Sale70 Sale70w Sale70m Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho BundesligaLive longss17

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
1
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:24,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 3. Oktober 2009
Dies ist unser Exportartikel: Kunsthistoriker. Die wichtigsten haben die Nazis vertrieben und so haben sie am Warburg und Courtauld Institut oder in Princeton (wie Panofsky) die Kunstwissenschaft in den anglo-amerikanischen Ländern begründet. Wobei die Engländer auf soviel deutsche Gelehrsamkeit gar nicht so scharf waren, wie man aus den Zeilen eines Spottgedichts auf Dr. Pevsner im "Punch" unschwer herauslesen kann, wenn es heißt "From heart of Mittel-Europe/I make der little trip/to show der english dummkopfs/some echt-deutsch scholarship". Sowas Witziges steht natürlich nicht in diesem Lexikon, hier ist man wissenschaftlich ernsthaft. Der J.B. Metzler Verlag war früher ein Garant für Seriosität, für hervorragende Nachschlagewerke, der Ruf ist in den letzten Jahren durch eine Vielzahl von publikatorischen Schnellschüssen beschädigt worden. Vieles, was modisch auf dem Höhepunkt der Theoriediskussion sein wollte, war schon Makulatur, als es erschien. Das lag auch daran, dass man keine seriösen Akademiker als Beiträger gewinnen konnte, sondern immer mehr auf Leute mit einem M.A. Titel von einer Gesamthochschule zurückgriff. Dieses Buch ist so auf der Grenzlinie zwischen Gut und Böse. Das fängt schon mit den Autoren an: zwei Professoren aus der ehemaligen DDR, kunsthistorische Schwergewichte, und eine Frau mit einem Magistertitel aus Bonn. Hätten es nicht noch ein paar andere Beiträger sein können? Irgendjemand wie Hans Belting zum Beispiel? Obgleich natürlich das ideologische Ungleichgewicht bei all jenen Ordinarien, die sich dem Nationalsozialismus verschreiben, sicherlich zu begrüßen ist. Da sind die ehemaligen Genossen sicherlich kritischer als ihre westdeutschen Kollegen, das gilt auch für das Herausstellen von vielleicht weniger bekannten Exilanten, wie der schöne Artikel über Alfred Neumeyer beweist. Das Lexikon, das sich für meinen Geschmack zu sehr an den Lehrstuhlinhabern orientiert (Tintelnot in Kiel hätte keinen Eintrag gebraucht, Wolfgang J. Müller schon, aber der war kein Ordinarius) sagt von sich, daß es auch einige geniale "Dilettanten" berücksichtigt. Kurt Badt ist drin, und es fehlt auch nicht der böse Hinweis "dem nicht hablititierten Badt ermöglichte das restaurative Wissenschaftssystem der 50er Jahre keine universitäre Wirksamkeit". Klingt noch ein bisschen nach DDR Jargon, ist aber in der Sache richtig. Ich persönlich würde da gerne noch viele andere drin sehen (dass Eberhard Roters in der ersten Auflage fehlt, ist unverzeihlich). Und ich würde auch gerne einige herauswerfen, oder ihre Artikel wesentlich kürzer fassen. Dies ist nicht Kürschners Gelehrtenlexikon, hier braucht nicht jeder rein. Das Lexikon bietet zu jedem der behandelten 200 deutschsprachigen Kunsthistoriker (in der zweiten, überarbeiteten Auflage sind es 210) eine biographische Einordnung, eine Beprechung der Forschungsinterssen und Hauptwerke und schließt den Artikel mit einer Bibliographie ab. Das ist hervorragend gemacht, daran ist nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln. Es ist auch schon gut so, dass die Profis Betthausen und Feist die Masse der Artikel übernommen haben. Dennoch, an manchen Stellen bleiben Zweifel. Aber man muß ehrlicherweise sagen, dass wir nichts Besseres als dieses Lexikon haben.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken