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TOP 50 REZENSENTam 10. April 2014
Die Idee: Ein langweiliges, in die Länge gezogenes, horizontales Leben hinter sich zu lassen und der Wunsch, die daraus gezogenen physischen Erinnerungen - manifestiert in einem 135 kg Körper - endlich zu löschen. Also abzunehmen. Mit Kokain. In einer dosierten, Sigmund Freud nachempfundenen Verfahrensweise.

Dieser spannend und emotional geschriebene Roman bringt auf den Punkt, was passieren könnte, wenn man tatsächlich damit anfängt Kokain zu nehmen. Sigmund Freud schrieb über diese Droge: "Kokain bewirkt eine Stimmungsaufhellung, ein Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit, sowie das Verschwinden von Hunger- und Müdigkeitsgefühlen."

Nachdem der Protagonist zum ersten Mal "verschnupft" war, wurde er von einem Luden beleidigt. "Er sah dem Luden angriffslustig und selbstsicher ins Gesicht, sagte: Dafür wirst Du dich entschuldigen. Du kannst schon einmal überlegen, wie." Tatsächlich, es wirkt und alle müssen sich in Zukunft vor diesem immer schlanker werdenden ehemaligen Langweiler entschuldigen. "Ich verlor jede Schwäche, jede Unsicherheit, hatte die ganze Klaviatur des menschlichen Daseins zur Verfügung." Eine irrwitzige Handlung beginnt sich auszubreiten, eine Tour durch die Künstler- und Medien-Kreativen-Milieus Deutschlands.

Ich selbst komme aus diesem Bereich und kann bis auf den Kokainkonsum vieles bestätigen. Ob ich Kokain Menschen empfehlen würde, die alles probiert haben, um abzunehmen und/oder ein gesundes Selbstbewusstsein zu besitzen? Sigmund Freud hat damit experimentiert, Ernst Jünger mit LSD, viele andere Kreative auch - die festen Grenzen zu verwischen, die Menschen geneigt sind, um sich zu ziehen - möglicherweise ist es für einige eine durchaus gewinnbringende Übung.

Vorab würde ich dieses Buch lesen, dessen Witz nicht in den (zahlreichen) Sexgeschichten liegt, sondern in dem Aufeinandertreffen und dem "Satzflash größtmöglicher Egos". Alleine das Ende mit Boris Becker, Gregor Gysi und anderen ist eine köstliche Schmierenkomödie, ein Abgesang auf das Berühmtsein - für mich vor allem eine Persiflage um all die Stars, Sternchen und Groupies im Umfeld des Lichts. "Wir trieben uns nun überall rum, wollten beachtet und angebetet werden."

Konstantin Wecker sagte über Kokain, das er 20 Jahre lang konsumiert hatte: "Das Interessante für mich war: durch die Zufuhr von Drogen zu erleben, was im Inneren möglich ist. Zu erkennen, dass es außerhalb dieser Realität, die wir für so unglaublich wahrhaftig und ernst halten, noch ganz andere Wirklichkeiten gibt. Und das können einem Drogen kurz eröffnen. Obwohl 20 Jahre Tibet bestimmt der bessere Weg sind...Drogen machen asozial - das macht ihren Reiz aus. Man hat das Gefühl, völlig frei von Verantwortung und moralischen Normen zu sein. Nach einer bestimmten Menge von Kokain bist du drauf wie in dem Heine-Gedicht: <Was schert mich Weib / was schert mich Kind>. Das ist das Entsetzliche an den Drogen. Und das Reizvolle."

