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Kundenrezensionen

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am 8. Juni 2016
Mikrobiotope wie ein alpenländisches Bergdorf sind lohnende Spielorte. Dies zeigt auch der Debutroman von Vea Kaiser. Das Buch spielt in einem solchen Bergdorf, das, abgeschirmt von der restlichen Welt, für die Bewohner zum Zentrum der Welt wurde. Bis die Irrweins, zuerst der Großvater und dann dessen Enkel aus dem Gefüge ausbrechen und die Welt ins Dorf holen. Dieser Prozess nimmt seltsam anmutende Umwege. So gelingt die Annäherung zum Beispiel über eine antik anmutende Geschichtsschreibung, die Johannes A. Irrwein über sein Dorf verfasst.
Wieviele autobiographische Momente mögen hier verarbeitet worden sein. Schließlich ist die Autorin ebenfalls aus einem dörflichen Gefüge ausgebrochen, um an der Uni eine über 2000 Jahre alte Sprache zu lernen.

Das Angenehme an diesem Buch:
Der magische Realismus und die Skurillität der Hauptdarsteller befreiten mich von der Notwendigkeit, mich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Ich war durch die Komik und Absurdität der Handlung davon befreit. Dies verschaffte mir eine angenehme und unterhaltsame Lektüre.
Auch wenn die großen und wichtigen Themen der modernen Gesellschaft doch irgendwie zur Sprache kommen, ist dieses Buch doch ein Stück Realitätsflucht für den Leser. Er wird in eine Welt mitgenommen, in der eigene Regeln und Gesetze gelten.

Was mir besonders gefallen hat:
- Der Digamma-Club: Als ehemaliger Gymnasiast mit Griechisch-Erfahrungen ist mir der verschollenen Buchstabe Digamma natürlich ein Begriff.
- Die Komik, die durch die Schrulligkeit der Protagonisten entsteht

Eine überraschend kurzweiliges Stück Prosa.
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am 1. Februar 2015
Dieses Buch sollte man unbedingt lesen, vor allem wenn man selbst aus einem kleinen Dorf kommt. Das Werk schäumt über vor unverhofften Wendungen und skurrilen Charaktereigenschaften, aber immer liebevoll geschildert und jeder Dörfler für sich stimmig, vom bandwurminspirierten Arzt bis zum Mütterkreis. Erwähnenswert auch die dorfchronik, die versucht, das merkwürdige Verhalten der Dörfler wissenschaftlich zu erläutern und darzustellen. Man darf leider nicht viel mehr vom Plot erzählen, da sonst der Witz beim Lesen weg ist.
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am 5. November 2015
Wenn man bedenkt dass dies der Debutroman der Autorin ist, dann ist das Buch schon gelungen; aber das hat man als Leser ja auch nicht dauernd im Hinterkopf. Rein auf die Geschichte und Schreibstil fokusiert reicht es gerade für 3 Sterne, nicht schlecht, aber auch nicht mehr. 100 RezensentInnen haben bereits darüber geschrieben, es bleibt also kaum mehr etwas zu sagen übrig; nur soviel: ... dass ich das Buch nur bis zur Hälfte geschafft habe, dann konnte ich nicht mehr weiterlesen, es hat mich einfach nicht mehr interessiert... Schade
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am 29. September 2015
Lassen Sie sich von dem ungeschickt gewählten Titel nicht abschrecken! Der jungen Autorin Vea Kaiser ist mit Blasmusikpop ein originelles, spannendes und witziges Debüt gelungen. Wer selbst in einem Dorf aufgewachsen ist, wird Tränen lachen ob der Beschreibungen der Bewohner, ihrer eingefahrenen Traditionen und Denkmuster.
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am 7. September 2015
Der satirische Roman über die Einwohner, deren Bräuche, Sitten, Organisation, Hierachie und Verhalten eines Bergdorfes, irgendwo in den österreichischen Alpen, ist über weite Strecken wirklich lustig und gut gelungen. Das ist schon mal sehr viel. ich kenne nämlich kaum lustige Romane, die man auch zur Literatur zählen kann. Vea Kaiser erweist sich als gute Beobachterin, Personen und Handlungen werden überspitzt und verzerrt dargestellt, sie schafft es aber, diese Dorfmenschen, um nicht zu sagen Dorftrotteln, nicht von oben herab zu beschreiben oder ins Lächerliche zu ziehen.
Und wer so wie ich in einem Dorf aufgewachsen ist, weiß, daß vieles, was hier skurril und schrill daherkommt, voll und ganz aus dem tatsächlichen Dorf-Leben entnommen ist.

Besonders gut gelungen ist die erste Hälfte des Romans, insbesondere der Lebenswerg des Großvaters, der es vom Figurenschnitzer zum Dorfdoktor geschafft hat.. Und Auslöser für diesen bemerkenswerten Weg ist ausgerechnet ein meterlanger Bandwurm. Ich mußte immer wieder laut auflachen bei diesem Teil des Romans.

Schwächer fand ich dann den Abschnitt mit dem Enkel, insbesondere die Schulerlebnisse.
Die Charaktere des Romans sind nicht unbedingt vielschichtig.

Insgesamt vergebe ich vier Sterne, weil der Roman gepflegte, kurweilige Unterhaltungsliteratur bietet.
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am 28. März 2013
KLAPPENTEXT:
Gegen die Engstirnigkeit und den unreflektierten Traditionssinn der St. Petrianer hegt Johannes A. Irrwein - geschult an seinem Großvater, dem Bandwurmforscher Johannes Gerlitzen - seit frühester Kindheit eine starke Abneigung. Bildungshungrig und aufgeweckt wie er ist, sehnt er sich nach jener aufgeklärten Welt, die er hinter den Alpenmassiven vermutet. Als der Musterschüler jedoch unerwartet durch die Matura fällt, beginnt er, sich mit seinem Dorf auseinanderzusetzen. Seinem Lieblingsautor Herodot, dem Vater der Geschichtsschreibung, nacheifernd, macht er sich daran, die Chroniken seines Dorfes zu verfassen - und verursacht dabei ungewollt das größte Ereignis in der Geschichte St. Peters, das das Bergdorf auf immer verändern wird.

Ein 14,8 Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordicwalkende Mütterrunde, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum einzigartigen Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Liebe für leuchtende Details und skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser gelingt mit dreiundzwanzig Jahren ein wagemutiges, herausragendes Debüt. Dieser Roman wird Sie verzaubern.

AUTORIN:
(Quelle: Kiepenheuer & Witsch)
Vea Kaiser, geb. 1988 in Österreich, veröffentlichte 2012 ihren Debütroman «Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam», der Platz 1 der ORF-Bestenliste erreichte und Leser wie Presse gleichermaßen begeisterte. Übersetzungen ins Tschechische, Niederländische sowie eine Verfilmung sind in Arbeit. Nach ihrer Lesereise in 75 Städte und 5 Länder studiert sie nun in Wien Altgriechisch und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

