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am 20. August 2011
Aua. Die Lektüre dieses Buchs tat weh. Aber weglegen konnte ich es nicht. In einem Rutsch habe ich dieses Buch gelesen und bin hinterher einerseits verstört, andererseits getröstet. Da hat jemand sein Leben auf die Reihe gekriegt, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Kurz nach der Geburt ein Kissen ins Gesicht gedrückt zu bekommen, ist kein guter Anfang. Und hinterher bis zur Volljährigkeit regelmäßig durchgeprügelt zu werden, kein gutes Weitermachen. Und doch eine Biographie, die stellvertretend für so viele Nachkriegs-Kindheiten steht. Beim Lesen habe ich oft an meine Eltern und ihre auf andere Weise nachkriegskalte Kindheit gedacht, derer sie sich gar nicht bewusst sind.

Schonungslos, aber nie jammerig erzählt der Autor von seinen Anfängen; daran teilzuhaben tut weh - umso mehr, als er es in einer so intensiven Sprache tut, wie man sie selten lesen kann. Unglaublich, wie es der Autor schafft, sich nach so langer Zeit wieder in das Kind zurückzuversetzen, das er einst war, und aus der kindlichen Perspektive zu berichten.

Es hat weh getan, das Buch, und es war gleichzeitig unglaublich gut zu lesen. Und es war so bereichernd: weil der Autor überlebt hat und von diesem Überlebenskampf virtuos erzählt.
In seinen Randaspekten - Kirchenkritik, Provinzschelte, Zeitbeschreibungen - provoziert das Buch aufs Äußerste und bietet der gesellschaftlichen Diskussion über Kirchen- und ihre Missbrauchsskandale - neue Nahrung. Und trägt hoffentlich dazu bei, den Umgang mit der deutschen und der eigenen Geschichte auf den Prüfstand zu stellen. Bei mir hat es das zumindest getan, und ich habe das Buch gleich meiner Freundin weitergegeben, die mich bei der Lektüre zweimal beim Weinen erwischt hat.
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am 15. September 2011
ein packendes, schmerzhaftes, wichtiges, mitreißendes Buch - und eine große Überraschung für mich, da es (mit Ausnahme ein paar weniger Details) genau meine Geschichte beschreibt. Allerdings in einer Virtuosität, zu der ich nicht fähig wäre. Aber wer außer Altmann besitzt schon dieses Sprachgefühl?
Die Paralellen sind verblüffend, die Schläge, die Demütigungen, die katholische Scheinheiligkeit, dieses in die Kirche gehen und sich ein Stichwort für zu Hause merken, sogar der Mordversuch der eigenen Eltern direkt nach der Geburt - der lange zu Atemnot führte - stimmt überein.
Auch ich bin mit 18 Jahren geflüchtet (meine Mutter rief mir ein "du wirst auf Knien zurück gekrochen kommen" hinterher, mehr Motivation hätte sie mir gar nicht mitgeben können), habe danach lange meinen Weg und mich gesucht und habe Glück gehabt und meine Platz gefunden.
Andreas Altmann hat mich gebeten, auch meine Geschichte hier kurz zu veröffentlichen, denn das ist die entscheidene Botschaft in seinem Buch: wer immer geschunden wird soll sich vor Augen führen: es hat absolut nichts mit ihm (oder ihr) zu tun. Der Schinder ist krank, nicht der Geschundene!
Und: man kann davon kommen. Das braucht Kraft und Glück. Als Geschenk gibt es eine unzerstörbare Lebensfreude!
Danke Andreas für dieses mutige Buch.
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am 23. August 2011
Ich hatte diese mail an Herrn Altmann persönlich geschrieben und er hat mir in der gleichen Nacht zurück geantwortet und mich gebeten meine Zeilen bei Amazon zu veröffentlichen was ich hiermit tue.

