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Kundenrezensionen

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am 28. Februar 2013
Interessant zu beobachten, dass es scheinbar fast nur extreme Bewertungen gibt: ein Stern oder fünf Sterne. Und natürlich sollte, wenn man im Sinne des Wortes Rezension bleibt, eine solche natürlich ausschließlich dann erfolgen, wenn das Buch auch gelesen wurde. Erstaunlich, dass die 1-Stern-Kritiker in nicht unerheblichem Teil fordern, das Autorenteam solle doch mal die Homöopathie an sich ausprobieren, bevor sie ein Urteil fällen, selbst aber "Rezensionen" schreiben, ohne das Buch gelesen zu haben. Für mein Empfinden offenbart sich so auch die Heuchelei, die in den Heilsversprechen der Methode Homöopathie steckt. Es ist die eierlegende Wollmilchsau, nur Nutzen, kein Schaden. Viel preiswerter als die wissenschaftiche Methode und die Nutzenden und Anbietenden sind eigentlich bessere Menschen als diejenigen, die sich in der "konventionellen" Sparte tummeln.

So ist es nun aber in meiner persönlichen Erfahrung nicht. Ich hab das Buch gelesen (aber nicht bei Amazon gekauft) und ich habe während meines Medizinstudiums jahrelang im Arbeitskreis Homöopathie mitgemacht, hochpreisige (!) Kurse besucht (Georgos Vithoulkas und Dario Spinedi zum Beispiel), mich selbst von renommierten Homöopathen behandeln lassen, Selbstversuche unternommen, mir für viel Geld eine umfangreiche Bibliothek und "Apotheke" zugelegt (dummerweise sogar das Synthesis-Repetitorium) und, ja, ich gestehe und schäme mich jetzt dafür, mein Kind selbst behandelt. Alles auf der Basis der Homöopathie-Ideologie, die viel engstirniger ist als die konventionelle Wissenschaft, weil nicht sein kann, was nicht sein darf (dieser Vorwurf wird den wissenschaftlichen Methoden hier und anderswo oft gemacht). Ich bin also in den Augen der methodenbefürwortenden Personen der Paulus, der zum Saulus wurde. Ich seh es aber andersrum. Das Zeug ist für die Katz' (und ich bin kein Veterinär).

In einem Interview auf SR2 habe ich mir das "Fragen an den Autor" ([...]) zu diesem Buch angehört. Frau Heissmann bringt es da auf den Punkt: Wird ein Leiden in Zusammenhang mit der Behandlung durch einen Homöopathen besser, hat der recht. Wird es schlechter, ist das die "Erstverschlimmerung", hilft es nicht, ist es das falsche Mittel. Dass es aber die falsche Methode sein könnte, das ist nicht erwägbar. Ein Entrinnen aus der internen Logik ist nicht möglich, wie bei vielen Ideologien. Und dabei sollte man doch gerade bei absoluten Heilsversprechungen besonders skeptisch sein, ob es nun der gemeine Arzt oder der Aurachirurg ist. Da kann man sich auch gleich eine fünfte Regierungszeit von Silvio Berlusconi wünschen: Der verspricht dem Wahlvolk auch alles, die Evidenz sagt aber, dass daraus wahrscheinlich nix wird. Und ich glaube (!), ein echter und glühender kritischer Wissenschaftler wie Galileo Galilei würde sich im Grabe rumdrehen (wenn sowas möglich wäre, vielleicht mit Corpus mortui in LM-Potenz), wenn er wüsste, dass er für solche Vergleiche herangezogen wird. Überlegt man sich mal wie unterschiedlich, als Beispiel, so eine Honigbiene sein kann, aus der Apis mellifica hergestellt wird, wie viele Stoffe in so einer Biene drin sind, die vielleicht nicht nur Pflanzen aus biologisch-dynamischen Landbau bestäubt hat, sondern auch ein paar Gifte aus der Umwelt mit sich getragen hat. Hat dieses Apis mellifica dann, wenn die enthaltenen "Informationen" energetisch, chemisch, physikalisch, was auch immer, im Superhirn Wasser exponentiell zunehmen, denn die gleiche Wirkung wie die Biene, die damals Herr Hahnemann zerrieben hat oder die Personen einnahmen, die Herr Kent für sein Repititorium in der Arzeneimittelprüfung befragt hat? Wie rein war deren Wasser vor 100 oder 200 Jahren? Nach den Regeln der Homöopathie müsste, um im Beispiel zu bleiben, jede "Biene" als Arzeneimittelprüfung neu getestet werden. Ob sich dann das Herstellen neuer Homöopathika noch rechnen wird? Kritisch sein heisst für mich, insbesondere der eigenen Methode gegenüber kritisch sein. Und das bin ich, auch wenn ich hier nur zur Homöopathie schreibe.

