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Kundenrezensionen

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am 23. August 2006
Eines vorab: Diese Erzählung von Agota Kristof ist nichts für schwache Nerven! Beim Lesen schwankte ich zwischen Faszination und Ekel.
Die Geschichte der Zwillinge geht unter die Haut, wobei die bedrückende Atmosphäre durch die kurzen, fast adjektivlosen Sätze verstärkt wird.
Die emotionslose Aneinanderreihung von Hauptsätzen unterstreicht die Brutalität des Krieges und der Geschichte.
Die Zwillinge quälen, stehlen, lügen und morden, scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken. Obwohl die Autorin ohne jede Gefühlsregung zu schreiben scheint, werden beim Leser vielfältige Gefühle geweckt. Eines wird allerdings ganz besonders ins Bewusstsein gerufen:
Die Abscheu vor dem Krieg, der Menschen dazu bringt, in ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit alle Skrupel fallen zu lassen, um die eigene Haut zu retten.
Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
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am 9. Januar 2000
Ein zutiefst verstörendes Buch. Als erster Band einer Trilogie erzählt es die Geschichte zweier Brüder, leiblich und geistig durch und durch Zwillinge. Sie schreiben ihr Leben auf. Gefühle haben darin keinen Platz. Sie schaden nur. Das Leben ist hart, es ist Krieg, sie werden aufs Land gebracht. Stoßen auf Ablehnung. Ihre Großmutter will mit ihnen nichts zu tun haben. Die Menschen wollen mit ihnen und mit ihrer Großmutter nichts zu tun haben. Überleben ist eine Frage der geistigen und körperlichen Abhärtung. Dennoch entwickelt sich etwas. Sie treffen auf Menschen, handeln menschlich, ohne menschlich zu denken.
Der Stil ist grandios, unprätenziös, lakonisch ohne je zynisch zu werden. Er ist gefeit gegen Hass und Lieben, gegen Gewalt und Zärtlichkeit. Nichts erreicht den Kern, der sich nur auf Umwegen erschließt. Große Ereignisse sind klein und können die selbstgeschaffene Welt der beiden nicht erreichen. Das Buch ist eine Beschreibung der Dinge, wie sie unvermeidlich erscheinen, die Beschreibung einer Flucht, die alternativlos wirkt. Wie können sich Gefühle entwickeln, für die kein Platz ist? Sie können es nicht, es gibt für die beiden keine Zukunft.
Das Grausame der Geschichte liegt im Wissen des Lesers, dass er der Faszination des dargestellten Weges nicht erliegen kann, weil er gleichzeitig stärker und schwächer ist als die beiden Kinder. Das Ende ist ein Schock, ein zerstörerisches Erdbeben, das nur versteht, wer die Geschichte lesend mitgelebt hat.
Die Bände 2 und 3 der Trilogie „Der Beweis" und „Die dritte Lüge" erzählen die Geschichte weiter, fallen aber gegenüber dem grandiosen ersten Band etwas ab. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 18. Juni 2001
Ansatzpunkt des Romans ist ein ganz "normales" Trauma. Doch hier verläuft es anders. Das Außerstandesein, sich in der Wirklichkeit zurechtzufinden, das Fluchten aus der Wirklichkeit nach sich zieht, in eine den Mitmenschen verschlossene Welt; hier ist es umgekehrt! Der Roman beschäftigt sich mit dem Fliehen aus der Welt der Träume der Kindheit in die Realität; Flucht aus der Verletzlichkeit, Flucht aus den Gefühlen, Flucht aus Sehnsüchten und Wünschen. Worin liegt eigentlich der Bezug zum Heft? Es sind alltägliche, dokumentarisch festgehaltene "Aufsätze" ohne subjektive Einflüsse, die in einem Schreibheft festgehalten werden. Das große Heft ist die Summe ausgewählter Erlebnisse einer Kindheit/zweier Kindheiten, die mit unglaublicher emotionsloser Nüchternheit beschrieben werden. M. E. steht im Mittelpunkt das Lernen, das gleichzeitig spielerisch als auch mit grausamer Realität den ehrgeizig verfolgten Weg zum Ziel völliger Objektivität und Emotionslosigkeit zeigt. Hier wird der Leser mit einer Erweiterung der herkömmlichen Lernfunktion konfrontiert. Man verläßt nicht nur die Kindheit. Nur wer spielerisch die Realität bewältigt, überlebt. Kristof verschont nicht, läßt keinen Rückzug, kein Verschließen der Augen zu. Im Kern stellt sich dem Leser immer wieder die Frage, ob wirklich Zwillinge gemeint sind ("unser Körper, unser Bewußtsein ..."). Aber keine Ambivalenz, jedenfalls höchstens unterdrückt. Diese wird dem Leser selbst überlassen. Und dann, zum Schluß, die Trennung, unvermeidlich, irreparabel. Kristof wühlt in den tiefen Abgründen menschlichen Daseins und der Leser ist gezwungen, sich in diesen Morast hineinzubegeben, wird mit Schmutz nur so beworfen. Und dort findet er Erstaunliches. Trotz der Härte bricht ein Strudel wunderbarer Gefühle auf, Liebe, Achtung, Stärke, Solidarität, Gerechtigkeitssinn ... Ich freue mich schon auf "Der Beweis".
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am 25. Oktober 2014
Im zweiten Weltkrieg werden Zwillinge, um den Flächenbombardments der Städte zu entgehen, aufs Land zu deren Großmutter gebracht. Die beiden wachsen in einem Umfeld voll Gewalt, Hunger und Demütigungen heran, passen sich an, verhärten und finden ihre eigene Identität. Ihre Erlebnisse während des Krieges und in der Nachkriegszeit schreiben die beiden Jungen selbst in ein das titelgebende große Heft und bilden diese kurzen Aufsätze die Struktur von Kristofs Erzählung.

Obwohl Kristof eine einfache, emotions- und schnörkellose Sprache verwendet und ihr Stil gefühlskalt wirkt, gelingt es ihr dennoch das Grauen und die Entbehrungen des Krieges an der Heimatfront greifbar zu machen und beim Leser Gefühle zu wecken. Ihre sachlichen Schilderungen vom emotionellen Rückzug der Kinder und deren milieubedingter Verhärtung gehen zu Herzen. Unpassend und unnötig sind jedoch die Schilderungen sexueller Abartigkeiten, welche Kristof immer wieder in starker Intensität in die Erzählung einfließen lässt.
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am 9. Mai 2000
Das Buch kann meiner Meinung nach nicht als realistische Erzählung verstanden werden, sondern als eine Art modernes Märchen. Wer sich mit Märchen auskennt, wird sofort erkennen, dass wesentliche Elemente des Märchenstils verwendet werden: einfache Sprache, der Mangel an Emotionen, keine Begründungen für die vorgenommenen Handlungen (oft erklärt sich erst viel später, warum etwas getan wurde), das Auftreten einer Doppelperson, die bis auf den letzten Satz nur von "wir" spricht. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen auch die "grausamen" Szenen in einem anderen Licht, denn sie geben - ebenfalls wie im Märchen -Hinweise auf eine tiefere, unterbewusste Ebene, wo andere Gesetze gelten. Die Frage, was das Buch uns sagen will, stellt sich ebenfalls auf dieser Ebene: hier gibt es sicher verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Meines Erachtens geht es um die Wertmassstäbe der menschlichen Gesellschaft, wie sie sich einem neutralen, gewissermassen ausserhalb stehenden Beobachter präsentieren würden - denn nichts anderes stellen die Zwillinge dar: es sind keine normalen Kinder, sondern intelligente Wesen, die ganz allein zu ihren Massstäben und zu einem Weg, das Leben zu bewältigen, finden müssen. Dies macht sicher die Faszination des Buches aus: es geht um Werte, die jeder Mensch täglich für sich neu definieren muss,nicht nur in Kriegs- oder Ausnahmesituationen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 4. Juli 2013
Ágota kristof benutzt fiktive zwillinge, die von natur aus sehr intelligent sind und in schrecklicher umgebung aufwachsen müssen, um eine Erzählung über Krieg, Armut, Überlebenskampf und menschliche tatsachen aufzubauen.