Guten Abend Herr Altmann,

ich habe ihr Buch in 2 Tagen gelesen. Es hat mich zu tiefst berührt - einiges hoch geholt und tut es immer noch - es ist gut so.
Ich bin Anfang der 60iger auch in Altötting geboren, Kindergarten, Grundschule und Gymnasium im Kloster. Mein Vater stockkonservativ, erzkatholisch, meine Mutter untergeben, beide auch durch den Krieg geschädigt (Gefangenschaft, Flucht ...).

Ich kenne alle die von Ihnen im Buch genannten Akteure ... emotionale Kälte, Einsamkeit und Gewalt.
Auch ich bin nach 19 Jahren (nach dem Abitur) nach München geflüchtet - habe seit der 8. Klasse auf diesen Tag X gewartet.

Vieles von dem was Sie schreiben kenne auch ich aus meinem vergangenen und derzeitigen Leben. Habe und mußte mir auch immer wieder professionelle Hilfe holen um mit den Altöttinger Erfahrungen klar zu kommen. Gleichzeitig weiß ich inzwischen auch, daß ich nie dort wäre wo ich heute bin, wenn ich das alles nicht erleben hätte müssen und dadurch gelernt hätte in meinem Kopf frei zu bleiben und mich nicht biegen und brechen zu lassen.

Vielen Dank für Ihre mutige Offenheit ihre Erfahrungen und inneren Vorgänge öffentlich zu machen!

Auch ich habe es geschafft die Gründe für das "Scheißleben meines Vaters und das Scheißleben meiner Mutter" und deren Einsamkeit zu erkennen und ihnen für die Jahre in Altötting und deren Folgen bis heute zu verzeihen. Altötting werde ich nicht verzeihen!

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Ergänzung:
Ich weiß, daß die Zeiten anders geworden sind, daß heute andere Menschen in Altötting leben .... Meine Wunden sind teilweise vernarbt, manche werden nicht mehr heilen, sie waren zu prägend - sie gehören zu mir und meinem Leben und machen mich aus.
Trotzdem ist es notwendig und wichtig aufzuzeigen was gewesen ist, um Betroffenen endlich das Gefühl zu nehmen selbst an ihrem "Überlebten" schuld gewesen zu sein und durch diese "Öffentlichkeitsarbeit" immer öfter zu verhindern, daß kranke Menschen in verantwortungsvollen, öffentlichen Positionen, egal ob Kirche oder Staat sich an Unschuldigen, Wehrlosen, Hilfesuchenden vergreifen und diese physisch und psychisch mißhandeln, oder bei der Beobachtung von Gewalt sehenden Auges weg schauen.
Herr Altmann hat mir aus des Seele gesprochen, es wurde vieles in mir aufgewirbelt (wieder mal) und aus Erfahrung weiß ich, daß es mich wieder einen Stück weiter bringen wird Wunden vernarben zu lassen. Ich danke Ihnen dafür!
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am 6. September 2011
Schrecklich-gut, dieses Buch. Oft wollte ich es zur Seite legen, weil der Inhalt, Altmanns Nachkriegskindheit im Wallfahrtsort Altötting, so schrecklich ist - mit einem prügelndem Vater, einer hilflosen Mutter und leibgeißelnden, missbrauchenden Kirchenmeistern in den Hauptrollen. Geschafft habe ich das nie, weil es andererseits eben so gut ist: lapidar-konkret in der Sprache, scharf im Ton und peitschend in der Botschaft.

Wer eine im Ansatz ähnlich kirchen- oder und elternversaute Kindheit hatte, wird wohl heulen beim Lesen. Wer sich über den Segen einer heidnischen Erziehung freuen darf, wie ich, vielleicht auch - und zwar aus Wut über jeden unbewusst vertanen Tag. Denn jede Seite macht klar, welches Geschenk es ist, psychisch bei Normal-Null starten zu können - und nicht wie Altmann mehr als 30 Jahre hergeben zu müssen, um geschunden eine Startlinie zu erreichen, von der aus sich losleben lässt.

Ein beeindruckendes Buch.
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am 25. August 2011
Eine (Lebens)-Geschichte, so unerhört und trotzdem an jeder Stelle glaubhaft. An manchen Stellen blitzt ein Stückchen meiner eigenen Kindheitserfahrung durch. Prügelnde Lehrer - natürlich hoch angesehen, sabbernde Pfaffen, eine nach außen hin intakte Fassade, dahinter die pure Verlogenheit. Wenn möglich, würde ich Andreas Altmanns neuem Buch fünf Tränen statt fünf Sterne geben.
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am 8. November 2011
Das Buch von Andreas Altmann fand ich sehr beeindruckend. Wenn man in einer halbwegs normalen Familie aufgewachsen ist (und im Vergleich zur Familie Altmann sind die allermeisten normal), kann man sich so ein Familienleben nicht vorstellen. Und man kann es sich dementsprechend auch nicht vorstellen, was so eine Kindheit mit einem macht. Was für ein Glück, dass Altmann diesen unbeugsamen Charakter hat, der ihn diesen Krieg überleben ließ, und dass er über die Sprache verfügt, um uns eine Innenansicht der Hölle zu übermitteln, die nach außen den Anschein einer gutbürgerlichen katholischen Familie aufrechterhält.

Besonders bewegend fand ich den Schluss, in dem er die persönlichen Folgen dieses Familienkriegs beschreibt, unter denen er noch lange, noch immer, für immer zu leiden hat. Und dass die Sehnsucht nach einem Vater, nach einer heilen Familie, nach Elternliebe auch im Alter bleibt. Dass das niemals aufhört, dass man darin immer Kind bleibt.

Schön fand ich auch, dass Altmann für die Bigotterie und das perverse Tun vieler Kirchenmänner ebenfalls drastische Worte findet und erschreckende Beispiele nennt - und auch die direkten schlimmen Auswirkungen der Verteufelung von allem Körperlichen auf einen jungen Menschen nicht verschweigt.

Danke für dieses Buch, dass eine gerne verschwiegene und unter den Teppich gekehrte Wirklichkeit in Deutschland ans Licht der Öffentlichkeit bringt.
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am 31. August 2011
Das neue Buch von AA beschreibt sein Kinder- und Jugendzeit im Wallfahrtsort Altötting, einer No-go-Area für jeden von der katholischen Kirche gebeutelten Mitbürger. In diesem Sperrgebiet ist sein Vater DER Devotionalienhändler am Platz, der die Familie tyrannisiert und brutal auf alles einschlägt, was sich ihm in den Weg stellt. Nach außen hin allerdings ist er ein frommer Kirchgänger und angesehener Bürger.
Die Ohnmacht des Kindes wird so brillant beschrieben, dass diese Hilflosigkeit zu Tränen rührt. Man nimmt aufgrund AAs intensiver Sprache HAUTNAH und in 3D am Debakel in diesem Irrenhauses teil. Man fühlt sich mit ihm verbunden, wenn er als Jungendlicher anfängt sich zu wehren und Strategien fürs Überleben entwickelt. Man atmet auf, als er das Elternhaus verlässt und die Suche nach seinem Platz in der Welt beginnt. Er findet ihn und beginnt zu schreiben. Für sich und für uns!
Chapeau Mister Altmann, für dieses intensive Buch, das die Bigotterie von AÖ faktisch belegt und schonungslos hinter die Fassade der intoleranten katholische Kirche blickt.
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am 15. Februar 2015
Endlich wieder ein literarisches Werk, dem ich von Beginn an meine ganze Aufmerksamkeit schenkte, das meine dunklen Erinnerungen auffrischte, meine Mutmaßungen bestätigte und voll und ganz meine Zustimmung findet.
Es ist nur schade, dass es so spät geschrieben wurde, zu spät, um die Täter-Kreaturen lebend an den Pranger zu stellen.
Den 1,2-Stern(e)-Vergebern sei gesagt: Entweder seid ihr unfähig zu begreifen, dass das genau so stattfand, oder es ist euch nie gelungen, euch von der "heuchlerischen, verlogenen Frömmigkeit" und eurem "Schaf-Sein" zu befreien.
Der Autor, ein begabter Niederschreiber, darf seinen Hass artikulieren, ohne ihn zu verlieren. Da gibt es nichts zu verzeihen, schon gar nicht im christlichen Sinn. Für alle Geschlagenen, Getretenen und seelisch Deformierten, für alle, denen man "Scheiße durch das Hirn gespült hatte", die sich nicht wehrten, nur immer erduldeten, nicht Täter wurden, sondern Opfer blieben.
Denen, die bereits, wie üblich ohne zu lesen und zu begreifen, von Altmann als Nestbeschmutzer sprachen, sei gesagt: Ein vollgeschissenes Nest kann man nicht mehr beschmutzen.
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am 26. September 2015
In klaren Worten die Heuchelei und Verlogenheit artikuliert, in allen Phasen durchwegs nachvollziehbar !
Besonders empfohlen für (mindestens) die Bewohner des Lkrs. AÖ, damit ihnen ein (verspätetes) Licht aufgehen möge und ganz besonders empfehlenswert erachte ich die Lektüre (Kenntnisnahme) dieses Werkes für unser "BODENPERSONAL" des Christl. Glaubens... !
Jede(r), der/die noch Zweifel hins. des Verbleibens im "r/k" hat, empfehle ich dieses Werk zur -sagen wir- Entscheidungsfindung... !
W I R ( ab 1950 Geb. Jahre) haben "es" insgeheim wohl schon lange gemutmaßt: HEUCHELEI, BIGOTTERIE, ja schlichtweg LÜGEN "im Auftrage des Herrn" ! Signifikant erachte ich den vermittelten Eindruck, dass (auch) in AÖ die größten und gefürchtesten NAZI , ein ganz besonders nahes Verhältnis zum örtlichen KLERUS pflegten als "ihre Zeit" entschwunden war... ! Mein Opa, STALINGRAD - Soldat, sagte mir schon in jungen Jahren, dass die größten (Kriegs-) Verbrecher nach dem Krieg plötzlich die frommsten CHRISTEN geworden zu sein scheinen und die "Pfaffen" ihnen bereitwillig Schutz und erforderlichenfalls Unterschlupf gewährten... ! Vgl. "RATTENLINIE" nach dem Krieg... !
Man(n) ist geneigt, auszurufen: Oh, mein GOTT... !

Aber mag sich jede(r) seine/ihre eigeneWertung schaffen... !
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am 23. Mai 2012
Es ist sehr schwer, eine absurde, gewaltätige, ja aberwitzig bösartige Wirklichkeit wiederzugeben, wenn sie doch so gar nicht dem Bild entsprechen will, das sich viele - vielleicht die meisten - von der Welt machen, die ja auch eine möglichst heile Welt sein soll. So findet der Traumatisierte später kaum Zuhörer und wird allzuleicht als einer hingestellt, der übertreibt oder sich am Ende gar nur wichtig macht. Gerade von Literatur erwarten Leser (die ja auch Käufer und Kunden sind, also bezahlen) am liebsten Erbauliches und bitte eben NICHT die Wirklichkeit, vor allem nicht jene, die man sich gar nicht vorstellen will.
Darum ist dieses Buch wichtig.
Mich hat es wie nur wenige Bücher vorher sehr berührt und in Bann geschlagen. Doch wahrscheinlich liegt das vor allem daran, dass hier jemand erzählt, der auch in gewisser Weise von mir erzählt, meiner Kindheit, die doch völlig anders verlief. Aber die mir bis heute diese tiefe Entwurzelung bescherte, dieses Unwertgefühl, das sich anderen eigentlich kaum vermitteln lässt, weil sie es nicht verstehen. Wer sich auf so ein Buch einlässt, begegnet einem echten Leben, mit allem Drum und Dran, da spricht es mal einer aus, was viele nicht hören wollen, weil es ihr Eiapopeia-Weltbild nicht erträgt.
Danke, Herr Altmann, einfach großartig.
Und was für ein Sieg, dass Sie es überlebt haben ohne am Ende vor die Hunde zu gehen oder gar selbst noch zum Täter zu werden.
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