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am 14. August 2007
Beim Thema Welt-Ethos und Christentum kommt man an Hans Küng nicht vorbei. Er setzt die Massstäbe christlichen Lebens, wozu die katholische Kirche leider auch heute noch nicht imstande ist.
Alle grossen Religionen fordern bestimmte ethische Grundnormen und handlungsleitende Maximen, die von einem Unbedingten, einem Absoluten her begründet werden. In der Förderung eines Ethos' unterscheidet sie das, trotz ihres sehr verschiedenen Dogmen- und Symbolsystems, - auf einen Nenner gebracht - von der Philosophie, der politischen Pragmatik und allen philanthropischen Bemühungen. Braucht es aber die Religion, oder reichen überlieferte Normen und Standards (atheistischer Humanismus)?
Auch in diesem Buch will Küng nicht die Existenz Gottes beweisen, doch er kommt zum Schluss, dass darauf vertraut werden kann, dass Gott existiert. Aber für dieses Vertrauen braucht man einen Grund. Denn grundloses Vertrauen ist sinnlos.
Wir sehen uns selbst so, wie wir uns sehen wollen. Küng begründet in seinem Buch auf spannende Weise, warum unsere diesseitige menschliche Wirklichkeit nicht alles ist und weshalb sie vor allem nicht reicht, um unser Verhalten und unsere Entscheidungen überzeugend und endgültig zu rechtfertigen. Küng setzt sich auch gründlich mit der Domäne des Psychischen auseinander, das sich aus den Gesetzen unserer materiellen Welt nicht ableiten lässt. Themen wie Leid und Gewalt werden ebenso ausführlich beschrieben.
Im Christlichen sieht Küng weder Über- noch Unterbau des Menschlichen, nicht einen beliebigen Humanismus, der einfach alles Wahre, Gute, Schöne und Menschliche bejaht, sondern eine radikale Menschlichkeit, die bis zur Wurzel geht und die so auch das Unwahre und Unmenschliche einzubeziehen und zu bewältigen vermag. So verstanden leuchtet selbst dort noch Sinn auf, wo die "reine Vernunft" kapitulieren muss, weil man sich auch da von Gott gehalten weiss. Der Glaube überspielt nicht die Probleme der Welt und der Gesellschaft, aber er macht uns ohne Einschränkung menschlich.
Wie ein roter Faden zieht sich das Menschsein durch Küngs Werk. Damit wird auch deutlich, wie wichtig die Selbstverwirklichung ist. Welche Art der Selbstverwirklichung genau gemeint ist, steht hier ausführlich und unmissverständlich beschrieben.

Fazit: Hans Küng hat ein leicht verständliches Buch geschrieben, das alles andere als überholte Theorie ist und bestimmt viele Skeptiker zu überzeugen vermag. Für mich ist Küng die einzige Person, welche mir die Religion auf so verständliche und praktische Weise nahe bringen kann und diesbezüglich keine Fragen offen lässt.
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am 20. Juli 2004
...dabei dennoch kompakt.
Hans Küngs "Christ sein" ist ein meisterhaftes Standardwerk. Geschrieben für diejenigen, die sich ernsthaft über ein Christentum informieren wollen, das heute in vielen Kirchen oft gar nicht mehr zu finden ist.
Küng bietet hier eine Rundschau, die kaum einen Aspekt des Christ seins auslässt. Vom Naturschutz bis zu Trinitätsdogmen ist alles vorhanden und auf einem Niveau erklärt, dass sowohl für "Laien" als auch für Theologen angemessen ist.
Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht auch Tabus an, erklärt sie und bietet vor allem auch Lösungsvorschläge an. Dem Leser werden die Augen geöffnet, indem Küng (positiv) Rahmen sprengt und so zu einer "neuen" bzw. vielleicht doch "nur" ursprünglichen Sichtweise von Christentum und Kirche führt. Die alte Kirche ist für Küng deshalb von besonderer Bedeutung und greift daher immer wieder auf sie zurück.
