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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
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am 26. März 2008
Echo, das Krätzchen (eine Kratze unterscheidet sich von einer Katze dadurch, dass sie alle Sprachen zu sprechen in der Lage ist), streift durch die Straßen von Sledwaya, der ungesündesten Stadt Zamoniens. Seit Echos Frauchen gestorben ist, leidet die Kratze Hunger, und die pausenlos kranken Einwohner zeigen kein Mitgefühl. In fast schon erbärmlichem Zustand trifft Echo auf Succibius Eißpin, den Schrecksenmeister Sledwayas. Der die Stadt beherrschende Bösewicht, der des Nachts seine bluttrinkenden Ledermäuse aussendet, um die leidenden Bürger mit noch mehr Krankheit und Seuche zu malträtieren, bietet Echo einen Handel an. Die Kratze wird für einen Monat alle kulinarischen Genüsse erleben dürfen, die es in Zamonien gibt, fürstlich bewirtet und unterhalten werden, und am Ende des Monats wird sie sterben, damit Eißpin ihr Fett auskochen kann. Dieses entfaltet seine alchimistische Wirkung nämlich nur, wenn es freiwillig gegeben wird. Echo hat nichts mehr zu verlieren und schließt den Pakt ab, um Eißpin in sein grausiges Schloss über den Dächern von Sledwaya zu folgen. Dort wird die Kratze tatsächlich über alle Maßen vortrefflich gefüttert, was eine maßlose Untertreibung ist, lernt zugleich die Geheimnisse der Alchimie kennen, und nebenbei Figuren wie den einäugigen Schuhu Fjodor F. Fjodor, der ein Sprachproblem hat, oder das Gekochte Gespenst, die tödliche schneeweiße Witwe und viele andere. Als der Tag der Hinrichtung näherrückt, schmiedet Echo Fluchtpläne, die die Kratze zur einzigen verbliebenen Schreckse Sledwayas führen.
Das Problem, wenn man denn von einem Problem sprechen möchte, mit dem dieses Buch zu kämpfen hat, das die schwere Nachfolge von "Die Stadt der träumenden Bücher" antritt, besteht darin, dass die eigentliche Handlung nebensächlich ist. "Der Schrecksenmeister" ist niemals wirklich spannend, sondern relativ vorhersehbar und deshalb selten überraschend, was die Dramaturgie anbetrifft. Davon abgesehen gibt es einiges an Widersprüchen und ungeklärten Fragen.
Aber diese Mankos gleicht der Großmeister des Orm, Hildegunst von Mythenmetz, durch seine überbordende Phantasie und einen niemals endenwollenden Strom von Einfällen aus. Alleine die kulinarischen Genüsse, die Schrecksenmeister Eißpin der Kratze serviert, oder ihre Zubereitung (etwa das Braten eines einzelnen Fischeis am Ende einer Stecknadel unter einem Mikroskop) suchen ihresgleichen in der zamonischen Literatur. All die Figuren, Sagen, kleinen und großen Geschichten, und nicht zuletzt die Illustrationen machen das Buch - in gewohnt vortrefflicher Übersetzung durch Walter Moers - zu einem amüsanten, kurzweiligen Lesegenuss, der auch in der deutschen Belletristik konkurrenzlos sein dürfte.
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am 13. Dezember 2008
dass Dirk Bach diesmal nicht der Sprecher ist. Anfangs, als ich in den Rezensionen gelesen habe, dass diesmal nicht Dirk Bach spricht, dachte ich "oje, oje, ob ich es mir wirklich kaufen soll, das neue Hörbuch von Walter Moers..?" Und jedem, der sich die selbe Frage stellt, kann ich nur sagen. "Ja!", denn am Sprecher solls nicht scheitern. Andreas Fröhlich macht das wirklich gut. Er verleiht den Charakteren unverwechselbare Stimmen. Zur Story selbst: wieder mal einfallsreich und urkomisch diese "Parodie" auf "Spiegel das Kätzchen". Und ganz ehrlich-manchmal war mir der alte Schrecksenmeister direkt sympathisch-wie er da fröhlich beschwingt bei "Hörung, Schmeckung, Riechung" direkt menschliche Züge zeigt..
Wieder einmal sehr gelungen..
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am 9. April 2017
Ungeheuer phantasiereich und darüber hinaus auch noch spannend. Walter Moers gelingt es den Spannungsbogen das ganze Buch hindurch zu halten und seine Wortschöpfungen versetzten mich immer wieder ins Staunen.
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am 5. Oktober 2007
Trotz dem, dass ich Gottfried Kellers Original "Spiegel, das Kätzchen" noch nicht kannte, hat mich der "Schrecksenmeister" nicht so fesseln können. Das lag an einem Stilmittel, welches Moers hier zum ersten Mal verstärkt einsetzt: Langeweile.
Als Zamonien-Kenner findet man nicht so viel neues, was einem die fehlende Spannung ersetzen könnte. Selbst Humor ist diesmal nicht sonderlich reichlich gesät.
Ich gebe nur aus dem Grund noch drei Sterne, weil mir Echo dann doch irgendwie ans Herz gewachsen ist.
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am 2. August 2015
Echo ist ein kleines Kätzchen, dessen Besitzerin vor Kurzem gestorben ist. Nun irrt er durch die Straßen Sledwaya und steht kurz vor dem Hungertod. Der Schrecksenmeister Succubius Eißpin findet ihn und macht ihn ein Angebot, ihn zu füttern und ihm ein Zuhause zu bieten, wenn sich Echo im Gegenzug bereit erklärt, sich beim nächsten Vollmond auskochen zu lassen, damit der Schrecksenmeister an das begehrte Kratzenfett kommt. Echo ist so verzweifelt - und vor allem hungrig-, dass er sich auf den Vertrag mit dem Alchimisten einlässt. Doch je kräftiger er wird, umso mehr hängt Echo an seinem Leben.

