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TOP 500 REZENSENTam 20. Oktober 2013
Fast ein Leben lang habe ich unter Selbstwertproblemen und Suchtverhalten gelitten, war ich gehemmt im Kontakt, fühlte ich mich mir selbst und der Welt fremd, hatte ich das unbestimmte Gefühl, mit mir stimmt etwas nicht. Auch jahrelange Therapie hat an diesem Grundgefühl „ich bin nicht ok“ nichts geändert, bis ich auf dieses wunderbare Buch gestoßen bin. Ich kann das Buch allen empfehlen, die frustriert von ihren mangelnden Therapieerfolgen sind (und vielleicht sogar schon therapieresistent), denn die haben wahrscheinlich ein Entwicklungstrauma erlitten, ohne davon bewusst etwas mitbekommen zu haben. Denn diese Traumata kommen sehr subtil daher, setzten sich dafür aber umso hartnäckiger fest, weil sie sich in einer Anpassungsleistung oder Überlebensstruktur ausdrücken, die einem in der Kindheit hilft, emotional und seelisch zu überleben.

Jetzt endlich habe ich eine Erklärung für mein Fremdheitsgefühl gefunden und auch eine wunderbare Methode, dieses Gefühl aufzulösen, woran ich fast nicht mehr geglaubt hätte. Ich habe nämlich eine Autonomie-Überlebensstruktur entwickelt, weil ich Unabhängigkeit und Autonomie in der Kindheit nicht voll entwickeln konnte. Ich bin in einem autoritären, rigiden Elternhaus aufgewachsen, wo die Eltern immer wussten, was das Beste für mich ist. Habe ich mich mal widersetzt, wurde ich beschimpft, bestraft und mit Liebesentzug „belohnt“. So habe ich schnell gelernt, eine gutmütige Fassade zu entwickeln und zu allem „Ja“ zu sagen, während dahinter ein heimliches Ich entstanden ist, in dem versteckter Groll und ein uneingestandenes „Nein“ brodelten. Diese Fassade, Rolle oder Maske habe ich so perfektioniert, dass sie mir zur zweiten Natur geworden ist. Jetzt hatte ich zwar Ruhe und bekam keine Kritik mehr, fühlte mich aber in Beziehungen zu anderen Menschen seltsam unlebendig und wie entfremdet von mir selbst. Jetzt konzentriere ich mich darauf, in meinen Beziehungen ehrlich und geradeheraus zu sein und meine Bedürfnisse direkt auszudrücken, statt indirekt und manipulativ von hinten durch die Brust zu kommen.

Neben der Autonomie-Überlebensstruktur haben die amerikanischen Psychologen Laurence Heller und Aline Lapierre noch vier weitere Überlebensstrukturen ausgemacht, die sich aus den biologischen Kernbedürfnissen ergeben. Je nachdem welches Kernbedürfnis in der Kindheit nicht befriedigt wurde, entwickelt das Kind eine Kontakt-, eine Einstimmungs-, eine Vertrauens- oder eine Liebe und Sexualität-Überlebensstruktur. Meistens kommt es zu einer Vermischung verschiedener Überlebensstrukturen, weil verschiedene Kernbedürfnisse in der Kindheit nicht erfüllt wurden.

Das von Laurence Heller und Aline Lapierre entwickelte neuroaffektive Beziehungsmodell (NARM) ist eine körperlich orientierte psychotherapeutische Methode, die einerseits die Barrieren ermitteln will, die zu der Beziehungsstörung führen und die andererseits gesunde Ausdrucksformen von Lebendigkeit unterstützen will. Sie greift dabei hauptsächlich auf den Trauma-Therapeuten Peter Levine und seine ganzheitliche Methode »Somatic Experiencing« zurück, die er in seinem Buch »Sprache ohne Worte« beschreibt.

Das neuroaffektive Beziehungsmodell will die auf Scham basierenden Identifizierungen und auch die auf Stolz basierenden Gegenidentifizierungen als Illusion enttarnen und die fünf Kernbedürfnisse, die gleichzeitig Kernressourcen sind, wieder freilegen. Dazu bedarf es der Schulung des somatischen Wahrnehmens, der Hinwendung zu den gespürten Körperwahrnehmungen (Felt Sense) und dem Körpererleben, dem sogenannten Buttom-Up-Therapieansatz, der einen Informationsfluss vom Stammhirn (instinktive Reaktionen) über das limbische System (Affekte, Emotionen) bis zum Neokortex (Glaubenssätze, Identifizierungen, Wertungen) freisetzt. Das reguliert das Nervensystem neu und beeinflusst damit auch unsere Emotionen und Gedanken.

Parallel zu dieser Buttom-Up Ausrichtung wird auch ein Top-Down-Prozess in Gang gesetzt, der umgekehrt verläuft und den Fokus auf die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität richtet. Zur Identität gehören die auf Scham basierenden Identifizierungen und die auf Stolz basierenden Gegenidentifizierungen. Sind diese bewusst gemacht und akzeptiert, können sie sich auflösen. Dies wiederum beeinflusst das limbische System und das Stammhirn, sodass ein Heilungskreislauf in Gang gesetzt wird.
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am 26. Oktober 2016
Mir hat das Buch bei Verstehen der Ursachen meiner Depression sehr geholfen. Vor allem die ersten Kapitel erkären sehr gut, wie es z.B. in einer scheinbar heilen Kinderwelt dazu kommen kann, dass das Kind später depressiv wird. Es ersetzt keinen Therapeuten, aber es hilft dem Patienten beim Verstehen seiner Krankheit und so kann er sich besser auf Hilfe des Therapeuten einlassen.
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am 4. August 2017
Ein wirkliches gutes Buch, um sich weiter in das Thema einzuarbeiten; sehr gut und unkompliziert geschrieben; fachlich fundiert ohne eine überdreht akademische Sprache zu benötigen; die Inhalte werden tiefgehend vermittelt und mir haben sich viele neue Kenntnisse geboten, für mich selbst und meine Klienten; die Methode ist gut nachzuvollziehen und einsetzbar; prima fand die Beschreibung anderer Methoden und die Abgrenzung dazu. Sehr zu empfehlen.
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am 21. Januar 2017
Bin total begeistert!! Auch ich gehöre seit 30 Jahren zu den Menschen, die nahezu therapieresistent sind !
Und mir fiel ( und fällt es ) beim Lesen wie "Schuppen von den Augen" ! Und ich kaufe das Buch jetzt schon zum
2. Mal, weil auch meine "nicht therapierbare" Schwiegertochter nun ebenfalls hochmotiviert ist!! Danke an die
Autoren !!
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am 15. Dezember 2017
Meines Erachtens ist dieses Buch zur Sensibilisierung für Beziehungstraumatisierung ein äußerst wichtiges. Es beschreibt die persönliche Mischung von Herrn Heller aus der eigenen Betrachtung dieser Thematik heraus. Und diese Mischung gefällt mir. Mich spricht sein Schreibstil an, den ich als sehr gut verstehbar empfinde. Und genau das zeichnet dieses Buch für mich ebenfalls aus. Denn ich erachte es als dringend nötig, dass mehr und mehr Licht auf tiefe Beziehungs- und damit Bindungsverletzungen gerichtet wird. Und dies vor allem bzgl. Betroffener, ihrer Eltern und weiteren Angehörigen (nicht selten ebenfalls betroffen), Lehrer, Betreuer jeder Art und Menschen in fachlicher ärztlicher und therapeutischer Rolle. Dass dies noch nicht ausreichend genug der Fall ist, wird erkennbar durch die immer noch nicht anerkannte Diagnose einer komplexen PTBS im ICD-10 und an noch zu weit verbreitetem Nichtverständnis auf Seiten von Fachärzten und Therapeut*innen, sowie fehlender Therapieplätze im eklatant hohen Ausmaß.

