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Kundenrezensionen

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am 28. April 2014
Fünf Sterne für klare Beobachtung und Stil, vor allem für eine gewisse Richtigstellung der Tatsachen: in diesem schönen Teil unserer Welt läuft seit Jahren ein Prozess, der - unter vielen anderern Ungerechtigkeiten - militante Landnahme beinhaltet. Die, denen das Land weggenommen wird, sind "Terroristen", aber was sind dann die Aggressoren? Mir scheint seit langem, dass nach dem Holocaust die nichtjüdische Welt in einer Art Geiselhaft für die Vergangenheit ist, und den mittlerweile hochmilitanten Israelis alles mit Achselzucken nachgesehen wird.

Altmann hat ein Buch über die Vergessenen geschrieben, über die, die nicht gehört werden, denen von keiner Seite her Unterstützung zukommt. Ich werde dieses tolle Buch an alle meine Bekannten verteilen - vor allem an jene, die noch nie in Israel/Palästina waren und die trotzdem lang und breit über die dortigen Zustände erzählen.

Glückwunsch an den Autor, der es wiedereinmal schafft, einen Reisebericht wie einen spannenden Roman mit jeder Menge "echten " Menschen drin zu schreiben!
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TOP 500 REZENSENTam 20. Juli 2014
Dieses Buch des Reiseschriftstellers Andreas Altmann hat drei Komponenten:
1. Seine Gespräche mit den Menschen, die er in Palästina traf, ihren Geschichten und seine Beobachtungen
2. Seine bissig-witzigen Kommentare, wenn es um tiefgläubige Menschen und ihre Religionen geht.
3. Sein antireligiös-monokausales Erklärungsmodell der Konflikte
Die erste Komponente ist zwar leicht chaotisch, aber aufschlußreich und macht das Buch interessant, die zweite wird glühenden Atheisten gewiß sehr gefallen, religiös und gemäßigt säkular Gesinnte werden ihr die Unterhaltsamkeit aber absprechen. Die dritte Komponente, Altmanns vorurteilsbehaftetes Schwadronieren über die Konfliktursachen, ist für alle gleichermaßen wertlos.

□ Zu 1. GESPRÄCHE UND BEOBACHTUNGEN
Altmanns Reisebericht ist eine durchaus faktengeleitete Parteinahme für die Sache der Palästinenser. Der Leser hat angesichts der präsentierten Detailfülle und der genannten Namen auch überhaupt keinen Anlaß am Unrecht der israelischen Besatzung und der Maßlosigkeit der berichteten Siedlerübergriffe zu zweifeln. Vollkommen glaubhaft ist z.B. die Geschichte der jungen Palästinenserin Sundus, derem kleinen Bruder eine israelische Siedlerin einen eiergroßen Stein in den Mund würgte, wodurch seine Schneidezähne brachen. Obwohl ein Soldat gegen die Täterin aussagte, wurde sie nur zum Wegziehen verurteilt, aber weder zur Übernahme der Zahnarztkosten noch zu Schmerzensgeld. Der Leser muß sich freilich damit abfinden, daß diese weitererzählte Geschichte wie die meisten anderen nicht abschließend beurteilbar ist. Ob richterliche Parteilichkeit, politisch gesteuerte Haftungsausschlüsse oder erfolgreiche Winkelzüge des Anwalts der Gegenseite, alles ist möglich. (In keinem Land ist so etwas unbekannt: s. dazu ZEIT Nr. 21/2013 über einen Surfer an der Ostsee, den ein Multimillionär mit seiner Motorjacht überfuhr und schwerst verstümmelte, ohne daß der bis dato Schmerzensgeld zahlen mußte.) Wichtiger ist freilich der Gesamteindruck, der sich ja aus der Vielzahl der zusammengetragenen Einzelelemente ergibt.
Altmanns überfallartige Interviews entsprechen nicht gerade normaler journalistischer Praxis. So spricht er Aaron ben Ab-Hisda, den Hohenpriester der kleinen israelitischen Gemeinde der Samaritaner, die wegen ihrer eigenen strengen Rassereinheitsregeln unter Inzestfolgen leidet, ohne jede Umschweife auf seine schwerbehinderten Söhne an. Das wird nicht jedem Leser gefallen, aber auch so lassen sich Daten und Aussagen gewinnen.