Ich bin Kinderarzt, die Frage nach schonender Behandlung wird oft gestellt. Und natürlich wollen Eltern das Beste für ihr Kind. Ich will das auch für deren Kinder. Das beinhaltet aber auch, dass man seine Kinder in ihrer Krankheit begleiten muss, durchwachte Nächte hat und tiefe, dunkle Augenringe, insbesondere im ersten (Winterhalb-)Jahr des Kindes in einer Einrichtung. In (nach meiner eigenen Schätzung) 80 oder 90 % der Konsultationen brauchen die Kinder nur viel Flüssigkeit, Liebe und Zeit um gesund zu werden. Das will oder kann aber niemand mehr geben, insbesondere die letzten beiden Dinge nicht, weil man selbst davon so wenig hat (auch ohne böse Absicht; Zeitgeist nennt man das wohl). Wenn ich als Beratender sage: "Gönnen Sie Ihrem Kind Ruhe, lassen Sie es viel trinken, lesen Sie ihm vor.", dann gucken einen die Eltern an wie Neugeborene. Nein, lieber für jeden Schnupfen und bei jedem Weinen Nux vomica respektive Chamomilla. Verflixt nochmal, tröstet doch Eure Kinder und nehmt euch Zeit für sie, statt ihnen Milchzucker für 500 Euro das Kilo zu füttern. Aber man ist ja beruhigt, weil man "alles" gemacht hat und auch noch die homöopathische Therapie aus eigener Tasche bezahlt hat. Auch Ruhe nach Geldausgeben kann helfen, das bestreite ich nicht. Wer seinem Hausarzt nur die Hälfte der Kosten für ein homöopathisches Erstgespräch für ein Gespräch über eine Stunde anbietet wird merken, der macht das sofort auch. Da bleibt sogar noch was für die Mitarbeitenden und die Steuer übrig und es lohnt sich trotzdem.

Keiner in meiner Familie hat in den letzten 12 Jahren ein Antibiotikum nehmen müssen, alle sind geimpft, ich selbst lasse mich -obwohl ich selbst kein persönliches Risiko habe- zum Schutz meiner Patientinnen und Patienten jährlich gegen Grippe impfen und vertrage die Impfung gut. Aber wir waren trotzdem krank, haben uns schlecht gefühlt und gelitten. Aber -wohlgemerkt- auch das ist nur ein Einzelbeispiel, mit dem die Homöopathie eigentlich ausschließlich arbeitet, und somit nicht aussagekräftig für die Allgemeinheit. Die Schraube der scheinbaren Individualisierung der Behandlung, hinter der sich die Methode versteckt und mit der sie sich der Widerlegbarkeit entziehen möchte, ist so fest angezogen, dass ich hoffe sie reisst bald ab. Vielleicht kann das Buch hier einen wertvollen Beitrag leisten.

Sie haben es möglicherweise schon gemerkt: Ich glaube nicht an die Homöopathie. Aber ich glaube an eine wirksame, wenn gesunde, Eltern-Kind- und Arzt-Patient-Beziehung. Nichts anderes versucht das Autorenteam m.E. herauszuarbeiten. Manchmal etwas plakativ und reisserisch, aber in der Sache richtig. Weiter so, vielen Dank dafür. Und für alle unkritischen Gläubigen empfehle ich Cerebrum C200. Dreimal täglich. Bis es wirkt.
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am 19. Januar 2013
Ich lebe in einem sehr homöopathischen Umfeld und halte Homöopathie als Naturwissenschaftlerin für Unsinn. Von dem Buch habe ich mir folgendes erhofft:
- Begründungen, warum Homöopathie gefährlich ist (Buchtitel „so gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen wirklich“).
- Argumentationsstrategien gegen die üblichen Einwände der Homöopathen.
- Hintergrundwissen, wie es die Homöopathie schafft eine solche Marktmacht zu erlangen.

Aufgrund der vielen euphorischen Rezensionen in den Medien bin ich mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, die nicht erfüllt wurden. Die Autoren teilen meine Meinung, das ist schön. Ich finde es gut, dass ein Buch gegen Homöopathie aufklärt die breite Öffentlichkeit erreicht. Aber ich beurteile hier nicht die Meinung der Autoren sondern ihr Buch. Ich hätte das Buch am liebsten nach den ersten 60 Seiten weggeworfen und habe es dann nur zu Ende gelesen, um eine Rezension begründen zu können

Meine Kritikpunkte:

1) Ich finde das Buch polemisch und platt, Buchtitel und Kapitelüberschriften geben davon bereits einen ersten Eindruck.

2) Viele Argumente gegen Homöopathie halten einer genaueren Betrachtung nicht stand. Warum lassen die Autoren solche schwachen Begründungen nicht einfach weg? So nehmen sie sich selbst den Wind aus den Segeln und bieten Angriffspunkte.

3) Es fehlen Quellenangaben. Im Vorwort begründen die Autoren „Wir haben auf Fußnoten und dezidierte Quellenhinweise verzichtet und unsere Quellen stattdessen direkt im Text so weit kenntlich gemacht, dass man sie ohne große Mühe im Internet identifizieren kann.“ Bei einer seriösen Recherche wäre eine kleine Fußnote mit DOI oder PMID oder eine hochgestellte Ziffer, die auf ein Literaturverzeichnis verweist, für die Autoren eine Kleinigkeit gewesen. Dann sind die Leser nicht auf ihr Glück beim Suchen im Internet angewiesen und es gibt keine Zweifel, auf welche Studie sich die Autoren beziehen.

4) Die tatsächlichen Gefahr, die die Homöopathie für unsere Gesellschaft, unser Gesundheitssystem, die Wissenschaft und die Gesundheit der Einzelnen bedeutet, wird für mich im Text nicht klar. Die Autoren äußern Bedenken aber sie belegen ihre Befürchtungen genauso wenig mit Fakten, wie Homöopathen ihre angeblichen Behandlungserfolge mit Fakten belegen.

Nur die Darstellung der wirtschaftlichen Verstrickungen, der finanziellen Gewinnmöglichkeiten für Einzelpersonen und Organisationen erscheint mir gelungen und ist wohl auch Kern des Buches. Leider haben die anderen Kapitel bereits einen so schlechten Eindruck hinterlassen, dass ich Zweifel habe, wie sehr ich den Autoren hier glauben darf. Es erklärt die Marktstellung der Homöopathie – liefert aber nur begrenzt Argumente gegen die Homöopathie da wohl wenig Unterschied zu dem Profitstreben der Pharmafirmen bestehen.

Auch die Erläuterung des Umfelds, de Durchführung und der Ergebnisse der Münchner Kopfschmerzstudie finde ich sehr positiv.

Zusammenfassend gebe ich dem Buch daher 2 Sterne.

Ausführlicher:

Schon die Eröffnung des Buchs mit sage und schreibe 437 Fällen weltweit (seit über 10 Jahren), bei denen Menschen angeblich wegen Homöopathischer Behandlung „zu Schaden“ gekommen sind (als Schaden zählt bereits „Heather Charles musste in eine andere Stadt fahren, um Antibiotika zu bekommen, die ihr homöopathischer Arzt nicht verschreiben wollte“) ist unnötige Provokation. Sollten tatsächlich weltweit nur 437 Fälle vorliegen, wäre das eher ein Argument FÜR die Homöopathie als ein Argument GEGEN Homöopathie. Allein in Deutschland gab es in nur einem Jahr fast 10-mal so viele anerkannte Fälle von Behandlungsfehlern innerhalb der Medizin (Quelle: Statistik der Bundesärztekammer - 2006 gab es in Deutschland außerhalb Bayerns 3.900 erwiesene Behandlungsfehler).

Das erste Kapitel, „Ohne Substanz – warum Homöopathie Hokuspokus ist“ hat teilweise schöne Ansätze mit der Entstehungsgeschichte der Homöopathie und der Darstellung ihres wenig nachvollziehbaren Gedankengerüsts. Diesen Abschnitt weiter ausgebaut, weniger über spätere Kapitel des Buchs verstreut, weniger platt, polemisch und ketzerisch, hätte mir besser gefallen. Leider erinnert mich das Kapitel an vielen Stellen an eine ungeordnete Zusammenstellung aus allem was man mit dem Suchbegriff „Homöopathie“ so an Kritik ergoogeln kann.
Es ist sicher sinnvoll, dass die Autoren darauf eingehen, dass es unzählige Strömungen unter dem Markennamen „Homöopathie“ gibt, die mit Hahnemanns Ideen nicht mehr viel zu tun haben. Als Begründung für die Absurdität der Homöopathie halte ich diese Abweichler im Kapitel über Hahnemann aber für eher ungeeignet. Bei vielen Absätzen dürften auch klassische Homöopathen den Autoren recht geben.

Eines der am weitesten verbreiteten Kritikpunkte an der Homöopathie ist, dass ihre Gesetzmäßigkeiten nicht logisch sind und nicht physikalisch oder bio-chemisch erklärt werden können oder angeblich gegen naturwissenschaftliche Gesetze verstoßen. Anhänger der Homöopathie halten dem entgegen, dass es auch in der Physik, Biologie, Chemie, Pharmazie und Medizin Phänomene gibt, die nicht im Detail erklärbar sind (viele Nobelpreise werden und wurden für die Erklärung von lange unverstandenen Mechanismen vergeben). Die Anhänger der Homöopathie begründen, dass es unter in den strengen Augen der Naturwissenschaften Stoffe gibt, die unter einem bestimmten Blickwinkel identisch scheinen und es doch nicht sind (siehe die 1-Stern Rezension mit Graphen/Graphit und gamma-Al2O3/alpha-Al2O3).
Die Begründung der Autoren „Naturgesetze sind nicht verhandelbar … Sie lassen Ingenieure berechnen, ob ein Flugzeug fliegen wird.“ erscheint mir da als arrogant und maßlose Überschätzung der Fähigkeiten Mathematikern und mathematischen Chemikern, Physikern, Biologen und auch Ingenieuren. Ich weiß nicht, ob der Autor in seiner Doktorarbeit versucht hat, die Entstehung der untersuchten Strukturen auch zu berechnen. Aber mir begegnen in der Wissenschaft wesentlich mehr Probleme, die sich nicht berechnen lassen, als solche, die sich berechnen lassen.
Die Autoren geben nur „das ist aber nicht so“ als Antwort auf diese Einwände. Das ist mau.

