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am 9. April 2015
Da meine Familie selbst im Buch erwähnt wird (Pettmann), fand ich es natürlich besonders spannend, in die Zeit des "Gretchens" einzutauchen und zu lesen, welche Rolle meine Vorfahren in Frankfurt am Main gespielt haben. Das Buch fasziniert nicht nur durch seine glaubwürdige Darstellung der Zeit. Es zeigt vielmehr die Situation der Frauen der damaligen Zeit. Frauen hatten damals keine Chance sich zu wehren. Dienstmägde erst recht nicht. Und das Volk fordert wie zu römischen Zeiten "Brot und Spiele" und ergötzt sich an anderer Leid. Da hat sich bis heute nichts geändert. Nur mit dem Kinder kriegen oder nicht mehr kriegen ist es etwas leichter geworden. Dank einer offenen Gesellschaft und einer aktiven Frauenbewegung. Fazit: unbedingt lesen und im richtigen Leben dafür einsetzen, dass so etwas schreckliches nie mehr passieren darf.
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am 14. November 2012
Ein tolles Buch sehr zu empfehlen.Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt, in der die Frauen in der unteren Schicht jeden Tag einen Überlebenskämpf führen mußten und das ohne wenig Erfolg.
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am 15. März 2013
Ein sehr spannender historischer Kriminalroman, ein muß für alle Frankfurtliebhaber. Beim Lesen kann man sich die Schauplätze sehr gut vorstellen.
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am 25. Februar 2009
Die anfänglichen Rückblicke bzw das Hin- und Her mit den Daten mindern das Lesevergnügen; deshalb auch nur 4 Sterne. Die Geschichte ingesamt ist interessant und bleibt - obwohl man das Ende kennt - spannend.
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am 8. Januar 2015
Und da sieht man es mal wieder: (Kaum) eine Übersetzung kann so gut sein wie ein Roman in der Originalsprache.

Über Inhalt und die unglaubliche Authentizität und Dichte dieses Romans haben andere vor mir zur Genüge berichtet. Ich möchte nun der Autorin für ihre Sprache ein Kompliment machen: Sie hat es geschafft, sich einerseits einer für die heutige Zeit ziemlich altertümlichen Ausdrucksweise zu bedienen, bei der man zumindest als historischer Laie das Gefühl hat, sich mitten in der beschriebenen Zeit zu befinden, andererseits wirkt das Buch deshalb kein bisschen angestaubt oder anstrengend, was ungewohnte Sprache sehr schnell tut. Im Gegenteil wirkt es so natürlich, dass ich, nachdem ich ein paar Stunden gelesen hatte, nach Weglegen des Buches zu meinem Mann sagte: "Ich hab ein wenig Leibgrimmen." Erst der irritierte Gesichtsausdruck meines Mannes ließ mich erkennen, was ich gesagt hatte und ich berichtigte schnell: "Ich meine, Bauchschmerzen ..."

Was den Roman zudem ungeheuer lesenswert macht, ist die ironische Darstellung vieler Bürger und Szenen. Aufgrund der überaus treffenden, auf den Punkt gebrachten humorvollen Einwürfe und Beschreibungen musste ich einige Male laut lachen - obwohl mir kurz davor oder danach Susanns eindringlich beschriebenes Schicksal die Tränen in die Augen trieb.

Kurz: Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe - und das ich um ein Haar aufgrund des einfallslosen Einbands im Regal hätte stehen lassen ...
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am 24. März 2009
Auch wenn das Ende allgemein bekannt ist, hofft man auf jeder Seite mit der Hauptperson Gretchen mit, dass alles doch ganz anders kommt.

Das Buch beschreibt fesselnd die Geschichte der angeblichen Kindsmörderin Susann, unterbrochen durch Einblicke in die Familie Goethe, in der sich eine weitere Frau in den Konventionen der Zeit eingesperrt fühlt - Cornelie Goethe, die jüngere Schwester des späteren Dichters (zu dem Zeitpunkt ist er noch Jurastudent).

ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, habe schon in der Buchhandlung einige Kapitel gelesen und hatte es am nächsten Morgen durch.
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am 29. April 2009
Goethes Gretchenfrage, mit der Margarethe Faustens Treue prüft, wird derzeit in der Religionswissenschaft (genauer: der Evolutionsforschung zur Religiosität) neu entdeckt und diskutiert. Und so war ich auch fachlich an dem wahren Fall und Umfeld interessiert, die Goethe zu seinem atemberaubenden Werk motiviert hatten.

