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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
151
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Juli 2017
Perfekter und hervorragender Service, das Buch ist wie vom Lieferanten beschrieben und ich werde sicherlich wieder bei diesem Lieferanten bestellen.
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am 19. Juni 2017
Schönes Buch, schöne Erinnerungen, schöne Zeiten. Kann ich nur weiterempfehlen, vielen Dank an den Autor für die schöne Zeit mit dir
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Journalist Fabio Rossi erwacht in einem Krankenhaus. Er trägt einen schweren Kopfverband und wurde offensichtlich brutal niedergeschlagen. Durch die Verletzung ist der Faden der Erinnerung an die letzten Wochen vor dem Unfall abgerissen, und so erkennt er auch die junge Frau nicht, die an seinem Bett sitzt und ihn küsst. Er kann sich schlicht an nichts mehr erinnern.

Offenbar hat Rossi sich in der Zeitspanne, die seinem aktiven Erinnerungsvermögen jetzt fehlt, von seiner langjährigen Beziehung abgewandt und sich neu verliebt. Doch damit nicht genug: er hat auch seinen gut bezahlten Arbeitsplatz als Zeitungsredakteur gekündigt und sich charakterlich stark verändert. Sein einstmals bester Freund und Journalistenkollege, Lucas, scheint ihn darüber hinaus verraten und ihm seine langjährige Beziehung ausgespannt zu haben.

Wie in dichtem Nebel tastet sich der Protagonist durch seine jüngere Vergangenheit und begibt sich auf eine Spurensuche. Dabei muss er feststellen, dass seine gesamten Dateien, Kalender und Aufzeichnungen gelöscht wurden. Hat etwa Lucas ihm eine hoch brisante Geschichte, an der bis zu bis zu seinem Unfall gearbeitet hatte, gestohlen, um sie selbst zu vermarkten?

Mittels Zetteln, Namen, Spesenquittungen und „Geruchsinseln“ setzt der Journalist seinen vergessenen Lebensabschnitt mühsam wie ein Mosaik wieder zusammen. Er findet dabei schrittweise zu seinem letzten Recherchethema, dem Nachweis von Eiweißmolekülen von BSE-verseuchten Rindern in der Schokolade eines Schweizer Süßwarenherstellers. Sollte er von denjenigen dunklen Mächten, denen er auf die Spur gekommen war, aus dem Weg geräumt worden sein, und wird er von ihnen auch weiterhin verfolgt?

Stärker als in den ersten beiden Romanen seiner „neurologischen Trilogie“ entfaltet Suter in „Ein perfekter Freund“ ein Krimi-Szenario, das nach Auflösung drängt. Der „neurologische“ Aspekt des Buches, der Umgang mit einem partiellen Gedächtnisverlust samt seiner sozialen Auswirkungen, rückt dabei ein wenig in den Hintergrund. Insofern fällt der Roman besonders gegenüber dem stärksten Band der Trilogie, „Die dunkle Seite des Mondes“ ab. Hinzu kommen ein paar logische Ungereimtheiten hinsichtlich der Entwicklung der Charaktere, die aber den reinen Unterhaltungswert der gut gebauten, fesselnd geschriebenen Geschichte in keiner Weise mindern.

Lohnt es sich, Martin Suter zu lesen?

Der deutschsprachige Literaturbetrieb wird unverändert von so genannten „Edelfedern" bestimmt. Sie entscheiden darüber (oder versuchen es zumindest), wer „gute" oder „schlechte" Literatur verfasst. Dabei kann es gelegentlich zu Stellungskriegen zwischen den Kritikern kommen, und bisweilen dreht der Wind sogar. Derzeit geschieht das mit dem bisherigen Werk des Schweizer Autors Martin Suter.

Mit dem „Suterismus geht Europa unter", behauptet das Feuilleton des Hamburger SPIEGEL, dessen Redakteure einst zu den größten Fans der Suter-Romane zählten. Mit dem Erfolg von Suter habe der Diogenes- Verlag „seinen historischen Auftrag erfüllt, die deutsche Literatur zu zerstören," urteilt Georg Dietz und erklärt: „Suter täuscht Welt nur an. Er spielt sie uns nur vor. Er tut nur so, als wisse er, wovon er erzählt."

