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am 30. Juni 2005
Ein Standardwerk, so rühmt der Vorsatz, sei die Biographie des großen Dichters, geistreich und lebendig geschrieben. Verhält sich's so ?
Friedenthal entsproß dem Jahrgang 1896, wuchs noch im Kaiserreich auf; es schlägt sich dies in seinem sorgsam formulierten Stil nieder. Der Duktus ist elegant, erinnert ein wenig an den Golo Manns; das Buch ist nicht umständlich, es ist gemessen geschrieben. Bildhaft ist es nicht. Hie und da wird ein Originalton eingeworfen, wobei der Autor mit der Kenntnis der populärsten Goethe-Zitate rechnen kann; nicht das berühmte Goetz-Wort bringt er an, wohl aber den späteren Kommentar zur Selbstzensur: „Mußt all die garst'gen Worte lindern, aus Scheißkerl Schurken, aus Arsch mach Hintern ".
Tatsächlich kommt die Lektüre ab einem gewissen Punkt leicht ins Stocken; es liegt dies wohl an der Vita selbst, die im Laufe immer weniger Äußerlichkeiten aufzubieten hat, sich immer mehr verinnerlicht. Und Goethes Gedankenwelt ist nicht leicht nachzuvollziehen, zumal er seine Sprache mit anderen als den herkömmlichen Bedeutungen unterlegt. Wer wüßte schon, daß "das Dumpfe" für Ahnung - schöpferische Ahnung - steht ?
Vom Blick auf Goethes Ahnen schlägt Friedenthal den Bogen über die bekannten Lebensstationen Frankfurt, Leipzig, Straßburg, Wetzlar usw. hin bis zur Sterbeszene, die er der mythischen Verklärung entzieht; „mehr Licht" mag der Greis gefordert haben, es ist eher Legende als verbürgt, doch kommt der nüchternere Arzt zu Worte, der ihn zuletzt gesehn, der spricht von gräßlichster Todesangst.
Fundiert ist das Buch gewiß, stützt es sich doch auf verschiedene Quellen, nicht nur die goethefreundlichen; Friedenthal bedauert, daß mancherlei interessantes Zeugnis vernichtet ward, selbst von Goethes eigener Hand.
Insonderheit dem Seelenleben seines Helden widmet sich der Biograph, seinen vielen „Häutungen", der Entwicklung zum etwas altklug-aufschneiderischen, nicht sonderlich fleißigen Studenten, zum kraftmeiernden genialischen Jungdichter, zum naturerforschenden Wanderer, hin zum abgeklärten Olympier, und nicht immer kommt der Dichterfürst dabei gut weg. Freundschaften wie Liebschaften konnte er abstreifen wie ein abgetragenes Kleid, es ist eins seiner Kennzeichen, und neben den Zeugnissen, die ihm Wärme und Freundlichkeit im persönlichen Umgang bescheinigen, werden auch solche genannt, die ihn kühl, unnahbar, unzugänglich erlebt haben. Seine schönsten Liebesgedichte waren Liebchen gewidmet, die er bald darauf verließ, bindungsscheu, wie er ein Leben lang war. Die vielgerühmte Beziehung zu Schiller charakterisiert Friedenthal eher als Kampf denn als Freundschaft, „aber ein höchst fruchtbarer Agon wie bei den Wettbewerben der Griechen", in dem Schiller der aktivere Part zukam. Die vielen Akteure dieses Lebens, die den Protagonisten für mehr oder minder lange Zeit begleiteten, werden ausgiebig gewürdigt, nicht nur die bekanntesten, und deutlich ist der Biograph um Objektivität bemüht. Lediglich Corneliens, Goethes Schwester, gedenkt er mit wenigen und recht kühlen Worten; Sigrid Damms einfühlsamere Darstellung sei hier empfohlen.
In der recht breit angelegten Vita kommt der eine und andere Abschnitt etwas kurz weg, so wird der Harzreise 1777 kaum eine halbe Seite gewidmet (einem Harzer, der alle Nasenlang auf einen Goethefelsen stößt, fällt das auf).

Die Goetheschen Werke werden aus der Lebensphase verständlich, in der sie entstanden sind, trutzig-rauh der frühe „Goetz", abgeklärt die „Iphigenie" der mittleren Lebensjahre, symbolistisch-wunderlich „Faust. Der Tragödie zweyter Theyl", das Alterswerk. Wer die Gesamtausgabe verschlungen hat, findet hier die Hintergründe für die Entstehung. Wer mit dem Dichter nicht viel anfangen kann, kann beruhigt feststellen, daß das Publicum schon zu seinen Lebzeiten ihn nicht nur als Genie hochleben ließ, sondern auch seine Verständnisprobleme mit dessen manchmal wunderlichen Produktionen hatte.

Ein zwiespältiges Bild entsteht vom Dichterfürsten, den Deutschland als seinen wichtigsten feiert und der doch vor allem in Schulbüchern gelesen wird. Dies ist das große Verdienst des Buches: ein differenziertes Bild entworfen zu haben, das neben den unbestrittenen Leistungen auch die Schattenseiten des Dichters zeichnet. In einer kultivierten Sprache, die zu lesen sich immer noch lohnt.
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am 16. Juni 2007
Es ist gerade Friedensthals Position zwischen den Zeiten, die seine Sicht auf Goethe so interessant macht: Als einer der letzten Vertreter des deutschen Bügertums kann Friedenthal einen Blick auf Goethe werfen, der in seiner denkerischen Weite und teils idealistischen Unbekümmertheit von der Gegenwart aus nicht mehr zu werfen wäre. Gleichzeitig zeigt sich Friedenthal bemüht ein Psychogramm zu entwerfen, welches die versteckten Widersprüche in Goethes Existenz beleuchtet.

Das Ergebnis: ein unvergleichlich anschaulicher und gleichzeitig denkerisch reicher Stil. Ein ungemein lesenswerten Buches, das eine ganze Epoche mit all ihren Figuren, Dramen und letzendlich ihrem schwer fassbarem Protagonisten heraufbeschwört. Vielleicht ist das gerade der große Wurf dieser Biographie: Goethe in all seiner Vielschichtigkeit zu beschreiben und ihn so stehen zu lassen. Eindeutig: 5 Sterne.
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am 19. August 1999
Richard Friedenthals Goethe-Biographie ist nicht auf den Dichterfürsten beschränkt. Akribisch beleuchtet Friedenthal die Seitenakteure, die Liebschaften und was wirklich dahinter steckt, die Personen im Hintergrund (Mutter, Vater, Schwester etc.), das Umfeld und viele weitere Aspekte. Dem Autor kommt es dabei darauf an, über Goethes Umfeld seine Handlungen und Denkweisen verständlich und erklärlich zu machen. So springt er also von einer Person zur nächsten, wendet sich mal über zwei bis drei seiten einem gänzlich anderen Thema zu und macht es so dem Leser recht schwer, zu folgen. Sonderlich leicht oder gut liest sich diese Biographie denn auch nicht. Sie hat gewiß ihren Reiz, da sie Goethe in seinen sozialen Beziehungen und Zeitströmungen zeigt und ihn so einreiht in ein Gesamtbild, aus dem er freilich immer noch gehörig hervorstrahlt. Das hohe sprachliche Niveaus des Autors tut sein übriges, dieses Buch zu einer schweren Lektüre zu machen. Es lohnt sich, es zu lesen, aber man wird als Leser immer einmal Ermüdungserscheinungen zeigen und das Buch für ein paar Tage zur Seite legen. Nicht gerade der einfachste Einstieg in Goethes Leben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 29. Juli 2013
Goethe - ein Phänomen seiner Zeit. Über den Menschen Goethe erfährt man durch seine Werke nicht viel, denke ich, auch im Literaturunterricht an den Schulen. Die Biografie von R. Friedenthal gibt einen ernüchternden Einblick in das Wesen und menschliche Qualität unseres Literatur-Idols. Was mich erschreckt hat ist, dass Goethe es nicht fertig gekriegt haben soll, bei der Beerdigung weder des Vaters noch seiner Mutter anwesend zu sein und den Eltern die letzte Ehre erwiesen zu haben.