Und die Autorin Ruth Berger enttäuschte diese Erwartungen nicht! Bis in die herrlich-bunte Sprachwelt und die lakonisch-humorigen Schilderungen der Frankfurter Bürgerwelt hinein gelingt ihr eine liebevolle Skizze der Lebenswelt, eine glaubwürdige Schilderung der Haupt"heldin" und ihrer Tragik und auch ein lebensnahes Bild von Goethe, seiner Familie und insbesondere Schwester. Natürlich gehen dabei historische Recherche und literarische Fiktion ineinander über - aber gerade die Unausweichlichkeit von Konstruktion zu reflektieren gehört zu den Stärken des Buches. So wird deutlich, dass sich schon während des Prozesses ganz unterschiedliche Wahrnehmungen "der Brandin" herausbilden und Ruth Berger ist hoch anzurechnen, dass sie nicht einfach "die Bösen" und "die Guten" auftreten lässt, sondern glaubwürdige Menschen (die eigentlich liebenswürdige Herbergsmutter, die sich aber letztlich selbst retten will, der fromme Pietist, der doch ein Abtreibungsmittel verschreibt usw.) in all ihrer Menschlichkeit und also Widersprüchlichkeit.

Das Buch bietet mehr, als ich erhoffte: Fachlich-historische Informationen, aber auch gute, niveauvolle Unterhaltung - und ein Beispiel, wie menschennah und lebensklug Romane sein können. Lesenswert!
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am 22. Dezember 2008
Um eine wirklich kurze Inhaltsangabe zu präsentieren: dies ist die Geschichte nicht nur der historischen Vorlage für das berühmteste gefallene Mädchen der deutschen Literatur, nämlich dem "Gretchen" aus Goethes Faust. Sie lieferte auch den Auslöser für zahllose literarische "Schicksalsgenossinnen". Susanna Margarethe Brand, eine Magd im Frankfurt des 18. Jahrhunderts wird schwanger und kann natürlich den (schienheiligen) gesellschaftlichen Konventionen nicht entfliehen, bzw. kann sich erst so spät das unsägliche eingestehen, dass es für sie zu spät ist: sie tötet das Kind, ihr wird der Prozess gemacht, sie wird hingerichtet.
Sie hat damit schon - wie gesagt - die Vorlage für DAS Werk der deutschen Klassik geliefert, aber in diesem Roman, in das Zentrum der Betrachtungen gerückt, feinfühlig inszeniert, kommt sie dem Leser so furchtbar nah. Obwohl das Ende bekannt ist, obwohl die Autorin bereits damit einsetzt, dass Ihre eigene Schwester sie anzeigt, obwohl keiner, der dieses Buch zur Hand nimmt, überrascht sein sollte von dem Bild der Gesellschaft, von der Realität des späten 18. Jahrhunderts, fiebert der Leser mit, versteht, warum sie nicht, wie ein vernünftiger und gebildeter Mensch der Gegenwart der Warheit ins Gesicht sehen kann und diese anpacken kann. Denn - anders als in den meisten historischen Romanen - wird Susann nicht dargestellt wie eine Person aus der Moderne, die eben in eine andere Zeit verpflanzt wurde, sondern sie agiert als Kind ihrer Zeit in ihrer Welt. Und dieses Kind ist eben NICHT gebildet oder vernünftig und damit gar nicht in der Lage, anders zu handeln, als sie es eben tut.
Wohlig unterhaltsam dabei auch die Szenen der "großen" historischen Figuren, wie Wolfgang Goethe, damals noch nicht 'von', die Familie Senckenberg oder Peter Brentano, niemals verdrängen sie jedoch die Hauptperson.
Als kleines Manko empfinde ich den Versuch der Autorin, einen stilistischen Kunstgriff einzusetzen, indem sie zunächst zwischen Anfang und nahezu Ende der Geschichte wechselt, daher ein Punkt Abzug. Dramaturgisch absolut unnötig und - wie meist in solchen Fällen - in die Hose gegangen!
Sicherlich nicht in die Bewertung eingegangen ist der verunglückte Einband: ich hoffe, dass trotz des eher nach 08/15-historischer Brei aussehenden Einbandes viele Leser zu dem Buch greifen. Warum bitte muss jeder historische Roman mit einem nichtssagenden Gemälde verunstaltet werden? SO jedenfalls wirk das Buch von außen wie die billige Massenware, die derzeit 'in' ist, aber gut, das soll mein Problem nicht sei, ich habe zum Glück das Buch gelesen und muss es nicht verkaufen....
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am 28. Mai 2010