Suter sei „gar kein Schriftsteller", erklärt Ulrich Greiner in der „Zeit", „wenn man darunter jemanden versteht, der die Kunst sprachlicher Aneignung und Durchdringung beherrscht. Kurz gesagt: Suter kann nicht schreiben."
Ob es sich bei derartigen Verrissen lohnt, Suter zu lesen? Es trifft wohl zu, dass der Schweizer Autor aus der dekadent-hohen Sicht eines wohlhabenden Lebemanns schreibt. Seine Helden sind Starjournalisten, erfolgreiche Wirtschaftsanwälte oder Mitarbeiter steinreicher Konzernbosse. Allein daraus auf ein nicht vorhandenes literarisches Talent zu schließen, wäre allerdings mehr als dünn.

Besonders in seinen ersten drei Romanen, die er „neurologische Trilogie" nennt, versteht es der Autor, psychische Prozesse äußerst kenntnisreich und fachkundig zu schildern und soziale Auswirkungen auf den Betroffenen wie seine Umgebung deutlich zu machen. Da er seine Romane zusätzlich in das Gewand gesellschaftskritischer Kriminalliteratur kleidet, entsteht bei der Lektüre eine deutliche Sogwirkung. Suter fesselt, und er löst Fragen aus, die sich vielen Zeitgenossen stellen.

In seinem Erstling „Small World" geht es um das Thema Alzheimer. Einfühlsam und kenntnisreich beschreibt der Schweizer den Prozess des Verfalls seines Protagonisten sowie die Reaktionen seiner Umwelt auf seinen Krankheitsverlauf. Dass die Geschichte um das Schrumpfen der Welt des Hauptdarstellers schließlich in eine Kriminalgeschichte mündet, gibt der Lektüre eine spezielle Note und macht sie doppelt spannend.
Die auf den psychedelischen Hit „The Dark Side of the Moon" der britischen Band Pink Floyd anspielende Kriminalgeschichte „Die dunkle Seite des Mondes" bildet den zweiten Teil von Suters „neurologischer Trilogie". Er behandelt darin die schleichende Persönlichkeitsveränderung und zunehmende Orientierungslosigkeit sowie die Bipolare Affektive Störung des menschlichen Charakters.

„Ein perfekter Freund" schließlich thematisiert den partiellen Gedächtnisverlust samt seiner sozialen Auswirkungen, die der Protagonist nach einem schweren Schlag auf den Kopf erleidet. Wie in dichtem Nebel tastet sich der Leser mit dem Opfer durch dessen jüngere Vergangenheit und begibt sich auf eine unerwartete Spurensuche.
Jeder der drei Bände der „neurologischen Trilogie" steht unabhängig voneinander. „Ein perfekter Freund" fällt allerdings gegenüber den anderen beiden Romanen ab.

Martin Suter wählt für seine Bücher keine Hochsprache oder gar Literatursprache, er schreibt in Umgangssprache. Ihm daraus in literarischer Hinsicht einen Strick drehen zu wollen, halte ich für den verzweifelten Versuch einer selbst ernannten Schar von Gatekeepern des Literaturbetriebs, Literatur weiterhin als etwas Abgehobenes, zwingend Erklärungsbedürftiges betrachten zu wollen. Die geschieht nicht zuletzt, um die eigene Existenzberechtigung zu begründen.

Früher hieß es mal, es lohne sich nur, das zu lesen, was Großkritiker verreißen ... im Falle Suter erhält dieser alte Lehrsatz erneut Berechtigung.
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am 11. April 2008
Fabio ist 33 Jahre alt und Journalist. Als er eines Tages im Krankenhaus erwacht, stellt er fest, dass die Frau, die ihn besucht und ihn küsst, ihm völlig unbekannt ist. Die Frau, für die er Gefühle hat, hat ihn verlassen, wegen seiner Affäre mit dieser Fremden. Fabio ist als Journalist einer großen Sache auf der Spur gewesen und hat wohl in diesem Zusammenhang einen Schlag auf den Hinterkopf bekomnen. Er hat die letzten 50 Tage vergessen. Doch sein ehemaliges soziales Umfeld will mit ihm nicht mehr viel zu tun haben, denn in diesen 50 Tagen habe er sich schlecht benommen und sei ihnen Fremd geworden. Parallel zu seinem körperlichen (Physiotherapie) und geistigen (Neurologie) Aufbauprogramm, recherchiert Fabio sich selbst und eben dieser großen Sache, an die er ebenfalls keine Erinnerung mehr hat, hinterher.