Auch tritt in diesem Buch von Friedenthal zutage, was in der Fan-Gemeinde um den Mythos Goethe offenbar kaum zur Kenntnis genommen wird: J.W. "von" Goethe litt unter erheblichen Minderwertigkeitskomplexen, die allerdings gleichzeitig auch Triebkraft war für seine literarischen Werke und einige seiner eher unspektakulären Erfindungen. Auch finden sich unübersehbare Hinweise darauf, dass er wohl auch weniger sympathische Neigungen auslebte, über die ich hier nicht näher eingehen will. Finden Sie, lieber Leser dieser Rezension, es doch selbst heraus!
Goethe schämte sich übrigens offenbar dazu noch seiner sozialen Herkunft. Ihm waren die Schneiderei und der Gasthof seiner Familie nicht gut genug, aber gut genug dafür, davon den meisten Teil seiner materiellen Lebensansprüche zu realisieren. Er war überaus eitel, sowohl seine Kleidung als auch seinen Geltungsdrang betreffend. Er lebte vom Geld seiner Eltern. Und er verdingte sich hemmungslos am Hofe des Sächsischen Kurfürsten. Wobei der eine sich mit dem andern schmückte, dass möchte ich hier nicht unterschlagen.
Auch ist weniger bekannt, dass viele Werke des Dichters zu dessen Lebzeiten nicht wirklich den Erfolg generierten, den wir im Nachhinein und heute unterstellen. Vieles davon ließ sich einfach nicht gewinnbringend oder überhaupt verkaufen. So gesehen entzaubert Friedenthal mit seiner Biografie über Goethe auch dessen Unantastbarkeit als Dichterfürst und Genius und als Mensch. Seit diesem Buch sehe ich Goethe etwas nüchterner und mit mehr Distanz. Ein lesenswertes Buch. Ein Muss, will man tieferen Einblick nehmen auch in das ganz private Leben und Wirken unseres großen, einzigartigen Nationalhelden. Ergänzend dazu empfehle ich auch die überaus aufschlussreiche Biografie über die Mutter von Goethe, ebenfalls von Friedensthal verfasst. Fazit: Das Denkmal „Goethe“ ist in Schieflage geraten, so ungeheuerlich das von diesem oder jenem Leser hier auch aufgenommen werden mag.
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am 24. Januar 2016
Eine hervorragende Goethe-Biograde. Diese Biografie ist zwar nicht die aktuellste, sie ist aber hervorragend geschrieben und gibt einen umfassenden Einblick in die Zeit und das Leben des großen Dichters.
Diese Buch liest sich wie ein Roman. Wunderbar zu lesen
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am 14. November 2013
Das Werk war uns seit längerem bekannt. Wir hatten es seit vielen Jahren in Besitz. Es handelt sich um eine feuilletonistische Darstellung Goethes und seiner Zeit, die sehr gutes Hintergrundwissen vermittelt. Da wir unser Buch als Geschenk weggegeben haben, haben wir uns ein neues Exemplar angeschafft.
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am 30. Oktober 2013
Diese Biografie ist aus meiner Sicht eine echte Bereicherung. Ich liebe Goethe sehr, konnte aber bisher mit dem Kult um seine Person nichts anfangen. Diese Biografie sollten sich Goethe-Liebhaber unbedingt näher ansehen und genießen.
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am 14. Dezember 2013
Hier wird ein Mensch mit Licht und Schatten gezeigt, auch wenn mancher Leser vielleicht lieber die Beschreibung einer Lichtgestalt lesen würde. Heldenverehrung findet sich anderswo. Unbedingt lesenswerte Lektüre .
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am 16. April 2001
Friedenthal versteht es meisterhaft, nicht nur eine Lebensbeschreibung zu liefern, sondern auch das Lebens- und Wirkungsumfeld Goethes sehr einfühlsam zu schildern. Freilich nicht einfach zu lesen (wie Goethe selbst auch!).
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