Bei Walter Moers Zamonien-Romanen ist jeder ein Abenteuer für sich. Die Welt, die der Autor geschaffen hat, birgt unzählige Möglichkeiten und so begeben wir uns diesmal in die krankeste Stadt Zamoniens, nach Sledwaya. Hier gibt es alle möglichen Krankheiten und fast die ganzen Bewohner der Stadt kämpfen dagegen an mit unzähligen Ärzten, Apotheken und Quacksalbern.
Für die Krankheiten verantwortlich gemacht wird der Schrecksenmeister Eißpin. Er lebt hoch über der Stadt in einem heruntergekommenen Schloss und versetzt die Einwohner von Sledwaya in Angst und Schrecken.

Als dieser auf den ausgehungerten Echo trifft, sieht er seine Chance gekommen, einen perfiden Plan in die Tat umzusetzen. Er füttert Echo einen Monat mit allen möglichen Geschmackserlebnissen und darf ihn dann im Gegenzug danach auskochen und ihn ausstopfen.
Echo ist so verzweifelt, dass er mit Eißpin diesen Vertrag eingeht und ab da nimmt alles seinen Lauf zugunsten Eißpins.

Der fließende Schreibstil des Autors macht es leicht, sofort in die Geschichte gezogen zu werden. Für mich sowieso, da ich die Zamonien-Romane des Autors einfach nur liebe. Mir gefällt der Ideenreichtum, da mit wenigen Veränderungen eines Wortes etwas völlig neues geschaffen wird.
So wird eben aus der Katze eine Kratze und schwups kann dieses katzenähnliche Wesen alle Tier- und Menschensprachen verstehen und auch sprechen. Womit sich wieder neue Möglichkeiten ergeben.

Mit seinen modernen Foltermethoden (er macht sich Echo zugehörig durch das Kochen erlesener Speisen) und seinem Drang zum Forschertum (Speisen neu entwerfen, in seinem Labor Tränke herstellen), wirkt der Schrecksenmeister wie eine Mischung aus Inquisitor und Alchimist aus dem Mittelalter. Nicht umsonst heißt er Schrecksenmeister, da seine Haupttätigkeit ja eigentlich darin besteht, die in Sledwaya ansässigen Schrecksen zu überwachen.

Es macht einfach Spaß, sich in der Geschichte zu bewegen und den Weg Echos mitzuverfolgen. Alle an der Story beteiligten Charaktere passen einfach hinein und ergeben somit ein harmonisches Bild, obwohl die Geschichte ganz und gar nicht harmonisch ist.

Es tauchen spannende Kreaturen auf, sei es eine verliebte Schreckse, ein fremdworteverdrehener Schuhu, eine schneeweiße Witwe oder fliegende Ledermäuse. Alle sind faszinierend und interessant Und ist ihre Rolle noch so klein, tragen sie doch eine Menge zur Geschichte bei.

Das Verhalten von Echo ist nachvollziehbar, da er an der Schwelle des Todes steht und für sich keinen Ausweg sieht. Sich deshalb auf Eißpin einzulassen und den Vertrag abzuschließen, scheint seine letzte Chance zu sein, noch ein paar Tage länger zu leben. Denn so würde er auf der Straße den Hungertod sterben.
Bis, ja bis zu dem Zeitpunkt, da er merkt, dass er doch an seinem Leben hängt und dann natürlich mit allen Mitteln versucht, sich aus dem Vertrag zu lösen. Gar nicht so einfach, denn wer Verträge mit Succubius Eißpin schließt, sollte besser das Kleingedruckte gelesen haben.

Diese Ideen, die der Autor an den Tag legt, ziehen sich durch das ganze Buch. Und teilweise auch durch die anderen Bücher, denn es gibt immer wieder Anspielungen auf die anderen Zamonien-Romane, die bisher erschienen sind. Alle hängen irgendwie zusammen und ist jeder in sich selbst abgeschlossen.

Und nicht nur die Geschichte ist faszinierend, sonder auch das wunderschöne Buch an sich. Allein der Einband ist ein echter Hingucker und innen finden sich unzählige Illustrationen, die vom Autor selbst gemacht sind.

Auch das Hörbuch wurde wunderbar eingelesen von Andreas Fröhlich. Zur Rezension geht es HIER ENTLANG.

Gerade erschien ein Video, in welchem das neue Manuskript des Autors gezeigt wird. Im August 2017 erscheint sein neuer Roman "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" im Knaus Verlag.

Ich freue mich jetzt schon sehr auf ein Wiederlesen mit der zamonischen Welt und bin mir sehr sicher, dass mich ein spannender, witziger und vor allem zamonischer Roman erwartet.

Fazit:
Echo und Eißpin - ein ungleiches Paar mit vielen Gemeinsamkeiten.
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am 9. Juni 2014
»Blödsinn, Verträge sind dazu da, gebrochen zu werden! Aber ein Vertrag mit Eißpin – das ist eine andere Sache.«” (S.67)

Zum Inhalt:
Seit dem Tod seines Frauchens, denn Besitzerin kann man bei einer Kratze keineswegs tituliert werden, lernt Echo die hässlichsten Seiten einer ohnehin kranken und verderbten Stadt Zamoniens kennen: Sledwaya. Diese Stadt steht für jedwede noch so abstruse Art von Leiden und Siechtum, welches sich ein Arzt oder Apotheker zu Gunsten des Gedeihens seines eigenen Geschäftes nur wünschen kann. Nur Schrecksen, an und für sich ob ihrer Heiltränke, Salben und Tinkturen in Zamonien geachtet meiden das Pflaster dieser Stadt noch mehr als die Pest. Der Grund ist Succubius Eißpin, Schrecksenmeister von Sledwaya und erklärter Erzfeind der Schrecksen. Das Zusammentreffen dieses genial-grausam-verschrobenen Alchemisten mit der Kratze beschert ihr, die abgemagert und dem Tode nahe in einer Gosse vor sich hinvegetiert, ein mit allen nur erdenklichen lukullischen Freuden garniertes letztes Lebensmonat. So zumindest will es der Vertrag, den die Kratze mit Eißpin angesichts des Hungertodes schließt. Eißpin wiederum hält mit seiner Absicht, der Kratze beim nächsten Vollmond das Fett auszukochen, nicht hinterm Berg. Für seine erkleckliche Sammlung an in Fett konservierten Ingredienzien aus ganz Zamonien wäre dies die Krönung und würde ihn befähigen den einzigen seiner noch gebliebenen Feinde zu besiegen: den Tod.
Kurz umrissen sind dies die Eckpunkte der vorliegenden Erzählung aus Zamonien, einer schillernden Welt in der vieles ähnlich der unseren, aber doch im wahrsten Sinne “verrückt” ist. Echo als sympathischer Held der Geschichte ist ebensowenig und doch wieder eine Katze, wie Ubifanten mit Elefanten oder Ledermäuse mit Fledermäusen gleichzusetzen wären. Als scheinbar letzte Kratze Zamoniens dient Eißpin nicht nur sein Fett als Ingredienz seiner diabolischen Köcheleien, nein auch der Verstand einer Kratze ist einmalig, weshalb der Meisteralchemist ihr auch jede erdenkliche Information, jedwede Formel und die exotischsten Mixturen beibringt. “Echos Verstand, das wusste wiederum der Schrecksenmeister, besaß die einzigartige Fähigkeit, dieses umfängliche Wissen zu speichern, ohne dass es ihm zur Belastung wurde, ja, ohne dass er überhaupt ahnte, etwas von Bedeutung gelernt zu haben: ein friedliches Nebeneinander von Ignoranz und Intelligenz, welches so nur in einem Kratzengehirn herrschen konnte.” (S.81) Von diesem einzigartigen Wesen wollte Eißpin die Essenz – sein Fett.
Es sieht beileibe nicht gut aus für Echo. Die einzigen, die ihm eventuell helfen könnten sind ein einäugiger Schuhu mit einem mächtigen Sprachfehler, eine Kolonie Ledermäuse, deren Weltbild ungefähr so schief hängt, wie ihre Schlafstellung, und … eine, nein die LETZTE Schreckse in Sledwaya. Nicht gerade die vielversprechendste Truppe gegen einen so ausgebufften Geist wie den Eißpins, aber… Zamonien war schon immer für eine Überraschung gut. Auch wenn sie nicht immer im Sinne eines Happy Ends verwirklicht wird, immerhin gehört ein tragisches Ende zum guten Ton einer traditionellen zamonischen Geschichte… oder nicht?

Fazit:
Ein wunderbares Stück zamonischer Kulturgeschichte, das als “wortspieltriebhaftes Märchen” (Die Abendzeitung) ein sprühendes Feuerwerk an Witz, farbenfroher Magie und kaleidoskopischer Eindrücke rund um die Welt entstehen lässt, in der schon die “Stadt der träumenden Bücher” den Leser versinken ließ. Einfach nur mehr als empfehlenswert!

Zum Buch:
Die Verleimung des Buchblockes ist grenzwertig, aber noch akzeptabel, das Papier der Seiten etwas grobfaserig, jedoch der Druck im Kontext dieser Möglichkeiten ausgezeichnet. Den besonderen Reiz machen, wie auch bei seinen anderen Büchern, die Zeichnungen Moers aus. Ebendiese Zeichnungen, die auch auf dem Umschlag und dessen Innenseiten zu finden sind, machen das Buch als Ganzes zu einem kleinen Kunstwerk, in dem man auch gerne nur wegen seiner beredten Bildsprache blättert.
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am 13. August 2011
"Der Schrecksenmeister" ist das fünfte Fantasybuch von Walter Moers, das, wie die Vorgänger, auf dem fiktiven Kontinent Zamonien spielt. Walter Moers gibt sich hier wieder als Übersetzer des zamonischen Schriftstellers Hildegunst von
Mythenmetz. Die Geschichte führt den Leser in die Stadt Sledwaya, in der "das Gesunde krank und das Kranke gesund ist". Dort haust der Schrecksenmeister in einem finsteren Gemäuer und nutzt die Alchimie für düstere Zwecke. Und dort lebt die Kratze
(sprechende und hochintelligente Katze) Echo, die nach dem Tod ihres Frauchens vorm Hungertod steht. In seiner Not schließt Echo mit dem Schrecksenmeister Eißpin einen Vertrag: Bis zum nächsten Schrecksenmond wird Echo von Eißpin mit den wunderbarsten Köstlichkeiten gemästet und in die Geheimnisse der Alchimie eingeweiht. Im Gegenzug muss Echo ihm nach Ablauf
der Zeit sein Fett überlassen - was den Tod der Kratze bedeutet, wenn sie keinen Ausweg ausdem Vertrag findet...

Wenn Wörter auf der Zunge zergehen - dann liest man Moers, den Erfinder von Käptn Blaubär und des Kleinen Arschlochs.
Wortwitz und Spannung, Aha-Momente, Appetitmacher - nicht umsonst ist es "ein kulinarisches Märchen" - und jede
Menge verrückte Ereignisse und Wendungen lassen Echos Genuss beim Dinieren zum Lesegenuss werden. Die Sprache allein
ist schon sehr bildhaft, aber die Zeichnungen im Buch runden das Gesamtbild ab. Die Geschichte ist stimmig, aber keineswegs
voraussehbar. Nachdem Lesen fragt man sich nur eins: Wo nimmt der Autor nur diese fantastischen Ideen her?
Wer Zamonien noch nicht kennt, findet auch hier den Zugang zu dieser wunderbaren Fantasywelt, denn die Geschichte
steht allein. Für den vollen Genuss des Werkes empfiehlt es sich aber, mit den Vorgängern zu beginnen. Bei einem solchen
Lesevergnügen kann der nächste Zamonien-Roman gar nicht schnell genug erscheinen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Januar 2008
Über den Inhalt will ich nicht viel verraten, nur das Echo - das Krätzchen (jawohl, eben keine Katze) - einen für ihn nicht ganz vorteilhaften Vertrag über sein Fett mit dem Schrecksenmeister Eißpin schließt. Moers hat wieder einmal verstanden, mich 100%ig zu fesseln. Ich habe das dicke Buch selbst zwischen Bahnhof und Arbeit aus der Tasche geholt, um darin zu schmöckern. Es ist spannend geschrieben und Moers strotzt wieder vor Phantasie und Einfallsreichtum. Immer neue Drehungen und Wendungen in den einzelnen Phasen der Geschichte (so dass die Spannung immer auf einem hohen Level bleibt), bis er schließlich zum fulminanten Ende kommt. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen und denke, dass es zu seinen besseren Werken zählt (nun ja, er hat erst fünf geschrieben). Und nicht vergessen, es ist kein klassischer Roman, sondern ein Märchen für Erwachsene zum Ende mit viel Blut... nix für Kinder.
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am 2. Januar 2008
Ich habe dieses Buch echt genossen! Ich hatte vorher gar nichts konkretes erwartet -und so wurde ich auch nicht enttäuscht.

Und ich denke, man darf es nicht mit den anderen Zamonien-Romanen, v. a. nicht mit "Rumo und die Wunder..." und "....Käpt'n Blaubär" und "Die Stadt der träumenden Bücher" vergleichen! Es ist ja von vornherein anders angelegt - es kann dem Vergleich also gar nicht standhalten.
Die Geschichten, die die Handlungen nicht weiterbringen, sind sehr schön - warum müssen sie das denn? Warum erinnert Eißpin an General Tick Tack? Er ist sehr anders - er ist nur auch das maximal böse in diesem Werk wie Tick Tack bei "Rumo...". - Sucht nicht die anderen Bücher in diesem - lasst euch auf etwas neues und anderes ein! Es ist trotzdem Moers und Zamonien in voller Entfaltung. Es ist eine Ode an die Fantasie und an die wunderbaren Möglichkeiten der kulinarischen Kunst, und das in Kombination.