Küng polemisiert nicht gegen die Kirchen, oder ermutigt etwa zu "Neugründungen", vielmehr versucht er die Leser zu ermutigen von innen zu reformieren bzw. gegen allzu erstarrte Dogmen "vorzugehen".
Der Klappentext bringt's auf den Punkt: Der, "der sich aufrichtig informieren will und bereit ist seinen eigenen Glauben zu hinterfragen" soll ohne zu zögern zugreifen!
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TOP 1000 REZENSENTam 11. November 2011
Zitat von Jean Paul

Mit seinem Buch "Christ sein", erschienen im Jahre 1974, wurde der katholische Theologe Hans Küng für die kirchliche Hierarchie endgültig zum Ärgernis, nachdem er bereits 1970 in seinem Buch "Unfehlbar?" die Unfehlbarkeit des Papstes in Frage stellte und wegen Beharrlichkeit und keinem Widerruf deswegen 1979 letztendlich die Lehrerlaubnis verlor. Warum wurde "Christ sein" für die deutschen Bischöfe zum Ärgernis? Am 17.11.1977 veröffentlichte die deutsche Bischofskonferenz zwei Erklärungen zum Buch "Christ sein", in der sie unter anderem, dem Autor vorwarf, theologische Wahrheiten "unzureichend dargestellt" zu haben, was "besonders die Christologie, die Trinitätslehre, die Theologie der Kirche und der Sakramente, die heilsgeschichtliche Stellung Marias" betreffe. Hans Küngs Ansatz "weder eine untheologische Jesulogie noch eine ungeschichtliche Christologie!" zu betreiben, ließ die deutschen Bischöfe auf die Barrikaden gehen. Denn im Gegensatz zu den deutschen Bischöfen zeichnet sich für Hans Küng ein Christ sein nicht an der Festhaltung orthodoxer Glaubenssätze und kirchlicher Glaubenstraditionen aus, sondern an der Orientierung und Nachfolge Jesu oder wie Hans Küng sich konkret ausdrückt: "Nach dem Neuen Testament entscheidet sich freilich das Christsein nicht letztlich mit der Zustimmung zu diesem oder jenem Dogma über Christus, nicht mit einer Christologie oder Christus-Theorie, sondern mit dem Christusglauben und der Christusnachfolge!" Es musste also wegen dieser Intention des Buches (Jesus Christus als das Programm des Christentums und Christseins), die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, notwendig und unvermeidlich zu einem Konflikt mit den deutschen bischöflichen Primitivtheologen kommen, die bei Hans Küng eine Verengung und Verkürzung der christlichen Glaubensinhalte sahen. Obwohl Hans Küng mit diesem zentralen Werk seines ungeheuren produktiven theologischen Schaffens, dem modernen Menschen versuchte klarzumachen, was Christ sein in einer säkularisierten Gesellschaft heute noch bedeutet, welche zentralen Grundlagen wahren Christ seins sein müssen und vor allem warum und wie ein kritischer, aufgeklärter Mensch von heute es vor seiner Vernunft und seiner gesellschaftlichen Umgebung verantworten kann, Christ zu sein, obwohl also Hans Küng mit diesem Werk dem Christentum einen großen Dienst erwiesen hat, waren die deutschen Bischöfe aber für alle diese positiven Seiten absolut blind. Es störte sie, dass Hans Küng nicht deutlich genug und dogmatisch einwandfrei und korrekt auf die Gottessohnschaft und Göttlichkeit Jesu (wahrer Gott und wahrer Mensch) hingewiesen hat, dass er die katholischen Christen dazu auffordert, die biblisch nicht begründete Marienverehrung, den Marianismus, der seit dem 19. Jahrhundert mit dem Papalismus mit seinen Papstdogmen (die Unfehlbarkeit des Papstes wurde erst im 19. Jahrhundert zum Dogma erhoben!) Hand in Hand geht, kritisch zu überprüfen, dass er die Trinitätslehre, zumindest die auf hellenistischen Vorstellungen beruhenden Deutungsversuche und die daraus hervorgegangenen dogmatischen Formulierungen, als zeitbedingt versteht, dass er im Zusammenhang des Sühneopfers von einem sadistischen, grausamen und heidnischen Gottesbild spricht (wohingegen die deutschen Bischöfe auf den für sie theologisch wichtigen Unterschied zwischen Alten und Neuen Testament hinwiesen, wenn sie erklären: "Abraham, der bereit war, seinen einigen Sohn Isaak zu opfern, ist nur ein schwaches Vorausbild des Handelns des himmlischen Vaters. Denn zu Abraham sprach der Engel vom Himmel: "Lege nicht Hand an den Knaben und tu ihm nichts zuleide" (1 Mose 22,12). Aber der himmlische Vater hält nicht ein, er gibt den einzigen Sohn, sein Liebstes, und damit sich selbst für uns dahin." Was für eine Henker- und Menschenopfertheologie!) und dass er das Sakrament der Eucharistie nicht auf Jesus zurückführen wollte, der mit seinem letzten Abendmahl eben keine neue Liturgie stiften wollte und schon gar nicht "sein Sterben als sühnende Stellvertretung für die Vielen verstanden hat, im Sinne also des unschuldigen, geduldig getragenen, freiwilligen, von Gott gewollten und darum stellvertretenden sühnenden Leidens und Sterbens des Gottesknechtes", weil diese eine nachösterliche Deutung war. Das Buch "Christ sein" wäre, wie Hans Küng selber im Vorwort schreibt, also eine große Chance für die desolate Lage der katholischen Kirche in Deutschland gewesen, vielleicht auch ein Anreiz umzudenken und sich theologisch weiterzuentwickeln, stattdessen wollten sich diese Primitivtheologen und der Vatikan, der seine machtvollen Hände wie immer im Hintergrund hat, von ihrer dogmatischen Starrheit und theologischen Sturköpfigkeit nicht losreißen, doch dafür zahlen sie ihren, ja man möchte schon fast sagen verdienten Preis: "ein Drittel der katholischen Pfarreien in Deutschland sind schon jetzt ohne Pfarrer (mit steigender Tendenz) und eine dramatische Abnahme der Akzeptanz der traditionellen Glaubensartikel auch im treuen Kirchenvolk ist zu beobachten."

"Christ sein" ist ein Buch, dass nicht nur für Katholiken geschrieben worden ist, sondern für alle Christen. Christ sein im 21. Jahrhundert sollte nicht länger eine konfessionelle Apartheid bedeuten und dementsprechend sollte nach Küng auch keine konfessionelle Theologie mehr betrieben werden, sondern eine wahrhaft ökumenische. Christ sein sollte außerdem nicht, wie allzu oft in der Geschichte der christlichen Kirche, Theologie und Spiritualität, auf Kosten des Menschseins gehen. Aber auch umgekehrt sollte das Menschsein nicht auf Kosten des Christ seins gehen. Nur muss man wissen, dass für Hans Küng, das Besondere, Ureigenste des Christentums es ist, Jesus als letztlich entscheidend, ausschlaggebend, maßgebend zu betrachten. Christ sein muss sich an dem Mann aus Nazareth messen lassen. Um es klar und deutlich zu sagen: "Der Christ läßt sich auch für das praktische Handeln das Entscheidende von Christus sagen" und nicht vom Papst! Jesus ist für Hans Küng die Basis für sein Programm des Christ seins. Hans Küng meint jedoch nicht den Jesus, wie ihn die Kirchen domestiziert haben, nicht den "rechtfertigenden Repräsentanten des religiös-politischen Systems, seines Dogmas, Kultes, Kirchenrechtes" und nicht "das unsichtbare Haupt eines sehr sichtbaren kirchlichen Apparates, der Garant alles Gewordenen in Glaube, Sitte, Disziplin." Jesus war weder Priester (der Papst versuchte zuletzt in seinem zweiten Band seines Jesus-Buch Jesus zum Priester zu weihen) noch Theologe, er wollte weder eine neue Kirche gründen noch stand er auf der Seite der Herrschenden. Gegen alle diese Domestizierungsversuche muss deutlich gesagt werden: "Jesus war kein Mann des kirchlichen und gesellschaftlichen Establishments." Dementsprechend muss auch die Kirche an dem Programm Jesu gemessen werden. Blickt man aber in die Geschichte und auch die Gegenwart der Kirchen, so kommt jeder kritische Christ (und ein solcher kritischer Christ ist Hans Küng, Gott sei Dank!) nicht "um die Frage herum, ob die Kirche - und wir reden hier immer von allen Kirchen - in der Praxis nicht doch recht weit vom christlichen Programm abgekommen ist. Ist dies nicht der Grund, weswegen sich viele Menschen für Gott und Jesus entscheiden, ohne sich für die Kirche, für irgendeine Kirche entscheiden zu können?" Die Konsequenz daraus ist, dass man auch als Christ sich nicht scheuen sollte die Kirche im Blick auf die Botschaft Jesu zu kritisieren, auch wenn daraus unangenehme, existentielle und womöglich finanzielle Folgen entstehen könnten, so zum Beispiel, wenn einem so kompetenten, ausgezeichneten Theologen und engagierten Christen wie Hans Küng die Lehrerlaubnis entzogen wird. Denn nur so werden immer noch die Machtstrukturen der katholischen Kirche deutlich, die endlich abgeschafft werden müssen, damit das Christ sein nicht auf Kosten vom Menschsein geht.

Für mich ist das Buch "Christ sein" das theologische Grundlagenwerk des 20. Jahrhunderts. Es ist wissenschaftlich und theologisch fundiert, es öffnet den Blick für das Wesentliche des Christentums, es scheut sich nicht die Dogmatik und Praxis der etablierten Kirche kritisch zu durchleuchten, es gibt praktische Ratschläge und gibt einem selbst die Hoffnung, dass vielleicht eines Tages endlich ein (dogmen-)freies, menschliches, kritisches, ja um das Wort hier aufzuführen, jesuanisches Christentum auch in den Kirchen gepredigt und in den theologischen Fakultäten gelehrt wird.
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am 6. November 2013
Mit unglaublicher Sachkompetenz, klarem Verstand und einer überproportional entwickelten menschlichen Wärme bringt uns Küng das tiefere Verständnis dessen nahe, was man neuhochdeutsch vielleicht als den "Jesus-Spirit" bezeichnen könnte. Ein hochintelligenter Wegweiser der ganz subtil nahe legt was es wirklich bedeuten könnte als Christ oder auch nur als Mensch unter Menschen Sinn in der eigenen Existenz zu finden
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am 3. Dezember 2013
Sehr interessantes Buch, in dem der Auto auch einen Blick auf die Bereiche des Christentums wirft, die gerne einmal vergessen werden.
Man merkt, dass der Auto durch und durch Christ, jedoch den Religionen kritisch ist.

Ich persönlich finde, das Buch jedoch recht schwer zu lesen. Nach zwanzig- dreißig Seiten, ist der Kopf oft so voll, dass man das Buch einfach weglegen muss, um dann zu anderer Zeit wieder in Ruhe weiterlesen zu können. Oder man einzelne Abschnitte zwei- dreimal lesen muss um alles wirklich zu verstehen.

Nichtsdestotrotz: eine sehr gute und sinnvolle Investition
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am 27. April 2012
Grundthese: Es geht um Jesus von N. Er ist es, was das Christentum von allen anderen Religionen unterscheidet. Im zweiten Teil beantwortet Küng die Frage, wer dieser Jesus eigentlich war und wofür er stand. Im dritten Teil geht es um Kirche und Christentum heute.
Leicht lesbar, dabei berücksichtigt Küng auch die Erkenntnisse der historisch-kritischen Bibelexegese und schließt immer, in jedem Satz, die möglichen Entgegnungen von Atheisten und Nichtchristen mit ein.
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am 16. Januar 2012
Das Buch Christ sein von Hans Küng ist nicht nur sehr mühsam zu lesen gewesen, sondern verdeutlicht der total überschätzte Hans Küng in diesem Buch, das er erstens von der Theodizee-Thematik nichts versteht bzw. es verherrlicht und verniedlicht (in der theologischen Rabulistik verbleibend) andere Religionen aburteilt, obgleich das Christentum woanders abgekupfert hat, das man sich fremdschämen muss; und zweitens andere Religionen, vor allem jene die nichts theistisches in sich haben, wie der kluge Buddhismus z.B. ausgrenzt und als nicht spirituell beurteilt sowie zugleich auch ansonsten nichts außerhalb der Erde anerkennt, weil er schlicht und ergreifend ein viel zu überschätzter Theologe ist! Küng kritisiert leider nicht die selektive, verfälschend-idealisierende Darstellung der Bibelleser. Ein wichtiges Beispiel, wenn auch nicht das einzige, ist Küngs Interpretation des Kreuzestodes Jesu: Indem Küng die Deutung dieses Todes als von Gott gewolltes Sühneopfer als heidnisch" und peinliches Missverständnis" etikettiert, setzt er sich souverän darüber hinweg, dass genau dies die biblische Deutung ist. Küngs Deutung des Kreuzestodes als Solidaritätsakt Gottes" ist totaler Unsinn. Zum Beispiel sollte Küng den Lesern klarmachen, das die höchst frauenfeindliche Bibel und widerlich maskulin-patriarchalisch orientierte Bibel sowie die gesamte christliche Lehre in ihrer ganzen Breite, ein großes Plagiat fremder vorheriger Kulturen ist!. Und das ist beweisbar. Komisch, das der Autor das nicht mit hinein nimmt. Wohl früh-kindlich indoktriniert. Küngs Hauptwerk zu dem patriarchalischen Jesus, sein Buch 'Christsein' (ein gewaltiges, eng bedrucktes, fast 700 Seiten zählendes Kompendium, eigentlich ein Gemeinschaftswerk von etwa zwanzig Mitarbeiter, Anregern, Korrektoren, bis hin zu Germanisten wie dem 'Literaturpapst' Walter Jens der über den Stil des Buches wachte) ist eine einzige Lobeshymne auf diesen fehler- und makellosen Jesus Christus, der für alle Eigenschaften, Perspektive, Aspekte und wesentlichen Tendenzen des Menschseins und der Menschheit das unübertreffliche Vorbild und Korrektiv darstellt. 'Das Besondere, das Ureigenste, des Christentums', so Küng, 'ist es diesen Jesus als letztlich entscheidend, ausschlaggebend, maßgebend zu betrachten für den Menschen in diesen seinen verschiedenen Dimensionen...das Christentum kann letztlich nur dadurch relevant sein und werden, dass es...die Erinnerung an Jesus als den letztlich Maßgebenden aktiviert: an Jesus den Christus und nicht nur einen, der maßgebenden Menschen'.

Im Unterschied, ja regelrechten Gegensatz dazu ist der ursprüngliche jüdisch-galiläische Jesus ein wirklicher Mensch also ein solcher mit Fehlern und Mängeln. Wir können seine Spuren sogar noch in den vier kanonischen, kirchlich anerkannten Evangelien ertasten, weil es, wie schon gesagt, eben nicht vollständig gelang, diese Spuren ganz wegzuwischen. Um es gleich vorweg zu sagen: Selbst der Jesus der vier kanonischen Evangelien weiß nichts von seiner absoluten sittlichen Vollkommenheit, die ihm doch die patriarchalische Kirche offiziell-dogmatisch und alle Theologen im Schlepptaus der Kirche attestierten. Er weiß nichts von seiner totalen Sündlosigkeit. Vielmehr lässt er sich im Jordan von Johannes dem Täufer wie alle anderen Sünder und Buße Tuenden taufen (Mark. 1,1-9). Er herrscht den Mann, der vor ihm auf die Knie fällt und ihn mit 'Guter Meister' anredet, schroff an: 'Warum nennst du mich gut. Niemand ist gut außer Gott, dem Einen' (Mark. 10,17f). Von der Trinität, der allerheiligsten Dreifaltigkeit Gottes scheint dieser Jesus als auch noch nichts gewusst zu haben.
Gar nicht dem Bild eines großen Humanisten entspricht Jesus, wenn er brutal und rücksichtslos die Städte verflucht, die ihn nicht willkommen heißen, obwohl sie im Grunde nichts Böses getan haben. Sie hatten lediglich 'erfrecht' ihn, den Gesandten, nicht aufzunehmen. 'Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorrha wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt' (Mt. 10,15; 11,24). 'Und du, Kafernaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen' (Mt. 11,23; ähnlich Luk. 10,15) Gehässig 'verächtlich, aber feierlich deklariert der Gottgesandte: 'Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück' (Luk. 10,11)
Überhaupt scheint das Vergeltungsprinzip 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' im Denken des biblischen Jesus eine nicht unbedeutende Rolle gespielt zu haben, auch wenn er in der sogenannten Bergpredigt, die so nie stattgefunden hat, das Gegenteil betont. Zum Beweis sei das 'Gleichnis von den bösen Winzern' angeführt.

In diesem Gleichnis vergleicht Jesus Gott mit einem Gutsbesitzer, der einen Weinberg anlegt. Übereinstimmend identifizieren christliche Exegeten diesen Weinberg mit Israel. Auch die 'Einheitsübersetzung' der Bibel, herausgegeben im Auftrag der Bischöfe Deutschlands, Österreichs, der Schweiz. Luxemburgs usw. sowie des Rates der evangelischen Kirche in Deutschland und des Evangelischen Bibelwerkes betont ausdrücklich auf Seite 1115: 'Mit dem Weinberg Gottes ist Israel gemeint'. Der Gutsherr, der seinen Weinberg an Winzer verpachtet und dann verreist, ist also Gott, der seinem auserwählten Volk sein Reich zur treuen Verwaltung übergibt. Aber Gott wird von Isreal schwer enttäuscht, was Gott ja nicht vorher gewusst haben kann. Unlogische Bibelschreiberlinge. Wie die Winzer die Knechte und selbst den Sohn des Gutsbesitzes, die für ihn den 'Anteil an den Früchten' abholen wollen, umbringen, so hat auch Israel die gottgesandten Propheten getötet. Dafür muss nun Rache geübt werden. 'Was wird nun der Besitzer des Weinberges tun? Er wird kommen und die Winzer töten und den Weinberg anderen geben' (Mark. 12,9)- 'Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden...und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wenn der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Darum sage ich euch: das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt' (Mt. 21,42f; vgl. Mark. 12,10f)
Es waren solche Stellen im neuen Testamen, die die biblische Grundlage für die Verfolgung der Juden in vielen Jahrhunderten christlicher Herrschaft lieferten. Ein Volk, das Gott selbst fallen lassen und verurteilt hatte, durfte keine Milde seitens des 'neuen' Gottesvolkes der Christen erwarten!

Küngs Versuche, eine Überlegenheit des (biblisch-christlichen) Gottesglaubens aufzuzeigen ist überdem gleich falls absurder Schwachsinn, also wirklich. Einerseits zeichnet Küng ein unzulässig verkürztes" Bild vom Atheismus. Andererseits sei Küngs Hauptargument ein Appell an das Wunschdenken: der christliche Glaube verleihe radikale" Gewissheit, Geborgenheit, Halt, Sinnhaftigkeit. Die Lebensfunktionalität einer Ideologie, ist aber noch kein Wahrheitskriterium. Zudem sollte Küng mit bedenken, das sehr vieles was Jesus predigte aus anderen Religionen stammt, und überhaupt kann nicht jede Religion recht haben. In einem anderem Land wäre Küng höchstwahrscheinlich einem anderen Glauben gefolgt oder gar keinem, so einfach ist das. Erschwerend kommt hinzu, wenn wir die Situation der Außerirdischen mit bedenken, denn was glauben die wohl? Wissen die etwas von der absurden Erbsündentheorie, an die sowieso kein vernünftiger Mensch mehr glaubt oder kennen die Jesus überhaupt nicht bzw. wissen nicht, was es damit auf sich ist? Fakt ist, das es so viele Religionen und spirituelle Kreise gibt, das man Sie nicht mehr zählen kann, und alleine dieses Kriterium verdeutlicht, dass das Christentum unwahr ist. Weiterhin sollte Küng sich eines klarmachen, das jenes allseits patriarchal orientiertes Christentum, sämtliche wichtigen Reden und Ideen, aus - wie erwähnt älteren Kulten abgekupfert hat - und hinzu kommt, das im Dschungel lebende Menschen nichts vom Christentum wissen, ja nicht einmal etwas von Jesus wissen. Wäre Jesus aber allwissend und allmächtig, so müssten auch diese Dschungelmenschen Kenntnis von dem patriarchalischen Jesus haben. Doch, oh Wunder - Sie kennen ihn nicht, und gehen weiterhin ihren eigenen schamanistischen PAN theistischen Ritualen nach. Es ist unglaublich: doch für Küng ist Pantheismus Ketzerei. Fazit: Küng ist und bleibt ein totale überschätzter Theologe.