es sind einerseits harte umstände und details, die diese erzählung ausmachen: von ersten sexuellen erfahrungen - auch mit den eher perversen vorlieben diverser mitmenschen - über die "übungen" der beiden jungen in töten, abhärtung und stillhalten, bis hin zum klugen (wenngleich wohl für manche verstörenden) umgang mit worten, den frau kristof in diesem buch aufnimmt: "keine halben inhalte, nur wahrheiten". raffiniert auch die idee, den roman als werk der beiden kinder aufzubauen, das schafft eine intimität, die man selten in büchern findet.
andererseits wird diese sprache den inhalten mehr als gerecht: wie in einer zeichnung von käthe kollwitz oder van gogh, die nichts beschönt oder verleugnet, sind die immer sehr kurzen kapitel figurationspartikel des ganzen, die sich schließlich zur welt der zwillinge fügen... eine welt der kälte, der enge, aber auch der stärke, die im inneren wächst.

es ist die wahrheit selbst, die in dieser fiktion durchschimmert: die kindheit ist eine zeit des überlebens und gerade wenn es besonders schwer ist, sind (manche) kinder am vernünftigsten und machen alles, um weiterleben zu können.
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am 1. Februar 2004
Im Krieg, zwischen Hunger und Armut wachsen zwei Zwillinge zwangsläufig bei ihrer Großmutter, die den Ruf einer Mörderin hat, im letzten Winkel des Landes auf.
Mit dem Verlauf der Geschichte lernen beide, was sie zum überleben brauchen. Sie betteln, stehlen, töten, hungern, schlachten, stellen sich taub, blind, bewegungslos.
Nach und nach erlangen sie immer mehr Unabhängigkeit, nehmen aber zunehmend egoistische Züge an und leben nach verschobenen moralischen Werten; so lügen sie z.B. zu Beginn des Buches nie, am Ende aber lügen sie dann ihren eigenen Vater an.
Ihr Umfeld, das aus Leiden, Krieg, Tod, Verbrechen und sexueller Perversion besteht, beeinflusst die Zwillinge in ihrer Entwicklung entscheidend.
Sie verlieren bzw. besiegen Emotionen jeglicher Art und stehen zu allem was geschieht in völliger Objektivität.
Ihre Gefühlslosigkeit wird durch eine trockene Sprache untermauert. Die Autorin verwendet kaum Adjektive und Konjunktionen. Die Kapitel werden szenisch dargestellt, Dialoge verlaufen kurz und sachlich. Meist reiht sich Hauptsatz an Hauptsatz.
Agota Kristof hat es geschafft, durch die Verknüpfung von nüchterner Sprache, objektiver Darstellung und kaltem, düsterem Inhalt ein Gefühl der Emotionslosigkeit zu erzeugen.
Emotionen sind einer der Unterschiede zwischen Mensch und Maschine. Das Buch zeigt, wie sehr Menschen zu Maschinen werden können...
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Man soll mit Superlativen vorsichtig sein, aber ich habe in letzter Zeit kein Buch gelesen, dass mich von der ersten Zeile an derart in seinen Bann gezogen hat. Dabei ist es ein kurzes Buch, das jeder innerhalb einiger Stunden zu Ende lesen kann. Aber es ist ein Buch, bei dem jeder Satz wie in Stein gemeißelt daherkommt. Das immer wieder geforderte Entschlacken des literarischen Textes von allem Nebensächlichem, seine Befreiung von allem Ballast, die pure Konzentration auf den Kern - in dem vorliegenden Buch ist sie gelungen.