Im zweiten Kapitel „Sehnsucht nach dem Übernatürlichen“ wirkt die Erklärung der Autoren zum Placebo-Effekt überzeugend. Leider fehlen größtenteils die Quellen. Zum Teil werden in einem Absatz mit nur 18 Zeilen fünf Ergebnisse aus Studien z.B. über die Wirkung blauer und rosa Tabletten gemacht, ohne das klar wird, wer diese Studie unter welchen Bedingungen durchgeführt hat. Teile des Kapitels haben große Ähnlichkeit mit dem Placebo-Artikel der Wikipedia – allerdings mit einem kleinen Unterschied: Während in dem Wikipedia-Artikel bei vielen Studien Mängel in der Durchführung genannt werden, werden sie im Buch als absoluter Fakt präsentiert (z.B. Placebo-Knie-OP). Das hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack, dass die Autoren alle Studien die ihre Meinung stützen unkritisch übernehmen, und alles was nicht ins Bild passt unter den Tisch fallen lassen.

Zu den Gefahren der Homöopathie habe ich aus dem Buch nur folgende für mich wenig überzeugende Aspekte herausgelesen:
- Patienten entscheiden sich gegen medizinische Behandlung (nicht überzeugend, da Homöopathie zum großen Teil über Ärzte und Apotheker läuft, die im Fall ernster Gesundheitsgefährdung korrigierend eingreifen können)
- ethische Bedenken einer Placebobehandlung (aber alle Anhänger der Homöopathie kennen den Vorwurf Homöopathische Medikamente seien Placebos und nehmen das offenbar wissentlich in Kauf; die Autoren stellen nur fest, dass Placebobehandlung unethisch sei, begründen das aber nicht.)
- Duldung der Homöopathie öffnet die Tür für andere nicht-evidenzbasierte Behandlungen (nicht belegt, Geistheilen ist bisher nicht im Leistungskatalog der GKV)
- höhere Kosten für das Gesundheitssystem (dazu schreiben die Autoren selbst, dass es keine eindeutigen Studien gibt)
- Wissenschaftliche Kräfte und Gelder werden für die aussichtslose Erforschung der Homöopathie gebunden (da es sich meist um Stiftungsprofessuren handelt sind das unterschiedliche Töpfe; ob das wirklich wert ist, die Forschungsfreiheit aufzugeben, halte ich für zweifelhaft)
Dem gegenüber stehen die Vorteile der Homöopathie
- Ermöglicht den Ärzten lange Gespräche mit den Patienten abzurechnen, was laut Autoren nachweislich vorteilhaft für den Behandlungserfolg ist.
- Der Placeboeffekt ist eine Therapie, die oft ähnlich wirkungsvoll wie eine medikamentöse Therapie ist, jedoch keine Nebenwirkungen hat. Die Homöopathie eröffnet den Ärzten die Möglichkeit eine Placebotherapie anzubieten.
Ich persönlich finde es erschreckend, dass aktuell nur die Homöopathie diese Behandlungsmöglichkeiten bietet und das rechtfertigt massive Kritik an unserem Gesundheitssystem. Aber es begründet für mich nicht, warum Homöopathie gefährlich ist. Man könnte vermuten, dass lange Patientengespräche und wohl überlegte Placebos längst Standard in der medizinischen Behandlung wären, wenn es die Homöopathie nicht gäbe. Man kann aber auch vermuten, dass sich die Medizin dann überhaupt keine Gedanken darüber machen würde. Fakten, die die eine oder andere These untermauern kenne ich nicht.
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am 9. Dezember 2015
Zum Buch: Besonders die Kapitel über die Verantwortung der Politik und die wirtschaftlichen Abhängigkeiten der Krankenkassen und Ärzte sind sehr gelungen. Dass es sich um Humbug handelt braucht ja nicht weiter ausgeführt zu werden. Viel wichtiger sind die Grundvoraussetzungen, die es möglich machen, dass sich dieser Blödsinn so hartnäckig hält und immer neue Jünger bekommt. Ein sehr wichtiges Buch!!!

Zu mir: Ich bin zwischen 30 und 40 Jahre alt und habe zwei naturwissenschaftliche Hochschulabschlüsse.