Gretchen: die Geschichte der Susann Margarethe (daher Gretchen) Brand, die Goethe zu einer der wichtigsten Figuren im Faust verholfen haben soll. Ruth Berger setzt der echten Gretchen - nämlich Susann - mit ihrem Roman ein Denkmal. Die Geschichte an sich ist schnell erzählt: Susann läßt sich in einem schwachen, vielleicht auch leichtsinnigen Moment von einem Mann auf Wanderjahren verführen. Nach dessen Abreise zeigen sich die ersten Anzeichen, die sie bis zuletzt nicht wirklich wahr haben soll: sie ist schwanger. Im 18. Jahrhundert eine Katastrophe. Sie ist eine einfache Magd, der Verführer ist nicht auffindbar. Zu einer rettenden Ehe kann es unmöglich kommen. Susann kennt seinen vollen Namen nicht, und selbst wenn, sie ist selber eine Fast-Analphabetin. Was so dramatisch und vor allem dramatisch echt diese Figur ausmacht: Susann wird zu Opfer der Gesellschaft. Eine zwar heuchlerische Gesellschaft, aber eine Gesellschaft bei der selbst ihrer eigenen Familie sich gegen sie wendet und letztendlich sie im Stich läßt. Eine Gesellschaft, die vermittelt, dass für eine Frau die Entehrung das schlimmste aller Verbrechen ist. Susann verdrängt ihre Schwangerschaft. Obwohl sie ab einem gewissen Punkt verständlicherweise das Kind in sich fühlt, kann ihre Schwangerschaft nicht wahrhaben. Das ist wirklich von der Autorin meisterhaft dargestellt. Nicht nur Susann, alle - und vor allem ihre Familie - wollen diese ungewollte, unerwünschte, skandalöse Schwangerschaft verleugnen. Susann bleibt allein, auf sich allein gestellt. Bis zum letzten Moment: selbst bei der Geburt ist sie allein, fast wie ein Tier eher instinktiv als bewußt gebährt sie ihr Kind. In ihrer Not tötet sie ihr Kind, das ohnehin durch die im Stehen ohne jegliche Hilfe zustande gekommene Sturzgeburt wahrscheinlich keine große Chance auf ein Überleben gehabt hätte. Wenn man abstrakt von Kindsmörderin spricht, würde eine moralische Verurteilung die natürliche Folge sein. Aber Ruth Berger zeigt uns, dass Susann - und wie sie viele anderen in dieser Zeit - genauso Opfer wie ihr totes Kind ist. Und das zeigt sie uns auf wunderbar empfindsame Art. Susann ist ein einsames Geschöpf. Zuneigung, Unterstützung erfährt sie von keinem. Zu gross ist immer der Druck der Gesellschaft, so dass selbst die einzige ihrer Schwestern, die sie so liebt, nichts für die machen kann, um die bevorstehende Katastrophe zu vermeiden. Und genauso einsam stirbt Susann auf dem Schafott in Frankfurt. Kein kleiner als Goethe ergötzt sich in seinen jungen Jahren an ihre Hinrichtung: für ihn der Schlüssel zu einem seiner Meisterwerke, für die Frankfurter Magd das Ende ihres kurzen Lebens. Ihre Tat entstammt der Verzweiflung und nicht dem Vorsatz, und doch Vorsatz wird ihr in einem heuchlerischen Prozess bewiesen.
Aber das Buch liest man nicht wegen der Geschichte an sich (die Entwiklung ist von Anfang an klar), sondern wegen der Erzählungsweise: und diese ist wunderbar!! Sehr interessant ist zum Beispiel die Entwiklung des Erzählerstandpunktes im Roman. Obwohl es nie in der ich-Form erzählt wird, im ersten Drittel des Romans, in dem Susann noch Mitte im Leben steht, wird die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt. Je mehr das Drama Form annimmt und Susann immer mehr aus der Bann geworfen wird, wechselt die Perspektive und verlagert sich immer mehr außerhalb der Hauptfigur: das ist nunmehr die Gesellschaft, die ihr Schicksal bestimmt und auch erzählt. Zu dieser Gesellschaft gehören auch Goethe und Familie, die allesamt keine besondere Sympathiepunkte sammeln.
Und dann die Sprache, schon gleich historisch und regional und doch verständlich. Ein wirklich besonders schönes historisches Roman, ganz anders als die sonstigen spannenden Bestseller, aber um so intimer und rührender. Ja, unbedingt lesen!
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am 28. November 2007
Man muss es wohl gelesen haben. Die Geschichte dieser Dienstmagd war mir im Großen und Ganzen bekannt, aber wie die Autorin das umsetzt ist unglaublich gut. Ich warte schon auf die Verfilmung. Da ist für jeden was dabei. Diese Frankfurter Honoratioren und Lichtgestalten, die köstlichst ironisch und lebensecht präsentiert werden, der junge Goethe mal ganz anders als Sohn, Bruder und dilettierender Berufsanfänger, die herzzerreißende Geschichte dieser Verbrecherin", mit der man immer mitfiebert, ob sie es nicht doch noch irgendwie schafft, alles geheimzuhalten. Und die deftigen Ekeleffekte, die der Autorin anscheinend besonders Spaß machen. Am Schluss habe ich Tränen vergossen. Das ist mir lange nicht passiert. Um mit E. Heidenreich zu sprechen: Lesen!
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