Martin Suter ist mit Ein perfekter Freund ein sehr kurzweiliger und lesenswerter Roman gelungen, allerdings nicht der ganz große Wurf, denn die Krimihandlung, die hinter allem steckt, kommt doch arg reißerisch und konstruiert daher. Amnesie-Geschichten gibt es immer mal wieder, und meistens (wie auch in diesem Fall) ist es spannend zu verfolgen, wie die Protagonisten sich selbst wieder finden müssen. Wer Geschichten dieser Art mag, findet in "Ein perfekter Freund" durchaus eine der besseren, die durch eine klare, stellenweise sehr humorvolle Sprache besticht und die Grundspannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht hält.
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am 4. März 2017
Sein Erinnerungsvermögen erlangt Fabio, der Protagonist des Romans, erst nach und nach wieder. Und es sind seltsame Dinge, die ihm widerfahren sind. Weder die Frau an seinem Bett scheint er im ersten Moment zu erkennen, noch wo er sich befindet und was mit ihm geschehen ist. Seine rechte Gesichtshälfte ist nach einem Schlag auf den Kopf gelähmt, er spürt weder die Bewegung noch kann er sich an Gefühle, Geräusche oder Gerüche erinnern.

Was zuerst aussieht, wie von ihm selbst verursacht, entpuppt sich bei näherer Recherche und neu gewonnenem Bewusstsein als abgekartetes Spiel seines besten Freundes. Doch stimmt es wirklich, was Fabio entdeckt?

Ein unterhaltsamer Roman, der vor allem durch überraschende Dialoge besticht. Alles in allem ist der Inhalt des Buches schnell gelesen und leider auch schnell vergessen.
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am 1. August 2014
Ich habe schon einige Bücher von Martin Suter gelesen, wobei mir dieses leider nicht so gut gefallen hat. Aber ich bin mir sicher, dass das nächste Buch von ihm wieder meine Erwartungen erfüllt - Geschmäcker sind nun mal verschieden.
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am 7. Juni 2008
Nach dem Genuß des Hörbuchs Lila, Lila habe ich mir den Namen Martin Suter gemerkt. Ein deutschsprachiger Autor, der irgendwo zwischen Mainstream und Avantgarde schreibt. Eine klar durchstrukturierte Story wird von Beobachtungen und Philosophischen Ansätzen begleitet, die einem das Zuhören zu einer wahren Freude machen. Ein perfekter Freund hat mich in dieser Hinsicht ebenfalls nicht enttäuscht.

Fabio Rossi erwacht im Krankenhaus. Er kann die letzten 50 Tage seines Lebens nicht rekonstruieren. Rossi ist Reporter. Er glaubt, dass er einer großen Sache auf der Spur war, weiß aber nicht mehr, worum es dabei ging. Er stellt überrascht fest, dass er eine neue Freundin hat und seine ehemaligen Freunde sich von ihm abgewandt haben. Dafür hat er wieder Kontakt zu Menschen, die er jahrelang nicht gesehen hat. Allein Lucas Jäger, sein Freund und Mitarbeiter ist noch ein zentraler Punkt in Fabios Leben. Aber Lucas ist plötzlich mit Fabios großer Liebe Norina zusammen. Irgendetwas stimmt da nicht und Fabio versucht, das heraus zu bekommen. Dabei macht er überraschende Entdeckungen und nach und nach verfestigt sich der Verdacht, dass Lucas ihn betrogen hat. Fabio ahnt allerdings nicht, dass er noch nicht einmal an der Oberfläche seiner fehlenden 50 Tage gekratzt hat. Das ändert sich jedoch ziemlich schnell, als er den Einstieg in seine ehemaligen Recherchen wieder findet. Was dann passiert, hätte weder Fabio noch der geneigt Leser jemals geahnt.

Suter schreibt klar, präzise und mitreißend. Sein detailsicheren Schilderungen sind lebhaft, spannend und machen Freude auf mehr. Wenn so eine Story dann noch von einem Sebastian Koch in Hochform gelesen wird, dann braucht uns um den deutschsprachigen Roman nicht Bange zu sein. Hörbücher dieser Klasse werden ihre Zuhörer in jedem Fall finden. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Suter, am liebsten wieder von Sebastian Koch gelesen.
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Eine schreckliche Vorstellung. Man wacht im Krankenhaus auf und die Erinnerung an die letzten Wochen ist wie weggeblasen. Genau das passiert Fabio, Anfang 30. Als er wieder auf den Beinen ist, erfährt er, dass er in der Zwischenzeit seinen Job geschmissen hat, seine Freundin verlassen und nun eine Frau an seiner Seite ist, die er scheinbar noch nie in seinem Leben gesehen hat. Er macht sich auf die Suche nach seinem alten Ego und stellt verwundert fest, dass das ein ziemliches Ekel war. Scheinbar ist es an einem großen Ding dran gewesen; aber welche Rolle er und welche Rolle sein bester Freund Lukas darin gespielt hat, das kommt erst nach und nach wie neuentdecktes Land an die Bewusstseinsoberfläche....

Auch mein zweiter Roman von Suter hat mich regelrecht ans Sofa gefesselt. Suter versteht es vorzüglich, die Spannung häppchenweise ansteigen zu lassen. Auch hier wieder sein Lieblingsthema: die Identität eines Menschen bzw. deren Verlust. Man leidet mit Fabio mit, ist mit ihm verwirrt und gespannt auf die nächsten Erinnerungsinseln, die sich auftun.
Leider wurde jedoch die Erwartungshaltung gegen Ende des Romans nicht ganz erfüllt und der Schluss ist leider etwas dürftig ausgefallen. Dafür gibt's von mir einen Stern Abzug. "Die dunkle Seite des Mondes" hat mir eine Spur besser gefallen.
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am 24. Februar 2008
Nicht umsonst wird der frühe Suter mit Simenon verglichen. Auch er ist in der Lage, aus einem scheinbar alltäglichen Umfeld eine spannende Geschichte zu stricken. Eine Amnesie folgt strengen Gesetzen: Der Held wacht auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Nicht immer steckt ein Genie dahinter, dessen graue Zellen nicht mehr funktionieren. Oft ein Verbrechen, wobei es sich nicht selten um Unschuldige handelt, die sich in die Lage versetzt sehen, ihre Unschuld beweisen zu müssen. Fabio Rossi ist Journalist, und man unterstellt ihm sogleich, dass er mit einer wichtigen Recherche beauftragt wurde, die ihn in diese missliche Lage gebracht hat. Wie Suter sein Erwachen, seine Nachforschungen beschreibt, die Amnesie als Ausdruck einer tiefen Lebenskrise anlegt, ist bemerkenswert. Subtil speist er das Mißtrauen seinem besten Freund gegenüber ein und konstruiert Fabios bisher gelebtes Leben wie etwas, das von ihm so nicht gelebt sein kann. Womit wir bei der Frage sind: Inwieweit wir unser eigenes Leben gerne noch einmal aufrollen würden. Neben dem Thrill sind es gerade die Fragen, die Sutter am Rand aufwirft, die seinen Roman lesenswert machen.
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am 5. März 2010
Als Hörbuch hat mir dieser Suter gut gefallen. Gelesen habe ich ihn nie. Beim Autofahren lässt sich's enspannt lauschen, ohne dass man zu sehr beansprucht wird.
Sebastian Koch liest das Ganze mit samtener Stimme und man verzeiht ihm sogar (aber das liesse sich doch auch vermeiden ...)die Patzer in der Aussprache italienischer Wörter.
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