Persönlicher Aspekt: Meine geliebte Großmutter ist vor ein paar Jahren an einem metastasierten Darmkrebs im Endstadium verstorben. Der erste Hinweis auf eine Erkrankung kam, als sie stürzte und danach in einem bildgebenden Verfahren mehrere Hirnmetastasen gefunden wurden. 6 Wochen später war sie tot. Die Diagnose war ein Schock für sie und die ganze Familie. Aber sie hielt nicht viel von Ärzten. Die nehmen sich immer so wenig Zeit und schauen immer nur in Akten und auf Bildschirme. Sie ging gerne zu einem HP, der sich immer viel Zeit nimmt und ihr dann eine Therapie vorschlägt, von der sie begeistert war. Die Ärzte waren die "Bösen", die Homöopathie der HP, die verständnisvoll waren und sich Zeit nahmen, war "gut". Ich bin nach dem Tod meiner Großmutter Vater geworden und ich glaube meine Großmutter hätte das gerne noch erlebt. Wenn sie routinemäßig vielleicht halbjährlich (Ich bin kein Arzt) zur Untersuchung zum Arzt gegangen wäre, dann hätte man irgendwann vorher wahrscheinlich Tumormarker gefunden und eine Therapie versuchen können. Es hätte ihr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein bisschen mehr Zeit gegeben. Natürlich nicht ohne Nebenwirkungen, aber so ist das Leben. So ist die Realität.
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am 2. Juni 2015
Als Wissenschaftler habe ich natürlich schon lange gewusst, das Homöopathie absoluter Humbug ist. In diesem Buch wird das zum ersten Mal sehr übersichtlich und wohl fundiert gezeigt. Der Autor hat zahlreiche Studien zitiert, die allesamt zeigen, das homöopatische Mittel im Durchschnitt den selben Effekt haben wie Placebos, so fern sie nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wurden (Doppelblindstudien etc.). Das ist keine Überraschung, den wo nichts ist kann nichts wirken.
Da viele Personen das Buch schon im Detail rezensiert haben möchte ich darauf verzichten, sondern nur auf einen Umstand hinweisen, den ich bisher nicht berücksichtigt habe. Die Zuckerkügelchen haben weder eine Wirkung noch eine Nebenwirkung, deshalb kann man sie essen oder auch nicht. Das gefährliche an der Homöopathie ist jedoch die im Buch geschilderte Tatsache, dass viele Eltern versuchen ihre Kinder mit solche Pillchen zu behandeln und deswegen die Gabe von wirksamen Medikamenten verzögern oder verhindern. Das hat, wie im Buch beschrieben, offensichtlich schon zu zahlreichen Todesfällen geführt.
Hier müsste mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden und dazu trägt das Buch bei.
Wie zahlreiche Rezensionen zeigen, kann man den Aberglaube an Homöopathie genau so wenig ausrotten wie den Glaube an Voodoo oder Astrologie, aber ich hoffe, das Buch leistet einen Beitrag zum Umdenken der Fehlgeleiteten.
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am 9. Dezember 2012
Über Umwege bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Selber schon immer ein wenig skeptisch Homöopathie gegenüber.
Ich habe hier die Rezensionen gelesen ( was ich vor dem Kauf jeden Buches mache) und muss sagen, die die 1* rezensiert haben, haben durch die Bank weg das Buch überhaupt nicht gelesen. Denen geht es nur um ein "Hoch auf die Homöopathie" und Gegner werden in den Schmutz getreten. Das sagt eigentlich alles. Diese Kommentare sind also in dem Fall überhaupt nicht hilfreich sondern eher ein Armutszeugnis.
Nun zum Buch selber.
Es ist gut geschrieben. Die beiden Autoren zerren die Homöopathie nicht in den Schmutz. Sie hören sich die Argumente der Befürworter an. Sie argumentieren sachlich und verständlich.
Beim Lesen musste ich mehr wie einmal den Kopf schütteln, über Argumente der Befürworter. Zum Teil fragt man sich, wo der gesunde Menschenverstand geblieben ist.
Für alle, die Homöopathie skeptisch gegenüber stehen und auch für die Globuli-Gläubigen, lest das Buch und gebraucht Euren Verstand!
Und ehe ich hier falsch verstanden werde, ich weiss, dass auch in der sogenannten "Schulmedizin" nicht alles in Ordnung ist, aber die gibt mir keine Zuckerkügelchen zu essen ( die ich als 1 kg Paket Zucker billiger in jedem Supermarkt bekäme) und behauptet, es hilft.
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am 22. Mai 2013
Ich als Apothekerin finde es schon lange bedenklich, welch hohen Stellenwert die Homöopathie mittlerweile eingenommen hat und damit im schlimmsten Falle sogar dem Patienten schadet.
Das Buch ist gut recherchiert, neutral und sachlich und beschönigt GAR NICHTS (auch wir Apotheker kommen nicht immer gut weg). Schlimm finde ich auch, dass manche Krankenkassen mittlerweile eher Homöopathika erstatten als dass ältere Menschen ihre Tena-Pants bekommen... Traurig und erschreckend zugleich.
Hoöopathika gelten in Deutschland nicht als Arzneimittel - einfach aus dem Grunde, dass ein Stoff, um in Deutschland als Arzneimittel zugelassen zu werden, umfangreiche Studien zu Qualität, Wirksamkeit(!) und Unbedenklichkeit durchlaufen muss. Ich finde, das sollte allen Homöopathiefreunden zu denken geben. Und das Argument "Die Wissenschaft ist noch nicht so weit" ist - sorry - schlichtweg falsch!
Wer sich wirklich für Homöopathie interessiert, sollte das Buch lesen, es beschäftigt sich als eines der wenigen Werke tatsächlich mit der zugrunde liegenden Theorie und gleicht diese mit gängigen Naturgesetzen ab.
Ich bestreite nicht, dass Homöopathie wirkt! Auch bei Schmerzmitteln wird die Wirkung zu einem großen Teil dem Placebo-Effekt zugeschrieben - und das ist jetzt nicht böse gemeint. Gefährlich wird die Sache nur, wenn man die Grenzen der Homöopathie missachtet und die Schulmedizin "verteufelt".
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am 10. November 2012
Dieses Buch ist eine echte Fundgrube zum Thema. Die Autoren erläutern die Entstehungsgeschichte der Homöopathie, das dahinterstehende Gedankengebäude, und machen mehr als ein Mal deutlich, daß die Homöopathie zwar im 18. Jahrhundert aufgrund der ziemlich "harten" Methoden der damaligen Ärzte (Aderlass etc.) in gewisser Weise einen Fortschritt darstellte, aber nichtsdestotrotz aufgrund der hohen Verdünnung der Stoffe wirkungslos ist bzw. nicht besser wirkt als ein Placebo. Dabei bezweifeln sie nie, daß es einzelnen durch die Einnahme homöopatischer Mittel besser gehen kann. Sie wollen nur deutlich machen, daß die Homöopathie keine wissenschaftliche Grundlage hat und eine Wirkung von hochpotenzierten Globuli den Naturgesetzen völlig entgegenläuft. Sie sehen sie eher auf einer Stufe mit Geistheilung o.ä., und nicht als Wissenschaft. Und so richtet sich ihre Kritik nicht gegen Menschen, die Globuli nehmen, sondern gegen den Trend in der Politik und im Gesundheitswesen, diese Pseudowissenschaft finanziell zu fördern. So müssen manche chronisch Kranke ihre Medikamente selber zahlen, mit der Begründung, deren Wirkung sei nicht ausreichend belegt, die Kosten für Globuli werden teilweise oder sogar ganz übernommen (z.B. bei Kindern), obwohl ihre Wirkungslosigkeit gut belegt ist. Das ist ein echter Skandal. Auch wird mit dem "sanften" und "natürlichen" Image der Homöopathie gründlich aufgeräumt und gezeigt, daß im Bereich der Werbung und Lobbyarbeit kein Unterschied zu sehen ist zwischen der "bösen" Pharmaindustrie und den Herstellern von Globuli.

