Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
2
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
2
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 9. Januar 2006
Byrons Leben bietet genügend Anlass zur Faszination. Maurois nahm sich die Zeit, die ungewöhnliche Lebensgeschichte dieses ebenso leichtlebigen wie empathischen, gescheiten wie sinnlichen Dichters der Romantik zu erzählen. Jede Seite strotzt nur so vor Wissenswertem und besitzt trotz aller geistreichen Distanz so viel Poesie und Farbigkeit, dass das Vergnügen an der Lektüre nie nachlässt.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Heute wirkt die Lebensgeschichte des Dichters wie eine Schöpfung der Klatschpresse, die eine Figur wie ihn nicht besser hätte erfinden können. Geboren als britischer Lord, aber arm aufgewachsen, weil sich die Verwandtschaft nicht verstand. Danach folgen mit Harrow und Cambrigde zwei der bekanntesten Institutionen der britischen Bildung, wohl aber auch erste homosexuelle Erfahrungen. Schon mit Anfang 20 drücken Spielschulden und unglückliche Liebe zu einer Frau, so erfolgt die Flucht in ferne, exotische Länder. Die Erfahrungen dieser Reise werden in einem Epos in Versform verarbeitet, dieses macht den Lord und Dichter über Nacht zum Star. Er wird umschwärmtes Zentrum der Londoner Gesellschaft - und wohl auch des Nachtlebens. Frauen verlieren den Verstand wegen ihm. Aber immer noch nicht kann er sein Geld zusammen halten. Er heiratet, aber es wird eine Katastrophe. Zwar bekommt er mit seiner Frau eine reizende, hochintelligente Tochter. Aber seine Frau muss erkennen, dass er in Wirklichkeit in seine eigene Halbschwester verliebt ist, ja wahrscheinlich sogar mit ihr ein Kind hat. Dieser Skandal, aber auch einfach die Schulden, zwingen ihn, erneut aus England zu fliehen.

In Italien setzt er sein Leben fort. Zieht nach Venedig und nimmt sich neben vielen Dienern und exotischen Tieren diverse Geliebte. Schließlich bleibt er über lange Jahre mit einer italienischen Gräfin zusammen, die aber mit einem anderen, älteren Mann verheiratet ist und das auch bleibt. Weiterhin schreibt er, wobei sich die Figuren seines wirklichen Lebens gut erkennbar in den Dichtungen wiederfinden. Durch den Erfolg dieser Werke wird er schließlich reich, aber auch geizig. Freiwillig allerdings gibt es sein Geld plötzlich für Politik aus. Nicht mehr bloß Dichter will er sein, er will handeln, will Italien befreien. Als das nicht gelingt, in den Ansätzen schon scheitert, und dann ein wichtiger Freund - ebenfalls ein Dichter - auf See ertrinkt, fährt er mit seinem Geld nach Griechenland, um dort den Freiheitskampf gegen die Osmanen zu unterstützen. Was er dort vorfindet ist allerdings Chaos, weniger heroisch als erwartet. Und so stirbt er schließlich am Fieber, in einer kleinen, versumpften Stadt an der Küste, ohne einen neuen Leonidas gefunden zu haben. Aber vielleicht war das ja genau seine eigene Rolle, denn sein Tod schaffte den Griechen die Aufmerksamkeit der Politik, die den Kampf schließlich zu ihren Gunsten entscheiden sollte. Das alles hat keine vierzig Jahre gedauert, ein Byron stirbt auch noch jung.

Im Gegensatz zu den Helden der heutigen Klatschpresse ist allerdings Byrons Berühmtheit über Jahrhunderte erhalten geblieben. Und das trotzdem seine Werke heute nur noch selten gelesen werden und deren Versform zwar schön, aber auch etwas anstrengend ist. Seine Wirkung hat aber wohl damit zu tun, dass er in einer Zeit gelebt hat, in der die Menschen nicht nach durchschnittlichen, ihnen also gleichen Identifikationsfiguren gesucht haben, sondern im Gegenteil, nach dem Genie, dem Außergewöhnlichem. Napoleon, Goethe, Byron, das waren die Stars der damaligen Zeit, und für diese war es wichtiger, die Welt zu verändern als im Konsenz mit den Menschen ihrer Zeit zu stehen oder sich sogar an deren Regeln zu halten. So erklärt sich denn auch der merkwürdige Widerspruch in Byrons politischen Aussagen: Byron arbeitete gegen die verkrusteten Monarchien der Restauration in Europa, selbst bestand er aber natürlich auf seinen Privilegien als britischer Peer. Er war etwas besonderes und er wusste es.

Die Biographie von Maurois stellt die Geschichte Byrons übersichtlich und gut lesbar dar. Maurois hat war Mitglied der Académie Française, also des Adels französischer Bildung. Maurois war Literaturwissenschaftler, hat aber auch selbst Romane verfasst. Diese Erfahrung kommt der Biographie zu gute, sie liest sich selbst etwas wie ein Roman, so gut das Erzählte auch recherchiert ist. Das alles ist um 1930 geschrieben worden, es wirkt daher etwas konservativ, so wird auf homosexuelle Neigungen von Byron oder auch auf die Wirkung einer Mary Shelley auf die Trivialliteratur (Frankenstein ist eben auch im Umfeld von Byron entstanden) nicht weiter eingegangen. Will man noch mehr über Byron erfahren, so bietet sich deshalb die modernere, aber aufgrund ihres Detaillierungsgrades nicht so gut lesbare Biographie von Benita Eisler an. Hier erfährt man noch Einiges, was Maurois auslässt oder nur kurz erwähnt.

Byron selbst war übrigens auch noch ein Fan von schönen Büchern. Wer ebenfalls Spaß daran hat, kann auch versuchen, die deutsche Originalausgabe von 1930 zu bekommen. Ein schöner Halblederband ist dies, der einen beim Lesen und Berühren gleich noch mal näher an die Zeit des Dichter heranbringt.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken