daher viel präsenter, als mancher glauben mag.
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am 31. August 2005
Was mich an Joachim Fests Hitler Biographie noch weit mehr beeindruckte als der hohe Informationsgehalt war die sprachliche Perfektion, die das Werk auszeichnet. Das Buch ist dank seines präzisen, glasklaren Stils nämlich auch für Aussenstehende gut lesbar und eben keine staubige Studie, an der nur Experten ihren Spaß haben.
Trotzdem liegt die Vermutung nahe, dass sich die vorliegende Sammlung von psychologischen Portraits, führender Nazi-Größen, die ebenfalls einen knappen Umriss von Hitlers Werdegang beinhaltet, besonders an Laien richtet, die sich vom Umfang der Hitler-Biographie abgeschreckt fühlen.
Um so mehr überrascht es, dass der Stil dieses Buches wohl selbst promovierte Historiker ärgern dürfte.
Denn im Gegensatz zu der eleganten, wendigen Sprache seiner Hitler-Biographie formuliert Fest in diesem Buch nämlich ausgesprochen umständlich, sein Stil ist zu trocken, streckenweise anstrengend. Joseph Goebbels Propganda-Apparat bezeichnet er beispielsweise an einer Stelle als ein "Arsenal mit ingeniösem Erfindungsreichtum entwickelter Stimulantien zur Erregung öffentlicher Verzückungszustände", ein Kapitel weiter schreibt er über Reinhard Heydrich, "dass auch er zur ideologischen Konzeption des Nationalsozialismus über jene opportunistischen Beziehungen verfügte, die in dergleichen Theorienwerk lediglich den willkommenen Dekor eines ambitionierten Machtegoismus erblickte und schon auf den gesinnungstüchtigen Eifer wie auf einen Begabungsmangel herabsah".
Solche Schachtelsätze sind mehr Regel als Ausnahme und münden bisweilen auch in Stilblüten wie die folgende Äußerung über die Scheinrolle des Staatsapparats im Dritten Reich, die ich hier ungekürzt wiedergebe: "Während dem Staat allenfalls noch die Aufgabe zufiel, als Repräsentant des zivilen Prinzips den Schein des Vertrauens und der Gewähr bürgerlicher Normen zu erzeugen, war der Partei weiterhin die Möglichkeit gegeben, ihren revolutionären Affekten und Zielsetzungen Raum zu gewähren, indes die Führungsspitze, ganz den Erfordernissen machttaktischer Opportunität folgend, von der einen Seite zur anderen hinüberwechseln, die eine gegen die andere ausspielen und gegebenenfalls alle zusammen betrügen konnte".
Kürzere Sätze, weniger Substantive in einem Satz und insbesondere ein sparsamerer Umgang mit solch undurchsichtigen Begriffen wie "byzantinisch" oder "macchiavellistisch" hätten dem sprachlichen Anspruch seines Buches keinen Abbruch getan.
Mit diesem Stil tut sich Fest keinen Gefallen, denn im Grunde hat er ja recht, seine Theorien sind stichhaltig und überzeugend. Denn dieses Buch ist sowohl psychologische Biographie, wie Milieustudie, in der Fest darstellt, wie die verschiedenen Schichten, der die Nazi-Größen entstammten, auf ihr späteres Lebens und Handeln eingewirkt haben. Und obwohl Fest in seiner Hitler-Biographie viel von dem hier vorliegenden Material wieder aufführt, bleibt auch sein Hitler-Portrait durchgehend interessant. Er hat recht, mit seinem Resümee, dass jede leise Bewunderung, die man vielleicht noch für Hitler empfinden mag, restlos verschwindet, wenn man sich intensiv mit dem Leben dieses Mannes beschäftigt.
So steckt auch in diesem Buch ein großer Gewinn für den es in jedem Fall fünf Sterne verdient hätte, nur erfordert es, im Gegensatz zur Hitler-Biographie, sehr viel Konzentration, um nicht den Faden zu verlieren. Mir kam es streckenweise so vor, als habe sich Fest absichtlich so kompliziert wie möglich ausgedrückt und klarere Synonyme für anspruchsvolle Begriffe bewusst vermieden. Warum es der Verfasser seinen Lesern so schwer gemacht hat, ist unbegreiflich, denn er hat doch vielfach bewiesen, dass er es besser kann.
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am 12. Januar 2010
Für alle Betroffenen die die Hitlerzeit im Kindesalter erlebt haben, noch mehr für die später Geborenen, stehen die Fragen: "Warum? Wie war das möglich? Waren unsere Eltern und Großeltern so dumm?" Immer wieder im Raum. Unzählige Bücher sind darüber geschrieben worden, sachliche, detailreiche, solche die der eigenen Entschuldigung dienen, dumme und ewig gestrige.

Joachim C. Fest gehört zu Denen, wahrscheinlich ist er überhaupt "der", die sachlich, nüchtern, hervorragend recherchiert und mit dem Blick auf das Wesentliche, entscheidend zur Beleuchtung der Hintergründe und des Geschehens beigetragen haben Dieses Buch, man könnte es als "Das Buch, das alle Anderen entbehrlich macht" bezeichnen, zeigt komprimiert ein erschütterndes Bild auf.

Getragen von dem kruden Gedankengut des 19. Jahrhunderts von dem Wahnideen des Kaiserreiches, dem Horror des Ersten Weltkrieges und des auf Rachegelüsten basierenden Versailler Vertrages, mit der Folge des völligen Niederganges Deutschlands, entstand ein Umfeld, das eine solche Entwicklung begünstigte. Ein schwacher Staat, eine Großteils rückwärts gewandte Elite, Parteiengezänk, eine illoyale Beamtenschaft und Justiz, wollte oder konnte die Entwicklung nicht verhindern.

Nur wenige erkannten die Gefahr, viele witterten persönliche Vorteile wie auch die Wiederherstellung Ihres 'rechtmäßigen' Status, die die Sozialdemokratie verriet und versagte, wie sie es schon 1914 getan hatte, die Kommunisten waren durch Lenin, Stalin und Co. geknebelt. Die 'Breite Masse' orientierungslos, verarmt, stumpf und leicht lenkbar.

So konnte ein gescheiterter asozialer Bohemien, der eher zufällig sein demagogisches Talent entdeckt hatte, zum Versammlungsstar und Rattenfänger aufsteigen. Um ihn sammelten sich gleichgeartete gescheiterte und / oder karrierehungrige, großteils primitive Existenzen. Die, Jeder für sich, Nichts weiter im Sinn hatten als eigene Interessen, Macht- und Geld. Bei Hitler selbst und einigen seiner Kumpane, waren auch purer Haß, sektiererische Wahnideen von Rasse und Volk wesentliche Leitbilder.

Rücksichtslos, skrupellos, vor keinem Verbrechen zurückschreckend verfolgte Hitler sein Ziel, die alleinige Macht in Deutschland, Europa und der Welt. Als manche erkannten was geschah, war es zu spät zur Gegenwehr. Auch führende ausländische Politiker verkannten lange die Gefahr und verpassten die letzten Chancen, das Unheil zu stoppen.

Die Einzige 'noch' Macht, die Reichswehr hatte nur wenige Köpfe, die der Versuchung durch neue Anerkennung und Karriere widerstanden. Standesdünkel, falsch verstandene Staatloyalität, bis zur Selbstverleugnung ausgeartete Politikenthaltsamkeit, aber auch naive Blauäugigkeit prägten des Bild des Offizierskorps. So dass auch hier Hitler geschickte Intrigen verfingen und die realen Möglichkeiten zu entschlossenen Eingreifen verhinderten.

Wer Fests Analyse der wesentlichen Persönlichkeiten der 'Dritten Reiches' gelesen hat, begreift auch, dass totalitäre Systeme noch heute be- oder entstehen können. Dass Skrupellose Demagogen und Fanatiker auch heute durchaus Chancen haben. Was bleibt ist Grauen und die Mahnung, immer wieder aufzuklären und zu erinnern.

Das Individuum mag erkennen, verstehen und vernünftig denken, die 'Masse' ist vernunft- und gedankenlos, sie ist völlig manipulier- und (ver-)führbar.

Dieses Buch kann dazu beitragen die Sinne zu schärfen, jeder Geschichtslehrer und Politiker sollte es gelesen haben!
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am 19. April 2015
Bei einem Mosaik entsteht bekanntlich durch das Zusammenfügen verschiedenartiger Teilchen ein Gesamtbild. Überraschend ist bei jedem Mosaik, dass die Einzelteile häufig völlig belanglose Steinchen sind.

Joachim C. Fest nennt sein Werk „Das Gesicht des Dritten Reiches“. Sein Werk besteht, neben Vorwort, Zusammenfassung und Anhang, im Wesentlichen aus 18 Einzelportraits (Gesichtern) von Personen, die zum engen Führungskreis des Dritten Reiches gehören. Hitler selbst hat jedem dieser Gesichter seine Position und Rolle in seinem Dritten Reich zugeordnet. Das Gesicht des Dritten Reiches wird von Fest also ähnlich einem Mosaik anhand 18 Gesichter/Kurzbiographien gezeichnet. In der Tat habe ich viel Neues über das Dritte Reich gelernt und verstanden durch die Lektüre dieses Buches.
Joachim C. Fest portraitiert die 18 Personen unter Nutzung zahlreicher Quellen wie Briefe, Reden, Denkschriften, so dass der Anhang viele Seiten dick ist und mehr als 1000 (!) Quellenverweise im Text zu finden sind. Die Kurzbiographien sind somit unverkennbar das Werk eines erfahrenen und minutiös arbeitenden Historikers, von weit überdurchschnittlicher Sachkenntnis. Doch Fest lässt auch psychologische Deutungen in seine Kurzbiographien einfließen. Die Auswahl der 18 Kurzbiographien halte ich für gelungen und glaube, dass diese 18 aus der Sicht des Historikers J. C. Fest ausgewählt wurden. Manche mögen kritisieren, dass die Auswahl von 5 Biographien auch gereicht hätte, andere wünschten sich, Fest hätte 30 oder mehr Kurzbiographien beschrieben. Mir waren diese 18 gerade recht. Wichtig zu erwähnen finde ich, dass in den meisten Biographien die persönliche Lebensgeschichte des Portraitierten weit in den Hintergrund tritt und die Bedeutung des Einzelnen für das Nazi-Regime in den Vordergrund gerückt wird. Das ist mir besonders in dem Kapitel über Baldur von Schirach aufgefallen. Hier erfährt man recht wenig von der Person B.v.Sch.s, sondern vielmehr über sein verhängnisvolles Wirken auf die Jugendorganisationen und über die Jugend im Dritten Reich an sich.
Das Lesen dieser 18 Portraits hat mich nachhaltig deprimiert zurückgelassen. Mir war vor der Lektüre schon klar, dass dies Verbrecherbiographien sind, mir war aber nicht klar wie banal und durchschnittlich diese Charaktere waren. Es waren Menschen ohne besondere Begabungen, Bildung oder Befähigung, die die wohl größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte verübt haben. Deprimierend ist aber auch das Menschenbild, das insgesamt durch diese Portraits gezeichnet wird, denn es bedarf offenbar keines besonderen Typus von Mensch, um ungeheuerliche Verbrechen gegen den Menschen zu verüben. Deprimierend ist auch für mich die Erkenntnis, dass der Ausspruch eines bekannten Historikers „Geschichte wiederholt sich“ viel Wahres in sich birgt. Denn in den kurzen Jahren dieser Schreckenszeit wurden von dem weit überwiegenden Anteil der Bevölkerung alle politischen, moralischen, kulturellen Errungenschaften der deutschen-mitteleuropäischen Geschichte über Bord geworfen, als habe es nie Geschichte gegeben.

J. C. Fest formuliert sehr konzentriert, was die Lektüre allein aus sprachlicher Sicht schon schwierig und anspruchsvoll macht. Der umfangreiche Anhang ist kapitelweise gegliedert, hier wäre die verlagsseitige Anbringung von mindestens zwei Lesebändchen hilfreich gewesen, um das häufige Blättern zu erleichtern. Auch die Umschlagsgestaltung (PIPER 1988) mit der Darstellung von 4 Portraitfotographien (Hitler, Goebbels, Himmler Göhring) finde ich zumindest diskussionswürdig.
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am 19. Juni 2014
Ich selbst kann dazu nichts sagen. Der Beschenkte hat sich aber riesig gefreut. Hat ein ganzes Regal von Geschichtsliteratuir voll, nur dieses Buch noch nicht.
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am 15. Juni 2003
Text von Fest ist gewohnt brilliant. Gravierender Makel dieser Ausgabe ist der fehlende Abbildungsteil den es ursprünglich wohl einmal gab - zumindest weisen einige Fußnoten Fests darauf hin. Gerade für ein das Dritte Reich personalisierendes Buch, sind die Bilder zu den Namen eigentlich unverzichtbar.
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am 16. Februar 2016
Ist ein spannendes Buch das einen Pack und nicht mehr los lässt. Toller Autor. Würde ich wieder kaufen und wieder lesen.
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am 22. Dezember 1999
Das Werk Joachim C. Fest, ehemals Mitherausgeber der FAZ, stellt in jeweils gut 30 Seiten umfassenden Artikeln die wesentlichen Exponenten nationalsozialistischer Herrschaftspraxis dar. Er versucht, das "Gesicht des Dritten Reiches" offenzulegen. Hierzu ist zunächst zu bemerken, dass es dieses eine Gesicht des Nationalsozialismus schwerlich geben kann und dass vielmehr mit Hans Mommsen von der "Doppelgesichtigkeit" des NS zu sprechen ist, vom "reactionary modernism" eines Jeffrey Herffs. Weite Teile der jeweiligen Aufsätze sind geprägt von einer pauschalen,mit einiger Emphase vorgetragenen Verurteilung der Exponenten nationalsozialistischer Herrschaft bei gleichzeitiger Exculpation der konservativen Elite. Hier, wie auch in der Hitler-Biographie Fests, spielen sozialen Tatsachen tendenziell keine Rolle ; tauchen sie doch auf, so nur am Rande und dem Autor ist die zunehmend unsicherer werdende Feder anzumerken. Hervorragend, und insofern nach wie vor von Wert sind die Ausdeutungen der Herrschaftspsychologie des Nationalsozialismus. An Apologie, und dies ist deutlich zu bemängeln, herrscht indes kein Mangel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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