Schlussendlich ist die Homöopathie so populär, nicht weil die Schulmedizin versagt hat, sondern weil das Gesundheitssystem den Ärzten nicht die Möglichkeit gibt, sich mehr als fünf Minuten um einen Patienten zu kümmern. Denn ein großer Teil ihrer "Wirkung" bezieht die Homöopathie nicht aus den Präparaten, sondern aus der zeitintensiven Beschäftigung mit dem Patienten. Schon allein das bewirkt eine Besserung des Befindens. Könnte jeder Hausarzt diese Zeit aufwenden, dann bestünde kein Bedarf an Globuli.

Dieses Buch ist meiner Ansicht nach sehr sachlich, die Autoren machen immer wieder deutlich, worum es ihnen eigentlich geht, nämlich um eine Verteidigung der Wissenschaft gegen das Eindringen von esoterischen Strömungen, und nicht darum, dem Einzelnen seine Globuli zu nehmen, wenn er sie denn braucht. Sie wollen aufklären, und das gelingt ihnen gut. Also bitte auch lesen, wenn man Arnika-Kügelchen im Bad stehen hat und Traumeel-Salbe im Medizinschrank - nicht gleich beim Titel auf Abwehr schalten! LESEN!
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am 16. November 2012
Dass dieses Buch bitter notwendig ist, beweisen die nahezu unglaublichen "Rezensionen", die hier von Ärzten, Ingenieuren, "Physiktechnikern" und anderen vorgeblich naturwissenschaftlich gebildeten Leuten ernsthaft abgegeben werden.

Da wird nichts ausgelassen, von "Galilei" bis zum "Wassergedächntis", das sich angeblich in Schneeflocken manifestiert.

Dazu einige Anmerkungen:

a) Galileo Galilei mit heutigen Homöopathen zu vergleichen, ist eine Anmaßung sondersgleichen.

Galilei hat sich nicht gegen Naturgesetze gestellt, wie es die Homöopathie tut, sondern er hat mit einer wissenschaftlichen Argumentation Glaubensprinzipien in Frage gestellt und wurde aus Glaubens - beziehungsweise ideologischen Gründen abgelehnt.

Galilei wäre heute der größte Kritiker der Homöopathie, die auf den 200 Jahre alten Dogmen einer unhinterfragbaren Autorität namens Hahnemann basiert, und deren Anhänger alle Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften bestreiten. Das ist exakt das Gegenteil von Galilei.

Im übertragenen Sinn könnte man sagen: Wenn Galilei dereinst sagte, die Erde ist eine Kugel, dann sagen die Homöopathen heute: "Nein, sie ist eine Scheibe", denn Homöopathie-Anhänger gehen weit hinter unseren aktuellen Kenntnisstand zurück. Schon Grundkenntnisse in Physik, Chemie und Naturwissenschaften reichen aus, um die Grundlagen der Homöopathie als Unfug zu erkennen.

b) Ja, wenn jemand vor 200 Jahren etwas von "Fernsehen" oder "Mobilfunk" erzählt hätte, wäre er vermutlich für verrückt erklärt worden. Der große Unterschied zur Homöopathie ist nur: Von dem Zeitpunkt an, da man die Grundlagen dafür (also Elektromagnetismus etc.) entdeckt und verstanden hatte, konnte man sehr schnell zu praktischen Anwendungen übergehen und das aufbauen, was wir heute z.B. an TV und Kommunikation haben.

Bei der Homöopathie ist es genau umgekehrt: Sie kann weder ein plausibles Wirkprinzip darlegen, noch überhaupt eine Wirkung belegen.

Es ist auch nicht so, dass wir "noch nicht wissen", wie Homöopathie funktioniert, sondern wir wissen sehr gut, dass und warum sie nicht funktioniert.

c) Eine Ärztin, die ernsthaft mit "Lebenskraft" argumentiert, sollte vielleicht nochmal zur Schule gehen.

