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am 16. Januar 2015
... aber ich trau mich nicht. Mehr Beziehungsarbeit, weniger Streß und Druck usw.. so dringend müsste sich was ändern!! Dann bräuchten auch keine Strafarbeiten mehr geschrieben werden. Kinder und Lehrer sind doch alle gleichermaßen überfordert. Jesper Juul bringt das wieder einmal gut auf den Punkt.
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am 20. März 2017
Die Bücher von Jesper Juul lesen sich leicht und flüssig. Die Gedanken und Anregungen sind einfach prima. auch wenn jeder sich seinen Weg selber sucht schafft dieser Mann es auf liebevolle und wertschätzende Art dich selbst zu überdenken. Ich habe mittlerweile fast alle Bücher und kann fast alle nur weiter empfehlen. In der Pädagogik und auch in der Beratung und Psychotherapie immer wieder gut.
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am 21. Februar 2016
Ich finde, dass Herr Juul mit Vielem in seinem Buch recht hat. Trotzdem ärgere ich mich als Lehrerin über die doch recht undifferenzierten Lösungsvorschläge, die weitgehend darauf hinauslaufen, dass Lehrer und Eltern doch einfach mal mehr miteinander reden sollen.

Unser Schulsystem ist in einer strukturellen Krise, die sich nicht einfach durch 'mehr miteinander reden' abfedern lässt. Lehrer haben es vielerorts heute zu tun mit:
- einem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen in einem historisch nie dagewesen Ausmaß, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind
- einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund, in deren Familien oftmals die Erfahrung von kultureller Entwurzelung zu Traumata geführt hat, von denen die Kinder stark belastet sind
- einem immer stärkeres Auseinanderklaffen der elterlichen Erziehungsstile zwischen autoritativ (oftmals in muslimischen Familien), Helikopter-Erziehung und Gleichgültigkeit, oder oftmals auch einem Slalomkurs zwischen diesen Extremen
- einem gesellschaftlichen Diskurs, der dem Einzelnen einredet, ohne Leistung keinen Platz in der Gesellschaft zu haben und von dem viele Eltern und ihre Kinder geradezu imprägniert sind, sodass einzelne Noten einem Urteil über ganze Biographien gleichzukommen scheinen und Lehrer als Richter über Lebensschicksale angesehen werden.

Ich war als Lehrerin an einer Schule, an der all diese Probleme aufeinandertrafen und habe nach ein paar Jahren feststellen müssen, dass ich mich mit meinen Bemühungen um Kooperation zwischen Eltern, Schülern und Schule, so wie Juul sie vorschlägt, aufgerieben habe, ohne viel bewirken zu können. Was ich mir von einem solchen Buch gewünscht hätte, wären tatsächlich strukturelle oder politische Ansätze.
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am 15. Oktober 2013
Der dänische Familientherapeut und Bestsellerautor Juul ist bekannt für Bücher, die auf der Seite der Kinder stehen und Kinderinteressen vehement verteidigen. Diesem Ruf wird der Autor auch mit Schulinfarkt gerecht: Dem Untertitel Was wir tun können, damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht folgend benennt Juul schonungslos die Missstände des aktuellen Schulsystems und ruft zum Widerstand und kreativen Umgang damit auf.
Juuls Buch ist in neun Kapitel unterteilt, denen ein Vorwort des Gründers und Leiters von familylab.de Mathias Voelchert vorangestellt ist. In den Kapiteln beschäftigt sich Juul mit verschiedenen Aspekten des Themas Schule, beginnend mit dem enormem Druck, der von Seiten der Lehrer und Eltern oft auf die Kinder ausgeübt wird. Dieser Druck belaste die Eltern-Kind-Beziehungen. Da für Juul die Wichtigkeit guter Beziehungen zentral ist, ist für ihn eine Reduzierung des Drucks wichtig. Er fordert die Eltern auf, ihre Kinder jetzt zu genießen, statt deren ohnehin ungewisse Zukunft zu planen. Juul kritisiert die in den Medien oft vermittelten Rufe nach Regeln, Grenzen und Konsequenzen – die Wirtschaft von heute brauche keine Befehlsempfänger, sondern kreative Köpfe, daher sei die Forderung von Gehorsam nicht mehr zeitgemäß (und auch unethisch).

Dem „lernenden Dreieck“ zwischen Eltern, Kind und Lehrern widmet Juul das zweite Kapitel. Wichtig sei, dass Eltern den Kindern beistünden und dabei keine Anti-Haltung zur Schule entwickelten. Nötig sei ein konstruktiver Dialog, in dem die Erwachsenen dem Kind zuhören und es ernst nehmen, trotzdem aber die Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu den Kindern übernehmen. Demokratische Schulen hätten in der Vergangenheit den Fehler begangen, auch diese Verantwortung den Kindern zu übertragen, was zur Überforderung der Kinder geführt habe.

Juul geht davon aus, dass jeder Erwachsene durch seine reine Präsenz erziehe und daher Verantwortung habe. Die Schule von heute mache viele Kinder kaputt, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Dies sei nicht länger tragbar.

Das Kapitel „Wie kann sich Schule entspannen“ enthält ein Interview mit einem Schweizer Schulpsychologen, in dem unter anderem geäußert wird, dass die Schule eine Institution für die Gesellschaft, nicht für die Kinder sei. Sie hinke der Gesellschaft immer um eine Generation hinterher und sei daher in der jetzigen Form nicht hilfreich. Die zunehmende Gewalt an den Schulen versteht Juul als systemische Aussage über ein gewaltvolles System, das auch den Lehrern nicht gerecht werde. Er plädiert dafür, den Lehrern mit Fortbildungen und Verbesserung ihrer Situation zu helfen: Wenn es den Lehrern gut gehe, gehe es auch den Schülern gut. Schließlich plädiert der Autor für ein Bildungsrecht anstatt einer Schulpflicht.

Als roter Faden zieht sich durch das Buch die Beschäftigung mit sogenannten Schulverweigerern, also Kindern, die nicht oder nur unregelmäßig zur Schule gehen. Juul geht davon aus, dass diese mutigen Kinder nicht das Problem, sondern die Lösung sind: Mit diesen Kindern müssten wir sprechen, wenn es darum gehe, die Schule der Zukunft zu entwickeln. Neben diesem roten Faden gilt ein Kapitel „schwierigen Jugendlichen“, die, so Juul, Hilfe und keine Strafen bräuchten. Juul plädiert für eine systemische Perspektive, die die Familien mit in den Blick nimmt. Neben der Qualität der Beziehungen sei eine Stärkung des Selbstgefühls wichtig. Darunter versteht er die Fähigkeit, sich selbst zu kennen und zu spüren, im Gegensatz zum Selbstvertrauen, das auf dem beruhe, was jemand kann.

Juul ist ein leicht zu lesendes Buch gelungen, das sicher für viele Eltern Anregungen bietet. Der Schreibstil ist einfach und doch nicht vereinfachend, knackig und stellenweise humorvoll. Juul ermuntert Eltern dazu, unbequem aber nicht querulantisch zu sein, und zeigt an zahlreichen Beispielen auf, wie das sinnvoll gehen kann. Außerdem plädiert er immer und immer wieder dafür, in den Dialog zu treten: mit den Jugendlichen und Kindern, aber auch mit Lehrern.

Ein netter Bonus wäre ein umfangreiches Literaturverzeichnis mit Anregungen zum Weiterlesen am Buchende gewesen. Aktuell enthält dieses nur Verweise auf Juuls zahlreiche bereits erschienene Bücher und DVDs. Ein größeres Manko ist das Layout mit den eingeschobenen groß gedruckten Textteilen. Es erinnert zu sehr an ein Lehrbuch und schafft Redundanzen, statt die Lesbarkeit zu erhöhen. Darauf hätte der Verlag besser verzichtet. Da das Layout aber ansonsten sehr klar ist, kann das Buch trotzdem rundum empfohlen werden.

(Dr. Katja Rose)
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am 2. Juli 2014
Dass die Schulen in die Krise geraten sind, ist allgemein bekannt. Allerdings gibt es noch viel mehr Krisenherde z. B. die Familien, das bei 16 deutschen Bundesländern höchst unterschiedliche Bildungssystem u.a. Der Leser erwartet von Juuls Buch eine Analyse der Verhältnisse, ein Erforschen der Ursachen, Vorschläge, wie Probleme überwunden werden könnten. Nach dem Lesen ist man keineswegs klüger. Was Juul beschreibt, hat mit der Wirklichkeit, die wir kennen, fast nichts zu tun. Am Anfang fordert er, die Bildungspflicht solle durch ein Bildungsrecht ersetzt werden. Man kann hier Bildung durch Schule ersetzen und erkennt, dass dieser Vorschlag nichts anderes als eine sinnlose Phrase ist. Im Buch wimmelt es von Übertreibungen. „Wenn Ernährungsexperten uns auffordern, unbedingt Vollkornprodukte zu essen, weil diese wahrscheinlich gesünder seien, dann wird auch dadurch Druck aufgebaut, der uns krank macht.“ Nicht jeder Druck macht krank, aber mancher Druck ist absolut nötig. Und immer wieder behauptet Juul etwas, ohne den geringsten Versuch zu machen, Behauptungen zu begründen und zu belegen. „ Wir wissen, dass diese (Schul)Psychologen für die Schule arbeiten. Doch sollten sie lieber mit den Schülern arbeiten.“S. 31 oder „Die meisten Lehrer können ihre Schüler zwar belehren, sind jedoch nicht in der Lage, ein gleichwürdiges Gespräch mit ihnen zu führen.“ S. 55 Natürlich ist es wichtig, vernünftig nicht nur mit Schülern, sondern mit jedem Mitmenschen zu sprechen, eine aggressive Sprache zu vermeiden, lieber ‚Ich-Botschaften‘ zu senden. Wer seine Kommunikationsfähigkeit verbessern will, sollte Gordons ‚Familienkonferenz‘ lesen, das bringt mehr, als Juuls oberflächliche Hinweise auf diesem Gebiet. Für Juul ist es verwerflich, dass Eltern gehorsame Kinder wünschen. Das ist natürlich lächerlich, Gehorsam hat nichts mit Unterwerfung zu tun, sondern bedeutet die Einsicht, dass ohne Bejahung von Regeln und Werten eine Gesellschaft nicht existieren kann. Wer pünktlich zur Arbeit erscheint, ist positiv gehorsam. Dass sich Wertvorstellungen aufgelöst haben, ist Unsinn. Sie werden nur leider vielfach nicht beachtet. Eigentlich sollten die Lehrer lautstark protestieren, wenn der Autor meint, weil diese Beamte seien, dächten und handelten sie nur noch wie Bürokraten. Man kann sich das Lesen dieses Buches ersparen. Jeder braucht nur an die eigene Kindheit und Jugend zu denken, die bei ihm gemachten Fehler zu durchdenken und sich dann zu bemühen, diese Fehler bei den eigenen Kindern und Schülern zu vermeiden, das bringt mehr, als jeder gedruckte Ratgeber.
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NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 26. Mai 2013
Dieses Buch gibt einige Tipps, was man tun kann, "damit es Kindern, Eltern und Lehrern besser geht", wie es so passend im Untertitel heißt. Dazu gibt es eine breites Spektrum an Thesen, Ideen und Formulierungsveränderungen (Bildungsrecht statt Schulpflicht). Was in diesem Werk wiedermal schwierig ist, dass hier so viele Behauptungen und Zahlen genannt werden, ohne dass es die Nennung einer Quelle gibt. Hier würde man sich wesentlich mehr Differenzierung wünschen: "Es gibt immer mehr Sonderschulen und Sonderunterricht" (S.43), "...gehen deutsche Schulpsychologen davon aus, dass gut die Hälfte aller deutschen Grundschüler eine Psychotherapie brauchen" (S. 31), "...die Wertvorstellungen innerhalb unseres Schulsystems sind zu neunzig Prozent bürokratisch und nur zu zehn Prozent professionell geprägt." (S. 80)
Die Zahlenvergleiche wirken einfach oftmals hergeholt.
Außerdem empfinde ich es als ziemlich populistisch, wenn Juul schreibt:"Damit die Leute vom Jugendamt ruhig schlafen können, brauchen sie immer irgendeinen Handlungsplan." (S. 105)
