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Kundenrezensionen

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HALL OF FAMEam 13. Februar 2003
wer diese ausgabe des don quichote kauft, erwirbt nicht nur die odyssee des ritters von der traurigen gestalt samt seiner mähre rosinante und seinem eselsberittenen diener sancho pansa - nein, er hat damit auch eine ausgabe erwischt, in welcher der hervorragende fritz martini in einem umfangreichen nachspann die verknüpftheit des roman-stoffes mit dem realen lebens-schicksal des MIGUEL DE CERVANTES SAAVEDRA akribisch aufzeigt. so ist zum beispiel jenes 22. roman-kapitel mit dem (typisch) langatmigen titel "von der befreiung, die don quijote vielen unglücklichen zuteil werden ließ, welche man wider ihren willen dahin führte, wohin sie lieber nicht wollten" - so die kapitel-überschrift - jener abschnitt also läßt sich wahrlich unzweifelhaft aus dem lebenslauf des wirklichen spaniers cervantes erklären. martini: "spanien kämpfte zur see gegen die türken um die herrschaft auf dem mittelmeer - wie ein ausklang der kreuzzüge mutet dieses ringen an." 1575 schiffte sich cervantes zum soundsovielten male ein, wurde aber diesmal von einem türkischen schiff gekapert und als gefangener nach algier gebracht, wo er fünf jahre in kerkerhaft verbrachte. martini: "jene stelle, wo don quijote dem zug der verketteten galeeren-sträflinge begegnet und sie befreit, ist aus eigenem wissen um das schicksal solcher gefangenschaft geschrieben." "fünf monate legte man ihn in eiserne ketten, um seinen willen zu brechen. es wird berichtet, cervantes habe die absicht gehabt, sich an die spitze von fünfundzwanzigtausend christen-sklaven zu setzen ..." - kein wunder also, dass cervantes der unauslöschliche held aller lese- oder zuhör-fähigen spanier wurde und bis heute geblieben ist. "DIE GRÖSSTE SÜNDE IST DIE VERZWEIFLUNG" - mit solchen sätzen hat sich cervantes unsterblich gemacht - und seiner ironischen odyssee fast die ebene einer mutigen existenzphilosophischen abhandlung gegeben - allerdings einer gut verfilmbaren. don quichote (1605) mag man also als nachläufer der HOMER'schen ilias und odyssee sehen - aber auch als vorläufer des SIMPLICISSIMUS des dreißigjährigen krieges (grimmelshausen alias german schleifheim von sulsfort, 1669), ja sogar als literarische vorahnung des till eulenspiegel des belgiers charles de coster (ULENSPIEGEL und de lamme goedzak, 1867, ebenfalls als dünndruck-ausgabe des WINKLER-verlages, münchen). cervantes gehört in die reihe der wichtigsten kulturellen erzeugnisse in der geschichte europas...
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HALL OF FAMEam 17. Februar 2003
Wer diese Ausgabe des Don Quichote kauft, erwirbt nicht nur die Odyssee des "Ritters von der traurigen Gestalt" samt seiner Mähre Rosinante und seinem esels-berittenen Diener Sancho Pansa - nein, er hat damit auch eine Ausgabe erwischt, in welcher der hervorragende Fritz Martini in einem umfangreichen Nachspann die Verknüpftheit des Roman-Stoffes mit dem realen Lebens-Schicksal des MIGUEL DE CERVANTES SAAVEDRA akribisch aufzeigt. So ist zum Beispiel jenes 22. Roman-Kapitel mit dem (typisch) langatmigen Titel "Von der Befreiung, die Don Quijote vielen Unglücklichen zuteil werden ließ, welche man wider ihren Willen dahin führte, wohin sie lieber nicht wollten" - so die Kapitel-Überschrift - jener Abschnitt also läßt sich wahrlich unzweifelhaft aus dem Lebenslauf des wirklichen Spaniers Cervantes erklären. Martini: "Spanien kämpfte zur See gegen die Türken um die Herrschaft auf dem Mittelmeer - wie ein Ausklang der Kreuzzüge mutet dieses Ringen an." 1575 schiffte sich Cervantes zum soundsovielten Male ein, wurde aber diesmal von einem türkischen Schiff gekapert und als Gefangener nach Algier gebracht, wo er fünf Jahre in Kerkerhaft verbrachte. Martini: "Jene Stelle, wo Don Quijote dem Zug der verketteten Galeeren-Sträflinge begegnet und sie befreit, ist aus eigenem Wissen um das Schicksal solcher Gefangenschaft geschrieben." "Fünf Monate legte man ihn in eiserne Ketten, um seinen Willen zu brechen. Es wird berichtet, Cervantes habe die Absicht gehabt, sich an die Spitze von fünfundzwanzigtausend Christen-Sklaven zu setzen ..." - kein Wunder also, dass Cervantes der unauslöschliche Held aller lese- oder zuhör-fähigen Spanier wurde und bis heute geblieben ist. "DIE GRÖSSTE SÜNDE IST DIE VERZWEIFLUNG" - mit solchen Sätzen hat sich Cervantes unsterblich gemacht - und seiner ironischen Odyssee fast die Ebene einer mutigen existenzphilosophischen Abhandlung gegeben - allerdings einer gut verfilmbaren. Don Quichote (erschienen 1605) mag man also als Nachläufer der HOMER'schen Ilias und Odyssee sehen - aber auch als Vorläufer des SIMPLICISSIMUS des dreißigjährigen Krieges (Grimmelshausen alias German Schleifheim von Sulsfort, 1669), ja sogar als literarische Vorahnung des Till Eulenspiegel des Belgiers Charles de Coster (ULENSPIEGEL und Lamme Goedzak, 1867, ebenfalls als Dünndruck-Ausgabe des WINKLER-Verlages, München, erhältlich). Die Schriftstellerei des Miguel de Cervantes gehört in die Reihe der wichtigsten kulturellen Erzeugnisse in der Geschichte Europas...
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am 27. November 2009
Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Dieses Buch ist nicht nur ein Klassiker, sondern gehört aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Person Don Quijote in jedes gut sortierte Bücherregal.

Cervantes hat mit seinem Werk ohne Zweifel DIE Vorlage für den modernen Roman geschaffen. Ich bin immer wieder erstaunt gewesen, wie modern und ungewöhnlich die erzählerischen Ideen daher kommen. Das hätte ich für ein Buch dieses Alters nicht erwartet. "Don Quijote" ist herrlich selbstironisch und der Autor scheut sich nicht davor, sich selbst durch den Kakao zu ziehen; teils subtil, teils ungewohnt offen.

Vor diesem Buch war mir Don Quijote ausschließlich durch seinen Kampf gegen die Windmühlen bekannt. Umso erstaunter war ich, dass dieses Abenteuer bereits auf den ersten Seiten des 1100 Seite schweren Schmöckers abgehandelt war. Schnell war klar, wie unbekannt mir Don Quijote bisher eigentlich war.

Allerdings ist dieses Buch keine leichte Kost. 1100 Seiten sind per se ein wuchtiges Argument, etwas mehr Zeit zum Lesen einzuplanen. Aber der Sprachstil machte mir zwischenzeitlich wirklich zu schaffen. Ein historisches Buch kommt nun einmal mit einer "historischen", sprich "verschnörkelten" Sprache daher. Damit nicht genug, steigert die Figur "Don Quijote" die eh schon aus heutiger Sicht umständliche Ausdrucksweise zur vollständigen Ausweifung und Unverständlichkeit. Der Leser muss sich absatzweise wirklich enorm konzentrieren, um zu verstehen, was Don Quijote eigentlich meint. Kleine Ermunterung: Selbst die Randfiguren des Romands wundern sich ob der geschwollenen Ausdrucksweise unseres edlen Ritters.

Die ersten 130 Seiten habe ich mich durchgekämpft, dann das Buch aus Frust über die umständlich Ausdruckweise über längere Zeit weg gelegt. Schlußendlich mußte ich mich aufraffen dieses Buch zuende zu lesen. Nachdem ich wieder in die Geschichte gefunden hatte, hat es wirklich Spaß gemacht, die Abenteuer des Ritters zu erfahren.
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am 3. Dezember 2006
Über die Klasse des Buches braucht man kein Wort mehr zu verlieren. Der Stellenwert in der Weltliteratur ist bekannt.

Diese Ausgabe ist auch gelungen, was das Design anbelangft und was die Druckqualität angeht ebenfalls. Es ist stabil gebunden.

Aber es fehlt ein Nachwort. Ein Kommentar. Irgendeine zusätzliche Hintergrundinfo. Man liest an dem Buch ja sehr lange und nachher möchte man oft etwas über den Autor oder die Entstehungs- oder Rezeptionsgeschichte des Buches wissen. Hier wird einem nichts angeboten, das ist doch etwas schade. Daher gibts einen Punkt Abzug.
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am 13. März 2011
Für die wenigen, die mit der Geschichte des Don Quijote nicht vertraut sind, gibt es hier eine kurze Zusammenfassung:

Alonso Quijano ist ein Landadeliger in den Fünzigern, der mit seiner Nichte und seiner Haushälterin in der Mancha (Spanien) lebt. Er entwickelt eine Obsession für Ritterromane und hält deren Inhalt für die Realität, ungeachtet der Tatsache, dass viele der Vorkomnisse in den Romanen absolut unrealistisch sind. Alonsos Freunde glauben, dass er vom vielen Lesen und zu wenig Schlaf den Verstand verloren hat.
Der wahnhafte Quijano nimmt seinen nom de guerre "Don Quijote von der Mancha" an, und reist zusammen mit seinem alten Pferd "Rosinante" auf der Suche nach Abenteuern ab. Seine Liebe widmet er der Nachbarstochter (die ihn nicht kennt) und nennt sie "Dulcinea von Toboso".
Was folgt sind Abenteuer voll Missgeschick, die sich bisweilen ereignen, weil Don Quijote "aus tugendlichen Gründen" die Angwohnheit entwickelt seine Nase in Dinge zu stecken, die ihn einfach nichts angehen. Quijote benutzt seine Ritterlichkeit als Rechtfertigung dafür, wo immer er kann sich in einen Kampf zu stürzen - nur um geschlagen, verletzt und gedemütigt zu werden. Um genau zu sein trägt sein Weggefährte Sancho Panza die Hauptlast dieser Kämpfe.
Am Ende des ersten Teils wird Don Quijote getäuscht und wieder in seine Heimat gebracht.

Der zweite Teil, der 1615 und somit zehn Jahre nach Teil eins erschien, führt den Leser wieder in das Leben des nun bekannten Don Quijote und Sancho Panza ein, die Opfer von gemeinen Scherzen reicher Nachbarn werden. Don Qujote erlangt seine geistige Gesundheit zurück und erprobt sich als tauglicher Gebieter, wiederum mit desaströsen Ergebnissen. Er stirbt gesund und traurig, anstatt im Wahn und glücklich.

Während Teil eins eher skurril ist (und durchaus einige lustige Momente besitzt), empfand ich Teil zwei ziemlich melancholisch und mehr philosophisch.

Obwohl dieses Buch vor Jahrhunderten geschrieben wurde, ist es mir zeitgemäß, charmant, lustig und zugänglich vorgekommen. Das Lesen dieses Werkes ist den Aufwand wert, auch wenn der Umfang des Buches den einen oder anderen erst abschrecken mag. Anfangs hatte ich etwas Mühe in die Geschichte "hereinzukommen"', aber nach ein Paar Seiten liest sich dieses Buch ziemlich flüssig. Umfangreiche Anmerkungen und Zeittafel runden diese tolle Ausgabe (Artemis & Winkler) ab.
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am 7. Juli 2004
Noch nie habe ich bei einem Buch solche Tränen gelacht! Die aberwitzigen Dialoge zwischen dem unbeirrbaren, gebildeten und stets auf Würde bedachten Don Q. und seinem arg materialistischen, begeisterungsfähigen und oft an seinem Herrn verzweifelnden Sancho Pansa gehören zum Besten, was die Literatur hervorgebracht hat. Viele Passagen und Themen langweilen heute allerdings etwas. Die primäre Absicht Cervantes', die seinerzeit weit verbeiteten Trivial-Rittermärchen-Bücher zu schmähen und zu veralbern, sagt uns nichts mehr. Auch die Grobheit, ja Schadenfreude, mit der Cervantes Autor seine armen Figuren behandelt, befremdet den freundlich gesonnenen Leser, es hagelt Prügel und Folter, es werden Streiche gespielt, getäuscht, betrogen etc. (Auf der anderen Seite ist die Selbstverständlichkeit, mit der Cervantes dem Menschen Gier, Niedertracht, Bosheit und Feigheit als natürliche Handlungsmotoren zuschreibt, irgendwie faszinierend und befreiend).
Vieles ist schlampig ausgedacht, vieles wiederholt sich, und es ist ganz klar, dass Cervantes erst im Laufe der Erzählung Gefallen an den Figuren findet und an als Erzähler an Sicherheit gewinnt.
Aber nun genug von der Kritik! Jeder, der Spass an Sprache hat, wird dieses Buch lieben. Man kann es nicht mehr aus der Hand legen, weil die verstiegenen Zwiegespräche mit ihren verrückten Vergleichen, aus dem Ruder laufenden Sprichwörtern und salbungsvollen Phrasen absolut süchtig machen.
Die 3-bändige Insel-Ausgabe mit Illustrationen von Doré halte ich für die beste hier erhältliche.
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am 23. April 2006
Don Quijote, der spanische Junker, der zu viele Ritterbücher liest und sich schliesslich einbildet, selber ein fahrender Ritter zu sein, sieht die Welt auf seine Weise: eine heruntergekommene Schenke ist ihm eine stolze Burg, Windmühlen sind Riesen, die es zu bekämpfen gilt... Und wenn die Realität einmal allzu stark erscheint, erklärt sie der „Ritter von der traurigen Gestalt" kurzerhand zu einem eigentlichen Zerrbild, so ist etwa die hässliche, stinkende Bäuerin, die Quijote dennoch für seine angebetete Dame Dulcinea halten will, halt von bösen Zauberern verwandelt worden.Sein Schildknappe Sancho Pansa ist ein einfacher Bauer voller Einfalt und doch voller Schläue, der ein angenehmes Leben mit ausreichendem Essen liebt und der eine Fülle von Sprichworten kennt und sie zu meist unpassenden Anlässen aneinander reiht. Er reitet auf seinem Esel neben dem Ritter her, wundert sich über viele Eigenarten seines Herrn und bleibt ihm dennoch treu - nicht nur, weil er sich erhofft, durch seinen Herrn die Statthalterschaft über eine „Insul" erlangen zu können.So ziehen die beiden durch das Spanien des beginnenden 17. Jahrhunderts, wie Gestalten aus einer anderen, einer idealisierten Ritter-Märchenwelt in die sie selber aber auch nicht so ganz herein passen.Cervantes schildert sehr lebendig, so dass man selber so in den Sog des Geschehens zu geraten droht, wie Quijote in denjenigen seiner Ritterwelt. Th. Mann nannte diesen Roman „Meer von Erzählung" und man versteht, was er meint: auf über 1000 Seiten entwirft der Dichter ein Universum von Geschichten, viele Nebenerzählungen, gar eine eingeflochtene eigenständige Novelle bereichern den Roman. Gerade diese Nebengeschichten, diese scheinbaren Abschweifungen, die jedoch ständig auch das Geschehen um Qujiote selbst spiegeln, können ermüdend wirken. Insgesamt aber überwiegt bei mir der Eindruck einer grossartigen Leserfahrung.Allerdings: Wann endlich gibt es eine Neuübersetzung? Die hier vorliegende von Braunfels stammt aus dem 19. Jahrhundert! Auch die Anmerkungen stammen von Braunfels, wissen also noch nichts von neueren Deutungsansätzen des Quijote! Auf den in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgekommenen Deutungsansatz etwa, der den Roman (auch) als Geschichte eines neu (oder besser: zwangsbekehrten) Juden lesen will und der vielerlei Anspielungen auf die jüdisch-religiöse Literatur im Quijote zu erkennen glaubt, kann in den Anmerkungen von Braunfels natürlich nicht Bezug genommen werden und auch im informativen Nachwort des schon längst verstorbenen Germanisten Martini, der sich auf eine für heutige Leser und Leserinnen (!) doch seltsam anmutende Art über die „stolze Ehre einer männlich starken Seele" des Qujiote ergeht, fehlen natürlich Hinweise auf solch „neuere" Deutungsansätze. Also: Cervantes Text fasziniert noch heute - jetzt her mit einer zeitgemässen Übersetzung, mit zeitgemässen Anmerkungen und einem wirklich auf neuestem Stand stehenden Nachwort!
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am 11. November 2005
Man kann dieses Buch sicherlich nach seiner Bedeutung einordnen, die unterschiedlichen Einflüsse oder Verweise analysieren die darin vorkommen und es so bewerten. Aber schlussendlich bleibt es ein unglaublich witziges und komisches Buch. Ich habe wie andere Rezensenten Tränen gelacht - es ist einfach urkomisch was den beiden alles passiert und wie Cervantes ganze Bandreiten des Humors klingen lässt. Von versteckten Details eher intellektueller und feinerer Natur bis hin zu wirklich derbsten und geradezu ungeheuerlichen Vorkommnissen. Wer Lust hat einmal richtig herzlich zu lachen - dem empfehle ich dieses Buch wärmstens. Ein wunderbares Beispiel, dass es zeitlose Bücher gibt die niemals wirklich altern!
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am 18. August 2005
Zwei Stunden herrlich geschwelgt hatte er, und zwar zur Ablenkung. So schrieb er im Jahre 1883 an seine Partnerin. Viele glückliche Paare, .. es ist vollkommenste heitere Grazie. Nun, ob Sigmund Freud Recht hatte spielt keine Rolle, aber sicher ist, dass er sich mit einem der wichtigsten europäischen Werke vergnügte. Don Quijote gehört neben Ödipus, Faust, Hamlet, Casanova, Don Juan zu den wichtigsten Figuren im abendländischen Bewusstsein. 400 Jahre alt, in diesem Jahr 2005 genau nach der Veröffentlichung im Jahre 1605 als erster Band von zweien. Und die Geschichte - nicht hochtrabend, eher witzig, erheiternd - bekommt schon politische Aspekte, wenn man Thomas Mann liest zu seiner Kritik vor 70 Jahren, der hier den „illusionären Orgasmus" beschwört. Aber in die Nähe von Diktatoren lässt sich die Geschichte letztendlich nicht bringen. Vielmehr haben wir es mit einer raffinierten Psychologie zu tun, wo letztendlich die Welt draußen so zu sein hat, wie die Vorstellung es erlaubt oder bestimmt. DQ braucht ein Ideal, mit dem er sich wegen seines Verhältnisses zu Welt tröstet. Daher klärt es sich, dass ein reisender Ritter nicht heiraten kann, wohl aber eine Frau anbeten kann, die er in Liebe „viermal aus der Ferne" beobachtet hat. Seine Dulcinea ist in seinem Bilde aller irdischen Mängel enthoben. Damit sind die Abenteuer, die er durchzustehen hat, nichts anderes als eine Verheißung durch Sieg der Angebeteten würdig zu werden. Weiterhin lebt er mit seinem Freud Sancho den Traum von Freiheit, weil er in der Unkalkulierbarkeit der Wirklichkeit ein Spiel sieht. In diesem Traum braucht er seinen Freund, der ihm seine Identität gibt, weil er in der Welt auf das trifft, was ist, und nicht auf dass, was er zu schaffen glaubt. Beendet wird diese großartige Geschichte mit dem Rückzug in die Wirklichkeit. Ein Ritter fordert DQ zum Kampf und siegt. Damit hat er Befehlsgewalt und DQ muss in die Heimat zurück. Nur - ohne Freiheit, ohne leben in einer Wunschwelt - nur mit der Wirklichkeit konfrontiert bringt ihn ins Grab. Der Vorhang der Vernunft fällt vor seine Träume. Auch wenn Sancho sagt, die größte Narrheit ist, sich ins Grab zu legen.
Gestorben ist Alonso, Don Quijote lebt weiter. Er ist der, der inspiriert zur Leichtigkeit, zur Lebendigkeit und letzten Endes immer wieder neu zum Abenteuer des Fragens und Suchens.
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am 21. April 2008
Der kleine Landadliger Don Quijote, dessen wahrer Name selbst dem Erzähler nicht genau bekannt ist, lebt in der Mancha und verschlingt Ritterromane. Er steigert sich so sehr in diese, dass er glaubt, er selbst müsse als fahrender Ritter gegen das Unrecht kämpfen. Er sattelt seinen alten Ackergaul, den er fortan Rosinante nenne, und begibt sich im Auftrag der schönen Dulciena von Toboso auf seinen Kreuzzug. Zwar hat er die schöne Dame nie gesehen, aber es gehört sich für einen Ritter, eine Angebetete zu haben. Alles, was der Don fortan tut, tut er für seine Dulcinea.
Alles, was dem verrückten Quijote begegnet, packt er in seine Ritterfantasie. Dass die Zeit der Ritter längst vorbei ist, stört ihn dabei wenig. Ein einfaches Gasthaus wird für ihn zu einer Burg und die dort beschäftigten, käuflichen Damen zu Burgfräulein. Doch dieser Ausritt wird die erste schmerzliche Niederlage und er wird verprügelt und halbtot nach Hause geschafft. Zu seinem eigenen Schutz veranstaltet der Dorfpfarrer eine Bücherverbrennung, bei der seine gesamte Ansammlung an Ritterromanen verbrannt wird. Aber der verrückte Adlige lässt sich dadurch nicht stoppen. Er rekrutiert seinen treuen Knappen Sancho Panza, der, so heißt es, nicht der Hellste sei. Fortan begleitet der treue Knappe ihn auf seinem Esel (denn er besitzt kein Pferd) zu allen Abenteuern.

Das bekannteste Abenteuer ist der Kampf gegen Windmühlen, in denen Don Quijote trotz der Warnungen seines Knappens, furchtbare Riesen sieht, die er bekämpfen muss. Der Ritter von trauriger Gestalt, wie er bald genannt wird, kämpft gegen Hammelherden und ficht einen blutigen Kampf gegen Rotweinschläuche. Er erobert den 'Helm des Mambrin', eine Barbierschüssel, die er fortan trägt. Übel zugerichtet kehrt er zum Ende des ersten Buches auf einem Ochsenkarren nach Hause zurück, um im zweiten Buch als 'Löwenritter' wieder loszuziehen.

Miguel de Cervantes (vermutlich 1547 geboren) schuf zu Beginn des 17. Jahrhunderts dieses umfangreiche Werk, das vielleicht zur ersten Plagiatswelle führte. Drei Raubdrucke waren bereits wenige Wochen nach Veröffentlichung des Romans in Umlauf.

Die Geschichte des umherirrenden spanischen Adligen zählt zu den wichtigsten Büchern der Weltliteratur und zum wichtigsten Roman Spaniens. Nicht zuletzt gründete dieses Werk erst den Begriff 'Roman'. Bis heute streiten sich die Gelehrten darum, wen der Autor mit seiner Geschichte ansprechen und was er zum Ausdruck bringen wollte. So wird das Werk häufig als Parodie auf die Ritterromane seiner Zeit angesehen, aber auch als Kritik am spanischen Imperialismus gewertet. Einige Literaturwissenschaftler erkannten in zahlreichen Details der Handlung auch Anspielungen auf die Probleme der konvertierten, getauften Juden in der spanischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.
Viele Künstler fühlten sich von den Geschichten Don Quijotes inspiriert und erschufen Gemälde und Illustrationen, darunter Salvador Dalí und Pablo Picasso.

Die bekannteste Geschichte, der Kampf gegen die Windmühlen, spielte im Roman eine eher untergeordnete Rolle, wurde aber zum zentralen Stoff der Geschichte. Sie stellt den ausweglosen Kampf gegen den technischen Fortschritt und den damit verbundenen Machtverlust der Aristokratie dar und wurde dadurch zum Symbol für einen aussichtslosen Kampf.

Die letzte verfügbare Übersetzung stammt aus dem Jahre 1956 und liest sich etwas schwierig. Man würde sich wünschen, eine modernere Interpretation der Texte zu lesen, damit dieses Stück Weltliteratur auch zu einem Lesevergnügen wird. So kämpft sich der geneigte Leser wie zuweilen Don Quijote durch 1103 Seiten geballtes Literaturwerk ' aber man soll ja mitleiden, um den Helden zu verstehen.
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