"Lebenskraft" ist ein philosophisches Konstrukt aus einer Zeit, da man von Physiologie und Neurophysiologie noch nichts wusste. Heute weiß man recht gut, wie Leben entstanden ist und aufrecht erhalten wird und dass das nichts mit einer "Lebenskraft" zu tun hat

d) Wasser hat kein Gedächtnis, und diese Tatsache wird auch nicht von Eiskristallen oder Schneeflocken widerlegt.

Richtig ist: Man kann Wasser erwärmen oder abkühlen, die Temperatur kann schnell oder langsam geändert werden, es kann fest, flüssig oder gasförmig sein und auf diese Weise unterschiedlich viel Energie enhalten, es können gelöste Stoffe darin sein u.s.w.
Darüber hinaus enthält Wasser sogar von sich aus viele "Informationen": Es besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff, wobei die Atome sich in einem bestimmten Winkel miteinander verbinden, es hat einen bestimmten Schmelz- und Siedepunkt, es hat bei jeder Temperatur und jedem Druck eine bestimmte Dichte u.s.w.

Das alles sind - teilweise sehr erstaunliche - Eigenschaften von Wasser, aufgrund derer sich z.B. Schneekristalle in immer wiederkehrenden und variierenden Sechseck-Formen bilden.

So gesehen, ist die Form eines Eiskristalls eine "Information".

Aber: Außer diesen physikalisch bedingen 'Informationen' kann man dem Wasser nicht noch zusätzlich Informationen aufprägen! Es hat kein Erinnerungsvermögen. Man kann ihm also nicht einen Stoff beimengen, diesen dann heraus'potenzieren' und dann erwarten, dass sich das Wasser noch an den Stoff erinnert, der garnicht mehr vorhanden ist.

Deshalb wird es nie gelingen, eine D23-Potenz eines Extraktes aus 5-blättrigen Blüten zu gefrieren, um daraus 5-zackige Schneeflocken zu erhalten.

Außerdem verwendet die Homöopathie üblicherweise kein gefrorenes oder gasförmiges oder genau 4-Grad-Celsius-warmes-Wasser, sondern ganz normales flüssiges Wasser. Dafür gilt umso mehr:

Bei flüssigem Wasser ist die Anordnung der Moleküle weder regelmäßig noch zeitlich stabil, auch die vielfach diskutierten Wasserstoffbrücken "halten" nicht lang genug, um als Informationsträger auch nur annähernd in Frage zu kommen. Flüssiges Wasser hat keine stabile Form.

Außerdem sind alle bekannten Informationsträger (CDs, Festplatten, Papier,...) Festkörper und damit mehr oder weniger formstabil. Gase und Flüssigkeiten können eine Form oder eine Struktur nicht halten und sind damit als Informationsträger gänzlich ungeeignet.

Also das Schneeflockenbeispiel ist nun wirklich total daneben.

Noch besser ist das Beispiel mit der CD bzw. dass man eine unbespielte CD nicht von einer bespielten unterscheiden kann.

Nein, kann man nicht, wozu auch? Der Punkt ist: Ich kann die Information auf der CD abspielen und somit verfügbar machen, weil es ganz schlicht gesagt einen Sender und einen Empfänger gibt.

In der Homöopathie gibt es beides nicht:

- Einen "Sender" gibt es nicht, weil Wasser kein Gedächtnis hat und man ihm keine "Information" aufprägen kann.

- Einen "Empfänger" gibt es auch nicht, weil der menschliche Organismus keinen Rezeptor hat, der nicht-materielle, "geistartige" Informationen aufnehmen bzw. dekodieren könnte.

Jede Arzneimittelwirkung beruht auf einem Wirkstoff und einem Rezeptor, an den dieser Wirkstoff andocken kann.

Beides gibt es in der Homöopathie nicht, weder einen Wirkstoff noch einen Rezeptor dafür.

Auch die "Quantenphysik" liefert dafür kein Konstrukt, auch das sind Phantastereien.

e) Selbstverständlich gibt es Placebo-Effekte auch bei Kindern und Tieren. Sogar in dem simplen Wikipedia-Eintrag "Placebo-Effekt" steht dazu Einiges, von medizinischen und psychologischen Fachzeitschriften ganz zu schweigen.

f) Die immergleichen Vorwürfe des "Pharma-Lobbyismus" werden langsam ermüdend. Erstens ist Homöopathie definitiv das falsche Verschwörungsopfer, denn Wasser oder Zucker in kleine Fläschchen zu füllen und dafür zehn Euro zu verlangen, mit null Kosten für aufwändige Studien, Zulassungsverfahren etc.pp., ergeben eine Gewinnspanne, von der "Big Pharma" nur träumen kann.

Zweitens hat anscheinend keiner der Leute, die diesen Vorwurf erheben, das Buch gelesen. Die Autoren verteidigen nicht die Pharmaindustrie und die "Schulmedizin", sondern wenden sich gegen jedwede Form von "schlechter" Medizin.