Die oben genannten Bücher waren vor allem Abenteuerbücher mit mehr oder weniger detaillierter Charakterbeschreibung v. a. bezüglich der biographischen Details.
Dieses Buch hier ist anders detailliert, und auch eher gerichtet auf die inneren Eigenschaften der Charaktere als auf die äußeren. Und das ist sehr gut gelungen, wie ich finde.
Ein immenser Unterschied ist auch der: Die Bewohner von Sldwaya, der Schrecksenmeister - was sind es für Daseinsformen? Es wird NICHT erwähnt - es handelt sich also wahrscheinlich um Menschen. Es ist sowieso an ein sehr menschliches Leben gehalten, wie ihc finde: es gibt die Haustiere/Tiere und die Bewohner auf der anderen Seite, es ist wie man es sich hier vorstellen würde zu früheren Zeiten ...

Es ist atmosphärisch sehr dicht, beruhigt irgendwie, aber ist trotzdem manchmal sehr atemraubend. Es ist durchströmt von einer Art Urvertrauen und 'Liebe', ohne dass es romantisch oder naiv ist. Es geschieht nicht in halb Zamonien sondern nur in Sledwaya und im Schloss des Schrecksenmeisters und dadurch gemütlich und anheimelnd.

Der Humor ist mal wieder SEHR gut!! Besonders gut fand ich zB den Fremdwort-Gebrauch von Fjodor! :-D

Mich hat der Moers-Zamonische Zauber wieder voll erfasst! Auch wenn es sich von der Art der anderen Romane unterscheidet, s. o., es ist toll!
Ich hätte sogar nicht gedacht, dass es mich so begeistern würde, weil ich annahm, dass an die anderen nie wieder was annähernd rankommen könnte.
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am 21. Oktober 2007
Hätte jemand den Schrecksenmeister gelesen, ohne vorher einen anderen Zamonienroman zu kennen, wären die fünf Sterne unumstritten. So aber wird rasch verglichen, was man eigentlich nicht vergleichen kann.

Der Schrecksenmeister verdeutlicht wieder einmal Walter Moers' stets überraschende Vielfalt. Jeder Zamonienroman war anders: Die "Dreizehneinhalb Leben" stellten den klassischen Abenteuerroman, die Odyssee, dar; Rumo war ein Fantasy-Action-Roman, Ensel und Krete ein Märchen, die Stadt der träumenden Bücher ein intellektueller Roman, und der Schrecksenmeister ist die klassische Novelle mit einem klaren Handlungsstrang und einer begrenzten Zahl von Charakteren.

Diese Charaktere sind aber umso feiner ausgearbeitet. Der Schrecksenmeister ist kein grobgeschnitztes Scheusal, sondern ein Charakter mit fein differenzierten Facetten, der einem manchmal sogar richtig sympathisch werden kann.

Die Handlung stürmt nicht daher wie in einem Action-Roman, sondern bildet das Gefühl nach, dass das Krätzchen, dessen Lebensspanne unerbittlich abläuft, erleiden muss.

Und die typisch Moersschen Sprachfeuerwerke, die überschäumenden Phantasmen, die aberwitzigen Aufzählungen fehlen auch hier nicht. Die Vorstellung des schrecksischen Gewächshauses ist so gut wie alles, was Moers zuvor geschrieben hat. Seine Menüfolgen - es handelt sich ja um einen kulinarischen Roman - lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und wer glaubte, mit dem Kometenwein bereits die Krönung der Winzerkunst kennengelernt zu haben, wird sehen, dass auch dieses noch gesteigert werden kann (mehr wird hier nicht verraten).

Dass der Schrecksenmeister eine Nachdichtung von Gottfried Kellers "Spiegel, das Kätzchen" ist, ist nicht ehrenrührig. Goethe hat das Faust-Thema ja auch nicht selber erfunden. Im Gegenteil, durch die Lektüre des Schrecksenmeisters angeregt, habe ich mir hier bei Amazon eine sehr schöne Ausgabe von Kellers Novelle (von "Books on Demand") bestellt und mit Genuss gelesen. Der Lesespass wurde so quasi verdoppelt.
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