Das Buch von Joachim Lottmann schreibt aus dem Inneren der Bewusstseinstiefe bzw. -erweiterung heraus, etwas zu viel Sex und Erotik ok, aber doch authentisch jenes Gefühl fassend, das Menschen wohl erfasst, wenn sie außerhalb gelernter Normen geraten. Ich saß per Zufall mal neben Konstantin Wecker in einem Lokal, an einem anderen Tisch - auf dem Tiefpunkt seiner Kokainkarriere. Dieses nach unten gefallene Spiegelbild seines vibrierenden Selbstbewusstseins ist mir heute noch in Erinnerung - und nie war ich weiter weg vom Drogenkonsum als beim Betrachten dieses Versagens aller menschlichen Werte. Interessanterweise hatte ich genügend Umgang mit Menschen auf Kokain und gelernt - auch ohne Kokain - an das innere ihres leider oft brüchigen Egos zu kommen bzw. dieses zu dem zusammenfallen zu lassen, was es ausmacht: eingebildete Luft
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am 25. Januar 2015
Der Protagonist hat einen Plan: endlich abnehmen! Und er setzt diesen mit etwas Koks konsequent um! Ein wunderbares Buch, leicht satirisch, aber trotzdem sehr nah an der Realität. Wer Wien kennt, wird das Buch lieben! Außerdem gibt's auch immer wieder Treffen mit Personen des aktuellen Zeitgeschehens: ob Becker, Gysi, oder sogenannte TV Sternchen. Alle bekommen sie ihr Koks weg!
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am 1. Juli 2015
Ach, schade, das Buch hat mir gar nicht gefallen. Der Stil is eh okay, so journalistisch halt, aber die Handlung klingt nur im Klappentext witzig. Der ist eigentlich das Beste am Buch.
Die Ausführunger des Plots braucht es gar nicht, weil es eh um nichts geht, was von Interesse ist. Lottmann nennt seine Freunde beim Namen oder gibt ihnen einen anderen Namen, und baut ihnen Denkmäler, das ist sicher lieb von ihm und schmeichelt der jeweiligen Eitelkeit, warum das für einen Verlag oder die Medien schon ausreicht, um ihn andauernd zu loben, tja, eben, alle wirken gut verhabert.
Auch die Redundanzen durch das Tagebuch sind nicht supi, bei einem unbekannten Autor würde da vieles weggestrichen, bei einem bekannten eben nicht. Nichts neues im Verlagswesten. Aber da ist Lottmann eh keine Ausnahme.
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am 7. Juli 2014
Protagonist Stephan Braum hat am Leben vorbei gelebt. Mit dem Wundermittelchen, das er von seinem Freund verabreicht bekommt, soll alles besser werden. Die Schwere seines Lebens, hinterlegt in viel zu viel Körperfett, schmilzt. Und mit ihr die Patina über der Bussi-Bussi-Gesellschaft Wiens.

Der Autor karikiert, mit einigen kaum verhüllten Anspielungen auf echte Personen garniert, Zynismus, Unreife und Weltenbummlertum der Kunstszene. Untermalt von einigen bekannten Tönen, denn da ist der Protagonist, so wie er früher war: politisch korrekt, immer höflich, immer nett, nicht wahrgenommen von den Frauen und schließlich mit einem Biest verheiratet unglücklich geworden. Der kommt einem sehr bekannt vor.

Und dann wird er zu dem anderen: der keine Skrupel dabei kennt, die Frauen zu ködern und die intime Nähe zur Prominenz zu seinem Vorteil zu wenden. Ja, es ist dieses Experiment des durch Drogen zerstörten Über-Ichs, das reizt.

Ich habe mich von diesem Reiz gerne 250 Seiten tragen lassen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der in einer deprimierenden Situation festsitzt. Oder einfach jedem, der eine gute Lektüre für das Wochenende sucht.
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Eigentlich ist das ein recht konventioneller Roman. Ein Held mit einem schon etwas verpfuschten Leben jenseits der 50 versucht es noch mal. Mit der Karriere, den Frauen, dem Leben schlechthin. Es gibt ca. ein halbes Dutzend Nebenfiguren, vor allem aus der Kunst- und Medienwelt, in der sich der Protagonist bewegt. Und natürlich macht der Held im Rahmen der Handlung eine Entwicklung durch, nicht nur sieht er seine Umgebung nach dem Durchlaufen der Handlung anders, auch sein Selbstbild hat sich verändert. Dass es der regelmäßige Genuss von Kokain ist, der die Handlung und damit die Veränderungen überhaupt zum Laufen bringt, das ist nun das besondere an diesem Buch.

Nun ist aber auch das nicht neu. Das Buch "Kokain" von Pittigrilli wird bei Lottmann zitiert, seine Wucht erreicht "Endlich Kokain" allerdings nicht. Sowohl Stephan Braum als auch die anderen Figuren in diesem Roman wirken dazu doch zu oberflächlich, die existenzielle Verzweiflung der Helden bei Pittigrilli spürt man beim Lesen nicht. Auch wird die im Buch angewandte Technik, die Erzählperspektive gelegentlich zu wechseln, nicht immer gut eingesetzt - Ereignisse wirken in den Abschnitten des Tagebuch und des neutralen Erzählers in Teilen redundant. Die Wirkung der Droge auf die Persönlichkeit der Abhängigen wird allerdings ähnlich wie bei Pittigrilli beschrieben - und ist nicht wirklich eine Werbung für die Einnahme. Im Grunde genommen aber steht bei Lottmann etwas anderes im Mittelpunkt. Er beschreibt vor allem eine Gesellschaft in Wien - später im Buch auch in Berlin - die ein so hohles, so absurdes Leben führt, dass es zu dieser Droge einfach perfekt zu passen scheint.

Verlust der persönlichen Bindungen, Verfälschung der eigenen Emotionen, Konsum als Zentrum des Lebens, Bereitschaft zu jeder Schweinerei solange diese nur Geld bringt, das schafft die Wiener und Berliner Elite in diesem Buch mit oder auch ohne Kokain. Und da der Autor in seiner Beschreibung von Berlin auch einige Details des Lebens in der Stadt wirklich gut getroffen hat, möchte man sich seiner Einschätzung in Bezug auf die gesamte so medienwirksame Upper Class in Deutschland und Österreich nicht völlig verschließen.

PS.: Abnehmen kann man auch durch Sport.
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am 9. März 2015
Der Roman wird demnächst im Theater Bremen dramatisiert auf die Bühne kommen. In solchen Fällen neige ich dazu, zur Vorbereitung auf die Inszenierung die Original-Texte zu lesen.
Noch nie ist es mir so schwer gefallen, ein Buch zu Ende zu lesen. Sprachlich unterirdisch, Figuren eindimensional.
Jede Seite hat mich gequält.
Ob das Buch eine Satire ist, wie gelegentlich in Rezensionen unterstellt, konnte ich nicht feststellen. Zu wichtig nimmt sich hier der Autor.
Was die Dramaturgie an diesem Text gereizt hat, hat sich mir nicht erschlossen. Mal sehen, was das Theater aus dem Text macht.

Ansonsten: nicht empfehlenswert!
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am 4. März 2015
Nie hätte ich gedacht, dass ein Buch mit dem Titel "Endlich Kokain" eines meiner Highlights der letzten Monate werden könnte.
Die Geschichte von Stephan Braum, der sein Leben durch Kokain verändert hat, fand ich einfach mehr als nur gut!

Selbstverständlich ändert der Kokain-Konsum das Leben jedes Süchtigen. Allein die Tatsache, dass man für die Anschaffung des Stoffes einen Teil des Budgets reservieren muss, bedeutet, dass man in manchen Bereichen Abstriche machen muss, besonders dann, wenn man nicht gerade in Geld schwimmt.
Stephan Braum wollte vor allem sein Äußeres verändern. Der extrem Übergewichtige hat den für ihn entscheidenden Tipp bekommen: Kokain macht schlank. Das musste er am eigenen Körper testen, und am Geld sollte es nicht scheitern.

"Das Kokain, das er zuvor wohldosiert und verantwortungsvoll eingenommen hatte, garantierte ihm diese Stimmung"
Braum zieht seine (aus seiner Sicht) verantwortungsvolle Kokain-Diät durch und führt penibel Tagebuch. Von diesem von ihm genannten "wissenschaftlichen Tagebuch" sind immer wieder Auszüge zu lesen. Gerade diese Tagebucheinträge sind nötig, um dieses verrückte Kokain-Projekt aus seiner Perspektive erfassen zu können. Nichts überlässt er dem Zufall. Denkt er. Er hat die Kontrolle über den Stoff. Glaubt er. Sogar die perfekte wissenschaftliche Literatur konsultiert er regelmäßig: "Schriften über Kokain" von Sigmund Freud.

"An dir sieht man, wie man es richtig macht mit Drogen! Du schaust super aus. So soll es sein!"
Was mir am besten gefallen hat, sind die Ironie und der Spott, die den Schreibstil abzeichnen. Die Wiener Politik, zu der Braum durch seine journalistische Tätigkeit Kontakt aufnimmt und die Berliner Kunstszene, in die er kokainbedingt gerät, werden auch gnadenlos in die Mangel genommen.

Diesen Roman habe ich mit Begeisterung gelesen. Dabei habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie es mit Braum enden würde. Und tatsächlich wurde ich überrascht. Selten habe ich so gelacht beim Lesen einer letzten Seite!

Mehr werde ich über "Endlich Kokain" nicht sagen. Schließlich möchte ich nicht den Eindruck vermitteln, ich würde mich im "Laberflash" befinden. Das sagt übrigens Braum über diejenigen, die sich im Kokainrausch befinden und nicht aufhören können zu reden...
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am 6. August 2015
Also dieser Lottmann hats schon faustdick hinter den Ohren. Schon lange nicht mehr hat mich eine Lektüre so amüsiert (musste oft beim Lesen laut loslachen). Einmal im Wartezimmer beim Arzt musste ich tatsächlich das Lesen unterbrechen, weil mich andere Patienten schon schief angeschaut haben. Lag sicher auch am Titel.
Das Buch ist so flott und lebendig geschrieben dass es keine Minute langweilig wird. Die ganzen realen Bezüge sind sehr unterhaltsam, und dann kommt da auch noch Boris Becker.
Ob das ganze in der Realität so hätte ablaufen können, bleibt natürlich fraglich, aber wen interessiert das schon?
Vor allem macht das Buch spaß. Noch mehr aber macht es Lust darauf, Kokain selbst mal auszuprobieren. Ich habs gemacht, und meine Herrn, ich möchte nicht mehr darauf verzichten.
Klare Empfehlung!
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am 19. November 2014
Kann gar nicht aufhören zu lesen und freue mich täglich schon auf die allabendliche Lektüre. Spannend, skuril und trotzdem aus dem Leben. Unbedingt allen zu empfehlen, die des Seichten überdrüssig sind.
Mehr davon, gerne noch eine Fortsetzung...
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am 3. Juni 2014
Es ist ein großartiges Buch, weil es sich hier um echte Gegenwartsliteratur handelt. Woran man das erkennt?
Literatur lügt nicht. Und das tut das Buch an keiner Stelle. Es ist einfach nur die nackte, manchmal harte, manchmal komische und oft sehr rührende Wahrheit über Menschen, Sex, die Liebe, die Arbeit und unsere Wünsche.

Ich habe es in zwei Tagen durchgelesen, auch weil es so rauschartig ist: Manchmal ist die Erzählung zu sprunghaft und auch die Sprache ist zu aufzählend, aber das kann durchaus dem Kokain entsprechen, das der Erzähler nimmt. Das Buch kommt mir vor wie ein Suter-Roman, den er überdreht und mit der alten Energie geschrieben hat.

Zwei Dinge sind noch zu sagen: Es ist großartig, dass der Protagonist ein rührend Bemühter ist, der durch die Droge auflebt. Das macht die Geschichte gut. Deshalb einfach lesen.

Zum Zweiten: Lottmann erhofft sich mit dem Buch ja den Roman des Jahres, den Hit des Jahres. Er hätte es verdient, aber das wird vermutlich nicht passieren. Warum?

Ach: Wir lernen doch im Buch, dass die Welt belogen werden will. Aber das Buch sagt die Wahrheit: Wer will aus der Masse schon lesen, wie ein 53jähriger Übergewichtler durch Kokain zurück ins Leben findet?

Lieber Joachim Lottman, auch wenn du hier ein großartiges Stück Literatur geschrieben hast, begehst du hier einen Denkfehler:
Das Buch wäre ein Hit, wenn es um eine 19jährige frigide graue Maus ginge, die durch das Kokain den Sex, die Männer und die Kunst entdeckt und sich dabei völlig emanzipiert und am Ende eine mächtige Stimme des neuen Feminismus wird.

Naja, nächstes Mal.
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