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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
106
3,8 von 5 Sternen
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am 21. Oktober 2014
Herman Koch schreibt unglaublich klar und präszise, dass es immer wieder Spaß macht, seine Bücher zu lesen. Persönlich hat mir sein Buch "Angerichtet" noch etwas besser gefallen, aber dieses war definitiv eins der besten Bücher, das ich in diesem Sommer gelesen habe.
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am 24. April 2012
ich frage mich ob der die Empfehlung in der Zeitschrift gab, das Buch wirklich gelesen hat, langatmig, Spannung fehlt und ich will zu keinem Hausarzt mehr gehen, eher depremierend
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am 5. Januar 2012
Herman Koch schreibt, wie kein anderer. Sein Stil ist unverwechselbar und er verfügt über eine messerscharfe Beobachtungsgabe und über einen Spürsinn, der ihn in andere Menschen hineinkriechen und deren Gedanken erraten lässt. Gepaart mit Humor und Skrupellosigkeit im Umgang mit Worten oder Unaussprechlichem gelingt ihm das Meisterwerk dieses spannenden Krimis.
Eigentlich kein Krimi im herkömmlichen Sinne, sondern eine ganz normale Familiengeschichte von zwei Ehepaaren, die sich im Urlaub in Frankreich in einem Haus mit Swimmingpool treffen.
Großartig geschrieben und perfide eingefädelt, die Charaktere messerschaft skizziert, ein Wechsel von trägem Dösen in der heißen Sonne und hintergründigem Spinnen von Fäden und Intrigen.
Schlimm dabei, dass man sich vorstellen kann, dass "dieser Hausarzt" keine Ausnahmeerscheinung sein und so mancher Pärchenurlaub ohne weiteres ein ähnliches Strickmuster aufweisen könnte.
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am 1. Februar 2012
Mark ist als Hausarzt sehr beliebt, denn er nimmt sich Zeit für seine Patienten. 20 Minuten sind normal. Zu seinen Patienten gehören auch zahlreiche Prominente, die ihn zu ihren Veranstaltungen einladen. Als er und seine Frau den erfolgreichen Schauspieler Ralph Meier und dessen Frau kennenlernen, ist es alles andere als Sympathie. Mark fühlt sich sexuell zu Ralphs Frau Judith hingezogen, und Ralph selbst begutachtet lüstern Marks Frau, sodass diese sich mehr als unwohl fühlt. Lediglich die beiden Töchter von Mark verstehen sich mit den fast gleichaltrigen Jungs von Ralph wunderbar. Als sie im Sommer zu ihnen ins Sommerhaus eingeladen werden, zögert Mark nur bedingt, denn seine Frau hat darauf keine Lust. Kurzer Hand tüftelt er einen Plan aus um Judith zu treffen. Als sich die beiden Familien am Urlaubsort begegnen, und Marks Familie einfach nur von dem schrecklichen Campingplatz weg möchte, ist es naheliegend im Garten der Familie Meier zu zelten. Hier kommt es zu tragischen Verwicklungen, die das Leben von beiden Familien beträchtlich verändern wird, denn Julia, die älteste Tochter von Mark erwischt ihn nicht nur mit Judith, sondern wird auch noch brutal vergewaltigt. Wer dahinter steckt, dass ist für Mark klar. Ihm fehlen jedoch die Beweise. Von nun an nehmen die Dinge ihren tragischen Lauf.

===Sarahs Meinung===
'Sommerhaus mit Swimmingpool' ist nichts für schwache Nerven. Der Leser öffnet das Buch und erwartet nach einer kleinen Einführung in die Zeit des letzten Sommers zurückversetzt zu werden. Dies ist auch der Fall, doch zuvor lässt der Protagonist den Leser an seinem bisherigen Leben teilhaben. Es sind Einblicke in den Alltag eines Arztes, die faszinierend und abstoßend zugleich sind.

Den Schimmel. Die blutenden Warzen. Hautfalten, zwischen denen die Temperatur zu hoch gestiegen ist. Eine Frau von hundertfünfzig Kilo, die man an einer Stelle untersuchen muss, von der man hoffte, sie nie mehr in Augenschein nehmen zu müssen. (Zitat S. 30)

Detailliert, realistisch und den Magen umdrehend berichtet Mark ausführlich über seinen Alltag als Arzt. Von langweiligen Einladungen auf Premieren bis zu Untersuchungen des rektalen Bereiches ist alles vertreten. Er entführt den Leser in seine Gedankenwelt und lässt dadurch manches Arztverhalten besser verstehen. Nichtsdestotrotz war mein erster Gedanke 'Feuchgebiete'.

Schmierigen, wertlosen Samen, der nach einer halb ausgetrunkenen, hinten im Kühlschrank vergessenen Flasche Yakul riecht. (Zitat S. 55)

Es sind Beschreibungen, die dazu beitragen, das man am Liebsten nicht mehr zum Arzt möchte. Und trotzdem sind es messerscharfe Beobachtungen und Gedankengänge, die den Leser am Aufhören hindern.

Die gewählten Schilderungen führen jedoch dazu, dass man von der Familie, im Besonderen von Mark, ein realistisches, lebendiges Bild erhält. Viele späteren Verwicklungen und Handlungen sind dadurch viel besser zu verstehen, denn die gewählte Einleitung basiert auf einer psychologischen Grundlage. Dies trifft auch auf die anderen Hauptfiguren zu.

Eine Mischung aus Skrupellosigkeit und Humor wird den Leser bis zum Schluss in den Bann ziehen. Zudem möchte man mehr über die angekündigten dramatischen Ereignisse erfahren. Schnell kristallisiert sich heraus, worauf das Buch hinauslaufen wird, doch dann baut der Autor eine so überraschende Wende ein, dass ich erst einmal einige Seiten brauchte, um mich darauf einzustellen. Man merkt, dass hier keine Langeweile oder Vorhersehbarkeit möglich ist. Dies merkt man besonders zum Schluss des Buches. Man versucht hinter die Hintergründe zu kommen, zu verstehen und rät selbst mit. Und dann kommt ein Schluss, der wieder mit einer überraschenden Wende für einen kleinen Schock sorgt.

Der dynamische Stil, der durch eine angenehme Satzlänge, einprägsame Worte und seine Details ein greifbares Kopfkino entstehen lässt, macht trotz des teilweise abstoßenden Inhalts Lust auf mehr.

Dieses Buch stößt gleichermaßen ab, wie es den Leser in seinen Bann ziehen wird. Dadurch bleibt es noch lange im Gedächtnis, lässt den Leser über vieles Nachdenken und neue Perspektiven entdecken.

Auf der anderen Seite bietet das Buch Strecken, die in meinen Augen hätten gekürzt werden können. Es sind alltägliche Beschreibungen, wie ein Grillfest, die Rettung eines Tieres oder ein Spaziergang, die zum Geschehen passen, aber auf Grund der sonstigen tiefsinnigen und ekelerregenden Schilderungen irgendwo deplatziert. Sie sind ein starker Kontrast zum Rest und obwohl sie nicht langweilig erscheinen, atmet man an einigen Punkten auf, wenn der Autor wieder zu seiner gewohnten Handschrift zurückkehrt.

Das Gesamtpaket hat mich jedoch überzeugt. Einmal angefangen konnte ich nur schwerlich aufhören, und so sollte ein Buch sein. Auch wenn mich manche Beschreibungen schockiert, abgestoßen und mir sogar den Appetit verdorben haben, ist es ein Buch, welches sich lohnt. Der Autor zeigt sein facettenreiches Können im Stil, der Handlung und der Protagonisten.
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am 23. April 2012
Marc Schlosser ist Hausarzt in den Niederlanden und lebt mit seiner schönen Frau Caroline und den beiden Töchtern Julia und Lisa ein weitgehend normales Leben. Als Hausarzt wird er mit vielen Dingen konfrontiert, die ihn im Grunde seines Herzens anekeln, langweilen oder brüskieren. Vieles ignoriert er, erträgt er mit innerlichem Sarkasmus oder einer gewissen moralischen Herablassung gegenüber seinen Mitmenschen. Doch die Ereignisse im Sommerhaus mit Swimmingpool drängen ihn aus seiner passiven Rolle in ein zerstörendes Handeln, das er nun zusammen mit dem Leser in einem Rückblick reflektiert. Wo sind die Grenzen unserer Moral, was bedeuten Verantwortung und Vertrauen?
Hermann Koch geht mit seinem Roman "Sommerhaus mit Swimmingpool" an die Grenzen unseres moralischen Empfindens, unserer Fundamente eines Rechtsstaates, unseres sozialen Zusammenlebens. Mit Marc Schlosser schafft er einen egoistischen, selbstherrlichen, sarkastischen Arzt, der die Grenze zwischen den ärztlichen Grundsätzen "Gutes tun" und "Nicht schaden" nach eigenem Gutdünken losgelöst von gesellschaftlichen Regeln setzt. Seine Fassade des verständnisvollen Arztes, des verantwortungsvollen Vaters, des liebenden Ehemannes bricht für den Leser ehrlich und ungeschont auf. Hermann Koch rüttelt den Leser auf, regt zum Nachdenken an, hinterfragt. Zusätzlich überzeugt er durch einen fesselnd konstruierten Roman, interessante Charaktere und eine direkte, schockierend-ehrliche Sprache. Insgesamt eine eindrucksvolle, aber auch erschütternde Leseerfahrung, die die eigenen moralischen, sozialen und juristischen Überzeugungen fordert. Sehr empfehlenswert!
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am 17. September 2013
Eine große Leistung: Ein Buch aus der Perspektive eines Protagonisten zu schreiben, der den Leser mit seinem Zynismus und seiner Boshaftigkeit fast anwidert – und zugleich einnimmt, sympathisch ist und stellenweise gar ans Herz wächst.

Dem Amsterdamer Hausarzt Marc Schlosser stirbt der Schauspieler Ralph Meier weg. Vermutet wird ein Kunstfehler, für den Schlosser sich vor der Ärztekammer verantworten muss. War es ein Kunstfehler? Und was hat das alles mit den Ferien im südfranzösischen Ferienhaus der Meiers zu tun, in dem beide Familien gemeinsam den vergangenen Sommer verbrachten?

Seite für Seite entspinnt sich ein komplexes Familiendrama. Es geht um Abgründe, Sex, Macht und Beschützerinstinkte. Das allein macht es schon spannend. Was es hingegen richtig gut macht, ist die feinsinnige Beobachtungsgabe, der bitterböse Witz und die absolute Abstinenz jeglicher political correctness, mit der Herman Koch seinen Protagonisten die Ereignisse erzählen lässt. Auch die Sicht des Hausarztes auf den Patienten an sich und dessen Körper im Speziellen, die Sezierung des niederländischen Gesundheitssystems, sowie Ein- und Aussichten zu den zwischenmenschlichen Themen Sex, Ehe und Liebe erfahren eine bissig-sarkastische Betrachtung.

Die schonungslose Direktheit, mit der immer wieder (um mal im medizinischen Bild zu bleiben) der Finger in die Wunden gelegt wird, lassen den Leser manches Mal irritiert zusammenzucken – und zugleich schmunzeln. Zumindest wenn man Schwarzhumorigkeit etwas abgewinnen kann.

Am Ende löst sich vieles auf. Aber nicht alles. Ob das stört, muss jeder für sich beantworten.
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am 18. Juli 2013
Nachdem ich "Angerichtet" regelrecht verschlungen habe, war ich neugierig auf Weiteres aus derselben Feder. Also nahm ich das "Sommerhaus" mit in die Ferienwohnung, welche leider nicht ganz so nobel war wie das Domizil im Roman und vor allem keinen Swimmingpool aufwies :-)

Das Buch war wie erwartet die perfekte Urlaubsliteratur, nur bedauerlicherweise viel zu rasch ausgelesen. Von der ersten Seite an zieht die Geschichte um einen von seiner Arbeit, also den Menschen gelangweilten, ja regelrecht angewiderten Arzt und seine oberflächliche und dann doch wieder so bedeutsame Bekanntschaft mit einer Künstlerfamilie den Leser in ihren Bann, und das, obwohl kaum eine Figur wirklich sympathisch ist. Wie ein schwülwarmer Sommertag ist die Lektüre: Jemand grillt, das Wasser im Pool plätschert, aber spendet nur vorübergehend Kühlung, die Gemüter erhitzen sich, sonnenklar, dass es irgendwann das unausweichliche Gewitter geben muss. Die Gewalt beginnt in den Gedanken und entlädt sich später in Taten. Daraus wird von Anfang an kein Hehl gemacht,der Leser weiß gleich, dass jemand sterben wird und ist doch begierig auf das Wie und Warum. Koch ist ein Meister des Spannungsaufbaus, ohne dabei auf billige Krimi-Effekte zu setzen. Das sicherlich verkaufsträchtige aber meines Erachtens die falschen Assoziationen weckende Cover lässt es nicht erahnen, aber hier handelt es sich sowohl sprachlich als auch inhaltlich um ernstzunehmende Literatur.

Koch greift einige gesellschaftskritische Themen auf, z. B. den Umgang mit Homosexuellen oder Selbstjustiz, und lässt seinen Protagonisten recht unkonventionelle, um nicht zu sagen drastische Ansichten vertreten, ein interessanter, wenn auch nicht neuer Kunstgriff. Ein gewisser Aaron Herzl wird zwar nur wiederholt zitiert, erscheint aber dabei so prägend und plastisch, dass man unwillkürlich diesen Namen googelt, nur um festzustellen, dass es ihn nicht wirklich gibt, obwohl er bei facebook und den anderen einschlägigen Netzwerken seltsamerweise ein Profil hat... Andere Nebenfiguren, zum Beispiel der Inhaber des Campingplatzes, sind nicht weniger spannend, wenngleich man über ihr Schicksal im dichten Plot fast nur zwischen den Zeilen etwas erfährt und das beinahe überliest. Es lohnt sich immer, genau hinzusehen. Wie auch in "Angerichtet" werden einige interessante Fragen über Moral aufgeworfen, wobei es klug ist, nicht zu schnell ein Urteil zu fällen, eigentlich geht das noch nicht einmal am Ende des Buches. Ständig kommt alles ganz anders, als es zunächst den Anschein hatte. Die Personen, ihre Motive und Handlungen stehen bis zum Schluss immer wieder urplötzlich in völlig neuem Lichte da. Das ist einfach meisterhaft komponiert.

Ein neues Buch von Herman Koch wird bald in deutscher Sprache erscheinen, ich bin gespannt und wünsche mir noch viel mehr von diesem Autor.
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am 31. Dezember 2015
Marc Schlosser ist Hausarzt, hat eine gut gehende Praxis, zwei hübsche Töchter, eine wunderbare Frau und eine ziemlich abgeklärte Sicht auf sein Leben. Er weiß sich durchzuwursteln. Doch als der berühmte Schauspieler Ralph Meier sein Patient wird und er mit seiner Familie und der Familie Meier die Ferien im Sommerhaus mit Swimmingpool in Frankreich verbringt, ändert das alles.
„Sommerhaus mit Swimmingpool“ ist ein außergewöhnliches Buch, sowohl den Stil des Autors als auch die Charaktere betreffend. Ich habe selten einen Protagonisten in einem Buch erlebt, der mir von Anfang an so unsympathisch war, ohne sagen zu könne, warum. Sein Blick auf seine Mitmenschen ist teilweise so erbarmungslos und auch seinen Beruf als Arzt verübt er regelrecht herzlos und einfach nur berechnend nach Minuten, dass man sich fragt, woraus er überhaupt Lebensfreude zieht. Dass seine teilprominenten Patienten ihn dann auch noch zwingen, an ihren Konzerten und Theaterpremieren teilzunehmen, scheint ihm eine aunglaubliche Zumutung. Die ganze Zeit habe ich mich jedoch gefragt, was ihn denn glücklich machen würde? Darauf scheint Marc Schlosser jedoch auch keine Antwort zu haben. Er ist auch nicht wirklich unzufrieden, er scheint irgendwo im leeren Raum zwischen Glück und Unglück zu schweben, bis er auf eine Seite gerissen wird.
Die Story ist nicht chronologisch aufgebaut, der Autor beginnt eigentlich mit dem Ende und erklärt dem Leser dann Stück für Stück, wie Schlosser sich in diese Lage manövrieren konnte. Ob er im Recht war, muss jeder am Schluss selber entscheiden. Diese Konstruktion der Geschichte lässt einen als Leser von Anfang gespannt weiterlesen und auch der Charakter des Protagonisten lässt einen nicht los und stellt mehr Fragen als aufgelöst werden. Mit „Sommerhaus mit Swimmingpool“ ist Hermann Koch ein unglaublich subtiler und unaufgeregter Thriller gelungen, der Spannung über die Konstellation der Charaktere aufbaut und nicht über oberflächlich konstruierte Verbrechen. Wirklich ein großartiges Buch!
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am 5. September 2013
Ich kann die guten Rezensionen nicht teilen. Zu flacher und zu simpler Plot für einen Krimi, zu wenig Spannungsaufbau für einen Thriller, zu wenig Tiefgang und Weitblick und zu absurde Ausschweifungen für einen Gesellschaftsroman, zu wenig interpersonale Dynamik und glaubhafte Beziehungen für ein Familiendrama. Positiv bleibt der detaillierte, oft treffende und durchaus witzige Zynismus des Ich-Erzählers vor allem im ersten Drittel, der das Buch aber insgesamt nicht rauszureißen vermag. Für alles also zu wenig, ein Mischmasch, das am Ende mit einer ebenso schwachen Wendung ausplätschert.

Nebensächlich, aber bemerkenswert sind die unglaublich schlecht recherchierten medizinischen und medizinjuristischen Darstellungen. Eine Leber kann nicht durchs Saufen reißen und man kann sie nicht durch die Bauchdecke hören. Die beschriebene Entzündung des Auges oder der Hornhaut - unklar, was das gewesen sein soll - heilt nicht durch einen Stich mit einer Nadel, da mag der Eiter noch soll unrealistisch ekelerregend sein. Und ein Kunstfehlerprozess wird auch in den Niederlanden nicht vom Krankenhausarzt, der sich den Sprachduktus eines Staatsanwalts zulegt, eingeleitet. Eine halbe Stunde Recherche in Wikipedia hätten gereicht, um den Leser vor diesen Absurditäten, die uns nicht einmal Soap-Operas heutzutage mehr zumuten, zu verschonen.
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am 7. Februar 2012
Marc Schlosser ist Hausarzt. Er hat eine Frau und zwei nette Töchter, die er sehr liebt, auch wenn er zugeben muss, dass Töchter für einen Mann natürlich nur das Zweitbeste sind, Söhne sind einfach das Nonplusultra. Sein Beruf macht ihm nicht wirklich Freude, dazu hat er zu viel mit Menschen und ihren Körpern zu tun. Aber es ist nun mal sein Job.

Das Buch beginnt eigentlich mit dem Ende der Geschichte: Marc wird wegen eines ärztlichen Kunstfehlers angeklagt, der zum Tod von Ralph Meier geführt haben soll. In Rückblenden erzählt Marc dann, wie es dazu gekommen ist.

Als er eines Tages den Schauspieler Ralph Meier kennenlernt und später dessen Frau Judith sowie die beiden Söhne, nimmt das Unheil seinen Lauf. Im Urlaub in Frankreich treffen sich die beiden Familien im Sommerhaus der Meiers. Anfangs sieht alles nach einem netten Urlaub aus, die beiden Paare verstehen sich gut, die Kinder genauso. Doch über alldem liegt die ganze Zeit bereits eine Andeutung, dass eben nicht alles so toll und unkompliziert ist - bis es dann eines Tages zu einem furchtbaren Ereignis kommt!

Marc Schlosser ist kein sympathischer Charakter - aber er ist in vielerlei Hinsicht ehrlich, geradezu brutal ehrlich. Bei den detaillierten Schilderungen, wie er sich vor Körperteilen und Einstellungen seiner Patienten und Mitmenschen ekelt, lief es mir regelrecht kalt den Rücken herunter. Ja, das sind Dinge, an die man gar nicht denken möchte, die ich auch eigentlich nicht unbedingt in Buchform vor mir haben muss. Aber trotz des Ekelfaktors (oder deswegen?) hat das Buch durchaus einen hohen Unterhaltungswert. Weniger gefallen hat mir Marcs moralische Einstellung. Hier werden Gedanken und Taten, die gesellschaftlich nicht korrekt sind, als natürlich und völlig normal hingestellt. Ist das nun die erfrischende Entlarvung von Alltagslügen, die wir uns selber oft genug vorbeten oder ist es ziemlich hässlicher Zynismus?

Auf jeden Fall war es ein Buch, das sich zwar schnell lesen lässt, über das man sich aber noch eine ganze Weile Gedanken machen kann!
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