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am 27. Dezember 2011
Das vorliegende Werk ist eine populärwissenschaftliche Kompilation der Forschungserträge verschiedener Disziplinen zum Thema Denken, Geist, menschliches Verhalten. Der Ansatz ist naturalistisch, vorausgesetzt wird ein nichtintentionales und nichtteleologisches Universum.

Pinker stellt zunächst die Theorie des 'modularen Geistes' (Toby, Cosmides, Fodor) vor. Die Arbeitsweise des menschlichen Geistes ist das Ergebnis evolutionärer Problemstellungen. Der Mensch verfolgt Ziele, hat Wünsche und Überzeugungen. Eingebettet in die Grundeinsicht, daß der Mensch evolutionsbiologisch die 'kognitive Nische' besetzt, entwickelt der Autor die 'Computertheorie des Geistes': Intelligenz erwächst aus Information, Überzeugungen sind Inschriften im Speicher, Wünsche sind Inschriften von Zielen, Denken (Intelligenz) ist Berechnung, Wahrnehmungen sind Inschriften, die von Sensoren ausgelöst werden.

In der darauffolgenden Kontextualisierung - das Denken findet in Abhängigkeit von Händen, Augen, Gehirn, natürlicher und sozialer Umwelt statt - erläutert Pinter wahrnehmungspsychologische Problemstellungen: Theorie des Sehens, Stereoskopie, Perspektive, Sinnestäuschungen, Vexierbilder. Anschließend: Erörterung der menschlichen Intelligenz als möglicher 'Exaptation' (einstmals funktionslose Merkmale blieben einer späteren Entwicklung zugänglich). Ferner Kognitionspsychologie: Klassifizierungen und Kategorisierungen, Schlußfolgerungen, entwicklungspsychologische Beobachtungen an Säuglingen und Kleinkindern, Entstehung intuitiver Physik, Erläuterung des Essentialismus ('Volkstaxonomien' nach Scott Atran). Der menschliche Geist schließt nicht nur aufgrund logischer Regeln, sondern unterstützt durch Prozesse des Sprachverstehens, des Weltwissens und speziellen, inhaltsabhängigen Schlußfolgerungsregeln. Einführung in den metaphorischen Sprachgebrauch, der abstraktes Denken ermöglichte. Menschengedanken sind kombinatorisch und rekursiv.

Besonderes Augenmerk legt Pinker auf die Entstehung und Bedeutung von Gefühlen. Welchen Nutzen haben Gefühle für die Gruppe? Die wechselseitige Unterstellung von Intentionalität ('Theorie des Geistes') führt zu Täuschungsmöglichkeiten. Einer Analyse menschlicher Verwandtschaftsverhältnisse und Beziehungskonstellationen folgt die Frage nach der Herkunft der Persönlichkeitsunterschiede.

Wie lassen sich Kunst, Humor, Religion und Philosophie erklären? Sie erscheinen evolutionsbiologisch nutzlos. Könnten sie (teilweise) Anwendungen von geistigen Werkzeugen auf Probleme sein, zu deren Lösung sie nicht entstanden sind? Pinker versucht, bildende Kunst und Musik mit dem Lustprinzip ('optischer oder akustischer Käsekuchen') zu erklären. Narrative dagegen sind adaptiv, weil sie das reale Leben simulieren. Er erforscht das Wesen und die Funktion des Humors, stellt die Religionstheorie Pascal Boyers vor, führt in das 'Mysterium des Ichs' ein, wirft die Frage auf, was eigentlich 'Bedeutung' und 'Wissen' sind und reflektiert über das Wesen der Moral.

Das allgemeinverständliche und unterhaltsame Buch vermittelt Grundlagenwissen auf dem Stand der Zeit (1998). Über das Literaturverzeichnis erhalten Leser Gelegenheit, sich in die spezifische Fachliteratur einzuarbeiten. Meines Erachtens hat Pinker sein eingegrenztes Thema ('Wie das Denken im Kopf ensteht') zu einer allgemeinen Einführung in die Anthropologie ausgeweitet. Gelegentlich gleitet er ins Anekdotische ab, doch ohne je völlig den Faden zu verlieren. Insgesamt ist dieses Einführungswerk durchaus eine Empfehlung wert. Aktuellere, stringentere, tiefere Darstellungen der von Pinker vorgestellten Fragen finden sich bei Stephen MITHEN: "Prehistory of the Mind: A Search for the Origins of Art, Religion and Science" (1996); derselbe: "Singing Neanderthals: The Origins of Music, Language, Mind and Body" (2006); Antonio DAMASIO: "Descartes' Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn" (1997³); Thomas METZINGER: "Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik" (2010).
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am 12. Juni 2016
Schön geschrieben und verständlich... vorausgesetzt, man kann die EXTREM kleine Schrift lesen und es ertragen, dass die Augen sich ständig in den sehr engen Zeilen verirren. Wie zum Henker kann man ein Buch SO drucken? Das ist skrupel- und gewissenlos....
Für Pinker und das Thema 5 Punkte, für den Print einen Abzug.
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am 7. Juli 2004
Ich kenne keinen anderen wissenschaftlichen Autor, der (gute) Wissenschaft so toll und anschaulich erklären kann! Dafür gebührt Pinker ein großes Lob, denn das ist wirklich selten in der Wissenschaft. Man lernt etwas und hat noch Spaß dabei!
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