Daher gilt meine Leseempfehlung sowohl für Betroffene (um sich selbst besser erkennen, seine Verletzungen annehmen zu können, sich nicht mit Selbstvorwürfen täterintrojiziert selbst zu verletzen und bei der Wahl von Therapie aufmerksamer werden zu können), Angehörige (um geliebte Menschen besser zu be--greifen und sich der eigenen Beziehungshaltung bewusster zu werden) und für professionelle Unterstützer*innen und Prozessbegleiter*innen (um sich selbst besser reflektieren und somit verständnisvoll, empathisch und sich in der gegebenen Tiefe wirklich an die Seite der bei ihnen Hilfesuchenden stellen zu können).
Nach meinem Empfinden lässt Herr Heller an seinen Erkenntnissen auf Augenhöhe teilhaben. Der wichtigste Aspekt innerhalb einer heilenden Beziehung (egal ob oder welche Diagnose) überhaupt.

Als Betroffene von kompl. PTBS hat mir u.a. dieses Buch, wie auch Selbsterfahrung mit darauf ausgerichteter Traumatherapie, vermitteln können, dass die Reaktionen meines gesammten Wesens auf die erfahrenen tiefgreifenden Verletzungen GESUND sind. Ich also nicht gestört bin, sondern dies die Umstände waren, denen ich ausgesetzt war. Und: Auch kompl. PTBS ist heilbar in dem Sinn von Heilung, dass wir alle irgendwo Verletzungen in uns tragen, diese jedoch bestmöglich gut gesehen, erkannt, angenommen, mit Liebe bedacht werden müssen, um heilsam gut vernarben zu können/heile Haut darüber wachsen kann. Dies ist möglich in einem Heilungsraum im Austausch mit einem bedingungslos liebenden, sich auf beiden Seiten auf Beziehung und Bindung einlassenden Menschen. Und die gibt es. Man muss nur suchen, darauf vertrauen, dass es jemand wirklich (endlich) gut mit einem meint, und so weit es noch möglich ist, der feinen Stimme in mir selbst vertrauen. Und die Hoffnung nicht aufgeben.

Je mehr Menschen Stimmen von Menschen wie u.a. Herrn Heller hören und deren Haltung (!) erfahren, um so mehr Heilung kann geschehen - weltweit. Und... Heilung ist immer auch oder letztlich Friedensarbeit und beginnt bei jedem Einzelnen von uns.
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am 30. März 2016
Es ist absolut empfehlenswert. Auch für vorbeugende Massnahmen. Ich würde jedem werdenden Elternpaar empfehlen diese Buch zu lesen,
um eigene Muster zu erkennen und eben nicht zu übertragen auf die nächste Generation.
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am 18. Oktober 2017
Ich beschäftige mich als Laie mit dem Thema. Das Buch beschreibt das Thema aus Therapeutensicht und erfordert häufiger die nötigen Vorkenntnisse bzw. Erfahrungen mit Patienten. Ein Nichtfachman hat nur teilweise etwas davon.
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am 9. Juni 2017
Einmal quergelesen - einmal durchgearbeitet. Ein faszinierendes Seminar direkt beim Autor. Ich bin dankbar für das hinzugewonnene Wissen durch dieses Buch. Vielen Dank dafür lieber Larry
Bestimmt eins meiner Nachschlagewerke. Ich habe es als eBook und normales Buch
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am 14. Februar 2016
Ein hervorragendes Buch für Praktiker, auch begleitend für die von Dr Heller angebotene Ausbildung, die eine neue Dimension therapeutischen Arbeitens eröffnet.
Elegant, verständlich, brilliant und klar vermittelt.
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am 14. Oktober 2017
Mir hat das Buch viel gebracht, da ich jetzt noch einmal deutlich besser den Unterschied zwischen Traumata an sich und Entwicklungstraumata verstanden habe. Gute Erklärungen mit auf den Punkt gebrachten Tabellen machen es zu einem guten Nachschlagewerk für Therapeuten und ähnliche Berufe. Ich denke aber auch, dass in dem Bereich Traumata und Therapie bewanderte Laien auch von dem Buch profitieren können.
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