Kompromisslos und kantig wie die Sätze, in denen die Geschichte erzählt wird, ist auch der Inhalt. Zwei Jungen, es handelt sich um ein Zwillingspaar, geraten in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in das Elend des Hinterlandes an einer nicht näher bezeichneten Grenze (wahrscheinlich ist es die ungarische). Sie werden von ihrer Mutter bei einer monströsen Großmutter abgegeben und müssen bei der herzlosen, stinkenden alten Frau für jeden Bissen hart arbeiten. Doch die Zwillinge, die ebenso wie alle anderen Handlungsträger völlig namenlos bleiben, leiden nur kurz, bald finden sie sich zurecht und entwickeln eine geradezu gespenstische Überlebensfähigkeit. Für alle, die mit ihnen in Berührung kommen, die Magd, den Vater, den Offizier und andere werden sie zum Schicksal. Sie sind weder gut noch böse, sie folgen einfach einem inneren Kompass der sie manchmal zu Wohltätern und manchmal zu Richtern am Ende sogar über den Vater macht Das Buch enthält Schilderungen, wie ich sie noch niemals vorher gelesen habe und die ich nicht so schnell vergessen werde. Mehr wird nicht verraten. Einfach kaufen und lesen!
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am 14. September 1999
Zwei Jungen wachsen im Krieg auf. In der Abgeschiedenheit ihres Dorfes werden sie jedoch erst sehr spät mit kämpfenden Truppen konfrontiert. Aber das Leben ist nicht friedlich, sondern rauh, es herrscht Mangel, die Dorfbewohner sind verstört. Der Krieg bietet Raum, Perversionen auszuleben, jeder für sich, ohne belangt zu werden. Die beiden Jungen wissen das, und auch sie wollen bereit sein für den Krieg. Deshalb beginnen sie ihre „Übungen", etwa die Übung in Grausamkeit: Sie erhängen die Katze und fangen die Mäuse selbst, die sie lebend in kochendes Wasser werfen, ohne daß ihnen das Spaß machte. Hinter all den kurzen Szenen dieses Buches, die in unglaublich lakonischer Sprache verfaßt sind, verbergen sich tiefe menschliche Sehnsüchte. So abartig die Handlungen der Protagonisten und auch der anderen Figuren sind, alle sehnen sich lediglich nach menschlicher Wärme und Zuneigung, die sie zur Not erzwingen wollen und die sie begierig aufsaugen. Die Menschen sind einsam im Krieg, anonym und Einzelkämpfer und jeder um jeden geht daran zugrunde. Um den Abstand zu den verschiedenen Perversionen zu wahren und nicht auch durch sie kontrolliert zu werden, probieren sie eine nach der anderen aus. Sie sind die einzigen, die den Krieg überleben, verändert, aber nicht zerstört. Kristof preist hier den Zusammenhalt der Menschen, das gegenseitige Füreinandereinstehen und verdammt den Krieg als eine wiederwärtige Hervorbringung des Homo sapiens'. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 3. Februar 2004
An diesem Buch scheiden sich die Geister.Es kann sowohl als gefühlskalte Berichterstattung zweier Schicksale verpöhnt , als auch als tiefsinniges und authentisches Werk respektiert werden. Eines steht jedoch fest: es ist kein Buch, dass man zur leichten Unterhaltung lesen kann. Ohne es zu interpretieren kann sein Grundgedanke vom Leser gar nicht erfasst werden.
Dieses Buch zeigt am Beispiel eines Zwillingspaares wie Solidarität und Gerechtigkeitssinn in Zeiten des Krieges erhalten bleiben.
Eine, beziehungsweise zwei Kindheiten werden aus ihrer eigenen Welt heraus der harten Realität gegenübergestellt.Wie diese die beiden Kinder zwingt sich anzupassen schreiben Agota Kristof's Romanhelden ,für meinen Geschmack teilweise zu detailliert, in "das grosse Heft".Ihr kühler, sachlicher Stil, den sie bei diesen Berichten stets beibehalten,berührt und erschüttert den Leser in gleicher Weise.
Sexuelle Übergriffe und Perversion sind Teil ihres Alltages und lassen den beiden Jungen keine andere Wahl, als ihre moralischen Wertvorstellungen ganz neu zu definieren. Dabei spielt der eigene Überlebenswille stets die größte Rolle.
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