Außerdem sind Homöopathen bzw. Homöopathie-Anhänger die weitaus größeren "Pillenfreaks": Da werden schon kleine Kinder darauf konditioniert, bei jedem Wehwehchen ein Globuli einzuwerfen - so zieht man sich eine gläubige Arzneimittel-Klientel heran. Wenn Homöopathen wirklich "ganzheitlich" behandeln würden, würden sie ihren Patienten ehrlich sagen, dass sie - in vielen Fällen - schlicht gar nichts brauchen, auch keine Globuli.

g) "Mir hat's aber geholfen!" ist kein Argument für irgendwas. *Was* genau hat konkret geholfen? Wir wissen, dass Homöopathie nicht wirkt. Dafür kennen wir zahlreiche Gründe, warum auch unsinnige Therapien scheinbar eine Wirkung haben können - die absolut nichts mit dem Verfahren selbst oder den Mittelchen zu tun hat, sondern mit den ganzen Begleitumständen.

Medizinische Studien sind nicht "böse", weil sie "die Wahrheit unterdrücken" bzw. der Homöopathie völlige Wirkungslosigkeit bescheinigen - sondern sie versuchen, diese Begleitumstände von der eigentlichen Therapie zu trennen und herauszufinden, *was* nun genau wirklich geholfen hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Man kann eigentlich den Kommentatoren hier nur raten, das Buch nochmal zu lesen - aber gründlicher, und vielleicht den einen oder anderen Begriff mal irgendwo nachzuschlagen, anstatt völlig unreflektiert drauflos zu kritisieren.
22 Kommentare| 95 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Mai 2013
Dieses Buch zeigt sachlich und in sehr verständlicher Weise, was Homöopathie ist, warum sie nicht wirken kann, warum selbst Ärzte, die nicht an die Globuli glauben, diese trotzdem verschreiben, warum sie so populär ist und wie sie es schafft, sich an Universitäten, in der Politik und in den Medien zu etablieren.

Es wird ausführlich erklärt, wie das Gedankenkonstrukt der Homöopathie aussieht und wo die Widersprüche liegen. Weiters wird sehr anschaulich gezeigt, dass die Homöopathie höchstens als Gesamtpaket wirken kann (ganzheitlicher Ansatz) und die eigentliche Wirkung durch Konditionierung (toll: mitunter am Beispiel des Pawlowschen Hundes), Placeboeffekt und natürlichen Krankheits- und Heilungsverlauf verursacht wird.

Besonders interessant fand ich das Kapitel, wo es um die lateinische Namensgebung der homöopathischen Produkte geht, um eine scheinbare Seriösität vorzugaukeln, da die Mittel dann nur in Apotheken verkauft werden dürfen. Ausserdem wäre es marketingtechnisch nicht besonders empfehlenswert, z.B. den Wirkstoff "Hundekot" oder "Spinnengift" auf dem Globuligefäß zu verewigen.

Ein Buch, wie ich es jedem empfehlen kann, der sich für Homöopathie interessiert und sich unvoreingenommen informieren möchte. Einige Quellenangaben verlocken zu weiteren Recherchen im Internet, auch wenn diese doch recht dürftig sind, was aber für ein populärwissenschaftliches Buch in Ordnung geht.

Würden es nur mal ein paar der dogmatischen Pseudorezensenten lesen ...
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am 20. Januar 2013
Ich habe das Buch vor kurzem zu Ende gelesen und kann es nur weiterempfehlen. Obwohl der Titel etwas reisserisch klingt, ist es dennoch sehr nüchtern gehalten und beschränkt sich auf gut recherchierte Fakten, wobei auf unnötige Polemik verzichtet wird. An gewissen Stellen wird sogar das z.T. unrühmliche Verhältnis zwischen Arzt und Pharmaindustrie kritisiert. Von voreingenommenen Schreiberlingen im Interesse der "Pharmamafia" kann also nicht die Rede sein. Es wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass klinische Studien, seien sie auch noch so sorgfältig durchgeführt, aufgrund der ihnen grundsätzlich anhaftenden Ungenauigkeiten nie in der Lage sein können, die Naturgesetze in Frage zu stellen. Hierzu bedarf es exakter und detailgenauer Untersuchungen in Physik und Chemie.
Die Autoren erwarten von den Ärzten im grunde nur eins: seid ehrlich zu euren Patienten und bezeichnet homöopathische Mittel als das, was sie sind, nämlich Placebos (gilt zumindest für Hochpotenzen).
Eine klare Linie wird ebenso von den Universitäten eingefordert. Weg mit der Homöopathie aus Forschung und Lehre (es sei denn, man vermittelt sie den Studenten als Beispiel einer Irrlehre)! Es kann nicht sein, dass esoterisches Gedankengut die medizinische Forschung unterwandert und so ein wissenschaftliches Image erhält, das es nie und nimmer verdient.

Ich glaube, dass viele Bürger, die bei jedem Zipperlein auf homöopathische Mittel zurückgreifen, eigentlich gar nicht wissen, was sie da im Grunde schlucken. Vielleicht hilft genau diesen Menschen dieses Buch. Wenn dem Leser endlich mal klar wird, auf welch wackeligen Säulen die Homöopathie eigentlich steht (damit ist einerseits das medizinisch vollkommen abstruse Ähnlichkeitsprinzip als auch die nicht weniger fragwürdige Annahme gemeint, dass die Wirkung homöopathische Mittel umso stärker ist, je höher diese verdünnt sind), dann wird er eben doch eher auf die körpereigenen Heilkräfte vertrauen und eben NICHTS nehmen.

In diesem Sinne,
Grüsse von Michael
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