Diese Schwächen des Buches werden aber durch eine Vielzahl an Ideen, Vorschlägen und Handlungsalternativen wieder gelindert. So macht Juul deutlich, dass neben der Unterrichtsqualität in der Lehrerausbildung vielmehr auf die Beziehungskompetenzerweiterung gebaut werden sollte. Diese fehlen bislang in der Lehrerausbildung in ausreichendem Maße. So sollte mehr auf einen guten Dialog mit Kindern, mit Gruppen, mit Eltern gebaut werden und für Führungsaufgaben besser vorbereitet werden. (vgl. S. 157)
Das Buch selbst ist in die groben Bereiche "Schule unter Druck", "Das lernende Dreieck", "Mit Eltern im Gespräch", "Was macht einen guten Pädagogen aus?" und Zukunftsvisionen eingeteilt und enthält neben den ausführlichen Textbeiträgen von Jesper Juul mit vielen Praxisbeispielen Interviews mit dem Schweizer Schulpsychologen Paul Kim, mit dem Schulgründer Christoph Schuhmann (Schule des Lebens, Hamburg) und Gesprächsausschnitte aus Verantstaltungen mit Eltern.
Leider enthält das Literaturverzeichnis wiedermal nur Buch- und DVD-Tipps über Jesper Juul. Hier würde man sich eine breitere Palette wünschen.
Alles in allem ein hilfreiches Buch für eine intensive Auseinandersetzung nicht nur mit den Schulen von heute, sondern vielmehr auch mit den Chancen einer anderen schulischen Bildung in der Zukunft, die nicht nur alleine die Schule im Blick hat, sondern auch die gesellschaftlichen, familiären und politischen Aspekte mit im Blick hat, die unweigerlich auf die Schulen einwirken.
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am 10. Mai 2013
Danke Jesper Juul für alles Mutmachen! Ich als Mutter freue mich, wenn Sie - wenn die Zeit gekommen ist - mit uns auf die Straße gehen! Genau wie der Philosoph Richard David Precht beschreibt Jesper Juul sehr anschaulich, was sich an unseren Schulen ändern muss. Das geht schon im Kleinen und Jetzt, auch erst einmal ohne große Revolution. Er meint, besonders die Beziehungskompetenz der Lehrer (und aller Erwachsenen) ggü. den Kindern muss sich ändern. Lehrer und Schulen müssen weg von ihrem Rollenverständnis nur für die Köpfe der Kinder zuständig zu sein. Liebe Lehrer: Bitte sprecht mit den Kindern, die mit Angst in die Schulen gehen, die unter Stress stehen, da deren Leistungen permanent über Noten geprüft werden, die keine Lust an Eurem Unterricht finden, da der Stoff nur in sie hinein gepumpt wird. Bitte fragt diese Kinder zwischendurch: "Wie kann ich Dir helfen, damit Du Freude an der Schule findest. Was kann ich als Lehrer tun, damit Du Dich wohl fühlst und gern mitarbeitest." Damit endlich auch ein großer Stress von den Elternhäusern genommen wird.
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am 6. September 2013
Ich bin kein Leser aber dieses Buch und auch die anderen haben mich fasziniert! Ich hatte ein paar Probleme mit meinem Sohn in der Schule aber nun ist es besser, da ich ihn und er mich besser versteht! Das sollten viel mehr Eltern lesen!
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am 20. März 2014
Jesper Juul schreibt es im Schulinfarkt auf.
Schwer getan habe ich mir mit der Stimme des Lesers. Vieles kam dadurch für mich ein wenig zu harsch herüber, obwohl es wohl doch auch zu Juuls Stil passt, mit dem ich aus demselben Grund meine Probleme habe.
Alles in allem inhaltlich für mich ok, aber auf die Präsentation kommt's eben auch an.
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am 22. Januar 2015
ich arbeite seit vielen Jahren professionell mit Lehrern, Schülern und Eltern zusammen.
Jesper Juuls Ansätze haben dabei vielen Lehrerinnen und Lehrern (und auch Eltern) geholfen, ohne Gesichtsverlust etwas an Ihrer Beziehungsebene zu den Schülerinnen und Schülern zu verbessern.
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