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am 20. August 2016
Der Ägyptologe Hornung beschreibt in der "Nachtfahrt der Sonne" in detaillierter Form die altägyptische Vorstellung von der Reise durch das Totenreich, die die Sonne jede Nacht nach ihrem Untergang unternimmt. Für die Altägypter war der Sonnenuntergang kein astronomischer Fakt, sondern vielmehr der Beginn einer 12-stündigen abenteuerlichen Reise, der mit der völligen Vernichtung des Kosmos enden könnte und doch - Re sei Dank - jeden Morgen auf's Neue in die Neuerschaffung allen Lebens mündete. Die wärmenden Strahlen der Sonne waren der Garant allen Lebens. Hornung stützt sich auf das Pfortenbuch und das Amduat, beide Schriften wurden in Königsgräbern gefunden. In detaillierter, und für Laien sehr gut verständlichen Weise, werden die im Buch abgebildeten Hieroglyphentexte Nachtstunde für Nachtstunde übersetzt. Hornung macht deutlich, dass es ihm hier nicht um eine rein akademische Abhandlung geht, sondern er auch mit seinem Herzen den Text übersetzt und den Leser einlädt, die Sonne auf ihrer gefährlichen Reise zu begleiten. Sterben könnte sie nicht nur, nein, sie verlischt und vereinigt sich mit dem toten Osiris, dem Gott der Unterwelt, erweckt ihn zum Leben und damit alles Tote. Nein, sie könnte nicht nur sterben, sondern sogar völlig vernichtet werden, durch Apophis, einem Ungeheuer, das alles Existierende bedroht und das die mächtige Sonne nicht besiegen kann. Dazu benötigt es die Hilfe anderer Götter. Hornung lässt erahnen, dass es sich bei dieser altägyptischen Mythologie nicht um Märchentexte handelt, sondern nichts weniger als die Wurzeln tiefen religiösen Verständnisses über Tod und Auferstehung und des christlichen Glaubens selbst hier zu finden sind. Natürlich ist es ein Buch, dessen Verständnis sich v.a. durch den Besuch der Originalschauplätze (ägyptische Königsgräber) selbst erschließt. Es ist eben kein Roman, sondern lädt ein, das Phänomen Sonnenunter- und Sonnenaufgang zu beobachten und in sich hineinhorchend dem rätselhaften Zusammenhang von Leben und Tod nachzuspüren. Ein faszinierendes Werk, das um so wertvoller ist, da nirgendwo sonst Laien, der Zugang zur schwierigen altägyptischen Mythologie so leicht verständlich und kompetent zugleich ermöglicht wird. Wenn es 6 Sterne gäbe, so hätte es dieses Buch verdient.
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am 29. November 2016
Wäre sich zu den Hobby-Ägpthologen zählt, der wird sich mit diesem Buch sehr anfreunden können. Das Buch war ein Geschenk, für diese Person war es genau das Richtige. Hat sehr gut gefallen
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am 12. Dezember 2007
Leser mit sehr gutem Vorstellungsvermögen und ägyptologischen Kenntnissen (mindestens aber Grundkenntnissen) sind mit diesem verfaßten Buch zu einem sehr speziellen Thema ganz klar im Vorteil; und das Buch ist auch nicht wirklich zu empfehlen für Neueinsteiger auf diesem Feld ... Jenseitsvorstellungen der alten Ägypter.
Jedem geneigten Leser sei aber dies Werk von Erik Hornung (em. Ägyptologe) sehr empfohlen, um einen in die Tiefe gehenden, und trotz aller Komplexität des Themas an sich, gut verständlichen Inhalt zu ergründen.
Etwas zu spärlich bebildert zwar (deshalb leider einen Stern Abzug), da viele der Beschreibungen dieser jenseitigen und visuell sogar noch vorhandenen Unterwelt, nämlich auf Grabwänden, Särgen Papyri, lediglich in Worten erklärt werden ohne begleitende Illustration, bzw. Darstellung der Ägypter. Wobei es natürlich ein Unding wäre alle Stunden der Nacht der Jenseitsbücher - um die es nämlich im Buch geht: "Amduat" und "Pfortenbuch", auf so kleinem Buchformat in Bildformat unterzubringen. Doch dafür umso gründlicher sind die Beschreibungen, bemerkenswert gründlich!
Auf alle Fälle darf diese Lektüre nicht fehlen, wenn man sich mit der komplexen Glaubenswelt der alten Ägypter befaßt, insbesondere mit deren Jenseitsvorstellungen. Im Zentrum dessen der Lauf der Sonne durch die Stunden der Nacht. Ein spannender Trip durch die Unterwelt wird dies Buch allemal, der Autor entläßt den Leser keinesfalls mit leerem Sinn, sondern versteht es, die Visionen der alten Ägypter von deren Jenseits, treffend zu erklären. laut Hornung bedeutet der Sonnenlauf der alten Ägypter auch einen Abstieg in unser Unbewußtes, also noch immer ein aktuelles Thema und keineswegs ein abgeschlossenes Thema ...
Mir selbst hat dies "kleine" Werk hinsichtlich einem lebendigen Verständnis dieser sozusagen toten Welt, sehr viel gebracht.
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