Küng legt nicht nur nicht nur einen unglaublichen Absolutheitsanspruch an den Tag, er Polemisiert derart, das ich es kaum ertragen kann. Nicht umsonst ist christlich ja nichts anderes als messianisch. Den Judaistischen-Teil ihrer Religion leugnen Christen seit jeher. Küng verschweigt zudem sehr viel, sollte dennoch so ehrlich sein und zugeben wo seine - wirklichen, wahrhaftigen - Wurzeln liegen. Für mich ist Küng letztlich nur jemand, welcher durch seine kirchlich Dogmatische Lehre blockiert ist; denn - warum tritt er nicht aus? Weswegen verteilt er irgendwelche Parolen, die er selbst nicht glaubt?. Küng schreibt zwar gut, doch für mich ist das alles Intellektuelles Glasperlenspielen, nicht viel mehr. Wobei er an-sich recht gut flüssig schreiben kann, dieser Stil kann einem auf Dauer gefallen. Küng tut leider in jedem Buch so, als wenn nur Er und Die weiteren christlichen Theologen wissen würden, was ihr Gott lehrt! Das ist ganz typisch Theologie, und vornehmlich hierbei die der abrahamitischen Religionen. Es gibt zudem nichts Einzigartiges am jüdischen Monotheismus, wodurch er sich von seinem assyrischen Vorgänger unterschiede...Das Gleiche gilt für das Christentum mit seiner Doktrin der Dreifaltigkeit...die sich vollständig an der assyrischen Religion und Philosophie ableitet. Außerdem beweist die Evoutionshteorie, und das auch egal ob sie Directed, also zielgericht ist, oder nicht, das es kein Allmächtiger Gott sein kann....und damit scheidet für mich der christliche Gott einmal aus. Küng erwähnt nicht, das am Anfang Gott eine Frau gewesen ist!. Diese erschütternde wie provozierende Wahrheit wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie gelang es dem Mann, die als Große Mutter verehrte Frau aus dem sinnstiftenden Zentrum des Lebens zu verdrängen?. Wie wirkte sich diese vor rund 5000 jahren einsetzende Umwälzung auf die Entwicklung der Menscheit aus?. Und welche Folgen hat das für uns heute?. Denn seit das von der Frau vermittelte Wissen um die ganzheitliche Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur, umd Werden und Vergehen, Weiterleben nach dem Tod und Widergeburt verschüttet ist, befindet sich der Kosmos nicht mehr im Gleichklang, fehlt uns der Schlüssel zu uns selbst.

Hans Küng schreibt auf Seite 293 über den Der Sinn der Bergpredigt: In der Bergpredigt referiert Jesus eine Bestimmung des Gesetzes": Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. (Matthäus 5,31) um dann dagegen zu setzen: Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; (Matthäus 5,32, 1. Teilsatz) Viele freundliche Christen von heute glauben gern, dass Jesus dies Scheidungsverbot aus menschenfreundlichen Gründen ausgesprochen habe: zum Schutz der rechtlich empfindlich benachteiligten Frau". Der Sinn der Bergpredigt; S. 293 bei dtv) Zu dieser schönen Vorstellung passt allerdings überhaupt nicht, was Jesus im Anschluss daran sagt: und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch. Das heißt, wenn es nach Jesus geht, dann soll eine geschiedene Frau keine Möglichkeit haben, sich durch eine erneute Heirat aus der damals sicherlich recht unangenehmen Lage einer geschiedenen Frau zu befreien. Diesem Jesus geht es offensichtlich nicht um das Wohlergehen von Frauen. Im Gegenteil, sein Verbot der Wiederheirat für geschiedene Frauen ist noch frauenfeindlicher als die entsprechenden Bestimmungen des Gesetzes". Nicht ganz so einfach liegt der Fall für Jesu Verbot der Scheidung. Scheidung ist nicht gleich Scheidung - es spielt eine Rolle, wie es einer Frau danach ergeht, ob sie materieller Not und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt ist, oder ob sie materiell abgesichert und gesellschaftlich akzeptiert ist. In Sachen Ehe und Ehebruch verlangte Jesus besonders unsinnige und inhumane Forderungen (Mt 5,28): Ich aber sage euch: Ein jeder der eine Frau anblickt mit begehrlicher Absicht, hat schon die Ehe mit ihr gebrochen. Was für ein Unsinn. Sollte man Frauen Leben lang in ein schwarzes Kleid packen, nur um diesem Gebot gerecht werden zu können? In der Bibel heißt es zwar (2. Mose 20,14) Du sollst nicht ehebrechen, aber trotzdem erlaubt sie an mehr als einer Stelle, die Frau aus der Ehe zu entlassen

Verhält es sich mit dem (christlichen = guten) Neuen Testament nicht ganz anders?. In noch viel stärkerem Maße bedeutet es, tief verankerte Tabus und Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, wenn man aufzuzeigen versucht: Auch das Neue Testament ist, unter humanem
Standard gesehen, eine nicht weniger problematische Schrift. Was etwa die inhumane Grausamkeit von Strafen angeht,, so fällt es in seinen immer wieder ausgestoßenen Drohungen mit ewigen extremen Höllenstrafen noch hinter das Alte Testament zurück. Denn eine nie endende qualvolle Bestrafung stellt das Extremste an Inhumanität und Grausamkeit dar, das ausgedacht werden kann.

Aber auch die Vermittlung eines Gottes (auch an Kinder!), der als Voraussetzung seiner Versöhnung - »Ohne daß Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung« (Hebr. 9, 22) -, des Erlasses der eigentlich verdienten ewigen Höllenstrafen, ausdrücklich die Kreuzigung, eine der grausamsten Hinrichtungsarten, wünscht, verlangt, eines Menschen, zu dem er gar noch in einem Vater-Kind- Verhältnis steht, bleibt hinter dem archaisch-inhumanen Charakter eines Großteils alttestamentarischer Texte nicht zurück. All dies und viele andere extrem inhumane Implikationen hinderten und hindern bis heute viele Vertreter der deutschen intellektuellen und religiösen Szene nicht, das Loblied der Bibel zu singen. Während entmachtete Ideologien (Nationalsozialismus, Kommunismus) mutig kritisiert werden (zu Recht!), findet sich nach wie vor ein großes Maß an vorauseilendem Gehorsam und Beflissenheit, »Orthopraxie« (G. Anders) des durchschnittlichen deutschen Bildungsbürgers und Intellektuellen gegenüber noch mächtigen und einflußreichen Institutionen. (Etwa, wenn auch nicht nur, in den öffentlich-rechtlichen Medien: Welche großen Scheren in den Köpfen gerade von Fernseh- und Rundfunkjournalisten am Werk sind, kann nur der nachvollziehen, der provokante, tabubrechende Thesen vertritt.)
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am 30. August 2011
Buch hat deutliche Gebrauchsspuren, ist aber vollständig, alle Seiten sind klar erkennbar und natürlich lesbar. Was will man mehr? Für ein gebrauchtes Buch völlig in Ordnung
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am 8. April 2011
Wer dieses theologische 'Werk' gelesen hat, sollte redlicherweise auch 'Das Elend der Theologie' von Hans Albert lesen.
Hans Küng ist einfach nur einer von diesen lächerlichen Theologen, die verwirren wollen und mit nichtssagenden Floskeln und Begriffen um sich werfen.
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