EIGENE MEINUNG:
Manchmal sind die Wege des Schicksals verworren und seltsam, doch es gibt einfach Menschen und Geschichten, die zusammengehören und deswegen auch zueinander finden. So auch Vea Kaisers "Blasmusikpop" und ich. Eine Weile schon schlich ich um das Buch herum, konnte jedoch weder mit dem volkstümlichen Titel, noch mit dem Bandwurmforscher Johannes Gerlitzen etwas anfangen. Dachte ich zumindest. Bis jedoch Sat.1 Literaturexperte Peter Hetzel diesen Debütroman vorstellte und sich einen Vergleich mit Schriftstellerlegende John Irving erdreistete. Unvorstellbar, dass es ausgerechnet einer deutschsprachigen Debütantin gelingen sollte dem Meister das Wasser zu reichen. Dies musste dringend von mir überprüft werden. Gesagt, getan: "Blasmusikpop" zog ins Regal ein. Nach dem Lesen kann ich nur sagen: "Hut ab vor der Leistung dieser jungen Frau! Sie kann sich definitiv mit den ganz Großen messen!!"
Nun stellt sich die Frage: Wie kann eine Rezension solch einem grandiosen Roman gerecht werden? Die Worte: Lest dieses Buch!!! Es ist grandios!!! - entsprechen zwar der Wahrheit, sind aber keineswegs ausreichend um den besonderen Flair des Romans oder die Dickschädeligkeit der St. Petrianer darzustellen.
Die Welt der Bewohner des kleinen Örtchens St. Peter am Anger ist eine ganz eigene. Es ist schwer sie zu beschreiben, denn dort folgt man jahrelang ausgearbeiteten Gesetzen, die nirgendwo aufgeschrieben, scheinbar über die Muttermilch aufgenommen und verinnerlicht werden. Es ist also kein Wunder, dass Johannes Gerlitzen von den Bewohner des kleinen Bergsorfes als "nicht ganz richtig" angesehen wird, als er nach einem Bandwurmbefall und der Entdeckung, dass seine neugeborene Tochter die gleiche Haarfarbe wie der ruppige Nachbar hat, in die Stadt zieht um zu studieren, statt wie jeder normale Mensch weiter seinem Handwerksberuf nach zu gehen.
Als etliche Jahre später sein Enkel Johannes A. Gerlitzen in die Fußstapfen des "Doktor Opas" tritt, ist nicht nur er den St. Petrianer suspekt, sondern auch er empfindet das "Barbarendorf" als sehr obskur. Sowohl das Jungscharcamp, als auch der Fußballverein sind für ihn Orte der seltsamsten Freizeitvergnügen, zu denen ein Forscher wie er keinerlei Bezug hat. Erst sehr viel später, nachdem er seine Forschungen auf die Bewohner des Dörfchens ausgedehnt und mit diesen ein schier unmögliches Ereignis auf die Beine gestellt hat, findet er den Weg ins "echte" Leben.
Vea Kaisers Schreibe ist wirklich beeindruckend. Perfekt durchdachte, komplexe Gedankengänge fügen sich zu einem Roman zusammen, wie ich ihn zuvor noch nicht erlebt habe. Lebhaft und lebendig erzählt sie die Geschichte eines kleinen Dorfes, das vielleicht ein klein wenig an ihre eigenen Erlebnisse mit den Eigensinnigkeiten der Heimat erinnern. Um jedoch keine Gemeinsamkeiten aufkommen zu lassen hat sie mit einem Sprachwissenschaftler einen eigenen Dialekt für die St. Petrianer, die mich ein kleines bisschen an Asterix, Obelix und die Gallier erinnern, entworfen.
Blasmusikpop" ist eine gekonnte Mischung aus Kritik und Ironie, die jedoch immer mit einem Augenzwinkern zu sehen ist und dem Leser eine gewisse Heimatverbundenheit der Autorin vermittelt. Dadurch entsteht eine Herzlichkeit, die sich problemlos auf das Miteinander von Leser und Romanfiguren übertragen lässt. Selten habe ich Charaktere wie diese erlebt, die auf der einen Seite eine sehr eingeschränkte Sichtweise haben, auf der anderen aber über so viel Facettenreichtum verfügen.
Wie gesagt, ich kann einfach nicht die passenden Worte für meine Begeisterung finden. Vea Kaiser hat mich definititiv so beeindruckt, dass ich es jetzt schon kaum erwarten kann weitere Romane von ihr in die Hand zu kriegen.
FAZIT:
Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam" ist eine beeindruckende Gesellschaftsposse der besonderen Art. Beeindruckend, sprachgewaltig, komplex, charaktervoll und mit einer ordentlichen Portion Ironie, hat Vea Kaiser einen Roman kreiert, der mich nicht nur zum schmunzeln gebracht hat, sondern auf jeder einzelnen Seite fesseln konnte. Mir fehlen die Worte dieses Buch in angebrachtem Maße zu würdigen und so kann ich nur empfehlen es selbst zu lesen.
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Juli 2016
„Blasmusikpop“ ist der Debütroman von Vea Kaiser, in dem sie die ungewöhnliche Lebensgeschichte der Familien Irrweins und Gerlitzens, die in einem abgelegenen Alpenbergdorf in Österreich wohnen, über mehrere Generationen hinweg erzählt. Die Schilderungen der Autorin gehen über Jahrzehnte, dennoch ist es der jüngste Spross der Familie Johannes A. Irrwein der eigentlich im Mittelpunkt steht. Die Kapitel werden von kursiv gesetzten Texten beendet, in der die historische Geschichte des Dorfs, aufgezeichnet von eben jenem Johannes, erzählt wird. In diesen Aufzeichnungen wird der Leser auch eine Erklärung für den Untertitel des Buchs „wie die Wissenschaft in die Berge kam“ finden.

Einen Überblick, der eine erste Vermutung zulässt, welch munteres Treiben im Roman zu finden ist, bekommt man auf der ersten vordersten sowie hintersten Innenseite. In einer schematischen Zeichnung sind dort die Anordnung der wichtigsten Häuser des Orts sowie deren Bewohner zu sehen. Das Dorf hat es im Laufe seiner Existenz aufgrund seiner Abgeschiedenheit geschafft, sich weitestgehend autark zu halten und ohne Einflüsse aus der Umgebung. Aber bereits den Urgroßvater von Johannes zog es in die Welt hinaus und seine Neugierde an den Geschehnissen außerhalb der Heimat blieb auch nach seiner Rückkehr erhalten. Beim Vater von Johannes, der aus Tradition Holzschnitzer gelernt hatte, weckte eine Bandwurmerkrankung den Sinn danach, Arzt zu werden und so verließ er kurz nach der Geburt seiner Tochter Ilse das Dorf, ohne in den Folgejahren von sich hören zu lassen.

So wuchs Ilse in den ersten Jahren vaterlos auf. Jedoch gab es immer genügend helfende Hände, die Ilses Mutter zur Seite waren. Der nach neun Jahren zurückgekehrte Vater hatte Probleme damit, Zugang zu seiner Tochter zu finden. Sie war inzwischen mit den Traditionen und Bräuchen des Orts so verbandelt, dass sie für seine wissenschaftlichen Interessen kein Verständnis aufbringen konnte. Auch in diesen letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in denen Ilse aufwächst, finden technische Errungenschaften nur mühsam ihren Weg ins Dorf. Johannes A. Irrwein ist das einzige Kind von Ilse und Alois, dem Zimmermann. Doch statt sich für das Handwerk zu begeistern, hilft er lieber seinem Opa bei seinen Forschungen. Zum Leidwesen seiner Mutter findet er genügend Unterstützung dafür, statt wie im Ort üblich auf die Volksschule, im Tal aufs Gymnasium zu gehen.

Der Leser darf im Folgenden erleben wie Johannes, der sich bewusst ist, dass er ganz anders wie seine Altersgenossen ist, zu sich selber findet. Für ihn ist es nicht, einfach den Erwartungen der Dorfgemeinschaft und auch der seiner Eltern entgegenzutreten. Die Autorin ist selber in solch einem kleinen Ort aufgewachsen und man merkt der Harmonie ihres Schreibstils an, dass sie ihre eigenen Erfahrungen in den Schilderungen unterbringt. Liebevoll charakterisiert sie jeden einzelnen Bewohner mit seinen Ecken und Kanten. Vor allem Johannes wurde mir sympathisch und ich konnte sein Verhalten zu Personen, die es gut mit ihm meinten, deren Rat er aber nicht befolgen wollte, nachvollziehen. Es ist nicht einfach von einer Art Gruppenzwang abzuweichen.

Eingebettet in eine bezaubernde Bergwelt wünscht man sich als Leser etwas von der Gleichförmigkeit des Lebens, die im Bergdorf des Romans vorhanden ist, mit einer gewissen Gelassenheit für sich selbst. Der Dialekt in dem die Autorin die Bewohner sprechen lässt, fängt die ganz besondere Stimmung des Ortes und des Miteinanderseins ein. Vea Kaiser zeigt auf, dass es auch in solch einer kleinen 400-Seelen-Gemeinde durchaus Highlights gibt, sei es durch den neuen Stürmerstar beim Fußball oder dem ewigen Tratsch, der ein Windeseile auch die kleinste Abweichung vom Alltag im ganzen Dorf weiter verbreitet.

Die Autorin, die in ihrem Debüt eigentlich nur von täglichen Höhen und Tiefen des Lebens im Ort beziehungsweise vom Schulalltag im Gymnasium von Johannes schreibt, tut dies auf eine so amüsante, charmante Weise, sodass sie den Leser in seinen Bann zieht und ihn vielfach zum Schmunzeln bringt. Gerne empfehle ich das Buch an Jedermann weiter.
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am 27. März 2016
Entschieden habe ich mich für „Blasmusikpop“ wegen des recht ansprechenden Klappentexts und der originell anmutenden „Verpackung“ im Allgemeinen.

Vea Kaiser beschreibt auf knapp 500 Seiten, das Leben der Einwohner des bäuerlichen St. Peters vs. „der Wissenschaft, die in die Berge kam“, repräsentiert durch 2, für die Verhältnisse, revolutionären jungen Männern.

Die Autorin greift dabei in ihrer Beschreibung der Dorfbewohner und deren Leben auf, wie ich finde, sehr originelle und geschickte Humorpassagen und Sprachwitz, gipfelnd im Spiel mit den Dialekten, zurück. Dabei bedient sie sich zahlreicher Klischees, die man sich als Land-/Alpendorfbewohner wohl nicht allzu sehr ans Herz nehmen darf. Es tritt sehr klar hervor, dass die Personen überspitzt und übertrieben dargestellt werden.
Im Zentrum des Romans stehen Johannes Irrwein (in etwa der ersten Hälfte) und dessen Enkel Johannes A. Irrwein (in der zweiten), die sich entgegen jeder Tradition aus St. Peter entfernen um etwas mehr von der Welt zu sehen und sich um eine akademische Ausbildung bemühen.
In der ersten Hälfte hat es die Autorin wunderbar geschafft, mich mit der Darstellung der St. Petrianer und dem stets etwas ironischen Humor in den Bann und auf ihre Seite zu ziehen. Danach, nach einem für mich überraschenden Wechsel der Hauptperson, flachte es leider ein wenig ab. Das Buch vermochte es nicht mehr viel Neues zu bieten, die Nebenpersonen lebten einfach deren Leben weiter und auch die Verfolgung des Alltags der neuen Hauptperson brachte für mich keine ansprechende Abwechslung mehr. Ich wusste nicht mehr recht, wohin das Buch führt und welche Absicht die Autorin damit hat. Auch die „zweite“ Haupterperson, Johannes A. Irrwein, trifft mich als Person nicht wirklich, man erfährt wenig über tiefergehende Persönlichkeit, er bleibt, wie auch beschrieben, ein blasser, gscheiter Bub ohne wirkliche Ecken und Kanten.
Erst gegen Ende, im großen Finale, kam die Lust an der Geschichte wieder auf. Wegen dieser „Lücke“ in der zweiten Hälfte wird von mir einer von fünf Sternen abgezogen.

Fazit: Das Buch bietet wirklich sehr netten, abwechslungsreichen und humorvollen Lesestoff, dem man/ich es verzeihen kann, wenn es Seiten gibt, die etwas träge und mehr oder weniger ziellos verstreifen. Ich empfehle das Buch jedem, der Lust zum Lachen hat und sich nicht an Alpenbewohnern stört, die in ihren Klischees beinahe zerlegt werden, was der Autorin aber in der überspitzten Art sehr gut gelingt, ohne dass es geschmacklos wird.
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am 16. August 2015
Eine gute Romanidee! Obwohl ich mir, nachdem ich ihr 2. Buch gelesen habe, das mir ausgezeichnet gefallen hat, von diesem so hochgejubelten Buch mehr erwartet hatte. Doch nach einiger Zeit hat man sich "hineingelesen".
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am 15. März 2016
Erstmal: Danke, Vea Kaiser, für diese wunderbare Schnurre! Was für ein Spaß! Ein herrlicher, kunterbunter und höchst unterhaltsamer Schelmenroman, den ich in einem Rutsch bereits zweimal gelesen habe. Was für ein Spaß! Eine fantastische Geschichte über die (nicht immer!) so einfältigen und simpel gestrickten Einwohner des fiktiven Dörfchens St. Peter am Anger in den ebenso fiktiven Sporzer Alpen und den zunächst etwas kümmerlich geratenen Jungen Johannes A. Irrwein. Sein Werdegang vom intellektuellen Außenseiter der Gemeinde zum unfreiwilligen Helden der "Bergbarbaren" ist einfach unglaublich komisch. Vea Kaiser entführt den Leser in ein Paralleluniversum, in dem man am liebsten seinen nächsten Urlaub verbringen möchte!
Ein riesiger Lesespaß, nur zu empfehlen!!
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