□ Zu 2. POLEMISCHE KOMMENTARE
In seinen Kommentaren neigt der Autor zu maßlosen Übertreibungen. Auf S. 17/18 beginnt er bei der Betrachtung orthodoxer Juden, die im Hochsommer ausstaffiert mit Pelzmütze auf dem Weg zur Synagoge sind, mit harmlos witzigem Spott und läßt einen Orthodoxen zu Gott sprechen: "Schau, Erhabener, ich schwitze wie ein Schwein, aber du willst es so und das macht uns zwei glücklich", um gleich anschließend ins Schwadronieren und haltlose Verallgemeinern zu kommen: "Dieser grenzenlose Zorn auf Leichtigkeit. Das Unerträglichste, auch Unheimlichste, an den drei Weltreligionen scheint ihr frenetisches Verlangen zu bestrafen. Die eigenen Gläubigen, die anderen, jeden". Am Ende unterstellt er den Religionen einen allgemeinen Haß auf die Lebensfreude. Seltsam, daß der Autor überhaupt kein Gespür dafür hat, daß er da nicht nur vollkommenen Unsinn redet, sondern lediglich über seinen eigenen Religionshaß Aufschluß gibt. Dadurch, daß er sich mit seinen nicht nachvollziehbaren Vereinfachungen und überzogenen Angriffen kurioserweise den Schimpfpredigten religiöser Fundamentalisten annähert, bringt er unnötig auch die sachlichen Teile seines Buches in Gefahr und Mißkredit.

□ Zu 3. WERTLOSE EKRLÄRUNGEN
Im Gottesglauben und in den Religionen sieht der Autor die Quelle allen Unheils und den Hauptkonfliktherd. Allein der Umstand, daß in Palästina die Wasserressourcen knapp und umkämpft sind, könnte ihn eines besseren belehren (von demographischen Hypothesen wie in Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen ganz zu schweigen). Das historische Hintergrundwissen des Autors ist gering und - obwohl er aus dem katholischen Wallfahrtsort Altötting stammt - auch das religiöse.

FAZIT
Wenn man in Abzug bringt, daß Altmann seinen Religonshaß nicht vernünftig unter Kontrolle halten kann, ihm gewissermaßen andauernd der anti-religiöse Gaul durchgeht, ist seine Reisereportage lesenswert.
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am 17. März 2015
Ich bin bekennender Altmann - Fan. Das vorweg.
In diesem Buch erfüllt er zum wiederholten Mal alle meine Hoffnungen, ja übertrifft meine Erwartungen. Sehr intensiv recherchiert berichtet er mit enormem Hintergrundwissen in zuweilen liebevollem Detailreichtum über das nicht vorhandene Zusammenleben in Israel und Palästina und die (geschichtlichen) Hintergründe dazu. Altmann's einzigartige Fähigkeit , Sprache und Ereignisse in Worte zu fassen und Dinge in phantasievoller Weise zu beschreiben und darzustellen erfährt hier eine weitere Bestätigung. Für mich (sowieso) ein Kauftipp. Wegen der fundierten Ereignisschilderungen, wegen Altmann.
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am 25. März 2014
... zum „Palästina“- Buch

Eine seiner letzten Etappen der Palästina-Reise führte Andreas Altmann zur Holocaust Gedenkstätte und ich verglich seine Eindrücke mit meinen, als ich im Konzentrationslager Sachsenhausen war. Er kann das besser als ich schildern und zwar so, wie er es immer tut: Mit starken Worten und dem Ekel vor allem Betroffenheitsgesäusel. Die Empörung über das Gebaren einiger Mitmenschen kann ich bestens nachvollziehen, denn auch mir begegneten die unermüdlichen Handyknipser auf der Jagd nach spektakulären Aufnahmen für ihr Familienalbum (Wirklich wahr: Mutti und Vati sitzen strahlend in der Baracke am Holztisch und Sohnemann fotografiert.)
In Sachsenhausen haben sich Verantwortliche allerdings noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
Kurz vor dem Lagertor mit der Hohnschrift „Arbeit macht frei“ kann man lecker Kuchen essen! Ein fröhlicher Aufsteller weist den Weg zum Café im Hof. Dürfen wir uns als nächstes auf einen Souvenir-Shop freuen?
Zurück zum Buch: Ich habe nun ansatzweise verstanden, was da in Palästina und Israel vor sich geht und das verdanke ich den Geschichten, die uns Andreas Altmann erzählt. Die kriegt er aber nur, weil er – mal wieder - mitten drin ist, auf beiden Seiten. Dabei als Leser nicht parteiisch zu werden, fällt mitunter schwer. Er praktiziert das vorbildlich.
Er bleibt nie am Rand, denn er muss ja wissen, wovon er schreibt. Diesen eigenen Anspruch empfinde ich als grandios.
Selbst vor einem illegalen Grenzübertritt schreckt er nicht zurück. Nicht, weil er „Grenzübertritt“ spielen will, sondern um zu verstehen, was da genau passiert. Die, die das tun, sind Palästinenser, die für einige Zeit auf der israelischen Seite schwarz arbeiten.
Als Geographie-Niete die ich bin, hat mir die Karte auf der Innenseite des Deckels übrigens sehr geholfen, seine Stationen nachzuvollziehen.
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am 16. März 2014
In seinem neuen Buch „Verdammtes Land Eine Reise durch Palästina“ erzählt Andreas Altmann über Palästina und Israel, was eigentlich jeder halbwegs interessierte Zeitgenosse schon längst wissen müsste (für alle anderen ist das Buch sowieso SOFORTIGE Pflichtlektüre), aber WIE er das macht, ist vom Feinsten und geht auch notorisch Nachrichtenverseuchten unter die Haut.
Wenn das Grauen der subtilen oder brachialen Gewalt ein Gesicht bekommt, einen Namen, eine (wahre) Geschichte, dann kann man das nicht mehr einfach an sich abperlen lassen.
Und so ganz nebenbei werden dabei auch die Geschichte und die Hintergründe eines Jahrzehnte, Jahrhunderte oder eigentlich ja Jahrtausende alten Konflikts erzählt und erklärt, nicht langatmig und besserwisserisch, sondern einfach, mitfühlend und menschlich.
Dabei dienen nicht nur die „Schutzengel“ seines Lieblingsfeindes PC und die Schilderung atemberaubender (Abend)Landschaften dazu, die perfide Unterdrückung nicht nur des palästinensischen Volkes, sondern auch der Frauen beider konservativer Lager besonders hervorzuheben, auch ganz leise, feine Liebesgeschichten und die wunderbare Sprache, die immer den richtigen Ton trifft, sindhervorragend geeignete Gegensätze.
Ein großartiges Buch, das man, selbst wenn man eigentlich sowieso alles gewusst hat, begeistert und ein bisschen gescheiter und versöhnlicher an den nächsten Leser weiter reicht.
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am 4. April 2014
Den vielen positiven Rezensionen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Meine 5 Sterne erhält das Buch dafür, dass es Herrn Altmann auf beeindruckende Weise gelungen ist, das komplizierte Thema so eindrücklich hautnah an uns Leser heranzubringen.
Auch die ausgiebige und umfassende Recherche über NGOs und die Aktivitäten kleinerer Gruppen auf beiden Seiten , deren Existenz uns hier in Deutschland in der Regel verborgen bleibt, machen das Buch absolut lesenswert.
Ich wünsche dem Buch viele kluge Leser und Rezensenten (die die Message des Buches auch klar verstehen und vermitteln können). Und natürlich auch eine Übersetzung ins Englische, die gerade für diese Thematik ungeheuer wichtig wäre.
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am 25. März 2014
Altmanns neues Buch mit schönen Begriffen zu loben, geht nicht. Überhaupt fällt das Sagen schwer, was und wie einem geschieht auf den Seiten, in den Geschichten, hin und her gerissen zwischen den Gedanken, Meinungen, Haltungen, die den schwelenden Krisenraum Palästina aufladen. Ja, das Buch knallt so recht ins Herz und Hirn, dass es einem die Sprache verschlägt; und gehörig die persönliche Unwissenheit versaut, die es leicht macht, neben der eigenen Nase den Rest der Welt auszublenden. Eine Antwort tröstet nirgends, denn eine Lösung ist nicht in Sicht; die größte Frage bleibt traurig unlösbar: Warum? Für die nächste Frage aber, nämlich die, wie man trotz allem lebensfroh bleibt, engagiert und beherzt, ja, beswingt, liefert der reisende Autor selbst ein leibhaftes Beispiel. Altmann ist zu danken: für den Denkzettel, den Gewinn an Nähe zu Menschen und Leiderfahrungen, die in der Ferne und medialen Verkürzung unscharf bzw. unsichtbar blieben. Er bringt jenen jüdischen Inbegriff von Menschlichkeit ins Spiel – „a Mensch“ – und zündet zugleich die Sehnsucht an, genau ein solcher zu sein, zu werden. Das ist nicht wenig, das tut gut. Und was kann Kunst, was könnte Literatur mehr erreichen als das: fürs Leben aufwühlen.
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am 13. April 2014
Die Geschichten berühren, fordern heraus. Das anonyme Leid hat viele Gesichter bekommen. Der Wahnsinn strengt an. Poesie und Wärme besänftigen das Herz. Einfach schön, wenn Geschichten und Begegnungen Nähe und Mitgefühl herstellen.
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am 5. April 2015
Ich mache es kurz - vielen Dank an Andreas Altmann für dieses genial geschriebene Buch. Besser und verständlicher kann man ein solch kompliziertes Thema nicht erklären. Wie Sie z.Bsp. den religiösen Wahn sezieren, spricht mir so tief aus der Seele. Meine Stimme für dieses Buch im Lehrplan der Schulen haben Sie sicher.

Das Lesen war ein Genuss.
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am 25. Juli 2016
Dieses Buch ist für alle interessant, die sich für die Lebenswirklichkeit in Palästina (und Israel) und für Menschen und ihre Geschichten interessieren. A. Altmann zeigt auf, wo hier der Irrsinn grassiert, aber auch, wo es Hoffnung gibt. Er lässt die Menschen zu Wort kommen, lässt sich erzählen, wie ihr Leben in diesem Landstrich aussieht. Er schreibt in einem flüssigen, fesselnden, präzisen Stil. Brillant, tiefgreifend und genau beobachtend beschreibt er seine Begegnungen, Eindrücke und Empfindungen.
Da alle, von denen berichtet wird, nicht von vornherein gerichtet wurden, trauten sie sich zu reden. Wir erfahren Gedankengänge, die einen erschaudern lassen, von denen man nicht glauben kann, dass sie aus diesem Jahrhundert stammen. Und von denen, die sich ein modernes Leben wünschen. Die auf eine Lösung des Konfliktes hoffen und nicht den anderen vertreiben, sondern in Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben möchten. Also ein Leben, in dem man sich frei entfalten, wachsen, sich frei bewegen und gedeihen kann. Wie selbstverständlich für uns, die wir in Deutschland leben. Wie unvorstellbar für Palästina und Israel. Warum? Hass und Ärger sind die unproduktivsten Gefühle. Sie verhindern so vieles, z. B. auch einfachste und für uns selbstverständliche Dinge, dass sich ein Mann und eine Frau in der Öffentlichkeit umarmen, dass die Frau selbst entscheidet, wie sie leben will, u.v.m. Wer von uns würde sich das gefallen lassen? Wieviel ständige Bevormundung und Provokationen, sei es durch die Vorschriften der Religionen, oder einer Besatzungsmacht, kann ein Mensch wegstecken? Wann verhärtet er? Wann tickt er aus? Wann bricht er?
Und A. Altmann stellt vieles in Frage: Alte „Wahrheiten“, Verhaltensmuster, Traditionen, die nicht dem Menschen dienen, sondern ihn knechten, beschneiden (leider auch im wahrsten Sinne des Wortes), einschränken, drangsalieren. Er legt den Finger in die Wunde(n) und reibt zusätzlich verbal Salz mit hinein, wenn es darum geht, dass dem Menschen sein Recht auf ein angemessenes Leben, sein Recht auf Würde und Freiheit genommen wird. Eindringlich seine Schlussfolgerungen. Neue, kluge Gedanken ziehen durch dieses Werk. Sicher unbequem. Sicher subjektiv. Aber wenn man sich die Mühe macht, sie zu durchdenken, kann man Erkenntnis hinzugewinnen.
In diesem Buch wird auch von verschiedenen Organisationen, NGOs und einzelnen Menschen berichtet, die ihr Leben darauf verwenden, sich für ein Miteinander stark zu machen, dem anderen in der Not beizustehen und wo es geht, konkret zu helfen. Sei es palästinensischen Kindern einen Tag am Meer zu ermöglichen. Oder sich für die Aufklärung von Unrecht einzusetzen. Oder Bustouren zur Aufklärung zu organisieren. Hoffnung gibt es, auf beiden Seiten. Menschen, die ihren Kopf und ihr Herz fühlen und sprechen lassen. Sich nicht damit abfinden wollen und können, dass sich die ewige Spirale von Gewalt, Unterdrückung und Erniedrigung immer weiter dreht und immer neue Demütigungen und Zerstörung von Mensch (physisch und psychisch) und Material mit sich bringt.
Er führt uns Menschen vor Augen, deren Lebensperspektive so manchen von uns, der in Frieden und Demokratie leben darf, kapitulieren ließe. Keine Zukunft, keine Hoffnung, keine Aussicht auf Besserung der allgemeinen Situation. „Wir sind alle überfordert.“ und „Why do I live?“ diese Sätze (einer von einer in Israelin und der andere von einem Palästinenser) sind wohl mit die traurigsten, die ich je las, weil sie die Fassungslosigkeit so knallhart auf den Punkt bringen.
Das Lesen dieses Buches war für mich sehr bereichernd. Schade, dass es dieses Buch noch nicht in einer englischen Version gibt. Ich wüsste spontan 10,5 Millionen Menschen, denen ich gerne dieses Buch empfehlen würde.
Bemerkenswert ist, dass der Autor sich seine Feinfühligkeit, seine Offenheit und seine, dem Menschen zugetane, Herzenswärme bewahren konnte, trotz allem, was er erlebt hat, ja, sie geradezu immer weiter ausbaut, in dem er in einem Menschen immer den Menschen sieht. Dies schreibt sich so leicht und klingt nach einem Gemeinplatz. Wenn es allerdings aufrichtig und ehrlich mit Leben gefüllt sein soll, kostet das viel Kraft und manchmal auch Überwindung.
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